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Dokumentenidentifikation DE102005056784A1 31.05.2007
Titel Verfahren zur Herstellung von Olefinen aus Synthesegas in einer Reaktionskolonne
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Hoffer, Bram Willem, Dr.rer.nat., 69120 Heidelberg, DE;
Schwab, Ekkehard, Dr., 67434 Neustadt, DE;
Kaibel, Gerd, Dr., 68623 Lampertheim, DE;
Neumann, Dirk, Dr., 68163 Mannheim, DE;
Bürkle, Jochen, 68163 Mannheim, DE;
Butz, Thomas, Dr., 68165 Mannheim, DE
DE-Anmeldedatum 28.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005056784
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse C07C 1/04(2006.01)A, F, I, 20051128, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C10G 2/00(2006.01)A, L, I, 20051128, B, H, DE   C07C 2/24(2006.01)A, L, I, 20051128, B, H, DE   
Zusammenfassung Verfahren und Synthese von Olefinen aus Synthesegas in Gegenwart mindestens eines Fischer-Tropsch-Katalysators in einer Reaktionskolonne, wobei das Synthesegas unterhalb einer Zone A der Reaktionskolonne in die Reaktionskolonne eingeführt wird und die gebildeten Olefine unterhalb des Einlasses für das Synthesegas entnommen werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Synthese von Olefinen aus Synthesegas, in Gegenwart mindestens eines Fischer-Tropsch-Katalysators in einer Reaktionskolonne.

Die Darstellung von Kohlenwasserstoffen aus Synthesegas, also einem Gemisch von Kohlenmonoxid und Wasserstoff, wird seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Üblicherweise wird dieser Reaktionstyp als Fischer-Tropsch-Synthese bezeichnet. Katalysatoren, die bei dieser Reaktion üblicherweise eingesetzt werden, enthalten als katalytisch aktive Metalle üblicherweise Metalle der Gruppe VIIIB des Periodensystems, insbesondere Fe, Co, Ni und/oder Ru (z.B. v.d.Laan et al. Catal. Rev.-Sci. Eng., 41, 255 (1999)).

Trotz der bisherigen intensiven Forschungsaktivitäten existiert ein Bedürfnis, Fischer-Tropsch-Prozesse weiter zu optimieren. Es ist bekannt, dass je nach Wahl der Reaktionsbedingungen, der Katalysatoren etc. die Produktzusammensetzungen, deren Komponenten von Methan über höhere Alkane, höhere Alkene etc. bis zu aliphatischen Alkoholen reichen können, verändert werden können. Zudem erschwert die Exothermie des Fischer-Tropsch-Prozesses die Handhabbarkeit und insbesondere die Kontrolle der Reaktion.

Sollen mit Olefinen, vorzugsweise mit &agr;-Olefinen, angereicherte Kohlenwasserstoffe dargestellt werden, so werden als Katalysatoren in der Regel solche eingesetzt, die Nickel, Kobalt, Eisen oder Ruthenium, insbesondere Eisen-, Eisen und Kobalt-, Eisen/Kobalt-Spinel oder Kobalt/Mangan-Spinel enthalten, sowie Kupfer promotierte Kobalt-Katalysatoren.

In GB 1 512 743, GB 1 553 361, GB 1 553 362 und GB 1 553 363 werden katalytische Verfahren zur Synthese ungesättigter Kohlenwasserstoffe aus Synthesegas bei 250 bis 350°C bei 10 bis 30 bar beschrieben. Die hierbei verwendeten Katalysatoren enthalten

  • (a) ein oder mehrere Oxide der "schwer zu reduzierenden" Metalloxide der Gruppe IVB des Periodensystems; oder ein niedriges Oxid eines Übergangsmetalls der Gruppe V oder VII des Periodensystems; und
  • (b) ein oder mehrere Metalle der Gruppe VIII des Periodensystems.

Diese Katalysatoren können zusätzlich ein Alkalimetall (Gruppe 1A des Periodensystems), Magnesiumoxid oder Zinkoxid als Promotoren enthalten.

US 4,199,523 offenbart einen Fischer-Tropsch-Katalysator, der mindestens 60% Eisen enthält. Weiterhin kann dieser Katalysator Promotoren wie Kupfer, Silber oder Alkalimetalle und/oder andere Additive, wie Zinkoxid, Manganoxid, Ceroxid, Vanadiumoxid und Chromoxid, enthalten.

Chang et al beschreiben in US 4,418,155 ein Verfahren zur Konvertierung von Synthesegas zu, mit linearen &agr;-Olefinen angereicherten, Kohlenwasserstoffen, indem man das Sythesegas, bei etwa 260 bis 345°C, mit einem Katalysator kontaktiert, wobei dieser Katalysator einen ZSM-5-Typ Zeolith enthält, auf dem seinerseits Metalle wie Eisen, Kobalt oder Ruthenium, abgeschieden sind.

Weiterhin werden in US 5,100,856 Kupfer/Kaliumpromotierte Eisen/Zink-Katalysatoren beschrieben, die eine verbesserte Aktivität, Selektivität und Stabilität in der Synthese von &agr;-Olefinen aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff zeigen.

Ebenso ist bekannt, dass die Zusammensetzung der beim Fischer-Tropsch-Prozess gebildeten Kohlenwasserstoffe durch die Wahl der eingesetzten Katalysatores, der Reaktortypen und der Reaktionsbedingungen stark beeinflusst werden können.

In WO 02/092216 wird z.B. ein Fischer-Tropsch-Prozess an einem monolithischen Katalysatorträger in einem Reaktor, der in mehrere Reaktionskammern, in welchen die chemische Umsetzung und die physikalische Trennung der Produkte stattfindet, beschrieben. Die Produktströme, die aus den verschiedenen Kammern ausgeschleust werden, unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Es werden beispielsweise im vorliegenden Fall getrennt voneinander Benzin, Kerosin und Diesel aus dem Reaktor abgeführt.

Trotz der Verbesserungen, die bisher erreicht wurden, besteht weiterhin ein Bedarf zur Verbesserung von kommerziell betriebenen Fischer-Tropsch-Anlagen zur Synthese von Olefinen mit 4 bis 20 Kohlenstoffen.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Synthese von Olefinen, insbesondere &agr;-Olefinen, aus Synthesegas bereitzustellen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren zur Synthese von Olefinen aus Synthesegas in Gegenwart mindestens eines Fischer-Tropsch-Katalysators in einer Reaktionskolonne, wobei das Synthesegas unterhalb einer Zone A der Reaktionskolonne in die Reaktionskolonne eingeführt wird, und die Olefine unterhalb der Einspeisung des Synthesegases entnommen werden.

Die gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Reaktionskolonne umfasst mindestens eine Kopfzone, eine Zone A und eine Sumpfzone. Dabei sind Kopfzone, Zone A und Sumpfzone in der vorgegebenen Reihenfolge von oben nach unten in der Reaktionskolonne angeordnet. Die Zone A umfasst mindestens eine Reaktionszone und eine Destillationszone. Das Synthesegas wird unterhalb der Zone A, aber oberhalb der Sumpfzone eingeleitet, und die Olefine werden unterhalb der Einspeisung des Synthesegases entnommen.

In der Reaktionszone ist der Fischer-Tropsch-Katalysator lokalisiert und dort findet die Fischer-Tropsch-Synthese statt.

In der Destillationszone findet die destillative Auftrennung der bei der Fischer-Tropsch-Synthese gebildeten Produkte statt.

Es kann aber auch der Fall auftreten, dass die Zone der chemischen Reaktion und die Zone der physikalischen Trennung (destillative Auftrennung) räumlich nicht getrennt sind. In diesen Fall liegt eine Kombinationszone vor. Die Kombinationszone ist also eine kombinierte Reaktions- und Destillationszone.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren, wird das Synthesegas unterhalb der Zone A in die Reaktionskolonne eingeleitet. Das Synthesegas kommt nun mit dem Fischer-Tropsch-Katalysator in Kontakt und es bildet sich ein erstes Kohlenwasserstoffgemisch a; unumgesetztes Synthesegas sowie flüchtige Komponenten des gebildeten Kohlenwasserstoffgemisches steigen nun in die nächste Reaktionszone auf, dort findet eine weitere Fischer-Tropsch-Reaktion statt und es bildet sich ein Kohlenwasserstoffgemisch b; dieser Vorgang wiederholt sich. Andererseits nimmt die Flüchtigkeit der gebildeten Kohlenwasserstoffe mit zunehmender Kettenlänge ab, sie liegen dann in flüssiger Phase vor und fließen in die jeweils unterhalb liegende(n) Reaktionszone(n) ab; dort kann wiederum mit vorhandenem Synthesegas eine Kettenverlängerung stattfinden; auch dieser Vorgang wiederholt sich. Somit ergibt sich schlussendlich ein Kohlenwasserstoffgemisch, das unterhalb der Zone A abgenommen werden kann. Dieses Kohlenwasserstoffgemisch besitzt, in Abhängigkeit von dem eingesetzten Synthesegas, dem Fischer-Tropsch-Katalysator und den Verfahrensparametern (wie Geometrie der Reaktionskolonne, Temperaturprofil der Reaktionskolonne, Druck etc.) eine bestimmte Molmassenverteilung und ein bestimmtes mittleres Molekulargewicht. Vorzugsweise ist diese Molmassenverteilung enger verglichen mit denen üblichen Fischer-Tropsch-Kohlenwasserstoffen.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es also möglich, durch die Überlagerung des Fischer-Tropsch-Prozesses mit dem Destillationsprozess einerseits das mittlere Molekulargewicht des gebildeten Kohlenwasserstoffgemisches einzustellen, als auch andererseits dessen Molekulargewichtsverteilung. Weiterhin wird eine höhere Selektivität an den gewünschten Reaktionsprodukten, also an Olefinen, insbesondere an &agr;-Olefinen erzielt.

In einer Ausführungsform der Zone A wechseln sich Reaktions- und Destillationszonen ab.

In einer weiteren Ausführungsform der Zone A wechseln sich Kombinations- und Destillationszonen ab.

In einer weiteren Ausführungsform der Zone A liegt eine einzige Kombinationszone vor.

In einer weiteren Ausgestaltungsform wird zusätzlich zu der Einleitung von Synthesegas unterhalb der Zone A an einer oder mehreren Stellen innerhalb der Zone A Synthesegas eingeleitet. Von Fall zu Fall kann es von Vorteil sein, die zusätzliche(n) Einspeisung(en) in Destillationszone(n) vorzunehmen. Es ist aber auch möglich, die Einspeisung(en) in Kombinationszone(n) vorzunehmen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform wird Wasser – in flüssiger Form – oberhalb oder innerhalb der Zone A zugeführt.

Es kann aber auch von Vorteil sein, Wasserdampf unterhalb oder innerhalb der Zone A zuzuführen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform bildet der Fischer-Tropsch-Katalysator, der in der Reaktions- bzw. Kombinationszone lokalisiert ist, ein Festbett, ein Fließbett, eine Suspension oder eine Blasensäule, vorzugsweise ein Festbett oder eine Blasensäule, aus.

Diese Ausgestaltungen können für den Fachmann in an sich bekanntet Art und Weise erfolgen, indem beispielsweise der Fischer-Tropsch-Katalysator auf Böden mit gewisser Verweilzeit des Kondensats, beispielsweise Ventilböden, Glockenböden oder verwandten Bauarten, wie z.B. Tunnelböden oder Thormannböden, aufgebracht oder als Katalysatorschüttung fixiert wird.

Es ist aber auch möglich, den Fischer-Tropsch-Katalysator in Form von Füllkörpern, wie z.B. entsprechend mit Katalysator versehenen Raschigringen, Pallringen, Sattelkörpern, in die Kolonne einzubringen. Weiterhin ist es möglich, Fischer-Tropsch-Katalysator enthaltende Packungen zu verwenden oder mit Fischer-Tropsch-Katalysator gefüllte Gewebetaschen, sogenannte Bales oder Texas-Tea-Bags, zu verwenden. Die Packungen an sich sind üblicherweise aus Blech, Streckmetall, Drahtgeweben oder Gestricke, welche bevorzugt eine Kreuzkanalstruktur aufweisen. In diesen Fällen werden in der Regel Kombinationszonen ausgebildet.

In den Destillationszonen der Zone A werden Einbauten mit destillativer Trennwirkung verwendet. Dies kann beispielsweise über Böden, beispielsweise Ventilböden, Glockenböden oder verwandten Bauarten, wie z.B. Tunnelböden oder Thormannböden, oder Siebböden erfolgen. Es können aber auch Packungen, welche üblicherweise aus Blech, Streckmetall, Drahtgeweben oder Gestricke, bestehen und welche bevorzugt eine Kreuzkanalstruktur aufweisen, verwendet werden. Beispiele sind hierfür die Packungen Sulzer MELAPAK, Sulzer BX, Montz B1-Typen oder Montz A3-Typen. Es ist aber auch möglich ungeordnete Füllkörper, also z.B. Raschigringe, Pallringe, Sattelkörper etc. einzusetzen.

Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet man vorzugsweise Reaktionskolonnen, bei denen die Zone A 5 bis 150 Böden, bevorzugt 15 bis 100 Böden aufweist.

Üblicherweise besteht eine Destillationszone aus 1 bis 30 Böden, eine Reaktionszone aus einem Boden bzw. eine Kombinationszone aus 1 bis 5 Böden. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass sich die Reaktions- und Destillationszonen bzw. die Kombinations- und die Destillationszonen abwechseln.

In einer weiteren Ausgestaltungsform besteht eine Kombinationszone aus 20 bis 100 Böden.

Entsprechendes gilt auch für die sogenannten theoretischen Böden bei anderen Kolonneneinbauten, also bei der Verwendung von Packungen etc.

In einer weiteren Ausgestaltungsform besteht eine Reaktionszone, welche mit Packungen oder mit Fischer-Tropsch-Katalysatoren in Form von mit Katalysator versehenen Füllkörpern oder mit aktiven Destillationspackungen oder mit Fischer-Tropsch-Katalysator gefüllten Gewebetaschen versehen ist, aus 20 bis 100 theoretischen Böden.

In einer besonderen Ausgestaltungsform enthält die Zone A ein bis drei Destillationszonen mit jeweils 10 bis 100 Böden.

In einer weiteren besonderen Ausgestaltungsform enthält die Zone A eine Kombinationszone.

In einer weiteren Ausgestaltungsform können über die Kopfzone der Reaktionskolonne Leichtsieder abgenommen werden. Diese Leichtsieder enthalten in der Regel ggf. im Synthesegas enthaltene inerte Gase wie Stickstoff, aber auch ggf. gebildetes Kohlendioxid, leichtsiedende Paraffine, insbesondere Methan, leichtsiedende Olefine, wie z.B. Ethen, etc.

In einer weiteren Ausgestaltungsform werden entstehende Leichtsieder, welche z.B. ggf. entstehende leichtsiedende Paraffine, leichtsiedende Olefine und/oder Wasser enthalten, über einen Seitenabzug aus Zone A entnommen. Das über den Seitenabzug abgenommene flüssige Produkt kann zweiphasig sein. Es kann eine Phasentrennung vorgenommen werden und die organische Phase in die Kolonne zurückgeleitet werden. Auf diese Weise kann gezielt Wasser aus der Reaktionszone entfernt werden.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Rektionskolonne wird das gebildete Kohlenwasserstoffgemisch unterhalb der Einspeisung des Synthesegases aus der Reaktionskolonne entfernt. Dies kann durch einen Seitenabzug erfolgen. Es ist aber auch möglich das gebildete Kohlenwasserstoffgemisch über den Sumpf der Kolonne abzuziehen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform wird ein Teil des gebildeten Kohlenwasserstoffgemisches über einen Seitenabzug aus Zone A entnommen und der andere Teil des gebildeten Kohlenwasserstoffgemisches wird unterhalb der Einspeisung des Synthesegases entnommen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform umfasst die eingesetzte Reaktionskolonne eine Kopfzone, eine Zone A und eine Sumpfzone.

In einer weiteren Ausgestaltungsform umfasst die eingesetzte Reaktionskolonne neben einer Kopfzone, einer Zone A und einer Sumpfzone eine Destillationszone B, welche zwischen der Zone A und der Sumpfzone lokalisiert ist. In dieser Destillationszone können Einbauten mit destillativer Trennwirkung eingebaut oder auch Packungen enthalten sein. Die Ausgestaltungen der Einbauten bzw. Packungen sind analog zu denjenigen der Destillationszonen der Zone A.

In einer weiteren Ausgestaltungsform umfasst die eingesetzte Reaktionskolonne neben einer Kopfzone, einer Zone A und einer Sumpfzone eine Destillationszone C, welche zwischen der Kopfzone und der Zone A lokalisiert ist. In dieser Destillationszone können Einbauten mit destillativer Trennwirkung eingebaut oder auch Packungen enthalten sein. Die Ausgestaltungen der Einbauten bzw. Packungen sind analog zu denjenigen der Destillationszonen der Zone A.

In einer weiteren Ausgestaltungsform umfasst die eingesetzte Reaktionskolonne neben einer Kopfzone, einer Zone A und einer Sumpfzone eine Destillationszone B, welche zwischen der Zone A und der Sumpfzone lokalisiert ist, und eine Destillationszone C, welche zwischen der Kopfzone und der Zone A lokalisiert ist. In diesen Destillationszonen B und C können Einbauten mit destillativer Trennwirkung eingebaut oder auch Packungen enthalten sein. Die Ausgestaltungen der Einbauten bzw. Packungen sind analog zu denjenigen der Destillationszonen der Zone A.

Das gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Synthesegas kann nach allgemein bekannten Verfahren (wie z.B. beschrieben in Weissermel et al., Industrial Organic Chemistry, Wiley-VCH, Weinheim, 2003, 15–24), wie beispielsweise Umsetzung von Kohle oder Methan mit Wasserdampf, oder durch Komproportionierung von Methan mit Kohlendioxid hergestellt werden. Üblicherweise hat dieses ein Verhältnis von Kohlenmonoxid zu Wasserstoff von 3:1 bis 1:3 auf. Vorzugsweise wird ein Synthesegas eingesetzt, das ein Mischungsverhältnis von Kohlenmonoxid zu Wasserstoff von 1:0,5 bis 1:2,5 hat.

Als Katalysatoren werden solche Fischer-Tropsch-Katalysatoren eingesetzt, welche bevorzugt die Bildung von Olefinen, insbesondere von &agr;-Olefinen, katalysieren. Hierbei kommen insbesondere Eisen-, Eisen und Kobalt-, Eisen/Kobalt-Spinel- oder Kobalt/Mangan-Spinel- enthaltende Fischer-Tropsch-Katalysatoren in Betracht, aber auch sowie Kupfer promotierte Kobalt- Fischer-Tropsch-Katalysatoren. Insbesondere sind die Katalysatoren, welche in GB 1 512 743, GB 1 553 361, GB 1 553 362, GB 1 553 363, US 4,199,523, US 4,418,155, US 5,100,856 beschrieben werden in die vorliegende Erfindung durch Bezugnahme eingeschlossen.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird üblicherweise bei 150 bis 350°C durchgeführt. Der Druck liegt hierbei bei 1 bis 60 bar, vorzugsweise bei 10 bis 50 bar.

Die GHSV ("Gas Hourly Space Velocity") liegt in der Regel bei 100 bis 30 000 Volumenteile Feed-Strom pro Volumenteil Katalysator und Stunde (1/1·h).

Das bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Produkt, das unterhalb der Einspeisung des Synthesegases aus der Reaktionskolonne entfernt, stellt ein Gemisch aus mehreren Kohlenwasserstoffen dar. Dieses Gemisch weist eine gewisse mittlere Molmasse und eine gewisse Molekulargewichtsverteilung auf. Vorzugsweise enthält dieses Produkt mindestens 50 Gew.-% Olefine, vorzugsweise &agr;-Olefine.

Die erhaltenen Olefine haben in der Regel 4 bis 20 Kohlenstoffatome, vorzugsweise 5 bis 14.

In einer besonderen Ausführungsform erhält man ein Produkt, dass mindestens 50 Gew.-% Olefine mit 5 bis 7 Kohlenstoffatomen enthält, wobei hiervon wiederum mindestens 50 Gew.-% ein oder mehrere &agr;-Olefine, insbesondere 1-Penten und 1-Hexen sind.

In einer weiteren besonderen Ausführungsform erhält man ein Produkt, das mindestens 50 Gew.-% Olefine mit 8 bis 14 Kohlenstoffatomen enthält, wobei hiervon wiederum mindestens 50 Gew.-% ein oder mehrere &agr;-Olefine sind. Diese gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Produkte sind neu.

In einer weiteren besonderen Ausführungsform erhält man ein Produkt, das mindestens 50 Gew.-% Olefine mit 15 bis 20 Kohlenstoffatomen enthält, wobei hiervon wiederum mindestens 50 Gew.-% ein oder mehrere &agr;-Olefine sind. Diese gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Produkte sind neu.

Weiterhin kann es von Vorteil sein, beim Anfahren des Prozesses in die Zone A der Reaktionskolonne ein &agr;-Olefin oder ein Gemisch an &agr;-Olefinen, dessen Kohlenstoffzahl um mindestens den Wert 1 niedriger ist, als die des hauptsächlich gebildeten Olefins, das unterhalb der Zone A abgetrennt werden kann, einzuführen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Synthese von Olefinen aus Synthesegas in Gegenwart mindestens eines Fischer-Tropsch-Katalysators in einer Reaktionskolonne, wobei das Synthesegas unterhalb einer Zone A der Reaktionskolonne in die Reaktionskolonne eingeführt wird und die gebildeten Olefine unterhalb des Einlasses für das Synthesgas entnommen werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zone A, mindestens eine Reaktionszone und mindestens eine Destillationszone enthält. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fischer-Tropsch-Katalysator in der Reaktionszone lokalisiert ist. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zone A mindestens eine kombinierte Reaktions- und Destillationszone (Kombinationszone) enthält. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Fischer-Tropsch-Katalysator in der Kombinationszone lokalisiert ist. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zone A mindestens eine Kombinationszone und mindestens eine räumlich getrennte Destillationszone enthält. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zone A mindestens eine räumlich getrennte Reaktionszone und Destillationszone enthält. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Olefinen um &agr;-Olefine handelt. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, wobei die gebildeten Olefine über die Sumpfzone der Reaktionskolonne entnommen werden. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu der Einleitung von Synthesegas unterhalb der Zone A an einer oder mehrerer Stellen innerhalb der Zone A Synthesegas eingeleitet wird. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass der Katalysator in einer Reaktions- bzw. Kombinationszone ein Festbett, ein Fließbett, eine Suspension oder eine Blasensäule ausbildet. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fischer-Tropsch-Katalysator mindestens ein Metall der Gruppe VIIIB enthält. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man beim Anfahren der Reaktion ein &agr;-Olefin oder ein Gemisch an &agr;-Olefinen, dessen Kohlenstoffzahl um mindestens den Wert 1 niedriger ist, als die des hauptsächlich gebildeten Olefins, welches unterhalb deswird, in die Zone A einführt. Gemisch von Olefinen erhätlich nach den Verfahren 1 bis 13.






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