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Dokumentenidentifikation DE102006049591A1 31.05.2007
Titel Harnstoff-Katalysesystem
Anmelder Fleetguard, Inc., Nashville, Tenn., US
Erfinder Pierz, Patrick M., Columbus, Ind., US;
Tikk, Laszlo D., Columbus, Ind., US
Vertreter Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Eggert, 45128 Essen
DE-Anmeldedatum 20.10.2006
DE-Aktenzeichen 102006049591
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse B01D 53/90(2006.01)A, F, I, 20061020, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B01D 53/94(2006.01)A, L, I, 20061020, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Harnstoff-Katalysesystem zur Optimierung einer Abgasnachbehandlungseinrichtung eines Verbrennungsmotors. Dieses System weist einen Vorratsbehälter (21a) für die Harnstofflösung und eine Förderpumpe (22) auf. Die Förderpumpe (22) ist mit dem Vorratsbehälter (21a) gekoppelt und dient zur Druckbeaufschlagung der aus dem Vorratsbehälter geförderten Harnstofflösung. Das Harnstoff-Katalysesystem weist ferner eine Leitungsanordnung auf, die die Förderpumpe (22) mit einer Einspritzdüse (24) in die Abgasströmung verbindet und so den Transport der Harnstofflösung zur Einspritzdüse (24) ermöglicht. Strömungstechnisch hinter der Förderpumpe (22) und vor der Einspritzdüse (22) ist eine Heizvorrichtung (23) vorgesehen, mit der die Harnstofflösung auf einen überhitzten Zustand vorgewärmt wird, bevor sie in die Abgasströmung eingespritzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Harnstoff-Katalysesystem zur Optimierung der Abgas-Nachbehandlung eines Verbrennungsmotors nach dem Verfahren der "selektiven katalytischen Reduktion" (SCR – selected catalytic reduction). Ein solches Harnstoff-Katalysesystem wird auch als Harnstoff-SCR-Abgasnachbehandlungssystem bezeichnet. Es eignet sich besonders zur Reduktion der Stickoxidemissionen bei Dieselmotoren. Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Reduktion von Stickoxiden im Abgas eines Verbrennungsmotors nach dem SCR-Verfahren, insbesondere geeignet für Dieselmotoren.

Die Reduktion von Stickoxidemissionen (NOx; und NO2) im Abgas von Verbrennungsmotoren, insbesondere im Dieselabgas, war eine große Herausforderung während der vergangenen Jahre und wird auch in der Zukunft aufgrund anhaltend strengerer Emissionsrichtlinien für Dieselmotoren im Blickfeld bleiben. Die Reduktion von Stickoxid in den Abgasen kann teilweise durch eine optimalere und vollständigere Verbrennung erzielt werden und teilweise durch eine Abgasnachbehandlung. Während diese beiden Ansätze grundsätzlich miteinander kombinierbar sind, bestehen jedoch bei der Optimierung der Verbrennung Grenzen bezüglich der Reduktion der Stickoxide. Durch die Optimierung der Verbrennung alleine wird es daher nicht möglich sein, die zukünftigen Emissionsrichtlinien zu erfüllen, wie z.B. den "U.S. 2007 Heavy-Duty Diesel Emission Standard". Folglich wird eine Abgasnachbehandlung erforderlich sein, um die notwendige Reduktion zu erreichen.

Unter Berücksichtigung einiger verfügbarer Abgasnachbehandlungstechnologien stellt die aus der Praxis bekannte Harnstoff-SCR-Abgasnachbehandlung einen der kosteneffizienteren Ansätze dar, der dennoch eine effektive Reduktion der Stickoxide ermöglicht. Bei der SCR-Technologie wird ein Reduktionsmittel in das Abgas stromaufwärts eines Katalysators eingespritzt. An dem Katalysator wird das NOx zu N2 (Stickstoff) und H2O (Wasser) reduziert. Eines der ersten bei dieser Technologie verwendeten Reduktionsmittel war wasserfreies Ammoniak (NH3).

Im Hinblick auf die Harnstoff-SCR-Reduktion sind die grundlegenden chemischen Reaktionen bekannt. Beim Mischen der Harnstofflösung bzw. wäßrigen Harnstoffs mit dem Abgas oberhalb einer bestimmten Temperatur wird die Harnstofflösung zerstäubt und zersetzt zu Ammoniak (NH3) und Kohlendioxid (CO2). Anschließend reagiert das NH3 in dem Abgas mit NO und NO2 und wird zu N2 (Stickstoff) und H2O (Wasser) reduziert.

Um eine möglichst große Reaktionsoberfläche zu erlangen, ist die Zerstäubung der Harnstofflösung wichtig. Für eine feine Zerstäubung der Harnstofflösung wird bei dem zuvor beschriebenen, aus dem Stand der Technik bekannten Ansatz eine Abgastemperatur benötigt, die ausreichend ist, um die Harnstofflösung zu zerstäuben und zu Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zu zersetzen. Entsprechend vergeht nach der Einspritzung einige Zeit, bis die Harnstofflösung erwärmt ist und die Zerstäubung und Zersetzung beginnt. Daher ist es erforderlich, daß der physikalische Ort der Harnstoffeinspritzung (Einspritzort) weit genug stromaufwärts des Katalysators liegt, damit die Harnstofflösung erwärmt wird und die notwendige Temperatur für die Zerstäubung und Zersetzung in Ammoniak und Stickstoffdioxid erreicht. Es ist bekannt, daß die Reduktion der Stickoxide als Ergebnis der Harnstoff-SCR-Technologie umso effektiver und effizienter ist, je feiner und kleiner die Harnstofftröpfchen zerstäubt sind.

Aus weiterem Stand der Technik (US 6,922,987 B2) ist es zudem bekannt, daß NOx-Adsorberkatalysatoren ein Potential für eine gute Reduktion der NOx-Emissionen (70%–90%) und zur Erhöhung der Lebensdauer des Motors aufweisen. Jedoch scheint der Betrieb der Adsorber bei niedrigen Temperaturen ein Problem zu sein. Der Hauptgrund für dieses Problem scheint darin zu liegen, daß die Reduktionsmittel, insbesondere D2-Kraftstoff, bei etwa 180°C zu sieden beginnen. Bei Temperaturen unterhalb der Siedetemperatur hat der eingespritzte Kraftstoff eine starke Tendenz zur Kondensation und nimmt so nicht an dem Freigabe- und Reduktionsschritt des NOx-Adsorbers (katalytischer Umwandler) teil. Wenn aber die Tröpfchengröße groß ist ist die Zerstäubung nicht ausreichend und der Kraftstoff verdampft auch bei der höheren Temperatur nicht leicht genug, so daß dadurch die Leistung des Adsorbers begrenzt ist.

Derzeitige Anordnungen, wie z.B. Sprühdüsensysteme und Einspritzer, können die Kondensation bei niedrigen Temperaturen nicht unterbinden. Messungen des Sauterdurchmessers (SMD – sauter mean diameter) ergeben dabei eine Tröpfchengröße im Bereich von 30 &mgr;m–60 &mgr;m. Wenn dieser Tröpfchendurchmesser weiter reduziert werden kann, wird die Verdampfung schneller und einfacher. Dies verbessert die Teilnahme der Reduktanten an der katalytischen Reaktion und verbessert so die NOx-Adsorberkapazität und die Effizienz der NOx-Umwandlung.

Der im Stand der Technik (US 6,922,987 B2) zur Lösung dieses Problems gewählte Ansatz besteht darin, eine Kraftstoffeinspritzung im überhitzten Zustand, also im flüssigen Zustand unter erhöhtem Druck mit einer Temperatur oberhalb der Siedetemperatur, zu verwenden. Dieses System weist eine Kraftstoffversorgung stromaufwärts eines mit Druck beaufschlagten Kraftstoffeinspritzers und eine Heizvorrichtung zum Erwärmen des Kraftstoffs in der Kraftstoffversorgung auf. Während dieser Ansatz eine Möglichkeit zur NOx-Reduktion aufzeigt, stellt er jedoch kein harnstoffbasiertes System bereit. Auch erfordert dieser Ansatz eine Kraftstoffversorgung, eine Kraftstoffeinspritzung, eine Heizvorrichtung und eine Steuerung, um die Temperatur zu überwachen.

Die aus der Praxis bekannten Harnstoff-SCR-Systeme nutzen das Abgas zur Erwärmung der Harnstofflösung, um diese zu zerstäuben und zu Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zu zersetzen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Harnstoff-Katalysesystem anzugeben, das bezüglich der Reduktion von NOx Emissionen optimiert ist. Aufgabe der Erfindung ist auch die Angabe eines entsprechenden Reduktionsverfahrens basierend auf der Methode der selektiven katalytischen Reduktion.

Die Erfindung löst das zuvor erläuterte Problem bei einem Harnstoff-Katalysesystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1. Eine nebengeordnete Lösung stellt das Verfahren gemäß Anspruch 8 dar. Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.

Um alle Bedenken auszuräumen, ob die Abgastemperatur und die Verweildauer in der Abgasströmung ausreichend ist, die Harnstofflösung zu zerstäuben und zu zersetzen, verwendet die vorliegende Erfindung einen neuen Ansatz. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine Heizvorrichtung vorgesehen, mit der die Harnstofflösung vor der Zuführung zu dem Abgas vorgewärmt wird. Vorzugsweise wird die Harnstofflösung dabei vorgeheizt und ggf. auch mit Druck beaufschlagt, so daß sie in einen überhitzten Zustand gelangt.

Erfindungsgemäß ist demgemäß ein Harnstoff-Katalysesystem zur Optimierung der Nachbehandlungseinrichtung eines Verbrennungsmotors vorgesehen. Dieses weist in einer ersten Ausführung eine Harnstoffversorgung, eine Förderpumpe und eine Heizvorrichtung auf. Die Förderpumpe dient zur Zuführung der Harnstofflösung in den Abgasstrom. Die Heizvorrichtung ist zwischen der Harnstoffversorgung und dem Einspritzort der Harnstofflösung angeordnet. Mittels der Heizvorrichtung wird die Harnstofflösung vorgewärmt, bevor sie der Abgasströmung zugeführt, vorzugsweise in diese eingespritzt wird.

Durch die Vorerwärmung der Harnstofflösung kann jede Abhängigkeit von der Wärme des Abgases zum Verdampfen der Harnstofflösung vermieden werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die zerstäubte Harnstofflösung als sehr feiner Nebel (Dampf) vorliegt, wodurch eine bessere Verteilung der Harnstofflösung im Vergleich zu größeren flüssigen Harnstofftröpfchen erzielt wird.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die verdampfte Harnstofflösung nun als sehr feiner Nebel oder Dampf näher am Katalysator eingespritzt werden kann und dies zudem bereits bei niedrigeren Abgas-Temperaturen möglich ist. Durch die Zuführung bzw. Einspritzung näher am Katalysator ist es möglich, die Baulänge der gesamten Anordnung zu reduzieren oder zu minimieren. Da nunmehr der Düsendurchmesser nicht mehr für die Zerstäubung entscheidend ist, ist es möglich, die Düse auszuführen, so daß die Fehleranfälligkeit durch Verstopfung gesenkt werden kann. Der Strömungsdurchmesser der Düse ist nicht mehr notwendige Voraussetzung für die Zerstäubungswirkung der Harnstofflösung auf die gewünschte Tröpfchengröße. Hierfür ist nach der Erfindung die Vorerwärmung der Harnstofflösung maßgeblicher.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Ziele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels mit Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Harnstoff-Katalysessystems.

In 1 ist ein Harnstoff-Katalysesystem 20 gezeigt, daß zur Optimierung der Nachbehandlungseinrichtung eines Verbrennungsmotors eingesetzt wird. Das Harnstoff-Katalysesystem 20 weist eine Harnstoffversorgung 21 auf, die beispielsweise als einfacher Vorratsbehälter für Harnstoff ausgeführt sein kann. Ferner weist das Harnstoff-Katalysesystem 20 eine Förderpumpe 22 als Zuführmittel, eine Heizvorrichtung 23 und eine Einspritzdüse 24 auf. Die Einspritzdüse 24 ist hier und vorzugsweise ventilgesteuert. Ferner ist eine Abgasleitung 25 eines Dieselmotors und ein Reaktionsort 26 für die selektive katalytische Reduktion (SCR) gezeigt.

Der Betrieb bzw. die Funktion des Systems 20 beginnt damit, daß eine bestimmte Menge Harnstofflösung aus der Harnstoffversorgung 21 gezogen und mittels der Förderpumpe 22 stromabwärts zu der oder durch die Heizvorrichtung 23 transportiert wird. Die Heizvorrichtung 23 definiert dabei eine Strömungspassage um eine Glühkerze 34 herum. Auf dieser Strömungspassage wird die Harnstofflösung erhitzt. Die Glühkerze 34 erhitzt die Harnstofflösung bzw. den wäßrigen Harnstoff auf eine Temperatur zwischen etwa 130°C und etwa 220°C, vorzugsweise auf etwa 200°C. Die Förderpumpe 22 hingegen dient im hier gezeigten Ausführungsbeispiel nicht nur zur Förderung der Harnstofflösung, sondern auch zu dessen Druckbeaufschlagung zur Erreichung eines überhitzten Zustandes (erhöhter Druck und Temperatur höher als Siedetemperatur unter Normaldruck).

Hier und vorzugsweise wird der wäßrige Harnstoff (d.h. die Harnstofflösung) vorgewärmt auf eine Temperatur oberhalb des Siedepunkts der Lösung. Als Siedepunkt wird dabei der Punkt bezeichnet, bei dem die Lösung bei einem Druck, der dem Druck in dem Abgassystem bzw. der Abgasströmung an dem Ort entspricht, an dem die Lösung eingespritzt wird, siedet. Wenn die Harnstofflösung zudem so mit Druck beaufschlagt wird, daß sie trotz der erhöhten Temperatur flüssig bleibt, erreicht sie einen so genannten „überhitzten Zustand". Der überhitzte Zustand ist für die anschließende Zuführung der Harnstofflösung in Bezug auf die Zerstäubung besonders vorteilhaft.

Während bei der hier beschriebenen und bevorzugten Ausgestaltung die Glühkerze 34 als Heizvorrichtung gewählt ist, kann die Harnstofflösung vor der Einspritzung auch durch andere Arten Heizvorrichtungen erwärmt werden, beispielsweise durch die Motorkühlung oder eine elektrische Widerstandsheizung.

Wenn die erwärmte und mit Druck beaufschlagte Harnstofflösung in die Abgasströmung niedrigeren Drucks eingespritzt wird, verdampft die Harnstofflösung blitzartig und der erwünschte feine Harnstoff-Nebel wird erzielt. Während die erwärmte Harnstofflösung in der Verbindungsleitung strömungstechnisch vor der Einspritzdüse 24 verbleibt, hält der erhöhte Druck die Harnstofflösung in einem flüssigen Zustand. Wie beschrieben ändert sich der flüssige Zustand erst und die Harnstofflösung verdampft, wenn die Harnstofflösung auf den niedrigeren Abgasdruck trifft.

Eine Harnstofflösungstemperatur von etwa 200°C wird als überhitzter Zustand betrachtet. Wenn die überhitzte Harnstofflösung in der Abgasströmung blitzartig verdampft, vermischt sie sich gleichmäßig mit dem Abgas, und die Harnstofflösung wird zersetzt zu Ammoniak (NH3) und Kohlenstoffdioxid (CO2) entsprechend (NH3)2 + CO + H2O → CO2 + 2NH3

Anschließend reagiert NH3 mit NO und NO2 aus dem Abgas entsprechend 4NH3 + 4NO + O2 → 4N2 + 6H2O8NH3 + 6NO2 → 7N2 + 12H2O

Diese Endprodukte oder Nebenprodukte der Reaktion sind in Bezug auf die Emissionen akzeptabel. Es ist daher eine Herausforderung die Menge von NO und NO2 in dem Abgas so genau wie möglich zu bestimmen und abzuschätzen.

Das gezeigte Harnstoff-Katalysesystem 20 stellt denen, die Dieselmotorsysteme im Hinblick auf reduzierte Emissionen entwerfen, verschiedene Vorteile bereit. Erstens stellen die Verfügbarkeit und die Kosten von Harnstoff verglichen mit teureren Alternativen einen Kostenvorteil für den Kunden dar. Zweitens kann die Aufenthaltszeit der Harnstofflösung in der Abgasströmung vor dem SCR-Ort dadurch verkürzt werden, daß die Abgasströmung nicht zur Erwärmung des Harnstoffs nach der Einspritzung benötigt wird. Diese Zeitverkürzung führt zu einem kürzeren erforderlichen Weg zwischen dem Einspritzort und dem SCR-Ort und so zu einer reduzierten Packungslänge der Anordnung. Drittens, da das System 20 nicht auf der Erwärmung durch die Abgasströmung beruht, um die Harnstofflösung zu verdampfen, kann die Harnstofflösung ggf. mit einer vergleichbar niedrigeren Temperatur eingespritzt werden. Ein mit der Erzeugung des Harnstoffdampfs durch die Überhitzung in Zusammenhang stehender Vorteil besteht darin, daß die Einspritzdüsenöffnung vergleichsweise groß ausgeführt sein kann. Diese muß nämlich nicht am Zerstäubungs- oder Verdampfungsprozeß teilnehmen. Durch die Vergrößerung der Einspritzdüsenöffnung ist diese nicht so fehleranfällig in Bezug auf Verstopfung.

Die Komponententeile und Systemkomponenten umfassen die Harnstoffversorgung 21, die Förderpumpe 22, die Heizvorrichtung 23 und die ventilgesteuerte Einspritzdüse 24. Die Harnstoffversorgung 21 weist einen Harnstofftank 21a auf, der strömungstechnisch mit der Förderpumpe 22 mittels einer Leitung 30 gekoppelt ist.

Das Verhältnis oder die Stärke der Harnstoff-Wasser-Lösung wird nicht als kritisch angesehen, aber die bevorzugte Zusammensetzung beträgt etwa 32,5% Harnstoff und etwa 67,5% Wasser. Das Volumen des Tanks 21a variiert in Abhängigkeit von der Anwendung. Es liegt typischerweise im Bereich von etwa 10 l und etwa 100 l oder ggf. etwas höher. Der Tank 21a weist ein Heizelement (nicht dargestellt) auf, um sicherzustellen, daß die Harnstofflösung in einem flüssigen Zustand bleibt, wenn die Einspritzung nötig ist. Ein Filter (nicht dargestellt) ist als Teil der Konstruktion des Tanks 21a vorgesehen, um das Eindringen von Schmutzstoffen, die in den Tank 21a gelangen, in das restliche System 20 zu verhindern.

Die Leitungen, die die Harnstofflösung zu der Förderpumpe 22 transportieren, sind aus einem Material hergestellt, das kompatibel zu der Harnstofflösung ist, wie z. B. Gummi, Teflon und rostfreier Stahl. Es wird empfohlen, daß diese Leitungen eine Vorrichtung zum Erwärmen aufweisen, so daß sie erwärmt werden können, wenn die Außentemperatur unter den Gefrierpunkt der Harnstofflösung sinkt.

Die Förderpumpe 22 zieht wäßrigen Harnstoff aus dem Vorratstank 22a und fördert diesen mit einem erhöhten Druck von etwa 0,0689 bar (50 psi). Die Pumpe 22 muß den Druck auf ein Niveau erhöhen, das ausreichend ist, um die Harnstofflösung in einem flüssigen Zustand zu halten, wenn die Temperatur über den Siedepunkt bei Normaldruck steigt.

Die Leitung 31 verbindet den Auslaß 32 der Förderpumpe 22 mit dem Steuerventil 33 vor der Einspritzdüse 24. Die Heizvorrichtung 23 weist eine Zündkerze 34 auf, die in einem Abschnitt der Leitung 31 angeordnet ist, um den Strom wäßrigen Harnstoffs zu erwärmen. Die Zündkerze 34 erwärmt den wäßrigen Harnstoff auf eine Temperatur von etwa 200°C. Diese erhöhte Temperatur und der erhöhte Druck erzeugen zusammen einen sehr feinen Nebel (Dampf), sobald die Harnstofflösung durch die Düse 24 in die Abgasströmung eingespritzt wird.

Der Begriff „SCR-Ort" beschreibt den Ort des Katalysators, der in der Abgasströmung strömungstechnisch unterhalb des Einspritzortes des Reduktionsmittels (Harnstofflösung) angeordnet ist. Kontakt von dem Reduktionsmittel und dem Abgas mit dem Katalysator, d.h. „an dem Katalysator", verursacht die Reduktion von NOx zu N2 (Stickstoff) und H2O (Wasser). In Bezug auf verfügbare Reduktionsmittel ist Harnstoff fertig verfügbar und ein ungefährliches Produkt. Während bereits bisher eine wäßrige Lösung aus Harnstoff als Reduktionsmittel verwendet wurde, ist die Technik der Vorerwärmung oder Überhitzung neu.


Anspruch[de]
Harnstoff-Katalysesystem zur Optimierung der Abgasnachbehandlung eines Verbrennungsmotors nach dem Verfahren der selektiven katalytischen Reduktion mit einer Harnstoffversorgung (21) für eine Harnstofflösung, Zuführmitteln, die die Harnstofflösung an einem Einspritzort dem Abgasstrom zuführen, und einer Heizvorrichtung (23), dadurch gekennzeichnet, daß die Heizvorrichtung (23) zwischen der Harnstoffversorgung (21) und dem Einspritzort angeordnet ist und die Harnstofflösung vor der Zuführung in den Abgasstrom vorwärmt. Harnstoff-Katalysesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine strömungstechnisch mit der Harnstoffversorgung (21) gekoppelte Förderpumpe (22) vorgesehen ist, wobei, vorzugsweise, die Heizvorrichtung (23) zwischen der Förderpumpe (22) und dem Einspritzort angeordnet ist. Harnstoff-Katalysesystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einspritzdüse (24) als Zuführmittel vorgesehen ist und daß die Einspritzdüse (24) strömungstechnisch vor dem Einspritzort angeordnet ist. Harnstoff-Katalysesystem nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizvorrichtung (23) eine Glühkerze (34) aufweist. Harnstoff-Katalysesystem nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärmung der Harnstofflösung einen überhitzten Zustand der Harnstofflösung herbeiführt. Harnstoff-Katalysesystem nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Abgasstrom ein Katalysatormittel vorgesehen ist und daß der Einspritzort stromaufwärts des Katalysatormittels vorgesehen ist. Harnstoff-Katalysesystem nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung eine Mischung aus Harnstoff und Wasser, vorzugsweise aus etwa 32,5% Harnstoff und etwa 67,5% Wasser ist. Harnstoff-Katalysesystem nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung auf etwa 130°C bis etwa 220°C, vorzugsweise auf etwa 200°C erwärmt wird. Verfahren zur Reduktion von Stickoxiden im Abgas eines Verbrennungsmotors nach der Methode der selektiven katalytischen Reduktion, bei dem eine Harnstofflösung aus einer Harnstoffversorgung (21) an einem Einspritzort dem Abgas zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung vor dem Zuführen in den Abgasstrom zwischen der Harnstoffversorgung (21) und dem Einspritzort vorgewärmt wird. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung mittels einer Einspritzdüse (24) in das Abgas eingespritzt wird. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung auf einen überhitzten Zustand vorgewärmt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung auf etwa 130°C bis etwa 220°C, vorzugsweise auf etwa 200°C, vorgewärmt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Harnstofflösung strömungstechnisch oberhalb eines Katalysatormittels, vorzugsweise im wesentlichen unmittelbar vor dem Katalysator, eingespritzt wird.






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