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Dokumentenidentifikation DE102006051660A1 31.05.2007
Titel Bogenbremse
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Möhringer, Markus, 69469 Weinheim, DE
DE-Anmeldedatum 02.11.2006
DE-Aktenzeichen 102006051660
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse B65H 29/68(2006.01)A, F, I, 20061102, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Bogenbremse zum Bremsen eines Bogens (2) aus Bedruckstoff umfasst einen Bremskörper (12) mit einer Rotationsachse (14).
Der Bremskörper (12) weist eine Axialkurve (37) auf und/oder hat eine bezüglich der Rotationsachse (14) nicht-rotationssymmetrische Außenkontur.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Bogenbremse zum Bremsen eines Bogens aus Bedruckstoff, welche mindestens einen Bremskörper mit einer Rotationsachse umfasst, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In EP 1 136 409 B1 ist eine solche Bogenbremse beschrieben. Diese Bogenbremse des Standes der Technik ist jedoch nur zum Abbremsen von Probe- und Fehlerbogen geeignet.

In DE 195 43 963 C1 ist ebenfalls eine der eingangs genannten Gattung entsprechende Bogenbremse beschrieben. Bei dieser Bogenbremse des Standes der Technik ist aber ein Saugluftanschluss erforderlich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bogenbremse zu schaffen, für die kein Saugluftanschluss erforderlich ist. Diese Aufgabe wird durch eine Bogenbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Bogenbremse zum Bremsen eines Bogens aus Bedruckstoff, welche einen Bremskörper mit einer Rotationsachse umfasst, ist dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper eine Axialkurve aufweist und/oder eine bezüglich seiner Rotationsachse nicht-rotationssymmetrische Umfangs- und Außenkontur. Demgemäß kann der Bremskörper als ein Klemmrad ausgebildet sein, das einen Kreis als die Außenkontur aufweist. Hierbei kann die Rotationsachse exzentrisch relativ zum Mittelpunkt des Kreises versetzt sein, so dass sich dadurch die Nicht-Rotationssymmetrie ergibt. Gemäß einer weiteren Variante, bei der sich die Rotationsachse genau im Mittelpunkt des Kreises befindet, kann der die Umfangslinie des Klemmrades bildende Kreis eine z. B. sehnenartige Abflachung aufweisen, durch welche sich die Nicht-Rotationssymmetrie ergibt. Gemäß noch einer weiteren Variante kann der Bremskörper als ein um die Rotationsachse schwenkbarer und entlang der Rotationsachse verstellbarer Klemmfinger bzw. -hebel ausgebildet sein. Im Gegensatz zu einer Radialkurve, bei welcher definitionsgemäß die Höhe des Kurvenprofils in zur Rotationsachse senkrechter Richtung zu messen ist, ist bei einer Axialkurve die Höhe des Kurvenprofils in zur Rotationsachse paralleler Richtung zu messen.

Für die erfindungsgemäße Bogenbremse ist kein Saugluftanschluss erforderlich; sie kann ohne Saugluft betrieben werden. Ein Zusatzvorteil der erfindungsgemäßen Bogenbremse ist darin zu sehen, dass sie zum Abbremsen von Gutbogen und nicht nur von Probe- und Fehlerbogen geeignet ist.

In den Unteransprüchen sind Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Bogenbremse genannt.

Bei einer Weiterbildung sind der Bremskörper und ein dem Bremskörper beigeordnetes Klemmrad derart miteinander gepaart, dass beim Bremsen der Bogen zwischen dem Bremskörper und dem Klemmrad von diesen beiden Bauteilen eingeklemmt wird.

Bei einer weiteren Weiterbildung sind die Rotationsachse des Bremskörpers und eine Rotationsachse des Klemmrades zueinander winklig, d. h. nicht parallel, orientiert. Vorzugsweise stehen die beiden Rotationsachsen zueinander im rechten Winkel und erstrecken sie sich in ein und derselben vertikalen Ebene.

Bei einer weiteren Weiterbildung sind der Bremskörper und das Klemmrad miteinander über ein Getriebe rotativ gekoppelt. Vorzugsweise ist dieses Getriebe ein Zahnradgetriebe mit zueinander im rechten Winkel stehenden Radachsen. Das Zahnradgetriebe kann beispielsweise ein Schneckenradgetriebe oder ein Schraubenstirnradgetriebe oder ein Kegelradgetriebe sein.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist der Bremskörper durch eine Feder belastet. Dabei ist der Bremskörper durch die Feder vorzugsweise in Richtung der Rotationsachse des Bremskörpers belastet. Die Feder kann eine Luftfeder sein, d. h. eine pneumatische Feder oder eine Gasdruckfeder.

Zur Erfindung gehört auch eine Druckmaschine, welche mit der erfindungsgemäß oder einer der Weiterbildungen entsprechend ausgebildeten Bogenbremse ausgestattet ist.

Ebenso gehört in den Rahmen der Erfindung ein Verfahren zum Bremsen eines Bogens aus Bedruckstoff, nach welchem Verfahren die erfindungsgemäße Bogenbremse arbeitet.

Weitere konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigen:

1 eine Bogendruckmaschine,

2 eine Bogenbremse der Bogendruckmaschine,

3 eine Draufsicht und eine Seitenansicht einer Bremseinheit der Bogenbremse während einer ersten Bremsphase,

3a + 3b Darstellungen entsprechend der Schnittlinien IIIa-IIIa und IIIb-IIIb in 3,

4 eine Draufsicht und eine Seitenansicht der Bremseinheit während einer zweiten Bremsphase,

4a + 4b Darstellungen entsprechend der Schnittlinien IVa-IVa und IVb-IVb in 4,

5 eine Draufsicht und eine Seitenansicht der Bremseinheit während einer dritten Bremsphase und

5a + 5b Darstellungen entsprechend der Schnittlinien Va-Va und Vb-Vb in 5.

1 zeigt eine Druckmaschine 1 zum Bedrucken von Bogen 2 aus Bedruckstoff. Die Druckmaschine 1 umfasst einen Ausleger 3 mit einem Kettenförderer 4, der die Bogen 2 in eine Laufrichtung 5 zu einem Stapel 6 hin transportiert. Der Kettenförderer 4 umfasst Greiferbrücken 7 zum Festhalten der Bogen 2 an deren Vorderkanten. In die Laufrichtung 5 gesehen vor dem Stapel 6 befindet sich eine Bogenbremse 8, welche den jeweiligen Bogen 2 vor dessen Ablage auf den Stapel 6 abbremst. Die Vorderkante des Bogens 2 wird von der jeweiligen Greiferbrücke 7 noch festgehalten, wenn der Bogen 2 mit der Bogenbremse 8 in Kontakt kommt.

2 zeigt die Bogenbremse 8 aus der Perspektive II (vgl. 1), wobei erkennbar ist, dass die Bogenbremse 8 nur zwei Bremseinheiten 9 umfasst, die zueinander spiegelbildlich aufgebaut sind und beim Bremsen des Bogens 2 dessen druckfreie Seitenränder kontaktieren. Die Bremseinheiten 9 sind aufeinander zu und voneinander weg verstellbar gelagert, um der Bogenbreite entsprechend formateingestellt werden zu können, wie dies mit Pfeilen 10 symbolisch dargestellt ist.

3 zeigt den Ausschnitt III (vgl. 2) in vergrößerter Darstellung. Ein erstes Klemmrad 11 zum beim Bremsen des Bogens 2 erfolgenden Einklemmen desselben befindet sich unterhalb des Bogens 2 und ein zweites Klemmrad 12, welches beim Bremsen den Bogen 2 gegen das erste Klemmrad 11 drückt und auch als Bremskörper bezeichnet werden kann, befindet sich oberhalb des Bogens 2. Eine geometrische Rotationsachse 13 des ersten Klemmrades 11 und eine geometrische Rotationsachse 14 des zweiten Klemmrades 12 erstrecken sich entlang ein und derselben Ebene und zueinander nicht-parallel. Die Rotationsachsen 13, 14 sind zueinander rechtwinklig ausgerichtet, wobei die Rotationsachse 13 des ersten Klemmrades 11 eine Horizontalachse ist und die andere Rotationsachse 14 eine Vertikalachse ist.

3a zeigt die Bremseinheit 9 entsprechend der Schnittlinien IIIa-IIIa (vgl. 3) geschnitten und 3b entsprechend der Schnittlinie IIIb-IIIb, wobei erkennbar ist, dass eine Schnecke 15 mit dem ersten Klemmrad 11 koaxial verbunden ist. Die Schnecke 15 ist über eine erste Welle 16 mit dem ersten Klemmrad 11 drehfest verbunden und kämmt mit einem Schneckenrad 17, welches über eine zweite Welle 18 koaxial und drehfest mit einem ersten Zahnrad 19 verbunden ist. Die Schnecke 15 und das Schneckenrad 17 bilden ein Getriebe 40 zum rotativen Koppeln der Klemmräder 11, 12 miteinander. Das Schneckenrad 17, die zweite Welle 18 und das erste Zahnrad 19 haben eine geometrische Rotationsachse 20, die eine Vertikalachse ist und parallel mit der Rotationsachse 14 des zweiten Klemmrades 12 verläuft, und sind mittels Wälzlagern 21 drehbar in einem Hauptgestell 22 der Bremseinheit 9 gelagert.

Anstatt der Schnecke 15 und des Schneckenrades 17 könnten auch zwei miteinander kämmende Schraubenstirnräder angeordnet sein, wobei das Getriebe 40 nicht als Schneckengetriebe, sondern als Schraubenstirnradgetriebe ausgebildet wäre.

Unabhängig davon, ob es sich bei den mit den Bezugszeichen 15, 17 bezeichneten Zahnrädern entweder um die Schnecke und das Schneckenrad oder um die Schraubenstirnräder handelt, sind die Rotationsachsen 13, 20 dieser beiden Zahnräder zueinander rechtwinklig und sich kreuzend und nicht schneidend orientiert. Das erste Zahnrad 19 kämmt mit einem zweiten Zahnrad 23, das über eine dritte Welle 24 koaxial und drehfest mit dem zweiten Klemmrad 12 verbunden ist. Das zweite Klemmrad 12, das zweite Zahnrad 23 und die dritte Welle 24 sind mittels Wälzlagern 25 drehbar in einem Hilfsgestell 26 gelagert.

Das Hilfsgestell 26 und das darin axial gesicherte zweite Klemmrad 12 sind durch eine Feder 27 derart in Richtung der Rotationsachse 14 des zweiten Klemmrades 12 belastet, dass durch die Feder 27 das zweite Klemmrad 12 zum ersten Klemmrad 11 hin gedrängt wird und beim Bremsen des Bogens 2 auf dessen Oberseite gedrückt wird. Die Feder 27 ist eine Luftfeder, welche folgendermaßen ausgebildet ist: Das vertikal in einer Linearführung 28 des Hauptgestells 22 verschiebbar gelagerte Hilfsgestell 26 ist an seinem dem zweiten Klemmrad 12 abgewandten Ende mit einem Kolben 29 versehen, der mit Druckluft beaufschlagbar ist, die sich in einer Expansionskammer 30 zwischen dem Hauptgestell 22 und dem Kolben 29 befindet. Die von der Druckluft, d. h. von der Feder 27, bewirkte Verschiebung des Hilfsgestells 26 relativ zur ersten Welle 15 wird durch ein in das Hilfsgestell 26 eingebrachtes Langloch 36 (vgl. 3a) ermöglicht, welches von der ersten Welle 15 durchgriffen wird und sich vertikal längserstreckt, und außerdem durch eine gerade Stirnverzahnung (Geradverzahnung) des ersten Zahnrades 19 und des zweiten Zahnrades 23, dessen Zähne beim axialen Verschieben entlang der Zähne des ersten Zahnrades 19 gleiten.

Ein Druckluftanschluss der Expansionskammer 30 ist aus Gründen besserer Übersichtlichkeit zeichnerisch nicht mit dargestellt. Ebenso ist die in den 3a und 3b dargestellte Greiferbrücke 7 aus Gründen besserer Übersichtlichkeit in der 3 nicht mit dargestellt.

4 ist eine Darstellung, welche bis auf eine gegenüber 3 veränderte Drehwinkelstellung des zweiten Klemmrades 12 der 3 entspricht. In 4 sind Wälzlager 31, mittels denen die erste Welle 16 und somit die Schnecke 15 und das erste Klemmrad 11, die auf der ersten Welle 16 fest sitzen, drehbar in dem Hilfsgestell 26 (vgl. 3a) gelagert sind, dargestellt. Die erste Welle 16 ist über eine Kupplung 32 mit einem elektrischen Motor 33 bzw. dessen Motorwelle 34 drehfest verbunden. Aus 4 geht hervor, dass das zweite Klemmrad 12 umfangsseitig nur eine Abflachung 35 aufweist, welche sich in zwei Quadranten des zweiten Klemmrades 12 erstreckt. Durch die Abflachung 35 erhält das zweite Klemmrad 12 eine bezüglich seiner Rotationsachse 14 nicht-rotationssymmetrische Außenkontur 39. Die Abflachung 35 hat einen Krümmungsradius R, welcher größer als ein Krümmungsradius r des übrigen Umfangsbereiches des zweiten Klemmrades 12 ist und der in Abweichung von 4 unendlich groß sein könnte, wobei die Abflachung 35 sehnenförmig verlaufen würde.

4a und 4b entsprechen den Schnittlinien IVa-IVa und IVb-IVb in 4 und zeigen, dass das zweite Klemmrad 12 auf seiner Unterseite eine Schräge in Form einer Axialkurve 37 hat. Das zweite Klemmrad 12 ist im Bereich der Abflachung 35 mit einer Dicke d am dünnsten und im der Abflachung 35 gegenüber liegenden Bereich mit einer Dicke D am dicksten. Die Dicke D beträgt ein Mehrfaches der Dicke d. Die Dicken D, d gehören zu einem Kurvenprofil der Axialkurve 37 und sind in zur Rotationsachse 14 paralleler Richtung zu messen. Die Axialkurve 37 steigt mit in etwas sinusförmig geschwungenem Verlauf von dem die Dicke d aufweisenden Bereich zu dem die Dicke D aufweisenden Bereich hin an. Die Axialkurve 37 bildet eine Bremsfläche, die den Bogen beim Bremsen kontaktiert, und hat eine Oberfläche mit einem Reibbeiwert, der geringer als ein Reibbeiwert, welchen eine Umfangsoberfläche des ersten Klemmrades 11 aufweist, die aus Gummi oder einem gummielastischen Kunststoff besteht.

Die Bogenbremse 8 funktioniert folgendermaßen:

Die 3, 3a und 3b zeigen eine erste Phase des Bremsvorganges, in welcher die Greiferbrücke 7 die Vorderkante des Bogens 2 oberhalb des zweiten Klemmrades 12 an diesem vorbeiführt. Dabei hängt der Bogen 2 durch, so dass sich der hintere Bogenabschnitt in etwa auf der Höhe des obersten Umfangspunktes des ersten Klemmrades 11 befindet. Zwischen der Vorderkante und dem hinteren Bogenabschnitt erstreckt sich ein vorderer Bogenabschnitt, der von der Vorderkante zum hinteren Bogenabschnitt hin abfällt und sich in Gegenüberlage mit den Klemmrädern 11, 12 befindet. Dabei befindet sich das zweite Klemmrad 12 in einer Drehwinkelstellung, in der die Abflachung 35 dem Bogen 2 zugewandt ist, so dass der vordere Bogenabschnitt das zweite Klemmrad 12 ohne mit diesem zu kollidieren passieren kann.

Die 4, 4a und 4b illustrieren eine zweite Phase des Bremsvorganges, in welcher sich die Klemmräder 11, 12 drehen und dabei der Seitenrand des Bogens 2 auf dessen Oberseite von der Axialkurve 37 kontaktiert wird, so dass das zweite Klemmrad 12 mittels der Axialkurve 37 den Bogen 2 im Laufe der Räderdrehung allmählich nach unten und gegen das erste Klemmrad 11 drückt. Dabei drehen sich die Klemmräder 11, 12 mit dem Bogen 2 gleichläufig, d. h. bezüglich der 4 dreht sich das zweite Klemmrad 12 im Uhrzeigersinn und bezüglich der 4a und 4b dreht sich das erste Klemmrad 11ebenfalls im Uhrzeigersinn. Dabei wird die gemeinsame Rotation der Klemmräder 11, 12 vom Motor 33 angetrieben, welcher über die erste Welle 16 das erste Klemmrad 11 rotiert und dabei auch die Schnecke 15 rotiert. Die Schnecke 15 treibt dabei das Schneckenrad 17 an, welches infolgedessen über die zweite Welle 18 das erste Zahnrad 19 rotiert. Das zweite Zahnrad 23 wird vom ersten Zahnrad 19 angetrieben und treibt über die dritte Welle 24 das zweite Klemmrad 12 an.

Wenn sich das zweite Klemmrad 12 so weit gedreht hat, dass die Abflachung 35 in die Laufrichtung 15 des Bogens 2, also zum Stapel 6 (vgl. 1) hin, zeigt und sich die axiale Kurve 37 mit dem die Dicke D aufweisenden Umfangsbereich über die Seitenkante des Bogens 2 zu schieben beginnt, wird der Bogen 2 zunehmend fester zwischen den Klemmrädern 11, 12 eingeklemmt. Der durch den die geringere Dicke d aufweisenden Umfangsbereich des zweiten Klemmrades 12 gegebene Spalt zwischen dem ersten Klemmrad 11 und dem zweiten Klemmrad 12, in welchem Spalt sich der Seitenrand des Bogens 2 befindet, verengt sich infolge der Drehung des zweiten Klemmrades 12 in zunehmendem Maße. Der Bogen 2 wird dabei zwischen der die Axialkurve 37 aufweisenden Unterseite des zweiten Klemmrades 12 – also nicht dessen Umfangsfläche – und der Umfangsfläche des ersten Klemmrades 11 eingeklemmt. Die Feder 27 wird gespannt, d. h. die sich in der Expansionskammer 30 befindende Luft wird komprimiert, sobald der die Dicke D aufweisende Umfangsbereich auf den Bogen 2 zu drücken beginnt. Dabei wird das Hilfsgestell 26 geringfügig angehoben. Die vom zweiten Klemmrad 12 auf den Bogen 2 ausgeübte Klemmkraft ist durch die Wahl der Vorspannung der Feder 27 – d. h. durch die Voreinstellung des Druckes der Druckluft, mit welcher die Expansionskammer 30 beaufschlagt wird – präzise bestimmt.

Zeichnerisch aus Vereinfachungsgründen nicht mit dargestellt ist eine Justiereinrichtung, mittels welcher das zweite Klemmrad 12 in Abhängigkeit von möglicherweise von Druckauftrag zu Druckauftrag verschiedenen Dicken des Bogens 2 entlang der dritten Welle 24 verstellt werden kann.

In den 5, 5a und 5b ist eine dritte Phase des Bremsvorganges dargestellt, wobei 5 mit den 3 und 4 korrespondiert und 5a mit den 3a und 4a korrespondiert und 5b mit den 3b und 4b korrespondiert. In der dritten Phase hat das zweite Klemmrad 12 eine Drehwinkelstellung erreicht, in der die Abflachung 35 vom Bogen 2 abgewandt ist und sich der die Dicke D aufweisende Umfangsbereich in maximaler Überdeckung mit dem Bogenseitenrand befindet. Dabei übt das zweite Klemmrad 12 eine von der Feder 27 (vgl. 3a) bestimmte Normalkraft auf den Bogen 2 aus, welcher in dieser dritten Phase an seiner Vorderkante von der Greiferbrücke 7 losgelassen wird. In etwa gleichzeitig mit dem Freigeben des Bogens 2 durch die Greiferbrücke 7 beginnt die eigentliche Verzögerung des Bogens 2. Bis zu diesem Moment hat der Motor 33 die Klemmräder 11, 12 der Transportgeschwindigkeit der Greiferbrücke 7 angepasst rotiert, so dass Schlupf bzw. Reibung zwischen den Klemmrädern 11, 12 und dem Bogen 2 im Wesentlichen vermieden worden ist. Ab dem Moment der einsetzenden Bogenverzögerung rotiert der Motor 33 die Klemmräder 11, 12 wesentlich langsamer oder gar nicht mehr, so dass die Reibung des sich aufgrund seiner Massenträgheit weiter in die Laufrichtung 5 bewegenden Bogens 2 an den Klemmrädern 11, 12 zunimmt, wodurch der Bogen 2 auf die erforderliche Ablagegeschwindigkeit abgebremst wird, die der Bogen 2 aufweisen muss, wenn er gegen einen Vorderkantenanschlag 38 prallt und exakt auf dem Stapel 6 zu liegen kommt. Der Motor 33 und damit die Klemmräder 11, 12 drehen sich somit während der beschriebenen Phasen des Abbremsens des Bogens 2 ungleichförmig.

1
Druckmaschine
2
Bogen
3
Ausleger
4
Kettenförderer
5
Laufrichtung
6
Stapel
7
Greiferbrücke
8
Bogenbremse
9
Bremseinheit
10
Pfeil
11
erstes Klemmrad
12
zweites Klemmrad
13
Rotationsachse
14
Rotationsachse
15
Schnecke
16
erste Welle
17
Schneckenrad
18
zweite Welle
19
erstes Zahnrad
20
Rotationsachse
21
Wälzlager
22
Hauptgestell
23
zweites Zahnrad
24
dritte Welle
25
Wälzlager
26
Hilfsgestell
27
Feder
28
Linearführung
29
Kolben
30
Expansionskammer
31
Wälzlager
32
Kupplung
33
Motor
34
Motorwelle
35
Abflachung
36
Langloch
37
Axialkurve
38
Vorderkantenanschlag
39
Außenkontur
40
Getriebe
D
Dicke
d
Dicke


Anspruch[de]
Bogenbremse (8) zum Bremsen eines Bogens (2) aus Bedruckstoff, welche einen Bremskörper (12) mit einer Rotationsachse (14) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (12) eine Axialkurve (37) aufweist und/oder eine bezüglich der Rotationsachse (14) nicht-rotationssymmetrische Außenkontur (39) hat. Bogenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (12) und ein Klemmrad (11) mit einer Rotationsachse (13) derart miteinander gepaart sind, dass zwischen ihnen beim Bremsen der Bogen (2) eingeklemmt wird. Bogenbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachsen (13, 14) des Bremskörpers (12) und des Klemmrades (11) zueinander winklig orientiert sind. Bogenbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (12) und das Klemmrad (11) miteinander über ein Getriebe (40) rotativ gekoppelt sind. Bogenbremse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (40) ein Schneckenradgetriebe oder Schraubensstirnradgetriebe oder Kegelradgetriebe ist. Bogenbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (12) durch eine Feder (27) belastet ist. Bogenbremse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (12) durch die Feder (27) axial belastet ist. Bogenbremse nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (27) eine Luftfeder ist. Druckmaschine (1), mit einer Bogenbremse (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.






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