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Dokumentenidentifikation DE102006055999A1 31.05.2007
Titel Umkarton für Artikelgruppen und Zuschnitt für einen Umkarton
Anmelder KRONES AG, 93073 Neutraubling, DE
Erfinder Unterseher, Josef, 83122 Samerberg, DE
DE-Anmeldedatum 24.11.2006
DE-Aktenzeichen 102006055999
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse B65D 5/18(2006.01)A, F, I, 20061124, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Zuschnitt und einen Umkarton aus Vollkartonmaterial für Artikelgruppen wie Flaschen oder dgl. mit einem Bodenabschnitt, daran an zwei gegenüberliegenden Seiten entlang Faltlinien angelenkten senkrechten Seitenflächen, einer an einer Seitenfläche angelenkten Deckelfläche und einer an der gegenüberliegenden Seitenfläche entlang einer Faltlinie verlaufenden Klebelasche, mittels Faltlinien an den Seitenflächen angeordneten Innenlaschen, am Bodenabschnitt über Faltlinien angelenkten unteren Außenlaschen und an der Deckelfläche mit Faltlinien angebrachten oberen Außenlaschen, wobei die Innenlaschen an ihren von den Faltlinien nach außen wegweisenden Rändern überstehende Zungen mit Einführschrägen aufweisen und die Zungen einer Innenlasche komplementär mit den Zungen einer gegenüberliegenden Innenlasche zusammenwirkend ausgebildet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Umkarton für Artikelgruppen wie Flaschen oder dgl. gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie einen Zuschnitt gemäß Anspruch 2.

Zum allseitigen Verpacken von Artikelgruppen wie Flaschen, Dosen oder dgl. werden mit Faltlinien versehene Zuschnitte aus Karton entsprechend der 1 in DE 40 18 140 C1 oder den 4 und 5 in EP 0 849 176 B1 verwendet, auf die im flachliegenden Zustand eine Artikelgruppe auf einen Bodenabschnitt geschoben und nachfolgend die Seitenflächen um ihre mit dem Bodenabschnitt gemeinsamen Faltlinien in eine vertikale Position hochgeklappt, die mit einer Faltlinie an einer Seitenfläche angelenkte Deckelfläche danach in eine Horizontalposition umgelegt und dann mit einer Klebelasche an der gegenüberliegenden Seitenfläche verklebt wird. Anschließend oder teilweise zeitgleich werden an den Seitenflächen ebenfalls über Faltlinien angelenkte Innenlaschen und am Bodenabschnitt bzw. der Deckelfläche angelenkte Außenlaschen um 90° Grad zu der Artikelgruppe hin eingeschlagen und verklebt, so dass ein im Wesentlichen allseits geschlossener Umkarton (wrap-around-Verpackung) entsteht.

Diese Verpackungsart ist weit verbreitet und lässt sich bei Zuschnitten aus Wellpappe gut in der vorhergehend beschriebenen Weise mit den bekannten Maschinen auch bei hohen Leistungen verarbeiten. Problematisch ist dagegen die Verarbeitung von Zuschnitten aus Vollkarton. Das im Vergleich zu Wellpappe wesentlich dünnwandigere Material besitzt keine vergleichbare Eigenstabilität und verursacht dadurch bedingt Ungenauigkeiten beim Formen und Verkleben eines gefalteten Umkartons.

So muss beispielsweise beim Verkleben der Deckelfläche mit der zugeordneten Klebelasche gewährleistet sein, dass die Abschlusskante der Deckelfläche zur Faltlinie der Klebelasche an ihrer Seitenfläche parallel und bündig verläuft. Um diese Parallelität auch bei Vollkartonmaterial zu gewährleisten, musste bislang beim Ankleben der Deckelfläche an der Klebelasche innen im Karton ein Blech als Gegenhalt bzw. Abstützung verwendet werden. Problematisch ist hierbei die Tatsache, dass das Blech dabei im Karton eingeschlossen wird und der Abstand zwischen Flaschenoberseite und der Kartondeckelfläche im Normalfall Null ist. Das anschließend erforderliche Herausziehen des Blechs beim Durchfahren der Maschine bremst den Karton bzw. verformt ihn. Dieses Blech muss zur Handhabung auskragend gebaut sein und ist dementsprechend labil. Bei mehreren Formaten in einer Maschine müssen die Bleche reproduzierbar gewechselt werden, was mit unerwünschtem Aufwand verbunden ist.

Das Verkleben der unteren Außenlaschen mit den dahinter liegenden Innenlaschen ist im Bodenbereich weitgehend unkritisch, da hier eine ausreichende Abstützung durch die hinter den Innenlaschen stehenden Flaschenrümpfe gegeben ist, um die Außenlaschen zur Erzielung einer guten Klebeverbindung gegen die Innenlaschen andrücken zu können. Schwieriger ist die gleiche Aufgabe bei den oberen Außenlaschen, da hier infolge der verjüngten, einen geringeren Außendurchmesser aufweisenden Flaschenhälse eine Abstützung bzw. ein Gegenhalt hinter den Innenlaschen fehlt und die Innenlaschen wegen ihrer Instabilität nicht geeignet sind, beim Anpressen der Außenlaschen einen genügend großen Gegendruck aufzubauen. Eine einwandfreie Verleimung ist somit schwierig zu realisieren, denn der Gegendruck entsteht nur durch die Biegesteifigkeit der Innenlaschen, die bei Vollkartonmaterial nur gering ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Umkarton und einen Zuschnitt hierfür aus Vollkarton anzugeben, der durch eine genaue Formung und gute Verklebung in einer Verpackungsmaschine herstellbar ist.

Gelöst wird die Aufgabe den Umkarton betreffend durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 und den Zuschnitt betreffend durch das Kennzeichen des Anspruchs 2.

Dadurch, dass die Innenlaschen erfindungsgemäß nun an ihren im eingeschlagenen Zustand zueinander weisenden Rändern vorstehende Zungen mit Einführschrägen aufweisen, kann nun zwischen diesen Rändern zweier benachbarter Innenlaschen eine federnde Verbindung hergestellt werden, indem die Zungen beispielsweise einer linken Innenlasche hinter der Innenfläche der gegenüberliegenden rechten Innenlasche flächig zur Anlage kommen und umgekehrt die Zungen der rechten Innenlasche an der Außenseite der linken Innenlasche federnd anliegen, so dass die freien Ränder der beiden zueinander weisenden Innenlaschen federelastisch durch den verzahnenden Formschluss der Zungen verbunden sind und dadurch vorteilhafterweise bei einer Druckbeaufschlagung von außen über die Außenlaschen durch die erhöhte Stabilität der gekoppelten Innenlaschen einen größeren Gegendruck aufzubauen vermögen. Beim Verkleben der gegen die Innenlaschen gedrückten (oberen) Außenlaschen entsteht somit ein besserer Gegenhalt, allein durch die erfindungsgemäß mit Zungen versehenen Innenlaschen. Somit ist eine stabile, belastbare Verleimung möglich.

Zudem richtet sich der Karton während des Faltvorgangs selbsttätig aus und behält seine (rechtwinklige) Form bei. Es kann dabei weder eine Trapezform noch ein Parallelogramm entstehen, da sich die Innenlaschen mit ihren Einführschrägen aufweisenden Zungen auch längs zu den Innenlaschenrändern gegeneinander abstützen und den rohrförmigem Teil des Kartons aussteifen, weil ein Verschieben der Ränder längs zueinander durch die aneinander annähernd fugenfrei angrenzenden bzw. anliegenden Zungen verhindert wird.

Beim Einschlagen, Verschließen und Verleimen des Deckels ist es nicht mehr notwendig, den Karton mit einem separaten Gegenhalter von innen abzustützen. Dies erfolgt durch die nun ausreichende Aussteifung mittels der verzahnten Innenlaschen, die schon vor dem Umklappen und Anpressen des Deckels auf die Klebelasche eingeschlagen und über ihre Zungen formschlüssig verbunden werden können.

Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren erläutert. Es zeigt:

1 zwei ebene Faltkartonzuschnitte mit unterschiedlich ausgebildeten Zungen

2 einen aus einem Faltkartonzuschnitt nach 1 geformten Umkarton.

In 1 oben ist ein flachliegender Zuschnitt aus Vollkarton zur Formung eines allseits geschlossenen Umkartons für Getränkeflaschen oder dgl. Gefäße dargestellt. Er besteht aus mehreren Flächenabschnitten, die an Faltlinien aneinander grenzen. Dies sind im Einzelnen von links nach rechts gesehen eine Deckelfläche D, eine Seitenfläche S1, ein Bodenabschnitt B, eine Seitenfläche S2 und eine Klebelasche K. An der Deckelfläche D befinden sich zu beiden Seiten jeweils obere Außenlaschen Ao; in gleicher Weise am Bodenabschnitt B untere Außenlaschen Au.

An den Seitenflächen S1 und S2 befinden sich beiderseits angeordnete Innenlaschen I1 und I2. Diese Innenlaschen weisen an ihren von den mit den Seitenflächen S1 bzw. S2 gemeinsamen Faltlinien nach außen wegweisenden Rändern R überstehende Zungen Z1 bzw. Z2 mit seitlichen Einführschrägen E auf. Die Zungen Z1 von I1 sind zu den Zungen Z2 von I2 seitlich soweit versetzt, dass diese im fertig eingeklappten Zustand der Innenlaschen I1 und I2 eines gefalteten Umkartons unmittelbar nebeneinander annähernd ohne Zwischenabstand längs zu den äußeren Rändern der Innenlaschen positioniert sind und fast aneinander stoßen. Während die Ränder einer eingeklappten Innenlasche I1 und I2 sich Stoß an Stoß gegenüberliegen, hinterfassen die Zungen Z1 den Rand von I2 beispielsweise an der Innenseite und die Zungen Z2 den Rand von I1 an der Außenseite. Dadurch sind die zueinander weisenden Ränder beider Innenklappen I1 und I2 über die biegeelastischen, paarweise komplementär zusammenwirkenden Zungen Z1 und Z2 verzahnt und federnd gekoppelt, wenn beide Seitenflächen S1 und S2 aufgefaltet und die Innenlaschen I1 und I2 nach innen eingeschlagen sind. Diese Situation ist aus den Abbildungen der 2 erkennbar, wobei die untere Abbildung ein Detail in vergrößerter Darstellung wiedergibt.

Die untere Abbildung in 1 unterscheidet sich nur durch eine anderer Geometrie der Zungen. Abweichend von den gezeigten Zungenausführungen wäre auch eine dreieckige Zungenausbildung mit nach außen gerichteter Spitze denkbar. Diese Zungen sollten zumindest an dem der oberen Außenklappen zugeordneten Bereichen der Innenklappen vorhanden sein.


Anspruch[de]
Umkarton aus Vollkartonmaterial für Artikelgruppen wie Flaschen oder dgl. mit einem Bodenabschnitt, daran an zwei gegenüberliegenden Seiten entlang Faltlinien angelenkten senkrechten Seitenflächen, einer an einer Seitenfläche angelenkten Deckelfläche und einer an der gegenüberliegenden Seitenfläche entlang einer Faltlinie verlaufenden Klebelasche, mittels Faltlinien an den Seitenflächen angeordneten Innenlaschen, am Bodenabschnitt über Faltlinien angelenkten unteren Außenlaschen und an der Deckelfläche mit Faltlinien angebrachten oberen Außenlaschen, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenlaschen an ihren von den Faltlinien nach außen wegweisenden Rändern überstehende Zungen mit Einführschrägen aufweisen und die Zungen einer Innenlasche komplementär mit den Zungen einer gegenüberliegenden Innenlasche zusammenwirkend ausgebildet sind. Zuschnitt aus Vollkartonmaterial für einen Umkarton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenlaschen an ihren von den Faltlinien nach außen wegweisenden Rändern überstehende Zungen mit Einführschrägen aufweisen und die Zungen einer Innenlasche komplementär zu den Zungen einer gegenüberliegenden Innenlasche ausgebildet sind.






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