PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19834867B4 31.05.2007
Titel Einspritzdüse für eine direkt einspritzende Brennkraftmaschine
Anmelder AVL List GmbH, Graz, AT
Erfinder Bürgler, Ludwig, Dipl.-Ing., Graz, AT
Vertreter Patentanwälte Meldau - Strauß - Flötotto, 33330 Gütersloh
DE-Anmeldedatum 01.08.1998
DE-Aktenzeichen 19834867
Offenlegungstag 11.02.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse F02M 47/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02M 45/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F02M 45/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einspritzdüse für eine direkt einspritzende Brennkraftmaschine, insbesondere eine Diesel-Brennkraftmaschine, mit einer in einem Düsenkörper axial verschiebbaren Hohlnadel, die eine erste Gruppe von Spritzöffnungen ansteuert, und einer in der Hohlnadel konzentrisch angeordneten, in Schließrichtung durch eine Feder belasteten Innennadel, die eine zweite Gruppe von Spritzöffnungen ansteuert, und mit einem auf zumindest eine der beiden Ventilnadeln in Schließrichtung wirkenden, mit Flüssigkeit, insbesondere Kraftstoff beaufschlagten Steuerkolben, wobei sowohl die Hohlnadel als auch die Innennadel durch Kraftstoffdruck geöffnet werden, wobei die Hohlnadel zumindest in ihrer Schließstellung mit dem Steuerkolben verbunden ist.

Bei heutigen direkt einspritzenden Dieselmotoren besteht der Zielkonflikt zwischen der Erfüllung der vom Gesetzgeber geforderten besonders niedrigen Abgasemissionen in einem bestimmten Testzyklus einerseits und dem Wunsch nach hoher Leistung andererseits. Für die Erfüllung der Abgasgrenzwerte ist die Anwendung eines kleinen Spritzlochquerschnittes im Testzyklus – also bei eher niedrigen Lasten und Drehzahlen – eine sehr effektive Maßnahme. Dem entgegen steht allerdings eine stark reduzierte, mögliche Leistungsausbeute im Bereich der Nennleistung. Um eine höhere Leistungsausbeute zu erreichen, wäre eher eine Vergrößerung des Spritzlochquerschnittes von Vorteil. Dies gilt allgemein, insbesondere aber für Motoren mit Speichereinspritzsystemen (Common-Rail-Systemen).

Aus der DE 27 11 393 A1 ist eine Kraftstoffeinspritzdüse der eingangs genannten Art bekannt, bei der die volle Schließkraft der Innennadel und der Hohlnadel jeweils durch eine eigene Feder aufgebracht werden. Sowohl die Hohlnadel, als auch die Innennadel werden vom Kraftstoffdruck geöffnet. Bei Erreichen des für die Hohlnadel ausreichenden Kraftstoffdruckes wird diese von ihrem Ventilsitz angehoben, wodurch eine erste Gruppe von Spritzöffnungen aufgesteuert wird. Bei größeren Fördermengen wird bei Erreichen eines bestimmten, höheren Druckes die Innennadel von ihrem Sitz angehoben und steuert eine zweite Gruppe von Spritzöffnungen zur Einspritzquerschnittsvergrößerung auf. Nach Zurücklegung eines vordefinierten Hubes stößt die Innennadel an einen Anschlag. Das Schließen und Öffnen der Innennadel kann zusätzlich noch durch einen Steuerkolben beeinflusst werden. Eine aktive, vom Kraftstoffdruck unabhängige Steuerung der Hohlnadel ist nicht möglich. Dadurch ist diese Einspritzdüse nicht geeignet, um bei einem Speichereinspritzsystem eine motorkennfeldabhängige Veränderung des Spritzlochquerschnittes zu erreichen.

Die DE 41 15 477 A1 beschreibt eine Einspritzdüse für eine Brennkraftmaschine mit einer Hohlnadel, die eine erste Gruppe von Spritzöffnungen ansteuert und von einer ersten Feder in Richtung ihrer Schließstellung belastet ist. In der Hohlnadel ist konzentrisch eine Innennadel angeordnet, die von einer zweiten Feder in Richtung ihrer Schließstellung belastet ist. Die beiden Nadeln sind in Abhängigkeit vom Motorzustand getrennt ansteuerbar. Dies geschieht dadurch, dass mindestens eine der Nadeln mit einem in einem Zylinder beweglichen Kolben verbunden ist, wobei der Zylinderraum über ein Schaltorgan mit dem Einspritzdruck beaufschlagbar ist.

Die US 3,610,529 A offenbart eine Einspritzvorrichtung mit einer Düsennadel, welche durch Kraftstoffdruck entgegen einer Feder und entgegen eines hydraulischen Schließdruckes geöffnet werden kann.

Aus der US 4,151,958 A ist eine Einspritzvorrichtung mit einer Hohlnadel und einer darin angeordneten Innennadel bekannt, wobei die Innennadel durch eine Schließfeder in eine Schließstellung gedrückt wird. Unter Kraftstoffeinwirkung kann die Innennadel unabhängig von der Hohlnadel geöffnet werden. Nachteilig ist, dass die Schließfeder für die Innennadel relativ klein dimensioniert ist, wodurch ein sicheres Schließen nicht in jedem Betriebszustand gewährleistet ist.

Es ist die Aufgabe der Erfindung diese Nachteile zu vermeiden und eine Einspritzdüse zu entwickeln, bei der auf möglichst einfache Weise der Spritzlochquerschnitt in Abhängigkeit des Motorkennfeldes, insbesondere bei einem Speichereinspritzsystem, verändert werden kann. Insbesondere soll ein sicheres Schließen der Innennadel gewährleistet sein.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Feder über ein die Hohlnadel kreuzendes Druckstück auf die Innennadel einwirkt. Dadurch ist es möglich, die Hohlnadel unabhängig vom angelegten Kraftstoffdruck zu steuern. Die Hohlnadel wird dabei vom Steuerkolben in geschlossener Stellung gehalten, und es erfolgt keine Einspritzung. Beim Schalten des Steuerventils wird der Druck im an den Steuerkolben grenzenden Steuerraum soweit reduziert, dass die Hohlnadel von ihrem Sitz angehoben wird, und die Einspritzung über die obere Lochreihe erfolgt.

Wenn der eingestellte Speicherdruck kleiner ist als der mittels der Federvorspannung der Feder eingestellte Öffnungsdruck der Innennadel, so bleibt die Innennadel stets geschlossen. Unter diesen Bedingungen ist die Funktion des Einspritzventils identisch mit der eines herkömmlichen Einspritzventils mit einer einzigen Ventilnadel für ein Speichereinspritzsystem. Wird der Speicherdruck hingegen so weit erhöht, dass der durch die Federvorspannung der Feder bestimmte Öffnungsdruck überschritten wird, so öffnet die Innennadel unmittelbar nach dem Öffnen der Hohlnadel und die Einspritzung erfolgt über beide Gruppen von Spritzlochreihen.

In einer sehr einfachen Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass das Druckstück – in Richtung der Nadelachse betrachtet – balken-, stern- oder kreuzförmig ist, wobei die Hohlnadel entsprechende radiale Ausnehmungen für das Druckstück aufweist. Dabei kann weiters vorgesehen sein, dass die Hohlnadel im Bereich des Druckstückes gabelförmig ausgeführt ist und dieses umschließt oder durchdringt.

In einer vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung ist die Hohlnadel von der Innennadel mechanisch entkoppelt, wobei die Außennadel und die Innennadel voneinander unabhängig bewegt werden können.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Innennadel nach einem vordefinierten Öffnungshub mit der Außennadel und/oder den Steuerkolben mechanisch gekoppelt ist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das Druckstück nach einem vordefinierten Hub der Innennadel auf einem mit dem Steuerkolben verbundenen Druckkolben aufliegt. Zwischen dem Druckstück und dem Druckkolben ist bei geschlossener Einspritzdüse ein Spiel von wenigen hundertstel Millimeter eingestellt. Beim Öffnungsbeginn der Hohlnadel kann die Innennadel bereits nach einem geringen Hub der Hohlnadel zufolge des raschen Druckanstieges im Sitzbereich schnell öffnen, allerdings nur so lange, bis das Druckstück am Druckkolben zur Anlage kommt. In weiterer Folge bewegen sich beide Nadeln gemeinsam bis zum Hubanschlag der Hohlnadel. Beim Schließen wird zunächst die Innennadel vom Druckkolben über das Druckstück mit der Hohlnadel mitbewegt. Gegen Ende des Schließvorganges kommt es zu einem starken Druckabfall im Sitzbereich der Innennadel, wodurch ein beschleunigtes Schließen der Innennadel auftritt und das Druckstück durch die Feder vom Druckkolben abgehoben wird.

In einer weiteren sehr vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Hohlnadel nach einem vordefinierten Hub mit der Innennadel mechanisch gekoppelt ist, wobei vorzugsweise weiters vorgesehen ist, dass die Hohlnadel nach einem vordefinierten Hub am Druckstück aufliegt. Dadurch ist eine Einspritzverlaufsformung möglich. Die Hohlnadel beginnt dabei wie gewohnt bis zu einem bestimmten Hub zu öffnen, wodurch die Einspritzung nur über die erste Gruppe von Einspritzöffnungen erfolgt. Ab einem bestimmten Ventilhub liegt die Hohlnadel am Druckstück auf und nimmt die Innennadel mit, wodurch zusätzlich die untere Gruppe von Einspritzöffnungen geöffnet wird und die Einspritzrate signifikant gesteigert wird. Die Feder ist dabei mit einer relativ hohen Kraft vorgespannt, um eine Einspritzverlaufsformung bis zum normalen Speicherdruck im gesamten Motorkennfeld zu ermöglichen.

In bestimmten Fällen kann gewünscht sein, daß die Innennadel bei hohem Speicherdruck unmittelbar nach der Hohlnadel öffnet. Dies wird erreicht, wenn die Vorspannung der Feder entsprechend reduziert wird. Eine Einspritzverlaufsformung ist somit nur bis zu einem bestimmten Speicherdruck möglich. Das Schließen der Innennadel erfolgt in der bereits beschriebenen Weise.

Die Erfindung wird anhand der Figuren näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Einspritzdüse in einer ersten Ausführungsvariante,

2 und 3 weitere Ausführungsvarianten der Erfindung,

4 die Spitze der Einspritzdüse im Detail,

5a und 5b weitere Ausführungsvarianten der Einspritzdüse im Schnitt nach den Linien V-V in den 1 bis 3.

Funktionsgleiche Teile sind in den Ausführungsbeispielen mit gleichen Bezugszeichen versehen.

In einem kegeligen Bereich der Düsenspitze 2a der Einspritzdüse 1 ist eine erste Gruppe 4 und eine zweite Gruppe 5 von Einspritzöffnungen 6 vorgesehen. Die erste Gruppe 4 der Einspritzöffnungen 6 wird durch eine Hohlnadel 7 aufgesteuert. In der Hohlnadel 7 ist eine Innennadel 8 konzentrisch zur Nadelachse 2 angeordnet, welche Innennadel 8 die zweite Gruppe 5 der Einspritzöffnungen 6 ansteuert. Die Hohlnadel 7 ist mit einem Druckkolben 10 verbunden, welcher wiederum mit einem Steuerkolben 11 des elektro-hydraulischen Steuerteiles 12 in Verbindung steht. Die Innennadel 8 weist in ihrem der Düsenspitze 2a abgewandten Bereich ein Druckstück 13 auf, auf welches eine Feder 14 einwirkt. Um insbesondere bei abgefallenem Kraftstoffdruck die Hohlnadel 7 in einer genau definierten Schließstellung zu halten, kann eine beispielsweise auf den Druckkolben 10 wirkende Zusatzfeder 9 vorgesehen sein. Diese im Vergleich zur Feder 14 viel kleiner ausgelegte Zusatzfeder 9 hat im Normalbetrieb allerdings nur eine untergeordnete Wirkung und ist für die Funktion der Einspritzdüse 1 im Normalbetrieb nicht unbedingt erforderlich.

In den die Hohlnadel 7 umgebenden Düsenraum 15 des Düsenkörpers 3 mündet eine mit dem nicht weiter dargestellten Speichereinspritzsystem verbundene Einspritzleitung 16.

Der elektro-hydraulische Steuerteil 12 weist einen Steuerzylinder 17 auf, in welchem der Steuerkolben 11 axial verschiebbar ist. In dem vom Steuerzylinder 17 aufgespannten Steuerraum 18 mündet eine Hydraulikleitung 19, welche mit dem Speichereinspritzsystem verbunden sein kann. Der elektro-hydraulische Steuerteil 12 kann aber auch durch ein separates Hydrauliköl gespeist werden. Im Bereich der Mündung der Hydraulikleitung 19 ist eine Zulaufdrossel Z angeordnet. Der Steuerraum 8 steht weiters über eine Ablaufdrossel A mit einer nicht weiter dargestellten Leckölleitung in Verbindung. Der Öffnungsquerschnitt der Ablaufdrossel A wird über ein elektromagnetisch oder piezoelektrisch betätigbares Ventil 20 angesteuert.

Das Öffnungs- und Schließverhalten der Hohlnadel 7 wird durch die Auslegung der Zusatzfeder 9 vor allem aber durch die Auslegung der Querschnitte der Zulaufdrossel Z und der Ablaufdrossel A definiert. Die Schließkraft der Innennadel 8 wird – zumindest im geschlossenen Zustand – nur durch die Feder 14 aufgebracht, weshalb diese größer ausgelegt werden muß, als die Zusatzfeder 9.

Im Bereich des Druckstückes 13 der Innennadel 8 ist die Hohlnadel 7 gabelförmig gestaltet und umgibt teilweise das Druckstück 13. Das Druckstück 13 kann dabei im wesentlichen als einfacher Balken ausgeführt sein, wie in 5a gezeigt ist. Weiters denkbar ist eine – im Querschnitt – kreuzförmige Gestaltung des Druckstückes 13 (5b). Die Ausnehmungen 21 der Hohlnadel 7 sind dabei entsprechend geformt. Anstelle der gabelförmigen Gestaltung der Hohlnadel 7 ist auch denkbar, daß die Hohlnadel 7 einen radialen Schlitz oder eine radiale Bohrung aufweist, durch welche das balkenförmige oder bolzenförmige Druckstück 13 geführt ist. Weiters ist es möglich, daß die Feder 14 über eine – nicht weiter dargestellte – Zwischenscheibe am Druckstück 13 angreift.

Die Hohlnadel 7 wird über den Druckkolben 10 vom Steuerkolben 11 im elektrohydraulischen Steuerteil 12 in geschlossener Stellung gehalten, und es erfolgt keine Einspritzung. Beim Schalten des Ventiles 20 im elektro-hydraulischen Steuerteil 12 wird nun die Kraft auf die Hohlnadel in Schließrichtung so weit reduziert, daß zufolge der wirksamen Ringfläche (D1-D2)2·&pgr;/4 die Hohlnadel 7 von ihrem Sitz angehoben wird, und die Einspritzung über die erste, obere Gruppe 4 von Einspritzöffnungen 6 erfolgt. Das Schließen der Hohlnadel 7 erfolgt in umgekehrter Weise und beendet somit einen Einspritzvorgang. Falls der eingestellte Speicherdruck kleiner ist als der mittels der Vorspannung der Feder 14 eingestellte Öffnungsdruck der Innennadel 8, so bleibt die Innennadel 8 stets geschlossen. In diesem Fall ist die Funktion der Einspritzdüse 1 identisch mit der eines Standard-Injektors für ein Speichereinspritzsystem mit einer einzigen Düsennadel.

Wird nun der Speicherdruck so weit erhöht, daß der durch die Federvorspannung der Feder 14 bestimmte Öffnungsdruck überschritten wird, so öffnet die Innennadel 8 unmittelbar nach der Hohlnadel 7 und die Einspritzung erfolgt über beide Gruppen 4, 5 von Einspritzöffnungen 6. Beim Schließvorgang der Hohlnadel 7 kommt es zu einem starken Druckabfall im Sitzbereich der Innennadel 8 und diese schließt zufolge der Feder 14 fast gleichzeitig mit der Hohlnadel 7.

Bei der in 2 gezeigten Ausführungsvariante sind Hohlnadel 7 und Innennadel 8 voneinander entkoppelt. Zwischen dem Druckstück 13 und dem Druckkolben 10 bzw. zwischen der Hohlnadel 7 und dem Druckstück 13 ist bei jedem möglichen Nadelhub ein ausreichend großer Abstand gegeben, so daß eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen ist. Die Bewegungen der beiden Nadeln 7, 8 sind somit voneinander mechanisch völlig unabhängig. Die Innennadel 8 arbeitet in herkömmlicher Weise und schließt nur abhängig vom Druck im Sitzbereich. Der maximale Hub der Innennadel 8 wird durch einen Hubanschlag 22 im Injektorkörper 23 des Einspritzventiles 1 bestimmt.

Bei der in 1 dargestellten Ausführungsvariante ist zwischen dem Druckstück 13 und dem Druckkolben 10 bzw. einem mit dem Druckkolben 10 verbundenen Ansatz 10a bei geschlossenen Nadeln 7, 8 ein Spiel H1 von wenigen hundertstel Millimeter vorgesehen. Beim Öffnungsbeginn der Hohlnadel 7 wird bereits nach einem geringen Hub die Innennadel 8 zufolge des Druckanstieges im Sitzbereich schnell geöffnet. Nach einem dem Spiel H1 entsprechenden Hub kommt das Druckstück 13 am Druckkolben 10 bzw. an einem mit dem Druckkolben 10 verbundenen Ansatz 10a zur Anlage. Abhängig von den auf die Innennadel 8 wirkenden Kräften, nämlich hydraulische Kraft in Öffnungsrichtung, Federvorspannkraft der Feder 14 und hydraulische Kraft in Schließrichtung zufolge des aktuellen Drucks im Steuerraum, sind zwei verschiedene Funktionen möglich. Überwiegen die Kräfte im Öffnungsrichtung, so bewegen sich beide Nadeln 7, 8 gemeinsam bis zum Hubanschlag 22a im Steuerteil 12. Beim Schließen wird zunächst die Innennadel 8 vom Druckkolben 10 mitbewegt. Gegen Ende des Schließvorganges tritt ein starker Druckabfall im Sitzbereich der Innennadel 8 auf, wodurch diese schneller schließt. Überwiegen die Kräfte in Schließrichtung, bleibt die Innennadel 8 stets geschlossen.

3 zeigt eine dritte Ausführungsform der Erfindung, mit der eine Einspritzverlaufsformung möglich ist. Dabei beginnt die Hohlnadel 7 wie gewohnt bis zu einem bestimmten Hub, beispielsweise 0,1 mm, zu öffnen, wobei die Einspritzung nur über die erste, obere Gruppe 4 von Einspritzöffnungen 6 erfolgt. Bei einem bestimmten Hub H2 liegt die Schulter 24 am Druckstück 13 auf, wodurch die Hohlnadel 7 die Innennadel 8 mitnimmt. Dies bewirkt, daß zusätzlich die zweite, untere Gruppe 5 von Einspritzöffnungen 6 geöffnet und die Einspritzrate signifikant gesteigert wird. Bei einer relativ hohen Federvorspannung der Feder 14 ist diese Funktion bis zum maximalen Speicherdruck im gesamten Motorkennfeld verfügbar. Bei hohem Speicherdruck kann die Innennadel 8 aber auch sofort nach der Hohlnadel 7 öffnen, wenn der eingestellte Öffnungsdruck der Innennadel 8 mittels der Feder 14 reduziert wird. Die Einspritzverlaufsformung ist in diesem Fall nur bis zu einem bestimmten Speicherdruck wirksam. Die Innennadel 8 schließt generell sofort in der bereits beschriebenen Weise nach der Hohlnadel 7.

Durch die beschriebene Gestaltung der Einspritzdüse 1 ist ein in Abhängigkeit des Motorkennfeldes variabler Spritzlochquerschnitt möglich, ohne daß weitere Zusatzstellglieder erforderlich sind. Im emissionsrelevanten Betriebsbereich bei relativ niedriger Drehzahl und Last bzw. bei Speicherdrücken bis z. B. 1000 bar ist nur die erste Gruppe 4 von Einspritzöffnungen 6 geöffnet, wodurch ein entsprechend kleiner Spritzlochquerschnitt realisiert ist. In der Nähe der Nennleistung, z. B. bei Speicherdrücken deutlich über 1000 bar arbeiten beide Gruppen 4, 5 von Einspritzöffnungen 6 mit entsprechend großen Gesamtspritzlochquerschnitt gleichzeitig.


Anspruch[de]
Einspritzdüse (1) für eine direkt einspritzende Brennkraftmaschine, insbesondere eine Diesel-Brennkraftmaschine, mit einer in einem Düsenkörper (3) axial verschiebbaren Hohlnadel (7), die eine erste Gruppe (4) von Spritzöffnungen (6) ansteuert, und einer in der Hohlnadel (7) konzentrisch angeordneten, in Schließrichtung durch eine Feder (14) belasteten Innennadel (8), die eine zweite Gruppe (5) von Spritzöffnungen (6) ansteuert, und mit einem auf zumindest eine der beiden Ventilnadeln (7, 8) in Schließrichtung wirkenden, mit Flüssigkeit, insbesondere Kraftstoff beaufschlagten Steuerkolben (11), wobei sowohl die Hohlnadel (7) als auch die Innennadel (8) durch Kraftstoffdruck geöffnet werden, wobei die Hohlnadel (7) zumindest in ihrer Schließstellung mit dem Steuerkolben (11) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (14) über ein die Hohlnadel (7) kreuzendes Druckstück (13) auf die Innennadel (8) einwirkt. Einspritzdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkraft der auf die Innennadel (8) wirkenden Feder (14) so groß eingestellt ist, dass das Öffnen der Innennadel (8) bei höherem Kraftstoffdruck erfolgt als das Öffnen der Hohlnadel (7). Einspritzdüse (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckstück (13) – in Richtung der Nadelachse (2) betrachtet – balken-, stern- oder kreuzförmig ist, wobei die Hohlnadel (7) entsprechende radiale Ausnehmungen (21) für das Druckstück (13) aufweist. Einspritzdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlnadel (7) im Bereich des Druckstückes (13) gabelförmig ausgeführt ist und dieses umschließt oder durchdringt. Einspritzdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennadel (8) nach einem vordefinierten Öffnungshub H1 mit der Hohlnadel (7) und/oder dem Steuerkolben (11) mechanisch gekoppelt ist. Einspritzdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Hohlnadel (7) und die Innennadel (8) mechanisch voneinander entkoppelt sind. Einspritzdüse (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckstück (13) nach dem vordefinierten Hub H1 der Innennadel (8) auf einem mit dem Steuerkolben (11) verbundenen Druckkolben (10) aufliegt. Einspritzdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlnadel (7) nach einem vordefinierten Hub H2 mit der Innennadel (8) mechanisch gekoppelt ist. Einspritzdüse (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlnadel (7) nach dem vordefinierten Hub H2 am Druckstück (13) aufliegt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com