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Dokumentenidentifikation DE202007000871U1 31.05.2007
Titel Funksystem zur Warnung der Bevölkerung
Anmelder Hörmann GmbH, 85614 Kirchseeon, DE;
Held, Volkmar, Dr.-Ing., 85591 Vaterstetten, DE
DE-Aktenzeichen 202007000871
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.05.2007
Registration date 26.04.2007
Application date from patent application 20.01.2007
IPC-Hauptklasse G08B 21/02(2006.01)A, F, I, 20070120, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G08B 27/00(2006.01)A, L, I, 20070120, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein System zur Warnung oder Vorwarnung der Bevölkerung vor aktuellen oder zu erwartenden Gefahren durch öffentliche oder autorisierte private Organisationen.

Die Warnung oder Vorwarnung der Bevölkerung vor natürlichen oder technischen Gefahren sowie vor feindlichen Angriffen kann unter anderem durch Mitbenutzung eines Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders, wie beispielsweise des deutschen Langwellensenders DCF77, erfolgen. Diese Sender übertragen zum Beispiel während jeder Minute eine digitale Nachricht, die eine codierte Information zur Uhrzeit und zum Datum enthält. Dabei belegt diese Information nur einen Teilbereich der verfügbaren Übertragungszeit. Der restliche, zweite Teilbereich kann für die Übertragung von anderen Nachrichten oder für Warnungen oder Vorwarnungen genutzt werden. Beispielsweise werden bei DCF77 nur zwischen Sekunde 15 bis 58 Zeitzeichen übertragen; die Sekunden 1 bis 14 jeder Minute sind frei kodierbar und können für die Übertragung von anderen Nachrichten oder für Warnungen oder Vorwarnungen genutzt werden.

Die geeigneten Empfänger für diese Meldungen sind Funkuhren oder Funkuhrmodule die mit anderen Geräten, beispielsweise Rauchmeldern gekoppelt sind. Sie können, zusätzlich zum Zeitempfang, auch den zweiten Daten-Teilbereich empfangen, auswerten und bei Vorliegen einer Warnung oder Vorwarnung eine geeignete Information, beispielsweise ein akustisches Signal auslösen.

Ein Warnsystem dieser Art ist in den DE 299 14 155 U1 und WO 01/.13551 A2 beschrieben.

Um die Warnungen oder Vorwarnungen ortsbezogen und gezielt durchführen zu können, enthalten die kodierten Warndaten auch die kodierte, ortsbezogene Adresse der zu warnenden Empfänger. Die Adresse kann sich beispielsweise auf einen Landkreis oder ein Land beziehen.

Voraussetzung für die Auswertung der gesendeten und empfangenen Warnung oder Vorwarnung durch die Empfänger ist die vorherige Eingabe der kodierten Adresse in den Empfänger zur Kennzeichnung seines Standorts. Diese Einstellung wird im Normalfall am Empfänger durch den Benutzer manuell über Eingabemittel, beispielsweise Kodierschalter oder Tasten und Display durchgeführt. Die ortsbezogene Adresse kann beispielsweise aus der Bedienungsanleitung oder dem Internet entnommen werden.

Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass bei der Einstellung der ortsbezogenen Adresse durch die Bevölkerung Fehler auftreten oder dass die Einstellung nicht durchgeführt wird, was zu Fehlfunktionen oder zu Ausfällen des Warnempfangs führt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Eingabe der kodierten Adresse zur ortsbezogenen Kennzeichnung des Standorts des Empfängers sicher zu machen.

Diese Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 durch die Verwendung eines Servicegeräts durchgeführt, mit dem über eine drahtlose Schnittstelle die korrekte Adresse in den Empfänger eingegeben werden kann. Das Servicegerät wird vorzugsweise im Nahbereich des Empfängers benutzt und vorzugsweise durch einen Servicedienst bedient.

Nach Anspruch 2 ist die drahtlose Schnittstelle als Funkschnittstelle realisiert.

Im Anspruch 3 ist eine besonders einfache und kostengünstige Lösung für die Realisierung der Funkschnittstelle beschrieben. Das Servicegerät kommuniziert mit dem Empfänger bzw. dem Empfangsmodul über die bereits vorhandene Funkschnittstelle für den Zeitsignal- und Normalfrequenzsender. Hierfür enthält das Servicegerät einen Funksender, der bezüglich Sendefrequenz und Modulation dem Zeitsignal- und Normalfrequenzsender, beispielsweise DCF77 entspricht. Der Protokollaufbau für die an den Empfänger zu übertragende Adresse entspricht dem Protokollaufbau für die Warnungen bzw. Vorwarnungen, jedoch mit einer spezifischen Kodierung, die sich von Warnungen bzw. Vorwarnungen unterscheidet und die vom Empfänger als Adresseneingabe erkannt wird. Die Sendeleistung des Servicegeräts kann so eingestellt werden kann, dass die Feldstärke an der Antenne des Empfängers hinreichend weit über der Feldstärke des parallel hierzu sendenden Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders liegt. Hierdurch wird gewährleistet, dass nur die Eingabe der Adresse durch das lokale Servicegerät vom Empfänger ausgewertet und das Signal des Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders ignoriert wird. Zur Synchronisation mit dem Zeitsignal- und Normalfrequenzsender ist im Servicegerät auch ein entsprechender Empfangsmodul eingebaut.

Um das Servicegerät benutzerfreundlich zu gestalten, ist es nach Anspruch 4 mit einem Prozessor, einer Tastatur und einem Display ausgestattet. Die Adresse kann dann über bekannte Namen oder Zahlen, beispielsweise Landkreisnamen oder Postleitzahl am Servicegerät eingegeben werden. Im Prozessor wird dann die für den Empfänger verständliche Umkodierung vorgenommen. Als Alternative zu einem spezifischen Servicegerät kann auch ein mobiler Rechner, beispielsweise Laptop, in Verbindung mit einem Sende-/Empfangsmodul, beispielsweise als Einsteckmodul ausgeführt, verwendet werden.

Nach Anspruch 5 kann die Funkschnittstelle zwischen Servicegerät und Empfänger auch unabhängig von der Funkschnittstelle des Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders durch Sende- und Empfangsmodule, beispielsweise ISM-Module ausgeführt werden. Das Servicegerät beinhaltet einen entsprechenden Sendemodul und der Empfänger ist zusätzlich zur Konfiguration nach Anspruch 4 über eine geeignete Schnittstelle mit dem Empfangsmodul gekoppelt.

Nach Anspruch 6 kann analog zur Funkschnittstelle, wie in Anspruch 5 beschrieben, auch eine Infrarotschnittstelle realisiert werden.

Nach Anspruch 7 enthält das Servicegerät einen Satelliten-Navigationsempfänger oder ist mit einem solchen durch eine Schnittstelle gekoppelt sowie eine Datenbank zur automatischen Ermittlung der ortsbezogenen Adresse des Empfängers aus den Koordinaten des Satelliten-Navigationsempfängers. Die Übertragung der ortsbezogenen Adresse zum Empfänger erfolgt über die Funk- oder Infrarotschnittstelle.

Nach Anspruch 8 kann mit dem Servicegerät nach Eingabe der ortsbezogenen Adresse in den Empfänger ein Testalarm dieses Empfängers ausgelöst werden.

Mit der Erfindung kann eine einfache und sichere Anfangseinstellung, Überprüfung und ggf. Korrektur der ortsbezogenen Standortadresse eines Warnempfängers erreicht werden.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen erläutert.

1: Der Zeitsignal- und Normalfrequenzsender DCF77 (1) sendet auf einer Trägerfrequenz von 77,5 kHz. Die Übertragung der Uhrzeit und des Datums erfolgt während jeder Minute mit einer Rate von 1 Baud zwischen Sekunde 16 bis 58, amplitudenmoduliert, durch Impulsdauermodulation. Ein Empfangsmodul für DCF77 (2) mit einer Magnetfeldantenne (3) empfängt diese Signale. Im Fall von Warnungen oder Vorwarnungen werden die Sekunden 1 bis 14 jeder Minute in gleicher Weise moduliert, mit einer kodierten Zieladresse versehen und ebenfalls vom Empfangsmodul (2) über die Magnetfeldantenne (3) empfangen und ausgewertet. Bei Vorliegen einer Warnung oder Vorwarnung werden diese durch akustische (5) und optische Signale (6) am Rauchmelder (4) angezeigt, der mit dem Empfangsmodul (4) über eine mechanische und elektrische Schnittstelle verbunden ist.

Das Servicegerät (7) enthält ebenfalls einen DCF77 Empfangsmodul zur Synchronisation mit DCF77 und einen lokalen DCF77 Sendemodul. Über die Tastatur und das Display des Servicegeräts wird die Zieladresse des Empfängers, beispielsweise „Berlin" eingegeben. Der Prozessor des Servicegeräts (7) wandelt diese Eingabe in eine spezifische Kodierung für den Sendemodul um. Der Sendemodul des Servicegeräts (7) sendet dann die kodierte Adresse während Sekunde 1 bis 14 an den Empfänger (2) und zwar mit einer Sendeleistung, die an der Antenne (3) einen Pegel erzeugt, der ausreichend hoch ist, um das parallel hierzu gesendete Signal des DCF77 Senders (1) zu unterdrücken.

Nach erfolgter Eingabe der Adresse in den Empfänger (2) kann zur Überprüfung dieses Geräts ein Testalarm durch das Servicegerät (7) ausgelöst werden.

2: Die Warnungen und Vorwarnungen des Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders DCF77 (1) werden über die Antenne (3) vom Empfänger (2) empfangen und ausgewertet. Die hierfür notwendige standortbezogene Adresse wird über eine ISM-Funkschnittstelle vom Servicegerät (7) an einen ISM-Empfänger (8) übertragen, der mit dem Empfänger (2) gekoppelt ist. Bei Vorliegen einer Warnung oder Vorwarnung wird dies durch akustische (5) und optische Signale (6) am Rauchmelder (4) angezeigt, der mit dem Empfänger (2) über eine mechanische und elektrische Schnittstelle verbunden ist.


Anspruch[de]
Funksystem zur Warnung der Bevölkerung, bestehend aus:

wenigstens einem Zeitsignal- und Normalfrequenzsender (1) zur Aussendung sowohl der Zeit und des Datums als auch in einem definierten Teilbereich von digital kodierten Meldungen, vorzugsweise Warnungen und Vorwarnungen für die Bevölkerung, wobei die gesendeten Warnungen und Vorwarnungen die kodierte Adresse des zu warnenden Gebiets enthält und

aus Empfängern oder Empfangsmodulen (2), (3) – nachfolgend „Empfänger" genannt, die bei der Bevölkerung vorzugsweise in Geräten des häuslichen Gebrauchs, wie beispielsweise Funkalarmuhren oder Rauchmelder (4) eingebaut sind, welche die Warnungen und Vorwarnungen empfangen, auswerten, die empfangene, kodierte Adresse mit der im Empfänger (2) gespeicherten, standortbezogenen Adresse vergleichen und bei Übereinstimmung der Adressen Warnungen auslösen, wobei die im Empfänger (2) gespeicherte Adresse entweder manuell über Eingabemittel oder über eine geeignete Schnittstelle des Empfängers (2), (3) durch ein externes Gerät (7) in den Empfänger eingegeben werden muss,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Schnittstelle des Empfängers (2), (3) zur Eingabe seiner standortsbezogenen Adresse als drahtlose Schnittstelle ausgebildet ist und dass ein Servicegerät (7) diese Schnittstelle bedient, wobei das Servicegerät (7) den geeigneten Sender für die drahtlose Schnittstelle und Mittel zur einfachen Eingabe, Verarbeitung und Kodierung der Adresse enthält.
Funksystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabe der standortbezogenen Adresse durch das Servicegerät (7) über eine Funkschnittstelle erfolgt. Funksystem nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Servicegerät (7) mit dem Empfänger (2), (3) über die vorhandene Funkschnittstelle für den Zeitsignal- und Normalfrequenzsender (1) kommuniziert, dass hierfür das Servicegerät (6) einen Funksender enthält, der bezüglich Sendefrequenz und Modulation dem Zeitsignal- und Normalfrequenzsender (1) entspricht und für die zum Empfänger (2), (3) zu übertragenden Eingabedaten den Protokollaufbau der Warnungen und Vorwarnungen verwendet, jedoch mit spezifischer Kodierung für die standortbezogene Adresse und einer Sendeleistung, die so eingestellt wird, dass die Feldstärke an der Antenne (3) des Empfängers (2) hinreichend weit über der Feldstärke des parallel hierzu sendenden Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders (1) liegt, damit das Signal des Servicegeräts (7) vom Empfänger (2) ausgewertet und das Signal des Zeitsignal- und Normalfrequenzsenders (1) unterdrückt wird und dass das Servicegerät (7) mit dem Zeitsignal- und Normalfrequenzsender (1) durch einen im Servicegerät (7) eingebauten Empfänger synchronisiert wird. Funksystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Servicegerät (7) mit einem Prozessor, einer Tastatur und einem Display ausgestattet ist und die standortbezogene Adresse über bekannte, einfache Namen oder Zahlen am Servicegerät (7) eingegeben wird, wobei als Alternative zu einem spezifischen Servicegerät (7) auch ein mobiler Rechner in Verbindung mit einem Sende-/Empfangsmodul verwendet werden kann. Funksystem zur Warnung der Bevölkerung nach Ansprüchen 1, 2, 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Übertragung der standortbezogenen Adresse vom Servicegerät (7) an den Empfänger (2) eine Funkschnittstelle verwendet wird, die sich bezüglich Frequenz und Modulation vom Zeitsignal- und Normalfrequenzsender (1) unterscheidet, dass das Servicegerät (7) über einen entsprechenden Sende-Funkmodul verfügt und dass ein entsprechender Empfangs-Funkmodul (8) mit dem Empfänger (2) über eine Schnittstelle verbunden ist. Funksystem zur Warnung der Bevölkerung nach Ansprüchen 1, 2, 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Übertragung der standortbezogenen Adresse vom Servicegerät (7) an den Empfänger (2) eine Infrarotschnittstelle verwendet wird, dass das Servicegerät (7) über einen entsprechenden Sende-Infrarotmodul verfügt und dass ein entsprechender Empfangs-Infrarotmodul (8) mit dem Empfänger (2) über eine Schnittstelle verbunden ist. Funksystem zur Warnung der Bevölkerung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Servicegerät (7) einen Satelliten-Navigationsempfänger enthält oder mit einem solchen gekoppelt ist und dass aus dessen Koordinaten mit einer im Servicegerät (7) abgespeicherten Datenbank die ortsbezogene Adresse des Empfängers (2) automatisch ermittelt wird. Funksystem zur Warnung der Bevölkerung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass über das Servicegerät (7) auch Testwarnungen zur Prüfung der korrekten Einstellung des Empfängers (2) ausgelöst werden können.






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