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Dokumentenidentifikation DE202007000956U1 31.05.2007
Titel Gummielastisches Dichtungsprofil für Fahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge
Anmelder Gummi-Welz GmbH u. Co. KG Gummi-Kunststofftechnik-Schaumstoffe, 89077 Ulm, DE
Vertreter König, B., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80469 München
DE-Aktenzeichen 202007000956
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.05.2007
Registration date 26.04.2007
Application date from patent application 23.01.2007
IPC-Hauptklasse F16J 15/10(2006.01)A, F, I, 20070123, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein gummielastisches Dichtungsprofil für Fahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge.

Die Abdichtung von Türen gegenüber von Portalen geschieht vor allem in der Fahrzeugindustrie vielfach mit gummielastischen Profilen, die vorzugsweise aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Polymethylen) hergestellt sind. Diese Profile zeichnen sich durch hohe Elastizität und Alterungsbeständigkeit aus. Die Temperaturbeständigkeit der Profilmaterialien, die im Bereich zwischen –40° und +100°C liegt, trägt dazu bei. Vor allem bei Nutzfahrzeugen, insbesondere Omnibussen, haben sich daher die EPDM-Profile im praktischen Einsatz zur Abdichtung zwischen Tür und Portal bewährt.

Als Nachteil hat sich jedoch herausgestellt, dass über längere Zeit geschlossene Türen sich öfters schwer öffnen lassen, da das Dichtungsprofil am Widerlager infolge der anhaltenden Druckbeaufschlagung hängen bleibt bzw. klebt.

Als Gegenmaßnahme ist eine Oberflächenbeschichtung z.B. mit einem Polyurethanfilm, Polyamidfilm oder einem durch erhöhte Temperatur aufgesinterten Flüssigkunststofffilm durchgeführt worden. Aufgrund des Films ist die Gleitfähigkeit zwischen den Profillippen verbessert und es kommt weniger zu einer Anhangskraft bzw. Haftung der Dichtung. Die aufgebrachten Filme sind jedoch nur begrenzt haltbar. Bei größerer Dicke des Kunststofffilms ist die Elastizität herabgesetzt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gummielastisches Dichtungsprofil für Fahrzeuge zu schaffen, das nicht oder wenig zum Kleben neigt.

Diese Aufgabe ist durch die Erfindung bei einem gummielastischen Dichtungsprofil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Dichtungsprofils sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei einem gummielastisches Dichtungsprofil für Fahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge, gemäß der Erfindung ist somit in Profillängsrichtung in der Profilfläche mindestens ein rippenförmiger Vorsprung für eine Beabstandung der Profilfläche von der Profilgegenfläche vorgesehen.

Durch diese Ausgestaltung ist die Größe der aufeinander liegenden Profilflächen und damit der Grund für das Haftenbleiben der Dichtungen wesentlich herabgesetzt. Die Dichtungsfläche ist auf eine Linienberührung veringert, wobei die Dichtungswirkung in keiner Weise eingeschränkt ist.

Die Gestalt des rippenförmigen Vorsprungs ist relativ frei wählbar. Er muss über die übrige Dichtungsfläche ausreichend vorstehen, um eben den flächenmäßigen Kontakt auf einen Linienkontakt zu überführen. Die material- oder profilbedingte Elastizität und das hierdurch bedingte Nachgeben müssen bei der Auslegung der Höhe des Vorsprungs berücksichtigt werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen gummielastischen Dichtungsprofils zeichnet sich dadurch aus, dass der rippenförmige Vorsprung aus einem Material ist, das verschieden von dem Material des Profils ist, insbesondere unterschiedliche Härte hat. Das Material des rippenförmigen Vorsprungs kann bei der Herstellung des Dichtungsprofils oder auch später angeformt werden, wobei sich dann eine einstückige Profilausführung ergibt. Alternativ kann der Vorsprung auch aufgebracht werden, z.B. durch einen Verklebe- oder Anschmelzvorgang.

Vorteilhaft verläuft bei dem gummielastischen Dichtungsprofil gemäß der Erfindung in Profillängsrichtung mindestens eine Rille, wobei in die Rille ein Rippenkörper eingebracht ist. Hierdurch ergibt sich ein fester Sitz des Rippenkörpers. Die Gestalt der Rille ist ebenfalls frei wählbar, sie muss zur Aufnahme und/oder Halterung des Rippenkörpers geeignet sein.

Durch geeignete Wahl des Rillenprofils und Gestalt des Rippenkörpers können die Festigkeit des Sitzes des Rippenkörpers und dessen elastisches Verhalten festgelegt werden. Als zweckmäßig hat sich eine C-Form der Rille herausgestellt, die bei Fertigung des Proflis als praktisch schienenförmige Vertiefung in die Profiloberfläche eingebracht wird. Dies gestattet auch eine besonders dünne Ausführung der Rippengestalt, in der Rippenkörper als eine Schnur aus elastischem, insbesondere thermoelastischem Material in einem späteren Arbeitsgang eingebracht werden kann. Die Schnur ragt dann geringfügig über die Oberfläche des eigentlichen Profils heraus.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein Paar von durch einen Film verbundenen rippenförmigen Vorsprüngen vorgesehen. Dies gibt eine weitere Gestaltungsmöglichkeit.

Wenn die Schnüre andersfarbig eingefärbt sind, können mit deren Einbringen Farbeffekte in das Aussehen des Dichtungsprofils eingebracht werden.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung weiter erläutert, wobei diese Darstellung in den konkret veranschaulichten Merkmalen nicht als einschränkend auszulegen ist. In der Zeichnung zeigt:

1 eine Teilschnittansicht eines Dichtungsprofils gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

In 1 ist ein erfindungsgemäßes Dichtungsprofil 4 aus gummielastischem Material (EPDM) in Anlage gegen ein weiteres Dichtungsprofil 2 dargestellt, das ebenfalls aus EPDM mit mittlerer Härte ist. Die Härte dieser Materialien ist im veranschaulichten Ausführungsbeispiel 65° Shore A.

Das Dichtungsprofil 4 ist zur Anbringung am Portalrahmen an einer Fahrzeugkarosserie insbesondere eines Nutzfahrzeugs vorgesehen. Das weitere Dichtungsprofil 2 wird an der Tür angebracht. Beim Schließvorgang läuft das Dichtungsprofil 2 gegen das Dichtungsprofil 4 und bildet so die äußere Abdichtung zwischen Tür und Portal. Hierbei kann es zu einem Anhaften in der Verbindungsebene kommen, gegen das die erfindungsgemäßen Maßnahmen gerichtet sind.

Das Dichtungsprofil 4 gemäß der Erfindung weist auf der Profil- und Dichtfläche 6, d.h. der Oberfläche, zwei kanalartige Vertiefungen 8, 8' auf, in denen jeweils ein Kunststofffaden 10, 10' sitzt und über die Oberfläche etwa 1 mm vorsteht, womit ein rippenartiger Vorsprung gebildet wird. Das Material der Kunststofffäden ist thermoplastisches Elastomer (TPE) mit einer hohen Härte. Diese ist bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel 90° Shore A.

Wie 1 zeigt, liegt das Dichtungsprofil 4 nur über die beiden Kunststofffäden 10, 10' am Dichtungsprofil 2 an. Die übrige Oberfläche des Dichtungsprofils 4 liegt frei vom Dichtungsprofil 4. Über die Kontaktfläche der Kunststofffäden 10, 10' erfolgt die Dichtung und die unterschiedliche Härte der in Kontakt stehenden Materialien ist einerseits die Dichtwirkung unterstützt und andererseits ist infolge der höheren Härte des Materials der vorstehenden Kunststofffäden 10, 10' deren Verschleiß herabgesetzt.


Anspruch[de]
Gummielastisches Dichtungsprofil für Fahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass in Profillängsrichtung in der Profilfläche (6) mindestens ein rippenförmiger Vorsprung (10) für eine Beabstandung der Profilfläche (6) von der Profilgegenfläche vorgesehen ist. Gummielastisches Dichtungsprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rippenförmige Vorsprung (10) aus einem Material verschieden von dem Material des Profils (2) ist. Gummielastisches Dichtungsprofil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Profillängsrichtung mindestens eine Rille (8) verläuft und in die Rille ein Rippenkörper (10) eingebracht ist. Gummielastisches Dichtungsprofil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rille C-Form hat. Gummielastisches Dichtungsprofil nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rippenkörper (10) eine Schnur aus elastischem, insbesondere thermoelastischem Material ist. Gummielastisches Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Härte des Dichtungsprofils (2) und des rippenförmigen Vorsprungs (10) unterschiedlich sind. Gummielastisches Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Paar von durch einen Film verbundenen rippenförmigen Vorsprüngen vorgesehen ist. Gummielastisches Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der (die) rippenförmige(n) Vorsprung (Vorsprünge) andersfarbig eingefärbt ist (sind).






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