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Dokumentenidentifikation DE202007002022U1 31.05.2007
Titel Notantrieb für Wasserfahrzeuge
Anmelder Spadinger, Hans, 74930 Ittlingen, DE
Vertreter Limbeck, A., Rechtsanw., 53902 Bad Münstereifel
DE-Aktenzeichen 202007002022
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.05.2007
Registration date 26.04.2007
Application date from patent application 12.02.2007
IPC-Hauptklasse B63H 16/20(2006.01)A, F, I, 20070212, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Notantrieb für Wasserfahrzeuge, der über mindestens eine Propellerschraube verfügt und mittels einer Handkurbel angetrieben wird.

Handbetriebene Ruder- bzw. Antriebsvorrichtungen für Wasserfahrzeuge sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt.

So wurde bereits in DE 507 179 eine Rudervorrichtung zum Antrieb einer Bootsschraube mittels durch Handhebel gedrehter Kurbelwelle vorgeschlagen, die mit einem Kegelrade in Kegelräder der Schraubenwelle so eingreifen, dass eine Umsteuerung möglich ist. Nachteilig ist dieser Rudervorrichtung, dass nur in einer Richtung gerudert werden kann, weil eine Kerben der Kurbelwelle eingreifende Sperrklinke angeordnet ist.

Die in US 1, 461,697 sowie in US 3,915,110 vorgestellten Antriebseinrichtungen für Wasserfahrzeuge weisen ebenfalls eine Handkurbel auf. Nachteilig ist hierbei der verwendete Kettenantrieb, der auf der einen Seite sehr anfällig gegen Verschmutzung ist und aufgrund des ständigen Wasserkontaktes keine hohe Lebenserwartung gewährleistet.

Weitere Rudervorrichtung mittels einer Handkurbel sind in US 3,297,283 und US 947,643 dargestellt. Gemein ist allen vorgestellten Varianten von Rudervorrichtungen, dass sie insgesamt eine durchaus komplizierte und aufwendig gestaltete Konstruktion aufweisen, die einer hohen Beanspruchung darüber hinaus nicht gerecht werden können. Gerade der Betrieb von Antriebseinrichtungen im Bereich des Wassersports setz jedoch voraus, dass die Rudereinrichtungen gegen die äußeren Einflüsse, insbesondere Schmutzwasser und Treibgut, unempfindlich ausgestaltet sind und eine hohe Beständigkeit aufweisen. Der Ausfall insbesondere von Notantrieben in diesem Bereich kann gefährliche Konsequenzen mit sich führen, da diese letztlich als Notbehelf dienen und erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Einrichtungen ihren Dienst versagen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Notantrieb der eingangs genannten Art zu schaffen, der die bestehenden Nachteile ausräumt.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der vorgestellte Notantrieb für Wasserfahrzeuge einen vorzugsweise einarmigen Hebel mit Griff zum Drehen einer biegsamen Welle zum Antrieb eines Schiffspropellers sowie eine Haltevorrichtung aufweist, die sowohl seitlich als auch am Heck des Wasserfahrzeuges in bevorzugter Ausführungsform schwenkbar und/oder höhenverstellbar angebracht werden kann.

Eine weitere Beschreibung der Erfindung und deren Vorteile erfolgt nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels, das in Zeichnungsfiguren dargestellt ist.

Es zeigen:

1 den erfindungsgemäßen Notantrieb für Wasserfahrzeuge von seitlich oben.

2 einen vergrößerten Ausschnitt, insbesondere die Befestigungseinrichtung (5) sowie die biegsame Welle (2) des erfindungsgemäßen Notantriebs für Wasserfahrzeuge von seitlich oben.

3 wie 2, aus der Seitenperspektive.

4 wie 2, von oben.

Wie aus 1 ersichtlich, weist der erfindungsgemäße Notantrieb eine sehr einfache Konstruktion auf. Zunächst besteht der Notantrieb vorzugsweise aus lediglich vier Komponenten:

Die erste Komponente betrifft die Handkurbel (1), die an einem Gehäuse (6) angebracht ist und in bevorzugter Ausführungsform über ein Getriebe mit der Welle (2) verbunden ist. Das Getriebe kann hierbei sowohl als gelenkige Verbindung von Welle (2) und Hebel (1) als auch zum Übertragen und Umwandeln der Rotationskräfte des Hebels (1) auf den Propeller (3) eingesetzt werden. Vorzugsweise kann hierbei ein mechanisches oder stufenloses – vorzugsweise hydromechanisches – Getriebe zum Einsatz kommen, das gewährleistet, dass der Anwender unabhängig von äußeren Einflüssen stets dieselbe gleichmäßige Energie aufwenden braucht, um das Wasserfahrzeug zu bewegen.

Die zweite Komponente betrifft eine biegsame Welle (2), die in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel (14) in einer Führung/Halterung (9) untergebracht ist.

Der Notantrieb verfügt ferner über eine Halterung (4), die vorzugsweise höhenverstellbar und schwenkbar (siehe 3 und 4) auf der Führung/Halterung (7) der Welle (2) gelagert (5) angebracht ist und die dazu dient, den Notantrieb an einem Wasserfahrzeug zu befestigen. Hierdurch ist gewährleistet, dass der erfindungsgemäße Notantrieb universell auf Wasserfahrzeugen verschiedenster Bauart und Größe einsetzbar ist. Gleichzeitig benötigt der Notantrieb keine spezielle Rudereinrichtung, da das Wasserfahrzeug durch das Schwenken des Notantriebs über die Halterung (4) in die gewünschte Richtung gesteuert werden kann.

Die vierte Komponente betrifft letztlich den Propeller (3) des Notantriebs, der am unteren Ende der biegsamen Welle (2) bzw. der Führung (7) befestigt wird.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Notantriebs sind vielfältig.

Den ersten Vorteil betrifft die überaus einfache Konstruktion, da der Notantrieb in bevorzugter Ausführungsform aus nur 4 Komponenten besteht. Diese Komponenten ließen sich darüber hinaus reversibel zum Beispiel durch die Verwendung von lösbaren Steckverbindungen miteinander verbinden, so dass der Notantrieb leicht auseinandermontierbar und besser transportiert gestaltet werden könnte.

Den zweiten Vorteil betrifft die hohe Standfestigkeit eines derartigen Notantriebs, da er im Gegensatz zu den oben dargestellten Ruder- und Antriebseinrichtungen keine Komponenten aufweist, die empfindlich gegen äußere Einflüsse, insbesondere Schmutzwasser und dergleichen, ausgestaltet sind und mithin eine hohe Beständigkeit aufweist.

Weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Notantriebs und sich daraus ergebende Vorteile werden darüber hinaus dadurch erreicht, dass sich durch die Verwendung der biegsamen Welle (2) theoretisch der Abstand zwischen Handkurbel (1) und Propeller (3) über eine Länge von mehr als 5 Metern vergrößern lässt. Der Anwender könnte die Handkurbel (1) mithin von einer beliebigen Position im Wasserfahrzeug bedienen. Hierzu könnte die Handkurbel (1) beispielsweise auch im Bereich des Bugs im Inneren des Wasserfahrzeuges angebracht sein, obwohl sich der Propeller (3) an dessen Heck befindet.

In einer weiteren Ausführungsform könnte anstelle der Handkurbel (1) ein elektrischer Antrieb zum Einsatz kommen, der über eine Batterie gespeist entweder am Getriebe oder direkt am Wellenzapfen befestigt werden könnte.

1
Handkurbel
2
Welle
3
Propeller
4
Halterung
5
Lagerung
6
Gehäuse
7
Führung/Halterung der Welle


Anspruch[de]
Notantrieb für Wasserfahrzeuge, der über mindestens eine Propellerschraube verfügt und mittels einer Handkurbel angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Notantrieb eine biegsame Welle (2) zum Antrieb des Schiffspropellers (3) aufweist, die von einer Führung (7) gehalten wird und die ferner eine Haltevorrichtung (5) aufweist, die vorzugsweise schwenkbar und höhenverstellbar an dem Wasserfahrzeug angebracht werden kann. Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass der Notantrieb vorzugsweise aus vier reversibel miteinander verbundenen Komponenten besteht, nämlich

a) dem Gehäuse (6) mit Handkurbel (1), welche in bevorzugter Ausführungsform über ein Getriebe mit der Welle (2) verbunden ist,

b) der biegsamen Welle (2), die in einer Führung/Halterung (9) untergebracht ist,

c) der Halterung (4),

d) sowie dem Propeller (3).
Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Notantrieb das Getriebe sowohl als gelenkige Verbindung von Welle (2) und Hebel (1) als auch zum Übertragen und Umwandeln der Rotationskräfte des Hebels (1) auf den Propeller (3) eingesetzt wird. Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein mechanisches oder stufenloses – vorzugsweise hydromechanisches – Getriebe eingesetzt wird. Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen Handkurbel (1) und Propeller (3) durch den Einsatz einer entsprechend langen biegsamen Welle (2) insoweit verlängert wird, dass der Anwender die Handkurbel (1) von einer beliebigen Position im Wasserfahrzeug bedienen kann. Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Handkurbel (1) im Inneren des Wasserfahrzeuges angebracht ist. Notantrieb für Wasserfahrzeuge nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anstelle der Handkurbel (1) ein elektrischer Antrieb zum Einsatz kommt, der über eine Batterie gespeist entweder am Getriebe oder direkt am Wellenzapfen befestigt wird.






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