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Dokumentenidentifikation DE202007002552U1 31.05.2007
Titel Zweiteilige Klemmzange
Anmelder Buchholz, Frank, 56820 Senheim, DE
DE-Aktenzeichen 202007002552
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.05.2007
Registration date 26.04.2007
Application date from patent application 21.02.2007
IPC-Hauptklasse B25B 7/12(2006.01)A, F, I, 20070221, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine zweiteilige Klemmzange, vornehmlich für Rohranschlussarbeiten an unter Druck stehenden Leitungen auch in schlecht zugänglichen Baugruben, der schnellen Schadensbegrenzung bei Rohr- oder Leitungsbrüchen und ähnlichen Störfällen bei minimalem Zeitaufwand (Soforthilfe) und der Vermeidung von Spätschäden.

Beispielhaft erfolgen herkömmlich Anschlüsse an ein vorhandenes, unter Druck stehendes Fluidnetz (hier beispielhaft dargestellt als Wassernetz) dadurch, dass der unter Druck stehende Blindstopfen durch eine Suchschachtung freigelegt wird. Da die Stutzen nicht durch Warnband gekennzeichnet sind, besteht beim Aushub mittels Minibagger erhöhte Gefahr der Beschädigung, Wasser läuft aus. Während dieser Zeit läuft die Baugrube voll und die Arbeit kann nicht fortgeführt werden. Es ergibt sich zusätzlicher Aufwand:

  • – Es muss zwingend ein Monteur des Versorgungsunternehmens herbeigerufen werden (mehrstündige Wartezeit).
  • – Der Monteur muss meist zwei Absperrschieber an der Hauptleitung in bis zu 100 m Entfernung schließen.
  • – Bei undichten Schiebern müssen weitere entfernte Schieber betätigt werden.
  • – Die Baugrube muss anschließend leergepumpt und gereinigt werden.
  • – Es kommt weiter zu länger dauernden Belästigungen der weiteren Anlieger.
  • – Weitere Nachteile ergeben sich im Einzelfall.

Als Stand der Technik kann angesehen werden das Europapatent EP 0 532 391 B1. Mit dieser Zange wird ein Abquetschen des zu bearbeitenden Rohres angestrebt. Die Zange weist aber wesentliche Nachteile auf in seiner Grundausführung wird die notwendige Presskraft durch einen mit einem Druckmedium zu beaufschlagenden Zylinder erzeugt. Es setzt also voraus, dass ein Druckerzeuger zur Baustelle herangeschafft und in Betrieb gesetzt wird.

Zur Ausführung planmäßiger Arbeiten ist ein zusätzlicher, vermeidbarer Arbeits- und Kostenaufwand erforderlich. Zur Bekämpfung akuter Störfälle geht wertvolle Zeit verloren. Durch das solange austretende Medium werden vielfältige Schäden verursacht, z.B. ein Volllaufen der Baugrube u.ä.

In einer weiteren Ausführung wird eine Betätigung der Pressflächen durch Einsatz einer Spindel vorgeschlagen. Von Nachteil ist, dass der gesamte Pressflächenweg durch das Drehen einer Spindel noch dazu unter Einsatz einer schrittweise arbeitenden Knarre unter erheblichem Zeitaufwand zurückgelegt werden muss. Wieder erfordert der Absperrvorgang im Störfall erhebliche Zeit, es treten vermeidbare Folgeschäden auf.

In beiden Ausführungen ist ein erheblicher Kraftaufwand zur Betätigung erforderlich, denn die Pressflächen zeigen eine erhebliche Länge. Die erforderliche Kraft aber bemisst sich aus der Länge des Rohrstücks, das zusammengepresst werden soll.

Aufgabe dieser Erfindung ist es, ein Mehrzweckgerät für Arbeiten an Rohrleitung bereitzustellen zum temporären Absperren von unter Druck stehenden Rohrleitungen und weiter zu Abtrennen von Rohrleitungen,

  • – nutzbar auch in schlecht zugänglichen Baugrube
  • – nutzbar auch gegen in schlammigem Wasser nicht sichtbare Rohrleitungen
  • – nutzbar zum Einrichten von neuen Anschlüssen und Absperren von unter Druck stehenden Rohrleitungen ohne Zuziehen fremder Hilfen und ohne Unterbrechen der Versorgung Anderer
  • – schnell einsetzbar
  • – betätigbar allein durch Handkraft

Üblicherweise bestehen die Blindanschlüsse der Versorgungsleitungen aus Kunststoff-Material. Sie lassen sich daher bis zur Dichtigkeit zusammendrücken und nehmen danach in etwa ihre alte Form wieder an.

Die gestellte Aufgabe wird durch diese Erfindung dadurch gelöst, dass ein zangenartiges Gerät mit zwei langen Hebelarmen und daran nahe der Drehachse der Zange befestigten Klemmbacken ausgestattet ist.

Die beiden langen Hebelarme sind weiter durch ein feststellbares Verbindungselement ausgestattet.

Mit Hilfe der Klemmbacken wird das flexible Rohr bis zur vollen Dichtigkeit zusammengepresst. Hinter der Pressstelle kann ungestört und ohne Risiko des Wasseraustritts gearbeitet werden.

Unter Benutzung der erfindungsgemäßen Klemmzange werden die geschilderten Nachteile und Risiken vermieden. Zusätzlich ermöglicht das Verfahren eine nach Arbeitsaufwand und Zeitbedarf optimierte Auftragserledigung.

  • – Die Anschlussarbeit kann allein vom Handwerker ausgeführt werden.
  • – Das öffentliche Netz muss nicht abgesperrt werden. Die Wasserversorgung der übrigen Verbraucher wird nicht unterbrochen.
  • – Es wird kein Monteur des Versorgungsbetriebs benötigt. Kosten und Wartezeiten entfallen.
  • – Die Gefahr des Wassereinbruchs in die Baugrube ist ausgeschlossen.
  • – Lufteintritt und Gefahr der Verschmutzung ist minimiert und kann über den neuen Anschluss abgebaut werden. Andere Verbraucher werden nicht belästigt.

Die erfindungsgemäße Klemmzange (1) ist in 1 und 2 dargestellt, in 3, und 4 sind verschiedene Gestaltungsformen der Klemmbacken dargestellt. Die Klemmzange (1) besteht aus zwei Hebelarmen (4, 5), von denen der eine (4) am unteren Ende zwei Wangen (6) trägt, die durch einen Bolzen (7) verbunden sind. Der Hebelarm (5) besitzt am unteren Ende einen Haken (3), der zwischen den Wangen (6) eingeführt den Bolzen (7) umfasst und damit eine kraftschlüssige Verbindung herstellt. Diese lösbare Verbindung der beiden Hebelarme ermöglicht das Ansetzen der Klemmzange auch an schwer zugänglichen Stellen und ein Anbringen von oben in einer gefluteten Baugrube mit schlammiger Füllung.

Nahe den unteren Enden der Hebelarme sind zwei Klemmbacken (8, 9) angebracht. Sie stehen sich gegenüber und können leicht drehbar an den Hebelarmen (4, 5) befestigt sein, um so immer ein genaues Gegenüberstehen der Klemmbacken auch bei unterschielichen Öffnungswinkeln zu ermöglichen.

Die Klemmbacken können zur Anpassung an unterschiedliche Rohrdurchmesser verschiedene Abmessungen haben.

Das Zusammenpressen des meist relativ steifen Kunststoff-Rohres erfordert beachtliche Druckkraft, die proportional ist zu der Länge des zusammenzudrückenden Rohrteils. Die verfügbare Kraft ist begrenzt durch die verfügbare Muskelkraft und die Länge der Hebelarme.

Erfindungsgemäß wird die erforderliche Presskraft dadurch minimiert, dass die zusammenzupressende Rohrlänge minimiert wird. Dies wird dadurch erreicht, dass eine Klemmbacke (8) flächig ausgebildet ist, während die andere Klemmbacke (9) keilförmig gestaltet ist. Dabei sollte die Keilspitze abgerundet sein, damit wohl ein Zusammenpressen der Rohrwände, nicht aber ein Einschneiden erfolgt.

Durch Einwechseln einer Klemmbacke mit spitzem Keil (11) kann die Klemmzange auch zum Abschneiden von Rohrenden benutzt werden.

Des weiteren können unterschiedliche Klemmbacken zum Einsatz kommen

  • – zum Abklemmen von PE-Leitungen
  • – Hydraulikleitungen
  • – Wasserschläuchen (z.B. der Feuerwehr)
  • – Kupferleitungen (z.B. in Heizanlagen).

Um ein seitliches Austreten des Rohres beim Quetschvorgang zu verhindern, können die Klemmbacken (8, 9) im Querschnitt zueinander passend gerundet sein, vor allem aber so gestaltet sein, dass bei der Schließbewegung zuerst die äußeren Kanten der Klemmbacken sich nähern und damit ein Öffnung zum Austritt des Rohr verschlossen ist. Alternativ kann die Presszange 1 auch so ausgebildet sein, dass die Klemmbacken am Äußeren Ende der Hebelarme angebracht sind und in der Nähe darüber mit einem Bolzen, einer Schraube nach Scherenart beweglich verbunden sind.

Im oberen Bereich der Hebelarme (4, 5) ist ein Sicherungssegment (15) an einem Hebelarm drehbar angebracht. Es besitzt in dichtem Abstand Kerben (18). Am anderen Hebelarm befindet sich ein Rasterbolzen (17) in den die Kerben (18) beim Zusammendrücken einhaken können und so die Zange im Presszustand arretieren.

Eine wesentliche Verstärkung der Presskraft kann erfindungsgemäß dadurch erreicht werden, dass in Wirkrichtung des Sicherungselements in den ersten Hebelarm (4) drehbar eine Spindel (19) eingesetzt wird, die in eine am Ende des Segments angebrachte Mutter (20) eingreift.

Durch Übergreifen des Segments (15) über beide Hebelarme wird gewährleistet, dass das Segment gegen Verdrehen gesichert ist. In dieser Richtung sind weitere Lösungen denkbar. Nach dem Zusammenpressen von Hand und Einrastendes Sicherungssegments kann nun durch Anziehen der Spindel mit erheblich höherer Kraftverstärkung die vollständige Abdichtung herbeigeführt werden.

Durch Auswechseln einer Klemmbacke (8) durch einen Kiel (10) mit einer Schneide (11) kann die Presszange (1) auch zum Abtrennen von Rohren benutzt werden.

Die Klemmzange ist wegen ihrer einfachen Handhabung bei minimalem Zeitbedarf hervorragend geeignet in allen Notfällen mit undichten Schlauch- und Rohrleitungen. Im Einsatz bei der Feuerwehr ist sie besonders geeignet bei Schadensfällen, in denen Flüssigkeiten, auch z.B. gefährliche Stoffe austreten. Weiter aber auch kann ein unter Druck stehender Feuerlöschschlauch bedeutend schneller abgeklemmt werden als es bei der Verwendung üblicher Ventile möglich ist.

Weiter kann die Klemmzange z.B. bei Betankungen über Schläuche (Heizöl zur Hausversorgung, Umschlag von Gefahrgut aus Tank-Lkw, Sattelzügen, Tank-Containern und Binnenschiffen) als sofort greifbare Absperrhilfe in Sekundenschnelle den aufkommenden Schaden minimieren und das mit äußerst geringem Kostenaufwand.

Gleiches gilt für den Einsatz bei Hydraulikanlagen von Bau- und anderen Arbeits-Maschinen und bei Heizungsanlagen.

1
Klemmzange
2
3
Haken
4
Hebelarm 1
5
Hebelarm 2
6
Wangen
7
Bolzen
8
Klemmbacke 1
9
Klemmbacke 2
10
Keil
11
Schneide
12
13
14
15
Sicherungssegment
16
Drehachse
17
Rasterbolzen
18
Rasterhaken
19
Spindel
20
Mutter
23
Schlauch


Anspruch[de]
Zweiteilige Klemmzange, vornehmlich für Rohranschlussarbeiten an unter Druck stehenden Leitungen auch in schlecht zugänglichen Baugruben, bestehend aus zwei miteinander verbundenen Handhebeln, an diesen beweglich befestigten gegenüberliegenden austauschbaren Druckflächen,

dadurch gekennzeichnet, dass die Handhebel an ihren Enden lösbar miteinander verbunden sind, dadurch weiter gekennzeichnet, dass ein Hebelarm am Ende gabelförmig ausgebildet und mit einem die Gabeln verbindenden Bolzen versehen ist und der andere Hebelarm mit einem Haken versehen ist, der zwischen die Gabel einführbar ist und dann den Bolzen umschließt

und weiter die Hebelarme nahe ihrer drehbaren Verbindung mit Klemmbacken versehen sind, zwischen denen das abzuquetschende Rohr einbringbar ist und mindestens eine dieser Klemmbacken beweglich an ihrem Hebelarm befestigt ist

und weiter, dass vornehmlich in der Nähe des anderen Endes der Hebelarme diese miteinander verstellbar und arretierbar verbunden sind.
Zweiteilige Klemmzange, vornehmlich gestaltet gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckflächen an den Enden der Hebelarme angebracht sind und die beiden Hebelarme in zweckmäßigem Abstand von den Druckflächen entfernt drehbar, z.B. mit einem Bolzen verbunden sind. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckflächen beim Zusammendrücken der Hebelarme zuerst am weitesten vom Drehpunkt entfernt sich nahe kommen. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Druckflächen etwa als Keil mit gerundeter Spitze ausgebildet ist. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Druckflächen etwa keilförmig mit scharfer Schneide ausgebildet ist. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1, 2, 3, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hebelarme, vom verbindenden Drehpunkt beachtlich entfernt, über ein steifes Bauglied z.B. ein Segment (15) verbunden sind, welches mit Rasten versehen ist, in die ein am anderen Hebelarm befestigter Rastenbolzen eingreift, ein Arretieren der Hebelarme in unterschiedlichen Winkelstellungen ermöglichend. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1, 2, 3, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebelarme direkt oder unter Zwischenschaltung eines Teilsegments mit einer Spindel mit Kurbel verbunden sind. Zweiteilige Klemmzange nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckflächen mit einem rutschfesten Bezug, z.B. Gummi oder ähnlichem Material, überzogen sein können.






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