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Dokumentenidentifikation DE202007003326U1 31.05.2007
Titel Straßenfertiger
Anmelder Joseph Voegele AG, 68163 Mannheim, DE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202007003326
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.05.2007
Registration date 26.04.2007
Application date from patent application 06.03.2007
IPC-Hauptklasse E01C 19/00(2006.01)A, F, I, 20070306, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E01C 19/48(2006.01)A, L, I, 20070306, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Straßenfertiger der im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.

Ein derartiger Straßenfertiger ist aus der EP 843 044 bekannt. Der bekannte Straßenfertiger ist mit einer Absaugeinrichtung versehen, die die vom Einbaugut abgegebenen Emissionen ansaugt und diese an einer Stelle konzentriert und in die Umgebung abgibt, an der sie keine Belästigungen für das Bedienpersonal und sich in der Umgebung befindenden Personen darstellen. Zu diesem Zweck enthält der bekannte Straßenfertiger Abgabekanäle, die von der Absaugeinrichtung nach oben über den Fahrersitz und über gegebenenfalls weitere Arbeitsplätze für Bedienpersonal hinausreichen und die Emissionen von dort in die Luft abgeben. Eine derartige Anordnung von Abgabekanälen ist jedoch relativ aufwändig in der Konstruktion, da eine Vielzahl von Befestigungselementen vorgesehen werden müssen, um die Abgabekanäle erschütterungsfrei zu haltern, was sowohl einen erhöhten Herstellungs- als auch einen erhöhten Montageaufwand bedeutet.

Aus der US 6 832 872 ist eine Abgasanlage für Straßenfertiger bekannt, bei der Abgase vom Verbrennungsmotor und Emissionen des Einbauguts über eine gemeinsame Auspufföffnung abgegeben werden. Stromaufwärts der Auspufföffnung befindet sich eine Mischkammer, in der die abgesaugten Emissionen und die Motorabgase vermischt werden. Der Zweck dieser Anordnung liegt darin, die Magnitude der Abgaspulse zu verändern, um eine Schallreduzierung zu erreichen. Die Mischkammer, die Motorabgasleitung und die Auspufföffnung haben im Wesentlichen den gleichen Durchmesser, so dass hier die Schallreduzierung nicht durch eine Durchmesservergrößerung, sondern durch eine Einmischung der Emissionen erreicht wird.

Die EP 666 373 beschreibt einen Straßenfertiger mit einer Absaugeinrichtung für Emissionen des Einbaugutes, wobei die abgesaugten Emissionen über einen Luftreiniger geleitet werden, der einen Teil der Emissionen in die Luftansaugleitung für den Verbrennungsmotor einleitet. Ein weitere Teil der Emissionen wird direkt über eine Schlauchleitung in die Abgasanlage des Verbrennungsmotors, und zwar stromabwärts des Schalldämpfers eingeleitet und gelangt zusammen mit dem Abgas in die Luft. Aber auch diese konstruktive Lösung ist unbefriedigend, da der Schlauch frei in der Luft hängt und beispielsweise durch Windeinflüsse stark bewegt werden kann, oder die gleichen aufwändigen Befestigungselemente erfordert, wie dies weiter oben bereits beschrieben wurde.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Straßenfertiger mit Absaugeinrichtung konstruktiv und im Hinblick auf den Montageaufwand zu vereinfachen.

Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird der sowieso in der Abgasleitung vorhandene Schalldämpfer, der in üblicher Weise über eine Durchmesservergrößerung wirkt, gleichzeitig als Halterung für die Emissionsleitung benutzt, was einerseits den Montageaufwand drastisch reduziert und andererseits die beiden Abgasleitungen zu einer Einheit zusammenfasst, die einen einzigen Abgabeort definieren. Es wurde überraschenderweise festgestellt, dass die Durchleitung des Emissionsrohres durch den Schalldämpfer die Wirksamkeit des Schalldämpfers im Hinblick auf eine Schallreduzierung nicht verringert.

Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Straßenfertiges,

2 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäß ausgestalteten Schalldämpfers,

3 die Vorderansicht der 2, und

4 den Schnitt IV-IV aus 3.

1 zeigt in schematischer Darstellung einen beispielhaften Straßenfertiger 1, der von jeder bekannten Konstruktion sein kann. Der Begriff „Straßenfertiger" soll breit ausgelegt werden und soll sich auf alle durch einen Verbrennungsmotor angetriebenen Straßenbaumaschinen beziehen, die Einbaugut verarbeiten, das Emissionen abgibt.

Der Straßenfertiger 1 ist zum Einbauen eines bituminösen oder bitumenhaltigen Deckenbelags auf einer Verkehrsfläche ausgebildet. Der Straßenfertiger 1 weist ein Chassis 2 auf, das auf einem Fahrwerk 3 (Räder oder Raupen) selbstfahrend, d.h. durch einen Verbrennungsmotor 4 in Fahrtrichtung F (Einbaurichtung) läuft. Der Straßenfertiger 1 enthält einen Arbeitsplatz 5 für den Fahrer und die üblicherweise bei Straßenfertigern vorgesehenen Einrichtungen, also beispielsweise einen in Fahrtrichtung F vor dem Arbeitsplatz 5 liegenden Bunker 6 für heißes, bituminöses Einbaugut, und eine Einbaubohle 7, die in Fahrtrichtung F hinter dem Arbeitsplatz 5 nachgeschleppt wird. Das aus dem Bunker 6 entnommene und in nicht dargestellter Weise nach hinten transportierte Einbaugut wird einer Einbauschnecke oder einem anderen Querverteiler 8 vorgelegt, und dadurch gleichmäßig quer zur Fahrtrichtung F verteilt und der Einbaubohle 7 vorgelegt. Insbesondere im Bereich des Querförderers 8 ist es nicht zu vermeiden, dass Emissionen des heißen Einbaugutes, beispielsweise Bitumen-Aerosole, in die Umgebung gelangen. Obwohl diese Emissionen nach bisherigen Erkenntnissen keine Gesundheitsgefährdung darstellen, sind sie lästig, insbesondere für die Bedienpersonen, die ihnen den ganzen Tag ausgesetzt sind. Zu diesem Zweck ist eine Absaugeinrichtung 9 zum Absaugen der Emissionen vorgesehen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel enthält die Absaugeinrichtung 9 eine erste Absaugung 9a im Bereich des Querförderers 8. Die Absaugung 9a ist bevorzugt als Abdeckung 10 ausgebildet, die sich entlang des gesamten Querförderers 8 erstreckt und diesen zumindest nach oben hin abdeckt. Die Abdeckung 10 sammelt die Emissionen und leitet sie über eine Emissionsleitung 11 ab. Die Ableitung der Emissionen wird bevorzugt durch ein Saug-Blas-Aggregat 12 unterstützt, das beispielsweise eine elektrisch oder hydraulisch getriebene Turbine enthalten kann.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel enthält die Absaugeinrichtung 9 eine zweite Absaugung 9b, die die gegebenenfalls aus dem Bunker 6 austretenden Emissionen auffängt und ableitet. Die zweite Absaugung 9b enthält wiederum eine sich bevorzugt über die Breite des Bunkers 6 erstreckende Absaughaube 13, die, bevorzugt wiederum unterstützt durch ein nicht dargestelltes Saug-Blas-Aggregat, die Emissionen absaugt und über eine Emissionsleitung 14 ableitet.

Die beiden Emissionsleitungen 11 und 14 der beiden Absaugungen 9a, 9b werden in einer gemeinsamen Emissionsleitung 15 zusammengeführt.

Der Verbrennungsmotor 4, beispielsweise ein Dieselaggregat, enthält eine Auspuffanlage mit einer Motorabgasleitung 16, die in einen der üblichen Schalldämpfer 17 (Auspufftopf) mündet. Der Schalldämpfer 17 wirkt schalldämpfend durch eine Querschnittsvergrößerung zwischen der Motorabgasleitung 16 und dem Inneren des Schalldämpfers 17.

Wie insbesondere in den 2 bis 4 dargestellt, enthält der Schalldämpfer 17 einen Mantel 17a, der zylindrisch, quaderförmig oder von irgendeinem anderen Querschnitt sein kann. Der Mantel 17a ist mit einer im Wesentlichen senkrechten Mittellinie angeordnet und durch eine untere Abdeckung 17b und eine obere Abdeckung 17c nach oben und unten verschlossen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Abdeckungen 17b und 17c als im Wesentlichen kreisförmige Scheiben ausgebildet und erstrecken sich senkrecht und quer zur Mittellinie des Mantels 17a. Die Abdeckungen können jedoch auch kegelförmig oder pyramidenförmig oder dgl. ausgebildet sein und/oder einstückig mit dem Mantel verbunden und durch Biegen einen Verschluss des Schalldämpfers bewirken.

Die Emissionsleitung 15 ist als Rohr mit geschlossener Wandung und einem im Wesentlichen konstanten Querschnitt ausgebildet und tritt in den unteren Bereich des Schalldämpfers 17, bevorzugt durch eine Durchdringung der unteren Abdeckung 17b hindurch, in das durch den Mantel 17a umschlossene Innere des Schalldämpfers 17 ein und durchquert den Schalldämpfer 17 von unten nach oben ohne Strömungsverbindung mit dem Inneren des Schalldämpfers 17. Anschließend tritt die Emissionsleitung 15 im oberen Bereich wieder aus dem Schalldämpfer 17 aus, bevorzugt durch eine Durchdringung der oberen Abdeckung 17c. Oberhalb des Schalldämpfers 17 setzt sich die Emissionsleitung 15 mit einem Auslassbereich 15a, der in einer Auslassöffnung 15b mündet, fort.

Der Schalldämpfer 17 ist als Halterung für die Emissionsleitung 15 ausgebildet, wobei es bevorzugt die untere Abdeckung 17b und/oder die obere Abdeckung 17c sind, die die Emissionsleitung 15 halten. Die Halterung kann durch dimensionsmäßig an den äußeren Umfang der Emissionsleitung 15 angepasste Durchdringungsöffnungen im Schalldämpfer 17 bewirkt werden. Bevorzugt ist die Emissionsleitung 15 am Schalldämpfer 17 angeschweißt, was zweckmäßigerweise im Bereich der Durchdringungsöffnungen, d.h. der unteren und/oder oberen Abdeckungen 17b, 17c geschieht. Durch diese Halterung ist, wie die Figuren zeigen, keine weitere Befestigung, beispielsweise durch Rohrschellen, Verbindungsstege, Klemmen oder dgl. im Bereich des Schalldämpfers 17 und des Auslassbereiches 15a notwendig.

Die Abgasanlage mündet mit ihrer Abgasleitung 16 ebenfalls in den unteren Bereich des Schalldämpfers 17 ein. Die Abgasleitung 16 kann, wie 2 zeigt, schräg zur Mittellinie des Mantels 17a oder, wie 3 zeigt, senkrecht zur Mittellinie des Mantels 17a angeordnet sein. Die Motorabgase gelangen in den Schalldämpfertopf hinein, entspannen sich, wodurch eine Schalldämpfung erreicht wird, und verlassen den Schalldämpfer 17 im oberen Bereich über einen Auslassbereich 16a, der in einer Auspufföffnung 16b endet, ohne sich mit den Emissionen zu vermischen. Auch die Motorabgasleitung 16 und ihr Auslassbereich 16a sind bevorzugt an den Schalldämpfer angeschweisst.

Die Emissionsleitung 15 und die Motorabgasleitung 16 im Bereich des Auslassbereiches 16a sind mit im Wesentlichen parallelen Mittellinien zueinander angeordnet, wobei die Mittellinien der Leitungen 15, 16a im Wesentlichen parallel zur Mittellinie des Schalldämpfers 17 verlaufen, und die Mittellinien der Emissionsleitung 15 mit dem Auslassbereich 15a, des Auslassbereiches 16a und des Schalldämpfers 17 in einer gemeinsamen Ebene liegen. Wie insbesondere 1 zeigt, sind die Auslassbereiche 15a, 16a in Fahrtrichtung F hintereinanderliegend angeordnet, so dass der Sichtbereich des Fahrers vom Arbeitsplatz 5 durch die zweite Leitung 15 nicht beeinträchtigt wird, wenn die Auspuffanlage schräg seitlich vor dem Arbeitsplatz 5 angeordnet ist. Darüber hinaus ist auch der Schalldämpfer 17 nicht oder nur unwesentlich vergrößert, so dass auch hier keine Sichtbeeinträchtigung des Fahrers zu befürchten ist.

Weiterhin sind die Auslassöffnungen 15b, 16b in Fahrtrichtung F nach hinten und über das Chassis 2 (beispielsweise ein Dach 2a über dem Arbeitsplatz 5) gerichtet, können jedoch auch nach vorn gerichtet sein.

In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten Ausführungsbeispiels kann der Schalldämpfer mit den beiden Abgasrohrleitungen auch an anderen geeigneten Stellen des Fertigers 1 angeordnet sein. Es können zusätzliche Absauger oder nur Absauger an besonders exponierten Stellen vorgesehen sein. Die beiden Abgasleitungen können auch einen anderen Querschnitt aufweisen.


Anspruch[de]
Straßenfertiger (1), mit einem Verbrennungsmotor (4), einer Motorabgasleitung (16), die mit einem Schalldämpfer (17) mit einem gegenüber der Motorabgasleitung (16) vergrößerten Durchmesser versehen ist, und einer Leitung (15) zum Ableiten von Emissionen des Einbauguts, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsleitung (15) mischfrei durch den Schalldämpfer (17) geleitet und der Schalldämpfer (17) als Halterung für die Emissionsleitung (15) ausgebildet ist. Straßenfertiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsleitung (15) mit ihrer Mittellinie parallel zu einer Mittellinie des Schalldämpfers (17) verläuft. Straßenfertiger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Einlassbereich der Motorabgasleitung (16) mit ihrer Mittellinie im Winkel zu einer Mittellinie des Schalldämpfers (17) verläuft. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Auslassbereich (16a) der Motorabgasleitung (16) den Schalldämpfer (17) parallel zu einer Mittellinie des Schalldämpfers (17) verlässt. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalldämpfer (17) eine untere Abdeckung (17b) aufweist, die als Halterung für die Emissionsleitung (15) ausgebildet ist. Straßenfertiger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsleitung (15) in die untere Abdeckung (17b) eingeschweißt ist. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalldämpfer (17) eine obere Abdeckung (17c) aufweist, die als Halterung für die Emissionsleitung (15) ausgebildet ist. Straßenfertiger nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsleitung (15) in die obere Abdeckung (17c) eingeschweißt ist. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsleitung (15) mit einem Auslassbereich (15a) nach oben über den Schalldämpfer (17) übersteht. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Motorabgasleitung (16) mit einem Auslassbereich (16a) nach oben über den Schalldämpfer (17) übersteht. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Auslassbereiche (15a, 16a) der Motorabgasleitung (16) und der Emissionsleitung (15) in Fahrtrichtung (F) hintereinanderliegend angeordnet sind. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass Auslassbereiche (15a, 16a) der Motorabgasleitung (16) und der Emissionsleitung (15) bezüglich der Fahrtrichtung (F) nach hinten oder nach vorn gerichtet sind. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das die Emissionsleitung (15) oberhalb eines Bedienplatzes (5) ausmündet.






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