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Dokumentenidentifikation EP1775825 31.05.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001775825
Titel Ringförmiges Blechpaket aus einem elektromagnetischen Blechband
Anmelder LCD Laser Cut AG, Densbüren, CH
Erfinder Senn, Georg, 5026 Densbüren, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 21.09.2006
EP-Aktenzeichen 064054018
EP-Offenlegungsdatum 18.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse H02K 15/02(2006.01)A, F, I, 20070320, B, H, EP

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines im wesentlichen ringförmigen Blechpakets, insbesondere für einen Rotor und/oder einen Stator einer elektrischen Rotationsmaschine, aus einem elektromagnetischen Blechband mit an der einen Längsseite in konstantem Abstand parallel verlaufenden, identischen Zähnen, welche mit das Blechband bis auf einen im Bereich der anderen geschlossenen Längsseite angeordneten Verbindungsstegen durchgreifenden, plansymmetrischen Aussparungen alternieren, wobei ein Rollwerkzeug das strukturierte Blechband zur Bildung des ringförmigen Blechpakets zu koaxial flächig aufeinander liegenden Einzelschlaufen biegt, stapelt und nach dem Abtrennen zum Verpressen und Verbinden weitergibt. Ferner betrifft die Erfindung ein Blechband zur Herstellung eines im Wesentlichen ringförmigen Blechpakets und einen Rotor oder Stator hergestellt mit einem genannten Blechband.

Stand der Technik

Es ist bekannt, dass Magnetkerne, beispielsweise von Generatoren und Elektromotoren, vorteilhaft nicht massiv hergestellt, sondern aus einzelnen dünnen Weicheisenblechen zusammengesetzt sind, die voneinander elektrisch isoliert sind. Die Orientierung der Blechpakete ist dabei so gewählt, dass die magnetischen Feldlinien nicht behindert werden, und Wirbelstrombahnen möglichst kurz ausfallen.

Weichmagnetische Werkstoffe werden in an sich bekannter Weise anwendungsbezogen, beispielsweise abhängig von der beabsichtigten Arbeitsfrequenz, und nach dem spezifischen elektrischen Widerstand p ausgewählt. Für Reineisen beträgt p etwa 0.13 &OHgr;·mm2/m, bei Eisen mit 3 Gew.-% Aluminium liegt p bei etwa 0.4 &OHgr;·mm2/m.

Die in der Regel einige wenige Zehntelmillimeter dicken Bleche eines Blechpakets werden zweckmässig ausgestanzt, abgezählt, zu einem Stapel aufgeschichtet und zusammengepresst. Das Verbinden der einzelnen Bleche erfolgt durch Verschrauben, Vernieten, Löten, Schweissen, Stanzpressen und/oder Kleben. Das fertige Blechpaket präsentiert sich makroskopisch betrachtet wie ein massiver Block und ist je nach der Verbindungsart der Einzelbleche beliebig bearbeitbar, hat jedoch vorteilhaftere elektromagnetische Eigenschaften als ein massiver Magnetkern. Besonders vorteilhafte Eigenschaften haben Blechpakete aus mit einem isolierenden Backlack miteinander verbundenen Einzelblechen.

Insbesondere für Rotoren werden ringförmige Blechpakete nach aus mehreren Publikationen bekannten Verfahren hergestellt:

  • Nach der DE 10013690 B4 werden im Wesentlichen bogenförmige Blechsegmente ausgestanzt, aufgestapelt und miteinander zu Blechstapelsegmenten verbunden. Die einzelnen Segmentblöcke werden zu einem ringförmigen Blechpaket zusammengefügt und miteinander verbunden.
  • Die DE 2629532 C2 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines ringförmigen Blechpakets aus elektromagnetischem Material, nach welchem Verfahren Blechbänder mit einer Länge des Umfang des herzustellenden ringförmigen Blechpakets ausgestanzt werden. Diese ausgestanzten Bleche werden aufeinander geschichtet, miteinander verbunden und der Stapel zu einem ringförmigen Blechpaket gebogen.
  • Die US 6630766 B1 beschreibt ein entsprechendes Verfahren, besondere Beachtung wird einem optimalen Magnetschluss zwischen den Segmenten geschenkt. Nach dem Biegen der Blechpakete zu einem Ring liegen die Stossflächen der Segmente mit möglichst grösserer Kontaktfläche aneinander. Die einzelnen Segmente sind durch das beim Bandstanzen übrig bleibende Material gebildet, die verbundenen Stege sind für weiche Übergänge gerundet und bilden nach dem Biegen der Blechpakete eine nach aussen überstehende Biegefalte.

Weiter ist es aus der US 6729011 B2 und der US 2004/0083598 A1 bekannt, Blechbänder mit bis auf einen Verbindungssteg ausgestanzten Hohlräumen flächig übereinander liegend spiralförmig aufzuwickeln und zu einem ringförmigen Blechpaket zu verbinden. Dabei bleibt der aussen liegende Verbindungsbereich jedoch nicht glatt in einer Ebene, sondern wird wellig bis zerknittert.

Darstellung der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vereinfachtes Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchen die mechanischen und elektromagnetischen Eigenschaften der ringförmigen Blechpakete wenigstens gleich gut wie bei bekannten Verfahren sind und der Bereich des Verbindungsstegs optimal glatt in einer Ebene bleibt.

Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass ein Winkel &agr; zwischen den seitlichen Kanten der Verbindungskanäle des Blechbands beim Biegen kontinuierlich geschlossen wird, wobei die seitlichen Kanten, in Richtung von aussen nach innen, lückenlos auf Stoss aneinandergelegt werden und der betreffende Verbindungssteg zunehmend gestreckt wird. Spezielle und weiterbildende Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen.

Mit dem erfindungsgemässen kontinuierlichen Verfahren kann nicht nur die Anzahl von Arbeitsvorgängen vermindert, sondern auch die Ausbildung von Wellen oder Knitterstellen im Bereich des Verbindungsstegs verhindert werden, weil dieser im Verlauf des Biegevorgangs kontinuierlich mehr gestreckt wird und glatt auf einer Ebene bleibt.

Das Blechband muss nicht auf den Umfang des ringförmigen Blechstapel oder eines Teils davon abgelängt werden, ebenso entfällt das stirnseitige Verbinden eines Blechpakets oder von Blechpaketsegmenten. Dadurch entfallen mögliche, durch die Verbindungstechnik bedingte magnetische Störquellen. Insbesondere wird bei einem vollständigen Formschluss der erwähnten seitlichen Kanten mit einer Einbuchtung/Ausbuchtung auch der Radius des herzustellenden ringförmigen Blechpakets exakt erreicht.

Das Verpressen und Verbinden der koaxial aufeinander liegenden, schlaufenförmigen Blechlagen erfolgt mit üblichen Vorrichtungen und Prozessen, insbesondere jedoch mittels eines ein- oder beidseitig auf das Blechband aufgetragenen Backlackes. Koaxial aufeinander gestapelt verbacken so die Einzelschlaufen zu einem Block mit regelmässiger laminarer Struktur.

Das Verfahren wird vorzugsweise mit einem strukturierten, insbesondere ausgestanzten Blechband durchgeführt, das auf der geschlossenen Längsseite mit dem Raster der Segmente ausgeformte Bogenstücke aufweist, die etwa dem Radius r der zu bildenden ringförmigen Blechpaket entsprechen.

Das für das erfindungsgemässe Verfahren eingesetzte Blechband weist auf der Aussenseite der Verbindungsstege bevorzugt eine flache runde Einbuchtung auf und bildet so eine Biegezone. Die Tiefe der Einbuchtung erstreckt sich zweckmässig über höchstens etwa 50%, insbesondere über höchstens etwa 30% der Dicke des Verbindungsstegs. Nach dem Biegen des Blechbands bestehen keine peripher überstehenden Blechfalten, was sich bei der Verwendung des ringförmigen Blechpakets vorteilhaft auswirkt.

Wie ebenfalls an sich bekannt, können die koaxial übereinander liegenden Schlaufen des Blechbandes auch durch Stanzpressen miteinander verclipt werden, beispielsweise mittels Nocken. Die zwischen den einzelnen Blechschlaufen liegende Isolierschicht kann klebend oder nicht klebend sein. Die Schichtdicke der isolierenden Klebstoff- beziehungsweise Lackschichten liegt in der Praxis bei wenigen Mikrometern, also deutlich unter der Dicke der Blechschicht.

Bezüglich der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Vorrichtung einen das ringförmige Blechpaket nach innen begrenzenden Drehzapfen, einen nach Hub und Vorschub gesteuerten Niederhalter für das Blechband, eine Mitnehmerdrehbüchse und einen Gegenhalter umfasst. Die fertigen Blechpakete mit dem aufgewickelten Blechband werden einer weiteren Vorrichtung zum Verpressen und Verbinden des schlaufenförmig gestapelten Blechbands zugeführt.

Ein wichtiger Aspekt der Erfindung liegt nicht zuletzt auch darin, ein Blechband geeignet zu strukturieren, so dass mit möglichst geringem herstellungstechnischem Aufwand ein Körper (für einen Rotor oder Stator eines Elektromotors) gerollt werden kann, welcher vorteilhafte Eigenschaften hat.

In an sich bekannter Weise hat das Blechband zur Herstellung eines im Wesentlichen ringförmigen Blechpakets Segmente, welche jeweils mindestens einen Zahn aufweisen und durch Verbindungsstege miteinander verbunden sind. An einer ersten Längsseite des Blechbandes sind Zähne in konstantem Abstand (L) parallel zueinander angeordnet und an einer zweiten Längsseite befinden sich die Verbindungsstege, so dass zwischen den Segmenten von der ersten Längsseite bis an die Verbindungsstege durchgreifende Ausschnitte mit einem Kanalbereich mit aufeinander passenden seitlichen Kanten gebildet werden. Gemäss der Erfindung hat der Kanalbereich an seinem dem Verbindungssteg zugewandten Ende einen Wippenpunkt, so dass sich die seitlichen Kanten beim Biegen des Blechbandes zwecks Herstellung des ringförmigen Blechpakets an diesem Wippenpunkt zuerst berühren und dass beim Schliessen des Kanalbereichs der Verbindungssteg infolgedessen zunehmend gestreckt wird. (Der Wippenpunkt ist nicht zwingend eine punktförmige Berührung, sondern kann auch eine etwas grössere, flächige Berührungsstelle sein. Ferner kann sich die als der Wippenpunkt dienende Berührungsstelle beim Biegen des Blechs auch verschieben.)

Vorzugsweise verläuft der Kanalbereich schräg zu der ersten Längsseite. Damit wird erreicht, dass die Unstetigkeit, welche sich beim Stoss der Blechkanten im Bereich des zusammengeschobenen Kanals im Blechstapel ergeben, dorthin verlegt werden können, wo es für den Magnetfluss weniger kritisch ist.

Typischerweise ist bei einem Rotor oder Stator die Aussparung (welche für die Drahtwicklung vorgesehen ist) im Wesentlichen rechteckig. Der Kanalbereich kann von einem Eckbereich der Aussparung ausgehend schräg in Richtung einer Mittelachse des Zahns verlaufen. Es wird dadurch ein ungefähr L-förmiges Segment gebildet. Die Unstetigkeit im magnetischen Blechstapel ist dann nicht mehr in einem Bereich, in welchem der Magnetkörper den minimalen Querschnitt hat.

Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen, welche auch Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen sind, näher erläutert. Es zeigen schematisch:

Fig. 1
eine Draufsicht auf ein Rollwerkzeug für zwei ineinander gestanzte Blechbänder,
Fig.2
eine Ansicht eines arbeitenden Rollwerkzeugs mit einem ringförmigen Blechpaket,
Fig. 3
eine Variante gemäss Fig. 2 mit einem fertig gefüllten und einem abgesenkten Blechpaket,
Fig. 4
eine vergrösserte Draufsicht auf ein gestanztes Blechband,
Fig. 5
eine Teildraufsicht auf den Verbindungsbereich zweier Segmente eines zu einer Schlaufe gebogenen Blechbands,
Fig. 6
einen Ausschnitt eines gekrümmten Blechbands mit schräg verlaufendem Kanal in der Draufsicht.

Wege zur Ausführung der Erfindung

In Fig. 1 ist das Grundprinzip eines Rollwerkzeugs 10 dargestellt. Zwei Blechbänder 12 sind platzsparend ineinander gestanzt, jede Aussparung 14 des einen Bandes 12 umschliesst einen Zahn 16 des andern Bandes. Damit können die Bandabfälle optimiert werden. Den Zähnen angeformte Segmente 18 sind über einen in den Fig. 4 und Fig. 5 näher dargestellten Verbindungsbereich 20 miteinander verbunden.

In einem Bereich A werden die beiden Blechbänder 12 bezüglich der Zeichnungsebene senkrecht gegeneinander verschoben und auseinander laufend in Richtung einer Vorrichtung mit einem Rollwerkzeug 22 geführt. Dieses bildet mit Hilfe eines Drehzapfens 26 koaxial übereinander liegende Schlaufen 24 des Blechbandes 12. Diese Schlaufen 24 liegen vollflächig aufeinander. In einer Trennstation 26 wird das Band 12 abgeschnitten, sobald der ringförmige Blechstapel 36 mit den Schlaufen 24 die vorgegebene Höhe erreicht hat. Die Drehrichtung der beiden ringförmigen Blechstapel 36 ist mit Pfeilen 30 bezeichnet.

Ein voller ringförmiger Blechstapel 36 wird durch eine mit weiteren Pfeilen 32 angedeutete Rotationsbewegung entfernt und gleichzeitig ein neuer Drehzapfen 26 positioniert. Vorliegend ist die Endposition des weggeschwenkten fertigen ringförmigen Blechstapels 36 gezeichnet. Dieser kann dank eines zweiteiligen schwenkbaren Hebels ausserhalb des Arbeitsbereichs entfernt und durch einen leeren Drehzapfen 26 ersetzt werden.

Fig. 2 zeigt ein Rollwerkzeug 22 in Arbeitsposition. Der mit nicht dargestellten maschinellen Mitteln angetriebene Drehzapfen 26 weist eine schraubenlinienförmig verlaufende Nutfräsung auf, welche als Bandführung dient. Ein nach Hub- und Vorschub gesteuerter, ringförmig ausgebildeter Niederhalter 34 führt das Blechband 12 um den Drehzapfen 26, wobei es gleichzeitig zu dem Drehzapfen 26 innenseitig anliegenden Schlaufen 24, auch Paketrollfalten genannt, gebogen wird. Dabei wird kontinuierlich ein ringförmiger Blechstapel 36 gebildet. Aussenseitig liegt dem Blechstapel 36 eine Mitnehmer- Drehbüchse 40 an, welche ihrerseits einen nach Vorschub gesteuerten Antrieb 38 aufweist. Ein gefederter Gegenhalter 42 trägt den ringförmigen Blechstapel 36 und ermöglicht eine kontinuierliche Absenkung.

In Fig. 3 sind zwei fertige ringförmige Blechstapel 36 gezeigt, welche koaxial übereinander liegen.

Der untere Blechstapel 36 wird entfernt, nach dem Absenken des oberen ringförmigen Blechstapels 36 kann die Rollarbeit wieder aufgenommen werden.

Die Federung der Gegenhalter 42 erfolgt mit Hilfe der Federn 46, vorliegend Tellerfedern im unteren Bereich.

Fig. 4 zeigt Details des gestreckten, gestanzten Blechbands 12. Auf der einen, vorliegend unteren Seite 48 des Blechbands 12 sind Aussparungen 50 ausgebildet, welche im unteren Bereich die Zähne 16 bildet. Im fertigen ringförmigen Blechpaket 36 dienen die Aussparungen 50 der Aufnahme von Drahtwicklungen 52, welche nur angedeutet sind. Diese werden gegen ein Abgleiten durch beidseitige Nasen 54 gesichert.

Die Aussparungen 50 setzten sich in Richtung der anderen, vorliegend oberen geschlossenen Längsseite 56, sich kanalförmig verengend, fort und münden in eine in Längsrichtung des Blechbandes 12 verlaufende Endöffnung 58 fort. Diese begrenzt mit der oberen Längsseite 56 einen Verbindungssteg 60, welcher verhältnismässig schmal ausgebildet ist. Diese sich vorliegend über 10 - 20% der Länge L eines Segments erstreckende Endöffnung 58 bildet die schraffiert gezeichnete flexible Zone F des Verbindungsstegs 60, welche ein problemloses Biegen des Blechbands 12 erlaubt. Der Verbindungssteg 60 weist im Bereich der Endöffnung 58 eine flache, runde Einbuchtung 64 auf, welche die flexible Zone F noch beweglicher macht. Die Tiefe der Einbuchtung 64 liegt in der Regel bei höchstens etwa 50%, insbesondere bei höchstens etwa 30%, der Dicke b des Verbindungsstegs 60.

Der Verlauf der seitlichen Kanten 66, 68 der Verbindungskanäle 70 zwischen den Aussparungen 50 und den Endöffnungen 78 im Winkel &agr; ist so vorausberechnet, dass diese Kanten 66, 68 zuerst im äussersten Bereich, also bei der Endöffnung 58, aufeinander stossen. Beim weiteren Anziehen bzw. Andrücken der Einzelschlaufe 24 schliesst der Verbindungskanal 70, auch mit einer Einbuchtung/Ausbuchtung 72/74 kontinuierlich nach innen, also in Richtung R. Beim vollständigen Aufeinander stossen der Kanten 66, 68 nach dem Biegen der Einzelschlaufen 24 mit einem Radius r (Fig. 3) liegt ein exakter Formschluss vor. Die Einzelschlaufen 24 werden durch Einbuchungen 72 in den seitlichen Kanten 66 und passende Ausbuchtungen 74 in den seitlichen Kanten 68 stabilisiert. Durch das kontinuierliche Schliessen der Verbindungskanäle 70 bis zum vollständigen Formschluss wird überdies auf die Verbindungsstege 60 durch Hebelwirkung eine zunehmende Zugkraft ausgeübt, welche die Wellenbildung oder Zerknitterung in diesem Bereich verhindert. Die Verbindungsstege 70 liegen weiterhin glatt in einer Ebene.

Ein exakter Formschluss der seitlichen Kanten 66, 68 im fertigen ringförmigen Blechstapel 36 (Fig. 3) ist mit Bezug auf den Magnetfluss von wesentlicher Bedeutung. Dieser erfolgt nur zu einem kleinen Teil durch die Verbindungsstege 60.

Beidseits des Blechbandes 12 ist eine Klebstoffschicht 76 angedeutet, welche sich über die gesamten Oberflächen 48, 56 des Blechbands 42 erstrecken. Beim Backprozess der aufeinander liegenden Schlaufen 24 (Fig. 2,3) werden die Oberflächen der Längsseiten 48, 56 fest, dauerhaft und bearbeitbar miteinander verbunden. Als Klebstoffschicht 76 besonders gut geeignet sind an sich bekannte Backlackschichten.

In Fig. 5 ist der Bereich eines Verbindungsstegs 60 einer auf einem Drehzapfen 26 gefalteten Schlaufe 24 (Fig. 2, 3) dargestellt. Die seitlichen Kanten 66, 68 mit der Ein- bzw. Ausbuchtung 72, 74 liegen auf Stoss formschlüssig exakt aufeinander und erlauben einen ungestörten Magnetfluss.

Aus Fig. 5 ist auch erkennbar, dass die gebogenen Schlaufen 24 im Bereich eines Verbindungsstegs 60 die periphere Längsseite 56 nicht überstehen, auch nicht mit Blick auf die segmentweise bogenförmige Ausführung der äusseren Oberfläche mit einem Radius r des ringförmigen Blechstapels 36 (Fig. 2,3).

Fig. 6 zeigt einen Ausschnitt des in die gewünschte Form gebogenen Blechbandes. Zwischen zwei benachbarten L-förmigen Segmenten 80, 81 des Blechbandes ist eine ungefähr rechteckige (bzw. leicht keilförmige) Aussparung 82 gebildet. (Die Aussparung 82 ist für die Drahtwicklung des Rotors bzw. Stators bestimmt.) Der Basisteil 83 des Segments 80 bildet einen Abschnitt eines Kreisringes, wobei eine ausreichende Zahl von Basisteilen einen geschlossenen Kreisring ergeben (Zylinderkörper des Rotors bzw. Stators). An der Ecke 84, welche zwischen der (der Aussparung 82 zugewandten) Innenseite des Basisteil 83 und dem Zahn 85 des nächsten Segments 81 gebildet wird, beginnt der Kanal 86. Er verläuft schräg bezüglich der Mittelachse 87 (welche die Symmetrieachse des Zahns 85 ist) und mündet in der Öffnung 88. Die Öffnung 88, welche das Ende des Kanals 86 vom Verbindungssteg 89 trennt und für das Stanzwerkzeug zwecks Herstellung des Kanals 86 benötigt wird, liegt im vorliegenden Beispiel ebenfalls auf der Mittelachse 87. An geeigneter Stelle, z.B. in der Mitte, hat der Kanal 86 eine Passform 90 (z.B. einander entsprechende Ein- und Ausbuchtungen der Kanalkanten), wie schon in Fig. 4 und 5 erläutert.

Das erfindungsgemässe Prinzip des Spannens des Verbindungsstegs 89 beim Biegen des Blechbandes erfolgt auch beim schräg verlaufenden Kanal in praktisch gleicher Weise wie beim gerade (d.h. senkrecht zur Längsrichtung des Blechbandes) verlaufenden Kanal gemäss Fig. 4, 5. Das heisst, in einer ersten Phase wird der Verbindungssteg 89 gebogen, bis sich der Kanal 86 als erstes im Wippenpunkt 91 schliesst. Zu Beginn der nachfolgenden zweiten Phase ist öffnet sich der Kanal 86 keilförmig in Richtung der Aussparung 82. Beim weiteren Biegen des Blechbandes schliesst sich der Kanal 86 sukzessive, wobei eine Spannkraft auf den Verbindungssteg 89 ausgeübt wird, infolge der Spreizbewegung, die durch den Wippeneffekt bewirkt wird. Wenn der Kanal 86 am Ende der zweiten Phase geschlossen und die beiden Kanalkanten durch die Passform 90 exakt positioniert sind, ist der schmale Verbindungssteg 89 gedehnt bzw. gestreckt (und nicht gestaucht wie beim Stand der Technik).

Das Aufrollen des Blechbandes zu einem Stapel funktioniert in der gleichen Art wie im Zusammenhang mit den T-förmigen Segmenten der Fig. 5 erläutert.

Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele begrenzt. Der Kanalbereich ("Fügezone") kann in unterschiedlichster Weise geformt sein. Insbesondere brauchen die Kanten des Kanals nicht gerade zu verlaufen. Der Wippenpunkt muss nicht zwingend als Ecke oder Spitze ausgebildet sein, sondern kann auch rund sein, so dass ein Abwälzen der Kanten aufeinander stattfindet.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines im wesentlichen ringförmigen Blechpakets (36), insbesondere für einen Rotor und/oder einen Stator einer elektrischen Rotationsmaschine, aus einem elektromagnetischen Blechband (12) mit an der einen Längsseite (48) in konstantem Abstand (L) parallel verlaufenden, identischen Zähnen (16), welche mit das Blechband (12) bis auf einen im Bereich der anderen, geschlossenen Längsseite (56) angeordneten Verbindungsstegen (60) durchgreifenden, plansymmetrischen Aussparungen (50) alternieren, wobei ein Rollwerkzeug (22) das strukturierte Blechband (12) zur Bildung des ringförmigen Blechpakets zu koaxial flächig aufeinander liegenden Einzelschlaufen (24) biegt, stapelt und nach dem Abtrennen zum Verpressen und Verbinden weitergibt,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein Winkel (&agr;) zwischen den seitlichen Kanten (66, 68) der Verbindungskanäle (70) des Blechbands (12) beim Biegen kontinuierlich geschlossen wird, wobei die seitlichen Kanten (66, 68), in Richtung (R) von aussen nach innen, lückenlos auf Stoss aneinander gelegt werden und der betreffende Verbindungssteg (60) zunehmend gestreckt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem vollständigen Formschluss der seitlichen Kanten (66, 68) mit einer Einbuchtung/Ausbuchtung (72, 74) der Radius (r) des ringförmigen Blechpakets (36) exakt erreicht wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Blechband (12) mit auf der geschlossenen Längsseite (56) im Raster (L) der Zähne (16) segmentweise ausgeformten Bogenstücken mit dem Radius r der zu bildenden Blechpakete (36) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Blechband 12 mit einer flachen, runden Einbuchtung (64) auf der Aussenseite der Verbindungsstege (60) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufrollen des Blechbands (12) die Verbindungsstege (60) innerhalb des durch die Längsseiten (56) gebildeten Aussenumfangs des ringförmigen Blechpakets (36) gebogen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei parallel verlaufende, ineinander greifend gestanzte Blechbänder (12) getrennt und gleichzeitig auf je einen Drehzapfen (26) aufgerollt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein wenigstens einseitig vollflächig mit einer elektrisch isolierenden Klebstoffschicht (76), vorzugsweise einer Backlackisolationsschicht, versehenes Blechband (12) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelschlaufen (24) des Blechbandes (12) durch Stanzpaketieren miteinander verbunden werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufrollen des Blechbandes (12) in der inneren Hälfte der Schlaufen (24) offene Räume für eine Drahtwicklung (52) geschaffen werden. Rollwerkzeug zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

es einen das ringförmige Blechpaket (36) nach innen begrenzenden Drehzapfen (26) mit einer schraubenlinienförmigen Nutfräsung, einen nach Hub- und Vorschub gesteuerten Niederhalter (34) für die Blechschlaufen (24), eine Mitnehmer- Drehbüchse (40) und einen gefederten Gegenhalter (42) umfasst.
Blechband (12) zur Herstellung eines im wesentlichen ringförmigen Blechpakets (36), insbesondere für einen Rotor und/oder einen Stator einer elektrischen Rotationsmaschine, a) mit Segmenten, welche jeweils mindestens einen Zahn aufweisen und durch Verbindungsstege (60) miteinander verbunden sind, b) wobei die Zähne (16) an einer ersten Längsseite (48) des Blechbandes in konstantem Abstand (L) parallel zueinander verlaufen und die Verbindungsstege (60) an einer zweiten Längsseite (56) des Blechbandes angeordnet sind, c) so dass zwischen den Segmenten von der ersten Längsseite (48) bis an die Verbindungsstege (60) durchgreifende Ausschnitte (50, 70) mit einem Kanalbereich (70) mit aufeinander passenden seitlichen Kanten (66, 68) gebildet werden,

dadurch gekennzeichnet, dass
d) der Kanalbereich (70) an seinem dem Verbindungssteg (60) zugewandten Ende einen Wippenpunkt??? aufweist, so dass sich die seitlichen Kanten (66, 68) beim Biegen des Blechbandes zwecks Herstellung des ringförmigen Blechpakets an diesem Wippenpunkt zuerst berühren und dass beim Schliessen des Kanalbereichs (70) der Verbindungssteg (60) infolgedessen zunehmend gestreckt wird.
Blechband nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalbereich (70) schräg zu der ersten Längsseite (48) verläuft. Blechband nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung im Wesentlichen rechteckig ist und dass der Kanalbereich von einem Eckbereich der Aussparung ausgehend schräg in Richtung einer Mittelachse des Zahns verläuft. so dass das Segment L-förmig ausgebildet ist. Rotor oder Stator hergestellt mit dem Blechband nach Anspruch 11.






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