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Dokumentenidentifikation DE102005046543B4 06.06.2007
Titel Koksofenbedienungseinrichtung
Anmelder Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH, 45881 Gelsenkirchen, DE
Erfinder Arnaschus, Norbert, Dipl.-Ing., 44879 Bochum, DE
Vertreter Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Eggert, 45128 Essen
DE-Anmeldedatum 28.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005046543
Offenlegungstag 01.03.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.2007
IPC-Hauptklasse C10B 33/08(2006.01)A, F, I, 20050928, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C10B 41/08(2006.01)A, L, I, 20050928, B, H, DE   
Zusammenfassung Dargestellt und beschrieben ist eine Koksofenbedienungseinrichtung (1) einer Koksausdrückmaschine und/oder einer Koksüberleitmaschine eines eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Verkokungskammern (3) aufweisenden Koksofens, ausgebildet zum Auffangen und Entfernen von Schlabberkoks im bzw. aus dem Bereich eines Meistergangs (2) des Koksofens, mit einer wenigstens eine Koksschaufel (5) aufweisenden Schaufeleinrichtung (4), wobei die Koksschaufel (5) in einer Auffangstellung zum Auffangen des Schlabberkokses und der Rahmenreinigungsrückstände unterhalb einer Ofentür der Verkokungskammer (3) in Bodennähe des Meistergangs (2) angeordnet ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass wenigstens eine Absaugeinrichtung (12) an und/oder in der Koksschaufel (5) zum Absaugen von im Bereich der Koksschaufel (5) freigesetzten Emissionen vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Koksofenbedienungseinrichtung einer Koksausdrückmaschine und/oder einer Koksüberleitmaschine eines eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Verkokungskammern aufweisenden Koksofens, ausgebildet zum Auffangen und Entfernen von Schlabberkoks im bzw. aus dem Bereich eines Meistergangs des Koksofens, mit einer wenigstens eine Koksschaufel aufweisenden Schaufeleinrichtung, wobei die Koksschaufel in einer Auffangstellung zum Auffangen des Schlabberkokses und der Rahmenreinigungsrückstände unterhalb einer Ofentür der Verkokungskammer in Bodennähe des Meistergangs angeordnet ist.

Verkokungsöfen bestehen aus einer Vielzahl von scheibenartig ausgebildeten Verkokungskammern, die in einer langen Reihe nebeneinander angeordnet sind. Im Anschluß an einen Verkokungsvorgang von Kohle wird der Koks aus dem Ofen mit einer Koksausdrückmaschine ausgedrückt. Das dazu notwendige Öffnen und Schließen der Ofentüren auf der Seite der Koksausdrückmaschine wird automatisch von der Koksausdrückmaschine ausgeführt. Der von der Koksausdrückmaschine aus dem Ofen gedrückte Koks wird durch die auf einer Koksüberleitmaschine integrierte Kuchenführung in ein Kokslöschfahrzeug geleitet. Das erforderliche Öffnen und Schließen der Ofentüren auf der Seite der Koksüberleitmaschine wird automatisch von der Koksüberleitmaschine ausgeführt.

Beim Öffnen der Ofentüren für den Ausdrückvorgang fallen sowohl auf der Seite der Koksausdrückmaschine als auch auf der Seite der Koksüberleitmaschine größere Mengen von Schlabberkoks an, die aus dem Bereich des jeweiligen Meistergangs entfernt werden müssen.

Zum Auffangen von Schlabberkoks sind aus dem Stand der Technik Koksofenbedienungseinrichtungen der eingangs beschriebenen Art bekannt, wobei die Koksschaufel in einer Auffangstellung unterhalb einer Ofentür der Verkokungskammer in Bodennähe des Meistergangs angeordnet ist und wobei die Koksschaufel von der Auffangstellung in eine Entleerungsstellung überführbar ist. Beim Überführen von der Auffangstellung in die Entleerungsstellung wird die Koksschaufel vom bodennahen Bereich des Meistergangs angehoben und in eine für die anschließende rückwärtige Entleerung erforderliche Stellung verschwenkt.

Aus der DE 6 750 015 U ist eine Vorrichtung an Koksofenanlagen zum Auffangen von Schlabberkoks bekannt, wobei eine an einem Koksausstoßwagen und/oder an einem Kokskuchenführungswagen vorgesehene an die Kammeröffnung einer Verkokungskammer ansetzbare und Schlabberkoks auffangende Koksschaufel vorgesehen ist.

Von Nachteil bei den bekannten Koksofenbedienungseinrichtungen der zuvor beschriebenen Art ist, daß von dem mit der Koksschaufel aufgefangenen Schlabberkoks im Bereich der Koksschaufel Stör- und Schadstoffe als Emissionen freigesetzt werden, die von den üblicherweise auf der Koksausdrückmaschine und/oder der Koksüberleitmaschine vorgesehenen Absaugeinrichtungen nicht erfaßt werden. Zu diesen Emissionen zählen neben Stäuben insbesondere dampf-, gas- oder rauchförmige Emissionen. Zum Teil ist die Koksschaufel zum Löschen von aufgefangenem Schlabberkoks zumindest zum Teil mit Wasser gefüllt, das beim Auffangen von heißem Schlabberkoks verdampft. Das Löschen des Schlabberkokses ist grundsätzlich mit und ohne Wasser möglich. Zusammen mit dem Dampf werden neben Partikeln auch gasförmige Schadstoffe aus dem Inneren der Koksschaufel in den Umgebungsbereich der Koksschaufel ausgetragen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Koksofenbedienungseinrichtung der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei es beim Auffangen von Schlabberkoks nicht zur Freisetzung von Emissionen kommen kann.

Die vorgenannte Aufgabe ist bei einer Koksofenbedienungseinrichtung der eingangs beschriebenen Art dadurch gelöst, daß wenigstens eine mit einer Seitenwand der Koksschaufel verbundene Absaugeinrichtung zum Absaugen von im Bereich der Koksschaufel freigesetzten Emissionen vorgesehen ist, wobei sich wenigstens eine in den Innenbereich der Koksschaufel gerichtete Absaugöffnung der Absaugeinrichtung zumindest teilweise über die Länge der Seitenwand erstreckt. Der Erfindung liegt an dieser Stelle der Grundgedanke zugrunde, die im Bereich der Koksschaufel freigesetzten Emissionen direkt zu erfassen, bevor es im wesentlichen zu einem Übertritt der Emissionen vom Inneren der Koksschaufel in die Umgebung kommen kann. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, daß die entstehenden Emissionen im wesentlichen vollständig erfaßt werden und nicht in den Umgebungsbereich übertreten können.

Die Absaugöffnung der Absaugeinrichtung ist in den Innenbereich der Koksschaufel gerichtet, was die Erfassung von im Inneren der Koksschaufel freigesetzten Emissionen weiter begünstigt. Im übrigen ist es nicht notwendig, daß sich die Absaugeinrichtung über die gesamte Längsseite der Koksschaufel erstreckt. Es reicht grundsätzlich aus, daß sich die Absaugeinrichtung lediglich über einen Teilbereich der Längsseite erstreckt, vorzugsweise über einen vorderen Abschnitt der Längsseite.

Vorzugsweise ist die Absaugeinrichtung an einer Längsseite der Koksschaufel vorgesehen, insbesondere an beiden Längsseiten der Koksschaufel. Dadurch ist es in einfacher Weise möglich, die im Inneren der Koksschaufel freigesetzten Emissionen weitgehend vollständig zu erfassen und den Übertritt der Emissionen in den Umgebungsbereich zu verhindern. Zudem wird die Entleerung der aufgefangenen überschüssigen Kohle und des aufgefangenen Schlabberkokses nicht durch die Absaugeinrichtung behindert. Ebenso gut ist es natürlich auch möglich, daß eine Absaugeinrichtung an der Vorderseite der Koksschaufel vorgesehen ist oder daß sich die Absaugeinrichtung über die beiden Längsseiten und die Vorderseite der Koksschaufel erstreckt.

Um die in der Koksschaufel freigesetzten Emissionen unabhängig von dem Füllgrad der Koksschaufel weitgehend vollständig erfassen zu können, ist die Absaugeinrichtung bzw. deren Absaugöffnung bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung im Bereich der Schaufeloberkante bzw. im Bereich der Oberkante einer Seitenwand der Koksschaufel vorgesehen, die mit der Absaugeinrichtung verbunden ist. Dabei kann zur weiteren Verbesserung der Absaugung die Seitenwand der Koksschaufel eine nach unten abgewinkelte oder gerundete Kante aufweisen, die die Erfassung von im Inneren der Koksschaufel freigesetzten Emissionen erleichtert. Dadurch wird zudem sichergestellt, daß es im wesentlichen zur Absaugung der im Inneren der Koksschaufel freigesetzten Emissionen kommt und daß der Anteil des ebenfalls erfaßten Luftstroms aus der Umgebung möglichst gering gehalten ist.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß sich wenigstens eine Absaugöffnung der Absaugeinrichtung über die gesamte Länge der mit der Absaugeinrichtung verbundenen Seitenwand erstreckt. Dadurch ist eine gleichmäßige Erfassung von Emissionen über die gesamte Längsseite der Seitenwand gewährleistet.

Die Absaugeinrichtung kann vorzugsweise als Wirbelhaube ausgebildet sein, um eine möglichst gleichmäßige Erfassung auf der gesamten Schaufellänge und eine hohe Absaugleistung bei kleiner Baugröße der Absaugung zu gewährleisten. Zur Dimensionierung der Wirbelhaube ist der notwendige Erfassungsvolumenstrom nach dem Verfahren der Volumenstrombilanzierung zu ermitteln.

Ist die Absaugeinrichtung als Wirbelhauben-Absaugeinrichtung ausgebildet, so kann eine innenliegende Führungsfläche der Absaugeinrichtung durch eine vorzugsweise schräggestellte Seitenwand der Koksschaufel gebildet werden. Die Führungsfläche ist dazu vorgesehen, die im Inneren der Koksschaufel freigesetzten Emissionen in Richtung auf die Absaugöffnung der Absaugeinrichtung zu leiten. In diesem Zusammenhang kann weiter vorgesehen sein, daß die Seitenwand der Koksschaufel und die Wirbelhaube einstückig ausgebildet sind, wobei die obere Kante der Seitenwand der Form einer Wirbelhaube entsprechend nach innen umgebogen sein kann. Werden die Führungsfläche und die Wirbelhaube einstückig aus einer Seitenwand der Koksschaufel gebildet, trägt dies zu einem einfachen konstruktiven Aufbau der erfindungsgemäßen Koksofenbedienungseinrichtung bei. Die Erfindung läßt es jedoch bedarfsweise auch zu, daß eine Absaugeinrichtung mit einer Seitenwand oder einer Vorderwand der Koksschaufel verbunden, beispielsweise verschraubt oder verschweißt wird, was ein späteres Nachrüsten der Koksschaufel einer Koksofenbedienungseinrichtung mit einer Absaugeinrichtung ermöglicht.

Je nach Ausführungsform kann der Querschnitt der Wirbelhaube teilzylindrisch oder polygonal ausgebildet sein, wobei bei beiden Formen ein Endabschnitt der Wirbelhaube zu der Mittelachse der Wirbelhaube eingezogen sein kann, um eine gewünschte Einengung der Strömung vor dem Eintritt in den Bereich der Absaugöffnung zu erreichen.

Ist als Absaugeinrichtung eine Wirbelhaube vorgesehen, so kann diese wenigstens zwei Absaugstellen aufweisen. Beispielsweise ist es möglich, daß wenigstens zwei durch den Mantel der Wirbelhaube hindurchgeführte und in die Haube hineinragende Senkenrohre vorgesehen sind, daß die Senkenrohre an ein Absaugsystem angeschlossen sind und strömungstechnisch jeweils eine Doppelsenke darstellen, wobei die Senkenrohre derart voneinander beabstandet angeordnet sind, daß sich zwischen benachbarten Senkenrohren jeweils eine Drallströmung ergibt. Damit wird eine besonders hohe Absaugleistung bei geringem Energieverbrauch des Absaugsystems sichergestellt.

Der Erfassungsvolumenstrom der Absaugeinrichtung setzt sich zusammen aus dem Emissionsvolumenstrom, in der Regel einem Schadstoff-Luft-Gemisch, und aus der Umgebung induzierten Luftströmen. Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, daß der Erfassungsvolumenstrom der Absaugeinrichtung größer als der Emissionsvolumenstrom in der Höhe der Absaugeinrichtung ist. Dadurch kann in jedem Fall sichergestellt werden, daß die im Inneren der Koksschaufel freigesetzten kontaminierten Luftströme im wesentlichen vollständig erfaßt werden. Die Größe des Erfassungsvolumenstromes ist unter anderem abhängig von der Form des Erfassungselements der Absaugeinrichtung. Aus dem Emissionsvolumenstrom in Höhe der Absaugeinrichtung bzw. in Höhe der Absaugöffnung berechnet sich der Erfassungsvolumenstrom entsprechend der nachfolgend angegebenen Gleichung V.1(h) = V.0(h)·&sgr; mit

V. 1(h)
= Erfassungsvolumenstrom,
V. 0(h)
= Emissionsvolumenstrom in Höhe der Absaugeinrichtung und
&sgr;
= Sicherheitsbeiwert zur Berücksichtigung von aus der Umgebung induzierten Luftströmen bei der Berechnung des Erfassungsvolumenstroms.

Bei Versuchen, die im Zusammenhang mit der Erfindung durchgeführt worden sind, konnte ein Wert für den Sicherheitsbeiwert &sgr; von 1,1 bis 3,0, vorzugsweise von ca. 1,5, ermittelt werden. Das Verhältnis aus Erfassungsvolumenstrom zu Emissionsvolumenstrom beträgt in Höhe der Absaugeinrichtung folglich zwischen 1,1 bis 3,0, vorzugsweise ca. 1,5.

Die erfindungsgemäße Koksofenbedienungseinrichtung kann auf der Koksausdrückmaschine und/oder auf der Koksüberleitmaschine vorgesehen werden. Der Erfassungsvolumenstrom sollte vorzugsweise zwischen 3.000 m3/h und 5.000 m3/h betragen, sofern die Koksofenbedienungseinrichtung auf der Koksausdrückmaschine vorgesehen ist. Auf der Koksüberleitseite des Koksofens kann der Erfassungsvolumenstrom zwischen 2.000 m3/h und 4.000/h m3 betragen, da in der Regel der Emissionsvolumenstrom auf der Seite der Koksüberleitmaschine geringer ist als auf der Seite der Koksausdrückmaschine des Koksofens. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung konnte ein Erfassungsvolumenstrom auf der Seite der Koksausdrückmaschine von ca. 4.200 m3/h und auf der Seite der Koksüberleitmaschine von ca. 3.000 m3/h ermittelt werden.

Im einzelnen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Koksofenbedienungseinrichtung auszugestalten und weiterzubilden, wobei einerseits auf die abhängigen Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende detaillierte Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung verwiesen wird. In der Zeichnung zeigen

1 eine Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Koksofenbedienungseinrichtung ausgebildet zum Auffangen und Entfernen von Schlabberkoks o. dergleichen mit einer eine Koksschaufel aufweisenden Schaufeleinrichtung, wobei die Koksschaufel in einer Auffangstellung angeordnet ist,

2 die in 1 dargestellte Koksofenbedienungseinrichtung, wobei die Koksschaufel in einer Entleerungsstellung angeordnet ist,

3 eine Seitenansicht einer Schaufeleinrichtung der in 1 dargestellten Koksofenbedienungseinrichtung,

4 eine Draufsicht auf die in 3 dargestellte Schaufeleinrichtung und

5 eine Vorderansicht der in 3 dargestellten Schaufeleinrichtung.

In 1 ist eine erfindungsgemäße Koksofenbedienungseinrichtung 1 ausgebildet zum Aufnehmen und Entfernen von Schlabberkoks im bzw. aus dem Bereich eines Meistergangs 2 einer nicht im einzelnen dargestellten Koksausdrückmaschine eines eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Verkokungskammern 3 aufweisenden Koksofens schematisch dargestellt. Die Koksofenbedienungseinrichtung 1 weist eine Schaufeleinrichtung 4 mit wenigstens einer Koksschaufel 5 auf, wobei die Koksschaufel 5 in 1 in einer Auffangstellung zum Auffangen von Schlabberkoks unterhalb einer Türöffnung der Verkokungskammer 3 in Bodennähe des Meistergangs 2 angeordnet ist. Seitlich neben der Türöffnung der Verkokungskammer 3 befindet sich ein Ankerträger 6. Im Überleitbereich zwischen dem Inneren der Verkokungskammer 3 und dem Meistergang 2 ist eine Rutsche 7 vorgesehen, über die in nicht dargestellter Weise aus dem Inneren der Verkokungskammer 3 beim Ausdrückvorgang austretender Schlabberkoks in die Koksschaufel 5 der Schaufeleinrichtung 4 übergeleitet wird.

Die Koksofenbedienungseinrichtung 1 weist darüber hinaus eine Überleiteinrichtung 8 zum Überleiten des von der Koksschaufel 5 aufgenommenen Schlabberkokses in einen Auffangbehälter 9 auf. Der Inhalt der Koksschaufel 5 kann auch in einen Bunker oder auf Seite der Koksüberleitmaschine in eine Kokskuchenführungseinrichtung übergeleitet werden. Die Überleiteinrichtung 8 weist eine schräg gestellte weitere Rutsche 10 auf, die zwischen dem Auffangbehälter 9 und der Schaufeleinrichtung 4 hin und her verfahrbar ausgebildet ist.

In 2 ist die Schaufeleinrichtung 4 mit der Koksschaufel 5 in einer Entleerungsstellung bzw. Grundstellung dargestellt. Die Entleerung erfolgt über die Rutsche 10. Ferner ist es zum Überführen der Koksschaufel 5 von der Auffangstellung in die Entleerungsstellung notwendig, die Koksschaufel 5 vom Bodenbereich des Meistergangs 2 anzuheben und zur Entleerung um die Schwenkachse 11 zu verschwenken. Das Löschen des Schlabberkokses ist mit und ohne Wasser möglich.

In den 3 bis 5 ist eine Schaufeleinrichtung 4 der erfindungsgemäßen Koksofenbedienungseinrichtung 1 dargestellt. Die Schaufeleinrichtung 4 weist eine Koksschaufel 5 mit zwei Absaugeinrichtungen 12 auf, die an den beiden Längsseiten der Koksschaufel 5 vorgesehen sind. Die Koksschaufel 5 weist im übrigen einen an sich aus dem Stand der Technik bekannten Aufbau auf. Gleiches gilt für die Schaufeleinrichtung 4. Bei der dargestellten Ausführungsform ist es weiter vorgesehen, daß sich die Absaugeinrichtungen 12 im wesentlichen über die gesamte Länge von Seitenwänden 13 der Koksschaufel 5 im Bereich der im wesentlichen horizontal, jedoch auch schräg verlaufenden Schaufeloberkanten erstrecken und mit den Seitenwänden 13 verbunden sind. Neben den Seitenwänden 13 sind weitere Seitenwände 14 vorgesehen, die mit den Seitenwänden 13 verbunden sind und schräg nach oben zulaufen. Die Erfindung läßt es bedarfsweise auch zu, daß eine weitere Absaugeinrichtung an der Vorderwand 15 der Koksschaufel 5 vorgesehen sein kann oder daß sich die Absaugeinrichtungen 12 über die gesamte Längsseite der Koksschaufel 5, d.h. über die gesamte Länge der Seitenwände 13, 14 im Bereich entsprechend ausgebildeter Schaufeloberkanten erstrecken.

Schlabberkoks, der beim Ausdrückvorgang aufgefangen worden ist, wird in an sich bekannter Weise über die Rückwand 16 der Koksschaufel 5 beim Entleerungsvorgang der Koksschaufel 5 über die Rutsche 10 in den Auffangbehälter 9 geleitet. Die Absaugeinrichtungen 12 sind zur Erfassung von Emissionen vorgesehen, die von dem während des Ausdrückvorgangs aufgefangenem Schlabberkoks im Bereich der Koksschaufel beim Auffangen und/oder beim Entleeren freigesetzt werden.

Um eine direkte möglichst gleichmäßige Erfassung der Emissionen zu gewährleisten, sind als Absaugeinrichtungen 12 Wirbelhauben-Absaugeinrichtungen vorgesehen. Jede Absaugeinrichtung 12 weist wenigstens eine Wirbelhaube 17 auf. Die Wirbelhauben 17 weisen jeweils zwei in die Wirbelhaube 17 hineinragende Senkenrohre 18 auf, die an ein nicht im einzelnen dargestelltes Absaugsystems angeschlossen sind und strömungstechnisch jeweils eine Doppelsenke darstellen. Die Senkenrohre 18 sind derart voneinander beabstandet angeordnet, daß sich zwischen benachbarten Senkenrohren 18 beim Absaugen jeweils eine Drallströmung ergibt. Dies trägt zu einer hohen Absaugleistung bei geringem Energieverbrauch des Absaugsystems bei.

Wie sich insbesondere aus 5 ergibt, werden Emissionen, die von in 5 dargestellten im Inneren der Koksschaufel 5 angeordneten Verkokungsprodukten 19 freigesetzt werden, über Führungsflächen 20 Absaugöffnungen 21 der Wirbelhauben 17 zugeführt bzw. zugeleitet. Die Absaugöffnungen 21 erstrecken sich im wesentlichen über die gesamte gesamte Länge der Seitenwände 13. Dadurch kann die weitgehend vollständige Fassung von Emissionen gewährleistet werden, die im Inneren der Koksschaufel 5 freigesetzt werden. Die Führungsfläche 20 wird dabei durch einen oberen Bereich der Seitenwand 13 der Koksschaufel 5 gebildet, wobei die Wirbelhaube 17 der Absaugeinrichtung 12 und die Seitenwand 13 der Koksschaufel 5 einstückig ausgebildet sein können.

Die Absaugöffnungen 21 sind in den Innenbereich der Koksschaufel 5 gerichtet. Emissionen, wie beispielsweise Partikel und/oder gas-, dampf- oder rauchförmige Stoffe, überströmen die Führungsflächen 20 in Richtung auf die Absaugöffnungen 21 und werden von den Absaugeinrichtungen 12 im wesentlichen vollständig erfaßt. Darüber hinaus werden von den Absaugeinrichtungen 12 Teile der Umgebungsluft ebenfalls erfaßt und abgesaugt, wobei sich eine Luftströmung aus dem Umgebungsbereich der Koksschaufel 5 in Richtung auf die Absaugöffnungen 21 ausbildet. Dadurch ist es möglich, den Umgebungsbereich der Koksschaufel 5 weitgehend frei von Schad- und Störstoffen zu halten.

Die Seitenwand 13 ist bei der dargestellten Ausführungsform im Bereich der Schaufeloberkante im wesentlichen kreisförmig nach innen umgebogen und bildet die Wirbelhaube 17 der Absaugeinrichtung 12. Dabei ist es vorgesehen, daß die Seitenwand 13 im Bereich der Absaugöffnung 21 nach innen in Richtung zu der Mittelachse der Wirbelhaube 17 eingezogen sein kann. Dadurch wird die zwischen den Senkenrohren 18 erzeugte Drallströmung vor dem Eintreten in den Bereich der Absaugöffnung 21 im Inneren der Wirbelhaube 17 nach innen gedrängt und dabei beschleunigt, so daß der dynamische Druck ansteigt und der statische Druck, der für das Nachströmen von Emissionen und Luft aus dem Innenbereich der Koksschaufel 5 und der Umgebung verantwortlich ist, wegen des konstanten Gesamtdruckes absinkt.

Im übrigen läßt es die Erfindung bedarfsweise zu, an der Stelle von Wirbelhauben-Absaugeinrichtungen 12 auch andere, an sich aus dem Stand der Technik bekannte Absaugeinrichtungen zur Erfassung und Absaugung von Emissionen an und/oder in der Koksschaufel 5 vorzusehen. Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß die in den Ansprüchen und/oder die anhand der Zeichnungen offenbarten und beschriebenen Merkmale miteinander kombinierbar sind, auch wenn dies nicht im einzelnen beschrieben ist. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte und beschriebene Ausführungsform beschränkt. Die vorstehenden Werteangaben und die angegebenen Intervalle erfassen jeweils sämtliche Werte, also nicht nur die Untergrenzen bzw. bei Intervallen die Intervallgrenzen, ohne daß dies einer ausdrücklichen Erwähnung bedarf.


Anspruch[de]
Koksofenbedienungseinrichtung (1) einer Koksausdrückmaschine und/oder einer Koksüberleitmaschine eines eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Verkokungskammern (3) aufweisenden Koksofens, ausgebildet zum Auffangen und Entfernen von Schlabberkoks im bzw. aus dem Bereich eines Meistergangs (2) des Koksofens, mit einer wenigstens eine Koksschaufel (5) aufweisenden Schaufeleinrichtung (4), wobei die Koksschaufel (5) in einer Auffangstellung zum Auffangen des Schlabberkokses und der Rahmenreinigungsrückstände unterhalb einer Ofentür der Verkokungskammer (3) in Bodennähe des Meistergangs (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine mit einer Seitenwand (13) der Koksschaufel (5) verbundene Absaugeinrichtung (12) zum Absaugen von im Bereich der Koksschaufel (5) freigesetzten Emissionen vorgesehen ist, wobei sich wenigstens eine in den Innenbereich der Koksschaufel (5) gerichtete Absaugöffnung (21) der Absaugeinrichtung (12) zumindest teilweise über die Länge der Seitenwand (13) erstreckt. Koksofenbedienungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Absaugeinrichtungen (12) an beiden Längsseiten der Koksschaufel (5) vorgesehen sind. Koksofenbedienungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugeinrichtung (12) im Bereich der Oberkante der Seitenwand (13) vorgesehen ist. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (13) der Koksschaufel (5) eine nach unten abgewinkelte oder abgerundete Kante aufweist. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugeinrichtung (12) wenigstens eine Wirbelhaube (17) aufweist. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (13) der Koksschaufel (5) eine innenliegende Führungsfläche der Absaugeinrichtung (12) bildet. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (13) der Koksschaufel (5) und die Wirbelhaube (17) einstückig ausgebildet sind. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirbelhaube (17) wenigstens zwei Absaugstellen aufweist. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Erfassungsvolumenstrom der Absaugeinrichtung (12) größer als der Emissionsvolumenstrom in Höhe der Absaugeinrichtung (12) ist. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis aus Erfassungsvolumenstrom zu Emissionsvolumenstrom in Höhe der Absaugeinrichtung (12) zwischen 1,1 bis 3,0, vorzugsweise ca. 1,5, beträgt. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Erfassungsvolumenstrom einer auf einer Koksausdrückmaschine vorgesehenen Koksofenbedienungseinrichtung (1) zwischen 3000 m3/h und 5000 m3/h beträgt. Koksofenbedienungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Erfassungsvolumenstrom einer auf einer Koksüberleitmaschine vorgesehenen Koksofenbedienungseinrichtung (1) zwischen 2000 m3/h und 4000 m3/h beträgt.






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