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Dokumentenidentifikation DE60122996T2 06.06.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001207101
Titel Vorderkantenanordnung mit variabler Krümmung für eine Tragfläche
Anmelder The Boeing Company, Seattle, Wash., US
Erfinder Sakurai, Seiya, Seattle, Washington 98144, US;
Fox, Stephen John, Everett, Washington 98208, US
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Kraus & Weisert, 80539 München
DE-Aktenzeichen 60122996
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 08.10.2001
EP-Aktenzeichen 012037990
EP-Offenlegungsdatum 22.05.2002
EP date of grant 13.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.2007
IPC-Hauptklasse B64C 9/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B64C 9/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft Tragflächenstrukturen für Flugzeuge mit starrem Flügel und spezieller eine Vorderkantenkonstruktion für eine Tragfläche.

Kommerzielle Doppeltriebwerksflugzeuge des heutigen Stands der Technik verwenden Vorderkantenvorflügel zum Steuern des Luftflusses über die starren Flügel des Flugzeugs während Start-, Lande- und Reiseflugbedingungen. Jedoch sind Vorflügel schwer, kostenintensiv, können keine allgemein verbreiteten Teile verwenden und müssen die Tragflächenform für hohe Geschwindigkeiten (d.h. den Reiseflug) in den ausgestreckten gewinkelten Positionen bei Start und Landung verwenden. Variable-Camber-Kreuger(VCK)-Vorrichtungen (Krüger-Vorrichtungen mit variabler Krümmung) der derzeitigen Produktion sind Vorrichtungen mit zwei Positionen (Reiseflug und mit einer Lücke), welche für die Landung einen übermäßigen Luftwiderstand aufweisen. Der Vorteil einer VCK ist eine optimalere aerodynamische Form.

Ein spezieller Bereich der Vorderkantenklappengestaltung, wenn eine noch weitere Verbesserung gewünscht wird, ist die Dichtung zwischen der Platte der Vorderkantenkomponenten und der Tragfläche und auch zwischen der Platte und der abgerundeten Kante (Bullnose) der Vorderkantenkomponente. Es war häufig schwierig, ohne die Verwendung von separaten Dichtungselementen eine hervorragende Dichtung an der Schnittstelle der Platte/des Flügels und der Platte/der abgerundeten Vorderkante zu erreichen. Eine hervorragende Dichtung, welche an diesen Bereichen, direkt zwischen den vorderen und hinteren Abschnitten der Platte und der Tragfläche, ausgebildet ist, würde die aerodynamische Effizienz der Vorderkante mit variabler Krümmung, wenn die Vorderkantenklappe in ihren Start- und Landepositionen ist, sogar noch weiter verbessern.

Ein noch weiterer Bereich, wo eine noch weitere Verbesserung wünschenswert wäre, liegt in der Weise, auf welche die Klappe der Vorderkante mit variabler Krümmung aus einer zurückgezogenen Position (d.h. Reiseflugposition) in entweder eine Start- oder eine Landeposition ausgefahren wird. Einige Ausgestaltungen von Vorderkantenkonstruktionen mit variabler Krümmung neigen dazu, unter Verwendung der Unterseite der Platte, welche die Vorderkantenanordnung mit variabler Krümmung bildet, Luft zu „schaufeln", wenn sie anfänglich aus ihren zurückgezogenen Positionen herausbewegt werden. Eine solche Ausgestaltung ist beispielsweise aus der EP-A-0538693 bekannt. Es wäre wünschenswert, eine Vorderkantenkonstruktion bereitzustellen, welche nicht so wirkt, dass sie Luft schaufelt, wenn sie anfänglich aus ihrer zurückgezogenen Position (d.h. Reiseflugposition) in entweder eine Start- oder eine Landeposition ausgefahren wird.

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorderkantenanordnung mit variabler Krümmung für eine Tragfläche eines Flugzeugs gemäß Anspruch 1. Die Vorderkantenanordnung beinhaltet eine Platte mit variabler Krümmung, welche gelenkig an einer abgerundeten Kante befestigt ist. Die Anordnung aus Platte/abgerundeter Kante ist ausgehend von einer unteren Oberfläche der Tragfläche durch eine vordere Tragverbindung und eine hintere Tragverbindung aufgehängt. Die Verbindungsanordnung beinhaltet Verbindungen mit der Platte an drei Punkten entlang der Platte. Die Verbindungsanordnung ist auch mit der abgerundeten Kante gekoppelt, um zu bewirken, dass die abgerundete Kante in Richtung der Platte gefaltet wird, wenn die Vorderkantenanordnung in einer Reiseflugposition ist.

In der Reiseflugposition ist die abgerundete Kante in Richtung der Platte gefaltet, und die Platte bildet eine allgemein glatte, durchgängige untere Oberfläche der Tragfläche. Wenn die hintere Tragverbindung durch eine Drehmomentwelle eines Aktuators zur Drehung angetrieben wird, dreht die Platte sich von dem unteren Bereich der Tragfläche derart nach außen, dass eine Vorderkante der Platte sich mit einer größeren Bewegungsgeschwindigkeit bewegt als die Hinterkante der Platte. Während dieses Bewegungsabschnitts beginnt auch die abgerundete Kante sich zu entfalten. Die Hinterkante der Platte wird nahe an einer vordersten Vorderkante der Tragfläche gehalten, um somit zu vermeiden, dass die Vorderkantenanordnung während dieses Bewegungsabschnitts Luft „schaufelt".

Zusammen mit der Verbindungsanordnung drängen die vorderen und hinteren Tragverbindungen die Platte/abgerundete Kante weiter zur Drehung, wobei die abgerundete Kante sich weiter entfaltet, bis die Platte/abgerundete Kante in einer Landeposition ist. In dieser Position besteht eine Lücke zwischen der Vorderkante der Platte und der vordersten Vorderkante der Tragfläche. Die abgerundete Kante wird auch während dieses Bewegungsabschnitts gedreht, so dass sie eine allgemein glatte, durchgängige Krümmung mit der Platte bildet, wenn die Platte die Landeposition erreicht.

Wenn die hintere Tragverbindung weiter gedreht wird, bewirkt sie, dass die Verbindungsanordnung die Platte/abgerundete Kante in eine „Start"-Position drängt. In der Startposition grenzt die Vorderkante der Platte an der vordersten Vorderkante der Tragfläche an, um eine glatte Dichtung dazwischen auszubilden. Auch ruht eine vorderste Kante der Platte über einer Vorderkante der abgerundeten Kante, um auch an dieser Stelle eine glatte Dichtung auszubilden. In der Startposition bilden die hintere Tragverbindung und die Verbindungsanordnung einen besonders starken Lastweg vom Strebentyp, um eine sehr starre Anordnung bereitzustellen, welche nicht empfindlich ist gegenüber einer Auslenkung in Reaktion auf die hohen Lasten, welche sie während des Starts erfährt. Die von der Vorder- und Hinterkante der Platte bereitgestellte Dichtwirkung eliminiert den Bedarf für separate Dichtungen an der Schnittstelle von Platte/abgerundeter Kante und der Schnitte von Platte/Tragfläche, was somit auch dazu dient, die Kosten der Vorderkantenanordnung zu reduzieren.

Die verschiedenen Vorteile der vorliegenden Erfindung werden für jemanden mit Kenntnissen der Technik durch Lesen der folgenden Beschreibung und der angefügten Ansprüche und durch Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen deutlich werden, in welchen:

1 eine Seitenansicht einer Variable-Camber-Kreuger-Vorderkantenanordnung (Krüger-Vorderkantenanordnung mit variabler Krümmung) für eine Tragfläche in Übereinstimmung mit einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist, wobei die Vorderkantenanordnung in einer Startposition dargestellt ist;

2 eine Seitenansicht der Vorderkantenanordnung von 1 ist, wobei die Anordnung in einer Landeposition dargestellt ist;

3 eine Seitenansicht der Vorderkantenanordnung von 1 ist, welche in einer Übergangsposition zwischen der Lande- und Reiseflugposition dargestellt ist;

4 eine Ansicht der Vorderkantenanordnung von 1 ist, ebenfalls in einer Übergangsposition zwischen der Reiseflug- und Landeposition;

5 eine Ansicht der Vorderkantenanordnung von 1 in einer Übergangsposition ist, nachdem sie sich gerade aus der Reiseflugposition bewegt hat;

6 eine Seitenansicht der Vorderkantenanordnung von 1 in der Reiseflugposition, zurückgezogen in eine untere Oberfläche einer Tragfläche ist;

7 eine Seitenansicht von lediglich der unteren Verbindung ist;

8 eine perspektivische Draufsicht der Vorderkantenanordnung in der Startposition ist, wobei die Platte und abgerundete Kante zur Klarheit weggelassen sind; und

9 eine perspektivische Unteransicht der Vorderkantenanordnung von 7 ist.

Auf 16 Bezug nehmend ist eine Variable-Camber-Kreuger(VCK)-Vorderkantenanordnung 10 in Übereinstimmung mit einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung zur Verwendung mit einer Tragfläche 12 eines Flugzeugs mit starrem Flügel dargestellt. Zunächst versteht es sich, dass die Tragfläche 12 eine untere Oberfläche 14 beinhaltet, welche eine Vertiefung 16 mit ausreichender Fläche aufweist, um die Vorderkantenanordnung 10 aufzunehmen, wenn die Anordnung in einer zurückgezogenen Position oder „Reiseflug"-Position ist.

Speziell auf 1 und 2 Bezug nehmend ist die Vorderkantenanordnung 10 ausgehend von der Tragfläche 12 aufgehängt durch eine vordere Tragverbindung 18, welche schwenkbar an einem Punkt 20 mit der Tragfläche 12 gekoppelt ist, und eine hintere Tragverbindung 22, welche an einem oberen Ende 24 antreibbar mit einer Drehmomentwelle 26a eines Aktuators 26 gekoppelt ist. Die hintere Tragverbindung 22 umfasst eine obere Verbindung 28 und eine untere Verbindung 30, welche an einem Punkt 32 schwenkbar gekoppelt sind. Ein unteres Ende 34 der vorderen Tragverbindung 18 ist an einem Punkt 36 schwenkbar mit einem Abschnitt der unteren Verbindung 30 gekoppelt.

Die Vorderkantenanordnung 10 umfasst auch eine abgerundete Kante 38, welche über ein Gelenk an einem Punkt 40 gelenkig an einer Platte 42 mit variabler Krümmung angebracht ist. Die Platte 42 weist eine vorderste Kante bzw. Vorderkante 42a und eine Hinerkante 42b auf. Die vorderste Kante 42a grenzt an eine Kante 16s an, um eine Dichtung auszubilden, wenn die Platte 42 mit variabler Krümmung in der vollständig zurückgezogenen Position ist. Auf ähnliche Weise grenzt die Hinterkante 42b an eine Kante 13 an, um eine Dichtung auszubilden, wenn die Platte 42 in der zurückgezogenen Position ist. Diese Dichtung an den vorderen und hinteren Abschnitten der Platte 42 wird somit ohne eigenständige Dichtungsteile bewerkstelligt.

Mit weiterer Bezugnahme auf 1 und 2, beinhaltet eine Scherenverbindungsanordnung 44 eine erste Verbindung 46, welche an einem Punkt 48 schwenkbar mit einem Zwischenpunkt der vorderen Tragverbindung 18 gekoppelt ist, und eine zweite Verbindung 50, welche an einem Drehpunkt 54 schwenkbar mit einer Anbringungsstruktur 42c der Platte 42 gekoppelt ist. Eine dritte Scherenverbindung 58 ist schwenkbar an einem Punkt 60 mit entgegengesetzten Enden von jeder der Scherenverbindungen 50 und 44 und an einem entgegengesetzten Ende davon an einen Drehpunkt 62 mit einem Abschnitt der unteren Verbindung 30 gekoppelt. Eine erste Verlängerungsverbindung 64 ist ebenfalls an einem Punkt 66 schwenkbar mit der unteren Verbindung 30 und an einem entgegengesetzten Ende davon an einem Punkt 68 mit der abgerundeten Kante 38 gekoppelt.

Die Verbindung 50 ist vorzugsweise eine durch ein Gewinde gekoppelte zweiteilige Verbindung, um eine Einstellung ihrer Gesamtlänge zu ermöglichen. Dieser Einstellbarkeitsgrad ermöglicht, dass ein Ausmaß an Vorlast zwischen der Oberfläche 12a und der Vorderkante 42b erreicht wird, wenn die Platte 42 in ihrer Reiseflugposition ist.

Die abgerundete Kante 38 ist auch über eine kurze Verbindung 39 mit einem Drehpunkt 70 gekoppelt, welcher wiederum mit einer zweiten Verlängerungsverbindung 72 gekoppelt ist. Ein entgegengesetztes Ende der zweiten Verlängerungsverbindung 72 ist an einem Drehpunkt 54 mit der Anbringungsstruktur 42c gekoppelt. Ein Zwischenpunkt der zweiten Verlängerungsverbindung 72 ist auch schwenkbar an einem Punkt 74 mit der unteren Verbindung 30 gekoppelt. Schließlich ist eine Stützverbindung 76 an einem Drehpunkt 78 wirksam schwenkbar gekoppelt mit der unteren Verbindung 30 und an ihrem entgegengesetzten Ende über einen Drehpunkt 80 mit der Anbringungsstruktur 42c. Folglich versteht es sich, dass die gesamte Platte 42, die abgerundete Kante 38 und die Verbindungsanordnung, welche die Scherenverbindungsanordnung 44, Halteverbindung 76 und die erste und zweite Verlängerungsverbindung 64 bzw. 72 umfasst, alle durch die vordere Tragverbindung 18 und die hintere Tragverbindung 28 aufgehängt sind.

Die ungefähr vorderste Hälfte der Platte 42 (d.h. ungefähr zwischen den Drehpunkten 40 und 80) umfasst den Abschnitt mit variabler Krümmung der Platte 42. Die ungefähr hintere Hälfte der Platte 42 (d.h. der Abschnitt ungefähr zwischen den Drehpunkten 80 und 54) stellt den starren Abschnitt der Platte 42 dar.

Mit kurzer Bezugnahme auf 7, ist die untere Verbindung 30 genauer dargestellt. Diese Verbindung 30 ist mit einer Verlängerungsverbindung 30a ausgebildet, welche an einem Punkt 30b schwenkbar an einer Gabelanordnung 30c angebracht ist. Die Gabelanordnung 30c ist wiederum durch einen Bolzen 30d an einem hinteren Verbindungsteil 30e angebracht. Ein Gewindebolzen 30f erstreckt sich durch eine Öffnung in einem Flansch 30g der Verlängerungsverbindung 30a. Indem im Zusammenhang mit dem Bolzen 30f Unterlegscheiben oder Abstandsscheiben verwendet werden, kann die Position des Drehpunkts 62 eingestellt werden, um auch dabei zu helfen, das Ausmaß an Vorlast zu steuern, welche durch die Scherenverbindung 58 zwischen der Oberfläche 12a und Hinterkante 42d der Platte 42 ausgeübt wird.

Die Funktion der Vorderkantenanordnung 10 wird nun beschrieben.

Zunächst mit Bezugnahme auf 6, ist die Vorderkantenanordnung 10 in der zurückgezogenen Position oder „Reiseflug"-Position dargestellt. In dieser Position bildet die Tragfläche 12 eine hochaerodynamische Form, welche zum Hochgeschwindigkeitsflug geeignet ist, und die Platte 42 weist einen ersten Krümmungsgrad auf. Die abgerundete Kante 38 ist in die Vertiefung 16 gefaltet, und die Platte 42 bildet einen glatten, integralen Abschnitt der unteren Oberfläche 14 der Tragfläche 12.

Nun auf 5 Bezug nehmend, wenn die Vorderkantenanordnung 10 in entweder eine „Start"- oder „Lande"-Position gedrängt werden soll, wird die Drehmomentwelle 26a des Aktuators 26 gedreht, was bewirkt, dass die obere Verbindung 28 der hinteren Tragverbindung 22 in der Zeichnung von 5 im Uhrzeigersinn gedreht wird. Diese Drehung im Uhrzeigersinn bewirkt, dass die Platte 42 an der Vorderkante 42a schneller gedreht wird als an der Hinterkante 42b. Die Hinterkante 42b bleibt auch vergleichsweise nah an der unteren vordersten Kante 12a der Tragfläche 12, um somit einen Luftfluss in die Vertiefung 16 der Tragfläche 12 zu unterbinden.

Auf 4 Bezug nehmend, bewirkt eine weitere Drehung der oberen Verbindung 22 im Uhrzeigersinn durch den Aktuator 26, dass die untere Verbindung 30 abgesenkt wird, was auch bewirkt, dass die vordere Tragverbindung 18 sich im Uhrzeigersinn dreht. Die erste Verlängerungsverbindung 64 bewirkt auch eine Drehbewegung der abgerundeten Kante 38 im Uhrzeigersinn um den Drehpunkt 40.

Auf 3 Bezug nehmend, bewirkt eine weitere Drehung der oberen Verbindung 28 im Uhrzeigersinn, dass die erste Verlängerungsverbindung 64 die abgerundete Kante 38 weiter um den Drehpunkt 68 dreht. Die Scherenverbindungsanordnung 44 bewirkt auch, dass ein Biegen der Platte 42 über eine Zugwirkung durch die dritte Verbindung 58 beginnt, wenn die untere Verbindung 30 sich weiter vor die Tragfläche 12 erstreckt.

Auf 2 Bezug nehmend, bewirkt eine noch weitere Bewegung der oberen Verbindung 28 im Uhrzeigersinn, dass die erste Verlängerungsverbindung 64 die abgerundete Kante 38 durch Drehung in ihre voll ausgestreckte Position (d.h. Landeposition) drängt. In dieser Position ist eine Vorderkante 38a der abgerundeten Kante 38 leicht unterhalb der Vorderkante 42a der Platte 42 angeordnet, um eine glatte, aerodynamische Dichtung dazwischen bereitzustellen. Die dritte Verbindung 58 der Scherenverbindungsanordnung 44 bewirkt auch einen leichten zusätzlichen Krümmungsgrad der Platte 42, so dass die Platte 42 eine während Landevorgängen gewünschte aerodynamische Krümmung oder einen zweiten Krümmungsgrad ausbildet. In dieser Position ist eine „Lücke" zwischen der Vorderkante 42b der Platte 42 und einer oberen vordersten Kante 42b der Tragfläche 12 vorhanden.

Ein bedeutender Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass die Platte 42 aus den Positionen von 3 und 4 in die in 2 dargestellte Position bewegt wird, ohne die Platte 42 in eine Position zu bringen, wo sie bewirkt, dass Luft in die Vertiefung 16 geschaufelt wird. Auf diese Weise wird die aerodynamische Effizienz der Tragfläche 12 während des Ausfahrens erheblich verbessert.

Nun auf 1 Bezug nehmend, bewirkt eine weitere Drehung der oberen Verbindung 28 im Uhrzeigersinn, dass die Vorderkante 42b der Platte 42 an der oberen vordersten Kante 12b der Tragfläche 12 angrenzt, um eine vergleichsweise glatte, aerodynamische Dichtung dazwischen auszubilden. Vorteilhafterweise wird diese Dichtung ausgebildet, ohne dass irgendein separates Dichtungsteil oder eine Komponente an dieser Schnittstelle erforderlich ist. Die Vorderkantenanordnung 10 ist in 8 und 9 auch in der Startposition dargestellt, wobei die abgerundete Kante 38 und die Platte 42 zur Klarheit weggelassen sind. In diesen Ansichten ist zu erkennen, dass ein Paar von j-Verbindungen 76, ein Paar von zweiten Verbindungen 50, ein Paar von ersten Verbindungen 46 und ein Paar von vorderen Tragverbindungen 18 eingesetzt werden, um den Vorderkantenmechanismus 10 auszubilden.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass die Scherenverbindungsanordnung 44 eine sehr gute Steuerung der Position, des Winkels und der Form der Platte 42 der Anordnung 10 ermöglicht. Die Scherenverbindung 44 gewährleistet auch eine schnelle automatische Lückenbildung der Vorderkantenanordnung 10, wenn ein Strömungsabriss droht.

Wenn die Vorderkantenanordnung 10 in der in 1 dargestellten Startposition ist, bilden die obere Verbindung 28, die untere Verbindung 30 und die erste Verlängerungsverbindung 64 einen vergleichsweise geraden Lastweg vom Strebentyp. Als Ergebnis ist, um die Anordnung 10 in dieser Position zu halten, ein geringeres Ausmaß an Drehmoment erforderlich als bei vielen zuvor entwickelten Vorderkantenkonstruktionen. Dies bietet auch eine strukturell äußerst starre Anordnung.

Ein weitere Vorteil der Vorderkantenanordnung 10 der vorliegenden Erfindung ist, dass wenn die Anordnung 10 in der Lande- oder Startposition überlastet ist, die Anordnung 10 zusammenklappt, wodurch ein Schaden an der umgebenden Struktur der Tragfläche 12 vermieden wird. Dies stellt auch sicher, dass in dem Fall, dass ungewöhnlich hohe aerodynamische Kräfte erfahren werden, welche eine Überlastung der Vorderkantenanordnung 10 bewirken, die Vorderkantenanordnung 10 an der Tragfläche 12 befestigt bleibt.

Außerdem beseitigt das Überlappen der vordersten Vorderkante 42a der Platte 42 über die abgerundete Kante 38, wenn die Anordnung 10 in die Lande- oder Startposition gedrängt wird, den Bedarf, dass separate Dichtungen an der Schnittstelle von Platte und abgerundeter Kante für Landung und Start verwendet werden müssen, sowie auch dass der Bedarf für separate Dichtungen an der Schnittstelle von Platte und Tragfläche in der Startposition beseitigt wird. Dies dient auch dazu, das Gewicht, die Anzahl von für die Anordnung 10 erforderlichen Teilen und somit die Kosten und die Komplexität der Anordnung zu reduzieren.


Anspruch[de]
Vorderkantenanordnung (10) mit variabler Krümmung für eine Tragfläche (12), umfassend:

eine vordere Tragverbindung (18), welche an einem ersten Ende (20) schwenkbar mit einem Abschnitt der Tragfläche (12) koppelbar ist;

eine hintere Tragverbindung (22), welche an einem ersten Ende (24) mit einem Abschnitt der Tragfläche (12) hinter dem ersten Ende (20) der vorderen Tragverbindung (18) koppelbar ist;

eine abgerundete Kante (38);

eine Platte (42) mit variabler Krümmung, welche an einem ersten Ende (40) gelenkig mit der abgerundeten Kante (38) gekoppelt ist;

eine Verbindungsanordnung, welche eine Scherenverbindungsanordnung (44) beinhaltet, welche ausgehend von der vorderen und hinteren Tragverbindung (18 und 22) die abgerundete Kante (38) und die Platte (42) mit variabler Krümmung auf funktionsfähige Weise trägt,

wobei die abgerundete Kante (38) und die Platte (42) mit variabler Krümmung durch Drehung aus einer Reiseflugposition, in welcher die abgerundete Kante (38) und die Platte (42) mit variabler Krümmung innerhalb eines unteren Bereichs (16) der Tragfläche (12) zurückgezogen sind, um eine untere Fläche (14) der Tragfläche (12) auszubilden, in eine Landeposition, in welcher die Platte (42) mit variabler Krümmung und die abgerundete Kante (38) gedreht sind, so dass sie sich von der Tragfläche (12) nach vorne erstrecken und eine Lücke zwischen der Platte (42) mit variabler Krümmung und einer vordersten Oberkantenfläche (12a) der Tragfläche (12) ausbilden, gedrängt werden;

wobei die abgerundete Kante (38) und die Platte (42) mit variabler Krümmung durch Drehung aus der Reiseflugposition in eine Startposition beweglich sind, in welcher die Platte (42) mit variabler Krümmung einen glatten, lückenlosen Eingriff mit der vordersten Oberkantenfläche (12a) der Tragfläche (12) ausbildet;

wobei die hintere Tragverbindung (22) sich hinter ihrem ersten Ende (24) erstreckt, wenn die Vorderkantenanordnung (10) in ihrer Reiseflugposition ist, und nach unten und vorne gedreht wird, wenn die Vorderkantenanordnung (10) aus der Reiseflugposition in entweder die Start- oder die Landeposition gedrängt wird;

und wobei die Verbindungsanordnung bewirkt, dass eine Krümmung der Platte (42) mit variabler Krümmung verändert wird, wenn die Vorderkantenanordnung (10) zwischen der Reiseflug- und der Start- und Landeposition bewegt wird,

dadurch gekennzeichnet, dass:

ein zweites Ende (34) der vorderen Tragverbindung (18) mit der hinteren Tragverbindung (22) nahe einem zweiten Ende davon schwenkbar gekoppelt ist; und dass

die Scherenverbindungsanordnung (44) beinhaltet:

eine erste Scherenverbindung (46), welche an einem ersten Ende mit einem Zwischenpunkt (48) der vorderen Tragverbindung (18) schwenkbar gekoppelt ist;

eine zweite Scherenverbindung (50), welche an einem ersten Ende (54) mit einer Anbringungsstruktur (42) an der Platte (42) mit variabler Krümmung benachbart zu einer Hinterkante (42b) davon schwenkbar gekoppelt ist;

und eine dritte Scherenverbindung (58), welche an einem ersten Ende (60) mit zweiten Enden von jeweils der ersten und zweiten Scherenverbindung (46, 50) schwenkbar gekoppelt ist und an einem zweiten Ende (62) davon mit einem zweiten Ende der hinteren Tragverbindung (22) schwenkbar gekoppelt ist;

wodurch bewirkt wird, dass die Platte (42) an der Vorderkante (42a) schneller als an der Hinterkante (42b) gedreht wird, wohingegen während dieser Bewegung die Vorderkante (42b) auch relativ nah an der unteren vordersten Kante (12a) der Tragfläche (12) verbleibt, um einen Luftstrom in die Vertiefung (16) zu unterbinden.
Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Reiseflugposition die Platte (42) mit variabler Krümmung an der Vorderkante (42b) und an einer Hinterkante (42a) bezüglich der Tragfläche (12) Dichtungen ausbildet. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsanordnung (44) eine erste und zweite Verlängerungsverbindung (64, 72) umfasst, wobei jede der Verlängerungsverbindungen an einem Ende (68) davon mit Abschnitten der abgerundeten Kante (38) und an entgegengesetzten Enden (66, 54) davon mit der hinteren Tragverbindung (22) bzw. der Platte (42) mit variabler Krümmung gekoppelt ist. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch:

eine Tragverbindung (76), welche benachbart zu der Vorderkante (42b) der Platte (42) mit variabler Krümmung starr befestigt ist;

wobei die abgerundete Kante (38) und die Platte (42) mit variabler Krümmung durch eine Drehbewegung der hinteren Tragverbindung aus der Reiseflugposition in die Landeposition beweglich sind, wobei in der Landeposition die Vorderkante (42b) der Platte (42) mit variabler Krümmung von der Vorderkante (12b) der Tragfläche (12) beabstandet ist, um die Lücke dazwischen auszubilden und die Platte (42) eine erste Krümmung ausbildet, wenn sie in der Reiseflugposition ist;

wobei die Platte (42) mit variabler Krümmung aus der Reiseflugposition in die sich vor der Tragfläche (12) erstreckende Startposition beweglich ist, wobei die Scherenverbindungsanordnung (44) bewirkt, dass die Platte (42) mit variabler Krümmung gebogen wird, so dass eine zweite Krümmung ausgebildet wird, und wobei die Vorderkante (42b) der Platte (42) mit variabler Krümmung bündig mit der Vorderkante (12b) der Tragfläche (12) in Eingriff kommt, um dazwischen einen glatten aerodynamischen Übergang auszubilden; und

wobei eine Rückzugbewegung der Platte (42) mit variabler Krümmung aus der Startposition in die Reiseflugposition bewerkstelligt wird, indem die Platte (42) mit variabler Krümmung und die daran angebrachte abgerundete Kante (38) derart um ein unteres Ende (34) der vorderen Tragverbindung (18) gedreht wird, dass die Platte (42) mit variabler Krümmung und die abgerundete Kante (38) nicht bewirken, dass Luft in einen unteren Bereich der Tragfläche (12) umgelenkt wird, wenn sie sich aus der Startposition in die Reiseflugposition bewegen.
Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Tragverbindung (22) eine obere Verbindung (28) und eine untere Verbindung (30) umfasst, welche schwenkbar miteinander gekoppelt sind. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Verlängerungsverbindung (64) bewirkt, dass die abgerundete Kante (38) in Richtung der Platte (42) mit variabler Krümmung geklappt wird, wenn die Vorderkantenanordnung (10) in den unteren Bereich (16) der Tragfläche (12) zurückgezogen wird, wenn sie sich in die Reiseflugposition bewegt. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Startposition die hintere Tragverbindung (22) und die erste Verlängerungsverbindung (64) eine allgemein gestreckte Länge ausbilden, um einen Lastweg von Strebentyp bereitzustellen. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Krümmung größer ist als die erste Krümmung. Vorderkantenanordnung (10) nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch:

einen Aktuator (26) mit einer Drehmomentwelle (26a), welche auf funktionsfähige Weise mit einem ersten Ende (24) der oberen Verbindung (28) der hinteren Tragverbindung (22) gekoppelt ist.
Verfahren zum Steuern einer Platte (42) mit variabler Krümmung, welche innerhalb eines unteren Bereichs (16) einer Tragfläche (12) angeordnet ist, wenn die Platte (42) in einer Reiseflugposition ist, so dass die Platte (42) vor der Tragfläche (12) in eine Landeposition ausgestreckt wird, wobei das Verfahren die Schritte umfasst:

Aufhängen der Platte (42) mit variabler Krümmung ausgehend von einem innerhalb der Tragfläche (12) angeordneten Vertiefungspunkt durch eine Verbindungsanordnung (18, 22, 44, 64, 72, 76), wobei die Verbindungsanordnung (18, 22, 44, 64, 72, 76) eine vordere Tragverbindung (18), welche schwenkbar an einem ersten Ende (20) mit einem Abschnitt der Tragfläche (12) gekoppelt ist, eine hintere Tragverbindung (22), welche an einem ersten Ende (24) mit einem Abschnitt der Tragfläche (12) hinter dem ersten Ende (20) der vorderen Tragverbindung (18) gekoppelt ist, und eine Scherenverbindungsanordnung (44), welche schwenkbar mit der vorderen und hinteren Tragverbindung (18, 22) und der Platte (42) gekoppelt ist, beinhaltet;

Verwenden der Verbindungsanordnung (18, 22, 44, 64, 72, 76), um die Platte (42) anfänglich zu bewegen, wenn die Platte (42) anfänglich aus der Reiseflugposition bewegt wird;

Verwenden der Verbindungsanordnung (18, 22, 44, 64, 72), um die Platte (42) mit variabler Krümmung weiter zu drehen, während die Platte auch von der Tragfläche (12) nach vorne in eine Zwischenposition zwischen der Reiseflug- und Landeposition und darüber hinaus bewegt wird; und

weiter Drehen der Platte (42) mit variabler Krümmung über die Zwischenposition hinaus in die Landeposition, wobei die Platte einen relativ gleichmäßig gekrümmten Vorderabschnitt der Tragfläche (12) bildet, und

wobei die hintere Tragverbindung (22) sich hinter ihrem ersten Ende (24) erstreckt, wenn die Platte (42) mit variabler Krümmung in ihrer Reiseflugposition ist, wobei die hintere Tragverbindung (42) nach unten und vorne gedreht wird, wenn die Platte (42) mit variabler Krümmung aus der Reiseflugposition in die Zwischenposition und dann in die Landeposition bewegt wird; dadurch gekennzeichnet, dass:

ein zweites Ende (34) der vorderen Tragverbindung (18) mit der hinteren Tragverbindung (22) nahe einem zweiten Ende davon schwenkbar gekoppelt ist; und

die Scherenverbindungsanordnung (44) beinhaltet:

eine erste Scherenverbindung (46), welche an einem ersten Ende mit einem Zwischenpunkt (48) der vorderen Tragverbindung (18) schwenkbar gekoppelt ist;

eine zweite Scherenverbindung (50), welche an einem ersten Ende (54) mit einer Anbringungsstruktur (42c) an der Platte (42) mit variabler Krümmung benachbart zu einer Hinterkante (42b) davon schwenkbar gekoppelt ist;

und eine dritte Scherenverbindung (58), welche an einem ersten Ende (60) mit zweiten Enden von jeweils der ersten und zweiten Scherenverbindung (46, 50) schwenkbar gekoppelt ist und an einem zweiten Ende (62) davon mit einem zweiten Ende der hinteren Tragverbindung (22) schwenkbar gekoppelt ist;

wodurch bewirkt wird, dass eine Vorderkante (42a) der Platte (42) mit variabler Krümmung mit einer größeren Bewegungsgeschwindigkeit rotiert als die Hinterkante (42b) davon und bewirkt wird, dass die Hinterkante (42b) relativ nah an einer Vorderkantenfläche (12a) der Tragfläche (12) verbleibt, wenn die Platte (42) bewegt wird.
Verfahren nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch den Schritt:

weiter Drehen der Platte (42) mit variabler Krümmung aus der Landeposition in eine Startposition, wobei die Vorderkante (42b) der Platte an die Vorderkantenfläche (12a) der Tragfläche (12) angrenzt, um eine lückenlose gleichmäßig gekrümmte Verlängerung der Tragfläche (12) zu bilden.






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