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Dokumentenidentifikation DE102005058486A1 14.06.2007
Titel Schmuckkristalldoublette mit Einschluss von menschlichem oder tierischem Material
Anmelder Horiguchi, Naoki, Hidaka, Saitama, JP;
Herbert Stephan KG, 55776 Frauenberg, DE
Erfinder Horiguchi, Naoki, Hidaka, Saitama, JP;
Stephan, Knut, 55776 Frauenberg, DE
Vertreter Patentanwälte Lang & Tomerius, 80336 München
DE-Anmeldedatum 07.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005058486
Offenlegungstag 14.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse A44C 17/00(2006.01)A, F, I, 20051207, B, H, DE
Zusammenfassung Schmuckkristalldoublette sowie ein Herstellungsverfahren für eine Schmuckkristalldoublette, umfassend zwei synthetisch hergestellte Kristalle, welche zusammen die Schmuckkristalldoublette bilden und an zwei sich gegenüberliegenden Stoßflächen durch eine Zwischenschicht miteinander verbunden sind, wobei im Bereich zwischen den beiden Kristallen menschliches oder tierisches Material eingebettet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schmuckkristalldoublette, umfassend zwei synthetisch hergestellte Kristalle, welche zusammen die Schmuckkristalldoublette bilden und an zwei sich gegenüberliegenden Stoßflächen durch eine Zwischenschicht miteinander verbunden sind.

Für die künstliche Herstellung von Kristallen und Edelsteinen sind verschiedene Syntheseverfahren bekannt. Ein seit langem bekanntes Verfahren ist das Verneuil-Verfahren. Damit lassen sich Edelsteine wie Korund oder Spinell in geeigneter Größe für Schmucksteine, aber auch für wissenschaftliche Anwendungen oder Laser herstellen. Für Schmuckanwendungen sind farbige Varianten der Edelsteine besonders interessant. Da sich verschiedene Farben der synthetischen Steine jedoch nur schwer herstellen lassen, werden für Schmuckanwendungen auch so genannte Doubletten verwendet. Solche Doubletten bestehen aus zwei synthetischen Kristallen, die miteinander durch eine Zwischenschicht verbunden sind. Die Zwischenschicht kann farbig sein und so den Farbeindruck der gesamten Doublette bestimmen. Doubletten lassen sich wie natürliche Edelsteine schleifen.

In dem oben genannten Verneuil-Verfahren lassen sich allerdings keine Diamanten herstellen. Diamanten können aber aus Kohlenstoff durch hohe Drücke erzeugt werden. Seit einigen Jahren ist ein Verfahren bekannt, aus Asche von verstorbenen Menschen künstliche Diamanten zu erzeugen. Diese können dann als Erinnerungsstücke in ein Schmuckstück integriert oder als solche aufbewahrt werden. Das Verfahren ist sehr energie- und zeitaufwändig, weshalb damit sehr hohe Kosten verbunden sind. Dazu kommt, dass sich die Asche von einer herkömmlichen Einäscherung, wie sie für die Urnenbestattung üblich ist, gar nicht für dieses Verfahren eignet, da sie zu wenig Kohlenstoff enthält. Bereits der Verbrennungsprozess muss also dahingehend kontrolliert werden, dass möglichst wenig Kohlenstoff zu Kohlendioxid verbrennt. Eine nachträgliche Entscheidung für einen solchen Diamanten ist also nicht möglich. Aufgrund der außer Kohlenstoff in der Asche enthaltenen Bestandteile können bislang praktisch nur gelbliche oder blaue Diamanten hergestellt werden.

Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, einen Schmuckstein anzugeben, der gleichermaßen als Erinnerungsstück geeignet ist, vom Material einen gewissen Wert darstellt und in vielfältigen Variationen, insbesondere Farbvariationen, günstig herzustellen ist.

Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Erfindung gemäß Sachanspruch 1 sowie Verfahrensanspruch 17 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen und Verfahrensvarianten sind in den jeweiligen Unteransprüchen beschrieben.

In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung demnach eine Schmuckkristalldoublette mit zwei synthetisch hergestellten Kristallen, welche zusammen die Schmuckkristalldoublette bilden und an zwei sich gegenüberliegenden Stoßflächen durch eine Zwischenschicht miteinander verbunden sind. Erfindungsgemäß ist bei der Schmuckkristalldoublette im Bereich zwischen den beiden Kristallen ein menschliches oder tierisches Material eingebettet. Als menschliches oder tierisches Material eignen sich hier zum Beispiel Asche, aber auch Haare oder Nägel. Durch das eingebettete Material wird die Schmuckkristalldoublette zu einem besonders persönlichen Erinnerungsstück.

Bei den synthetisch hergestellten Kristallen kann es sich vorzugsweise um Edelsteine wie z.B. Korund oder Spinell handeln. Allerdings sind prinzipiell auch Halbedelsteine oder andere Steine möglich. Besonders bevorzugt sind vor allem transparente Steine, dennoch sind auch matte und milchige Varianten möglich. Die Kristalle können entweder farbig sein oder auch farblos.

Erzeugt werden können die einzelnen Kristalle beispielsweise im Verneuil-Verfahren, bei dem birnen- oder zylinderförmige Kristalle entstehen, welche zur gewünschten Form weiterverarbeitet werden können. Für die Verarbeitung zu einer erfindungsgemäßen Schmuckkristalldoublette sind jeweils zwei Kristalle so geformt, dass sie je eine Stoßfläche haben, an denen sie möglichst passgenau aufeinander gesetzt werden können. Im einfachsten und üblichsten Fall ist die Stoßfläche eine durchgehende Seitenfläche des Kristalls, wobei vorzugsweise die Stoßflächen beider Kristalle gleich groß sind. Die Form der Stoßflächen ist dabei grundsätzlich beliebig.

Die Stoßfläche muss keine durchgehende Seitenfläche sein. Denkbar ist beispielsweise auch eine ringförmige Stoßfläche, in deren Zentrum die Oberfläche des Kristalls hinter die Stoßfläche zurückgesetzt ist. Die Stoßflächen der beiden Kristalle sollten allerdings zweckmäßigerweise passgenau aufeinander passen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass beide Stoßflächen gleich ausgebildet sein müssen. So ist beispielsweise auch eine Zusammensetzung einer ebenen ringförmigen Fläche mit einer ebenen durchgehenden Seitenfläche denkbar. In der Variante mit ringförmiger Stoßfläche entsteht ein Hohlraum im Inneren des Kristalls.

Die beiden Kristalle werden an den Stoßflächen durch eine Zwischenschicht verbunden. Die Verbindung kann durch Verschmelzung mit einer glasartigen Substanz, einem Glasfluss oder auch durch Verklebung erreicht werden. Im Verhältnis zur Dicke der Doublette und der einzelnen Kristalle ist die Dicke der Zwischenschicht sehr dünn. Die Verbindung durch die Zwischenschicht ist vorzugsweise sehr fest und gar nicht oder nur sehr schwer wieder lösbar. Die Verbindung durch die Zwischenschicht sollte auf jeden Fall so fest sein, dass ein Schleifen der durch Verbindung der Kristalle gebildeten Doublette möglich ist. Nach dem Schleifen wird die fertige Schmuckkristalldoublette erhalten.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist im Bereich zwischen den beiden Kristallen Asche eingebettet. Die verwendete Asche muss keine besondere Zusammensetzung haben. Sie kann zum Beispiel einer Urne entnommen werden. Eine spezielle Verbrennung unter gesondert kontrollierten Bedingungen ist nicht nötig. Dies bietet den Vorteil, dass die Entscheidung für eine erfindungsgemäße Schmuckkristalldoublette auch nachträglich, nach der Einäscherung, getroffen werden kann. Die Asche oder ein anderes menschliches oder tierisches Material kann sich entweder in der Zwischenschicht befinden oder auch in einem Hohlraum des Kristalls.

Bevorzugt sind die beiden Kristalle, welche das Ausgangsmaterial für die Schmuckkristalldoublette bilden, gleich ausgebildet. Das heißt, die beiden Kristalle haben die gleiche Farbe, die gleiche Form und sind gleich groß. Dies ist jedoch lediglich eine bevorzugte Variante. Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, zwei Kristalle, welche sich in Form und Farbe unterscheiden zu verwenden. Die beiden Stoßflächen der beiden verwendeten Kristalle sind vorzugsweise plan. Im einfachsten Fall sind sie zwei ebene, durchgehende Seitenflächen.

Als besonders günstig für die Verwendung in einer Schmuckkristalldoublette sind Kristalle aus Korund oder Spinell, wobei Korund üblicherweise die Mohs-Härte 9 hat und Spinell die Mohs-Härte 8. Prinzipiell kommen auch Kristalle anderer Härtegrade in Frage. Denkbar ist schließlich auch eine Kombination von zwei verschiedenen Steinen für eine erfindungsgemäße Schmuckkristalldoublette.

Das menschliche oder tierische Material im Bereich zwischen den beiden Kristallen ist vorzugsweise in die Zwischenschicht eingebettet. Alternativ könnte es beispielsweise in einem Hohlraum lose eingeschlossen sein. Abgesehen von dem eingebetteten menschlichen oder tierischen Material, besteht die Zwischenschicht vorzugsweise aus Glasfluss. Glasfluss kann durch einen Schmelzschweißvorgang fest mit den beiden Kristallen verbunden werden, so dass eine stabile Verbindung entsteht.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante enthält das Material, das zur Herstellung der Zwischenschicht verwendet wird, die Komponenten Bleimennige, Borsalz, Quarzmehl, Dolomitmehl und Kaolin.

Vorzugsweise ist die Zwischenschicht außerdem farbig. Die Farbe kann dabei entweder die schwache Färbung des Kristalls unterstützen oder alleiniger Farbgeber sein. Insbesondere für die Farbe Grün ist eine Färbung der Kristalle an sich nicht möglich, die Farbe wird daher maßgeblich durch die Zwischenschicht bestimmt. Bei der erfindungsgemäßen Schmuckkristalldoublette sind fast sämtliche Farben des sichtbaren Spektrums möglich. Die Zwischenschicht ist vorzugsweise transparent.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist das menschliche oder tierische Material sichtbar in der Zwischenschicht eingebettet. Bei der Verwendung von Asche ist dafür deren Korngröße entscheidend. Die Körnung der Asche darf nicht zu fein sein. Ist die Körnung der Asche allerdings zu groß, können in der Doublette Spannungen auftreten, die während des Schmelzens der Zwischenschicht zu einem Platzen führen können. Vorzugsweise ist daher die eingebettete Asche bis zu einer Korngröße zwischen 200 &mgr;m und 400 &mgr;m, insbesondere von etwa 300 &mgr;m, vermahlen. Wie oben bereits erwähnt, werden an die Zusammensetzung der Asche keine besonderen Anforderungen gestellt, so dass die Verwendung der Asche aus einer Urne möglich ist. Andere menschliche oder tierische Materialien wie Nägel oder Haare können gegebenenfalls auch zu geeigneter Größe vermahlen werden.

In einer bevorzugten Weiterbildung beträgt die Dicke der Zwischenschicht maximal 1 mm. Vorzugsweise liegt sie zwischen 0,2 und 0,6 mm, insbesondere bei ca. 0,4 mm. Damit ist die Zwischenschicht der Doublette so dünn, dass sie bei einer fertigen Schmuckkristalldoublette nicht auffällt. Dennoch kann die Zwischenschicht die Farbe der Doublette bestimmen und das menschliche oder tierische Material beinhalten. Vorzugsweise nimmt dabei das eingebettete menschliche oder tierische Material einen Volumenanteil von maximal 50 % in der Zwischenschicht ein. Wenn das menschliche oder tierische Material dagegen nicht in der Zwischenschicht, sondern beispielsweise in einem Hohlraum in einem oder beiden der Kristalle untergebracht ist, sind prinzipiell auch größere Volumenanteile, bezogen auf das Volumen der Gesamtdoublette, denkbar. Die Dicke der einzelnen Kristalle kann vorzugsweise bis zu 20 mm betragen. Die Dicke bezieht sich hier auf die Richtung senkrecht zur Stoßfläche. In der Ebene der Stoßfläche haben die einzelnen Kristalle vorzugsweise einen Durchmesser von bis zu 40 mm. Die Grundfläche der Kristalle während der Herstellung der Doublette ist grundsätzlich beliebig. Sie muss nicht notwendigerweise rund sein. Vorzugsweise ist sie rechteckig oder quadratisch mit einer Seitenlänge von bis zu etwa 25 mm.

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist die Schmuckkristalldoublette schließlich mit einem Edelsteinschliff versehen. Dabei kommen alle möglichen bekannten Schliffe wie beispielsweise ein Brillantschliff, Smaragdschliff oder ein Cabochon in Frage. Die Doublette kann aber auch in Form von speziellen Motiven geschliffen werden. Hierbei bestehen keine weiteren Einschränkungen als für natürliche Kristalle auch.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Schmuckkristalldoublette gemäß dem unabhängigen Verfahrensanspruch 17.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden zwei synthetisch hergestellte Kristalle verwendet. Die Kristalle weisen jeweils eine Stoßfläche auf, an der sie vorzugsweise passgenau aufeinander gesetzt werden können. In einem Schritt A des erfindungsgemäßen Verfahrens wird auf die Stoßfläche mindestens eines der beiden verwendeten Kristalle ein Zwischenschichtmaterial aufgebracht. Günstigerweise wird das Zwischenschichtmaterial jedoch auf die Stoßflächen beider Kristalle aufgebracht. Danach werden die Kristalle in Schritt B mit den Stoßflächen zueinander gewandt aneinandergelegt und in einem weiteren Schritt C in einem Ofen gebrannt. Durch den Brennvorgang schmilzt das Zwischenschichtmaterial auf und beide Kristalle werden dadurch fest miteinander verbunden. Erfindungsgemäß wird vor Schritt B im Bereich der Stoßfläche mindestens eines Kristalls zusätzlich menschliches oder tierisches Material aufgetragen. Bei einem Kristall mit Hohlraum ist z.B. auch denkbar, dass das menschliche oder tierische Material noch vor Schritt A auf den Kristall aufgetragen wird und erst danach gemäß Schritt A das Zwischenschichtmaterial aufgetragen wird. In der Regel erfolgt das Auftragen des menschlichen oder tierischen Materials aber nach oder während Schritt A. Das gleichzeitige Auftragen von Asche während Schritt A ist beispielsweise möglich, wenn die Asche und das Zwischenschichtmaterial vor dem Auftragen vermischt werden.

Die Herstellung der synthetischen Kristalle erfolgt vorzugsweise im Verneuil-Verfahren. Durch Schneiden und Schleifen kann die gewünschte Form der Kristalle zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielt werden.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante wird das Zwischenschichtmaterial zwischen den Schritten A und B in einem ersten Brennvorgang auf den einzelnen Kristallen aufgeschmolzen. Dadurch wird das Zwischenschichtmaterial zuerst auf den einzelnen Kristallen fixiert. Erst danach werden die beiden Kristalle mit dem Zwischenschichtmaterial aneinandergelegt und in dem zweiten Brennvorgang gemäß Schritt C verbunden. Der erste Brennvorgang findet vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 700 °C und 1000 °C statt und dauert zwischen wenigen Minuten und bis zu 2 Stunden an. Der zweite Brennvorgang aus Schritt C dauert wenige Minuten und wird ebenfalls bei einer Temperatur von 700 °C bis 1000 °C durchgeführt. Bei Entfallen des ersten Brennvorgangs ist dieser Brennvorgang der erste und einzige Brennvorgang, bei dem gegebenenfalls die Brennzeit auf die für den ersten Brennvorgang genannte Zeit verlängert werden kann.

Günstigerweise wird das Zwischenschichtmaterial in pulverisierter Form mit einer Korngröße von 50 &mgr;m bis 100 &mgr;m auf die Stoßfläche des Kristalls aufgetragen. Zweckmäßig ist es, wenn das Zwischenschichtmaterial dabei in einer Fest-flüssig-Suspension aufgeschlämmt ist. Die Suspension ist vorzugsweise wässrig mit einem Feststoffgehalt von ca. 30 % bis 70 % Gew.-%. Eine solche Suspension hat eine dickflüssige, schlammige Konsistenz und kann gut auf die Stoßflächen der Kristalle aufgetragen werden. Das Zwischenschichtmaterial wird zweckmäßig in einer Dicke von 0,5 mm bis 1 mm, vorzugsweise 0,75 mm, auf die Stoßflächen aufgetragen. Das Wasser der wässrigen Suspension verdampft beim Brennvorgang.

Besonders günstig ist es, wenn das menschliche oder tierische Material nach Schritt A auf das Zwischenschichtmaterial aufgetragen wird. Dann ist es in der fertigen Doublette am besten sichtbar. Das Auftragen von Asche kann einfach durch Aufstreuen erfolgen. Bei einer nachträglichen Durchmischung der Asche mit dem Zwischenschichtmaterial verringert sich die Sichtbarkeit der Asche in der fertigen Doublette. Insbesondere wenn die Sichtbarkeit der Asche gar nicht erwünscht ist, kann die Asche auch vor Schritt A in das Zwischenschichtmaterial eingemischt werden. Die Asche ist dann gleichmäßig in der Zwischenschicht verteilt. Entsprechend kann auch mit anderem vermahlenen menschlichen oder tierischen Material verfahren werden.

Nachdem die Kristalle in dem Brennvorgang gemäß Schritt C durch Verschmelzen des Zwischenschichtmaterials fest verbunden sind, wird die Schmuckkristalldoublette von der Brenntemperatur abgekühlt. Die ausgekühlte Schmuckkristalldoublette kann schließlich wie ein natürlicher Edelstein geschliffen werden. Vorzugsweise erfolgt der Schliff so, dass ein Kristall die Vorderseite der Doublette bildet und der zweite Kristall die Rückseite, während die Zwischenschicht nur von der Betrachtung von der Seite her sichtbar ist. Durch die Facettierung bei einem Edelsteinschliff der Schmuckkristalldoublette fällt die Zwischenschicht wenig auf.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in den 1 bis 7 dargestellten Ausführungsbeispiels weiter erläutert. Diese Ausführungsbeispiel dient lediglich der Beschreibung einer bevorzugten Variante der Erfindung, ohne dass diese darauf beschränkt wäre.

Es zeigen schematisch:

1 eine ungeschliffene Schmuckkristalldoublette mit eingebetteter Asche;

2 die Schmuckkristalldoublette aus 1 in Explosionsdarstellung in Seitenansicht;

3 einen synthetisch hergestellten Kristall mit Stoßfläche;

4 den Kristall aus 3 mit auf die Stoßfläche aufgetragenem Zwischenschichtmaterial;

5 den Kristall aus 3 und 4 mit aufgetragenem Zwischenschichtmaterial und aufgestreuter Asche;

6 eine fertige Schmuckkristalldoublette im Brillantschliff in Seitenansicht und

7 die fertige Schmuckkristalldoublette aus 6 in Draufsicht auf die Vorderseite.

Die in 1 dargestellte Schmuckkristalldoublette besteht aus zwei quaderförmigen synthetisch hergestellten Kristallen 11, 12, die durch eine transparente Zwischenschicht 15 miteinander verbunden sind. In der Zwischenschicht ist als menschliches oder tierisches Material Asche 16 eingebettet. Die Zwischenschicht 15 ist gemäß 2 sowohl mit der Stoßfläche 13 des Kristalls 11 als auch mit der Stoßfläche 14 des Kristalls 12 verbunden. Die körnige Asche befindet sich in der Zwischenschicht. Wesentliche Schritte zum Herstellungsprozess der Schmuckkristalldoublette sind in den 3 bis 5 dargestellt. Die synthetisch hergestellten quaderförmigen Kristalle 11, 12 haben eine Stoßfläche 13, 14. Auf diese Stoßflächen wird als Zwischenschichtmaterial Glasfluss in Form einer wässrigen Suspension 18 mit einem Spatel 19 aufgetragen. Anschließend wird bei einem Kristall 11 auf den Glasfluss 18 die Asche 16 mit einem Spatel 19 aufgestreut. Die so vorbereiteten Kristalle werden in einem ersten Brennvorgang bei 800 °C für eine Stunde gebrannt. Es ist denkbar, dass sich die chemische Zusammensetzung der Asche dabei ändert, sie bleibt aber sichtbar. In diesem ersten Brennvorgang entweicht das Wasser aus der wässrigen Suspension des Zwischenschichtmaterials und dieses schmilzt auf. Der Glasfluss wird dadurch auf der Stoßfläche des synthetisch hergestellten Kristalls 11, 12 fixiert. Ebenso wird in diesem ersten Brennvorgang die Asche mit dem Zwischenschichtmaterial auf dem Kristall 11 fixiert.

Für eine Schmuckkristalldoublette ist es nicht notwendig, dass auf beide verwendeten Kristalle Asche aufgetragen wird. Es ist jedoch günstig, wenn das Zwischenschichtmaterial 18 auf die Stoßflächen 13, 14 beider Kristalle 11, 12 aufgetragen wird und beide Kristalle einen ersten Brennvorgang durchlaufen.

Anschließend werden beide Kristalle mit den beschichteten Stoßflächen zueinander aufeinander gelegt. So durchlaufen die Kristalle einen zweiten Brennvorgang, bei dem das Zwischenschichtmaterial erneut aufschmilzt und sich zu einer Zwischenschicht verbindet. Dieser zweite Brennvorgang findet bei einer Temperatur von 870 °C statt und dauert 2 Minuten. Die Asche ist dabei in der Mitte der Zwischenschicht fest eingebettet. Nach diesem zweiten Brennvorgang kann die Schmuckkristalldoublette abkühlen und ist dann bereit für eine Weiterbehandlung durch einen Edelsteinschliff.

6 zeigt eine fertig geschliffene Schmuckkristalldoublette 10 mit einem Brillantschliff 17 in Seitenansicht. Die Zwischenschicht 15 befindet sich hier genau an der breitesten Stelle der Doublette. Dies ist die Stelle, an der ein geschliffener Brillant üblicherweise von einer Fassung gehalten wird. Wenn nun die fertige Schmuckkristalldoublette 10 in einer solchen Fassung gehalten wird, ist die Zwischenschicht als solche überhaupt nicht mehr erkennbar. Von der Vorderseite jedoch, die in 7 dargestellt ist, sieht man durch die transparente Zwischenschicht hindurch die eingebettete Asche 16. Auf diese Weise erhält man ein wertvolles persönliches Erinnerungsstück.


Anspruch[de]
Schmuckkristalldoublette (10), umfassend zwei synthetisch hergestellte Kristalle (11, 12), welche zusammen die Schmuckkristalldoublette bilden und an zwei sich gegenüberliegenden Stoßflächen (13, 14) durch eine Zwischenschicht (15) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich zwischen den beiden Kristallen (11, 12) menschliches oder tierisches Material (16) eingebettet ist. Schmuckkristalldoublette gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das menschliche oder tierische Material (16) Asche ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kristalle (11, 12) gleichartige Stoßflächen (13, 14) aufweisen. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stoßflächen (13, 14), an denen die Kristalle (11, 12) miteinander verbunden sind, plan sind. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die synthetisch hergestellten Kristalle (11, 12) Korund und/oder Spinell sind und bevorzugt eine Mohs-Härte von 8 oder 9 haben. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das menschliche oder tierische Material (16) in die Zwischenschicht (15) eingebettet ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht aus Glasfluss besteht. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht aus den Komponenten Bleimenninge, Borsalz, Quarzmehl, Dolomitmehl und Kaolin hergestellt ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (15) farbig ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das menschliche oder tierische Material (16) sichtbar eingebettet ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die eingebettete Asche (16) zu einer Korngröße von 200 &mgr;m bis 400 &mgr;m vermahlen ist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (15) eine Dicke von maximal 1 mm, vorzugsweise 0,2 bis 0,6 mm, insbesondere circa 0,4 mm, aufweist. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das eingebettete menschliche oder tierische Material (16) einen Volumenanteil von maximal 50 % der Zwischenschicht (10) einnimmt. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die synthetisch hergestellten Kristalle (11, 12) in Richtung senkrecht zu ihrer Stoßfläche (13, 14) eine Dicke von bis zu 20 mm aufweisen. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die synthetisch hergestellten Kristalle (11, 12) in den Ebene ihrer Stoßflächen (13, 14) einen Durchmesser von bis zu 40 mm aufweisen. Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einem Edelsteinschliff (17) versehen ist. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem

A) auf die Stoßfläche (13, 14) mindestens eines der beiden Kristalle (11, 12) ein Zwischenschichtmaterial aufgebracht wird,

B) die beiden Kristalle (11, 12) mit den Stoßflächen (13, 14) zueinander gewandt aneinandergelegt werden und

C) das Zwischenschichtmaterial in einem Brennvorgang aufgeschmolzen wird, um eine Zwischenschicht (15) zu bilden, welche die beiden Kristalle (11, 12) verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass vor Schritt B im Bereich der Stoßfläche (13, 14) zumindest eines der beiden Kristalle (11, 12) zusätzlich menschliches oder tierisches Material (16) aufgetragen wird.
Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Kristalle im Verneuil-Verfahren hergestellt werden. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 und 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenschichtmaterial zwischen den Schritten A und B in einem ersten Brennvorgang aufgeschmolzen wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Brennvorgang bei einer Temperatur zwischen 700 °C und 1000 °C durchgeführt wird und zwischen wenigen Minuten und bis zu zwei Stunden dauert. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennvorgang in Schritt C wenige Minuten dauert und bei einer Temperatur von 700 °C bis 1000 °C durchgeführt wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenschichtmaterial in pulverisierter Form mit einer Korngröße von 50 &mgr;m bis 100 &mgr;m aufgetragen wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenschichtmaterial in einer Fest-flüssig-Suspension (18), vorzugsweise in einer wässrigen Suspension mit einem Feststoffgehalt von ca. 30 % bis 70 % Gew.-%, aufgetragen wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenschichtmaterial die Komponenten Bleimenninge, Borsalz, Quarzmehl, Dolomitmehl und Kaolin enthält. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das menschliche oder tierische Material (16) nach Schritt A auf das Zwischenschichtmaterial aufgetragen wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass das menschliche oder tierische Material (16) vor Schritt A in das Zwischenschichtmaterial eingemischt wird. Verfahren zur Herstellung einer Schmuckkristalldoublette gemäß einem der Ansprüche 17 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmuckkristalldoublette nach Schritt C geschliffen wird.






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