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Dokumentenidentifikation DE102005060640A1 14.06.2007
Titel Gassackvorrichtung mit einem aufblasbaren Gassack und einem in dem Gassack angeordneten länglichen Befüllelement
Anmelder TAKATA-PETRI AG, 63743 Aschaffenburg, DE
Erfinder Kraft, Michael, Dipl.-Ing., 89075 Ulm, DE;
Heudorfer, Benedikt, 89278 Nersingen, DE;
Schaefer, Stefan, Dipl.-Ing., 89155 Erbach, DE
Vertreter Maikowski & Ninnemann, Pat.-Anw., 10707 Berlin
DE-Anmeldedatum 13.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060640
Offenlegungstag 14.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20051213, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Gassackvorrichtung (1) mit einem aufblasbaren Gassack (2), der mindestens zwei Gewebelagen (21, 22) zur Ausbildung einer Gassackhaut aufweist, und mit einem in dem Gassack (2) ausgebildeten länglichen Befüllelement, das mindestens eine Gasaustrittsöffnung zum Befüllen des Gassacks (2) mit Gas aufweist. Erfindungsgemäß ist das Befüllelement durch die Gassackhaut (21) und eine länglich ausgebildete Zusatz-Gewebelage (3) mit zwei beabstandeten Längskanten (32, 33) gebildet, wobei die Zusatz-Gewebelage (3) derart mit der Innenseite der Gassackhaut (21) verbunden ist, dass zwischen der Zusatz-Gewebelage (3) und der Innenseite der Gassackhaut (21) ein Befüllkanal (4) vorliegt. Die mindestens eine Gasaustrittsöffnung ist in der Zusatz-Gewebelage (3) realisiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gassackvorrichtung mit einem aufblasbaren Gassack und einem in dem Gassack angeordneten länglichen Befüllelement gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Gassackvorrichtung ist aus der US 6 199 898 B1 bekannt, die einen Kopfairbag beschreibt, in den eine längliche, schlauchförmige Gasführung integriert ist. Die Gasführung besteht aus einer in Längsrichtung gefalteten und dadurch einen Schlauch ausbildenden zusätzlichen Gewebelage, deren beiden Längskanten zwischen einer dem Fahrzeuginsassen zugewandten und einer dem Fahrzeuginsassen abgewandten Gewebelage vernäht sind. In der Gasführung sind mehrere Gasaustrittsöffnungen in Form von Gewebeaussparungen realisiert, durch die Gas austreten und einzelne Kammern des Gassacks befüllen kann.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gassackvorrichtung mit einem aufblasbaren Gassack und einem in dem Gassack angeordneten, länglichen Befüllelement zur Verfügung zu stellen, die eine einfache und kostengünstige Ausgestaltung aufweist und dabei in effektiver Weise das im Rückhaltefall bereitgestellte Gas in dem Gassack verteilt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Gassackvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Danach zeichnet sich die erfindungsgemäße Lösung durch den Gedanken aus, das Befüllelement durch die Gassackhaut und eine länglich ausgebildete Zusatz-Gewebelage auszubilden. Die Zusatz-Gewebelage weist zwei beabstandete Längskanten auf und ist mit der Innenseite der Gassackhaut verbunden ist. Somit ist die Zusatz-Gewebelage – anders als bei der US 6 199 898 B1 – nicht in Längsrichtung gefaltet ist. Es liegt erfindungsgemäß zwischen der Zusatz-Gewebelage und der Innenseite der Gassackhaut ein Befüllkanal vor. Weiter ist vorgesehen, dass die Gasaustrittsöffnungen in der Zusatz-Gewebelage realisiert sind.

Es ist erfindungsgemäß in der Gassackvorrichtung somit ein Befüllkanal realisiert, der auf der einen Seite durch die Außenhaut des Gassackes und auf der gegenüberliegenden Seite durch die Zusatz-Gewebelage gebildet ist, wobei die Abmessungen der Zusatz-Gewebelage die Abmessungen des Befüllkanals definieren. Der Befüllkanal ist ähnlich wie ein flexibler Schlauch ausgebildet, wobei aber zu einem flexiblen Schlauch der Unterschied besteht, dass der Befüllkanal erfindungsgemäß integraler Bestandteil des Gassackes ist und mit mindestens einer der Gewebelagen der Gassackhaut verbunden ist.

Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich durch eine einfache Ausgestaltung insofern aus, als kein zusätzlicher Montageaufwand für das Einbringen eines gesondert ausgebildeten Befüllelementes erforderlich ist. Sie ist darüber hinaus kostengünstig, da ein nur geringer zusätzlicher Bedarf an Gewebe besteht. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Zusatzlage aufgrund ihrer integraler Ausbildung im Gassack hinsichtlich ihrer Position im Gassack nicht verändert werden kann und daher eine gesonderte Fixierung der Zusatzlage bzw. des durch diese gebildeten Befüllkanals entfällt.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Gassackhaut durch eine einem Fahrzeuginsassen im aufgeblasenen Zustand zugewandte erste Gewebelage und eine einem Fahrzeuginsassen im aufgeblasenen Zustand abgewandte zweite Gewebelage gebildet, die an ihrem Rand miteinander verbunden sind. Dabei ist die Zusatz-Gewebelage mit der ersten oder der zweiten Gewebelage zur Ausbildung eines Befüllkanals verbunden. Diese Ausgestaltung ermöglicht eine einfache Herstellung des erfindungsgemäßen Gassacks dadurch, dass zunächst die Zusatz-Gewebelage auf die eine Gewebelage aufgebracht, an dieser befestigt und anschließend die zweite Gewebelage auf die erste Gewebelage gelegt und mit letzterer vernäht wird. Zwischen der einen Gewebelage und der Zusatzlage entsteht dabei der Befüllkanal.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass die beiden Längskanten der Zusatz-Gewebelage mit der entsprechenden ersten oder zweiten Gewebelage des Gassacks durch zwei beabstandete Nähte verbunden sind, wobei keine dieser Nähte zugleich auch eine Naht zur Verbindung der ersten und der zweiten Gewebelage des Gassacks ist. Mit anderen Worten wird die Zusatz-Gewebelage durch Nähte mit einer der beiden Gewebelagen des Gassacks verbunden, die getrennt von der Naht oder den Nähten ausgeführt sind, die die erste und die zweite Gassack-Gewebelage miteinander verbinden.

Alternativ kann vorgesehen sein, dass eine der beiden Nähte, die die Längskanten der Zusatz-Gewebelage mit der einen Gewebelage verbindet, sogleich auch eine Naht zur Verbindung der ersten und der zweiten Gewebelage ist. Bei dieser Ausgestaltung werden die eine Längskante der Zusatz-Gewebelage sowie die Ränder der ersten und der zweiten Gewebelage in einem Arbeitsschritt und mit einer Naht miteinander verbunden. Dies ist insofern einfacher als bei der zuvor genannten Ausführungsvariante, als nur eine zusätzliche Naht zur Befestigung der Zusatz-Gewebelage erforderlich ist. Jedoch bestehen weniger Freiheiten ist Bezug auf die Lage des Befüllkanals im Gassack.

Bevorzugt weist der Gassack mehrere, jeweils mit Gas befüllte Kammern auf und ist mindestens einer Kammer mindestens eine Gasaustrittsöffnung zugeordnet. Beispielsweise handelt es sich bei dem Gassack um einen Kopf-Gassack zum seitlichen Schutz des Kopfes eines Fahrzeuginsassen. Derartige Gassäcke sind üblicherweise entlang des Dachholms bzw. Dachrahmens eines Kraftfahrzeuges verlegt und weisen in Längsrichtung des Kraftfahrzeuges mehrere hintereinander angeordnete Gassackkammern auf. Es sind in Abhängigkeit von der Form der Kammern und dem in den einzelnen Kammern zu realisierenden Gasdruck zahlreiche Zuordnungen von Gasaustrittsöffnungen und Gassackkammern denkbar. So können einer Gassackkammer keine, eine oder mehrere Gasaustrittsöffnungen zugeordnet sein. Die Gassacköffnungen können regelmäßig oder – entsprechend der Position der Kammern im Gassack – unregelmäßig entlang des Befüllkanals ausgebildet sein. Weiter können die Gasaustrittsöffnungen in ihrer Größe variieren. Es ist somit möglich, eine oder mehrere oder alle der Kammern des Gassacks individuell und entsprechend vorgegebener Parameter mit Gas zu befüllen.

Die Gasaustrittsöffnungen sind bevorzugt als Loch in der Zusatzlage ausgebildet. Statt eines Loches können sie jedoch auch eine andere Ausgestaltung besitzen.

Weiter kann vorgesehen sein, dass das Befüllelement einen über seine Länge sich ändernden Strömungsquerschnitt aufweist. Die Menge des durch eine Gasaustrittsöffnung geleiteten Gases wird durch den Strömungsquerschnitt des Befüllkanals im Bereich der Gasaustrittsöffnung mitbestimmt. Der Strömungsquerschnitt des Befüllkanals weist beispielsweise einen konischen oder stufenförmigen Verlauf auf.

Das proximale Ende des Befüllelements ist bevorzugt derart ausgebildet, dass es mit einem Anschluss eines Gasgenerators verbindbar ist. Über den Gasgenerator wird im Rückhaltefall Gas in das Befüllelement eingeleitet. Das distale Ende des Befüllelements kann alternativ offen, geschlossen oder teilweise geschlossen ausgebildet sein, wobei letztere Alternativen durch ein entsprechendes Vernähen oder teilweises Vernähen des distalen Endes des Befüllelements bereitgestellt werden.

In alternativen Ausgestaltungen des Befüllelements kann auch vorgesehen sein, dass dieses nicht an einer seiner Enden, sondern beispielsweise mittig mit Gas befüllbar ist und dementsprechend einen mittigen Anschluss für einen Gasgenerator aufweist.

Die Zusatz-Gewebelage ist bevorzugt lang und schmal ausgebildet, wobei das Verhältnis von Länge zu Breite der Zusatz-Gewebelage bevorzugt größer als fünf ist. Weiter besteht die Zusatz-Gewebelage bevorzugt aus dem gleichen Material wie die übrigen Gewebelagen des Gassacks, so dass an der Verbindungsnaht zwischen Außenhaut und Zusatzlage gleiche Materialien miteinander verbunden sind.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Befüllkanal in einem oberen Bereich des Gassacks sich in diesem befindet. Es ist jedoch beispielsweise ebenso denkbar, dass der Befüllkanal in einem unteren Bereich des Gassacks angeordnet ist oder in diesem diagonal verläuft.

Es wird darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemäße Gassackvorrichtung grundsätzlich mit beliebig gestalteten Gassäcken realisiert werden kann. Insbesondere kommt grundsätzlich ein Einsatz bei Frontalairbags für den Fahrer, bei Frontalairbags für den Beifahrer, bei Seitenairbags, bei Knieairbags und bei Kopfairbags in Betracht. Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung sieht eine Realisierung mit einem Kopf-Gassack zum seitlichen Schutz des Kopfes eines Fahrzeuginsassen vor.

Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Gassacks kann folgendes Verfahren eingesetzt werden. Zunächst werden eine erste Gewebelage, eine der ersten Gewebelage hinsichtlich ihrer Form im Wesentlichen entsprechende zweite Gewebelage sowie eine längliche Zusatz-Gewebelage mit zwei Längskanten bereitgestellt. Die erste Gewebelage wird flach ausgebreitet. Die Zusatz-Gewebelage wird dann auf der ersten Gewebelage befestigt, wobei mindestens eine der Längskanten der Zusatz-Gewebelage über eine gesonderte Naht mit der ersten Gewebelage verbunden wird. Die beiden Längskanten sind beabstandet angeordnet. Dann wird die zweite Gewebelage auf die erste Gewebelage aufgelegt und werden die erste und zweite Gewebelage entlang ihres Umfangs miteinander vernäht.

Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

1 schematisch eine Seitenansicht einer Gassackvorrichtung mit einem Kopf-Gassack mit mehreren Gassackkammern und einem Befüllkanal, der durch die Verbindung einer Zusatz-Gewebelage mit der Außenhaut des Gassacks bereitgestellt ist;

2 einen Schnitt durch die Gassackvorrichtung der 1 entlang der Linie A-A gemäß einer ersten Ausführungsvariante;

3 einen Schnitt durch die Gassackvorrichtung der 1 entlang der Linie A-A gemäß einer zweiten Ausführungsvariante;

4 eine Seitenansicht auf eine der die Außenhaut bildenden Gewebelagen des Gassacks mit einer darauf angeordneten Zusatz-Gewebelage mit Gasaustrittsöffnungen in einer ersten Ausführungsvariante;

5 eine Seitenansicht auf eine der die Außenhaut bildenden Gewebelagen des Gassacks mit einer darauf angeordneten Zusatz-Gewebelage mit Gasaustrittsöffnungen in einer zweiten Ausführungsvariante;

6 eine Seitenansicht auf eine der die Außenhaut bildenden Gewebelagen des Gassacks mit einer darauf angeordneten Zusatz-Gewebelage mit Gasaustrittsöffnungen, wobei der zwischen der Zusatz-Gewebelage und der Außenhaut gebildete Befüllkanal einen sich in Längsrichtung verändernden Strömungsquerschnitt aufweist.

Die 1 zeigt einen Gassack 2 einer Gassackvorrichtung 1 zum Schutze des Kopfes eines Fahrzeuginsassen bei einem Seitenaufprall. In den Gassack 2 ist ein Befüllkanal 4 zum Befüllen des Gassackes 2 mit Gas im Rückhaltefall integriert. Neben den dargestellten Elementen weist die Gassackvorrichtung 1 weitere typische Elemente einer Gassackvorrichtung auf, wie insbesondere einen Gasgenerator, Airbagsensoren und eine Steuervorrichtung. Solche weiteren Elemente sind in den Figuren nicht gesondert dargestellt, da sie dem Fachmann wohl bekannt sind.

Die 1 zeigt den Gassack 2 flach ausgebreitet im entfalteten, nicht aufgeblasenen Zustand. Der Gassack besteht aus zwei übereinander liegenden Gewebelagen 21, 22 (vgl. 2 und 3), die die Außenhaut des Gassacks 2 bilden. Die beiden Gewebelagen sind zum einen an ihrem Umfang und zum anderen durch Nähte 61 und Verbindungsbereiche 62 miteinander verbunden, wobei die Nähte 61 und Verbindungsbereiche 62 eine Vielzahl von Gassackkammern 201, 202, 203, 204, 205, 206 ausbilden.

Die Verwendung eines Mehrkammer-Gassacks hat gegenüber der Verwendung eines Einkammer-Gassacks u.a. den Vorteil, dass der Gassack im Rückhaltefall entlang seines unteren Endes gespannt wird. Durch Anzahl und Form der Nähte 61 und Verbindungsbereiche 62 können Anzahl und Form der Gassackkammern 201 bis 206 vorgegeben werden. Die hier dargestellte schematische Ausführungsvariante ist lediglich beispielhaft zu verstehen.

Im eingebauten Zustand befindet sich der Gassack 2 im Bereich des Dachholms des Kraftfahrzeuges und erstreckt sich dort von der A-Säule über die B-Säule bis zur C-Säule, um für den Kopf des Frontinsassen und den Kopf des Heckinsassen einen Seitenaufprallschutz bereitzustellen. Ebenfalls ist denkbar, dass Länge und Form des Gassackes derart sind, dass sich der Gassack lediglich von der A-Säule bis zur B-Säule oder lediglich von der B-Säule bis zur C-Säule erstreckt. Sofern das Fahrzeug eine D-Säule aufweist, kann auch vorgesehen sein, dass der Gassack sich durchgehend von der A-Säule bis zur D-Säule erstreckt.

Der Befüllkanal 4 weist ein distales Ende 41 und ein proximales Ende 42 auf. Das proximale Ende 42 ist darart ausgebildet, dass es den Anschluss an einen nicht dargestellten Gasgenerator erlaubt. Das distale Ende 41 kann wahlweise offen, geschlossen oder teilweise geschlossen ausgebildet sein. In der Darstellung der 1 ist ein Abnäher 43 dargestellt, der das distale Ende 41 teilweise verschließt und einen reduzierten Strömungsquerschnitt des distalen Endes 41 bereitstellt.

Zur Realisierung des Befüllkanals 4 ist, wie sich aus der Schnittdarstellung der 2 ergibt, eine Zusatz-Gewebelage 3 vorgesehen. Die Zusatz-Gewebelage 3 ist schmal und lang ausgebildet und weist zwei Längskanten bzw. seitliche Ränder 32, 33 entlang ihrer länglichen Ausdehnung auf.

Die Zusatz-Gewebelage 3 ist über zwei Nähte 54, 53 entlang ihrer Längskanten 32, 33 mit der Innenseite der einen die Außenhaut des Gassacks 2 bildenden Gewebelage 21 verbunden. Es entsteht ein Befüllkanal 4, der auf der einen Seite die Gewebelage 21 des Gassackes und auf der gegenüber liegenden Seite die Zusatz-Gewebelage 3 aufweist. Über die Nähte 32, 33 wird dabei der Befüllkanal 4 hinsichtlich seiner Breite definiert. Seine Länge ergibt sich aus der Länge der Zusatz-Gewebelage 3.

Es sind des weiteren zwei Nähte 51, 52 vorhanden, mit denen die eine Gassack-Gewebelage 21 mit der anderen Gassack-Gewebelage 22 verbunden ist. Bei den beiden Nähten 51, 52 kann es sich dabei auch um die selbe, umlaufende Naht handeln.

Die Zusatz-Gewebelage 3 besteht bevorzugt aus dem gleichen Material wie die Gewebelagen 21, 22, die die Außenhaut des Gassacks 2 bilden.

Die 3 zeigt eine alternative Ausführungsvariante des Gassacks 2, bei der die Verbindung der einen Längskante 33 der Zusatz-Gewebelage 3 in anderer Weise mit der einen Gassack-Gewebelage 21 erfolgt als bei der 2. Während bei der 2 die beiden zueinander beabstandeten Nähte 53, 54, mit denen die Zusatz-Gewebelage 3 entlang ihrer Längskanten 33, 32 mit der Gewebelage 21 verbunden ist, als gesonderte Nähte im Vergleich zu den Nähten 51, 52 zur Verbindung der beiden Gassack-Gewebelagen 21, 22 ausgebildet sind, wird bei der Ausgestaltung der 3 die eine Naht 51' zur Verbindung der beiden Gewebelagen 21, 22 des Gassacks 2 zusätzlich zur Verbindung der einen Längskante 33 der Zusatz-Gewebelage 3 mit der einen Gewebelage 21 verbindet. Eine Naht 51' verbindet also den oberen Rand der einen Gewebelage 21, die eine Längskante 33 der Zusatz-Gewebelage 3 und den oberen Rand der anderen Gewebelage 22. Hierdurch wird im Vergleich zu der Ausgestaltung der 2 eine Naht eingespart.

Die 4 bis 6 zeigen verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten für die Gasaustrittsöffnungen, die in der Gewebe-Zusatzlage 3 ausgebildet sind. In der 4 sind zwei gleich große Luftaustrittsöffnungen 30 dargestellt, die in Form von Löchern ausgebildet sind. 4 zeigt dabei eine seitliche Sicht auf die eine Gewebelage 21 mit darüber angeordneter Zusatz-Gewebelage 3, die über die Nähte 51' und 54 miteinander verbunden sind (vgl. 3). Die andere Gewebelage 22 ist nicht dargestellt.

Bei der Ausgestaltung der 5 sind in der Zusatz-Gewebelage 3' Gasaustrittsöffnungen 30, 31 unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichem Abstand dargestellt. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die beiden kleineren Gasaustrittsöffnungen 31 dafür vorgesehen sind, eine eigene Gassackkammer zu befüllen.

Die 6 zeigt eine Ausgestaltung, bei der sich die Breite der Zusatz-Gewebelage 3'' und damit der Strömungsquerschnitt des Befüllkanals ändert. Im dargestellten Ausführungsbeispiel verjüngt sich der Strömungsquerschnitt konisch. Das Gas, das aus den jeweiligen Gasaustrittsöffnungen 30 im Rückhaltefall in eine zugeordnete Kammer ausströmt, ist dabei abhängig von dem Strömungsquerschnitt im Bereich der jeweiligen Gasaustrittsöffnung 30.

Zur Herstellung des beschriebenen Gassacks wird zunächst die eine Gewebelage 21 flach ausgebreitet. Anschließend wird die Zusatz-Gewebelage 3 entlang der späteren Hauptbefüllungslinie des Gassackes auf die Gewebelage 21 aufgelegt und an dieser befestigt. Bei einer ersten Ausgestaltung gemäß der 2 werden dabei bereits beide Längsnähte 53, 54 zur Befestigung der Gassack-Zusatzlage 3 angebracht. Bei einer zweiten Ausgestaltung gemäß der 3 wird nur eine Längsnaht 54 angebracht. Anschließend wird die zweite Gewebelage 22 auf die erste Gewebelage 21 aufgelegt und diese an ihrem Rand durch die Nähte 51, 52 (die wie erwähnt eine einzige Naht ausbilden können) vernäht. Bei der Ausgestaltung der 3 wird bei diesem Vernähen auch die obere Längskante 33 der Zusatz-Gewebelage 3 mit der einen Gewebelage 21 (und auch der anderen Gewebelage 22) vernäht.

Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausgestaltung nicht auf die vorstehend dargestellten Ausführungsbeispiele. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Gasaustrittsöffnungen eine andere Größe, Ausgestaltung und Anordnung besitzen. Weiter ist beispielsweise denkbar, dass die Zusatz-Gewebelage und damit der Befüllkanal nicht in dem oberen Bereich des Gassackes ausgebildet sind, sondern in einem unteren Bereich. Da zur Realisierung des Befüllkanals lediglich eine Zusatz-Gewebelage erforderlich ist, kann der Befüllkanal in einfacher Weise an beliebiger Stelle im Inneren des Gassacks bereitgestellt werden.


Anspruch[de]
Gassackvorrichtung (1) mit einem aufblasbaren Gassack (2), der mindestens zwei Gewebelagen (21, 22) zur Ausbildung einer Gasackhaut aufweist, und mit einem in dem Gassack (2) ausgebildeten länglichen Befüllelement, das mindestens eine Gasaustrittsöffnung (30, 31) zum Befüllen des Gassacks (2) mit Gas aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass

– das Befüllelement durch die Gassackhaut (21) und eine länglich ausgebildete Zusatz-Gewebelage (3) mit zwei beabstandeten Längskanten (32, 33) gebildet ist, wobei die Zusatz-Gewebelage (3) derart mit der Innenseite der Gassackhaut (21) verbunden ist, dass zwischen der Zusatz-Gewebelage (3) und der Innenseite der Gassackhaut (21) ein Befüllkanal (4) vorliegt, und

– die mindestens eine Gasaustrittsöffnung (30, 31) in der Zusatz-Gewebelage (3) realisiert ist.
Gassackvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gassackhaut durch eine einem Fahrzeuginsassen zugewandte erste Gewebelage (22) und eine einem Fahrzeuginsassen abgewandte zweite Gewebelage (21) gebildet ist, die an ihrem Rand (51, 52) miteinander verbunden sind, wobei die Zusatz-Gewebelage (3) mit der ersten oder der zweiten Gewebelage (21) zur Ausbildung eines Befüllkanals (4) verbunden ist. Gassackvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Längskanten (32, 33) der Zusatz-Gewebelage (3) mit der einen Gewebelage (21) durch zwei beabstandete Nähte (54, 53) verbunden sind, wobei keine diese Nähte (54, 53) zugleich auch eine Naht zur Verbindung der ersten und der zweiten Gewebelage (22, 21) ist. Gassackvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Längskanten (32, 33) der Zusatz-Gewebelage (3) durch zwei beabstandete Nähte (54, 51') mit der einen Gewebelage (21) verbunden sind, wobei eine der beiden Nähte (51') zugleich eine Naht zur Verbindung der ersten und der zweiten Gewebelage (22, 21) ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gassack (2) mehrere, jeweils mit Gas befüllbare Kammern (201-206) aufweist und mindestens einer Kammer (201-206) mindestens eine Gasaustrittsöffnung (30, 31) zugeordnet ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasaustrittsöffnungen (30, 31) jeweils als Loch in der Zusatzlage (3) ausgebildet sind. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei der Gasaustrittsöffnungen (30, 31) sich in ihrer Größe unterscheiden. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasaustrittsöffnungen (30, 31) unregelmäßig über die Länge der Zusatz-Gewebelage (3) verteilt sind. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Befüllkanal (4) einen über seine Länge sich ändernden Strömungsquerschnitt aufweist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das proximale Ende (42) des Befüllelements (21, 3) derart ausgebildet ist, das es mit einem Anschluss eines Gasgenerators verbindbar ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das distale Ende (41) des Befüllelements (21, 3) durch Vernähen oder teilweises Vernähen geschlossen ausgebildet oder in seinem Strömungsquerschnitt reduziert ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatz-Gewebelage (3) lang und schmal ausgebildet ist, insbesondere das Verhältnis von Länge zu Breite größer als fünf ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatz-Gewebelage (3) aus dem gleichen Material besteht wie die übrigen Gewebelagen (21, 22) des Gassacks (2). Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gassack (2) entlang des Dachholmes eines Kraftfahrzeuges verlegbar ist. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Befüllelement (21, 3) in einem oberen Bereich des Gassacks (2) sich in diesem befindet. Gassackvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gassack (2) als Kopf-Gassack zum seitlichen Schutz des Kopfes eines Fahrzeuginsassen ausgebildet ist. Verfahren zur Herstellung eines Gassacks gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Schritte:

– Bereitstellen einer ersten Gewebelage (21), einer der ersten Gewebelage hinsichtlich ihrer Form im Wesentlichen entsprechenden zweiten Gewebelage (22) sowie einer länglichen Zusatz-Gewebelage (3) mit zwei Längskanten (32, 33),

– flaches Ausbreiten der ersten Gewebelage (21),

– Befestigen der Zusatz-Gewebelage (3) auf der ersten Gewebelage (21), wobei mindestens eine der Längskanten (32, 33) der Zusatz-Gewebelage (3) über eine gesonderte Naht (54) mit der ersten Gewebelage (21) verbunden wird und die beiden Längskanten (32, 33) beabstandet angeordnet werden,

– Auflegen der zweiten Gewebelage (22) auf die erste Gewebelage (21) und Vernähen der ersten und der zweiten Gewebelage (21, 22) entlang ihres Umfangs.
Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass beim Vernähen der ersten und der zweiten Gewebelage (21, 22) auch eine der Längskanten (33) der Zusatz-Gewebelage (3) vernäht wird. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass beim Befestigen der Zusatz-Gewebelage (3) auf der ersten Gewebelage (21) beide Längskanten (32, 33) der Zusatz-Gewebelage (3) jeweils über eine gesonderte Naht (54, 53) mit der ersten Gewebelage (21) verbunden werden.






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