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Dokumentenidentifikation DE102006040003A1 14.06.2007
Titel Offenend-Spinnvorrichtung mit austauschbarem Drallstauelement
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Burchert, Mathias, 73760 Ostfildern, DE;
Krohmer, Siegfried, 72660 Beuren, DE;
Loos, Bernd, 73326 Deggingen, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 25.08.2006
DE-Aktenzeichen 102006040003
Offenlegungstag 14.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse D01H 4/40(2006.01)A, F, I, 20060825, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Offenend-Spinnvorrichtung enthält einen ein Rotorgehäuse verschließenden Deckel. In dem Deckel ist ein austauschbarer Kanalplattenadapter angebracht, durch den eine Faserzuspeisung und ein Garnabzug erfolgen. Der Garnabzug erfolgt über eine Garnabzugsdüse und wenigstens ein nachgeordnetes und leicht austauschbares Drallstauelement mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung. Das Drallstauelement ist unmittelbar in den Kanalplattenadapter einsetzbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem ein Rotorgehäuse verschließenden Deckel, wobei eine Faserzuspeisung und ein Garnabzug durch einen im Deckel angebrachten austauschbaren Kanalplattenadapter erfolgen, und wobei der Garnabzug über eine Garnabzugsdüse und wenigstens ein nachgeordnetes und leicht austauschbares Drallstauelement mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung erfolgt.

Die Erfindung betrifft ferner einen Kanalplattenadapter, ein Drallstauelement und eine Garnabzugsdüse sowie eine separate Baugruppe aus diesen Bauteilen für eine derartige Offenend-Spinnvorrichtung.

Es ist seit langem bekannt, in Offenend-Spinnvorrichtungen Spinnrotoren mit unterschiedlichen Durchmessern einzusetzen. Um hierbei die Faserzuspeisung an die unterschiedlichen Durchmesser anpassen zu können, sind Kanalplattenadapter bekannt, beispielsweise aus der DE 199 34 893 A1, die leicht in den Deckel des Rotorgehäuses einsetzbar sind und die einen Endbereich eines Faserzuführkanals enthalten. Die Außenkontur des Kanalplattenadapters sowie die Mündung des Faserzuführkanals sind jeweils an den zugehörigen Spinnrotor angepasst. Außerdem erfolgt der Garnabzug durch eine im Kanalplattenadapter angebrachte Garnabzugsdüse.

Aus der DE 199 34 893 A1, von der die Erfindung im Oberbegriff ausgeht, ist außerdem ein der Garnabzugsdüse nachgeordnetes Drallstauelement bekannt. Das Drallstauelement besteht im Wesentlichen aus einem kurzen Fadenabzugsrohr mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung, die sich zum Ende hin trichterförmig erweitert. In dem Bereich, in dem das umzulenkende Garn die trichterförmige Garnabzugsöffnung des Drallstauelementes berührt, ist ein Einsatz vorgesehen. Das Drallstauelement wird von einer Aufnahme im Deckel des Rotorgehäuses aufgenommen und durch eine Klipsvorrichtung fixiert, wodurch es leicht austauschbar ist. Hierdurch können je nach Erfordernis Drallstauelemente mit unterschiedlicher Drallstau-Wirkung eingesetzt werden.

Die bekannte Ausführung hat dabei den Nachteil, dass der Abstand zwischen Garnabzugsdüse und Drallstauelement nicht weiter verkürzt werden kann.

Es hat sich gezeigt, dass der Abstand zwischen der Umlenkung des Garnes an der Abzugsdüse und der nachfolgenden Umlenkung an dem Drallstauelement die Qualität des ersponnenen Garnes beeinflusst, und dass sich durch Verringerung dieses Abstandes Qualitätsverbesserungen beim Garn erreichen lassen. Durch die Ausgestaltung des bekannten Drallstauelementes als Fadenabzugsrohr und dessen Aufnahme in dem Deckel des Rotorgehäuses lässt sich jedoch keine ausreichende Verkürzung dieses Abstandes erreichen.

Des Weiteren hat die bekannte Ausführung den Nachteil, dass sich der Kanalplattenadapter mit Garnabzugsdüse und das Drallstauelement nicht gemeinsam austauschen lassen. In der Praxis kommt es oftmals vor, das bei einem Partiewechsel ein Spinnrotor mit anderem Durchmesser sowie ein dazugehöriger neuer Kanalplattenadapter in die Offenend-Spinnvorrichtung eingesetzt werden soll. Hierbei lässt sich zwar der neu einzusetzende Kanalplattenadapter bereits im Vorfeld mit der richtigen Garnabzugsdüse bestücken und dann zusammen damit in die Offenend-Spinnvorrichtung einsetzen, allerdings muss das Drallstauelement immer separat ausgewechselt werden. Dies führt insbesondere an modernen Offenend-Spinnmaschinen, die über 250 Spinnpositionen aufweisen können, zu relativ hohen Stillstandszeiten während einer Umrüstung.

Außerdem ist bei der bekannten Ausführung eine Garnabzugsdüse beschrieben, bei der Mittel zum Befestigen der Garnabzugsdüse in einem Kanalplattenadapter vorgesehen sind, die durch ein Einsetzen eines Drallstauelementes betätigt werden. In einer Ausnehmung im Kanalplattenadapter ist ein elastisches Element angeordnet, welches die Garnabzugsdüse umgreift und welches beim Einsetzen des Drallstauelementes in einen Deckel des Rotorgehäuses dieses elastische Element verformt und dadurch die Garnabzugsdüse fixieren soll. Diese Ausführung hat den Nachteil, dass sich die Garnabzugsdüse beim Einsetzen des Drallstauelementes unbeabsichtigt verschieben kann und dann beim anschließenden Spinnvorgang nicht in ihrer korrekten Position sitzt.

Aus der nicht gattungsgemäßen DE 196 24 537 A1 ist ein Kanalplattenadapter für eine Verwendung mit Spinnrotoren von besonders kleinem Durchmesser bekannt, der zwei unlösbar befestigte Einsätze als Garnabzugsdüse und Drallstauelement aufweist. Hier ist zwar die Umrüstzeit bei einem Partiewechsel gering, allerdings hat diese Ausführung den Nachteil, dass Garnabzugsdüse und Drallstauelement am Kanalplattenadapter nicht leicht austauschbar sind. Für jede unterschiedliche Oberflächenstruktur in Garnabzugsdüse und/oder Drallstauelement ist jedes Mal ein komplett neuer Kanalplattenadapter erforderlich, was bei der Vielzahl der heute bekannten Oberflächenstrukturen, beispielsweise mit Erhöhungen, Vertiefungen oder Kerben, einen unzumutbaren hohen Kostenaufwand darstellt, da der gesamte Kanalplattenadapter ein aufwändig herzustellendes und damit teueres Bauteil darstellt.

Die Offenend-Spinnvorrichtung der DE 196 24 537 A1 hat außerdem den Nachteil, dass die Garnabzugsöffnung bereits im Drallstauelement gekrümmt ist, der nachfolgende Garnabzug jedoch nicht in dieser Richtung weiter verläuft. Dadurch muss das Garn beim Eintritt in ein dem Drallstauelement nachgeordnetes Fadenabzugsrohr noch einmal über eine Kante umgelenkt werden. Dem Drallstauelement ist mit dem Fadenabzugsrohr noch ein weiteres Führungselement nachgeordnet, was die Garneigenschaften nachteilig beeinflussen kann. Außerdem wird ein Einfädeln eines Garnendes bei einem Anspinnvorgang durch die mehrfachen Richtungsänderungen in der Garnabzugsöffnung erschwert.

Aus der ebenfalls nicht gattungsgemäßen Deutschen Offenlegungsschrift DE 21 31 861 ist eine Offenend-Spinnvorrichtung ohne austauschbaren Kanalplattenadapter bekannt. In dieser Offenend-Spinnvorrichtung ist ein Drallstauelement direkt in den Deckel des Rotorgehäuses eingesetzt, welches eine sacklochartige Garnabzugsöffnung aufweist, in dessen Endbereich der abzuziehende Faden um 90° umgelenkt wird. Diese Ausführung hat den Nachteil, dass ein Einfädeln eines Garnendes bei einem Anspinnvorgang nach einem Fadenbruch nur unter extremem Aufwand erfolgen kann und praktisch nicht automatisiert durchgeführt werden kann.

Desweiteren ist aus der Deutschen Offenlegungsschrift DE 21 31 861 eine Garnabzugsdüse bekannt, die als Mittel zum Befestigen ein Gewinde aufweist. Die Garnabzugsdüse ist über das Gewinde mit einem Drallstauelement verbunden, welches in einen ein Rotorgehäuse verschließenden Deckel der Offenend-Spinnvorrichtung eingesetzt ist. Das Drallstauelement wird mit einem separaten Mittel zum Befestigen, das als radial auf das Drallstauelement wirkender Gewindestift gestaltet ist, befestigt. Beim Festziehen dieses Gewindestiftes kann bei nicht ganz exakter Führung des Drallstauelementes dieses radial weggedrückt werden, wodurch die an dem Drallstauelement befestigte Garnabzugsdüse in ihrer Position zum Spinnrotor verschoben wird. Eine in Bezug zur Achse des Spinnrotors exzentrisch angeordnete Garnabzugsdüse kann Unregelmäßigkeiten im gesponnenen Garn verursachen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die bekannte Ausführung zu verbessern und die genannten Nachteile zu vermeiden.

Die Aufgabe wird bei der Offenend-Spinnvorrichtung dadurch gelöst, dass das Drallstauelement unmittelbar in den Kanalplattenadapter einsetzbar ist.

Bei dem Kanalplattenadapter, dem Drallstauelement, der Garnabzugsdüse und bei der Baugruppe aus diesen Bauteilen wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüchen gelöst.

Durch das leicht austauschbare Drallstauelement, das unmittelbar vom Kanalplattenadapter aufgenommen wird, wird es zum einen möglich, sehr geringe Abstände zwischen der ersten Garnumlenkung an der Garnabzugsdüse und der zweiten Garnumlenkung am Drallstauelement zu realisieren. Es sind hierdurch minimale Abstände im Bereich von unter 10 mm bis etwa 20 mm möglich, die eine sehr hohe Garnqualität ermöglichen. Desweiteren sind durch eine entsprechend lange Ausführung des Drallstauelementes aber auch noch die bekannten großen Abständen in Bereichen von 40 bis 80 mm ebenso möglich. Große Abstände können erforderlich sein, wenn eine erhöhte Spinnstabilität gefordert wird.

Zum anderen ist es möglich, eine separat vormontierbare Baugruppe für die Faserzuspeisung und den Garnabzug vorzusehen, bei der ein Kanalplattenadapter außerhalb der Offenend-Spinnvorrichtung mit einer entsprechenden Garnabzugsdüse und einem entsprechenden Drallstauelement fertig zusammengestellt wird. Vorzugsweise weist der Kanalplattenadapter einen Teil eines Faserzuführkanals auf. Bei einem Partiewechsel an der Spinnmaschine wird die vorhandene Baugruppe des Kanalplattenadapters gegen die bereits vormontierte neue Baugruppe eines anderen Kanalplattenadapters ausgetauscht, und dadurch die Stillstandszeit der Maschine beim Umrüsten minimiert.

Die Offenend-Spinnvorrichtung weist hierdurch eine extrem hohe Flexibilität auf, die besonders im Hinblick auf immer breiter werdende Anwendungsgebiete heutzutage besonders wichtig ist.

In Ausgestaltung der Erfindung ist der vorteilhaft, wenn die Baugruppe Mittel zum Befestigen des Drallstauelementes und der Garnabzugsdüse aufweist.

Diese Mittel zum Befestigen sind besonders vorteilhaft ein Bajonettverschluss, können aber auch ein Gewinde sein, welches dann vorzugsweise als Gewinde mit einer großen Steigung und unter Umständen auch mehrgängig ausgebildet sein kann. Desweiteren kann es vorteilhaft sein, dass die Aufnahme des Drallstauelementes im Wesentlichen zylindrisch ist.

In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass ein Mittel zum Befestigen, beispielsweise ein Bajonettverschluss, gleichzeitig das Drallstauelement und die Garnabzugsdüse im Kanalplattenadapter fixiert. Dabei kann zusätzlich vorgesehen sein, dass zwischen der Garnabzugsdüse und dem Drallstauelement ein austauschbarer Wirbeleinsatz fixiert wird. Hierdurch wird eine besonders einfache Austauschbarkeit von Garnabzugsdüse und Dralleinsatz und gegebenenfalls Wirbeleinsatz gewährleistet, da nur eine Befestigung gelöst werden muss. Es wird außerdem verhindert, dass sich die Garnabzugsdüse, die sich während des Betriebes im Innern des Rotorgehäuses befindet und von außen nicht sichtbar ist, unbemerkt in ihrer Position verschiebt oder gar löst, da sich in einem solchen Fall unweigerlich auch das Drallstauelement ebenfalls lösen würde. Da sich das Drallstauelement auf der Außenseite des Rotorgehäuses befindet, ist ein nicht mehr ordnungsgemäß befestigtes Drallstauelement durch den Bediener sofort erkennbar. Es wird so vermieden, dass die Offenend-Spinnvorrichtung unbemerkt Garn einer verminderten Qualität erzeugt.

Es kann vorteilhaft sein, dass der Aufnahme des Drallstauelements ein Element zu Verdrehsicherung, beispielsweise ein Vorsprung, Nocken oder Zapfen, der mit einer entsprechenden Vertiefung, Nut oder Bohrung am Kanalplattenadapter zusammenwirkt, zugeordnet ist. Bevorzugt ist das Element zu Verdrehsicherung im Bereich der im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme angeordnet. Das Drallstauelement bzw. wenigstens dessen Grundkörper lässt sich so sehr günstig auch als Spritzgussteil herstellen.

Wenn die Mittel zum Befestigen der Garnabzugsdüse gleichzeitig Mittel zum Befestigen des ebenfalls in den Kanalplattenadapter einsetzbaren Drallstauelementes sind, können praktisch Garnabzugsdüse und Drallstauelement direkt miteinander verbunden werden und befinden sich somit beide in einer definierten Position. Es kann vorgesehen sein, dass die Mittel zum Befestigen gar nicht mehr direkt auf den Kanalplattenadapter wirken, sondern dass vielmehr die Garnabzugsdüse und das Drallstauelement miteinander gegen den Kanalplattenadapter verspannt werden. Es kann hierbei vorteilhaft sein, dass das Mittel zum Befestigen formschlüssig ist, da hierdurch auf jeden Fall eine dauerhaft wirksame Funktionsweise sichergestellt ist.

Es kann auch vorteilhaft sein, dass das Drallstauelement bzw. die Garnabzugsdüse in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung verschiebbar ist, und dass ein Federelement vorgesehen ist, das das Drallstauelement bzw. die Garnabzugsdüse definiert in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung belastet. Insbesondere in Kombination mit Mitteln zum Befestigen, die gleichzeitig das Drallstauelement und die Garnabzugsdüse fixieren, lässt sich eine vorteilhafte Variante realisieren, bei der die Position der Stirnfläche der Garnabzugsdüse durch Unterlegscheiben veränderbar ist, während trotzdem der Abstand zwischen der ersten Garnumlenkung an der Garnabzugsdüse und der zweiten Garnumlenkung am Drallstauelement konstant bleibt. In Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Mittel zum Befestigen durch eine Verschiebung des Drallstauelementes in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung entriegelbar sind.

Es ist vorteilhaft, wenn das Drallstauelement an der trichterförmigen Erweiterung seiner Garnabzugsöffnung einen Umlenkradius zwischen 3 und 50 mm, vorzugsweise zwischen 6 und 28 mm, aufweist, wobei die unterschiedlichen Umlenkradien vorzugsweise so positioniert werden, dass sich der freie Querschnitt der Garnabzugsöffnung nicht verändert. Vorteilhafterweise ist der Umlenkradius an einem in einen Grundkörper des Drallstauelementes eingesetzten Einsatz angebracht. Der Einsatz kann dabei segmentförmig sein und ähnlich wie aus der DE 199 34 893 A1 bekannt, lediglich den Bereich abdecken, in dem das Garn läuft. Der Einsatz kann aber auch rotationssymmetrisch sein und den gesamten trichterförmigen Bereich des Drallstauelementes abdecken. Derartige Einsätze sind leicht herstellbar und können beispielsweise durch Einkleben auf einfache Weise in dem Grundkörper befestigt werden. Außerdem kann es möglich sein, am Drallstauelement Einsätze zu verwenden, die ursprünglich für Garnabzugsdüsen vorgesehen waren. Hierdurch lässt sich die Teilevielfalt bei den Einsätzen reduzieren.

Der Bereich des das Garn aus der Rotorachsrichtung ablenkende Umlenkradius des Drallstauelementes weist vorzugsweise eine verschleißfeste Oberfläche auf, die in an sich bekannter Weise glatt oder mit Oberflächenstrukturen, wie beispielsweise Erhöhungen, Vertiefungen, Rippen, Kerben oder Spiralen ausgebildet sein kann. Die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen können dazu dienen, die Drallstauwirkung zu verändern und an die jeweiligen Erfordernisse für das zu erspinnende Garn anzupassen, so dass sich eine gute Spinnstabilität bei der gewünschten Garnqualität erreichen lässt.

Wenn die Mittel zum Befestigen des Drallstauelementes bzw. der Garnabzugsdüse einen Bajonettverschluss enthalten, dann ist der Begriff „Bajonettverschluss" so zu verstehen, dass an der Garnabzugsdüse wenigstens ein Teil eines Bajonettverschlusses angebracht ist, der mit einem zweiten an dem Drallstauelement angebrachten Teil zusammenwirken kann. Diese Sichtweise ist analog der Verhältnisse bei einem als Gewinde gestalteten Mittel zum Befestigen, da dabei selbstverständlich auch nur entweder ein Innengewinde oder ein Außengewinde an dem Drallstauelementes bzw. der Garnabzugsdüse angebracht ist.

Ein Kanalplattenadapter, der besonders gut für eine separat vormontierbare Baugruppe für die Faserzuspeisung und den Garnabzug geeignet ist, enthält eine zylindrische Führungsfläche für eine Garnabzugsdüse, die auf derselben Seite des Kanalplattenadapters wie die Austrittsöffnung eines Faserkanals angeordnet ist. Außerdem enthält der Kanalplattenadapter eine im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme für ein Drallstauelement, die auf der der zylindrischen Führungsfläche für eine Garnabzugsdüse gegenüberliegenden Seite des Kanalplattenadapters angeordnet ist. Vorzugsweise ist der Durchmesser der Aufnahme für das Drallstauelement größer als der Durchmesser der Führungsfläche für die Garnabzugsdüse. Hierdurch lässt sich der Kanalplattenadapter auch in Verbindung mit sehr kleinen Spinnrotoren einsetzen.

Eine Garnabzugsdüse, die besonders gut für eine separat vormontierbare Baugruppe für die Faserzuspeisung und den Garnabzug geeignet ist, enthält eine zylindrische Führungsfläche, die zur Führung beim Einsetzen in den Kanalplattenadapter dient. Die Garnabzugsdüse kann dabei einteilig sein, oder beispielsweise aus einer Düsenfassung mit einem Düseneinsatz bestehen. Es ist eine ringförmige Anlagefläche an der Garnabzugsdüse vorgesehen, die parallel zu der Stirnfläche der Garnabzugsdüse angeordnet ist und mit der die Garnabzugsdüse am Kanalplattenadapter anliegt. Es ist dabei vorteilhaft, wenn die Mittel zum Befestigen der Garnabzugsdüse an dem – in Garnabzugsrichtung gesehen – stromabwärts gerichteten Ende der Garnabzugsdüse angebracht sind. Hierdurch lässt sich eine besonders kompakte Bauweise erreichen. Es ist vorgesehen, dass die ringförmige Anlagefläche im Bereich des der Stirnfläche zugewandten Endes der zylindrischen Führungsfläche angeordnet ist, und dass die Mittel zum Befestigen im Bereich des der ringförmigen Anlagefläche gegenüberliegenden Endes der zylindrischen Führungsfläche angeordnet sind.

Die in den heute auf dem Markt erhältlichen Offenend-Spinnmaschinen eingesetzten Garnabzugsdüsen weisen eine Länge von etwa 18 mm auf. Wie schon erwähnt, werden sie durch Permanentmagnete in dem Kanalplattenadapter gehalten. Sind Mittel zum Befestigen der Garnabzugsdüse vorgesehen, die gleichzeitig Mittel zum Befestigen des Drallstauelementes sind, ist es vorteilhaft, dass die Länge der Garnabzugsdüse größer als 18 mm, vorzugsweise 19 bis 24 mm, ist. Hierunter soll die gesamte Länge der Garnabzugsdüse zu verstehen sein, die auch die Mittel zum Befestigen mit umfasst. Durch eine derartige vergrößerte Länge der Garnabzugsdüse lassen sich die Mittel zum Befestigen der Garnabzugsdüse außerhalb des sehr beengten vorderen Bereiches des Kanalplattenadapters anbringen.

Es ist vorteilhaft, wenn das Drallstauelement bzw. die Garnabzugsdüse zu einem Großteil aus einem gut wärmeleitfähigen Material, beispielsweise Aluminium oder dessen Legierungen, besteht. Besonders vorteilhaft weist das Drallstauelement bzw. die Garnabzugsdüse eine Wärmeleitfähigkeit von mehr als 150 W/mK (Watt pro Meter und Kelvin) auf. Durch eine hohe Wärmeleitfähigkeit wird die durch die Umlenkung des Garnes entstehende Reibungswärme gut abgeleitet und bei hohen Garnabzugsgeschwindigkeiten eine thermische Garnschädigung vermieden.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.

Es zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer Offenend-Spinnvorrichtung im Bereich eines Kanalplattenadapters,

2 eine Ansicht ähnlich 1 auf eine Variante des Kanalplattenadapters,

3 eine Ansicht ähnlich 1 auf eine Variante mit einem zusätzlichen Wirbeleinsatz,

4 eine Teilansicht auf eine Variante eines Drallstauelementes nach 2.

In 1 ist ein Spinnrotor 1 einer Offenend-Spinnvorrichtung in einem durch einen Deckel 2 verschlossenen Rotorgehäuse 3 dargestellt. Der Spinnrotor 1 besteht in bekannter Weise aus einem Rotorteller 4 und einem Schaft 5, der in nicht dargestellter Weise gelagert und angetrieben ist.

Bei Betrieb läuft der Rotorteller 4 in ebenfalls bekannter Weise in einer unter Unterdruck stehenden Kammer 6 um, die durch das Rotorgehäuse 3 gebildet wird. Das Rotorgehäuse 3 ist bei Betrieb mit einem zu Wartungszwecken wegbewegbaren Deckel 2 verschlossen. Eine Ringdichtung 7 sorgt dabei für die Abdichtung zwischen dem Deckel 2 und dem Rotorgehäuse 3.

An dem Deckel 2, der oftmals auch als Kanalplatte bezeichnet wird, ist als auswechselbarer Fortsatz ein im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildeter Kanalplattenadapter 8 angeordnet, der teilweise in das Innere des Rotortellers 4 hineinragt. In diesem Deckel 2 ist ein Teilstück 9 eines Faserzuführkanals 10 angeordnet, der sich von einer nicht dargestellten Auflösewalze bis zum Rotorteller 4 erstreckt. Der Faserzuführkanal 10 ist gestrichelt dargestellt, da er nicht in der Zeichenebene verläuft. Mit dem Pfeil A ist dabei die Fasertransportrichtung bezeichnet, wobei der Fasertransport selbst in bekannter Weise mit Hilfe des installierten Unterdruckes erfolgt. Der dem Rotorteller 4 zugewandte Endbereich des Faserzuführkanals 10 ist im Kanalplattenadapter 8 angeordnet. Seine Austrittsöffnung 11 ragt in das Innere des Rotortellers 4 hinein und liegt einer Fasergleitfläche 12 des Rotortellers 4 in geringem Abstand gegenüber. Ziel des Kanalplattenadapters 8 ist es, den Endbereich des Faserzuführkanals 10 mit seiner Austrittsöffnung 11 insbesondere an unterschiedliche Durchmesser des Rotortellers 4 anzupassen. Der Kanalplattenadapter 8 ist dabei in nicht dargestellter, aber an sich bekannter Weise leicht lösbar an dem Deckel 2 befestigt.

Die Fasergleitfläche 12 erweitert sich konisch zu einer Fasersammelrille 13, wohin die auf die Fasergleitfläche 12 in bekannter Weise zugespeisten Fasern gleiten und sich dort zu einem Faserring sammeln, von wo sie in bekannter Weise als strichpunktiert dargestelltes Garn 14 abgezogen werden. Das ersponnene Garn 14 wird zunächst in einer annähernd senkrecht zum Schaft 5 des Spinnrotors 1 liegenden Ebene abgezogen und anschließend durch eine Garnabzugsdüse 115 in einen koaxial zum Schaft 5 liegenden Garnabzugskanal 16 umgelenkt. Nachfolgend wird das Garn 14 an einem Drallstauelement 117 nochmals umgelenkt und Richtung B abgezogen und einem nicht dargestellten Abzugswalzenpaar und einer nachgeordneten Aufspuleinrichtung zugeführt. Für die Garnqualität ist es dabei vorteilhaft, wenn das Garn 14 nach dem Drallstauelement 117 nicht mehr durch weitere feststehende Garnführungselemente umgelenkt wird. Insbesondere sollte kein das Garn 14 umgebendes Abzugsröhrchen vorhanden sein. Vorteilhafterweise ist das Drallstauelement 117 das – in Abzugsrichtung B gesehen – letzte mit dem Deckel 2 verbundene Garnführungselement für das Garn 14.

Der von einer Stirnfläche 18 der Garnabzugsdüse 115 in die Fasersammelrille 13 hineinragende Schenkel des Garnes 14 läuft durch die Rotation des Spinnrotors 1 mit hoher Geschwindigkeit kurbelartig in der genannten Normalebene um und erzeugt im Garn 14 eine echte Drehung. Außerdem entsteht durch eine beim kurbelartigen Umlauf auftretende Abrollbewegung des an der Garnabzugsdüse 115 anliegenden Garnes 14 ein Falschdraht in dem Garn 14. Es ist nun Aufgabe des Drallstauelementes 117 eine möglichst hohe Drehung in dem Anfangsbereich des Garnes 14 aufzustauen. Insbesondere in dem in die Fasersammelrille 13 ragenden Ende des Garnes 14 ist eine möglichst hohe Drehung erforderlich, um eine gute Garnbildung zu gewährleisten.

Die Garnabzugsdüse 115 für das Ausführungsbeispiel nach 1 kann an sich beliebig gestaltet sein. Bewährt hat sich jedoch eine Garnabzugsdüse 115 mit einer Düsenfassung 119, in die wenigstens ein Düseneinsatz 20 eingesetzt ist. Die Düsenfassung 119 ist in den Kanalplattenadapter 8 hineingesteckt und wird durch wenigstens einen Permanentmagneten 21 gegen Herausrutschen gesichert. Der Düseneinsatz 20 kann dabei in an sich bekannter Weise mit unterschiedlichen Strukturen und Oberflächen versehen sein. Außerdem kann der Düseneinsatz 20 in nicht dargestellter Weise mehrteilig ausgebildet sein, so dass beispielsweise noch ein Wirbeleinsatz vorgesehen ist.

Das Drallstauelement 117 weist eine im Wesentlichen zylindrische Aufnahme 22 auf, die unmittelbar in den Kanalplattenadapter 8 einsetzbar ist. Des Weiteren sind am Drallstauelement 117 Mittel 123 zum Befestigen des Drallstauelementes 117 vorgesehen. Im dargestellten Fall ist das Mittel 123 zum Befestigen als Bajonettverschluss ausgestaltet. Alternativ kann aber auch ein ein- oder mehrgängiges Gewinde an der Aufnahme 22 vorgesehen sein.

Bei einem so genannten Bajonettverschluss ist ein Zapfen 124 an dem Drallstauelement 117 angebracht, der mit einer Nut 125 in dem Kanalplattenadapter 8 zusammenwirken kann. Durch Drehung des Drallstauelementes 117 um seine Mittelachse kann der Zapfen 124 in eine zur Nut 125 korrespondierende Lage gebracht werden, in welcher das Drallstauelement 117 aus dem Kanalplattenadapter 8 entnehmbar ist. Das Einsetzen eines neuen Drallstauelementes 117 erfolgt in ungekehrter Reihenfolge, indem der Zapfen 124 in die Nut 125 eingeschoben und anschließend verdreht wird. Der Vorteil des Bajonettverschlusses ist, dass das Öffnen und Schließen einfach und schnell erfolgt, da das Drallstauelement 117 nur um einen geringen Winkelbetrag verdreht werden braucht. In Ausgestaltung ist es dabei möglich, zwei oder mehrere Zapfen 124 mit jeweils einer zugeordneten Nut 125 gleichmäßig am Umfang der Aufnahme 22 des Drallstauelementes 117 verteilt anzubringen.

Das Drallstauelement 117 weist eine im Wesentlichen zentrische Garnabzugsöffnung 26 auf, die den Garnabzugskanal 16 koaxial fortsetzt. Die Garnabzugsöffnung 26 besitzt zur Umlenkung des Garnes 14 eine trichterförmige Erweiterung 27 mit einem Umlenkradius R. Es kann vorteilhaft sein, die Garnabzugsöffnung 26 und die trichterförmige Erweiterung 27 mit dem Umlenkradius R in einem Einsatz 28 anzuordnen, der in einem Grundkörper 129 des Drallstauelementes 117 eingesetzt ist. Der Einsatz 28 kann aus einem verschleißfesten Werkstoff bestehen und ist vorteilhafterweise rotationssymmetrisch oder segmentförmig ausgebildet. Es kann hier sogar vorteilhaft sein, einen gleich gestalteten Düseneinsatz 20 aus der Garnabzugsdüse 115 als Einsatz 28 für das Drallstauelement 117 zu verwenden. Neben dieser mehrteiligen Ausführung des Drallstauelementes 117 kann in nicht dargestellter Weise natürlich auch eine einteilige Ausführung vorgesehen sein.

Zur Veränderung der Eigenschaften des gesponnenen Garns 14 ist nun vorgesehen, dass der Abstand X des Umlenkradius R von der Stirnfläche 18 der Garnabzugsdüse 115 variierbar ist. Als Bezugspunkt soll dabei der Mittelpunkt des Umlenkradius R dienen. Es ist dabei vorteilhaft, wenn sich der Umlenkradius R knickfrei an den Garnabzugskanal 16 anschließt. Dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Besonders vorteilhaft ist, wenn das Drallstauelement 117 einen Umlenkradius R zwischen 3 und 50 mm, vorzugsweise zwischen 6 und 28 mm, aufweist und wenn der Abstand X des Umlenkradius R von der Stirnfläche 18 zwischen 9 und 80 mm, vorzugsweise zwischen 18 und 42 mm, liegt.

In 2 ist eine Variante dargestellt, bei der ein Mittel 223 zum Befestigen gleichzeitig das Drallstauelement 217 und die Garnabzugsdüse 215 im Kanalplattenadapter 8 fixiert. Das Mittel 223 zum Befestigen des Drallstauelementes 217 ist als ein mit der Garnabzugsdüse 215 zusammenwirkender Bajonettverschluss ausgebildet. Dabei ist an der Düsenfassung 219 der Garnabzugsdüse 215 ein Zapfen 224 vorgesehen, der zum Lösen der Verbindung durch Verdrehen der Garnabzugsdüse 215 zu einer in dem Grundkörper 229 des Drallstauelementes 217 angebrachten Nut 225 positioniert werden kann. Alternativ kann das Mittel 223 zum Befestigen natürlich wieder als Gewinde ausgeführt sein, bei dem beispielsweise in dem Drallstauelement 217 ein Innengewinde und an der Garnabzugsdüse 215 ein Außengewinde vorgesehen wird.

Bei dieser Art der direkten Verbindung von Garnabzugsdüse 215 und Drallstauelement 217 ist es vorteilhaft, an einem der beiden Bauteile ein Element zur Verdrehsicherung anzubringen. Wird dieses Element 30 zur Verdrehsicherung wie dargestellt im Bereich der Aufnahme 22 an dem Drallstauelement 217 angebracht, so kann sich das Drallstauelement 217 beim Verdrehen der Garnabzugsdüse 215 zum Zwecke des Festziehens oder Lösens des Mittels 223 zum Befestigen nicht mitdrehen, was die Handhabung bei Montage und Demontage vereinfacht.

Damit die Garnabzugsdüse 215 drehbar und ebenfalls in axialer Richtung des Garnabzugskanals 16 verschiebbar ist, ist die Garnabzugsdüse 215 über eine zylindrische Führungsfläche 34 in dem Kanalplattenadapter 8 aufgenommen. Die Garnabzugsdüse 215 liegt mit einer ringförmigen Anlagefläche 35, die koaxial zu der zylindrischen Führungsfläche 34 und parallel zu der Stirnfläche 18 angeordnet ist, an dem Kanalplattenadapter 8 an. Die zylindrische Führungsfläche 34 weist vorteilhaft einen Durchmesser zwischen 5 und 7 mm auf, damit der in den Spinnrotor 1 hineinragende Bereich des Kanalplattenadapters 8 möglichst klein ausgeführt werden kann und die Offenend-Spinnvorrichtung auch für Spinnrotoren 1 kleinen Durchmessers geeignet ist.

Das Drallstauelement 217 ist ebenfalls in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung 26 im Kanalplattenadapter 8 verschiebbar, jedoch wegen des Elementes 30 zur Verdrehsicherung nicht verdrehbar. Es ist ein Federelement 36 vorgesehen, das das Drallstauelement 217 definiert in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung 26 belastet und das Drallstauelement 217 in Garnabzugsrichtung B drückt. Das Federelement 36 kann beispielsweise eine Schraubenfeder oder ein Gummielement sein.

Dadurch, dass das Drallstauelement 217 und die Garnabzugsdüse 215 über das Mittel 223 zum Befestigen verbunden sind, wird auch die Garnabzugsdüse 215 durch das Federelement 36 in Garnabzugsrichtung B belastet. Die Garnabzugsdüse 215 wird mit der ringförmigen Anlagefläche 35 gegen den Kanalplattenadapter 8 gezogen und liegt dort sicher an.

Zur Veränderung der Lage der Stirnfläche 18 in Bezug auf die Fasersammelrille ist es bekannt, im Bereich der ringförmigen Anlagefläche 35 Unterlegscheiben zwischen Garnabzugsdüse 215 und Kanalplattenadapter 8 einzusetzen. Ein Vorteil der axialen Verschiebbarkeit von Drallstauelement 217 und Garnabzugsdüse 215 ist, dass bei der Verwendung von Unterlegscheiben der Abstand X von der Stirnfläche 18 der Garnabzugsdüse 215 zu dem Umlenkradius R des Drallstauelementes 217 konstant bleibt.

Auf Grund der beengten Platzverhältnisse im in den Spinnrotor 1 hineinragenden Bereich des Kanalplattenadapters 8, in dem ja neben der Garnabzugsdüse 215 auch noch die Austrittsöffnung 11 sowie ein Teil des Faserzuführkanals 10 untergebracht werden müssen, ist es vorteilhaft, dass die Mittel 223 zum Befestigen möglichst weit stromabwärts der Abzugsrichtung B angeordnet sind. Der Abstand zwischen der ringförmigen Anlagefläche 35 und den Mitteln 223 zum Befestigen kann hierzu wenigstens 10 mm, vorzugsweise auch mehr als 15 mm, betragen. Damit das Mittel 223 zum Befestigen der Garnabzugsdüse 215 nicht in dem beengten Bereich des Kanalplattenadapters 8 liegt, ist es vorteilhaft, dass die Garnabzugsdüse 215 eine Länge L von mehr als 18 mm aufweist. Die Länge L wird dabei von der Stirnfläche 18 bis zum Ende der Garnabzugsdüse 215 im Bereich des Mittels 223 zum Befestigen der Garnabzugsdüse 215 definiert.

Ebenfalls aus Platzgründen ist es vorteilhaft, dass das Drallstauelement 217 die Garnabzugsdüse 215 wie dargestellt von außen umgreift. Die dem Spinnrotor 1 abgewandte Seite des Kanalplattenadapters 8 muss ja nicht mehr in den Spinnrotor 1 hineinragen und kann deshalb problemlos auch größer ausgelegt werden. Um eine stabile Verbindung des Drallstauelement 217 mit der Garnabzugsdüse 215 durch die Mittel 223 zum Befestigen zu erreichen, ist der Durchmesser der im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme 22 vorteilhafterweise etwa zwei- bis dreimal so groß wie der Durchmesser der zylindrischen Führungsfläche 34 ist.

In einer nicht dargestellten Variante kann vorgesehen sein, dass die Mittel 223 zum Befestigen durch eine Verschiebung des Drallstauelementes 217 in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung 26 entriegelbar sind. Dabei können als Mittel 223 zum Befestigen beispielsweise radial bewegliche Federzungen vorgesehen sein, die den Zapfen 224 umgreifen. Die Federzungen können durch die axiale Verschiebung des Drallstauelementes 223 radial nach außen bewegt werden und geben den Zapfen 224 frei. Hierzu kann den Federzungen eine konische Fläche zugeordnet sein.

Bei der in 3 dargestellten Ausführung ist zwischen der Garnabzugsdüse 315 und dem Drallstauelement 317 ein austauschbarer Wirbeleinsatz 31 angeordnet, der einzeln austauschbar ist und zwischen Garnabzugsdüse 315 und Drallstauelement 317 fixiert wird, wenn Garnabzugsdüse 315 und Drallstauelement 317 durch das Mittel 323 zum Befestigen mit dem Kanalplattenadapter 8 verbunden werden. Das Mittel 323 zum Befestigen ist dabei analog zu 2 als Bajonettverschluss mit wenigstens einem an der Düsenfassung 319 angebrachten Zapfen 324 und einer am Grundkörper 329 angebrachten Nut 325 ausgeführt und verspannt das Drallstauelement 317 mit der Garnabzugsdüse 315. Dem Drallstauelement 317 ist ein Federelement 36 zugeordnet, das das Drallstauelement 317 definiert in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung 26 belastet und die Verwendung von Unterlegscheiben an der ringförmigen Anlagefläche 35 der Garnabzugsdüse 315 ohne Veränderung des Abstandes X gestattet. Auch hier kann das Mittel 323 zum Befestigen natürlich wieder ein Gewinde sein.

Der Aufnahme 22 des Drallstauelementes 317 wieder ein Element 30 zur Verdrehsicherung zugeordnet. Damit der Wirbeleinsatz 31 definiert zwischen der Garnabzugsdüse 315 und dem Drallstauelement 317 fixiert ist, kann ein elastisches Element 32, beispielsweise ein Gummiring in Form eines O-Ringes, vorgesehen sein. Des Weiteren können an dem Grundkörper 329 Fortsätze 33 vorgesehen sein, an denen der Wirbeleinsatz 31 anliegt. Hierdurch wird der Einsatz 28 des Drallstauelementes 317 nicht mit den Klemmkräften belastet. In analoger Weise könnte der Wirbeleinsatz 31 auch unmittelbar an der Düsenfassung 319 abgestützt werden.

In 4 ist eine Variante eines Drallstauelementes 217 gemäß 2 in Seitenansicht und Frontansicht dargestellt. Die Mittel 223 zum Befestigen und die Aufnahme 22 im Kanalplattenadapter 8 erfolgen wie bei 2 bereits beschrieben. Im Gegensatz zu dem rotationssymmetrischen Einsatz 28 bei 2 ist bei der Variante nach 4 ein segmentförmiger Einsatz 428 in einem Grundkörper 229 des Drallstauelementes 217 vorgesehen. Der segmentförmige Einsatz 428 deckt im dargestellten Beispiel nur die Hälfte der Garnabzugsöffnung 26 bzw. der trichterförmigen Erweiterung 27 ab. Die Herstellung des Einsatzes 428 wird durch die geringere Größe günstiger. Je nach Lauf des ersponnenen Garnes 14 kann der Einsatz 428 sogar noch ein kleineres Kreissegment abdecken, beispielsweise nur einen Viertelkreis.

In Bezug auf die 2 bis 4 wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gleiche Bauteile mit den gleichen Bezugszeichen wie in der 1 versehen sind und deshalb auf die dortige Beschreibung verwiesen wird. Sämtliche Bauteile mit gleichem Bezugszeichen, auch die mit anderer Ausgestaltung, haben in Bezug auf die Garnerzeugung dieselbe Funktion, deshalb kann auf eine wiederholte Beschreibung verzichtet werden. Insbesondere die Beschreibung zu den Merkmalen des Umlenkradius R und des Abstandes X gelten selbstverständlich auch für die Ausführungsbeispiele nach 2, 3 und 4.

Durch die in den 1 bis 4 gezeigten Ausführungsbeispiele der Drallstauelemente 117, 217, 317 lassen sich neben besonders variablen Abständen X – mit insbesondere kleinen Abständen X von weniger als 25 mm – auch Baugruppen für die Faserzuspeisung und den Garnabzug einer Offenend-Spinnvorrichtung realisieren, die bei nur sehr geringer Maschinenstillstandszeit ausgewechselt werden können. Die Baugruppen bestehen im Wesentlichen aus dem Kanalplattenadapter 8, in dem sämtliche für den Garnabzug in spinntechnologischer Hinsicht wichtigen Bauteile, insbesondere Garnabzugsdüse 115, 215, 315 und Drallstauelement 117, 217, 317, vormontiert sein können.


Anspruch[de]
Offenend-Spinnvorrichtung mit einem ein Rotorgehäuse (3) verschließenden Deckel (2), wobei eine Faserzuspeisung und ein Garnabzug durch einen im Deckel (2) angebrachten austauschbaren Kanalplattenadapter (8) erfolgen, und wobei der Garnabzug über eine Garnabzugsdüse (115; 215; 315) und wenigstens ein nachgeordnetes und leicht austauschbares Drallstauelement (117; 217; 317) mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung (26) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass Drallstauelement (117; 217; 317) unmittelbar in den Kanalplattenadapter (8) einsetzbar ist. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drallstauelement (117; 217; 317) das – in Abzugsrichtung (B) gesehen – letzte mit dem Deckel (2) verbundene Garnführungselement ist. Baugruppe für die Faserzuspeisung und den Garnabzug einer Offenend-Spinnvorrichtung mit einem Kanalplattenadapter (8) und einer leicht austauschbaren Garnabzugsdüse (115; 215; 315), dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) ein leicht austauschbares Drallstauelement (117; 217; 317) mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung (26) enthält. Baugruppe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (123; 223; 323; 21) zum Befestigen für das Drallstauelement (117; 217; 317) und die Garnabzugsdüse (115; 215; 315) vorgesehen sind. Baugruppe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen gleichzeitig das Drallstauelement (217; 317) und die Garnabzugsdüse (215; 315) im Kanalplattenadapter (8) fixieren. Baugruppe nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Drallstauelement (217; 317) in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung (26) verschiebbar ist, und dass ein Federelement (36) vorgesehen ist, das das Drallstauelement (217; 317) definiert in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung (26) belastet. Baugruppe nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (223) zum Befestigen durch eine Verschiebung des Drallstauelementes (217) in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung (26) entriegelbar sind. Baugruppe nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Garnabzugsdüse zusammen mit dem Drallstauelement (217; 317) in axialer Richtung der Garnabzugsöffnung (26) verschiebbar ist, wobei der Abstand (X) eines Umlenkradius (R) des Drallstauelementes (217; 317) von der Stirnfläche (18) der Garnabzugsdüse (215; 315) bei einer Verschiebung konstant bleibt. Baugruppe nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (X) eines Umlenkradius (R) des Drallstauelementes (117; 217; 317) von der Stirnfläche (18) der Garnabzugsdüse (115; 215; 315) zwischen 9 und 80 mm, vorzugsweise zwischen 18 und 42 mm, liegt. Baugruppe nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Garnabzugsdüse (315) und dem Drallstauelement (317) ein austauschbarer Wirbeleinsatz (31) fixiert wird. Kanalplattenadapter (8) für eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem Faserzuführkanal (10), der eine Austrittsöffnung (11) aufweist, und mit einer zylindrischen Führungsfläche (34) für eine Garnabzugsdüse (115; 215; 315), die auf derselben Seite des Kanalplattenadapters (8) wie die Austrittsöffnung (11) des Faserzuführkanals (10) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) eine im Wesentlichen zylindrische Aufnahme (22) für ein Drallstauelement (117; 217; 317) aufweist, die auf der der zylindrischen Führungsfläche (34) gegenüberliegenden Seite des Kanalplattenadapters (8) angeordnet ist. Kanalplattenadapter nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Element (30) zur Verdrehsicherung im Bereich der im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme (22) angeordnet ist. Kanalplattenadapter nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme (22) größer als, insbesondere etwa zwei- bis dreimal so groß wie, der Durchmesser der zylindrischen Führungsfläche (34) ist. Garnabzugsdüse zum Einsetzen in einen Kanalplattenadapter (8) einer Offenend-Spinnvorrichtung, wobei leicht lösbare Mittel (223; 323) zum Befestigen an der Garnabzugsdüse (215; 315) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen der Garnabzugsdüse (215; 315) gleichzeitig Mittel (223; 323) zum Befestigen eines ebenfalls in den Kanalplattenadapter (8) einsetzbaren Drallstauelementes (217; 317) sind. Garnabzugsdüse mit einer Stirnfläche (18) und einem senkrecht dazu angeordneten Garnabzugskanal (16), mit einer ringförmigen Anlagefläche (35), die parallel zur Stirnfläche (18) angeordnet ist, mit einer zylindrischen Führungsfläche (34), die konzentrisch zum Garnabzugskanal (16) angeordnet ist, sowie mit Mitteln (223; 323) zum Befestigen, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Anlagefläche (35) im Bereich des der Stirnfläche (16) zugewandten Endes der zylindrischen Führungsfläche (34) angeordnet ist, und dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen im Bereich des der ringförmigen Anlagefläche (35) gegenüberliegenden Endes der zylindrischen Führungsfläche (34) angeordnet sind. Garnabzugsdüse nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Garnabzugsdüse (215; 315) wenigstens einen in eine Düsenfassung (219; 319) eingesetzten Düseneinsatz (20) aufweist, und dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen der Garnabzugsdüse (215; 315) an der Düsenfassung (219; 319) angeordnet sind. Garnabzugsdüse nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen der Garnabzugsdüse (215; 315) ein Gewinde enthalten. Garnabzugsdüse nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (223; 323) zum Befestigen wenigstens einen Zapfen (224; 324) eines Bajonettverschlusses aufweist. Garnabzugsdüse nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die zylindrische Führungsfläche (34) einen Durchmesser zwischen 5 und 7 mm aufweist. Garnabzugsdüse nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der ringförmigen Anlagefläche (35) und den Mitteln (223; 323) zum Befestigen wenigstens 10 mm, insbesondere wenigstens 15 mm, beträgt. Garnabzugsdüse nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L) der Garnabzugsdüse (215; 315) größer als 18 mm ist. Drallstauelement (117; 217; 317) für den Garnabzug einer Offenend-Spinnvorrichtung mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung (26) und mit einer leicht in die Offenend-Spinnvorrichtung einsetzbaren und herausnehmbaren Aufnahme (22), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (22) unmittelbar in einen Kanalplattenadapter (8) der Offenend-Spinnvorrichtung einsetzbar ist. Drallstauelement (117; 217; 317) nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (22) im Wesentlichen zylindrisch ist. Drallstauelement (217; 317) nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (22) ein Element (30) zur Verdrehsicherung enthält. Drallstauelement (217) für den Garnabzug einer Offenend-Spinnvorrichtung, mit einer im Wesentlichen zentrischen Garnabzugsöffnung (26) mit einer im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme (22) und mit einem Element zur Verdrehsicherung, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (30) zur Verdrehsicherung im Bereich der im Wesentlichen zylindrischen Aufnahme (22) angeordnet ist. Drallstauelement (117; 217; 317) nach einem der Ansprüche 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (22) an einem Grundkörper (129; 229; 329) des Drallstauelementes (117; 217; 317) angebracht ist, der wenigstens einen Einsatz (28; 428) enthält. Drallstauelement (117; 217; 317) nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (28) im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildet ist. Drallstauelement (117; 217; 317) nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (428) segmentförmig ausgebildet ist. Drallstauelement (117; 217; 317) nach einem der Ansprüche 22 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Drallstauelement (117; 217; 317) einen Umlenkradius (R) zwischen 3 und 50 mm, vorzugsweise zwischen 6 und 28 mm, aufweist. Drallstauelement (117; 217; 317) nach einem der Ansprüche 23 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass die im Wesentlichen zylindrische Aufnahme (22) einen Durchmesser zwischen 15 und 25 mm, insbesondere von etwa 18 mm, aufweist.






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