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Dokumentenidentifikation DE19815054C5 14.06.2007
Titel Verfahren und Spinnmaschine zum Herstellen von Coregarn
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Dinkelmann, Friedrich, 73098 Rechberghausen, DE;
Olbrich, Andreas, Dr., 73230 Kirchheim, DE
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Anmeldedatum 03.04.1998
DE-Aktenzeichen 19815054
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.10.1999
Date of publication of amended patent 14.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse D01H 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D02G 3/36(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D01H 5/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine zum Herstellen von Coregarn mit einem Streckwerk, das mindestens eine Faserlunte abliefert, mit einer Einrichtung zum Zuführen von Kernfaden und mit einer Einrichtung zum Drehen und Aufwinden des Coregarnes nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Das Herstellen von Coregarn oder Kerngarn ist dadurch gekennzeichnet, daß beim Bilden des Garnes, also insbesondere bei dessen Verstrecken auf die vorgesehene Feinheit und dessen Verfestigen durch Drehen, ein Kernfaden in die Faserlunte eingelegt und von Mantelfasern umsponnen wird, so daß der Kernfaden im besten Falle nicht mehr sichtbar ist. Der Kernfaden steuert dabei im wesentlichen die Festigkeit und die Dehnung des erzeugten Garnes bei, während die Mantelfasern vor allem den Griff und das Erscheinungsbild des Garnes bestimmen. Als Kernfaden dient daher in aller Regel ein endloser, synthetischer Faden, während als Mantelfasern meist natürliche Stapelfasern wie Baumwolle und/oder Wolle eingesetzt werden.

In einem Coregarn soll deshalb der Kernfaden möglichst vollständig in die das äußere Erscheinungsbild bestimmenden Mantelfasern eingebettet werden. Im normalen Coregarn-Spinnen erfolgt dies dadurch, daß der Kernfaden der im letzten, in aller Regel also im Hauptverzugsfeld breit auseinandergelaufenen Faserlunte zugeführt wird, während das Herumlegen der Mantelfasern um den Kernfaden durch das Drehen des Faserverbandes zwischen dem Ausgangswalzenpaar und dem die Drehung erteilenden Organ, in aller Regel also einer Ringspinnspindel erfolgt. In DE 195 01 163 C1 wird eine Vorrichtung gezeigt, die den Kernfaden exakt mittig der changierenden Faserlunte zuführt. Trotz dieser genauen Zuführung kann an manchen Stellen entlang des Garnes die Einbettung des Kernfadens unvollständig sein, was eine Qualitätseinbuße des erzeugten Coregarnes darstellt. Stand der Technik, von dem die Erfindung ausgeht, ist ein Doppelriemchen-Streckwerk (EP 06 35 590 A2), bei dem der Kernfaden der Faserlunte dem Ausgangswalzenpaar zugeführt wird.

Die Erfindung hatte sich die Aufgabe gestellt, dieses Einbetten des Kernfadens in die Mantelfasern zu verbessern. Sie erreicht dies durch eine Vorrichtung mit den im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Mit diesen Merkmalen wird das Einbetten des Kernfadens in die Mantelfasern zusätzlich zum Eindrehen durch das Verdichten unterstüzt und bewirkt so ein wirksameres, weniger Lücken aufweisendes und über die Länge des Garnes gleichmäßigeres Abdecken des Kernfadens durch die Mantelfasern.

Die Anordnung ist so getroffen, daß der vom Streckwerk abgelieferten Faserlunte oder bei mehreren vom Streckwerk abgelieferten Faserlunten mindestens einer dieser Faserlunten am Eingang der Verdichtungszone ein Kernfaden zuläuft, Kernfaden und Faserlunte gemeinsam verdichtet werden und schließlich durch Drehungserteilung das Coregarn gebildet wird. Mehrere, insbesondere, zwei Faserlunten liefert das Streckwerk beim Herstellen von Scheinzwirn ab. Eine solche Vorrichtung ist aus DE 196 01 466 A1 bekannt, dabei wird die Lunte jedoch nicht verdichtet.

Eine Vorrichtung nach der Erfindung weist am Ausgang eines Streckwerkes eine unter Saugzug stehende Verdichtungsvorrichtung auf, die eine Perforationsspur, also eine in Richtung der Bewegung des Faserlunte verlaufende Reihe kleiner Ansaugöffnungen besitzt, an die die Fasern der Faserlunte angesaugt werden. Verdichtungsvorrichtungen in Form von mit einer Perforationsspur versehenen, rotierenden, zylindrischen Walzen (DE 44 26 249 A1) oder von mit einer Perforationsspur versehenen, umlaufenden, flexiblen Riemchen (EP 0 635 590 A2) sind bekannt.

Ein besonders wirksames Einbetten des Kernfadens wird dann erreicht, wenn der Kernfaden direkt der Verdichtungszone zugeführt wird. Bei einer ein Saugriemchen aufweisenden Verdichtungsvorrichtung kann der Kernfaden dem Streckwerk von derjenigen Seite – von oben oder von unten – zugeführt werden, auf der das Saugriemchen angeordnet ist und um die Umlenkkante an der Einlaufseite des Saugriemchens geleitet werden. Im anderen Falle ist dem Saugriemchen im Bereich seiner Einlaufseite eine Führungswalze zugeordnet, um die der Kernfaden geführt ist. Wenn die Verdichtungsvorrichtung eine Saugwalze aufweist, kann der Kernfaden auch dem Umfang dieser Saugwalze zugeführt werden.

Das Verdichten einer von einem Streckwerk abgelieferten Faserlunte bietet den Vorteil, daß die Faserlunte eng zusammengefaßt der Drehungszone zugeführt werden kann, in sie zu einem Garn verfestigt wird. In diese eng zusammengefaßte Faserlunte springt die ihr von der Drehungseinrichtung erteilte Drehung bis nahe an die Klemmlinie ein, d. h. das Spinndreieck ist sehr klein. Dies hat zur Folge, daß der Verlust an sich abspaltenden Randfasern minimal ist und daß das erzeugte Garn wenig abstehende Fasern aufweist, d. h. geringe Haarigkeit besitzt und die eng anliegenden Fasern den Kernfaden wirksam abdecken.

Es hat sich gezeigt, daß diese vorteilhafte Wirkung des Verdichtungsspinnens durch fadenballonloses oder fadenballonreduziertes Spinnen noch weiter gesteigert werden kann.

Fadenballonloses oder fadenballonreduziertes Spinnen vermindert die Fadenzugkraft in dem Fadenstück zwischen Spindelspitze und Ausgangswalzenpaar der Streckwerke und erhöht die Drehungsdichte in diesem Fadenstück. Anscheinend unterstützen diese Wirkungen den durch das Verdichten der Faserlunte bewirkten Effekt.

Dieses ballonlose oder fadenballonreduzierte Spinnen kann insbesondere durch einen Spindelaufsatz auf der Spinnspindel der Ringspinnvorrichtung in Form eines Spinnfingers oder einer Spinnkrone erreicht werden.

Auch ein Drehen und Aufwinden der Faserlunte mittels einer Topfspinnvorrichtung erfolgt ballonlos und vermindert dadurch die Fadenzugkraft in dem Fadenstück zwischen dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und dem Ablagepunkt des Garnes im Spinntopf. Auch diese Maßnahme führt zu den bereits genannten Vorteilen des ballonlosen Spinnens.

In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Darstellung ist weitestgehend schematisiert und unmaßstäblich.

Es zeigen

1 eine erste Ausführungsform der Erfindung im Querschnitt durch den Streckwerksbereich und durch die Spindelreihe;

2 eine Ausführungsvariante zum Herstellen von Scheinzwirn in Ansicht von vorn.

Die erfindungsgemäße Spinnmaschine weist ein Streckwerk 1 geläufiger Bauart mit einem Eingangswalzenpaar 2, einem Mittelwalzenpaar 3 und einem Ausgangswalzenpaar 4 auf. Die Unterwalzen dieser Walzenpaare sind als Stahlwalzen ausgebildet, die sich über die Länge des Streckwerksbereiches der Spinnmaschine erstrecken und weisen im Bereich der Arbeitsstellen Riffelung auf. Die Oberwalzen sind als Zwillingswalzen ausgebildet, die mit elastischem Belag versehen und mittels nicht dargestellter Lenker an einem Trag- und Belastungsarm gelagert und federbelastet sind. Die Walzen des Mittelwalzenpaares 2 sind mit Riemchen 7 ausgestattet, die jeweils in nicht dargestellten, ebenfalls am Trag- und Belastungsarm bzw. an der Stanze des Streckwerkes 1 gelagerten Riemchenkäfigen geführt sind. Das Streckwerk 1 liefert eine zur endgültigen Feinheit verstreckte, bändchenförmige, noch nicht verfestigte Faserlunte 8 ab. Es versteht sich, daß die Erfindung auch in Verbindung mit Streckwerken anderer Art verwirklicht werden kann.

Dem Streckwerk 1 ist erfindungsgemäß ein Kernfaden-Lieferwerk 9 zugeordnet, das in der Ausführungsform der 1 zwei, sich ebenfalls über die Länge des Streckwerksbereiches der Spinnmaschine erstreckende Abrollwalzen 10 aufweist. Auf den Abrollwalzen 10 liegt eine Kernfadenspule 11 auf, von der ein in der Zeichnung strichdoppelpunktiert dargestellter Kernfaden 12 zur Ausgangsseite des Ausgangswalzenpaares 4 geführt ist. Die Abrollwalzen 10 sind auf hier nicht näher dargestellte Weise über das Getriebe der Spinnmaschine angetrieben.

Wie in 1 dargestellt, kann eine Kernfaden-Führungswalze 20 mit mittiger Fadenführernut 21 vorgesehen sein. Diese Kernfaden-Führungswalze 20 kann im Trag- und Belastungsarm des Streckwerkes gelagert sein. Da sie nicht changiert werden kann, ist bei ihrem Einsatz ein Changieren der Faserlunte 8 nicht möglich.

Es ist jedoch auch möglich, einen an sich bekannten Kernfaden-Fadenführer einzusetzen, der seitlich frei verschiebbar ist und – von der durch das Streckwerk laufenden Faserlunte 8 mitgenommen – den Kernfaden 12 zur Faserlunte zentriert bzw. einer changierenden Faserlunte nachführt.

Dem Streckwerk 1 ist eine Verdichtungsvorrichtung 22 für die vom Streckwerk 1 abgelieferte Faserlunte 8 nachgeordnet. Für diese Verdichtungsvorrichtung 22 gibt es eine ganze Reihe von vorteilhaften Ausführungsformen.

In der Ausführungsform der 1 ist die von einem Saugriemchen 41, umschlungene Walze unterhalb des Laufes der Faserlunte 8, also der Streckfeldebene als Unterwalze 42 angeordnet. Sie liegt auf einer Antriebs-Unterwalze 43 auf, die als über den Streckfeldbereich der Spinnmaschine durchgehende Stahlwalze ausgebildet ist und dem Antrieb der Riemchenwalze 42 und einer ihr zugeordneten, oberhalb der Streckfeldebene liegenden Oberwalze 44 dient. Innerhalb dieses Saugriemchens 41 ist eine an die Saugquelle 32 angeschlossene Saugkammer 28 angeordnet. Sowohl die Saugriemchen-Unterwalze 42 als auch die Oberwalze 44 sind als Zwillingswalzen ausgebildet und am Trag- und Belastungsarm 6 des Streckwerkes 1 gehaltert und belastet. Die Druck-Oberwalze 44 kann elastischen Belag 5 aufweisen oder – da sie auf dem Saugriemchen 41 aus elastischem Kunststoff aufliegt, auch einen stählernen Mantel haben. Die Anordnung einer gesonderten Riemchen-Zwillingsunterwalze 42 bietet den Vorteil, daß das Saugriemchen 41 bei Verschleiß leichter ausgetauscht werden kann.

Die Unterwalzen des Streckwerkes 1 und die Unterwalzen der verschiedenen Varianten der Verdichtungsvorrichtung 22 sind, mittels eines nicht dargestellten Getriebes oder auch mittels Einzelantrieben in aufeinander abgestimmten Drehzahlverhältnissen angetrieben.

1 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Verdichtungsvorrichtung 22 eine geläufige Topfspinnvorrichtung 58 nachgeordnet ist, mit einem in einer Topfbank 59 gelagerten Spinntopf 60, in dem mittels eines auf und ab bewegten Fadenführerrohres 61 ein Spinnkuchen 62 aufgebaut wird.

Im Betrieb liefert das Streckwerk 1 aus dem Ausgangswalzenpaar 4 eine Faserlunte 8 ab, die infolge des Durchmessers des zulaufenden Vorgarnes und der Vorzugsarbeit eine gewisse Breite aufweist und in die der Kernfaden 12 mittig eingelegt wird. Durch den Saugzug der Verdichtungsvorrichtung 22 werden die in der Faserlunte 8 seitlich liegenden Fasern an die enge Linie der Ansaugöffnungen der Verdichtungsvorrichtung herangesaugt, die Faserlunte 8 dadurch verdichtet und der Kernfaden 12 durch die Fasern dicht ummantelt. In diesem verdichteten Zustand wird die Faserlunte 8 und der von ihr ummantelte Kernfaden 12 an der in den Verdichtungsvorrichtungen definierten Klemmlinien an eine Ringspinnvorrichtung oder an die Topfspinnvorrichtung 58 abgeliefert und von dieser durch Drehungserteilung zu einem Coregarn 63 verfestigt und aufgewunden.

In 2 ist die Möglichkeit dargestellt, die Verdichtungsvorrichtung 22 zum Herstellen von Scheinzwirn auszurüsten. Hierzu weist das Saugriemchen 38 eine Perforation 23 in Form zweier im Abstand nebeneinander liegender Reihen von Ansaugöffnungen auf, mittels deren zwei an der jeweiligen Arbeitsstelle von zwei Vorgarnspulen 67 ablaufenden und im Streckwerk 1 verstreckte und durch das Ausgangswalzenpaar 4 nebeneinander abgelieferte Faserlunten 8, 8' noch getrennt verdichtet werden. Nach Ablaufen dieser verdichteten Faserlunten von der Unterwalze 40 der Verdichtungsvorrichtung 22 laufen die beiden Faserlunten im Vereinigungspunkt 69 zusammen und werden durch eine Ringspinnvorrichtung 51 oder durch eine Topfspinnvorrichtung 58 zu einem Scheinzwirn 66 gedreht und aufgewunden.

Beim Herstellen von Scheinzwirn 66 werden zwei Faserlunten 8, 8' vereinigt. In aller Regel genügt es, zum Herstellen von Coregarn-Scheinzwirn nur einer der Faserlunten einen Kernfaden zuzuführen. In 2 ist daher nur eine Kernfaden-Fadenspule 11 dargestellt, deren Kernfaden 12 der rechten Faserlunte 8' zuläuft.

Es versteht sich, daß die beschriebenen und dargestellten Varianten der Komponenten der erfindungsgemäßen Spinnmaschine wie die unabdingbaren – Streckwerk 1, Verdichtungsvorrichtung 22, Drehungs- und Aufwindevorrichtung 51 oder 58 – und die fakultativen – wie ballonlos mittels Spinnfinger 64 und Einrichtung zum Herstellen von Scheinzwirn 66 – auch in anderen als den beschriebenen und dargestellten Kombinationen verwirklicht werden können.


Anspruch[de]
Spinnmaschine zum Herstellen von Coregarn mit einem Streckwerk (1), das mindestens eine Faserlunte (8, 8') abliefert und mit einer Einrichtung zum Zuführen von Kernfaden (12) zur Faserlunte,

wobei das Streckwerk (1) an seinem Ausgang eine die mindestens eine Faserlunte (8, 8') verdichtende, umlaufende, mit einer Perforation versehene und unter Saugzug stehende Verdichtungseinrichtung (22) aufweist und der Kernfaden (12) mittig zur Perforation zugeführt wird

dadurch gekennzeichnet,

dass der Kernfaden (12) in Faserlaufrichtung betrachtet nach dem Ausgangswalzenpaar (4, 4'') der Verdichtungseinrichtung (22) zugeführt wird.
Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kernfaden (12) derart um eine der Verdichtungseinrichtung (22) zugeordnete Kernfaden-Führungswalze (20) geleitet ist, daß er auf der Einlaufseite der Verdichtungsvorrichtung der Faserlunte (8, 8') zuläuft. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Saugaggregat als Saugriemchen (41) ausgebildet ist, das um eine Unterwalze (42) eines Walzentrios (42, 43, 44) geführt ist. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichtungsvorrichtung (22) zum Herstellen von Scheinzwirn (66) mit einer doppelspurigen Perforation (23) mit zwei parallelen Reihen kleiner Ansaugöffnungen (24) ausgerüstet ist.






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