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Dokumentenidentifikation DE60306349T2 14.06.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001490265
Titel VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR DEKONTAMINATION VON VORFORMLINGHÄLSEN
Anmelder SIDEL PARTICIPATIONS, Octeville-sur-Mer, FR
Erfinder QUETEL, Francois, F-76930 Octeville sur Mer, FR;
MIE, Patrick, F-76930 Octeville sur Mer, FR
Vertreter Bockermann, Ksoll, Griepenstroh, 44791 Bochum
DE-Aktenzeichen 60306349
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 28.03.2003
EP-Aktenzeichen 037405388
WO-Anmeldetag 28.03.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/FR03/00986
WO-Veröffentlichungsnummer 2003084818
WO-Veröffentlichungsdatum 16.10.2003
EP-Offenlegungsdatum 29.12.2004
EP date of grant 21.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse B65B 55/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B65B 55/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ganz allgemein den Bereich der Dekontaminierung (oder Absenkung der Kontaminierungsrate) von Vorformen aus thermoplastischem Material (insbesondere PET), die für die Herstellung von Behältern, insbesondere Flaschen, Flakons, ..., mit einem Blas- oder Blas/Zieh-Verfahren, bestimmt sind, und sie betrifft insbesondere Verbesserungen für den Schritt der Dekontaminierung der Hälse dieser Vorformen.

Für die Herstellung von dekontaminierten Behältern aus thermoplastischem Material ist es bekannt, vorzugsweise die Vorformen zu Beginn des Herstellungsverfahrens der Behälter anstelle der fertigen Behälter am Ende des Herstellungsverfahrens zu dekontaminieren, um die einzusetzende Menge eines Dekontaminierungsproduktes stark zu verringern (wobei diese Menge von der zu behandelnden Oberfläche abhängt).

Zum Beispiel sind aus dem Dokument FR-A-2 766 121 ein Verfahren und eine Anlage zum Dekontaminieren von Vorformen bekannt, die darauf basieren, die Körper der Vorformen zu befeuchten, wobei sie in ein Bad eines Dekontaminierungsproduktes getaucht werden, und dann dieses Dekontaminierungsprodukt durch Erhitzen der Vorform thermisch zu aktivieren (die Aktivierung des Dekontaminierungsprodukts kann insbesondere in dem Ofen zur Erhitzung der Vorformen für den Schritt des Blasens erfolgen).

Allerdings erfordert eine wirksame Dekontaminierung der Vorformen, dass die ganze Vorform dekontaminiert wird, d.h. nicht nur ihr Körper, sondern auch ihr Hals. Nun ist bekannt, dass die Vorformen durch Formguss mit ihrem endgültig ausgeformten und dimensionierten Hals hergestellt werden, und es unerlässlich ist, dass die Hälse danach keinerlei Wärmebelastung ausgesetzt werden, die andernfalls zu Verformungen der Hälse führen und die Gefahr mit sich bringen würde, dass das spätere Verschließen der gefüllten Behälter nicht mehr möglich ist.

Dies ist der Grund, warum das Dekontaminierungsverfahren mit thermischer Aktivierung, das in dem vorgenannten Dokument beschrieben ist, nur für die Körper der Vorformen angewandt werden kann, und dies ist auch der Grund, warum zum Dekontaminieren der Hälse ein weiteres nicht-thermisches Verfahren eingesetzt wird, das herkömmlicherweise eine Dekontaminierung durch UV-Strahlen ist und darin besteht, während einer vorbestimmten Zeit jeden Vorformhals einer ultravioletten Strahlung auszusetzen. Zu diesem Zweck sind in einer konkreten Ausführungsform die UV-Lampen beiderseits einer geneigten Gleitschiene verteilt, auf der die Vorformen durch Schwerkraft von einem Zuführtrichter bis zu einer Greif- und Beschickungsvorrichtung in der Anlage gleiten, wobei die Dauer des Aussetzens der Hälse der ultravioletten Strahlung durch die Sinkgeschwindigkeit der Vorformen auf der Gleitschiene und die Länge derselben bestimmt ist.

Allerdings ist das so erreichte Dekontaminierungsniveau relativ gering (beispielsweise von ungefähr 1 bis 1,5 log, d.h. eine Verringerung um den Faktor 10 bis 30), obwohl es für gewisse Anwendungen ausreichend sein kann.

Für andere Anwendungen hingegen, die ein höheres Dekontaminierungsniveau erfordern (beispielsweise wenigstens 3 log, d.h. eine Verringerung um den Faktor 1000), ist das Verfahren zur Dekontaminierung durch ultraviolette Strahlung unzureichend.

Das Dokument EP 0 342 690 betrifft eine Anlage, die insbesondere die Sterilisierung durchlaufender Behälter in Topfform ermöglicht, wobei in dieser Anlage eine atomisierte Sterilisationsflüssigkeit auf die Behälter gespritzt wird. Allerdings wird in dieser bekannten Anlage die aufgespritzte atomisierte Flüssigkeit nicht kanalisiert, so dass sie sich innerhalb der Anlage verteilt und jeder Behälter mit dem Bruchteil eines Strahls, der ihn trifft, befeuchtet wird. Falls es sich nicht um Behälter in Topfform, die weit offen sind, handeln würde, sondern um Behälter mit einem engen Hals, wie beispielsweise Flaschen, wäre eine homogene und ausreichende Befeuchtung sowohl der Außenseite als auch der Innenseite nicht mehr gewährleistet. Ferner erfordert eine solche Anlage eine große Menge an Sterilisationsflüssigkeit, was sich als teuer erweist.

Das Dokument US 5 129 212 betrifft eine Anlage zum Sterilisieren von Behältern, die mit einer Kammer ausgestattet ist, die sowohl als Ort zum Einspritzen eines Sterilisationsprodukts als auch als Ort zum Anlegen einer ultravioletten Strahlung dient. Diese bekannte Anlage hat den großen Nachteil, dass die Sterilisationsflüssigkeit bei ihrem Aufspritzen der Wirkung der ultravioletten Strahlung ausgesetzt ist, und somit handelt es sich um ein bereits teilweise denaturiertes Produkt, das die Behälter erreicht. Um eine wirksame Sterilisierung zu erzielen, ist es somit erforderlich, eine größere Flüssigkeitsmenge zu verwenden, was sich als kostspielig herausstellt.

Die Erfindung soll somit das Verfahren zum Dekontaminieren der Hälse von Vorformen verbessern, so dass es möglich ist, ein höheres Dekontaminierungsniveau als jenes zu erzielen, das nur durch die Behandlung mit UV-Strahlen erzielt wird, wobei zusätzlich gefordert wird, dass die Komplexität und vor allem der Platzbedarf der gesamten Anlage zur Herstellung der Behälter nicht vergrößert werden.

Zu diesem Zweck schlägt die Erfindung nach einem ersten ihrer Aspekte ein Verfahren zum Dekontaminieren des Halses von Vorformen aus thermoplastischem Material, die für die Herstellung von Behältern mit einem Blas- oder Blas-/Zieh-Verfahren bestimmt sind, vor, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorformen bei der Zuführung der Vorformen nacheinander in eine Herstellungseinheit für die Behälter zuerst eine Kammer durchqueren, die sich stromaufwärts befindet, in der eine Dekontaminierungsflüssigkeit kontinuierlich zerstäubt wird, um hier eine Nebel-Atmosphäre des Dekontaminierungsproduktes aufrechtzuerhalten, mit dem die Hälse der Vorformen in Kontakt gebracht werden, dann an UV-Lampen vorbeilaufen, die derart angeordnet sind, dass sie die die mit dem Dekontaminierungsprodukt befeuchteten Hälse der Vorformen, zumindest während einer vorbestimmten Mindestdauer zur Gänze bestrahlen, bevor sie zu einer Beschickungsvorrichtung in einer Herstellungseinheit gelangen.

Auf bevorzugte Weise wird zur Gewährleistung der optimalen Wirksamkeit des Verfahrens eine Zirkulation des Nebels, um die Erneuerung desselben zu erleichtern, aufrechterhalten.

Bei einer praktischen Einsatzart ist das Dekontaminierungsprodukt Wasserstoffperoxid N2O2, wobei dieses Produkt für seine Wirksamkeit und seine relativ gemäßigten Kosten bekannt ist.

Dank der Anordnungen der Erfindung führt die Tatsache, dass die Vorformhälse einen Nebel eines Dekontaminierungsprodukts durchqueren, zu einer Befeuchtung der Hälse außen auf dem Trinkrand und zum Teil innen, ohne dass es erforderlich ist, ein Aufspritzen der Flüssigkeit in Form von Strahlen vorzusehen, oder ohne dass es notwendig ist, die Hälse in ein Bad von Dekontaminierungsflüssigkeit zu tauchen, wie dies bei der Behandlung der Körper gemacht wird. Es ergibt sich dadurch eine ebenso wirksame Befeuchtung der Hälse bei Verwendung einer geringeren Flüssigkeitsmenge und einer weniger komplizierten Ausrüstung.

Ferner findet diese Nebelbildung stromaufwärts der Rampen von UV-Lampen statt, die entlang der von den Vorformhälsen durchlaufenen Bahn an Ort und Stelle bleiben, so dass die an der Anlage vorzunehmenden strukturellen Änderungen minimal und vor allem perfekt am vorderen Teil der Mittel zum Verschieben der Vorformen lokalisiert sind.

Schließlich wird die auf die Hälse der Vorformen aufgebrachte Dekontaminierungsflüssigkeit unter der Wirkung der ultravioletten Strahlung aktiviert, und das Dekontaminierungsverfahren wird durchgeführt, ohne dass es zu irgendeiner Beeinträchtigung der Ausbildung der Hälse kommt.

Wenn zum Beispiel eine Lösung von Wasserstoffperoxid zu 1 % verwendet wird, muss die Dauer, während der die Hälse der ultravioletten Strahlung ausgesetzt sind, typischerweise mindestens 8 Sekunden betragen, was voraussetzt, dass die Länge und die Laufgeschwindigkeit der Vorformen (wobei die letztgenannte selbst von der Betriebsgeschwindigkeit der gesamten Anlage abhängt) entsprechend bestimmt werden.

Nach einem zweiten ihrer Aspekte schlägt die Erfindung für den Einsatz des oben erwähnten Verfahrens eine Anlage zum Dekontaminieren der durchlaufenden Vorformhälse vor, die nacheinander einer Aufgabevorrichtung zugeführt werden, wobei die Vorformen aus thermoplastischem Material und für die Herstellung von Behältern durch Blasen oder Ziehen/Blasen bestimmt sind, wobei die Dekontaminierungsanlage strukturell und funktionell mit einer Anlage zur Zuführung der Vorformen verbunden ist, umfassend Mittel zum Verschieben der Vorformen nach einander, wobei die Dekontaminierungsanlage UV-Lampen umfasst, die derart angeordnet sind, dass die ultraviolette Strahlung zur Gänze die Hälse der sich verschiebenden Vorformen bestrahlt, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekontaminierungsanlage ferner, stromaufwärts der UV-Lampen angeordnet ist, eine Kammer umfasst, die von den Mitteln zum Verschieben der Vorformen der Zuführanlage durchquert ist und in der Mittel zum Zerstäuben eines Dekontaminierungsproduktes vorgesehen sind, die einen Nebel eines Dekontaminierungsproduktes in der Kammer aufrechterhalten können.

Vorzugsweise umfassen die Zerstäubungsmittel mindestens zwei Zerstäubungsdüsen, die beiderseits der Mittel zum Verschieben der Vorformen und über diesen angeordnet sind, wobei ihre jeweiligen Achsen im Wesentlichen in Richtung der Hälse der sich verschiebenden Vorformen gerichtet sind.

Um eine wirksame Funktion zu erzielen, wird ferner vorgesehen, dass Absaugmittel an die Kammer angeschlossen sind, um in dieser einen Zirkulationsstrom zu erzeugen, der lokale Anhäufungen des in der Schwebe befindlichen Produkts verhindert.

Je nach den im Inneren der Kammer verwendeten Mittel zum Verschieben kann es erforderlich sein, sie durch ein Element zur Verhinderung des Anhebens der Vorformen zu ergänzen, das es überdies ermöglicht, den Zugang zum Nebel des Dekontaminierungsmittels für die Innenwand der Hälse der Vorformen frei zu lassen; bei einer bevorzugten Ausführungsart kann dieses Element eine Stange sein, die über den Hälsen der Vorformen befestigt ist und eine relativ geringe Querabmessung in Bezug auf den Durchmesser der Hälse aufweist.

So unterscheidet sich die erfindungsgemäße Anlage durch das Vorhandensein der Nebelkammer am vorderen Teil der Mittel zum Verschieben der Vorformen, während stromabwärts die Ausrüstung der Mittel zum Verschieben der Vorformen mit Rampen von UV-Lampen unverändert bleibt. Daraus ergibt sich eine sehr lokalisierte Anordnung der Anlage zur Zuführung von Vorformen, die weder Änderungen in dem stromaufwärtigen Teil (Trichter und einzelne Aufgabe der Vorformen) noch in dem stromabwärtigen Teil (Behandlung durch ultraviolette Strahlung und Aufgabe in die Anlage) nach sich zieht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform, die einer Anordnung dieses Anlagentyps entspricht, umfassen die Mittel zum Verschieben der Vorformen eine geneigte Gleitschiene, über die die Vorformen durch Schwerkraft nacheinander gleiten, wobei die Kammer von dieser Gleitschiene durchquert ist.

Die Erfindung wird durch das Studium der nachfolgenden detaillierten Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsart besser verständlich, die nur als nichteinschränkendes Beispiel angeführt ist. In dieser Beschreibung wird auf die beiliegenden Zeichnungen Bezug genommen, wobei:

1 eine schematische Seitenansicht der Gesamtheit einer Anlage zur Dekontaminierung von Vorformhälsen in Kombination mit einer Anlage zur Zuführung von Vorformen gemäß der Erfindung ist;

2 eine Seitenansicht eines Teils der Anlage aus 1 ist; und

3 eine Querschnittansicht der Nebelkammer ist, die in den in 2 sichtbaren Teil der Anlage eingeschlossen ist.

In 1 ist schematisch eine Anlage A zur Zuführung von Vorformen dargestellt, die die Eintrittseinheit einer Anlage B zur Herstellung von Behältern aus thermoplastischem Material durch Blasen oder Ziehen/Blasen darstellt.

Eine herkömmliche Anordnung einer Zuführanlage umfasst hauptsächlich einen Trichter 1, in den die Vorformen aus thermoplastischem Material, wie beispielsweise PET, lose gefüllt werden, wobei an der Basis dieses Trichters die Vorformen einzeln durch eine Hebevorrichtung 2 entnommen werden, die sie auf die Höhe einer Vorrichtung 3 zur Aufgabe in der richtigen Position bringt, nämlich nacheinander in vertikaler Position mit dem Hals nach oben.

Am Ausgang der Vorrichtung 3 zur Aufgabe gelangen die Vorformen 4 auf eine geneigte Gleitschiene 5, auf der sie durch Schwerkraft nacheinander laufen. Auf herkömmliche Weise ist die Gleitschiene 5 von zwei voneinander beabstandeten parallelen Schienen gebildet. Die Vorformen liegen mit einem äußeren Kragen, der sich an der Basis ihres Halses befindet, umgedreht auf den Spitzen der beiden Schienen, während ihr Körper in dem Zwischenraum zwischen den Schienen im Eingriff steht und geführt wird (siehe Ansicht im vergrößerten Maßstab in 3).

Am unteren Ende der Gleitschiene 5 werden die Vorformen 4, die einzeln vorgelegt werden, einzeln von einer Greifvorrichtung erfasst, die im Allgemeinen in Form eines Beschickungsrades 6 ausgeführt ist. Das Beschickungsrad 6 stellt in der Praxis das Eingangselement der Anlage B zur Herstellung von Behältern dar und typischerweise liefert es die Vorformen an den Eingang eines Ofens zur Erhitzung der Vorformen (nicht dargestellt).

Wenn es sich im Rahmen der spezifischer von der Erfindung betroffenen Anlage um eine Dekontaminierungsanlage handelt, liefert das Beschickungsrad 6 die Vorformen an eine Einheit zur Dekontaminierung der Vorformkörper (nicht dargestellt), die insbesondere mit dem Ofen zur Erhitzung der Vorformen, wie oben angeführt, kombiniert werden kann.

Für die Dekontaminierung nur der Hälse der Vorformen – die keiner Wärmebehandlung unterzogen werden dürfen – sind Rampen mit UV-Lampen 7 in Verbindung mit der Gleitschiene 5 vorgesehen. Diese Rampen mit Lampen 7 sind an den Seiten beiderseits der Gleitschiene und über der Gleitschiene angeordnet, so dass die Hälse der Vorformen zur Gänze mit den ultravioletten Strahlen bestrahlt werden (außen, innen und am Rand). Um die so behandelten Vorformen zu schützen, sind die Gleitschiene 5 und die Rampen mit UV-Lampen 7 in einer Abdeckung 8 in Form eines Tunnels eingeschlossen, die sich an jene 9 der Anlage B anschließt, wobei die Gesamtheit vorteilhafterweise unter Überdruck gesetzt werden kann.

Da die Dekontaminierung der Vorformhälse durch die Einwirkung der ultravioletten Strahlung nur zu einem begrenzten Dekontaminierungsniveau (typischerweise 1 bis 1,5 log) führt, kann eine Dekontaminierung mit einem höheren Niveau (beispielsweise typischerweise 3 log) nur erzielt werden, wenn die Vorformhälse der Wirkung eines Dekontaminierungsproduktes, wie beispielsweise Wasserstoffperoxid, ausgesetzt werden. Um zu vermeiden, dass die Hälse der Vorformen in ein Bad eines Produktes eingetaucht oder Flüssigkeitsstrahlen auf die Hälse der Vorformen gespritzt werden müssen – ein Verfahren, das zu komplexen, Platz raubenden und kostspieligen Anlagen führen würde -, sieht die Erfindung den Einsatz eines Nebels eines Dekontaminierungsproduktes vor, durch den die Hälse der Vorformen laufen; wenn sie befeuchtet sind, laufen die Hälse durch die ultraviolette Strahlung, die das Dekontaminierungsprodukt aktiviert und zu dem erforderlichen Dekontaminierungsniveau der Hälse führt.

Dazu ist vorgesehen, die oben beschriebene Anlage mit folgenden Mitteln zu ergänzen.

Zwischen der Vorrichtung 3 zur richtigen Aufgabe der Vorformen am oberen Eingang der Gleitschiene 5 und den Rampen mit UV-Lampen 7 und somit stromaufwärts der Rampen mit Lampen 7 ist eine geschlossene Kammer 10 angeordnet, die allerdings von der Gleitschiene 5 durchquert wird und einen Durchgang 4 für die Vorformen frei lässt. In der Kammer 10 wird ein Nebel eines Dekontaminierungsproduktes, wie beispielsweise Wasserstoffperoxid, aufrechterhalten, um die Hälse der Vorformen 4 auf ihrer Außenseite, ihrem Rand und zum Teil auf ihrer Innenseite zu befeuchten.

Dank dieser Anordnung durchqueren die Vorformen 4 im Zuge des Hinabgleitens auf der Gleitschiene 5e, die Nebelkammer 10, wo ihr Hals mit dem Dekontaminierungsprodukt befeuchtet wird, laufen dann stromabwärts dieser Kammer 10 zwischen den Rampen mit UV-Lampen 7 durch, wo die ultraviolette Strahlung das Dekontaminierungsprodukt aktiviert. Die Dauer des Durchlaufens der Vorformhälse unter der ultravioletten Strahlung wird ausreichend lang bestimmt, dass es zu einer wirksamen Dekontaminierung der Hälse der Vorformen kommt (beispielsweise eine Dauer von ungefähr 8 Sekunden bei 1 %-iger Wasserstoffperoxid-Lösung bei Raumtemperatur).

Die spezifische Anordnung der Kammer 10 ist detailliert und im vergrößerten Maßstab in 2, die eine Seitenansicht analog zu jener aus 1 ist, und in 3 dargestellt, die eine Querschnittansicht entlang der Linie III-III aus 2 ist. In diesen 2 und 3 wurden dieselben zahlenmäßigen Bezugszeichen wie in 1 übernommen, um dieselben Funktionselemente oder -teile zu bezeichnen. In 2 wurde die Schutzverkleidung 8 abgenommen, um die Figur besser sichtbar zu machen. Am oberen Teil der Gleitschiene 5, die bei der dargestellten Ausführungsart gekrümmt ist, sind die beiden Schienen 5a zu sehen, auf denen die in 3 dargestellten Vorformen 4 mit ihrem Kragen aufliegen, wobei ihr Hals 4a über der Gleitschiene 5 angeordnet ist und ihr Körper 4b in dem zwischen den beiden Schienen 5a definierten Zwischenraum 5b im Eingriff steht.

Die Kammer 10 ist beispielsweise aus Blech und umgibt an ihrem unteren Teil die Gleitschiene 5. Ihre beiden Endflächen sind abgeschnitten, um zwei jeweilige Öffnungen 11 aufzuweisen, die genau so ausgeführt sind, dass sie einen Durchgang für die Vorformen frei lassen. Eventuell können abnehmbare Abdeckungen vorgesehen sein, um Abschnitte dieser Öffnungen 11 zu verschließen, wenn die Vorformen kleine Abmessungen aufweisen (beispielsweise Abdeckung 12, die in dem in 3 dargestellten Fall von Vorformen mit kurzen Körpern vorgesehen ist).

Die Kammer 10 kann durch Zusammenbau mehrerer abnehmbarer Elemente (Deckel 13a, Boden 13b) gebildet sein, die mit einer Hauptstruktur 13c verbunden sind, um die Wartung zu erleichtern.

Mittel 14 zur feinen Zerstäubung des Dekontaminierungsprodukts sind mit der Kammer 10 verbunden, um in dieser einen Nebel des Dekontaminierungsprodukts aufrecht zu erhalten. Diese Mittel 14 können vorzugsweise doppelt sein und beiderseits der Gleitschiene 5 angeordnet sein, wie in 3 dargestellt. Jedes dieser Zerstäubungsmittel umfasst eine Düse 15 zur feinen Zerstäubung, die auf der Bodenwand eines zylindrischen Gehäuses 16 befestigt ist, das durch eine in der Wand der Hauptstruktur 13c vorgesehenen Öffnung der Kammer 10 eingreift und an dieser durch Befestigungsmittel 17 befestigt ist. Die Düse 15 ist an eine Quelle eines Dekontaminierungsprodukts unter Druck durch eine oder mehrere Leitungen 18 angeschlossen.

Die beiden Zerstäubungsmittel 14 sind beiderseits und über der Gleitschiene 5 auf im Wesentlichen symmetrische Weise angeordnet, wobei die jeweiligen Achsen 19 der Düsen 15 im Wesentlichen koplanar und im Wesentlichen auf die Hälse 4a der Vorformen 4 gerichtet sind.

Dank dieser Anordnungen ergibt sich eine strukturell einfache Ausführung, deren Teile oder Komponenten einfach zu demontieren und/oder einfach zugänglich sind. Innen weist die Kammer 10 nur wenige Vor- und Rücksprünge auf (insbesondere kann der Boden 13b als Halbzylinder ausgeführt sein), so dass die Möglichkeiten einer Produktablagerung oder einer Einschließung des Nebels verringert werden.

Um die Wirksamkeit der Erneuerung der Nebels und einer raschen und homogenen Befeuchtung der Hälse 4a der Vorformen weiter zu verbessern, ist vorgesehen, die Kammer 10 mit einer Absaugvorrichtung 20 zu versehen (siehe 2), die beispielsweise von einer Öffnung gebildet ist, die in der Wand der Hauptstruktur 13c der Kammer vorgesehen ist, an die eine Leitung 21 angeschlossen ist, die beispielsweise mit einer (nicht sichtbaren) Ansaugvorrichtung verbunden ist. Gleichzeitig kann eine der Wände der Kammer perforiert sein (wie bei 22 in 3 dargestellt), um eine Zirkulation innerhalb der Kammer zu begünstigen.

Es ist auch anzumerken, dass, um den Durchgang des Nebels des Dekontaminierungsprodukts zu der Innenwand der Hälse der Vorformen nicht zu behindern, über der Gleitschiene und über den Hälsen 4a der Vorformen ein Element zur Verhinderung des Anhebens (das einem zufälligen Anheben einer Vorform aus der Gleitschiene 5 entgegen wirkt) in Form einer Stange 23 mit einem relativ geringen Querschnitt in Bezug auf den Durchmesser der Hälse 4a vorgesehen wird – und nicht in Form eines relativ breiten flachen Bandes, wie dies auf der übrigen Gleitschiene der Fall ist (siehe beispielsweise das Band 24 stromaufwärts zu der Kammer 10 in 2).

Natürlich können die Länge der Kammer 10 sowie die Anzahl und Verteilung der Zerstäubungsmittel 14 in Abhängigkeit von den allgemeinen Funktionsbedingungen der Gesamtheit der Anlage zur Herstellung der Behälter und insbesondere in Abhängigkeit von der Laufgeschwindigkeit der Vorformen auf der Gleitschiene 5 angepasst werden.


Anspruch[de]
Verfahren zum Dekontaminieren des Halses von Vorformen aus thermoplastischem Material, die für die Herstellung von Behältern mit einem Blas- oder Blas/Zieh-Verfahren bestimmt sind, dadurch gekenn zeichnet, dass die Vorformen bei der Zuführung der Vorformen nacheinander in eine Herstellungseinheit für die Behälter zuerst eine Kammer durchqueren, die sich stromaufwärts befindet, in der eine Dekontaminierungsflüssigkeit kontinuierlich zerstäubt wird, um hier eine Nebelatmosphäre des Dekontaminierungsproduktes aufrechtzuerhalten, mit der die Hälse der Vorformen in Kontakt gebracht werden, dann an UV-Lampen vorbeilaufen, die derart angeordnet sind, dass sie die mit dem Dekontaminierungsprodukt befeuchteten Hälse der Vorformen zumindest während einer vorbestimmten Mindestdauer zur Gänze bestrahlen, bevor sie zu einer Beschickungsvorrichtung in einer Herstellungseinheit gelangen. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zirkulation des Nebels aufrechterhalten wird, um die Erneuerung desselben zu erleichtern. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekontaminierungsprodukt Wasserstoffperoxid H2O2 ist. Anlage zum Dekontaminieren der durchlaufenden Hälse (4a) von Vorformen (4), die nacheinander einer Aufgabevorrichtung (6) zugeführt werden, wobei die Vorformen (4) aus einem thermoplastischen Material und für die Herstellung von Behältern durch Blasen oder Ziehen/Blasen bestimmt sind, wobei die Dekontaminierungsanlage strukturell und funktionell mit einer Anlage (A) zur Zuführung der Vorformen verbunden ist, umfassend Mittel (4) zum Verschieben der Vorformen nacheinander, wobei die Dekontaminierungsanlage UV-Lampen (7) umfasst, die derart angeordnet sind, dass die ultraviolette Strahlung zur Gänze die Hälse (4a) der sich verschiebenden Vorformen (4) bestrahlen, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekontaminierungsanlage ferner, stromaufwärts der den UV-Lampen (7) angeordnet ist, eine Kammer (10) umfasst, die von den Mitteln zum Verschieben der Vorformen der Zuführanlage (A) durchquert ist und in der Mittel (14) zum Zerstäuben eines Dekontaminierungsproduktes vorgesehen sind, die einen Nebel des Dekontaminierungsproduktes in der Kammer aufrechterhalten. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerstäubungsmittel (14) mindestens zwei Zerstäubungsdüsen (15) umfassen, die beiderseits der Mittel zum Verschieben der Vorformen und über diesen angeordnet sind, wobei ihre jeweiligen Achsen (19) im Wesentlichen in Richtung der Hälse (4a) der sich verschiebenden Vorformen (4) gerichtet sind. Anlage nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass Absaugmittel (20) an die Kammer (10) angeschlossen sind, um in dieser einen Zirkulationsstrom zu bilden, der lokale Anhäufungen des Produkts in der Schwebe verhindern kann. Anlage nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stange (23) im Inneren der Kammer (10) über den Mitteln zum Verschieben der Vorformen über den Hälsen (4a) der Vorformen mit relativ geringer Querabmessung in Bezug auf den Durchmesser der Hälse befestigt ist, wobei diese Stange ein Element darstellt, das das Anheben der Vorformen verhindert und gleichzeitig einen Zugang zum Nebel des Dekontaminierungsprodukts für die Innenwand der Hälse der Vorformen lässt. Anlage nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Verschieben der Vorformen eine geneigte Gleitschiene (5) umfassen, auf der die Vorformen (4) durch Schwerkraft hintereinander gleiten, und dass die Kammer (10) von dieser Gleitschiene (5) durchquert wird.






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