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Dokumentenidentifikation EP1170107 14.06.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001170107
Titel Scheibenförmiges Trennwerkzeug
Anmelder Hilti AG, Schaan, LI
Erfinder Spangenberg, Rolf, 82131 Gauting, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 50112420
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 26.06.2001
EP-Aktenzeichen 018106211
EP-Offenlegungsdatum 09.01.2002
EP date of grant 02.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse B28D 1/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B23D 61/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein scheibenförmiges Trennwerkzeug gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Zur der Herstellung von Schlitzen in einem Untergrund, in denen elektrische Unterputzleitungen verlegt werden können, werden Mauerschlitzgeräte verwendet, die wenigstens zwei voneinander beabstandete, scheibenförmige Trennwerkzeuge haben. Der Abstand der beiden Trennwerkzeuge voneinander hängt dabei von der Breite des herzustellenden Schlitzes ab. Mit Hilfe dieser Trennwerkzeuge werden zwei voneinander beabstandete Schlitze im Untergrund erstellt. Anschliessend wird mittels eines geeigneten Ausbrechwerkzeuges der zwischen den Schlitzen verbleibende Steg aus dem Untergrund gebrochen, so dass ein Kanal entsteht in dem wenigstens eine elektrische Unterputzleitung verlegbar ist.

Bei diesen Mauerschlitzgeräten gelangen scheibenförmige Trennwerkzeuge zur Anwendung, wie sie beispielsweise aus der DE-42 43 480 bekannt sind. Das in dieser bekannten Druckschrift beschriebene, scheibenförmige Trennwerkzeug weist einen scheibenförmigen Grundkörper auf,der mit Hilfe einer zentralen Aufnahmebohrung an einem Aufnahmeflansch des Mauerschlitzgerätes festlegbar ist. Der Grundkörper weist an seinem Umfangsbereich mehrere kreisförmige Schneidbereiche auf, die durch jeweils eine,zur Aussenkontur des Grundkörpers hin offene, Ausnehmung unterbrochen sind.

Neben diesen Ausnehmungen weist der Grundkörper auch mehrere, sich in radialer Richtung erstreckende Langlöcher auf, wobei jedes Langloch in einem Abschnitt des Grundkörpers angeordnet ist, der jeweils von zwei Ausnehmungen und der zentralen Aufnahmebohrung begrenzt ist.

Bei der Bearbeitung von mineralischen Untergründen in einem sogenannten Trockenschnittverfahren entstehen an den Schneidbereichen hohe Temperaturen und ein hohes Schneidgutaufkommen. Der Abtransport dieses Schneidgutes erfolgt durch die Drehbewegung der Trennwerkzeuge in einer Richtung, die entgegen der Trennrichtung verläuft, unter Mithilfe von Umgebungsluft, die durch die Langlöcher in den Zwischenraum einströmt. Insbesondere bei sehr hohem Schneidgutaufkommen kann das Schneidgut nicht schnell genug aus dem Zwischenraum entfernt werden, da eine dafür notwenige, durch die Langlöcher erfolgende, erhöhte Luftzirkulation nicht stattfinden kann. Die Ursache dafür ist der in Umfangsrichtung des Grundkörpers betrachtete, grosse Abstand der Langlöcher voneinander.

Bei einem erhöhten Schneidgutaufkommen erwärmt sich der Schneidbereich sehr stark. Die mangelnde Luftzirkulation führt schlussendlich zu einer thermischen Überbeanspruchung mit bleibender Beschädigung der Trennwerkzeuge.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein scheibenförmiges Trennwerkzeug zu schaffen, mit dem das abgetragene Schneidgut gut und sicher abtransportiert werden kann, ohne dass es zu einer thermischen Überbeanspruchung des Trennwerkzeuges kommt.

Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt mit einem scheibenförmigen Trennwerkzeug, welches die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.

Die erfindungsgemässen Langlöcher, die sich nicht nur in radialer Richtung sondern auch teilweise in Umfangsrichtung erstrecken, bilden in Umfangsrichtung eng aufeinanderfolgende Lufteintrittsbereiche, durch die Luft im wesentlichen ohne Unterbrechung in den von den beiden Trennwerkzeugen gebildeten Zwischenraum in grosser Menge gelangen kann. Die für den Abtransport des Schneidgutes zuführbare grosse Luftmenge bewirkt eine besonders gute Kühlung der Trennwerkzeuge.

Eine besonders gute Luftzirkulation und somit eine gute Abfuhr des abgetragenen Schneidgutes aus dem von beiden scheibenförmigen Trennwerkzeugen gebildeten Zwischenraum wird vorzugsweise dadurch erreicht, indem sich eine im mittleren Bereich der Längserstreckung des Langloches an dem Strahl anliegende Tangente gegenüber einer Radialen unter einem Winkel von 7° bis 15° erstreckt. Besonders gute Abfuhreigenschaften werden mit einem Winkel von 11° erreicht.

Ein erhöhter Lufteintritt in der Nähe der Schneidbereiche und somit eine gute Kühlung der Trennwerkzeuge wird zweckmässigerweise mit Langlöchern erreicht, deren senkrecht zur grössten Längserstreckung der Langlöcher gemessene Breite zur Aussenkontur des Grundkörpers hin zunimmt.

Zweckmässigerweise sind in wenigstens einem, von zwei Ausnehmungen und der Aufnahmebohrung begrenzten, Ausschnitt des Grundkörpers wenigstens zwei Langlöcher angeordnet. Dadurch kann eine noch grössere Luftmenge in den von den Schneidwerkzeugen gebildeten Zwischenraum einströmen, die den Abtransport des Schneidgutes unterstützt und zu einer verbesserten Kühlung der Trennwerkzeuge beiträgt.

Aus herstelltechnischen Gründen sind vorteilhafterweise die beiden Langlöcher gleich gross ausgebildet.

Um eine gute Luftzirkulation erreichen zu können, ist vorzugsweise der in Umfangsrichtung gemessene Abstand zwischen den beiden Langlöchern innerhalb eines Ausschnittes kleiner als ein kürzester Abstand zwischen zwei Langlöchern einander benachbarter Ausschnitte.

Das Ansammeln von abgetragenem Schneidgut in den Ausnehmungen des Grundkörpers wird zweckmässigerweise dadurch verhindert, dass die in Umfangsrichtung des Grundkörpers gemessene Breite der Ausnehmungen zur zentralen Aufnahmebohrung hin zunimmt. Schneidgut, dass sich beispielsweise im Mündungsbereich der Ausnehmungen ansammelt, wird von weiterem, abgetragenen, in die Ausnehmungen dringenden Schneidgut in radialer Richtung in einen erweiterten Bereich der Ausnehmungen gedrückt. In diesem erweiterten Bereich findet das Schneidgut keinen Halt mehr und fällt aus den Ausnehmungen.

Bei den Schneidbereichen des Trennwerkzeuges handelt es sich beispielsweise um einen umfangsseitigen Bereich des Grundkörpers, der mit Diamantkorn belegt ist. Die Schneidbereiche können aber auch von einzelnen, aus Diamantkorn und Matrixmaterial geformten, segmentförmigen Schneidkörpern gebildet sein, die beispielsweise durch Löten, Schweissen oder dergleichen an der Aussenkontur des Grundkörpers befestigt sind.

Die Langlöcher können auch so ausgebildet sein, dass sie zwar voneinander getrennt sind, aber sich in Umfangsrichtung des Grundkörpers 1 überlagern.

Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel wiedergibt, näher erläutert.

Das dargestellte scheibenförmige Trennwerkzeug weist einen Grundkörper 1 mit einer zentralen Aufnahmebohrung 3 auf. Die nicht dargestellte Wandstärke des Grundkörpers 1 beträgt zwischen 1 mm und 3 mm. Am Umfangsbereich weist der Grundkörper 1 mehrere kreisringsegmentförmige Schneidbereiche 2 auf. In Umfangsrichtung sind diese Schneidbereiche 2 durch jeweils eine Ausnehmung 4 voneinander getrennt, die zur Aussenkontur des Grundkörpers 1 hin offen ausgebildet ist und in radialer Richtung den Schneidbereich 2 durchsetzt. Die senkrecht zur Umfangsrichtung gemessene Breite S2 dieser Ausnehmungen 4 nimmt in Richtung zentrale Aufnahmebohrung 3 hin zu und der Grund dieser Ausnehmungen 4 ist halbkreisförmig ausgebildet.

In den von jeweils zwei Ausnehmungen 4 und der zentralen Aufnahmebohrung 3 begrenzten Ausschnitten A des Grundkörpers 1 befinden sich zwei gleich grosse Langlöcher 5, die in Umfangsrichtung nebeneinander angeordnet sind. Die beiden Endbereiche dieser Langlöcher 5 sind im wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet. Eine Breite S1 dieser Langlöcher 5 nimmt zur Aussenkontur des Grunkörpers 1 hin zu. Jedes dieser Langlöcher 5 erstreckt sich entlang eines Abschnittes eines vom Zentrum des Grundkörpers 1 ausgehenden, spiralförmigen Strahles und ist gegenüber einer Radialen R unter einem Winkel von 11° angeordnet.

Ein Abstand A1 zwischen den in einem Ausschnitt A angeordneten Langlöchern 5 ist kleiner als ein kleinster Abstand A2 zwischen zwei Langlöchern 5 einander benachbarter Ausschnitten A.


Anspruch[de]
  1. Trennwerkzeug mit einem, eine zentrale Aufnahmebohrung (3) aufweisenden, scheibenförmigen Grundkörper (1), wobei der Grundkörper (1) an seinem Umfangsbereich mehrere kreisringsegmentförmige Schneidbereiche (2) aufweist, die in Umfangsrichtung durch jeweils eine zur Aussenkontur des Grundkörpers (1) hin offen ausgebildete, in radialer Richtung den Schneidbereich (2) durchsetzende Ausnehmung (4) unterbrochen sind und der Grundkörper (1) in Ausschnitten (A), die von zwei Ausnehmungen (4) sowie der zentralen Aufnahmebohrung (3) begrenzt sind, jeweils zumindest ein sich im wesentlichen in radialer Richtung erstreckendes Langloch (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Langloch (5) entlang eines Abschnittes eines vom Zentrum des Grundkörpers (1) ausgehenden, spiralförmigen Strahles erstreckt.
  2. Trennwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich im mittleren Bereich der Längserstreckung des Langloches (5) eine am Strahl anliegende Tangente gegenüber einer Radialen (R) unter einem Winkel (W) von 7° bis 15° erstreckt.
  3. Trennwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine senkrecht zur Längserstreckung des Langloches (5) gemessene Breite (S1) des Langloches (5) zur Aussenkontur des Grundkörpers (1) hin zunimmt.
  4. Trennwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem von zwei Ausnehmungen (4) und der Aufnahmebohrung (3) begrenzten Ausschnitt (A) des Grundkörpers (1) wenigstens zwei Langlöcher (5) angeordnet sind.
  5. Trennwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Langlöcher (5) gleich gross ausgebildet sind.
  6. Trennwerkzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der in Umfangsrichtung gemessene Abstand (A1) zwischen den beiden Langlöchern (5) innerhalb eines Ausschnittes (A) kleiner ist, als ein kürzester Abstand (A2) zwischen zwei Langlöchern (5) einander benachbarter Ausschnitte (A).
  7. Trennwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die in Umfangsrichtung gemessene Breite (S2) der Ausnehmungen (4) zur zentralen Aufnahmebohrung (3) hin zunimmt.






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