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Dokumentenidentifikation DE102005014825B4 21.06.2007
Titel Verfahren zur Reinigung der Oberfläche von rotativ angetriebenen Rollen
Anmelder Özhan, Selim, 52223 Stolberg, DE
Erfinder Özhan, Selim, 52072 Aachen, DE
Vertreter König & Kollegen Patent- und Rechtsanwaltskanzlei, 52072 Aachen
DE-Anmeldedatum 30.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005014825
Offenlegungstag 05.10.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse B24C 3/32(2006.01)A, F, I, 20070122, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B24C 1/00(2006.01)A, L, I, 20070122, B, H, DE   B24C 11/00(2006.01)A, L, I, 20070122, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung der Oberfläche von rotativ angetriebenen Rollen, insbesondere von Aushubrollen in der Flachglasindustrie, bei dem eine Lanze längs einer solchen Rolle verfahren wird und auf die Mantelfläche der Rolle aufzubringende Reinigungsmittel trägt.

Es ist bereits bekannt (DE 103 07 588 A1), zur Reinigung von derartigen Aushubrollen Reinigungsblöcke zu verwenden, die an den Unterseiten der Aushubrollen sich abstützen. Die Aushubrollen bestehen dabei aus einer Mischung aus hexagonalem BN mit feinstgemahlenen Hartstoffen, wie SiC, ZrO2 und/oder Al2O3.

Ferner ist es bereits bekannt (US 6,170,293 B1) zur Reinigung von derartigen Rollen einen Wagen zu benutzen, der im Bereich zwischen zwei benachbarten, zu reinigenden Rollen abgestützt ist. Der Wagen kommt mit einem ersten Abschnitt mit der Oberfläche der ersten Rolle und mit einem zweiten Abschnitt mit der Oberfläche der zweiten Rolle in Kontakt. Dabei ist der Wagen hin und her beweglich parallel zu den Rollen. Mittels einer rotierenden, auf dem Wagen gelagerten Drahtbürste kann nun zumindest eine der beiden angrenzenden Rollen gereinigt werden. Der Wagen wird dann zwischen den beiden Rollen verfahren, um damit die ganze Länge der zu behandelnden Rolle zu bearbeiten.

Bei den bisher bekannten Verfahren sind Ein- und Ausbau jeweils mit einem recht hohen Arbeits- und damit Zeitaufwand verbunden. Auch die Einstellung des gewünschten Einwirkungsgrades auf die jeweils zu behandelnde Rolle ist schwer exakt zu regulieren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren anzugeben, mit dem schnell und möglichst einfach eine genaue Bearbeitung der betroffenen Rollen zuverlässig gewährleistet werden kann. Auch der gesamte Abbau der Vorrichtung zum Abtransport und der Aufbau an einem anderen entfernt liegenden Einsatzort sollen einfach und schnell ausführbar sein.

Die somit gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, welches vorsieht, dass auf die Mantelfläche der Rolle Glas und/oder glashaltiges Reinigungsmittel in Form von Perlen auf die Behandlungsfläche an der Rolle aufgestrahlt wird, welches nach dem Aufstrahlen mittels Unterdruck abgezogen und zumindest zum Teil wiederverwendet werden kann. Das somit verwendete Material führt zu einem gleichmäßigen Abtrag der auf den Rollen vorliegenden Verschmutzung. Darüber hinaus ist der gewünschte Abtrag in kurzer Zeit zu erreichen.

Details der Erfindung sind auch Gegenstand der folgenden Beschreibung und der Ansprüche.

Es zeigt:

1a eine Teilansicht auf eine Rolle, an der ein von einer Lanze getragener Reinigungskopf angreift,

1b eine schematische Ansicht auf einen Reinigungskopf am Ende einer Lanze,

2 eine schematische Darstellung der Vorrichtung mit Rolle,

3 eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung mit nach links oben anschließendem Verbinder und Reinigungskopf,

4 eine Draufsicht auf die Vorrichtung,

5 eine weitere Draufsicht auf die Vorrichtung und

6 eine Seitenansicht der Vorrichtung mit Blick in Richtung der Längsachse.

In 1a ist eine Rolle 1 zum Teil dargestellt, die, nicht gezeigt, an ihren Enden gelagert ist. Der gezeigte Endabschnitt dieser Rolle 1 verläuft dicht über einem Reinigungskopf 2, der in 1b im Anschluss an eine Lanze 3 gezeigt ist. Die Lanze 3 verbindet den Reinigungskopf 2 in Längsrichtung verfahrbar mit der Maschinenbasis 4. Auf dieser sitzt ein Antriebsmotor 5, der mit der Lanze 3 verbunden ist und diese in axialer Richtung verschieben kann, also den Reinigungskopf 2 weiter in die Rolle 1 hinein oder aus dieser heraus bewegen kann. Mit Abstand von der Maschinenbasis 4 ist ein Gebläse 6 vorgesehen, welches ein Strahlmittel aufnimmt.

Vor Inbetriebnahme der Vorrichtung wird die Maschinenbasis 4 über Stellräder 7 nivelliert und auf Schienen 8 normal zum Verlauf der Achse der zu behandelnden Rolle 1 verfahren. Weitere Stellräder 9 tragen eine einstellbare Unterkonstruktion 10, auf der eine Oberkonstruktion 11 kippbar und dabei seitlich schwenkbar gelagert ist. Die Oberkonstruktion 11 hält das hintere Ende der Lanze und bildet einen Mitnehmer 12. Die Lanze 3 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel in Längsrichtung zweigeteilt und trägt in ihrem am weitesten ausgerückten Bereich den Reinigungskopf 2. Die Lanze 3 ist an ihren beiden Seiten über Führungsrollen 13 geführt.

Von dem Gebläse 6 wird Strahlmittel über sich einer Verlagerung des Reinigungskopfes anpassende Leitungen 14 einer Seite 15 des Reinigungskopfes 2 zugeführt. Das Strahlmittel wird von hieraus dann unter Druck gegen die Außenfläche der zu bearbeitenden Rolle 1 gelenkt. Das von der Rolle 1 dann zurückprallende Reinigungsmittel wird auf der gegenüberliegenden Seite 16 des Reinigungskopfes 2 durch Unterdruck aufgesaugt und einer Rückleitung 17 zugeführt.

Durch ein Kippen der Oberkonstruktion 11 kann über die Lanze 3 einer tendenziell immer vorhandenen Absenkung des Reinigungskopfes 2 bei wachsendem Überkragen des Reinigungskopfes 2 entgegengewirkt werden. Damit wiederum ist es möglich, den Abstand des Reinigungskopfes 2 zu der Außenfläche der Rolle 1 über die gesamte Bewegungsbahn des Reinigungskopfes 2 konstant zu halten.

Bei dem dem Reinigungskopf 2 zugeführten Reinigungsmaterial handelt es sich immer im Wesentlichen um Glas oder glashaltige Mittel in Form von Perlen. Es kann ein Anteil von insgesamt weniger als 30% von abrasivem Material beigemischt werden.

Der Aufstrahldruck am Umfang der Rolle 1 wird auf 2 bis 8 bar eingestellt. Das Verfahren wird in der Regel so geführt, dass die primäre Strahlrichtung des Reinigungsmittels der Rotationsrichtung der zu reinigenden Rolle 1 entgegengerichtet ist.

Es ist ein Strahlgehäuse 18 in den Reinigungskopf 1 integriert, das eine dichtend an der Außenfläche der Rolle 1 angreifende Dichtlippe aufweist, um auf diese Weise das Strahlmittel immer optimal wiedergewinnen zu können.

1
Rolle
2
Reinigungskopf
3
Lanze
4
Maschinenbasis
5
Antriebsmotor
6
Gebläse
7
Stellräder
8
Schienen
9
Stellräder
10
Unterkonstruktion
11
Oberkonstruktion
12
Mitnehmer
13
Führungsrollen
14
Leitungen
15
Seite
16
Seite
17
Rückleitung
18
Strahlgehäuse


Anspruch[de]
Verfahren zur Reinigung der Oberfläche von rotativ angetriebenen Rollen, insbesondere von Aushubrollen und den Rollen von Rollenkühlöfen in der Flachglasindustrie, bei dem eine Lanze längs einer solchen Rolle verfahren wird und auf die Mantelfläche der Rolle aufzubringende Reinigungsmittel trägt, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Mantelfläche der Rolle Glas und/oder glashaltiges Reinigungsmittel in Form von Perlen aufgestrahlt wird, welches nach dem Aufstrahlen mittels Unterdruck abgezogen und zumindest zum Teil wieder verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Reinigungsmittel ein Anteil von insgesamt weniger als 30 % von abrasivem Material beigemischt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsmittel mit einem Druck von 2 bis 8 bar auf die Mantelfläche der Rolle aufgestrahlt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle entgegen ihrer Rotationsrichtung mit Reinigungsmittel beaufschlagt wird.






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