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Dokumentenidentifikation DE102005016067B4 21.06.2007
Titel Verfahren zur Erhöhung der Start-Reproduzierbarkeit bei Start-Stopp-Betrieb einer Brennkraftmachine
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Beer, Johannes, 93051 Regensburg, DE;
Herfurth, Roland, 93051 Regensburg, DE
DE-Anmeldedatum 07.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005016067
Offenlegungstag 19.10.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse F02D 45/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02D 41/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Start-Reproduzierbarkeit bei Start-Stopp-Betrieb einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs mit Startoptimierung.

Um den Kraftstoffverbrauch in Kraftfahrzeugen zu senken, erfolgt bei Stillstand des Kraftfahrzeugs ein Anhalten oder Stoppen der Brennkraftmaschine gefolgt von einem erneuten Starten, sobald das Kraftfahrzeug weiter fahren soll. Dieser Start-Stopp-Betrieb wird mit einer Start-Optimierung eingesetzt, die ein Starten der Brennkraftmaschine ermöglicht, noch bevor eine Synchronisation mit der Kurbelwelle stattgefunden hat. Voraussetzung für die Start-Optimierung ist die Kenntnis der Motorposition nach dem Stoppen der Brennkraftmaschine, so dass bei Erkennen einer ersten Zahnflanke des Kurbelwellengebers die aktuelle Motorposition bis zur Synchronisation durch Inkrementierung ermittelt werden kann. Nach der Synchronisation wird der Startvorgang in herkömmlicher Weise fortgesetzt.

Die unterschiedlichen Drehzahlverläufe einer hochlaufenden Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung, die mit oder ohne Start-Optimierung betrieben wird, sind in 1 gezeigt. Die gestrichelte Kurve zeigt einen Drehzahlverlauf für einen Betrieb ohne Startoptimierung, während die durchgezogene Kurve den Drehzahlverlauf für einen Betrieb mit Start-Optimierung wiedergibt. Die Drehzahlverläufe sind über derselben Zeitachse aufgetragen, so dass ein direkter zeitlicher Vergleich beider Drehzahlverläufe möglich ist. Man erkennt, dass zum Zeitpunkt t = 430 ms die Brennkraftmaschine mit Start-Optimie-rung bereits Leerlaufdrehzahl erreicht hat, während die Brennkraftmaschine mit herkömmlicher Startstrategie zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal zündet. Die Kurve für den Betrieb mit Start-Optimierung zeigt starke Drehzahlschwankungen während des Hochlaufens. Diese Schwankungen entstehen auf Grund der Einflüsse der durch den Zylinder zu verrichtenden Kompressionsarbeit, der Reibung und durch eine diskontinuierliche Momentenfreisetzung. Ein derartiger Start-Stopp-Betrieb wird durch die DE 43 04 163 A1 offenbart, deren Start-Optimierung in 2 dargestellt ist. Man kann erkennen, dass die unterschiedlichen Zylinderfüllungen der ersten Verbrennung beispielsweise bei einer Vier-Zylinder-Brennkraftmaschine während der Start-Optimierung, d. h. vor der Synchronisation, von der Stoppposition der Brennkraftmaschine abhängen. Bei einer Brennkraftmaschine mit mehr als vier Zylindern sind auch mehrere erste Verbrennungen während der Start-Optimierung möglich, die das Startverhalten der Brennkraftmaschine beeinflussen. Die Abhängigkeit von der Stoppposition ergibt sich im Speziellen für direkt einspritzende Brennkraftmaschinen. Denn nur bei direkter Einspritzung nach dem Schließen des Einlassventils kann noch Kraftstoff in den Brennraum eingebracht und so eine Verbrennung einer von der Stoppposition abhängigen Zylinderfüllung realisiert werden. Bei Saugrohreinspritzern ist hingegen die Einspritzung am Ende der Ansaugphase abgeschlossen, so dass sich bei der Start-Optimierung eines Saugrohreinspritzers immer eine maximale Zylinderfüllung für die erste Verbrennung ergibt.

Wie 2 zeigt, sind je nach Stoppposition einer Brennkraftmaschine mit vier Zylindern eine oder mehrere Verbrennungen während der Start-Optimierung möglich. Die Stopppositionen und die weiter hier diskutierten Positionen werden jeweils als Kurbelwellenwinkel angegeben. Diese Verbrennungen gestalten aufgrund ihrer Zylinderfüllungen den variierenden Drehzahlverlauf bis zur Synchronisation. Aufgrund dieser variierenden Ausgangsbedingungen der jeweiligen Verbrennung während der Start-Optimierung wird chemische Energie nicht reproduzierbar in kinetische Energie umgewandelt. Dies ist beispielgebend in 3 dargestellt, die vergleichend die Drehzahlverläufe sowie die Drehbeschleunigungen eines Starts der Brennkraftmaschine ausgehend von einer Stoppposition von 45° nach dem oberen Totpunkt und von 90° nach dem oberen Totpunkt zeigt. Man erkennt, dass die Drehbeschleunigung mit ca. 4500 U·min–1·s–1 bei einer Stoppposition von 45° nach dem oberen Totpunkt fast doppelt so groß ist wie die Drehbeschleunigung von 2600 U·min–1·s–1 bei einer Stoppposition von 90° nach dem oberen Totpunkt. Diese unterschiedliche Dynamik während der Start-Optimierung führt gerade bei Fahrzeugen mit längs eingebauter Brennkraftmaschine aufgrund der Drehimpulserhaltung zu einem Gegenmoment, das an der Fahrzeuglängsachse wirkt. In Abhängigkeit von der Stoppposition ist dieses Gegenmoment unterschiedlich groß und erzeugt eine entsprechende Wankneigung des Kraftfahrzeugs. Der Fahrer des Kraftfahrzeugs wird diese Wankneigung als eine „Unruhe" im Kraftfahrzeug oder als eine Störung seines „Startgefühls" wahrnehmen. Für das Wohlbefinden des Fahrers ist daher eine Reproduzierbarkeit des Startverhaltens einer Brennkraftmaschine unabhängig von ihrer Stoppposition im Start-Stopp-Betrieb erforderlich.

Weitere Verfahren für den Start-Stopp-Betrieb einer Brennkraftmaschine sind in JP-2001-055943 A und JP 2004-218606 A beschrieben. JP-2001-055943 A beschreibt ein Betriebssteuergerät einer automatischen Startvorrichtung für eine Brennkraftmaschine. Die Kraft, die sich aus den aktuellen Startbedingungen ergibt, wird mit einer vorgegebenen Kraft zum Start des Kraftfahrzeugs verglichen. Basierend auf diesem Vergleich werden Steuerparameter der Brennkraftmaschine derart angepasst, dass beim Starten der Brennkraftmaschine die vorgegebene Kraft erzielt wird, so dass die Startbedingungen für den Fahrer im Wesentlichen als konstant empfunden werden. JP 2004-218646 A offenbart eine automatische Stopp-Start-Vorrichtung einer Brennkraftmaschine. Diese Vorrichtung umfasst ein Begrenzungsmittel, mit dem der der Brennkraftmaschine zugeführter Kraftstoff derart limitiert wird, dass eine starke Zunahme des Drehmoments der Brennkraftmaschine verhindert ist.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Erhöhung der Start-Reproduzierbarkeit einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs mit Start-Optimierung bereitzustellen.

Die obige Aufgabe wird durch das im unabhängigen Anspruch 1 definierte Verfahren gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen des Verfahrens sind in der folgenden Beschreibung und in den abhängigen Ansprüchen dargelegt.

Das vorliegende Verfahren ist darauf gerichtet, dass im Rahmen der Start-Optimierung einer Brennkraftmaschine im Start-Stopp-Betrieb ein reproduzierbares Startverhalten der Brennkraftmaschine bzw. eine Start-Reproduzierbarkeit erzeugt wird, um den Start-Stopp-Betrieb für den Nutzer des Kraftfahrzeugs so komfortabel wie möglich zu gestalten. Es erhöht die Start-Reproduzierbarkeit, indem ausgehend von einer Stoppposition der Brennkraftmaschine zunächst ein maximal möglicher Drehzahlgradient für die erste oder die ersten Verbrennungen in der Start-Optimierungsphase berechnet wird. Ob während der Start-Optimierungsphase nur eine oder eine Mehrzahl von ersten Verbrennungen zu berücksichtigen ist, richtet sich nach der Zylinderanzahl der Brennkraftmaschine und der somit jeweils in den verschiedenen Zylindern möglichen ersten Verbrennung vor der Synchronisation. Dieser maximal mögliche Drehzahlgradient ergibt sich aus der optimalen Ausnutzung der bei dieser Stoppposition der Brennkraftmaschine möglichen maximalen Zylinderbefüllung mit Kraftstoff und Luft sowie aus der Umsetzung dieser Zylinderfüllung mit Hilfe eines optimalen Zündwinkels.

Da mit der vorliegenden Erfindung gerade nicht der jeweils maximal mögliche Drehzahlgradient der ersten Verbrennung oder Verbrennungen während der Start-Optimierung realisiert werden soll, wird in einem weiteren Schritt der maximal mögliche Drehzahlgradient auf einen festgelegten Drehzahlgradienten reduziert, der für verschiedene Stopp-Positionen der Brennkraftmaschine realisierbar ist. Das besagt, dass man einen Drehzahlgradienten festlegt, der kleiner als der maximal mögliche Drehzahlgradient und für die verschiedenen Stopppositionen reproduzierbar ist. Der festgelegte Drehzahlgradient wird derart gewählt, dass er dem maximal möglichen Drehzahlgradienten der am häufigsten auftretenden Stoppposition der betrachteten Brennkraftmaschine entspricht. Da die am häufigsten auftretende Stoppposition durch die Eigenschaften der Brennkraftmaschine beeinflusst wird, kann auch der festgelegte Drehzahlgradient für unterschiedliche Brennkraftmaschine verschieden sein. Der Drehzahlgradient einer Stoppposition, die vor der Stoppposition des festgelegten Drehzahlgradienten, d.h. bei kleinerem Kurbelwellenwinkel, liegt, kann durch das nachfolgend beschriebene Verfahren auf den festgelegten Drehzahlgradienten reduziert werden. Es kann aber auch eine Stoppposition auftreten, die nach der am häufigsten auftretenden Stoppposition liegt. In diesem Fall kann der Drehzahlgradient der ersten Verbrennung nicht auf den festgelegten Drehzahlgradienten gesteigert werden. Aus diesem Grund wird bevorzugt ein festgelegter Drehzahlgradient gewählt, der einer Stoppposition mit größerem Kurbelwellenwinkel als der häufigsten Stoppposition der Brennkraftmaschine entspricht. Der festgelegte Drehzahlgradient kann daher trotz unterschiedlicher Stopppositionen erzeugt werden, weil der jeweils maximal mögliche Drehzahlgradient der einzelnen Stoppposition größer oder gleich dem festgelegten Drehzahlgradienten ist. Reduziert man nun gezielt den jeweils maximal möglichen Drehzahlgradienten auf den festgelegten Drehzahlgradienten, erhält man die gewünschte Reproduzierbarkeit. Diese Reproduzierbarkeit während der Start-Optimierung gewährleistet dem Nutzer des Kraftfahrzeugs ein gleichmäßiges Verhalten der Brennkraftmaschine und auf diese Weise ein komfortables „Startgefühl". Der maximal mögliche Drehzahlgradient kann auf den festgelegten Drehzahlgradienten reduziert werden, indem mit Hilfe einer Zündwinkel-Spätverstellung die Effizienz der ersten Verbrennung oder der ersten Verbrennungen und/oder mit einer Einlassventil-Spätverstellung die Zylinderfüllung für die erste oder ersten Verbrennungen gezielt auf den gewünschten Wert angepasst wird.

Zur Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens wird gemäß einer Ausführungsform auf ein Kennfeld für den maximal möglichen Drehzahlgradienten zurückgegriffen, das den maximal möglichen Drehzahlgradienten bei optimalem Zündwinkel und optimaler Kraftstoffmenge in Abhängigkeit von der Stoppposition der Brennkraftmaschine und einer Motortemperatur wiedergibt. Dieser dem Kennfeld zu entnehmende maximal mögliche Drehzahlgradient wird dann mit einem für verschiedene Stopppositionen festgelegten Drehzahlgradienten ins Verhältnis gesetzt, um darüber die Effizienz der ersten Verbrennung bzw. Verbrennungen der Start-Optimierung einstellen zu können. Dieses Verhältnis bildet den Zündwinkel-Wirkungsgrad, der angibt, wie stark der maximal mögliche Drehzahlgradient für die vorliegende Stoppposition reduziert werden muss, um ein reproduzierbares und für den Fahrer angenehmes „Startgefühl" des Kraftfahrzeuges zu erzielen.

Sollte die Brennkraftmaschine mit einer Verstellung der Zeitpunkte für das Öffnen und Schließen der Einlassventile arbeiten, kann auf diese Weise ebenfalls der für eine bestimmte Stoppposition der Brennkraftmaschine erzielbare maximal mögliche Drehzahlgradient angepasst werden. In dieser Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird die Einlassventil-Spätverstellung ebenfalls in der Berechnung des Zündwinkel-Wirkungsgrads berücksichtigt.

Um abschließend die Effizienz der ersten Verbrennung/Verbrennungen während der Start-Optimierung gezielt zu reduzieren, wird aus dem Zündwinkel-Wirkungsgrad ein Zündwinkel-Offset berechnet, um den der optimale Zündwinkel der ersten Verbrennung oder Verbrennungen in Richtung spät verschoben wird. Auf diese Weise wird zwar die Effizienz der Verbrennung während der Start-Optimierung reduziert, gleichzeitig werden aber die für ein angenehmes „Startgefühl" erforderlichen reproduzierbaren Kolbenkräfte gewährleistet.

Die begleitenden Zeichnungen zeigen:

1 eine vergleichende Darstellung der Motordrehzahl für eine Brennkraftmaschine mit Start-Optimierung und eine Brennkraftmaschine ohne Start-Optimierung,

2 die Darstellung einer Start-Optimierung mit einer in Bezug auf den Zünd-OT definierten Stoppposition, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist,

3 den Vergleich der ersten startoptimierten Zündung bei der Stoppposition von 45° nach dem oberen Totpunkt und bei der Stoppposition von 90° nach dem oberen Totpunkt.

Beim Abstellen eines Kraftfahrzeugs bleibt die Brennkraftmaschine nach dem Zufallsprinzip in unterschiedlichen Stopppositionen &agr;stopp stehen. In Abhängigkeit von der Drosselklappenöffnung ergibt sich dabei eine mittlere Abstellposition von ca. 90° Kurbelwellenwinkel nach dem oberen Totpunkt. Die auftretenden Stopppositionen sind um diesen als Mittellage angenommenen Winkel annähernd gaussverteilt. Es ist jedoch ebenfalls denkbar, dass Brennkraftmaschinen aufgrund ihres Aufbaus, ihrer Zylinderzahl oder aufgrund anderer Konfigurationsdaten eine andere mittlere Abstellposition &agr;stopp zeigen.

Um die Reproduzierbarkeit des Startverhaltens in Abhängigkeit von der Stoppposition zu erzeugen, d. h. um für die verschiedensten Stopppositionen einer Brennkraftmaschine immer wieder den gleichen Drehzahlgradienten beim erneuten Starten zu erzielen, wird ein Verfahren angewandt, mit dem die Effizienz der ersten Verbrennung der Start-Optimierung – also die Verbrennungen vor der Synchronisation – gezielt reduziert wird. Dieses Verfahren kann sich ebenfalls auf eine Mehrzahl von ersten Verbrennungen der Start-Optimierung erstrecken, wie sie bei einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine auftreten kann. Dadurch wird ein annähernd konstanter Drehzahlgradient aus jeder beliebigen Stoppposition heraus generiert, weil diese die gleiche oder eine größere Zylinderfüllung als eine unten näher erklärte Soll-Stoppposition (Referenzposition) aufweist.

Die Effizienz der Verbrennung während der Start-Optimierung wird einerseits über die Verstellung des Zündwinkels oder andererseits über die im Zylinder zur Verfügung stehende Luftmenge eingestellt. Es ist ebenfalls bevorzugt, beide Einstellverfahren für die Steuerung des Start-Stopp-Betriebs einer Brennkraftmaschine kombiniert zu nutzen.

Zunächst erfolgt als Grundlage für das vorliegende Verfahren die Bestimmung der Stoppposition &agr;stopp der Brennkraftmaschine beispielsweise mit Hilfe eines Kurbelwellengebers. Dieser Kurbelwellengeber erfasst den Kurbelwellenwinkel auch nach Abschalten der Brennkraftmaschine. Die Stoppposition &agr;stopp legt den durch die Brennkraftmaschine erzielbaren maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max der ersten Verbrennung/Verbrennungen fest, für die noch keine vollständige Zylinderfüllung vorliegt, wenn die Brennkraftmaschine während der Start-Optimierung erneut gestartet wird. Der maximal mögliche Drehzahlgradient &ohgr;max ergibt sich ausgehend von der Stoppposition &agr;stopp, der bei dieser Stoppposition &agr;stopp möglichen optimalen Zylinderfüllung mit Luft und Kraftstoff und der Annahme, dass diese Zylinderfüllung bei optimalem Zündwinkel gezündet wird. Es können auch noch weitere Parameter zur Bestimmung des maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Motortemperatur TCO. Gemäß einer Ausführungsform ist der maximal mögliche Drehzahlgradient als eine Funktion von der Stoppposition und der Motortemperatur &ohgr;max = &ohgr;max (&agr;stopp, TCO) unter der Annahme einer optimalen Einspritzmenge, eines optimalen Zündwinkels und eines optimalen Einlassventil-Schließens bestimmt.

Um den Aufwand zur Berechnung des maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max durch das Betriebssteuergerät der Brennkraftmaschine zu begrenzen, wird bevorzugt der entsprechend der Stopp-Position &agr;stopp maximal mögliche Drehzahlgradient &ohgr;max nicht ständig neu berechnet, sondern aus einem gespeicherten Kennfeld ausgelesen. Ein derartiges Kennfeld kann beispielsweise für jeden Typ einer Brennkraftmaschine empirisch ermittelt und dann in dem Betriebssteuergerät abgespeichert werden. Aus dem bevorzugten Kennfeld wird nach Bestimmen der Stoppposition &agr;stopp und der Temperatur TCO der Brennkraftmaschine der entsprechende maximal mögliche Drehzahlgradient &ohgr;max ausgelesen, während ebenfalls die obigen Annahmen gelten.

Um die aufgrund der unterschiedlichen Stopppositionen &agr;stopp erzielbaren maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max auf ein gemeinsames Drehzahlgradientenniveau zu bringen, wird die Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll festgelegt. Diese Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll zeichnet sich dadurch aus, dass die allgemein üblichen Stopppositionen &agr;stopp der Brennkraftmaschine an oder vor dieser Position liegen. Obwohl auch ein geringer Anteil der Stopppositionen hinter der Soll-Stoppposition liegen kann, ist die Soll-Stoppposition derart gewählt, dass eine effektive Startoptimierung mit kurzen Startzeiten erzielt wird. Basierend auf dieser Auswahl wird gewährleistet, dass der ausgehend von der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll erreichbare maximal mögliche Drehzahlgradient aus jeder Stopp- oder Auslaufposition der Brennkraftmaschine nicht überschritten wird. Dies erfolgt mit optimaler Zylinderfüllung und optimalem Zündwinkel bei Übereinstimmung der Stoppposition &agr;stopp mit der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll. Bei einer Stoppposition &agr;stopp kleiner als die Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll ergibt sich eine größere Zylinderfüllung im Vergleich zur Soll-Stoppposition (Referenzposition), so dass mit reduzierter Effizienz der ersten Verbrennung/Verbrennungen der maximal mögliche Drehzahlgradient der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll eingestellt wird. Dieser aus der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll bei optimalen Bedingungen erreichbare maximal mögliche Drehzahlgradient wird als festgelegter Drehzahlgradient bezeichnet. Es ist ebenfalls bevorzugt, den festgelegten Drehzahlgradienten in Abhängigkeit von weiteren Betriebsparametern der Brennkraftmaschine, wie beispielsweise eine Soll-Motortemperatur TCOsoll, zu definieren.

Liegt die Stoppposition &agr;stopp vor der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll, wie es aufgrund der Wahl der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll bei beispielsweise 90° nach dem oberen Totpunkt der Fall ist, kann über eine Verminderung des Zündwinkelwirkungsgrads &eegr;IGA der Drehzahlgradient der ersten Verbrennung während der Start-Optimierung auf den maximal möglichen Drehzahlgradienten entsprechend der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll vermindert werden. Des Weiteren kann eine Abweichung weiterer Betriebsparameter der Brennkraftmaschine von ihrem Soll-Wert mit Hilfe der Verminderung des Zündwinkelwirkungsgrads ausgeglichen werden. Ein Beispiel dafür ist die Motortemperatur TCO, deren Abweichung von der Soll-Motortemperatur TCOsoll kompensiert wird. Der Zündwinkelwirkungsgrad &eegr;IGA berechnet sich als Funktion von der Stoppposition &agr;stopp und der Motortemperatur TCO gemäß dem folgenden Quotienten: mit &agr;stopp ≤ &agr;stopp-soll,

&eegr;IGA
Zündwinkelwirkungsgrad,
&agr;Stopp
Stoppposition,
TCO
Motortemperatur,
&ohgr;max
maximal möglicher Drehzahlgradient,
&agr;stopp-soll
Soll-Stoppposition.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens lässt sich der Drehzahlgradient nicht nur über den Zündwinkelwirkungsgrad und die nachfolgende Zündwinkelverstellung, sondern ebenfalls über das Anpassen der im Zylinder befindli chen Luftmenge einstellen. Diese Einstellmöglichkeit kann allein oder in Kombination mit der Spätverstellung des Zündwinkels angewandt werden. Die Luftmenge, die im Zylinder im ersten Kompressionstakt verdichtet wird, lässt sich durch eine Verstellung der Einlass-Nockenwelle nach spät verringern. Bliebe die Brennkraftmaschine in einer Stoppposition &agr;stopp am unteren Totpunkt stehen, würde sich eine maximale Zylinderfüllung mit Luft und Kraftstoff und somit auch ein maximal möglicher Drehzahlgradient ergeben. Wird die Einlass-Nockenwelle nun auf maximal spät gestellt, so dass ein Schließen des Einlassventils bei beispielsweise 70° nach dem unteren Totpunkt erfolgt, so wird bis zum Schließen des Einlassventils (EVS) ein Teil der Luft während des Kompressionstaktes ins Saugrohr zurückgeschoben. Auf diese Weise lässt sich für eine Stoppposition &agr;stopp vor dem Schließen des Einlassventils EVS eine von der Stoppposition &agr;stopp unabhängige Zylinderfüllung einstellen, die jedoch durch das Schließen des Einlassventils eingestellt wird. Der erzielbare Drehzahlgradient entspricht in diesem Fall einer Stoppposition &agr;stopp, die der Schließposition EVS des Einlassventils gleich ist (vgl. die unten stehende Formel). Die oben beschriebene Beeinflussung der Zylinderfüllung über eine Verstellung der Einlass-Nockenwelle setzt ein Verstellsystem voraus, das auch bei Stillstand der Brennkraftmaschine betrieben werden kann. Dies ist beispielsweise mit elektrischen Nockenwellenstellern oder mit einer elektrischen Ventilsteuerung in nockenwellenlosen Brennkraftmaschinen möglich.

Wird, wie oben beschrieben, die Zylinderfüllung über spätes Schließen des Einlassventils vermindert, so ist die Stoppposition &agr;stopp durch die Schließposition EVS des Einlassventils definiert, da erst die Schließposition die Zylinderfüllung und den damit maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max bei optimalen Bedingungen festlegt. Angewandt auf diese Randbedingungen der Brennkraftmaschine lässt sich auch hier der bereits oben genannte Zündwinkelwirkungsgrad &eegr;IGA mit Hilfe der folgenden Gleichung berechnen. für &agr;stopp ≤ &agr;stopp-soll,

und EVS ≤ &agr;stopp-soll,

&eegr;IGA
Zündwinkelwirkungsgrad,
&agr;Stopp
Stoppposition,
TCO
Motortemperatur,
&ohgr;max
maximal möglicher Drehzahlgradient,
&agr;stopp-soll
Soll-Stoppposition,
EVS
Schließposition des Einlassventils.

Aus dem in den obigen Gleichungen definierten Zündwinkelwirkungsgrad wird abschließend ein Zündwinkel-Offset &Dgr;IGA für die erste Verbrennung berechnet. Dieser Zündwinkel-Offset ist eine Funktion des Zündwinkelwirkungsgrads &eegr;IGA, der Stoppposition &agr;stopp und der Motortemperatur TCO, so dass sich der Zusammenhang ergibt &Dgr;IGA = &Dgr;IGA(&eegr;IGA, &agr;stopp, TCO). Dieser Zündwinkel-Offset verschiebt den Zündwinkel in Richtung spät bei einem zu erwartenden maximal möglichen Drehzahlgradienten der Stoppposition &agr;stopp, der über dem festgelegten Drehzahlgradienten liegen würde. Auf diese Weise wird die Effizienz der ersten Verbrennung reduziert und somit der tatsächlich erzielte Drehzahlgradient auf das Niveau des festgelegten Drehzahlgradienten verringert.


Anspruch[de]
Verfahren zur Erhöhung der Start-Reproduzierbarkeit bei Start-Stopp-Betrieb einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs mit Startoptimierung, das die folgenden Schritte aufweist:

a. Erfassen einer Stoppposition &agr;Stopp der Brennkraftmaschine,

b. Bestimmen eines mit einer ersten Verbrennung mit Startoptimierung maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max in Abhängigkeit von der Stoppposition &agr;stopp, einer in einem Zylinder der Brennkraftmaschine vorhandenen Kraftstoffmenge und einer in dem Zylinder vorhandenen Luftmenge bei einem optimalen Zündwinkel und

c. Festlegen eines Drehzahlgradienten, der kleiner als der maximal mögliche Drehzahlgradient &ohgr;max und für verschiedene Stopppositionen &agr;stopp reproduzierbar ist, indem mit Hilfe einer Zündwinkel-Spätverstellung die Effizienz der ersten Verbrennung oder Verbrennungen und/oder mit einer Einlassventil-Spätverstellung die Zylinderfüllung für die erste Verbrennung oder ersten Verbrennungen gezielt verringert wird.
Verfahren gemäß Anspruch 1, mit dem weiteren Schritt:

Bestimmen des maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max durch Auslesen eines Kennfelds, das den maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max bei optimalem Zündwinkel und optimaler Kraftstoffmenge in Abhängigkeit von der Stoppposition &agr;Stopp und einer Motortemperatur TCO der Brennkraftmaschine angibt.
Verfahren gemäß Anspruch 2, mit dem weiteren Schritt:

Definieren des festgelegten Drehzahlgradienten gemäß dem aus dem Kennfeld ausgelesenen maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max an einer festgelegten Soll-Stoppposition &agr;Stopp-Soll der Brennkraftmaschine.
Verfahren gemäß Anspruch 3, mit dem weiteren Schritt:

Bestimmen einer Zündwinkel-Spätverstellung für Stopppositionen &agr;Stopp ≤ &agr;Stopp-Soll aus einem Zündwinkel-Wirkungsgrad &eegr;IGA, der das Verhältnis des maximal möglichen Drehzahlgradienten der Stoppposition zum festgelegten Drehzahlgradienten in Abhängigkeit von der Soll-Stoppposition bildet und angibt, ob und wie stark der Wert des maximal möglichen Drehzahlgradienten mittels Zündwinkel-Spätverstellung auf den festgelegten Drehzahlgradienten reduziert werden muss, während sich der Zündwinkel-Wirkungsgrad &eegr;IGA berechnet als Quotient aus dem maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max in Abhängigkeit von der Stoppposition &agr;Stopp und der Motortemperatur TCO und dem festgelegten Drehzahlgradienten in Abhängigkeit von der Soll-Stoppposition &agr;stopp-soll und einer Soll-Motortemperatur TCOSoll gemäß folgender Formel
Verfahren gemäß Anspruch 3, in dem bei Durchführung der Einlassventil-Spätverstellung die Stoppposition &agr;Stopp durch eine Schließposition EVS des Einlassventils mit &agr;Stopp = EVS ersetzt wird. Verfahren gemäß Anspruch 5, mit dem weiteren Schritt:

Bestimmen der Zündwinkel-Spätverstellung bei Anwendung der Einlassventil-Spätverstellung für die Stoppposition &agr;Stopp ≤ &agr;Stopp-Soll und die Schließposition EVS ≤ &agr;Stopp-Soll aus einem Zündwinkel-Wirkungsgrad &eegr;IGA, mittels Zündwinkel-Spätverstellung bei Einlassventil-Spätverstellung als Quotient aus dem maximal möglichen Drehzahlgradienten &ohgr;max in Abhängigkeit von der Stoppposition &agr;Stopp und der Motortemperatur TCO und dem festgelegten Drehzahlgradienten in Abhängigkeit von einer Soll-Motortemperatur TCOSoll gemäß folgender Formel:
Verfahren gemäß Anspruch 4 oder 6, mit den weiteren Schritten:

Bestimmen der Zündwinkel-Spätverstellung für die erste Verbrennung mit Hilfe eines Zündwinkel-Offsets &Dgr;IGA über die Funktion &Dgr;IGA = &Dgr;IGA(&eegr;IGA, &agr;Stopp, TCO) und Einstellen des Zündwinkels auf einen Wert, der dem optimalen Zündwinkel der ersten Verbrennung verschoben um den Zündwinkel-Offset in Richtung spät entspricht.






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