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Dokumentenidentifikation DE102005059628A1 21.06.2007
Titel Funk-und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz
Anmelder Latzel, Edrik, 33154 Salzkotten, DE
Erfinder Latzel, Edrik, 33154 Salzkotten, DE
Vertreter Limbeck, A., Rechtsanw., 53902 Bad Münstereifel
DE-Anmeldedatum 14.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005059628
Offenlegungstag 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse B63H 21/22(2006.01)A, F, I, 20051214, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B63H 25/52(2006.01)A, L, I, 20051214, B, H, DE   
Zusammenfassung Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord-Funktion und elektronischem Diebstahlschutz, bestehend aus einem elektrischen Sender- und Empfängermodul. Das Sendermodul ist mit zwei Drucktastern ausgestattet, wobei der erste Drucktaster mit der "Stopp"-Funktion, der zweite mit der "Start"-Funktion belegt ist. Im Sendermodul ist ein Transistor eingebaut, der durch einen elektrischen Impuls die Funktion des "Stopp"-Tasters übernimmt, sobald der Sender mit Wasser in Berührung kommt. Dies geschieht, indem ein Kontakt von dem Pluspol der Stromquelle an das Gehäuse des Sendermoduls gelegt wird, ebenso ein Kontakt von dem Kollektor des Transistors. Bei Wasserkontakt des Sendermoduls fließt Strom von dem Pluspol der Batterie zum Kontakt des Kollektors und dieser schließt den Kontakt zwischen seiner Basis und dem Emitter. Das Empfängermodul besteht aus einem Empfänger für Funkfrequenzen und einem Steuergerät, welches die Signale in der gewünschten Weise umwandelt. Des Weiteren ist im Empfängermodul ein Relais mit einer "Ein-Aus"-Funktion integriert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz.

Sicherungseinrichtungen für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge sind bekannt. Maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge sind mit einem so genannten Quickstopp ausgestattet, welches verhindern soll, dass der Motor in einer Mann-Über-Bord Situation weiterläuft. Hierbei ist der Maschinenantrieb mit einem Not-Aus Schalter versehen, entweder direkt an dem Motor bei kleineren Außenbordern, oder an dem Steuerpult eines größeren Wasserfahrzeuges. An diesem Notausschalter wird ein Clip mit einer Reißleine befestigt. Der Motor lässt sich nur starten, solange der Clip den Ausschalter deaktiviert. Wird der Clip entfernt, stoppt der Motor unverzüglich.

Diese Sicherungseinrichtung hat den entscheidenden Nachteil, dass die Reißleine entweder am Handgelenk des Fahrers oder an der Schwimmweste befestigt sein muss, so dass der Clip in einer Mann-Über-Bord Situation abgezogen wird. Viele Wasserfahrzeugführer befestigen die Reißleine jedoch nicht an sich selbst, da es entweder vergessen wird oder weil in den meisten Fällen die Reißleine das Steuern des Wasserfahrzeugs behindert. Man hat keinen Bewegungsfreiraum, um eine Leine anzunehmen, einen Fender zu legen oder ähnliches, da die Leine in den meisten Fällen nur 50–70 cm lang ist. Auch wenn die Leine an dem Wasserfahrzeugführer befestigt ist, kann es dennoch vorkommen, dass die Leine bei Mann-Über-Bord von dem Handgelenk rutscht, ohne dass der Clip entfernt wird oder dass sie altersbedingt reist oder sich am Wasserfahrzeug verhakt.

Ebenso leistet der bekannte Quickstopp keinen optimalen Diebstahlschutz. Ohne den passenden Clip lässt sich der Motor zwar nicht starten, allerdings kann man in jedem Yachtshop Clips für alle Motorhersteller erwerben oder den Clip durch einen Kabelbinder ersetzen.

Die Erfinderaufgabe war es daher, ein Sicherheitssystem zu entwickeln, welches die angeführten Nachteile beseitigt und einen optimalen Schutz in Mann-Über-Bord Situationen und gegen Diebstahl gewährleistet.

Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe durch ein Sendermodul gelöst, welches bei Wasserkontakt ein Signal an ein Empfändermodul sendet. Das Empfängermodul wandelt das Signal um und stoppt die Antriebsmaschine.

Das Sendermodul ist mit einer Batterie oder einem Akku sowie zwei Drucktastern ausgestattet, wobei der erste Drucktaster mit der „Stopp" Funktion, der zweite mit der „Start" Funktion belegt ist. Des Weiteren ist in dem Sendermodul ein Transistor eingebaut, der durch einen elektrischen Impuls die Funktion des „Stopp" Tasters übernimmt, sobald der Sender mit Wasser in Berührung kommt. Dies geschieht, indem ein Kontakt von dem Pluspol der Batterie an das Gehäuse des Sendemoduls gelegt wird, ebenso ein Kontakt von dem Kollektor des Transistors. Bekommt das Sendermodul Wasserkontakt, fließt Strom von dem Pluspol der Batterie zum Kontakt des Kollektors und dieser schließt den Kontakt zwischen seiner Basis und dem Emmitor. Der Taster wird mit der „Stopp" Funktion überbrückt und das Signal wird gesendet.

Das Empfängermodul besteht aus dem eigentlichen Empfänger für die bestimmten Funkfrequenzen und einem Steuergerät, welches die Signale in der gewünschten Weise umwandelt. Des Weiteren ist im Empfängermodul ein Relais mit mindestens einer „Ein-Aus" Funktion integriert.

Das Empfängermodul wird mit einer Batterie oder einem Akku versorgt. Es kann an beliebiger Stelle im Wasserfahrzeug vorzugsweise entweder direkt an der Antriebsmaschine (Außenborder, Innenbordmotor) oder an dem Steuerpult des Wasserfahrzeugs angebracht werden. Um die Diebstahlschutzfunktion des Sicherheitssystems zu optimieren, kann das Empfängermodul vorzugsweise in die elektronische Steuereinheit des Motors werkseitig integriert werden. Bei einer externen Anbringung sollte die Stromversorgung des Empfängers über den Zündungsstrom der Maschine geschehen. In dieser Ausführungsform wird der Empfänger mit Strom versorgt, wenn der Zündschlüssel des Wasserfahrzeugs auf der Position „AN" steht.

In der Ausführungsform des Empfängers ist die Grundstellung des Relais vorzugsweise die „Aus" Position. Der Motor kann nicht gestartet werden, da kein Zündfunke erzeugt werden kann. Diese Relais Position ist vorzugsweise immer gegeben, wenn das Empfängermodul nicht mit Strom versorgt wird, also ebenso, wenn der Zündschlüssel abgezogen ist oder auf der „Aus" Position des Schlosses steht. Soll der Motor gestartet werden, muss der Zündschlüssel zunächst auf „AN" gestellt und dann der „Start" Taster des Funksenders betätigt werden. Das Funksignal wird von dem Empfängermodul empfangen und das Relais schaltet auf die „AN" Position, welche den Kontakt zwischen dem Stopp-Kabel des Motors und der Masse unterbricht. Jetzt kann ein Zündfunke entstehen und der Motor kann gestartet werden.

Betätigt der Fahrer den „Stopp" Taster des Senders während der Motor läuft, so schaltet das Relais im Empfänger auf „AUS" und stellt damit den Kontakt zwischen dem Stopp-Kabel und der Masse wieder her. Der Motor geht sofort aus. Das gleiche geschieht, wenn der Fahrer den Zündschlüssel auf die „Stopp" Position stellt. Der Motor wird über das Zündschloss gestoppt und das Empfängermodul wird nicht mehr mit Strom versorgt, demnach schaltet das Relais auf die Grundstellung „AUS".

Wird das Empfängermodul in der bevorzugten Ausführungsform direkt in der elektronischen Steuereinheit des Motors integriert, dann bietet das erfindungsgemäße Sicherheitssystem einen sehr effektiven Diebstahlschutz sowohl für das Wasserfahrzeug als auch für den Außenbordmotor. Ohne den passenden Funksender ist die Antriebsmaschine nicht zu starten, auch nicht durch eine Überbrückung des Zündschlosses. Um einen mit dem Sicherheitssystem ausgestattetten Motor ohne den Funksender starten zu können, müsste die gesamte Steuereinheit durch eine herkömmliche ausgetauscht werden.

Wird das Empfängermodul separat am Motor installiert, bietet es dennoch einen gewissen Diebstahlschutz. Um den Motor starten zu können, muss das System zunächst lokalisiert und abgekoppelt werden. Da es jedoch sehr klein ist (ca. 7 cm Länge, 2 cm Breite, 2 cm Höhe), kann es sehr unauffällig im Wasserfahrzeug oder am Motorblock angebracht werden.

Das Sendermodul ist ebenfalls sehr klein und kann vorzugsweise mittels eines Karabinerhakens an der Schwimmweste des Fahrers oder an anderer Stelle befestigt werden. In dieser Weise stört es weder beim Steuern des Wasserfahrzeugs noch schränkt es die Bewegungsfreiheit des Fahrers ein.

Das erfindungsgemäße Sicherheitssystem ließe sich vorzugsweise auch bei Außenbordmotoren ohne externe Stromversorgung installieren, wenn das Empfängermodul ebenfalls mit einer Batterie oder einem Akku ausgestattet wird. Um eine dauerhafte Stromversorgung zu gewährleisten, kann vorzugsweise ein Solarkollektor mit entsprechender Leistung im Wasserfahrzeug oder am Motorgehäuse angebracht werden.

Bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger kann dieser vorzugsweise auch für zusätzliche Notrufsignale eingesetzt werden:

  • – Zum automatischen Auslösen eines See-Notrufsignals und GPS Positionsermittlung
  • – Zum automatischen Ausbringen von Rettungsmitteln wie Badeleiter, Rettungsring etc.
  • – Zum Auslösen eines optisch/akustischen Warnsignals bei Mann-Über-Bord Situationen auf einem mehrfach bemannten Schiff. Die Maschine wird in diesem Fall nicht gestoppt, da sonst die Mannschaft nicht mehr manövrieren kann, um die Person zu retten.
  • – Zum automatischen Reffen der Segel und/oder das Einleiten eines Bug-in-den-Wind Manövers bei einer Mann-Über-Bord Situation auf einem Ein-Mann Segler.
  • – Als KIP-System (Kind im Pool): speziell für Eltern von Kleinkindern mit Swimmingpool oder Gartenteich auf dem Grundstück. Der Funksender wird an der Kleidung des Kleinkindes befestigt und der Empfänger am/im Haus mit einem akustischen Warnsignal verbunden. Fällt das Kind in das Wasser, wird sofort der Alarm ausgelöst und das Kind kann ggf. vor dem Ertrinken gerettet werden. Sollte eine andere Notsituation eintreten, kann das Kind das Warnsignal durch drücken eines Tasters selber auslösen.


Anspruch[de]
Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem Sendermodul und einem Empfängermodul besteht, das bei Wasserkontakt des Sendemoduls ein Signal zum Stoppen des Motors in Wasserfahrzeugen an das Empfängermodul sendet. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Empfängermodul die Antriebsmaschine stoppt. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Empfängermodul ein Relais mit mindestens einer „Ein-Aus" Funktion integriert werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz, dadurch gekennzeichnet, dass das Sendermodul mit zwei Drucktastern ausgestattet ist, wobei der erste Drucktaster mit der „Stopp" Funktion, der zweite mit der „Start" Funktion belegt ist. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Empfängermodul vorzugsweise in der elektronischen Steuereinheit des Motors integriert werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ausführungsform des Empfängers die Grundstellung des Relais vorzugsweise die „Aus" Position ist, so dass der Motor nicht gestartet werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum Starten des Motors der Zündschlüssel zunächst auf „AN" gestellt und dann der „Start" Taster des Funksenders betätigt werden muss. Das Funksignal wird von dem Empfängermodul empfangen und das Relais schaltet auf die „AN" Position. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger dieser vorzugsweise auch zum automatischen Auslösen eines See-Notrufsignals und GPS Positionsermittlung eingesetzt werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger dieser vorzugsweise auch zum automatischen Ausbringen von Rettungsmitteln wie Badeleiter, Rettungsring etc. eingesetzt werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger dieser vorzugsweise auch zum Auslösen eines optisch/akustischen Warnsignals bei Mann-Über-Bord Situationen auf einem mehrfach bemannten Schiff eingesetzt werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger dieser vorzugsweise auch zum automatischen Reffen der Segel und/oder das Einleiten eines Bug-in-den-Wind Manövers bei einer Mann-Über-Bord Situation auf einem Ein-Mann Segler eingesetzt werden kann. Funk- und fernbedientes Sicherheitssystem für maschinenbetriebene Wasserfahrzeuge mit Mann-Über-Bord Funktion und elektronischem Diebstahlschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einbau eines mehrpoligen Relais im Empfänger dieser vorzugsweise auch als KIP-System (Kind im Pool) speziell für Eltern von Kleinkindern mit Swimmingpool oder Gartenteich auf dem Grundstück eingesetzt werden kann.






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