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Dokumentenidentifikation DE102005060176A1 21.06.2007
Titel Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan durch selektive Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen
Anmelder Degussa GmbH, 40474 Düsseldorf, DE
Erfinder Ruwwe, Johannes, Dipl.-Chem. Dr., 53859 Niederkassel, DE;
Groß, Hans-Günter, 53842 Troisdorf, DE
DE-Anmeldedatum 14.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060176
Offenlegungstag 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse C07C 5/03(2006.01)A, F, I, 20051214, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C07C 13/18(2006.01)A, L, I, 20051214, B, H, DE   B01J 23/74(2006.01)A, L, I, 20051214, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan durch Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen, das sich dadurch auszeichnet, dass als Katalysator metallisches Ruthenium eingesetzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selektiven Herstellung von Ethylcyclohexan durch Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen.

Die Herstellung von Ethylcyclohexan erfolgt durch die Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen unter Verwendung eines Katalysators:

Üblicherweise wird hierfür ein Katalysator eingesetzt, der aufwändig herzustellen ist, da er in der Regel aus einem Metallsalz und Liganden hergestellt und anschließend gegebenenfalls weiter modifiziert wird (Tetrahedron Lett. 1987, 28, 2507; Chemistry Letters 1985, 6, 793). Dupont et al. beschreiben in J. Am. Chem. Soc. 2002, 124, 4228-4229 einen Katalysator bestehend aus Iridium-Nanopartikel in einer ionischen Flüssigkeit für diese Hydrierung, der durch Hydrierung von [IrCl(1,5-cyclooctadien)]2 in 1-n-Butyl-3-methylimidazolium hexafluorophosphat hergestellt wird.

Nachteilig an diesen Verfahren ist, dass teilweise zum Recycling dieser Katalysatoren ein teures, nicht mit Vinylcyclohexen mischbares Lösemittel verwendet werden muss oder dass eine sehr große Menge eines nicht mischbaren Lösemittels eingesetzt wird, so dass die Raum-Zeit-Ausbeute erniedrigt wird.

Ethylcyclohexan wird weiterhin als unerwünschtes Nebenprodukt der selektiven Hydrierung der endocyclischen (EP 0 599 728) bzw. exocyclischen (US 4,716,256) Doppelbindung von 4-Vinylcyclohexen erhalten.

EP 0 599 728 verwendet jedoch einen Katalysator bestehend aus mindestens einem Metall der VIII.-Nebengruppe und einem Metall der IV.-Hauptgruppe. Weiterhin werden in EP 0 599 728 organische Lösemittel, wie beispielsweise n-Heptan, bei der Hydrierung eingesetzt.

Als Katalysator wird in US 4,716,256 beispielsweise elementares Nickel auf einem anorganischen Trägermaterial in Gegenwart einer stickstoffhaltigen Verbindung für die Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen zu 4-Ethylcyclohexen verwendet. Auch hier wird ein organisches Lösemittel, wie beispielsweise Cyclohexan, eingesetzt. Ein ähnliches Verfahren – ebenfalls unter Verwendung eines Lösemittels und eines Raney-Nickels als Katalysator – beschreibt die US 2,576,743.

Es ist weiterhin bekannt, dass 4-Vinylcyclohexen bei Kontakt mit verschiedenen Edelmetallen, insbesondere bei erhöhter Temperatur, eine Disproportionierung gemäß: durchläuft (Compt. Rend. Acad. Sci. URSS, 1940, 26, 73). Eine Aromaten-Kernhydrierung des erhaltenen Ethylbenzols kann zwar ebenfalls zum gewünschten Ethylcyclohexan führen, dies erfordert jedoch drastischere Bedingungen.

Ethylcyclohexan wird vorzugsweise als Speziallösemittel verwendet, das über einen sehr großen Temperaturbereich in flüssiger Form vorliegt und weiterhin besondere Lösemitteleigenschaften aufweist.

Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan bereitzustellen, das sich durch eine erhöhte Raum-Zeit-Ausbeute, eine hohe Selektivität und den Einsatz von handelsüblichen, preisgünstigen Katalysatoren auszeichnet. Insbesondere sollte sich der eingesetzte Katalysator leicht recyceln lassen, so dass der Katalysator ohne aufwändige Aufarbeitung mehrmals in dem Verfahren eingesetzt werden kann. Besonders sollte sich das Verfahren durch moderate Reaktionsbedingungen auszeichnen.

Überraschenderweise wurde gefunden, dass 4-Vinylcyclohexen als Flüssigkeit, d.h. ohne den Einsatz von Lösemittel, über einem Katalysator – basierend auf metallischem Ruthenium – unter moderaten Reaktionsbedingungen selektiv zu Ethylcyclohexan hydriert werden kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Selektivität in der Regel von 99,9% aus, die Herstellung des Ethylcyclohexans findet daher ohne die Bildung des Nebenprodukts Ethylbenzol, bzw. es erfolgt keine Bildung von Ethylbenzol als Zwischenstufe.

Durch den Verzicht eines Lösemittels in dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Raum-Zeit-Ausbeute gegenüber den Verfahren gemäß dem Stand der Technik gesteigert werden, da diese Verfahren gemäß dem Stand der Technik i.d.R. unter Einsatz von Lösemittel arbeiten.

Der in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Katalysator basierend auf metallischem Ruthenium zeichnet sich dadurch aus, dass dieser Katalysator ohne Aufarbeitung in einem weiteren Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden kann und dies ohne dass die Selektivität oder der Umsatz der Reaktion dadurch herabgesetzt wird.

Des weiteren zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, dass bei moderaten Temperaturen und Wasserstoffdrücken gearbeitet werden kann.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan durch Hydrierung von 4-Vinyl-cyclohexen, das sich dadurch auszeichnet, dass als Katalysator metallisches Ruthenium eingesetzt wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan durch Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen, zeichnet sich dadurch aus, dass als Katalysator metallisches Ruthenium eingesetzt wird.

Für die Hydrierung gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorzugsweise als Katalysator metallisches Ruthenium (in der Folge als Ruthenium-Katalysator bezeichnet) eingesetzt. Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Ruthenium-Katalysator eingesetzt, bei dem das metallische Ruthenium auf einem Trägermaterial, ausgewählt aus Aktivkohle, Aluminiumoxid, Siliziumoxid, Titanoxid, Ruß oder Graphit, aufgebracht ist. Es kann jedoch in dem erfindungsgemäßen Verfahren auch metallisches Ruthenium ohne Trägermaterial als Katalysator eingesetzt werden. Ruthenium-Katalysatoren mit Trägermaterial zeichnen sich dadurch aus, dass deren aktive Oberfläche des Ruthenium-Katalysators gegenüber Ruthenium-Katalysatoren ohne Trägermaterial vergrößert sind. Die Konzentration an metallischem Ruthenium beträgt bei der Hydrierung dieses erfindungsgemäßen Verfahrens vorzugsweise von 0,001 bis 10 mol-%, bevorzugt von 0,01 bis 5 mol-% und besonders bevorzugt von 0,02 bis 0,1 mol-% bezogen auf das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen. Die in den erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Ruthenium-Katalysatoren weisen ein Gehalt an Ruthenium vorzugsweise von 0,1 bis 10 Gew.-% und bevorzugt von 0,5 bis 5 Gew.-% auf. Diese Ruthenium-Katalysatoren weisen vorzugsweise von 50 bis 100 Gew.-%, bevorzugt von 90 bis 100 Gew.-% und besonders bevorzugt von 98 bis 100 Gew.-% an Ruthenium als Aktivmetall auf. Neben dem metallischen Ruthenium als Aktivmetall können diese Ruthenium-Katalysatoren weitere Metalle, wie beispielsweise Eisen, Vanadium, Mangan, Rhenium, Chrom und/oder Cer, aufweisen. Auch diese zusätzlichen Aktivmetalle liegen vorzugsweise in der Oxidationsstufe 0 vor.

In einer besonderen Ausführungsform kann der Ruthenium-Katalysator das Ruthenium als Oxid, beispielsweise als RuO2, aufweisen, welches unter den Bedingungen des erfindungsgemäßen Verfahrens zu der katalytisch aktiven Stufe des Rutheniums (Ru(0)) reduziert wird.

Die Ruthenium-Katalysatoren mit Trägermaterial werden vorzugsweise durch ein Verfahren hergestellt, das sich dadurch auszeichnet, dass eine Lösung eines Rutheniumsalzes auf das Trägermaterial aufgebracht wird und anschließend diese Vorstufe des Ruthenium-Katalysators thermisch oder mittels Wasserstoff behandelt wird. Der Ruthenium-Katalysator basierend auf einem Trägermaterial kann jedoch auch mittels eines beliebigen Herstellungsverfahrens gemäß dem Stand der Technik hergestellt werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird vorzugsweise das 4-Vinylcyclohexen zusammen mit dem Ruthenium-Katalysator in einem Hydrierapparat vorgelegt. Als Lösemittel können in dem erfindungsgemäßen Verfahren Alkane, insbesondere n-Hexan oder Heptan, Cycloalkane, insbesondere Cyclohexan, und Alkohole, insbesondere Methanol oder Ethanol, eingesetzt werden. Bevorzugt wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch kein Lösemittel eingesetzt.

Die Hydrierung gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens kann in geeigneten Hydrierapparaten, wie beispielsweise Hubrühr- oder Drehrührautoklaven, Schlaufenreaktoren oder herkömmliche Laborglasapparaturen mit Gasbüretten, durchgeführt werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird, nachdem eine Inertgasatmosphäre in dem Hydrierapparat vorliegt, der Hydrierapparat mit Wasserstoff beaufschlagt, wobei der Wasserstoffdruck vorzugsweise von 1 bis 300 bar, bevorzugt von 5 bis 100 bar und besonders bevorzugt bei 5 bis 50 bar beträgt.

Die Hydrierung in dem erfindungsgemäßen Verfahren wird vorzugsweise bei einer Temperatur von 0 bis 200°C, bevorzugt von 20 bis 150°C und besonders bevorzugt bei 50 bis 100°C durchgeführt. Vorzugsweise wird die Hydrierung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem Wasserstoffdruck von 1 bis 300 bar, bevorzugt von 5 bis 100 bar und besonders bevorzugt bei 5 bis 50 bar durchgeführt.

Da es sich bei dieser Hydrierung um eine exotherme Reaktion handelt, kann die Temperatur als auch der Wasserstoffdruck schrittweise als auch kontinuierlich erhöht werden. Vorzugsweise erfolgt die Erhöhung der Temperatur und des Wasserstoffdrucks schrittweise. Insbesondere kann in einer ersten Stufe die Hydrierung bei einem Wasserstoffdruck von 10 bis 25 bar und einer Temperatur von 60 bis 80°C, in einer weiteren Stufe bei einem Wasserstoffdruck von 10 bis 25 bar und einer Temperatur von 70 bis 85°C und in einer abschließenden Stufe bei einem Wasserstoffdruck von 30 bis 50 bar und einer Temperatur von 85 bis 110°C durchgeführt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich durchgeführt werden.

Bei einer diskontinuierlichen Fahrweise beträgt die Reaktionszeit vorzugsweise von 10 Minuten bis 8 Stunden, bevorzugt von 20 Minuten bis 5 Stunden und besonders bevorzugt von 30 Minuten bis 3 Stunden. Während der Hydrierung und auch vor der Hydrierung kann mittels geeigneten Rührtechniken der Ruthenium-Katalysator in dem 4-Vinylcyclohexen suspendiert werden, dies ist insbesondere bei einer diskontinuierlichen Fahrweise bei dem erfindungsgemäßen Verfahren von Vorteil.

In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Hydrierung kontinuierlich durchgeführt, dabei liegt der Ruthenium-Katalysator in Form eines Katalysatorfestbettes vor. Bei einer kontinuierlichen Fahrweise des erfindungsgemäßen Verfahrens beträgt die Verweilzeit des 4-Vinylcyclohexens vorzugsweise von 3 Minuten bis 20 Stunden, bevorzugt von 15 Minuten bis 3 Stunden bzw. weist eine LHSV (Liquid Hourly Space Velocity) vorzugsweise von 0,05 bis 20 h–1 auf.

Vorzugsweise nach dem Abkühlen der Reaktionsmischung und Entspannen des Hydrierapparats auf Atmosphärendruck kann der Katalysator durch Filtration, Sedimentation oder einem weiteren dem Fachmann bekannten Trennverfahren von dem Ethylcyclohexan abgetrennt werden. Der Katalysator kann in dem erfindungsgemäßen Verfahren ohne eine weitere Aufarbeitung für eine weitere Hydrierung gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden.

Die nachfolgenden Beispiele sollen das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutern, ohne dass die Erfindung auf diese Ausführungsform beschränkt sein soll.

Beispiel 1 (erfindungsgemäß):

50 g (0,46 mol) 4-Vinyl-cyclohexen und 1,0 g metallisches Ruthenium auf Kohle (als Katalysator wurde H 105 R/AW 5% Ru der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Ruthenium, Trägermaterial ist Aktivkohle, wasserfeucht mit einem Wassergehalt von 55,8 Gew.-%, 0,22 mmol Ruthenium) werden in einen Autoklaven gegeben. Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 15 bar Wasserstoff beaufschlagt und innerhalb von 1 Stunde auf 70°C erwärmt. Anschließend wird innerhalb einer Stunde der Druck auf 25 bar und die Temperatur auf 80°C erhöht. Danach wird die Reaktionsmischung bei einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 90°C eine weitere Stunde gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man Ethylcyclohexan mit einem Gehalt von > 99,5 GC-Flächen-% in quantitativer Ausbeute. Ethylbenzol ist als Nebenprodukt gaschromatographisch nicht nachzuweisen. Der Umsatz bezogen auf das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen beträgt 99.93% und die Selektivität beträgt 99,94%.

Beispiel 2 (erfindungsgemäß):

1000 g (9,24 mol) 4-Vinyl-cyclohexen und 10 g metallisches Ruthenium auf Aluminiumoxid (als Katalysator wurde H 214 B/D 5% Ru der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Ruthenium, Trägermaterial ist Aluminiumoxid, 4,95 mmol Ruthenium) werden in einen Autoklaven gegeben. Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 25 bar Wasserstoff beaufschlagt und vorsichtig innerhalb von 15 bis 20 Minuten auf 65°C erwärmt, wobei eine schnelle, exotherme Reaktion auftritt. Die Temperatur wird bei ca. 75°C gehalten, wobei hierfür eine Kühlung des Autoklavens erforderlich ist. Nachdem die exotherme Reaktion nach ca. 1,5 Stunden abgeklungen ist, wird der Druck auf 40 bar erhöht und die Reaktionsmischung für ca. 1 Stunde bei 100°C gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man Ethylcyclohexan mit einem Gehalt von > 99,5 GC-Flächen-% in quantitativer Ausbeute. Ethylbenzol ist als Nebenprodukt gaschromatographisch nicht nachzuweisen. Der Umsatz bezogen auf das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen beträgt 99,98% und die Selektivität beträgt 99,99%.

Der abgetrennte Katalysator kann ohne Verlust an Selektivität und Aktivität für weitere Hydrierungen eingesetzt werden, die Ergebnisse abhängig von der Anzahl der Rückführung des Katalysators zeigt die Tabelle 1.

Beispiel 3 (erfindungsgemäß):

1000 g (9,24 mol) 4-Vinyl-cyclohexen und 10 g metallisches Ruthenium auf Siliziumdioxid (als Katalysator wurde H 3317 B/D 5% Ru der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Ruthenium, Trägermaterial ist Siliziumdioxid, 4,95 mmol Ruthenium) werden in einen Autoklaven gegeben. Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 10 bar Wasserstoff beaufschlagt und vorsichtig auf 70°C erwärmt, wobei eine schnelle, exotherme Reaktion auftritt. Die Temperatur wird bei ca. 75°C gehalten, wobei hierfür eine Kühlung des Autoklavens erforderlich ist. Nachdem die exotherme Reaktion nach ca. 2 Stunden abgeklungen ist, wird der Druck auf 40 bar erhöht und die Mischung für ca. 1 Stunde bei 100°C gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man Ethylcyclohexan mit einem Gehalt von > 99,5 GC-Flächen-% in quantitativer Ausbeute. Ethylbenzol ist als Nebenprodukt gaschromatographisch nicht nachzuweisen. Der Umsatz bezogen auf das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen beträgt 99,97% und die Selektivität beträgt 99,99%.

Der abgetrennte Katalysator kann ohne Verlust an Selektivität und Aktivität für weitere Hydrierungen eingesetzt werden, die Ergebnisse abhängig von der Anzahl der Rückführung des Katalysators zeigt die Tabelle 2.

Beispiel 4 (Vergleichsbeispiel):

50 g (0,46 mol) 4-Vinylcyclohexen und 1,02 g metallisches Palladium auf Kohle (als Katalysator wurde E 101 NN/W 5% Pd der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Palladium, Trägermaterial ist Aktivkohle, wasserfeucht mit einem Wassergehalt von 54 Gew.-%, 0,22 mmol Palladium) werden in einen Autoklaven gegeben. Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 15 bar Wasserstoff beaufschlagt und innerhalb von 1 Stunde auf 55°C erwärmt. Anschließend wird innerhalb einer Stunde der Druck auf 25 bar und die Temperatur auf 80°C erhöht. Danach wird die Reaktionsmischung bei einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 80°C eine weitere Stunde gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man ein Produktgemisch, das folgende Komponenten enthält: 88,6 GC-Flächen-% Ethylcyclohexan, 9,4 GC-Flächen-% Ethylbenzol, 1,2 GC-Flächen-% 1-Ethylcyclohexen und 0,8 GC-Flächen-% gesättigter C8-Alkane und -Cycloalkane.

Beispiel 5 (Vergleichsbeispiel):

58 g (0,46 mol) 4-Vinylcyclohexen und 0,49 g metallisches Palladium auf Aluminiumoxid (als Katalysator wurde E 213 R/D 5% Pd der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Palladium, Trägermaterial ist Aluminiumoxid, 0,23 mmol Palladium) werden in einen Autoklaven gegeben. Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 15 bar Wasserstoff beaufschlagt und innerhalb von einer Stunde auf 45°C erwärmt. Anschließend wird innerhalb einer Stunde der Druck auf 25 bar und die Temperatur auf 70°C erhöht. Danach wird die Reaktionsmischung bei einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 80°C eine weitere Stunde gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man ein Produktgemisch, das folgende Komponenten enthält: 93,7 GC-Flächen-% Ethylcyclohexan, 5,2 GC-Flächen-% Ethylbenzol, 0,3 GC-Flächen-% 1-Ethylcyclohexen und 0,8 GC-Flächen-% gesättigter C8-Alkane und -Cycloalkane.

Beispiel 6 (Vergleichsbeispiel):

50 g (0,46 mol) 4-Vinylcyclohexen und 0,4 g Raney-Nickel (dekantiert, wasserfeucht, als Katalysator wurde B 111 W der Fa. Degussa eingesetzt.) werden in einen Autoklaven gegeben.

Der Autoklav wird 3 mal mit Stickstoff gespült, dann wird die Reaktionsmischung mit 15 bar Wasserstoff beaufschlagt und innerhalb von einer Stunde auf 45°C erwärmt. Anschließend wird innerhalb einer Stunde der Druck auf 25 bar und die Temperatur auf 70°C erhöht. Danach wird die Reaktionsmischung bei einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 80°C eine weitere Stunde gerührt.

Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur, Entspannen auf Atmosphärendruck und Abtrennen des Katalysators mittels Filtration erhält man ein Produktgemisch, das folgende Komponenten enthält: 30,0 GC-Flächen-% Ethylcyclohexan, 1,4 GC-Flächen-% Ethylbenzol, 3,0 GC-Flächen-% 1-Ethylcyclohexen, 64,7 GC-Flächen-% 4-Ethylcyclohexen und 0,8 GC-Flächen-% gesättigte C8-Alkane und -Cycloalkane.

Beispiel 7 (Isomerisierung von 4-Vinylcyclohexen mittels Ruthenium, Vergleichsbeispiel):

Eine Mischung aus 50 g (0,46 mol) 4-Vinylcyclohexen und 0,50 g metallisches Ruthenium auf Aluminiumoxid (als Katalysator wurde H 214 B/D 5% Ru der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Ruthenium, Trägermaterial ist Aluminiumoxid, 0,25 mmol Ruthenium) werden im Autoklaven 3 Stunden unter Stickstoff bei 102°C verrührt.

Das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen wird unverändert zurückgewonnen.

Beispiel 8 (Isomerisierung von 4-Vinylcyclohexen mittels Palladium, Vergleichsbeispiel):

Eine Mischung aus 50 g (0,46 mol) 4-Vinylcyclohexen und 0,50 g metallisches Palladium auf Aluminiumoxid (als Katalysator wurde E 213 R/D 5% Pd der Fa. Degussa eingesetzt: 5 Gew.-% Palladium, Trägermaterial ist Aluminiumoxid, 0,23 mmol Palladium) werden im Autoklaven 3 Stunden unter Stickstoff bei 103°C verrührt.

Man erhält ein Gemisch, das folgende Komponenten enthält: 16,5 GC-Flächen-% Ethylcyclohexan, 3,2 GC-Flächen-% 4-Vinylcyclohexen, 19,2 GC-Flächen-% Ethylbenzol und ca. 59,0 GC-Flächen-% isomere C8H12- und C8H14-Derivate.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von Ethylcyclohexan durch Hydrierung von 4-Vinylcyclohexen, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator metallisches Ruthenium eingesetzt wird. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass kein Lösemittel eingesetzt wird. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrierung bei einer Temperatur von 0 bis 200°C durchgeführt wird. Verfahren gemäß zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrierung bei einem Wasserstoffdruck von 1 bis 300 bar durchgeführt wird. Verfahren gemäß zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrierung mit einer Konzentration an metallischem Ruthenium von 0.001 bis 10 mol-% bezogen auf das eingesetzte 4-Vinylcyclohexen durchgeführt wird. Verfahren gemäß zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator metallisches Ruthenium eingesetzt wird, das auf einem Trägermaterial, ausgewählt aus Aktivkohle, Aluminiumoxid, Siliziumoxid, Titanoxid, Ruß oder Graphit, aufgebracht ist. Verfahren gemäß zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator metallisches Ruthenium ohne ein Trägermaterial eingesetzt wird.






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