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Dokumentenidentifikation DE102005061012A1 21.06.2007
Titel Spanneinrichtung
Anmelder Schunk GmbH & Co. KG Spann- und Greiftechnik, 74348 Lauffen, DE
Erfinder Retzbach, Thomas, 74357 Bönnigheim, DE;
Haag, Michael, 74232 Abstatt, DE
Vertreter Paul und Kollegen, 41460 Neuss
DE-Anmeldedatum 19.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005061012
Offenlegungstag 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse B23B 31/20(2006.01)A, F, I, 20060906, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spanneinrichtung mit einem Grundkörper (2), der eine zentrale Aufnahme (5) für ein zu spannendes Bauteil oder Werkzeug aufweist, wobei in dem Grundkörper (2) wenigstens eine Spannut (6) ausgebildet ist, welche zu einer Stirnseite des Grundkörpers (2) hin offen ist, und mit wenigstens einem Spannkeil (9b), der in die Spannut (6) von deren offenen Stirnseite her unter radialer Verformung eines zwischen der Spannut (6) und der Aufnahme liegenden Innenwandabschnitts (7) axial einpressbar ist, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass die Wandung (10), welche die Spannut (6) außenseitig begrenzt, wenigstens über einen axialen Teilabschnitt derart elastisch ausgebildet ist, dass sie elastisch nach außen verformt wird, wenn der wenigstens eine Spannkeil (9b) in die Spannut (6) eingepresst wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spanneinrichtung mit einem Grundkörper, der eine zentrale Aufnahme für ein zu spannendes Bauteil oder Werkzeug aufweist, wobei in dem Grundkörper wenigstens eine Spannut ausgebildet ist, welche zu einer Stirnseite des Grundkörpers hin offen ist, und mit wenigstens einem Spannkeil, der in die Spannut von deren offenen Stirnseite her unter radialer Verformung des zwischen der Spannut und der Aufnahme liegenden Innenwandabschnitts axial einpreßbar ist.

Derartige Spanneinrichtungen sind aus der DE 199 61 563 C1 bekannt und werden in der Praxis beispielsweise eingesetzt, um einen Werkzeugschaft wie einen Bohrer- oder Fräserschaft an der Arbeitsspindel einer entsprechenden Werkzeugmaschine zu fixieren. Die bekannten Spanneinrichtungen besitzen einen Grundkörper aus einem formsteifen Material, in dem eine zentrale Aufnahme für ein zu spannendes Bauteil ausgebildet sind. Die zentrale Aufnahme ist von einer Ringnut umgeben, wobei die zwischen der Ringnut und der Aufnahme verbleibende Innenwandung eine dünnwandige Spannhülse bildet. Die bekannte Spanneinrichtung weist weiterhin als Spannmittel einen Keilring auf, der einen Ringkörper und mehrere daran in Umfangsrichtung beabstandet angeordnete und im wesentlichen axial abragende Spannzungen aufweist. Die Spannzungen besitzen einen zu ihrem freien Ende hin keilförmig zulaufenden Querschnitt und können unter radialer Verformung der Spannhülse axial in die Ringnut eingepreßt werden, um in der Aufnahme ein Bauteil zu fixieren.

Desweiteren sind aus der Praxis ähnliche Spanneinrichtungen bekannt, bei denen die Ringnut nicht durchgängig ausgebildet ist, sondern in drei einzelne Kammern unterteilt ist, die voneinander durch Wandungsabschnitte begrenzt sind. Die Aufteilung in einzelne Kammern hat den Vorteil, daß die Spannzungen durch die zwischen den Kammern liegenden Wandungsabschnitte positioniert werden.

Die bekannten Spanneinrichtungen haben sich in der Praxis durchaus bewährt. Probleme können jedoch dahingehend auftreten, daß sich bei sehr hohen Drehzahlen die Aufnahme aufgrund der auftretenden Fliehkräfte aufweiten kann und dann eine sichere Spannung des Werkzeugs nicht mehr gegeben ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Spanneinrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß auch bei hohen Drehzahlen eine sichere Spannung von Bauteilen gewährleistet werden kann.

Diese Aufgabe der Erfindung ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Wandung, welche die Spannut außenseitig begrenzt, wenigstens über einen axialen Teilabschnitt derart elastisch ausgebildet ist, dass sie elastisch nach außen verformt wird, wenn der wenigstens eine Spannkeil in die Spannut eingepreßt wird.

Der Erfindung liegt damit die Überlegung zugrunde, die Außenwandung, welche die Spannut bzw. Spannuten außenseitig begrenzt, nicht wie im Stand der Technik formsteif, sondern elastisch auszubilden, so daß sie beim Eintreiben der Spannkeile nach außen verformt wird. Im Ergebnis werden die Spannkeile aufgrund der elastischen Rückstellkraft der Außenwandung stets nach innen gedrückt, wodurch einer Aufweitung der Aufnahme aufgrund der im Betrieb auftretenden Fliehkräfte entgegengewirkt wird, so daß auch bei sehr hohen Drehzahlen eine sichere Einspannung gewährleistet ist. Wenn beispielsweise eine Spanneinrichtung mit einem Spanndurchmesser von etwa 3 mm im Betrieb bei etwa 400.000 U/min rotiert, wird der Spanndurchmesser durch die auftretenden Fliehkräfte radial um ca. 2 &mgr;m auf geweitet. Um dieser Aufweitung entgegenzuwirken, wird die Wandung, welche die Spannut außenseitig begrenzt, um einen vorgebbaren Faktor auf geweitet. Als günstig hat sich erwiesen, wenn die radiale Aufweitung im Bereich von 4 &mgr;m bis 15 &mgr;m und insbesondere im Bereich von etwa 10 &mgr;m liegt, so daß im Betrieb zumindest ein Großteil der Spannkraft aufrechterhalten bleibt.

In an sich bekannter Weise kann die Spannut als eine die Aufnahme umgebende Ringnut ausgebildet sein. Alternativ ist es möglich, in dem Grundkörper mehrere Spannuten auszubilden, welche um die Aufnahme herum gleichmäßig verteilt angeordnet sind. In diesem Fall kann es zweckmäßig sein, die Spannuten an ihren im Umfang betrachteten Mittelbereich über schmale Einschnitte in der zwischen den Spannuten und der Aufnahme gelegenen Innenwand mit der Aufnahme zu verbinden. Auf diese Weise werden einzelne Innenwandabschnitte gebildet, die mit wenig Aufwand elastisch verformt werden können und zusätzlich dafür sorgen, daß sich vergleichsweise große Spannwege realisieren lassen. Versuche haben gezeigt, daß sich bei einem Spanndurchmesser von 3 mm im Falle einer Leerspannung ein radialer Spannweg von etwa 15 &mgr;m realisieren läßt, d.h. der Durchmesser der Aufnahme um ca. 30 &mgr;m verringert werden kann. Bei den bekannten Spanneinrichtungen mit einer geschlossenen Spannhülse liegen die erzielbaren radialen Spannwege im Bereich von etwa 3 bis 4 &mgr;m.

In an sich bekannter weise kann die Kontur der Spannuten an die Kontur der Spannkeile angepaßt sein, so daß die Spannkeile in den Spannuten positioniert werden.

Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt:

1 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Spanneinrichtung im Längsschnitt,

2 die Spanneinrichtung aus 1 in Vorderansicht,

3 den Grundkörper der Spanneinrichtung aus 1 im Längsschnitt,

4 den Grundkörper aus 3 in Vorderansicht,

5 den Keilring der Spanneinrichtung aus 1 in perspektivischer Ansicht und

6 den Keilring aus 5 im Längsschnitt.

In den Figuren ist eine Ausführungsform einer Spanneinrichtung 1 gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die Spanneinrichtung 1 umfaßt einen Grundkörper 2 mit einem formsteifen Befestigungsflansch 3, über welchen der Grundkörper beispielsweise an der Arbeitsspindel einer Bearbeitungsmaschine befestigt werden kann. Desweiteren besitzt der Grundkörper 2 einen von dem Flansch 3 in den Figuren linksseitig abragenden Anschlußschaft 4 und ist mit einer zentralen, sich axial durch den Grundkörper 2 erstreckenden Aufnahme 5 versehen, in die ein zylindrischer Schaft eines Werkzeugs wie beispielsweise eines Bohrers oder Fräsers eingeschoben werden kann. In dem Anschlußschaft 4 sind insgesamt drei Spannuten 6 ausgebildet, welche in Umfangsrichtung betrachtet gleichmäßig verteilt um die Aufnahme 5 herum angeordnet sind. Die Spannuten 6 sind ringabschnittförmig ausgebildet und konzentrisch zu der Aufnahme 5 angeordnet. Die Spannuten 6, deren axiale Länge etwa dem erforderlichen Spannbereich entspricht, werden zur Aufnahme 5 hin von relativ dünnen und daher elastisch verformbaren Innenbandabschnitten 7 begrenzt, wobei diese Innenwandabschnitte 7 in Umfangsrichtung betrachtet mittig von den Spannuten 6 durch schmale Einschnitte 8 durchbrochen sind.

Wie insbesondere in der 1 gut erkennbar ist, besitzen die Spannuten 6 einen etwa keilförmigen Querschnitt, der so gestaltet ist, daß die Außenwandungen der Spannuten 6 vom freien Ende des Anschlußschafts 4 ausgehend konisch zulaufen, während die Innenwandungen der Spannuten 6 zylindrisch sind.

Zur Fixierung eines Werkzeugschafts o. dgl. in der Aufnahme 5 ist ein Keilring 9 vorgesehen, der einen Ringkörper 9a und drei Spannzungen 9b, die an dem Ringkörper 9a in Umfangsrichtung gleichmäßig beabstandet voneinander angeordnet sind und sich im wesentlichen in Axialrichtung erstrecken, aufweist. Die Spannzungen 9b laufen zu ihren freien Enden hin keilförmig zu, wobei ihre Innenwandungen auf einer Zylinderfläche liegen, deren Durchmesser etwa dem Innendurchmesser der Spannuten 6 entspricht, und die Außenwandungen entsprechend der Außenwandungen der Spannuten 6 auf einer zu den freien Spannzungenenden hin zulaufenden Konusfläche liegen. Die Spannzungen 9b des Keilrings 9 können in die Spannuten 6 des Grundkörpers 2 von der Stirnseite des Anschlußschafts 4 her angetrieben werden, wodurch die dünnen Innenwandabschnitte 7 an der Innenseite der Spannuten 6 radial nach innen verformt werden und dadurch einen in die Aufnahme 5 eingesetzten Werkzeugschaft o. dgl. fixieren.

Erfindungsgemäß ist die Außenwandung 10 des Grundkörpers 2 im Bereich des Anschlußschafts 4 im Vergleich zu den elastischen Innenwandabschnitten zwischen den Spannuten 6 und der Aufnahme 5 zwar dickwandig ausgebildet, besitzt aber immer noch eine derartige Elastizität, daß sie elastisch nach außen verformt wird, wenn die Spannzungen 9b des Keilrings 9 in die Spannuten 6 eingetrieben werden. Damit wirken im Betrieb radial nach innen gerichtete Rückstellkräfte von der Wandung 10 auf die Spannzungen 9b und verhindern, daß sich der Grundkörper 2 aufgrund der im Betrieb auftretenden hohen Fliehkräfte aufweitet. Im Ergebnis wird durch die elastische Verformung der Wandung des Anschlußschafts 4 erreicht, daß auch bei hohen Drehzahlen eine sichere Spannung gewährleistet ist.


Anspruch[de]
Spanneinrichtung mit einem Grundkörper (2), der eine zentrale Aufnahme (5) für ein zu spannendes Bauteil oder Werkzeug aufweist, wobei in dem Grundkörper (2) wenigstens eine Spannut (6) ausgebildet ist, welche zu einer Stirnseite des Grundkörpers (2) hin offen ist, und mit wenigstens einem Spannkeil (9b), der in die Spannut (6) von deren offenen Stirnseite her unter radialer Verformung eines zwischen der Spannut (6) und der Aufnahme liegenden Innenwandabschnitts (7) axial einpreßbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (10), welche die Spannut (6) außenseitig begrenzt, wenigstens über einen axialen Teilabschnitt derart elastisch ausgebildet ist, dass sie elastisch nach außen verformt wird, wenn der wenigstens eine Spannkeil (9b) in die Spannut (6) eingepreßt wird. Spanneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannut als eine die Aufnahme umgebende Ringnut ausgebildet ist. Spanneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Grundkörper (2) mehrere Spannuten (6) ausgebildet sind, welche um die Aufnahme (5) herum gleichmäßig verteilt angeordnet sind. Spanneinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannuten (6) in ihrem in Umfangsrichtung betrachteten Mittelbereich über schmale Einschnitte (8) in der Innenwand (7) mit der Aufnahme (5) verbunden sind. Spanneinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur der Spannuten (6) an die Kontur der Spannkeile (9b) angepaßt ist, so dass die Spannkeile (9b) in den Spannuten (6) positioniert werden. Spanneinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Spannkeile (9b) in Umfangsrichtung gleichmäßig beabstandet an einem Ringkörper (9a) vorgesehen sind und von diesem im wesentlichen axial abragen. Spanneinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass insgesamt drei Spannkeile (9b) gleichmäßig beabstandet an dem Ringkörper (9a) angeordnet sind. Spanneinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwandungen der Spannkeile (9b) auf einer zu den freien Spannkeilenden hin zulaufenden Konusfläche liegen. Spanneinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwandungen der Spannuten (6) im wesentlichen komplementär zu den Außenwandungen der Spannkeile (9b) und entsprechend in Einschubrichtung der Spannkeile (9b) konusförmig zulaufend ausgebildet sind.






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