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Dokumentenidentifikation DE102006030155B3 28.06.2007
Titel Verzugsriemen für Faserstreckwerke
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Heitzenröther, Kurt, 74427 Fichtenberg, DE
DE-Anmeldedatum 28.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006030155
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/86(2006.01)A, F, I, 20060628, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 5/26(2006.01)A, L, I, 20060628, B, H, DE   
Zusammenfassung Um den Anwendungsbereich eines Verzugsriemchens 3 in Streckwerken von Spinnereimaschinen zu erweitern, wird vorgeschlagen, ein Riemchen als Wenderiemchen auszubilden und auf seinen beiden Oberflächen (2, 3) unterschiedlich auszubilden. Bevorzugt ist vorgesehen, die beiden Oberflächen mit unterschiedlicher körperlicher Struktur zu versehen. Diese unterschiedliche Struktur kann in glatter Ausführung einer Seite und/oder in Riffelung einer oder beider Seiten bestehen.
Unterschiedliche Ausbildung der beiden Oberflächen kann auch durch unterschiedliche Materialien der beiden Oberflächen erreicht werden.
Beide Oberflächen weisen vorteilhafte Gleitbedingungen auf Führungsflächen und vorteilhafte Hafteigenschaften für Fasern auf.
Je nach den vorliegenden Umständen kann das wendbare Riemchen mit einer seiner beiden Oberflächen nach außen bzw. nach innen aufgelegt werden.

Beschreibung[de]
Gegenstand der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Verzugsriemchen für Faserstreckwerke mit unterschiedlichen Eigenschaften auf beiden Seiten.

Stand der Technik

An Verzugsriemchen in Streckwerken werden sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt:

Einerseits sollen sie auf Flächen, über die sie gezogen werden wie Spannbügel oder Riemchenkäfige, leicht gleiten und geringen Verschleiß aufweisen, andererseits sollen sie gute Führung der Fasern aufweisen, sie also gut zurück halten, jedoch nicht an ihnen kleben, sie nicht elektrostatisch aufladen und anderes mehr.

Um diese unterschiedlichen Anforderungen erfüllen zu können, werden die beiden Seiten der Riemchen häufig unterschiedlich ausgeführt, das heißt aus unterschiedlichem Material hergestellt oder mit unterschiedlicher Oberfläche ausgestattet.

Nach der EP 1 350 871 A2 soll die äußere, mit den Fasern in Berührung kommende Schicht eines Riemchens wesentlich rauer sein als die innere, gleitend über ein Führungsmittel geführte.

DE 39 22 507 A1 offenbart ein Riemchen mit glatter (Innen-)Verstärkungsschicht und stärker haftende Elastomer(außen)schicht. Die Schrumpffolie der Innenschicht kann aus Polyamid oder Polyester, die Elastomerschicht aus Natur- oder Synthesekautschuk oder thermoplastischem Elastomer bestehen.

EP 010 443 B1 beansprucht ein Riemchen mit Vertiefungen von 0,254 Mikrometer (10 engl. Mikrozoll) auf der Außenseite.

Die DE 100 29 301 A1 sieht unterschiedliche Bereiche vor, die der Treibwalze, der Gleitfläche bzw. dem Faserverband zugeordnet sind. Dabei sollen der der Treibwalze und der dem Faserverband zugeordnete Bereich auf der Außenseite des Riemchens [A3], nach einem anderen Vorschlag der der Treibwalze und der der Gleitfläche zugeordnete Bereich auf der Innenseite des Riemchens [A4] angeordnet sein. Ein der Treibwalze zugeordneter Bereich kann ein Randbereich des Riemchens sein [A5] und eine grobe Strukturierung aufweisen [A6]. Der dem Faserverband zugeordnete Bereich soll eine Feinstruktur besitzen [A8] oder unstrukturiert sein [A9]. Dabei verläuft eine Riffelung stets nur über einen Teilbereich der Breite des Riemchens, insbesondere über dessen Randbereich.

Die DE 1 132 839 A schlägt vor, die Innenseite eines Riemchens auf die Oberflächenform der antreibenden Streckwalze abzustellen, also mit Fischhautmuster oder mit Rillen zu versehen.

So schlägt die DE 10 2004 037 492 A1 vor, der Oberfläche eines Transportriemchens elektrostatische Aufladungen vermindernde Materialien beizugeben.

Wenn andere Faserführungseigenschaften verlangt sind, ist ein anderes Riemchen erforderlich. Das Auswechseln von Riemchen erfordert erheblichen Zeitaufwand. Eine möglichst vielseitige Einsatzmöglichkeit von Riemchen wäre daher ein großer Vorteil.

Aufgabe der Erfindung

Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, ein Riemchen vorzuschlagen, durch das mindestens zwei unterschiedliche Anwendungsfälle beim Verstrecken von Fasermaterialien befriedigend abgedeckt werden können. Sie löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmale.

Allgemeine Beschreibung

Dadurch, dass beide Seiten des Riemchens auf jeweils einen praktikablen Kompromiss zwischen guter Haft- bzw. Gleiteigenschaft auf insbesondere metallischen Führungsflächen einerseits als auch auf gutes Führen von Fasern andererseits ausgerichtet ist, kann das Riemchen je nach Erfordernis des jeweils bearbeiteten Fasermaterials mit der einen oder der anderen Seite nach außen gewendet mit Vorteil eingesetzt werden.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Seiten des Riemchens können durch unterschiedliche körperliche Struktur oder/und durch unterschiedliche Materialien erzielt werden. Dabei haben beide Merkmale Einfluss auf die Führung, insbesondere auf die Zurückhaltung der Fasern beim Verzug als auch auf die Gleiteigenschaft des Riemchens an feststehenden oder bewegten Flächen wie es antreibende Walzen oder führende oder/und spannende Bügel.

Die körperliche Oberflächenstruktur eines Riemchens wird durch Erhebungen oder/und Vertiefungen bestimmt, die unregelmäßig, zufällig oder systematisch angeordnet oder bemessen sein können. Unregelmäßige, zufällige Anordnung kann als größere oder geringere Rauhigkeit verstanden werden. Als systematische Anordnung ist in der Regel Riffelung anzusehen, die unterschiedlich orientiert sein kann. Für Verzugsriemchen kommt vor allem Riffelung quer zur Laufrichtung in Frage, in vielen Fällen kann aber auch V-förmige Riffelung oder Riffelung in Laufrichtung von Vorteil sein.

Dabei verläuft die V-Form mit der Spitze in Laufrichtung und zur Mitte des Riemchens. Die V-Riffeln führen Fasern beim Herausziehen durch den Verzug unter zwei zusammenwirkenden Riemchen gegen die Mitte des Verzugsfeldes und bewirken ein gewisses Zusammenfassen des unter dem Verziehen die Tendenz zum auseinander Laufen aufweisenden Faserverbandes.

Auf der Innenseite eines Riemchens verspricht Riffelung in Laufrichtung geringe Reibung auf stillstehenden Flächen. Querriffelung verbessert dagegen vor allem die Mitnahme eines Riemchens durch geriffelte oder gekordelte Walzen.

Unterschiedliche Reibungseigenschaften werden vor allem durch den materialspezifischen Reibungsbeiwert des Materials eins Riemchens bestimmt. Dabei verlangt das Gleiten eines Riemchens über feststehende Flächen wie Spannbügel, Wendeschienen, Käfigkanten geringen Reibungsbeiwert, wogegen die Mitnahme durch fördernde Flächen wie Antriebswalzen mit höherem Reibungsbeiwert erfolgt.

Neben geringem Reibungsbeiwert kommt aber auch hoher Abriebfestigkeit an stillstehenden Flächen erheblicher Stellenwert zu.

Für Streckwerksriemchen haben sich neben Naturkautschuk auch synthetischer Kautschuk und flexible Materialien wie Polyamide, Polyester, Polyurethane, Polytertrafluoräthylen und andere eingeführt und bewährt.

Es versteht sich, dass die unterschiedlichen Eigenschaften eines Riemchens durch intelligente Kombination einer geeignet erscheinenden körperlichen Struktur mit unterschiedlichen Materialien weiter optimiert werden kann. So kann beispielsweise für die Mitnahme durch eine Treibwalze (zu) geringer Reibungsbeiwert durch quer verlaufende Riffelung verbessert werden. Anderseits kann eine für den Rückhalt der Fasern (zu) hohe körperliche Struktur durch ein Material mit geringem Reibungsbeiwert vermindert werden.

Unterschiedliche Haft- bzw. Gleiteigenschaften können such durch unterschiedliche Materialien der wirksamen Oberflächen erzielt werden. Hierzu kann beispielsweise auf ein Riemchen mit durchgehend einheitlichem Material auf einer Seite eine sehr dünne Schicht eines Materials mit anderen Haft/Gleiteigenschaften aufgesprüht werden.

Es wird nicht möglich sein, mit den nur zwei Seiten eines Riemchens alle Ansprüche an seine unterschiedlichen Anwendungsfälle abzudecken. Da diese Ansprüche in einer Spinnerei nicht allzu unterschiedlich sein dürften, würde die Abdeckung zweier vorkommender Anforderungen mit nur einem Riemchen einen Vorteil darstellen.

Spezielle Beschreibung der Erfindung

In den Figuren der Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen

1 ein Riemchen mit seinen beiden Flächen;

2, 3 und 4 unterschiedliche Arten von Riffelung in Ausschnitten.

Wie aus 1 ersichtlich, kann jede der beiden Oberflächen 1 und 2 eines Riemchens 3 durch Umstülpen zu dessen Innen- oder Außenseite gemacht werden.

2 zeigt einen Abschnitt eines Riemchens 3 mit einer körperlichen Struktur in Form quer zur Laufrichtung 4 liegender Riffelung 5. Die Riffeln können geringeren oder größeren Abstand zueinander haben, sie können tiefer oder weniger tief sein.

Aus 3 ist V-förmige Riffelung 6 ersichtlich. Die Spitze des V weist in Raufrichtung 4 und liegt in der Mitte des Riemchens 3 und damit des Streckfeldes.

4 gibt eine Riffelung 7 in Laufrichtung 4 eines Riemchens wieder. Dies erscheint dann sinnvoll, wenn das Riemchen aus einem Material mit einem Reibungsbeiwert besteht, der sein Gleiten auf feststehenden Umlenkkanten behindern könnte. Längs liegende Riffeln 7 auf der Innenseite vermindern die Anlagefläche des Riemchens an den Umlenkkanten und vermindern so die Reibung und den Verschleiß an diesen.

Der Reibungsbeiwert eines Riemchens 3 kann durch die Wahl des Materials oder deren mehrerer in Kombination in weiten Grenzen bestimmt werden. In der Regel gilt, dass ein hoher Reibungsbeiwert durch stärkere körperliche Struktur vermindert werden kann, wenn bessere Gleiteigenschaften auf stillstehenden Flächen erreicht werden sollen. Andererseits kann ein hoher Reibungsbeiwert durch Verzicht auf körperliche Struktur beibehalten werden, wenn stärkere Rückhaltung auf Fasern im Verzug erreicht werden soll.

Größere Rückhaltewirkung auf Fasern kann in der Regel durch stärkere körperliche Struktur und/oder durch höheren Reibungsbeiwert erreicht oder gesteigert werden.

Ala Material für die Riemchen hat sich polymeres Urethan bewährt. Unterschiedliches Material kann durch Einsatz unterschiedlicher (Poly)Urethanabkömmlinge verwirklicht werden.

1, 2
Oberflächen
3
Riemchen
4
Laufrichtung
5
Querriffelung
6
V-förmige Riffelung
7
Längsriffelung


Anspruch[de]
Verzugsriemchen für Faserstreckwerke mit unterschiedlichen Eigenschaften auf beiden Seiten, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Eigenschaften des Riemchens (3) auf seinen beiden Seiten (1, 2) derart auf einen Kompromiss zwischen guter Haft- bzw. Gleiteigenschaft auf insbesondere metallischen Führungsflächen einerseits als auch auf gutes Führen von Fasern andererseits ausgerichtet ist, dass das Riemchen je nach Erfordernis des jeweils bearbeiteten Fasermaterials mit der einen oder der anderen Seite nach außen gewendet mit Vorteil einsetzbar ist. Verzugsriemchen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Eigenschaften des Riemchens (3) auf seinen beiden Seiten (1, 2) durch unterschiedliche körperliche Struktur erzielt werden. Verzugsriemchen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedliche körperliche Struktur durch Riffelung (5, 6, 7) erzielt wird. Verzugsriemchen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Riffelung (5) im Wesentlichen quer zur Laufrichtung des Riemchens (3) verläuft. Verzugsriemchen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Riffelung (6) V-förmig zur Mitte des Umfangs und in Laufrichtung des Riemchens (3) verläuft. Verzugsriemchen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Riffelung (7) längs in Laufrichtung des Riemchens (3) verläuft. Verzugsriemchen nach wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die körperliche Struktur (7) sich über die ganze Breite des Riemchens (3) erstreckt. Verzugsriemchen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Eigenschaften des Riemchens (3) auf seinen beiden Seiten (1, 2) durch unterschiedliche Reibungseigenschaften erzielt werden. Verzugsriemchen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Reibungseigenschaften durch unterschiedliche Materialien erzielt werden.






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