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Dokumentenidentifikation DE19819316B4 28.06.2007
Titel Wiegeeinrichtung für pharmazeutische Erzeugnisse wie Hartgelatinekapseln, Tabletten oder dgl.
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Wurst, Reiner, 71549 Auenwald, DE;
Runft, Werner, 71364 Winnenden, DE
DE-Anmeldedatum 30.04.1998
DE-Aktenzeichen 19819316
Offenlegungstag 04.11.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse G01G 17/00(2006.01)A, F, I, 20070119, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01G 9/00(2006.01)A, L, I, 20070119, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wiegeeinrichtung für pharmazeutische Erzeugnisse wie Hartgelatinekapseln, Tabletten oder dgl. nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie sie beispielsweise aus der DE 44 19 488 A1 bekannt geworden ist. Die bekannte Einrichtung weist ein Gehäuse einer Wiegezelle auf, aus dessen Oberseite ein plattenförmiger Wiegegutaufnehmer für die Hartgelatinekaspel herausragt. Oberhalb des Wiegegutaufnehmers ist ein Kapseltransportsystem in Form eines Klemmrades vorgesehen, das die Hartgelatinekapseln mittels eines Überschiebers und eines Ausschiebers zu bzw. von dem Wiegegutaufnehmer zu- bzw. abführt. Durch die Anordnung des Wiegegutaufnehmers unterhalb des Kapseltransportsystems neigt der Wiegegutaufnehmer zur Verschmutzung, da nicht ausgeschlossen werden kann, daß zum Beispiel von dem Kapseltransportsystem Partikel auf den Wiegegutaufnehmer herabfallen, insbesondere, wenn wie beim Einsatz eines Klemmrades die Kapseln verformt werden, so daß es zu mikroskopisch kleinen Abschabungen an den Hartgelatinekapseln kommen kann. Diese Partikel können neben anderen Schmutzpartikeln auf Dauer zu einer Beeinflussung des Wiegeergebnisses führen, so daß eine entsprechende (elektronische) Kompensation erforderlich ist. Ferner benötigt das Kapseltransportsystem eine bestimmte Bauhöhe, die durchaus größer sein kann als die der Wiegezelle, so daß bei der bekannten Vorrichtung der Raum, beispielsweise für Ausschleuseinrichtungen, auf den je nach Umständen relativ geringen Raum unterhalb des Kapseltransportsystems und der Wiegezelle beschränkt ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine gattungsgemäße Wiegeeinrichtung derart weiterzubilden, daß deren Verschmutzungsanfälligkeit verringert ist. Gleichzeitig sollen günstigere Einbauverhältnisse von nebengeordneten Einrichtungen, wie Ausschleußeinrichtungen, geschaffen werden. Diese Aufgabe wird mit einer Wiegeeinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Dadurch, daß der Wiegegutaufnehmer aus der Unterseite des Gehäuses der Wiegezelle herausragt, schirmt dessen Gehäuse den Wiegegutaufnehmer gegen herabfallende Partikel ab. Somit können sich nur noch Schwebepartikel auf dem Wiegegutaufnehmer absetzen, das Herabfallen von störenden (schweren) Partikeln auf den Wiegegutaufnehmer wird jedoch vermieden. Gleichzeitig kann der Wiegegutaufnehmer durch das unterhalb des Wiegegutaufnehmers angeordnete Transportsystem insgesamt auf einem relativ hohen Niveau angeordnet werden, so daß unterhalb der Wiegezelle ein relativ großer Bauraum für nebengeordnete Einrichtungen entsteht.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Wiegeeinrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung.

Durch die Ausbildung zweier zueinander geneigter Wandabschnitte des Wiegegutaufnehmers wird die Hartgelatinekapsel innerhalb des Wiegegutaufnehmers zentriert, so daß deren Gewichtskraft genau mittig angreift.

Ein an der Unterseite des Wiegegutaufnehmers ausgebildeter Schlitz bewirkt, dass Partikel aus dem Wiegegutaufnehmer herabfallen können. Gleichzeitig wirkt der Spalt mit einem Kapseltransportrad zusammen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen 1 eine erfindungsgemäße Wiegeeinrichtung in einer vereinfachten Seitenansicht und teilweise im Schnitt und 2 eine Vorderansicht einer Wiegezelle.

Die in den Figuren dargestellte Wiegeeinrichtung 10 dient zum Wiegen von pharmazeutischen Erzeugnissen wie Hartgelatinekapseln 1, Tabletten oder dgl., und schließt sich beispielsweise an eine nicht dargestellte Kapselfüll- und Verschließvorrichtung an. Von dieser Vorrichtung oder einem Vorratsbehälter werden die Hartgelatinekapseln 1 in im Ausführungsbeispiel sieben Reihen von hintereinander angeordneten Hartgelatinekapseln 1 vereinzelt und der Wiegeeinrichtung 10 zugeführt. Das Zuführen erfolgt innerhalb jeweils eines Kapselzuführkanals 11 für jede Kapselreihe.

Die Wiegeeinrichtung 10 hat ein blockförmiges Gehäuse 12, in dessen Innenraum 13 eine zum Wiegen für die Hartgelatinekapseln 1 jeder Kapselreihe erforderliche Wiegezelle 14 angeordnet ist. Von jeder Wiegezelle 14 geht ein Ausleger (Aufhängung) 16 aus, an dem ein Wiegegutaufnehmer 17 befestigt ist. Der Wiegegutaufnehmer 17 besitzt ein Wiegegutgehäuse 18 und einen mit dem Wiegegutgehäuse 18 verbundenen Aufhängestift (Aufhängung) 19, der im Innenraum 13 mit dem Ausleger 16 verbunden ist. Der Aufhängestift 19 durchdringt das Gehäuse 12 an dessen Unterseite 21, wozu im Gehäuse 12 eine entsprechende Ausnehmung 22 ausgebildet ist.

Das Wiegegutgehäuse 18 besitzt eine obere Aufhängeplatte 23, von dessen Unterseite senkrecht zwei erste Wandabschnitte 24 ausgehen, an die sich zueinander geneigte zwei Wandabschnitte 25 anschließen. Dadurch wird von den ersten und zweiten Wandabschnitten 24 und 25 ein Aufnahmeraum 26 für eine Hartgelatinekapsel 1 geschaffen. Wesentlich ist, dass sich das gesamte Wiegegutgehäuse 18 unterhalb des Gehäuses 12 befindet und von diesem in einer Draufsicht abgedeckt wird.

Zwischen den beiden einander zugeneigten zweiten Wandabschnitten 24 ist eine schlitzförmige Öffnung 27 ausgebildet, die mit Flügeln 28 einer Fördereinrichtung 30 ausgerichtet ist. Die Drehachse der Fördereinrichtung 30 befindet sich lotrecht unterhalb des Wiegegutaufnehmers 17 bzw. des Aufhängestifts 19. Die Flügel 28 durchdringen bei einer Drehung die schlitzförmige Öffnung 27, und schieben dabei eine Hartgelatinekapsel 1 aus dem, ebenfalls eine schlitzförmige Öffnung 31 für die Flügel 28 aufweisenden Kapselzuführkanal 11 in das Wiegegutgehäuse 18 ein. Nach dem Wiegevorgang wird die gewogene Hartgelatinekapsel 1 durch eine weitere Drehung des Kapseltransportrades 30 aus dem Wiegegutgehäuse 18 in einen Abführkanal 32 übergeschoben, von wo die Hartgelatinekapsel 1, je nach Wiegeergebnis, entweder in einen nicht dargestellten „Gut"-Behälter weitergeleitet wird, oder aber über eine Weiche 33 ausgeschleust werden kann.


Anspruch[de]
Wiegeeinrichtung (10) für pharmazeutische Erzeugnisse wie Hartgelatinekapseln (1), Tabletten oder dgl. mit einem Gehäuse (12), aus dem wenigstens eine Aufhängung (19) für einen Wiegegutaufnehmer (17) herausragt, der über die Aufhängung (16) mit einer Wiegezelle (14) im Innenraum (13) des Gehäuses (12) verbunden ist und mit einer Fördereinrichtung (30) zum Zu- und Abführen der pharmazeutischen Erzeugnisse zu und von dem Wiegegutaufnehmer (17), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängung (19) aus der Unterseite (21) des Gehäuses (12) herausragt, sodass der Wiegegutaufnehmer (17) unterhalb des Gehäuses (12) angeordnet und von diesem überdeckt ist, wobei der Wiegegutaufnehmer (17) zwei symmetrisch zur Aufhängeebene der Aufhängung (19) zueinander geneigte Halteflächen (25) hat, wodurch ein Aufnahmeraum (26) geschaffen ist. Wiegeeinrichtung nach Anspruch 1; dadurch gekennzeichnet, dass der Wiegegutaufnehmer (17) auf seiner der Aufhängung (19) abgewandten Seite eine schlitzförmige Öffnung (27) hat. Wiegeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung (30) unterhalb des Gehäuses (12) angeordnet ist. Wiegeeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung (30) als Rad ausgebildet ist, dessen Flügel (28) in die schlitzförmige Öffnung (27) eingreift.






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