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Dokumentenidentifikation DE202007000686U1 28.06.2007
Titel Cajon
Anmelder Franzen, Christoph, 56283 Halsenbach, DE
Vertreter Grommes, K., Dr.-Ing., Pat.-Anw., 56068 Koblenz
DE-Aktenzeichen 202007000686
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 28.06.2007
Registration date 24.05.2007
Application date from patent application 11.01.2007
IPC-Hauptklasse G10D 13/00(2006.01)A, F, I, 20070111, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Cajon mit einem vorzugsweise aus Holz bestehenden Gehäuse.

Bei einem Cajon handelt es sich um ein Perkussions-Instrument, das ursprünglich aus Südamerika stammt. Es besteht in der Regel aus einem quaderförmigen hohlen Holzgehäuse (beispielsweise einer Holzkiste) mit einer frontseitig als Schlagfläche ausgebildeten Seitenwand sowie einer mit einem Schall-Loch versehenen gegenüberliegenden Seitenwand.

Zum Bespielen des Cajons sitzt die jeweilige Person üblicherweise auf der als Sitzfläche ausgebildeten Oberseite des Schlaginstrumentes und betätigt mit beiden Händen die Schlagfläche.

Da das Cajon beim Bespielen in der Regel auch die Funktion eines Sitzmöbels erfüllen soll, ist es nach entsprechenden Vorstellungen und Wünschen hinsichtlich Holzart, Maserung, Farbton etc. gestaltet, ohne daß sich dadurch Einbußen an klanglicher Qualität ergeben. Wegen seines einfachen und klaren Aufbaus und seiner geringen Abmessungen spricht es Menschen jeglichen Alters an und läßt sich nicht zuletzt auch im therapeutischen Bereich vorteilhaft einsetzen.

Derartige Cajons sind beispielsweise aus den Schriften DE 20 2005 000 988 U1 und DE 20 2005 019 423 U1 bekannt.

Nachteilig bei den bekannten Cajons ist unter anderem, daß die jeweilige Person zum Bespielen des Cajons ihre Hände parallel zu der vorderseitig angeordneten Schlagfläche ausrichten muß, was weder eine natürliche noch auf Dauer bequeme Körperhaltung darstellt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Cajon derart weiterzubilden, daß es sich in einer natürlichen und ungezwungenen Körperhaltung auch über längere Zeit unverkrampft bespielen läßt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.

Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, nicht nur eine Seitenwand, sondern mindestens zwei benachbarte Seitenwände des Cajons als Schlagflächen auszubilden.

Eine derartige Ausgestaltung des Cajons führt dazu, daß die das Instrument betätigende Person von vornherein eine andere Körper- und Sitzhaltung einnimmt. Bei dem Bewußtsein, über zwei Schlagflächen zu verfügen, nimmt die entsprechende Person auf dem Cajon so Platz, daß beide Schlagflächen frontseitig zwischen ihren Beinen so weit hervortreten, daß sie sie mit ihren Händen erreichen kann. Die Schlagflächen sind in diesem Fall schräg zu ihrem Rumpf gerichtet und jeweils für eine Hand optimal erreichbar.

Die Tatsache, daß mindestens zwei Schlagflächen zur Verfügung stehen, kann außerdem dazu ausgenutzt werden, die Schlagflächen unterschiedlich auszubilden, um so zu unterschiedlichen Grundtönen zu gelangen. So kann die zweite Schlagfläche in bezug auf die erste Schlagfläche in ihrer Dicke variieren, beispielsweise durch Variation der Anzahl verleimter Sperrholzlagen, oder hinsichtlich ihres Bespannungsmaterials (z.B. der Holzart). Auch können unterschiedliche Zusatzeinrichtungen, wie z.B. Snare-Einrichtungen etc., vorgesehen sein.

Die Schlagflächen können grundsätzlich jeweils mit dem Korpus fest verbunden sein. Es kann aber auch vorgesehen sein, den Eckbereich benachbarter Schlagflächen nicht fest mit dem Korpus zu verbinden, sondern freischwingend, insbesondere zur Erzeugung eines sogenannten Slaps oder Slaptons (scharf klingender Ton, vergleichbar einem Kantenschlag bei einem herkömmlichen Schlagzeug), anzuordnen.

Als besonders bequem, vielseitig wie auch formschön kann eine Ausführungsform bezeichnet werden, bei der Unter- und Oberseite des Cajons ein Fünfeck (Pentagon) oder ein Sechseck bilden.

Insbesondere für ein Pentagon gilt, daß es auch knieend oder liegend bespielt werden kann, wobei dann die beiden benachbarten Schlagflächen nach oben gerichtet sein müssen. Diese Ausrichtung gestattet es dann, daß gleichzeitig zwei Personen dasselbe Instrument bespielen können und so lernen, aufeinander einzugehen und sich aufeinander abzustimmen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Cajons mit Blick auf die Frontwände;

2 eine perspektivische Ansicht des in 1 dargestellten Cajons mit einer auf dem Cajon sitzenden Person beim Bespielen des Cajons;

3 und 4 zwei vor einem zweiten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Cajons knieenden Personen, wobei das Cajon derart angeordnet ist, daß die Schlagflächen nach oben gerichtet sind.

In 1 ist mit 1 ein erfindungsgemäßes Cajon bezeichnet, welches aus einem Gehäuse 2 aus Holz besteht und dessen Unter- und Oberseite 3 und 4 jeweils ein Fünfeck bilden, so daß das Cajon 1 insgesamt fünf Seitenwände 59 aufweist.

Die Oberseite 4 des Cajons 1 bildet, in an sich bekannter Weise, eine Sitzfläche für eine Person 10, die das Cajon bespielt. Dabei betätigt die Person 10 mit jeder Hand 11, 12 jeweils eine als Schlagfläche ausgebildete Seitenwand 5, 6, wobei die beiden Schlagflächen 5, 6 frontseitig und benachbart zueinander angeordnet sind (2).

In den beiden Seitenwänden 8, 9, die den frontseitigen Seitenwänden etwa gegenüberliegen, ist jeweils ein Schall-Loch 13, 14 angeordnet.

Wie insbesondere 2 entnehmbar ist, nimmt die Person 10, die das Cajon 1 bespielt, eine derartige Körper- und Sitzhaltung ein, daß beide Schlagflächen 5, 6 frontseitig zwischen ihren Beinen so weit hervortreten und von ihren Händen 11, 12 erreicht werden. Die Schlagflächen 5, 6 sind in diesem Fall schräg zu dem Körper der entsprechenden Person gerichtet und jeweils eine der Schlagflächen 5, 6 ist von jeweils einer der beiden Hände 11, 12 optimal erreichbar.

Wie den 3 und 4 entnehmbar ist, kann der erfindungsgemäße Cajon 1 auch derart angeordnet sein, daß die benachbarten Schlagflächen 5, 6 nach oben gerichtet sind. Diese Ausrichtung gestattet es, daß gleichzeitig zwei Spieler 10', 10'' dasselbe Instrument bespielen können und so lernen, aufeinander einzugehen und sich aufeinander abzustimmen.

Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. So braucht es sich bei dem Gehäuse des Cajons nicht zwingend um ein Holzgehäuse zu handeln, sondern es kann auch ein Kunststoffgehäuse verwendet werden. Außerdem müssen nicht zwingend zwei Schall-Löcher vorgesehen sein.

Schließlich sind auch Ausführungsvarianten des erfindungsgemäßen Cajons mit mehr als zwei Schlagflächen möglich.

1
Cajon
2
Gehäuse
3
Unterseite
4
Oberseite
5, 6
Seitenwände, Schlagflächen
7–9
Seitenwände
10–10''
Personen
11, 12
Hände
13, 14
Schall-Löcher


Anspruch[de]
Cajon mit einem vorzugsweise aus Holz bestehenden Gehäuse (2), dadurch gekennzeichnet, daß das Cajon (1) mindestens zwei als Schlagflächen ausgebildete, benachbarte Seitenwände (5, 6) aufweist. Cajon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite (4) des Gehäuses (2) als Sitzfläche ausgebildet ist und die beiden als Schlagflächen ausgebildeten Seitenwände (5, 6) frontseitig angeordnet sind. Cajon nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagflächen (5, 6) zur Erzeugung unterschiedlicher Grundtöne hinsichtlich ihres Materials und/oder hinsichtlich der Wandstärke unterschiedlich ausgebildet sind. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Eckbereiche benachbarter Schlagflächen (5, 6) freischwingend ausgebildet sind. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Unter- und Oberseite (3, 4) des Cajons (1) als Fünf- oder Sechseck ausgebildet sind.






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