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Dokumentenidentifikation DE102005062132A1 05.07.2007
Titel Sicherheitselement
Anmelder Giesecke & Devrient GmbH, 81677 München, DE
Erfinder Kaule, Wittich, Dr., 82275 Emmering, DE;
Rauscher, Wolfgang, Dr., 81677 München, DE
DE-Anmeldedatum 23.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005062132
Offenlegungstag 05.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.07.2007
IPC-Hauptklasse B44F 1/12(2006.01)A, F, I, 20051223, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G06K 19/06(2006.01)A, L, I, 20051223, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement (20) für Sicherheitspapiere, Wertdokumente und dergleichen, mit einer mikrooptischen Moiré-Vergrößerungsanordnung mit einem Motivbild, das aus einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikromotivelementen (28) besteht, und
- einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikrofokussierelementen (24) zur Moiré-vergrößerten Betrachtung der Mikromotivelemente (28) des Motivbilds,
wobei die Anordnung von Mikromotivelementen (28) und/oder die Anordnung von Mikrofokussierelementen (24) in ihren periodischen oder zumindest lokal periodischen Bereichen keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für Sicherheitspapiere, Wertdokumente und dergleichen, und betrifft insbesondere ein derartiges Sicherheitselement mit einer mikrooptischen Moire-Vergrößerungsanordnung. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Sicherheitselements, ein Sicherheitspapier sowie einen Datenträger mit einem derartigen Sicherheitselement.

Datenträger, wie Wert- oder Ausweisdokumente, oder auch andere Wertgegenstände, wie etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen, die eine Überprüfung der Echtheit des Datenträgers gestatten und die zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion dienen. Datenträger im Sinne der vorliegenden Erfindung sind insbesondere Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, hochwertige Eintrittskarten, aber auch andere fälschungsgefährdete Papiere, wie Pässe und sonstige Ausweisdokumente, sowie Produktsicherungselemente, wie Etiketten, Siegel, Verpackungen und dergleichen. Der Begriff „Datenträger" schließt im Folgenden alle derartigen Gegenstände, Dokumente und Produktsicherungsmittel ein. Unter dem Begriff „Sicherheitspapier' wird nachfolgend die noch nicht umlauffähige Vorstufe eines Wertdokuments verstanden, die üblicherweise in quasi endloser Form vorliegt und zu einem späteren Zeitpunkt weiterverarbeitet wird.

Die Sicherheitselemente können beispielsweise in Form eines in eine Banknote eingebetteten Sicherheitsfadens, eines Aufreißfadens für Produktverpackungen, eines aufgebrachten Sicherheitsstreifens oder eines selbsttragenden Transferelements ausgebildet sein, wie einem Patch oder einem Etikett, das nach seiner Herstellung auf ein Wertdokument aufgebracht wird.

Um die Nachstellung der Sicherheitselemente selbst mit hochwertigen Farbkopiergeräten zu verhindern, weisen sie vielfach optisch variable Elemente auf, die dem Betrachter unter unterschiedlichen Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln und etwa einen unterschiedlichen Farbeindruck oder unterschiedliche graphische Motive zeigen. Zu diesem Zweck werden die Sicherheitselemente beispielsweise mit Sicherheitsmerkmalen in Form beugungsoptisch wirksamer Mikro- oder Nanostrukturen ausgestattet, wie etwa mit konventionellen Prägehologrammen oder anderen hologrammähnlichen Beugungsstrukturen. Solche beugungsoptische Strukturen für Sicherheitselemente sind etwa in den Druckschriften EP 0 330 733 A1 oder EP 0 064 067 A1 beschrieben.

Seit einigen letzten Jahren werden Hologramme und hologrammartige Beugungsstrukturen allerdings in zunehmendem Maße nicht nur als Sicherheitsmerkmale, sondern auch rein dekorativ in sicherheitstechnisch unkritischen Anwendungen eingesetzt, so dass die Aufmerksamkeit der Betrachter für als Sicherheitsmerkmale verwendete Hologramme nachlässt. Der charakteristische visuelle Effekt wird von den Betrachtern vielfach nicht mehr als Sicherheitsmerkmal, sondern lediglich als Designvariante wahrgenommen, wodurch der Nutzen dieser Sicherheitsmerkmale für den Fälschungsschutz reduziert wird. Darüber hinaus lassen sich die beugungsoptisch erzeugten Bild- oder Farbeindrücke oft nur aus gewissen Betrachtungsrichtungen und bei guten Lichtverhältnissen vollständig und scharf erkennen. Insbesondere ist die Erkennbarkeit holographischer Motive bei schlechten Lichtverhältnissen, wie etwa bei diffuser Beleuchtung, oft stark eingeschränkt.

Es ist weiterhin bekannt, Linsensysteme als Sicherheitsmerkmale einzusetzen. So ist beispielsweise in der Druckschrift EP 0 238 043 A2 ein Sicherheitsfaden aus einem transparenten Material beschrieben, auf dessen Oberfläche ein Raster aus mehreren parallel laufenden Zylinderlinsen eingeprägt ist. Die Dicke des Sicherheitsfadens ist dabei so gewählt, dass sie in etwa der Fokuslänge der Zylinderlinsen entspricht. Auf der gegenüberliegenden Oberfläche ist ein Druckbild registergenau aufgebracht, wobei das Druckbild unter Berücksichtigung der optischen Eigenschaften der Zylinderlinsen gestaltet ist. Aufgrund der fokussierenden Wirkung der Zylinderlinsen und der Lage des Druckbilds in der Fokusebene sind je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Teilbereiche des Druckbilds sichtbar. Durch entsprechende Gestaltung des Druckbilds können damit Informationen eingebracht werden, die lediglich unter bestimmten Blickwinkeln sichtbar sind. Durch entsprechende Ausgestaltung des Druckbilds können zwar auch „bewegte' Bilder erzeugt werden. Das Motiv bewegt sich bei Drehung des Dokuments um eine zu den Zylinderlinsen parallel laufende Achse allerdings nur annähernd kontinuierlich von einem Ort auf dem Sicherheitsfaden zu einem anderen Ort. In dieser Druckschrift wird nicht nur die Anwendung zylindrischer Linsenraster, sondern auch die Anwendung von Rastern mit sphärischen Linsen und mit wabenförmiger Linsenanordnung zur Erzeugung bewegter Bilder offenbart.

Aus der Druckschrift WO 94/27254 A1 ist die Verwendung einer Moire-Vergrößerungsanordnung als Sicherheitsmerkmal bekannt. Die dort beschriebene Sicherheitsvorrichtung weist eine regelmäßige Anordnung von im Wesentlichen identischen gedruckten Mikrobildern mit einer Größe bis zu 250 &mgr;m auf sowie eine regelmäßige zweidimensionale Anordnung von im Wesentlichen identischen sphärischen Mikrolinsen. Die Mikrolinsen-Anordnung weist dabei im Wesentlichen dieselbe Teilung wie die Mikrobildanordnung auf. Wird die Mikrobildanordnung durch die Mikrolinsenanordnung betrachtet, so werden in den Bereichen, in denen die beiden Anordnungen im Wesentlichen im Register stehen, für den Betrachter eine oder mehrere vergrößerte Versionen der Mikrobilder erzeugt.

Die prinzipielle Funktionsweise derartiger Moire-Vergrößerungsanordnungen ist in dem Artikel „The moiré magnifier", M.C. Hutley, R. Hunt, R.F. Stevens and P. Savander, Pure Appl. Opt. 3 (1994), pp. 133-142, beschrieben. Kurz gesagt bezeichnet Moiré-Vergrößerung danach ein Phänomen, das bei der Betrachtung eines Rasters aus identischen Bildobjekten durch ein Linsenraster mit annähernd demselben Rastermaß auftritt. Wie bei jedem Paar ähnlicher Raster ergibt sich dabei ein Moirémuster, wobei in diesem Fall jeder der Moiréstreifen in Gestalt eines vergrößerten und gedrehten Bildes der wiederholten Elemente des Bildrasters erscheint.

Die bekannten Moiré-Vergrößerungsanordnungen lassen sich jedoch durch Abprägen der Strukturen oder durch Nachstellung relativ leicht fälschen. Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sicherheitselement anzugeben, das die Nachteile des Standes der Technik vermeidet, und das insbesondere eine hohe Fälschungssicherheit aufweist. Darüber hinaus soll ein Verfahren zum Herstellen derartiger Sicherheitselemente angegeben werden.

Diese Aufgabe wird durch das Sicherheitselement mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Sicherheitselements, ein Sicherheitspapier sowie einen Datenträger mit einem solchen Sicherheitselement sind in den nebengeordneten Ansprüchen angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Nach der Erfindung enthält ein gattungsgemäßes Sicherheitselement eine mikrooptische Moiré-Vergrößerungsanordnung mit

  • – einem Motivbild, das aus einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikromotivelementen besteht, und
  • – einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikrofokussierelementen zur Moiré-vergrößerten Betrachtung der Mikromotivelemente des Motivbilds, wobei die Anordnung von Mikromotivelernenten und/oder die Anordnung von Mikrofokussierelementen in ihren periodischen oder zumindest lokal periodischen Bereichen keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweist.

Gegenüber der Verwendung höhersymmetrischer Anordnungen bietet der erfindungsgemäße Einsatz einer Mikromotivelement-Anordnung bzw. einer Mikrofokussierelement-Anordnung mit niedriger Symmetrie mehrere Vorteile. Zum einen lässt sich eine derartige Moiré-Vergrößerungsanordnung nur schwer nachahmen, da für die Entstehung eines korrekten Bilds bei der Betrachtung die nur schwer analysierbare niedrige Symmetrie der Anordnung genau nachgestellt werden muss.

Weiter schafft die niedrige Symmetrie einen großen Freiraum für unterschiedlich gewählte Gitterparameter, die somit als verborgene Kennzeichnung für erfindungsgemäß abgesicherte Produkte verwendet werden können, ohne dass dies für einen Betrachter am Moiré-vergrößerten Bild ohne weiteres erkennbar wäre. Auf der anderen Seite können alle mit Moiré-Vergrößerungsanordnungen höherer Symmetrie realisierbaren attraktiven Effekte auch mit den erfindungsgemäßen niedrigsymmetrischen Moiré-Vergrößerungsanordnungen verwirklicht werden.

In einer bevorzugten Erfindungsvariante sind dabei sowohl die Mehrzahl von Mikromotivelementen als auch die Mehrzahl von Mikrofokussierelementen periodisch angeordnet. Die Periodizitätslänge liegt dabei vorzugsweise zwischen 3 &mgr;m und 50 &mgr;m, bevorzugt zwischen 5 &mgr;m und 30 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen etwa 10 &mgr;m und etwa 20 &mgr;m.

Mit Vorteil bildet sowohl die Anordnung von Mikromotivelementen als auch die Anordnung von Mikrofokussierelementen jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter, wobei zumindest die Anordnung von Mikromotivelementen ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Wie weiter unten im Detail beschrieben, lassen sich alle periodischen ebenen Anordnungen einem von fünf grundlegenden Bravais-Gittern zuordnen, wobei zur eindeutigen Zuordnung das Bravais-Gitter mit der höchsten Symmetrie gewählt wird. Hat ein Gitter somit die Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters, so bedeutete dies, dass das Gitter keine höhere Symmetrie als die des allgemeinen Parallelogramm-Gitters aufweist, das es bei Vorliegen einer höheren Symmetrie dem entsprechenden höhersymmetrischen Bravais-Gittertyp zugeordnet würde.

Zweckmäßig werden die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikromotivelemente von dem Bravais-Gitter der Mikrofokussierelemente bevorzugt in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2% unterscheidet. Die Tatsache, dass die Anordnung der Mikromotivelemente ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet, bedeutet durch die Gitterparameter ausgedrückt, dass unabhängig von der konkreten Wahl der Gitterzellen s1 ungleich s2 ist (ansonsten läge je nach Zwischenwinkel ein Rauten-Gitter, ein Sechseckgitter oder ein Quadratgitter vor) und dass der Zwischenwinkel &sgr; ungleich 90° ist (sonst läge ein Rechteckgitter vor).

Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Anordnung von Mikrofokussierelementen ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Zweckmäßig werden die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter auch in diesem Fall durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikrofokussierelemente von dem Bravais-Gitter der Mikromotivelemente in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2% unterscheidet.

In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Erfindungsvariante sind sowohl die Mehrzahl von Mikromotivelementen als auch die Mehrzahl von Mikrofokussierelementen lokal periodisch angeordnet, wobei sich die lokalen Periodenparameter im Verhältnis zur Periodizitätslänge nur langsam ändern. Beispielsweise können die lokalen Periodenparameter über die Ausdehnung des Sicherheitselements periodisch moduliert sein, wobei die Modulationsperiode vorzugsweise mindestens 20 mal, bevorzugt mindestens 50 mal, besonders bevorzugt mindestens 100 mal größer ist, als die lokale Periodizitätslänge. Eine derartige, langsame Änderung der lokalen Periodenparameter berührt die obigen grundlegenden Aussagen zur niedrigen Symmetrie der Anordnungen in den erfindungsgemäßen Gestaltungen nicht. Wegen der langsamen Änderung der Periodenparameter können die beiden Mikro-Anordnungen lokal stets mit hinreichender Genauigkeit durch Bravais-Gitter mit konstanten Gitterparametern beschrieben werden, welche erfindungsgemäß jeweils die vorgegebene Bedingung erfüllen, dass sie keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweisen.

Auch bei dieser Erfindungsvariante liegt die lokale Periodizitätslänge vorzugsweise zwischen 3 &mgr;m und 50 &mgr;m, bevorzugt zwischen 5 &mgr;m und 30 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen etwa 10 &mgr;m und etwa 20 &mgr;m.

Analog zur ersten Erfindungsvariante bilden sowohl die Anordnung von Mikromotivelementen als auch die Anordnung von Mikrofokussierelementen lokal jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter, wobei zumindest die Anordnung von Mikromotivelementen lokal ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Zweckmäßig werden die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter lokal jeweils durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikromotivelemente von dem Bravais-Gitter der Mikrofokussierelemente bevorzugt in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2% unterscheidet.

Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Anordnung von Mikrofokussierelementen lokal ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Auch hier werden die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter zweckmäßig lokal durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikrofokussierelemente von dem Bravais-Gitter der Mikromotivelemente bevorzugt in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2% unterscheidet.

In beiden Erfindungsvarianten können das Motivbild und die Anordnung von Mikrofokussierelementen an gegenüberliegenden Flächen einer optischen Abstandsschicht angeordnet sein. Die Abstandsschicht kann beispielsweise eine Kunststofffolie und/oder eine Lackschicht umfassen.

Die Mikrofokussierelemente der Moiré-Vergrößerungsanordnung können als transmissive, refraktive oder diffraktive Linsen oder eine Mischform vorliegen. Vorzugsweise sind sie durch nicht-zylindrische Mikrolinsen, insbesondere durch Mikrolinsen mit einer kreisförmigen oder polygonal begrenzten Basisfläche gebildet. Die Anordnung von Mikrofokussierelementen kann darüber hinaus mit einer Schutzschicht versehen sein, deren Brechungsindex vorzugsweise um mindestens 0,3 von dem Brechungsindex der Mikrofokussierelemente abweicht. Neben dem Schutz vor Umwelteinflüssen verhindert eine derartige Schutzschicht auch, dass sich die Mikrofokussierelement-Anordnung leicht abformen lässt. Werden die Mikrofokussierelemente etwa aus Lacken mit einem Brechungsindex von 1,2 bis 1,5 hergestellt, bieten sich als Schutzschichten beispielsweise mit Nanopartikeln aus Titanoxid gefüllte Lacke an, die mit Brechungsindizes zwischen 1,7 und 2 kommerziell erhältlich sind.

Die Gesamtdicke des Sicherheitselements liegt mit Vorteil unterhalb von 50 &mgr;m, was sicherstellt, dass dieses für die Verwendung in Sicherheitspapier, Wertdokumenten oder dergleichen gut geeignet ist.

Die Mikromotivelemente liegen bevorzugt in Form von Mikrozeichen oder Mikromustern vor. Insbesondere können die Mikromotivelemente in einer Druckschicht vorliegen. Es versteht sich, dass die Mikromotivelemente zur Erzeugung des Moiré-Vergrößerungseffekts weitgehend identisch sein müssen. Jedoch liegt auch eine langsame, insbesondere periodisch modulierte Veränderung des Erscheinungsbilds der Mikromotivelemente und damit auch der vergrößerten Bilder im Rahmen der Erfindung. Auch können einzelne oder ein Teil der Mikromotivelemente mit Zusatzinformationen ausgestattet sein, die im vergrößerten Moiré-Bild nicht in Erscheinung treten, die jedoch als zusätzliches Echtheitskennzeichen eingesetzt werden können.

Vorzugsweise sind die Form und Anordnung der Mikrofokussierelemente und die Form und Anordnung der Mikromotivelemente aufeinander abgestimmt, um ungenutzte Zwischenräume in dem vergrößerten Motivbild zu vermeiden. Dabei besteht sowohl die Möglichkeit, die Mikromotivelemente vorzugeben und die Form und Anordnung der Mikrofokussierelemente entsprechend zu wählen, als auch die Möglichkeit, die Mikrofokussierelemente vorzugeben und die Form und Anordnung der Mikromotivelemente entsprechend anzupassen.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist das Sicherheitselement weiter eine opake Abdeckschicht zur bereichsweisen Abdeckung der Moiré-Vergrößerungsanordnung auf. Innerhalb des abgedeckten Bereichs tritt somit kein Moiré-Vergrößerungseffekt auf, so dass der optisch variable Effekt mit herkömmlichen Informationen oder mit anderen Effekten kombiniert werden kann. Diese Abdeckschicht liegt mit Vorteil in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen vor und/oder weist Aussparungen in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen auf. Die Abdeckschicht umfasst zweckmäßig eine Druckschicht oder eine Reflexionsschicht, insbesondere eine Metallschicht. In eine Metallschicht können beispielsweise mittels des in der Druckschrift WO 99/13157 A1 beschriebenen Waschverfahrens oder eines anderen Demetallisierungsverfahrens Aussparungen der gewünschten Form und Größe eingebracht werden.

Die Reflexionsschicht kann auch durch andere Schichten oder Schichtenfolgen gebildet sein, etwa durch ein reflektierendes Dünnschichtelement mit Farbkippeffekt. Ein derartiges Dünnschichtelement weist zweckmäßig eine Reflexionsschicht, eine Absorberschicht und eine zwischen der Reflexionsschicht und der Absorberschicht angeordnete dielektrische Abstandsschicht geeigneter Dicke auf.

Das Sicherheitselement selbst stellt bevorzugt einen Sicherheitsfaden, einen Aufreißfaden, ein Sicherheitsband, einen Sicherheitsstreifen, einen Patch oder ein Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen dar. In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Sicherheitselement einen transparenten oder ausgesparten Bereich eines Datenträgers überspannen. Dabei können auf unterschiedlichen Seiten des Datenträgers unterschiedliche Erscheinungsbilder realisiert werden.

Die Erfindung enthält auch ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselements mit einer mikrooptischen Moiré-Vergrößerungsanordnung, bei dem ein Motivbild, das aus einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikromotivelementen besteht, und eine planare periodische oder zumindest lokal periodische Anordnung einer Mehrzahl von Mikrofokussierelementen so angeordnet werden, dass die Mikromotivelemente bei Betrachtung durch die Mikrofokussierelemente vergrößert erkennbar sind, wobei die Anordnung von Mikromotivelementen und/oder die Anordnung von Mikrofokussierelementen so gewählt werden, dass sie in ihren periodischen oder zumindest lokal periodischen Bereichen keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweisen.

In einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens ist dabei vorgesehen, dass

  • a) ein gewünschtes, bei Betrachtung zu sehendes Bild mit einem oder mehreren Moiré-Bildelementen festgelegt wird, wobei die Anordnung von vergrößerten Moiré-Bildelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren t 1 und t 2 gegeben sind, gewählt werden,
  • b) eine Anordnung von Mikrofokussierelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren w 1, und w 2 gegeben sind, gewählt werden,
  • c) das Motivbild mit den Mikromotivelernenten unter Verwendung der Beziehungen U = W·(T + W)–1·T und r = W·(T + W)–1·R + r0 berechnet wird, wobei
    einen Bildpunkt des gewünschten Bilds,
    einen Bildpunkt des Motivbilds,
    eine Verschiebung zwischen der Anordnung von Mikrofokussierelementen und der Anordnung von Mikromotivelementen darstellt und die Matrizen T , W und U durch
    bzw.
    gegben sind, wobei t1i, t2i, u1i, u2i bzw. w1i, w2i die Komponenten der Gitterzellenvektoren t i, u i und w i, mit i = 1, 2 darstellen.

Gemäß einer vorteilhaften Erfindungsvariante sind die Gitterparameter der Bravais-Gitter ortsunabhängig. Es ist jedoch ebenfalls möglich, die Vektoren u 1, und u 2, bzw. w 1 und w 2 ortsabhängig zu modulieren, wobei sich die lokalen Periodenparameter |u 1|, |u 2|, ∠(u 1, u 2) bzw. |w 1|, |w 2|, ∠(w 1, w 2) im Verhältnis zur Periodizitätslänge erfindungsgemäß nur langsam ändern. Dadurch ist sichergestellt, dass die Anordnungen stets sinnvoll durch Bravais-Gitter beschrieben werden können.

In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens ist vorgesehen, dass

  • a) ein gewünschtes, bei Betrachtung zu sehendes Bild mit einem oder mehreren Moiré-Bildelementen festgelegt wird,
  • b) eine Anordnung von Mikrofokussierelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren w 1 und w 2 gegeben sind, gewählt werden,
  • c) eine gewünschte Bewegung des zu sehenden Bildes beim seitlichen Kippen und beim vor-rückwärtigen Kippen der Moiré-Vergrößerungsanordnung festgelegt wird, wobei die gewünschte Bewegung in Form der Matrixelemente einer Transformationsmatrix A vorgegeben wird, und
  • d) das Motivbild mit den Mikromotivelementen unter Verwendung der Beziehungen U = (IA–1W und r = A–1·R + r0 berechnet wird, wobei
    einen Bildpunkts des gewünschten Bilds
    einen Bildpunkt des Motivbilds,
    eine Verschiebung zwischen der Anordnung von Mikrofokussierelementen und der Anordnung von Mikromotivelementen darstellt, und die Matrizen A , W und U durch
    bzw.
    gegebn sind, wobei u1i, u2i bzw. w1i, w2i die Komponenten der Gitterzellenvektoren u i und w i mit i = 1, 2 darstellen.

Ein erfindungsgemäßes Sicherheitspapier für die Herstellung von Sicherheits- oder Wertdokumenten, wie Banknoten, Schecks, Ausweiskarten, Urkunden oder dergleichen, ist mit einem Sicherheitselement der oben beschriebenen Art ausgestattet. Das Sicherheitspapier kann insbesondere ein Trägersubstrat aus Papier oder Kunststoff umfassen.

Die Erfindung enthält auch einen Datenträger, insbesondere einen Markenartikel, ein Wertdokument oder dergleichen, mit einem Sicherheitselement der oben beschriebenen Art. Das Sicherheitselement kann dabei insbesondere in einem Fensterbereich, also einem transparenten oder ausgesparten Bereich des Datenträgers angeordnet sein.

Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren erläutert. Zur besseren Anschaulichkeit wird in den Figuren auf eine maßstabs- und proportionsgetreue Darstellung verzichtet.

Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem eingebetteten Sicherheitsfaden und einem aufgeklebten Transferelement,

2 schematisch den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Sicherheitselements im Querschnitt,

3 in (a) eine Aufsicht auf einen Fensterbereich eines erfindungsgemäßen Sicherheitsfadens, und in (b) und (c) Ansichten des Fensterbereichs von (a) bei einer Verkippung des Sicherheitsfaden in eine der beiden Pfeilrichtungen,

4 in (a) bis (e) die fünf möglichen zweidimensionalen Bravais-Gitter,

5 schematisch die Verhältnisse bei der Betrachtung einer Moiré-Vergrößerungsanordnung zur Definition der auftretenden Größen,

6 in (a) ein Motivbild, dessen Mikromotivelemente durch verzerrte, auf den Gitterplätzen eines niedrigsymmetrischen Bravais-Gitters liegende Buchstaben „F" gebildet sind, und in (b) das vergrößerte Moiré-Bild, das sich bei Betrachtung einer erfindungsgemäßen Moiré-Vergrößerungsanordnung mit dem Motivbild von (a) ergibt,

7 eine Darstellung wie in 6 für ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung,

8 in (a) ein Motivbild, dessen Mikromotivelemente durch verzerrte, auf den Gitterplätzen niedrigsymmetrischer Bravais-Gitter liegende Buchstaben „F" bzw. „P" gebildet sind, und in (b) das vergrößerte Moiré-Bild, das sich bei Betrachtung einer erfindungsgemäßen Moiré-Vergrößerungsanordnung mit dem Motivbild von (a) ergibt; die Bewegungsrichtungen der beiden Buchstabenarrays beim Vor-Rück-Kippen (senkrechte Pfeile in (a)) sind durch die schräg verlaufenden Pfeile in (b) angegeben,

9 in (a) die Umrisslinien eines Linsenrasters, in (b) das Linsenraster von (a) mit eingepassten Mikromotivelementen und in (c) das als Moiré erscheinende vergrößerte Bild,

10 eine bevorzugte erfindungsgemäße Ausgestaltung in einer Darstellung wie in 9, bei der die Einzellinsen zur Vermeidung von Leerraum im vergrößerten Bild in ihrer Form an die Form der Mikromotivelemente angepasst wurden, und

11 in (a) bis (c) jeweils in der linken Bildhälfte eine Darstellung wie in 9(b) und in der rechten Bildhälfte eine Darstellung wie in 9(c), wobei bei den gezeigten Ausgestaltungen zur Vermeidung von Leerraum im vergrößerten Bild die Motive passend zum Linsenraster verzerrt wurden und ein unverzerrt erscheinendes Bild durch eine geeignete Wahl der Abbildungsmatrix sichergestellt wurde.

Die Erfindung wird nun am Beispiel einer Banknote erläutert. 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10, die mit zwei Sicherheitselementen 12 und 16 nach Ausführungsbeispielen der Erfindung versehen ist. Das erste Sicherheitselement stellt dabei einen Sicherheitsfaden 12 dar, der an bestimmten Fensterbereichen 14 an der Oberfläche der Banknote 10 hervortritt, während er in den dazwischen liegenden Bereichen im Inneren der Banknote 10 eingebettet ist. Das zweite Sicherheitselement ist durch ein aufgeklebtes Transferelement 16 beliebiger Form gebildet.

Die beiden Sicherheitselemente 12, 16 verwirklichen eine besonders fälschungssichere Variante einer Moiré-Vergrößerungsanordnung, deren Funktionsprinzip zunächst mit Bezug auf die 2 und 3 erläutert wird.

2 zeigt schematisch den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Sicherheitselements 20 im Querschnitt, wobei nur die für die Erläuterung des Funktionsprinzips erforderlichen Teile des Schichtaufbaus dargestellt sind. Das Sicherheitselement 20 kann beispielsweise einen Sicherheitsfaden 12 oder ein Transferelement 16, wie in 1 gezeigt, darstellen.

Das Sicherheitselement 20 enthält eine optische Abstandsschicht 22, deren Oberseite mit einer regelmäßigen Anordnung von Mikrolinsen 24 versehen ist. Wie weiter unten im Detail erläutert, bildet die Anordnung der Mikrolinsen 24 ein zweidimensionales Bravais-Gitter mit einer vorgewählten Symmetrie. Für die nachfolgende Erläuterung wird von einer hexagonalen Symmetrie ausgegangen, auch wenn das Bravais-Gitter nach der Erfindung eine niedrigere Symmetrie und damit eine allgemeinere Form aufweisen kann. Die Mikrolinsen 24 selbst weisen einen Durchmesser und Abstand von weniger als 50 &mgr;m, typischerweise von etwa 10 &mgr;m bis etwa 20 &mgr;m auf und liegen damit deutlich unterhalb der Auflösungsgrenze des bloßen Auges.

Auf der Unterseite der Abstandsschicht 22 weist das Sicherheitselement 20 weiter eine Motivschicht 26 auf, die eine ebenfalls regelmäßige Anordnung von identischen Mikromotivelementen 28 enthält. Auch die Anordnung der Mikromotivelemente 28 bildet ein zweidimensionales Bravais-Gitter mit einer vorgewählten Symmetrie. Wie in 2 angedeutet, unterscheidet sich das Bravais-Gitter der Mikromotivelemente 28 in seiner Symmetrie und/oder in der Größe der Gitterparameter geringfügig von dem Bravais-Gitter der Mikrolinsen 24, um den gewünschten Moiré-Vergrößerungseffekt zu erzeugen. Die Gitterperiode der Anordnung der Mikromotivelemente 28 liegt in jedem Fall in derselben Größenordnung wie die der Mikrolinsen 24, so dass die Mikromotivelemente 28 selbst mit bloßem Auge ebenfalls nicht zu erkennen sind.

Die optische Dicke der Abstandsschicht 22 und die Brennweite der Mikrolinsen 24 sind so aufeinander abgestimmt, dass die die Mikromotivelemente 28 sich in etwa im Abstand der Linsenbrennweite befinden. Aufgrund der sich geringfügig unterscheidenden Gitterparameter sieht der Betrachter bei Betrachtung des Sicherheitselements 20 von oben jeweils einen etwas anderen Teilbereich des Mikromotivelements 28, so dass die Vielzahl der Mikrolinsen insgesamt ein vergrößertes Bild der Mikromotivelemente 28 erzeugt.

Die Moiré-Vergrößerung hängt dabei von dem relativen Unterschied der Gitterparameter der verwendeten Bravais-Gitter ab. Unterscheiden sich beispielsweise die Gitterperioden zweier hexagonaler Gitter um 1%, so beträgt die Moiré-Vergrößerung 100-fach. Mit abnehmendem relativem Unterschied strebt die Moiré-Vergrößerung gegen unendlich. Wie weiter unten genauer erläutert, ist die Moiré-Vergrößerung bei allgemeineren Gittersymmetrien kein Skalar mehr, sondern wird durch eine 2 × 2-Vergrößerungsmatrix beschrieben. Dies trägt der Tatsache Rechnung trägt, dass der Vergrößerungsfaktor im allgemeinen Fall in verschiedenen Richtungen der Ebene verschieden groß ist, so dass auch Drehungen und Verzerrungen berücksichtigt werden müssen.

Die Brennweite der Mikrolinsen 24 hat keinen Einfluss auf die Moiré-Vergrößerung. Sie beeinflusst jedoch zusammen mit der Differenz der Gitterparameter die scheinbare Schwebehöhe oder Schwebetiefe, in der das vergrößerte Motivbild für den Betrachter vor bzw. hinter der Bildebene zu schweben scheint.

Die Gitterparameter der Bravais-Gitter der Mikromotivelemente 28 und der Mikrolinsen 24 können beispielsweise so aufeinander abgestimmt werden, dass sich beim Verkippen des Sicherheitselements 20 der Intuition zuwiderlaufende Bewegungseffekte ergeben, die mit Bezug auf 3 erläutert werden. 3 zeigt in (a) eine Aufsicht auf einen Fensterbereich 14 eines erfindungsgemäßen Sicherheitsfadens 12. Bei senkrechter Betrachtung zeigt der Fensterbereich zwei übereinander stehende Buchstaben „F" in der Mitte des Sicherheitsfadens 12. Dabei stellt, wie oben erläutert, das für den Betrachter sichtbare, einen oder mehrere Millimeter große Bild 36 der Buchstaben „F" eine Moiré-vergrößerte Abbildung von Teilbereichen einer Vielzahl von Mikrobuchstaben „F" dar. Bei einem Moiré-Vergrößerungsfaktor von 100 führen beispielsweise Mikrobuchstaben mit einer Größe von lediglich 10 &mgr;m zu Bildbuchstaben 36 einer Größe von 1 mm.

Wird der Fensterbereich 14 um eine Achse 30 in Richtung 32 oder 34 verkippt, so bewegt sich das Bild 36 des Buchstabens „F" im Ausführungsbeispiel entgegen der Intuition nicht parallel, sondern senkrecht zur Richtung 32, 34, wie in 3(b) und (c) dargestellt. Durch diesen einprägsamen, im Moiré-Magnifier realisierbaren optischen Effekt wird das Augenmerk des Betrachters stark auf das Sicherheitselement hingezogen.

Gemäß der Erfindung sind die Bravais-Gitter der Anordnung der Mikromotivelemente 28 und der Anordnung der Mikrolinsen 24 nun so gewählt, dass zumindest eines der beiden Bravais-Gitter keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweist. Im weiter unten beschriebenen, allgemeineren Fall, in dem sich die Gitterparameter der Bravais-Gitter über die Ausdehnung des Sicherheitselements langsam verändern können, bedeutet diese Bedingung, dass zumindest eines der jeweils lokal vorliegenden konstanten Bravais-Gitter keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweist.

Zur näheren Erläuterung zeigt 4 in (a) bis (e) die fünf möglichen zweidimensionalen Bravais-Gitter. Alle periodischen ebenen Anordnungen lassen sich einem dieser Bravais-Gitter zuordnen, wobei zur eindeutigen Zuordnung das Bravais-Gitter mit der höchsten Symmetrie gewählt wird. Diese fünf Bravais-Gitter sind das Quadrat-Gitter mit einer Gitterzelle mit gleichlangen Seiten s und einem Zwischenwinkel &sgr; von 90° (4(a)), das Rechteck-Gitter mit einer Gitterzelle mit ungleichlangen Seiten s1 und s2 und einem Zwischenwinkel &sgr; von 90° (4(b)), das Rauten-Gitter mit einer Gitterzelle mit gleichlangen Seiten s und beliebigem Zwischenwinkel &sgr; (4(c), teilweise auch als flächenzentriertes Rechteckgitter bezeichnet), das Sechseck-Gitter mit einer Gitterzelle mit gleichlangen Seiten s und einem Zwischenwinkel &sgr; von 60° (4(d)), sowie das Parallelogramm-Gitter mit einer schiefwinkeligen Gitterzelle mit ungleichlangen Seiten s1 und s2 und beliebigem Zwischenwinkel &sgr; (4(e)).

Die Bravais-Gitter aus 4(a) bis (d) weisen jeweils mindestens eine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung auf. Eine derartige Symmetrieachse ist in den Figuren jeweils eingezeichnet. Im Gegensatz dazu weist das Parallelogramm-Gitter der 4(e) keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung auf. Es besitzt als einzige Symmetrie eine zweizählige Symmetrieachse senkrecht auf die Anordnungsebene.

Setzt man daher beispielsweise auf jeden Gitterpunkt 40 eines Parallelogramm-Gitters nach 4(e) ein Mikromotivelement 28, so weist die Anordnung der Mikromotivelemente 28 keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung auf. Gleiches gilt für den Fall, dass auf jeden Gitterpunkt 40 eines Parallelogramm-Gitters nach 4(e) eine Mikrolinse 24 gesetzt wird, oder dass für beide Anordnungen Parallelogramm-Gitter nach 4(e) eingesetzt werden.

Die Verwendung von Bravais-Gittern mit niedriger Symmetrie für zumindest eine der Anordnungen von Mikromotivelementen bzw. von Mikrolinsen bietet gegenüber der Verwendung der höhersymmetrischen Bravais-Gitter folgende Vorteile:

Eine Moiré-Vergrößerungsanordnung mit einer Gitteranordnung niederer Symmetrie lässt sich nur schwer nachahmen, da hierbei ein bestimmter Winkel in der Gitterzelle genau nachgestellt werden muss, sonst entsteht bei der Betrachtung nicht das richtige Bild. Genau bestimmte Winkel in den Gitterzellen können dabei zur verborgenen Kennzeichnung von erfindungsgemäß abgesicherten Produkten angewandt werden. Beispielsweise können unterschiedliche Produkte unterschiedliche Winkel erhalten, die so bestimmt werden können, dass für den Betrachter beim vergrößerten Bild kein Unterschied festzustellen ist. Darüber hinaus muss betont werden, dass sich alle üblicherweise mit Moiré-Vergrößerungsanordnungen höherer Symmetrie realisierbaren attraktiven Effekte auch mit den erfindungsgemäßen niedrigsymmetrischen Moiré-Vergrößerungsanordnungen realisieren lassen.

Der Zusammenhang zwischen dem Motivbild, der Anordnung der Mikrolinsen und dem vergrößerten Bild ist bei den niedrigsymmetrischen Moiré-Vergrößerungsanordnungen allerdings komplexer als bei den bekannten Anordnungen hoher Symmetrie. Eine Möglichkeit, ein geeignetes Motivbild aus einem vorgegebenen gewünschten vergrößerten Bild zu berechnen, wird daher nachfolgend im Detail erläutert:

5 zeigt zur Definition der auftretenden Größen zunächst schematisch die Verhältnisse bei der Betrachtung einer Moiré-Vergrößerungsanordnung 50. Die nicht maßstäblich dargestellte Moiré-Vergrößerungsanordnung 50 enthält eine Motivebene 52, in der das Motivbild angeordnet ist, eine Linsenebene 54, in der sich die Mikrolinsenanordnung befindet, und erzeugt eine Moiré-Bildebene 56, in der das vom Betrachter 58 wahrgenommene vergrößerte Bild beschrieben wird.

Die Anordnung von Mikromotivelementen in der Motivebene 52 wird durch ein zweidimensionales Bravais-Gitter beschrieben, dessen Gitterzelle durch die Vektoren u 1 und u 2 (mit den Komponenten u11, u21 bzw. u12, u22) angegeben wird. Analog wird die Anordnung von Mikrolinsen in der Linsenebene 54 durch ein zweidimensionales Bravais-Gitter beschrieben, dessen Gitterzelle durch die Vektoren w 1 und w 2 (mit den Komponenten w11, w21 bzw. w12, w22) angegeben wird. Mit den Vektoren t 1 und t 2 (mit den Komponenten t11, t21 bzw. t12, t22) wird die Gitterzelle in der Moiré-Bildebene 56 beschrieben.

Die Koordinaten der Punkte der Motivebene 52 werden mit Kleinbuchstaben, die der Punkte der Moiré-Bildebene 56 mit Großbuchstaben benannt, so dass

einen allgemeinen Punkt der Motivebene 52,
einen allgemeinen Punkt der Moiré-Bildebene 56 angibt. Diese Größen genügen bereits, um eine senkrechte Betrachtung (Betrachtungsrichtung 60) der Moiré-Vergrößerungsanordnung zu beschreiben. Um auch nicht-senkrechte Betrachtungsrichtungen, wie etwa die Richtung 62, berücksichtigen zu können, wird zusätzlich eine Verschiebung zwischen Linsenebene 54 und Motivebene 52 zugelassen, die durch einen Verschiebungsvektor
in der Motivebene 52 angegeben wird.

Verwendet man der einfacheren Darstellung halber die Matrizen

so ergibt sich das Moiré-Bild-Gitter aus den Gittervektoren der Mikromotivelement-Anordnung und der Mikrolinsen-Anordnung zu T = W·(WU)–1U.(1)

Die Bildpunkte der Moiré-Bildebene 56 können mithilfe der Beziehung R = W·(WU)–1·(rr0)(2) aus den Bildpunkten der Motivebene 52 bestimmt werden.

Bei der Herstellung von Moiré-Vergrößerungsanordnungen geht man in der Regel den umgekehrten Weg. Das vergrößerte Moiré-Bild und die Linsenanordnung werden vorgegeben und daraus ein – in der Regel verzerrtes – Motivbild berechnet. Anstatt die Linsenanordnung explizit vorzugeben, können auch nur gewisse Einschränkungen oder Bedingungen an die Linsenanordnung gestellt werden, und das Motivbild zusammen mit der erforderlichen Linsenanordnung berechnet werden. Die Gittervektoren der Mikromotivelement-Anordnung ergeben sich dabei durch geeignete Umformung der Beziehung (1) zu U = W·(T + W)–1·T.(3)

Die Bildpunkte der Motivebene können mithilfe der Beziehung r = W·(T + W)–1·R + r0(4) bestimmt werden.

Um zu einer allgemeinen Beschreibung zu gelangen, definiert man die Transformationsmatrix A = W ·(W U )–1, die die Koordinaten der Punkte der Motivebene 52 und der Punkte der Moiré-Bildebene 56 ineinander überführt, R = A·(rr0)(5a) bzw. r = A–1·R + r0.(5b)

Aus jeweils zwei der vier Matrizen U , W , T , A können die beiden anderen berechnet werden. Insbesondere gelten die Beziehungen T = A·U = W·(WU)–1·U = (AIW(6a) U = W·(T + W)–1·T = A–1·T = (IA)–1·W(6b) W = U·(TU)–1·T = (AI)–1·T = (AI)–1·A·U(6c) A = W·(WU)–1 = (T + WW–1 = T·U–1(6d)

Wie man sofort sieht, enthalten die Beziehungen (5a, b) und (6a-d) die oben angegebene Beziehungen (1) bis (4) als Spezialfall. Bei Vorgabe von zwei der drei Matrizen U , W , T können mithilfe der Beziehungen (6a-d) die dritte Matrix und die Transformationsmatrix A , und daraus mithilfe der Beziehungen (5a) bzw. (5b) die gewünschten Punktkoordinaten berechnet werden.

Es versteht sich, dass auch direkt die Transformationsmatrix A und eine der drei Matrizen U , W , T , beispielsweise die Matrix der Mikrolinsen W vorgegeben werden kann und die beiden anderen Matrizen und unter Verwendung der Beziehungen (6a-d) bestimmt werden können.

Die beschriebene Vorgehensweise wird nun anhand einiger konkreter Beispiele mit Bezug auf die 6 bis 8 näher erläutert.

Zunächst zeigt 6 in (a) ein Motivbild 70, dessen Mikromotivelernente 72 beispielhaft durch geeignet verzerrte, auf den Gitterplätzen eines niedrigsymmetrischen Bravais-Gitters liegende Buchstaben „F" gebildet sind. Konkret ist die Einheitszelle des Parallelogramm-Gitters der 6(a) durch Vektoren u 1 und u 2 mit u1 = |u 1| = 9,1 &mgr;m, u2 = |u 2| = 6,6 &mgr;m und &agr; = ∠(u 1, u 2) = 32° gegeben. Die Gitterzellen selbst weisen einen Winkel von &dgr;1 = 0° zu einer Bezugsrichtung Ref auf.

Dazugenommen ist eine selbst nicht gezeigte Anordnung von Mikrolinsen, die auf den Gitterplätzen eines zweiten Bravais-Gitters liegen. Im Ausführungsbeispiel ist das zweite Bravais-Gitter ebenfalls ein niedrigsymmetrisches Parallelogramm-Gitter, mit einer Einheitszelle, die durch die Vektoren w 1 und w 2 mit w1 = |w 1| = 9,2 &mgr;m, w2 = |w 2| = 6,5 &mgr;m und &bgr; = ∠(w 1, w 2) = 32° gegeben ist. Die Gitterzellen des zweiten Bravais-Gitters selbst weisen einen Winkel von &dgr;2 = 0° zur Bezugsrichtung Ref auf.

Wird der Verschiebungsvektor zu Null gesetzt (also x0 = y0 = 0) so ergibt sich für einen Betrachter, der aus einem normalen Betrachtungsabstand (der in jedem Fall groß gegen die Linsenbrennweite von ≈ 10 &mgr;m ist) auf die Moiré-Vergrößerungsanordnung blickt, das in 6(b) dargestellte vergrößerte Moiré-Bild 74. Wie deutlich zu erkennen, ist die Verzerrung der Buchstaben „F" im Motivbild 70 gerade so gewählt, dass sie durch den ebenfalls verzerrenden Moiré-Effekt ausgeglichen wird und der Betrachter unverzerrte und vergrößerte Buchstaben „F" 76 sieht. Man beachte, dass der Maßstab in 6(b) etwa 100-mal größer ist als in 6(a).

Die Abbildung von 6(a) nach 6(b) kann mithilfe der oben angegebenen Beziehungen (1) und (2) berechnet werden. Umgekehrt kann unter Verwendung der Beziehungen (3) und (4) auch von dem gewünschten Moiré-Bild 74 der 6(b) ausgegangen werden, und das Motivbild 70 mit den erforderlichen Verzerrungen berechnet werden.

Ein weiteres Beispiel für ein Motivbild 80 und ein daraus erzeugtes Moiré-Bild 84 ist in 7 gezeigt. Bei dem Ausführungsbeispiel der 7 liegen wieder durch geeignet verzerrte Buchstaben „F" repräsentierte Mikromotivelemente 82 auf den Gitterplätzen eines niedrigsymmetrischen Bravais-Gitters. Konkret ist die Einheitszelle des Parallelogramm-Gitters der 7(a) durch Vektoren u 1 und u 2 mit u1 = |u 1| = 7,3 &mgr;m, u2 = |u 2| = 9,3 &mgr;m und &agr; = ∠(u 1, u 2) = 45° gegeben. Die Gitterzellen weisen einen Winkel von &dgr;1 = –20,3° zu einer Bezugsrichtung Ref auf.

Dazugenommen ist eine Anordnung von Mikrolinsen, die auf den Gitterplätzen eines zweiten niedrigsymmetrischen Bravais-Gitters liegen. Im Ausführungsbeispiel ist das zweite Bravais-Gitter ebenfalls ein niedrigsymmetrisches Parallelogramm-Gitter mit einer Einheitszelle, die durch die Vektoren w 1 und w 2 mit w1 = |w 1| = 7,4 &mgr;m, w2 = |w 2| = 9,2 &mgr;m und &bgr; = ∠(w 1, w 2) = 45° gegeben ist. Die Gitterzellen des zweiten Bravais-Gitters weisen einen Winkel von &dgr;2 = –20,3° zur Bezugsrichtung Ref auf.

Wird der Verschiebungsvektor zu Null gesetzt (also x0 = y0 = 0) so ergibt sich für einen Betrachter, der mit einem normalen Betrachtungsabstand auf die Moiré-Vergrößerungsanordnung blickt, das in 7(b) dargestellte vergrößerte Moiré-Bild 84. Auch hier ist die Verzerrung der Buchstaben „F" 82 im Motivbild 80 gerade so gewählt, dass sie durch den ebenfalls verzerrenden Moiré-Effekt ausgeglichen wird und der Betrachter unverzerrte und vergrößerte Buchstaben „F" 86 sieht.

Zusätzlich tritt aufgrund der für 7 gewählten Gitterparameter ein orthoparallaktischer Bewegungseffekt auf, der bereits im Zusammenhang mit 3 beschrieben wurde. Kippt man nämlich das Motivbild 80 der 7(a) seitlich, so bewegen sich die vergrößerten Buchstaben 86 senkrecht zur Kipprichtung und nicht parallel dazu, wie man intuitiv erwarten würde. Dieser orthoparallaktische Bewegungseffekt ergibt sich unmittelbar aus den Beziehungen (2) und (4), er lässt sich jedoch auch anschaulich leicht verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass eine seitliche Verkippung des Motivbildes 80 die Motivbuchstaben 82 parallel zur langen Rückenseite der Buchstaben „F" bewegt, und dass diese Bewegung parallel zur langen Rückenseite in dem Moiré-vergrößerten Bild 84 aufgrund der gedrehten Lage der Bildbuchstaben 86 einer Auf- und Abbewegung entspricht.

Die Transformationsmatrix A beschreibt im Allgemeinen eine Verzerrung des Motivs bei Moirébildung. In einem prominenten Sonderfall, bei dem das Motiv bei Moirébildung nicht verzerrt wird, sind die Matrizen U , W so gewählt, dass sie gleiche Gestalt haben, das heißt, dass die Seitenlängen s1 und s2 sowie der Zwischenwinkel &sgr; der Gitter der Motivebene und der Mikrolinsenanordnung gleich sind, die Gitter aber um einen gewissen Winkel &phgr; ≠ 0 gegeneinander gedreht sind.

In diesem Fall beschreibt die Transformationsmatrix A einen Vergrößerungsfaktor und eine Drehung, jedoch keine Verzerrung, so dass die Gestalt des Motivs bei der Betrachtung bis auf Vergrößerung und Drehung erhalten bleibt. Dies gilt unabhängig von der Art der gewählten Bravais-Gitter, insbesondere auch für die erfindungsgemäß bevorzugten Parallelogrammgitter. Vergrößerungsfaktor und Drehwinkel zwischen Bild- und Motivebene sind für diesen Sonderfall durch V = 1/(2sin(&phgr;/2)), und &Dgr; = 90° – &phgr;/2 gegeben, wie sich leicht aus einer expliziten Darstellung der Transformationsmatrix A ersehen lässt.

Da ein Moiré-Magnifier typischerweise mit hoher Vergrößerung, also mit kleinem Winkel &phgr; ausgeführt wird, ist der Drehwinkel &Dgr; zwischen Bild- und Motivebene annähernd 90°, so dass sich der oben beschriebene orthoparallaktische Bewegungseffekt ergibt.

Die Transformationsmatrix A beschreibt auch die Bewegung eines Moiré-Bildes bei der Bewegung der Moiré-bildenden Anordnung, die von der Verschiebung der Motivebene 52 gegen die Linsenebene 54 herrührt:

Verwendet man im Moiré-Magnifier ein Linsengitter oder ein vom Motivgitter beabstandetes Lochgitter, so bedeutet eine Verkippung der Anordnung eine Verschiebung des Motivs, da der Betrachter dann schräg durch die Linsen oder Löcher blickt und damit durch die jeweilige Linse (bzw. das jeweilige Loch) eine andere Stelle des Motiv herausgeholt wird als ohne Verkippung.

Führt bei dem Moiré-Magnifier eine seitliche Verkippung zu einer seitlichen Verschiebung, so erscheint das Moirébild bei beidäugiger Betrachtung mit Tiefenwirkung: Wegen des seitlichen „Kippwinkels' von etwa 15° (zwischen den Augen bei normaler Betrachtungsentfernung von ca. 25 Zentimetern) werden die seitlich verschoben gesehenen Moirébilder vom menschlichen Gehirn so interpretiert, als liege das Motiv je nach Richtung der seitlichen Verschiebung vor oder hinter der tatsächlichen Substratebene. Die Tiefenwirkung richtet sich dabei nach der Größe der Verschiebung.

Will man mit einem Moiré-Magnifier dreidimensionale Bildwirkung erzeugen, ist also das Bewegungsverhalten bei seitlicher Kippung entscheidend. Während eine seitliche Kippung vorzugsweise für 3D-Wirkung ausgenutzt werden kann, bietet es sich an, eine Vor-Rück-Kippung zur attraktiven Bewegung des Motivs im Bildkontext einzusetzen. Es ist also für das Design eines Moiré-Magnifiers wichtig, sein Verhalten bei Kippung (seitlich und vor-rückwärts) zu kennen und gezielt zu beeinflussen. Das kann erfindungsgemäß beispielsweise aufgrund folgender Überlegungen geschehen:

Die Spalten der Transformationsmatrix A lassen sich als Vektoren interpretieren

Man sieht nun, dass der Vektor &agr; 1 angibt, in welcher Richtung sich das Moirébild bewegt, wenn man die Anordnung aus Motiv- und Linsenraster seitlich kippt, und dass der Vektor &agr; 2 angibt, in welcher Richtung sich das Moirébild bewegt, wenn man die Anordnung aus Motiv- und Linsenraster vorrückwärts kippt.

Die Bewegungsrichtung ergibt sich bei vorgegebenem A wie folgt: Bei seitlicher Kippung der Motivebene bewegt sich das Moiré unter einem Winkel &ggr;1 zur Waagrechten, gegeben durch

Analog bewegt sich das Moiré bei vor-rückwärtiger Kippung unter einem Winkel &ggr;2 zur Waagrechten, gegeben durch

Bei einem konkreten Ausführungsbeispiel, das nunmehr mit Bezug auf 8 beschrieben wird, soll das Motiv aus zwei Buchstabenarrays mit den Buchstaben „F" und „P" bestehen, wobei die beiden Buchstaben in unterschiedlichen Arrays angeordnet sind. Beim beidäugigen Betrachten der Moiré-Magnifier-Anordnung soll eines der Buchstabenarrays F oder P um ca. 1 mm vor der Substratebene schwebend erscheinen, das andere Buchstabenarray soll um ca. 1 mm hinter der Substratebene schwebend erscheinen. Beim Vor-Rück-Kippen soll das eine Buchstabenarray F oder P von links oben nach rechts unten und zurück laufen, das andere Buchstabenarray soll gleichzeitig von links unten nach rechts oben und zurück laufen, jeweils unter einem beispielhaft gewählten Winkel von etwa 40°.

Der Moiré-Magnifier soll mit Linsen mit Brennweite von etwa 10 Mikrometern und seitlichen Linsenabständen in gleicher Größenordnung aufgebaut werden. Die Buchstaben im Moirébild sollen etwa 1 mm groß erscheinen.

Zur Berechnung wird angenommen, dass w1, w2 die Seitenlängen der Linsenraster-Einheitszelle sind und &agr;1 der Zwischenwinkel zwischen den Seiten in der linken unteren Ecke der Einheitszelle ist, und dass u1, u2 die Seitenlängen der Motivraster-Einheitszelle sind und &agr;2 der Zwischenwinkel zwischen den Seiten in der linken unteren Ecke der Einheitszelle ist.

In der Linsenebene werden Linsen mit einer Brennweite von 10 &mgr;m in einem Raster mit den Daten w1 = 10 &mgr;, w2 = 7 &mgr;m, &agr;1 = 65° angeordnet. In der Motivebene werden die Buchstaben F und P verzerrt angelegt, wie in 8(a) gezeigt. Der Buchstabe F wird dabei in einem Raster 90 mit den Daten u1 = 9,9 &mgr;m, u2 = 7,11 &mgr;m, &agr;2 = 65°, angeordnet, der Buchstabe P in einem Raster 92 mit den Daten u1 = 10,1 &mgr;m, u2 = 6,96 &mgr;m, &agr;2 = 64°.

Mit diesen Angaben kann mithilfe der Beziehung (6d) die Matrix A und mit Beziehung (5b) die verzerrten Motive „F" und „P" berechnet werden, wie in 8(a) dargestellt. Dieses Muster mit den verzerrten und verschobenen Buchstaben F und P wird in eine Lackschicht auf einer Seite einer Folie geprägt, auf deren anderer Seite man das oben spezifizierte Linsenraster anbringt. Dabei wird die Foliendicke so gewählt, dass die Motive in der Brennebene der Linsen liegen.

Betrachtet man nun den so gebildeten Moiré-Magnifier, so sieht der Betrachter die unverzerrten, vergrößerten Buchstaben F und P, wie in 8(b) gezeigt. Die gemischten Gitter aus F's und P's stören sich gegenseitig nicht, da das Linsenraster nur die zu einer Blickrichtung gehörenden Bildpunkte herausholt und die anderen Partien verdeckt bleiben. Entscheidend ist dabei, dass die überlagerten F- und P-Arrays für ein und dasselbe Linsenarray konzipiert sind.

Nach Konstruktion bewegen sich die vergrößerten Buchstaben „F" und „P" beim Kippen der Anordnung in den gewünschten Richtungen, die in 8(b) durch die Pfeile 94 für die Buchstaben F und die Pfeile 96 für die Buchstaben P angedeutet sind.

Zurückkommend auf die weiter oben bereits angesprochene Vorgehensweise bei der Herstellung von Moiré-Vergrößerungsanordnungen kann in einer besonders bevorzugten Variante wie folgt vorgegangen werden. Zur Erläuterung wird die Beziehung (6b) in der für die nachfolgende Diskussion besonders geeigneten Form U = WA–1·W(7) verwendet.

Zunächst wird ein Soll-Motiv, wie etwa eine Buchstabenfolge, gewählt, und ein 3D-Verhalten und/oder ein Bewegungsverhalten für seitliches und Vor-Rück-Kippen konzipiert. Dann wird die Transformationsmatrix A wie oben beschrieben festgelegt, die die gewünschten Bewegungen des Moirébildes und den 3D-Eindruck erzeugt. Falls erforderlich, wird das Motiv nochmals überarbeitet, um es der Transformation anzupassen.

Das einzubringende Motiv selbst erhält man aus dem gewünschten Motiv, indem man auf das gewünschte Motiv die Umkehrmatrix A –1 anwendet. Diese Umwandlung kann in üblichen Zeichenprogrammen, wie „Corel Draw" oder „Illustrator" erfolgen, wenn man die Transformation A –1 aus Skalierung, Spiegelung, Scherung und Drehung aufbaut, da diese Transformationsmöglichkeiten von derartigen Zeichenprogrammen bereitgestellt werden. Die Matrix A wie auch die Umkehrmatrix A –1 stellen lineare Transformationen dar, die sich als Produkt einer Skalierung, einer Scherung und einer Drehung darstellen lassen. Die Skalierung mit Vorzeichen umfasst dabei auch Vergrößerung, Verkleinerung, Dehnung, Stauchung und Spiegelung.

Anstatt mit einem Zeichenprogramm zu arbeiten, kann auch mit mathematischen Computerprogrammen wie etwa „Mathematica" jede Transformationsmatrix oder Matrixkombination auf ein als Pixel- oder Vektorgraphik gegebenes gewünschtes Motiv angewandt werden, um das einzubringende Motiv zu erzeugen.

Man kann nun ein Linsenraster W als Bravais-Gitter mit beliebiger Symmetrie wählen, ohne dass dies einen inhaltlichen Einfluss auf das Moirébild und auf seine Bewegung hat. Das Linsenraster legt bei dieser Konzeption lediglich fest, in welchen Abständen und in welchen Richtungen sich das Moirébild wiederholt.

Mit der Umkehrmatrix A –1 bildet man nun A –1·W , so dass, wenn A beispielsweise eine 100-fache Vergrößerung und eine Drehung um den Winkel &phgr; darstellt, die Transformation A –1·W bedeutet, dass das Gitter W auf ein 100stel verkleinert und um den Winkel –&phgr; gedreht wird.

Im nächsten Schritt erhält man das Motivraster U als Differenzmatrix W A –1·W . Das so gewonnene Motivraster U hat nun die Eigenschaft zusammen mit dem vorher frei gewählten Linsenraster W die gewünschten Motivbewegungen A zu erzeugen.

Das frei gewählte Linsenraster-Bravaisgitter W kann hohe oder niedere Symmetrie haben, durch das Anhängen von –A –1·W ergibt sich im Allgemeinen für das Motivraster U ein Bravais-Gitter mit niederer Parallelogrammsymmetrie. Im letzten Schritt wird das mit A –1 umgewandelte einzubringende Motiv nun als Array angeordnet mit den Arrayraster-Daten U .

Das beschriebene Verfahren lässt sich auch anwenden, wenn die Matrizen ortsabhängig variieren:

Variiert man die Matrix A ortsabhängig, hält das Linsenraster W konstant und bestimmt das Motivraster nach der Beziehung U = W A –1·W , so erhält man eine ortsabhängig variierende Verzerrung und/oder Bewegung und/oder 3D-Tiefe.

Analog gilt: Variiert man die Matrix A ortsabhängig, hält das Motivraster U konstant und bestimmt das Linsenraster nach der Beziehung W = (A I )–1·A ·U , so erhält man eine ortsabhängig variierende Verzerrung und/oder Bewegung und/oder 3D-Tiefe.

Umgekehrt gilt: Hält man die Matrix A konstant und variiert die Raster W und U in einer Weise, dass die Beziehung U = W A –1·W erfüllt wird, so bleiben das Aussehen, die Bewegungs- und 3D-Eigenschaften der Motive im Moirébild ortsunabhängig, jedoch die Abstände der Moirébilder im Gitter variieren ortsabhängig.

Natürlich kann man auch alle Größen A , W , U unter Berücksichtigung der Beziehung (7) ortsabhängig variieren, was zur Folge hat, dass sowohl Motivaussehen als auch Motivabstände im Moirégitter ortsabhängig variieren.

Ein weiteres Problem stellt die Frage dar, wie die in Rastern angeordneten Motivelemente und Linsenelemente passend zu den Rastereigenschaften optimiert werden können.

Zur Illustration zeigt 9 als Motivelement die Buchstabenfolge „ABCD", die sich periodisch wiederholend unter rasterförmig angeordneten Linsen mit kreisförmigem Umriss angeordnet ist. In 9(a) sind in den Umrisslinien des Linsenarrays 100 konzentrische Kreise 102 eingezeichnet, die bei konventionellen Linsen die Höhenlinien auf den Linsenflächen andeuten sollen. Bei speziellen Linsen können die konzentrischen Kreise auch andere Bedeutung haben, z.B. Stufengrenzen bei Fresnellinsen, optische Gitterlinien bei holographischen Linsen, Linien mit gleichem Brechzahlgradienten bei Gradientenlinsen usw. In 9(b) ist die Buchstabenfolge 104 „ABCD" in das Linsenraster 100 eingepasst und 9(c) zeigt den als Moiré erscheinenden Text 106, wobei deutlich wird, dass die einfache Einpassung der 9(b)zu viel ungenutztem Leerraum 108 führt. Auch kann die Schriftgröße nicht optimal im Verhältnis zur verfügbaren Fläche gewählt werden.

Eine mögliche Vorgehensweise zur Lösung des Problems ist in der 10 illustriert. Dabei zeigt 10(a) ein Linsenarray 110, bei dem die Einzellinsen 112 passend zur Form der Motivelemente 114, hier wieder der Buchstabenfolge „ABCD", zurechtgeschnitten sind. 10(b) zeigt die in die Linsen 112 eingepassten Motive 114 und 10(c) das als Moiré ohne ungenutzte Zwischenräume erscheinende Motiv 116. In diesem Beispiel haben sowohl das Linsenarray als auch das Motivarray Parallelogrammsymmetrie, wobei in 10(a) eine Parallelogramm-Einheitszelle 118 eingezeichnet ist. Die Umrisse der Linsen 112 und Motive 114 müssen keine Parallelogramme sein, sie können prinzipiell beliebig gestaltet sein, und etwa wie im Ausführungsbeispiel als Rechtecke oder mit beliebigen Rändern zusammengefügt werden.

11 zeigt weitere Möglichkeiten, ungenutzte Zwischenräume im Rahmen der Erfindung vermeiden. Bei dieser Erfindungsvariante werden die Motivelemente passend zum Linsenraster verzerrt gestaltet und es wird durch geeignete Wahl der Abbildungsmatrix A sicherstellt, dass das in der Moiréanordnung vergrößert erscheinende Motiv unverzerrt erscheint.

11(a) zeigt in der linken Bildhälfte ein passend horizontal gestauchtes Motiv 124 unter einem Linsenraster 120, und in der rechten Bildhälfte das bei der Betrachtung vergrößert erscheinende Moirémotiv 126 ohne ungenutzte Zwischenräume. Analog zeigt 11(b) die Vorgehensweise für ein vertikal gestauchtes Motiv 134 und 11(c) für ein schräg angeordnetes Motiv 144, die jeweils unter einem Linsenraster 130 bzw. 140 angeordnet sind. Bei der Betrachtung ergeben sich die Moirébilder 136 bzw. 146, die keine überflüssigen Zwischenräume aufweisen.


Anspruch[de]
Sicherheitselement für Sicherheitspapiere, Wertdokumente und dergleichen, mit einer mikrooptischen Moiré-Vergrößerungsanordnung mit

– einem Motivbild, das aus einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikromotivelementen besteht, und

– einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikrofokussierelementen zur Moiré-vergrößerten Betrachtung der Mikromotivelemente des Motivbilds,

wobei die Anordnung von Mikromotivelementen und/oder die Anordnung von Mikrofokussierelementen in ihren periodischen oder zumindest lokal periodischen Bereichen keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweist.
Sicherhheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Mehrzahl von Mikromotivelementen als auch die Mehrzahl von Mikrofokussierelementen periodisch angeordnet sind. Sicherheitselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Periodizitätslänge zwischen 3 &mgr;m und 50 &mgr;m, bevorzugt zwischen 5 &mgr;m und 30 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen etwa 10 &mgr;m und etwa 20 &mgr;m liegt. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikromotivelementen und die Anordnung von Mikrofokussierelementen jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter bilden, wobei die Anordnung von Mikromotivelementen ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Sicherheitselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben werden, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikromotivelemente von dem Bravais-Gitter der Mikrofokussierelemente in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2%, unterscheidet. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikromotivelementen und die Anordnung von Mikrofokussierelementen jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter bilden, wobei die Anordnung von Mikrofokussierelementen ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Sicherheitselement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben werden, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikrofokussierelemente von dem Bravais-Gitter der Mikromotivelemente in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2%, unterscheidet. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Mehrzahl von Mikromotivelementen als auch die Mehrzahl von Mikrofokussierelementen lokal periodisch angeordnet sind, wobei sich die lokalen Periodenparameter im Verhältnis zur Periodizitätslänge nur langsam ändern. Sicherheitselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die lokalen Periodenparameter über die Ausdehnung des Sicherheitselements periodisch moduliert sind, wobei die Modulationsperiode vorzugsweise mindestens 20 mal, bevorzugt mindestens 50 mal, besonders bevorzugt mindestens 100 mal größer ist, als die lokale Periodizitätslänge. Sicherheitselement nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Periodizitätslänge zwischen 3 &mgr;m und 50 &mgr;m, bevorzugt zwischen 5 &mgr;m und 30 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen etwa 10 &mgr;m und etwa 20 &mgr;m liegt. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 oder 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikromotivelementen und die Anordnung von Mikrofokussierelementen lokal jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter bilden, wobei die Anordnung von Mikromotivelementen lokal ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Sicherheitselement nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter lokal jeweils durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben werden, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikromotivelemente von dem Bravais-Gitter der Mikrofokussierelemente in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2%, unterscheidet. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 oder 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikromotivelementen und die Anordnung von Mikrofokussierelementen lokal jeweils ein zweidimensionales Bravais-Gitter bilden, wobei die Anordnung von Mikrofokussierelementen lokal ein Bravais-Gitter mit der Symmetrie eines Parallelogramm-Gitters bildet. Sicherheitselement nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Gitterzellen der beiden Bravais-Gitter lokal jeweils durch eine erste Seitenlänge s1, eine zweite Seitenlänge s2 und einen Zwischenwinkel &sgr; beschrieben werden, wobei sich das Parallelogramm-Gitter der Mikrofokussierelemente von dem Bravais-Gitter der Mikromotivelemente in zumindest einem der Gitterparameter s1, s2 und &sgr; um 0,01% bis 5%, vorzugsweise um 0,1% bis 2%, unterscheidet. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Motivbild und die Anordnung von Mikrofokussierelementen an gegenüberliegenden Flächen einer optischen Abstandsschicht angeordnet sind. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrofokussierelemente durch nichtzylindrische Mikrolinsen, insbesondere durch Mikrolinsen mit einer kreisfömigen oder polygonal begrenzten Basisfläche gebildet sind. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikrofokussierelementen mit einer Schutzschicht versehen ist, deren Brechungsindex vorzugsweise um mindestens 0,3 von dem Brechungsindex der Mikrofokussierelemente abweicht. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtdicke des Sicherheitselements unterhalb von 50 &mgr;m liegt. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikromotivelemente in Form von Mikrozeichen oder Mikromustern vorliegen. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikromotivelemente in einer Druckschicht vorliegen. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Form und Anordnung der Mikrofokussierelemente und die Form und Anordnung der Mikromotivelemente aufeinander abgestimmt sind, um ungenutzte Zwischenräume in dem vergrößerten Motivbild zu vermeiden. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement weiter eine opake Abdeckschicht zur bereichsweisen Abdeckung der Moiré-Vergrößerungsanordnung aufweist. Sicherheitselement nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen vorliegt und/oder Aussparungen in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen aufweist. Sicherheitselement nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht eine Druckschicht oder eine Reflexionsschicht, insbesondere eine Metallschicht, umfasst. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement ein Sicherheitsfaden, ein Aufreißfaden, ein Sicherheitsband, ein Sicherheitsstreifen, ein Patch oder ein Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen ist. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselements mit einer mikrooptischen Moiré-Vergrößerungsanordnung, bei dem ein Motivbild, das aus einer planaren periodischen oder zumindest lokal periodischen Anordnung einer Mehrzahl von Mikromotivelementen besteht, und eine planare periodische oder zumindest lokal periodische Anordnung einer Mehrzahl von Mikrofokussierelementen so angeordnet werden, dass die Mikromotivelemente bei Betrachtung durch die Mikrofokussierelemente vergrößert erkennbar sind, und wobei die Anordnung von Mikromotivelementen und/oder die Anordnung von Mikrofokussierelementen so gewählt werden, dass sie in ihren periodischen oder zumindest lokal periodischen Bereichen keine Symmetrieachse in der Ebene der Anordnung aufweisen. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass das Motivbild und die Anordnung von Mikrofokussierelementen an gegenüberliegenden Flächen einer optischen Abstandsschicht angeordnet werden. Verfahren nach Anspruch 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Mikrofokussierelementen mit einer Schutzschicht versehen wird, deren Brechungsindex vorzugsweise um mindestens 0,3 von dem Brechungsindex der Mikrofokussierelemente abweicht. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 26 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikromotivelemente auf ein Substrat gedruckt werden, vorzugsweise in Form von Mikrozeichen oder Mikromustern. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 26 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement weiter mit einer opaken Abdeckschicht zur bereichsweisen Abdeckung der Moiré-Vergrößerungsanordnung versehen wird. Verfahren nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen aufgebracht wird und/oder mit Aussparungen in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen versehen wird. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 26 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass

a) ein gewünschtes, bei Betrachtung zu sehendes Bild mit einem oder mehreren Moiré-Bildelementen festgelegt wird, wobei die Anordnung von vergrößerten Moiré-Bildelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren t 1 und t 2 gegeben sind, gewählt werden,

b) eine Anordnung von Mikrofokussierelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren w 1 und w 2 gegeben sind, gewählt werden,

c) das Motivbild mit den Mikromotivelementen unter Verwendung der Beziehungen U = W·(T + W)–1·T und r = W·(T + W)–1·R + r0 berechnet wird, wobei
einen Bildpunkt des gewünschten Bilds,
einen Bildpunkt des Motivbilds,
eine Verschiebung zwischen der Anordnung von Mikrofokussierelementen und der Anordnung von Mikromotivelementen darstellt, und die Matrizen T , W und U durch
bzw.
gegeben sind, wobei t1i, t2i, u1i, u2i bzw. w1i, w2i die Komponenten der Gitterzellenvektoren t i, u i und w i, mit i = 1, 2 darstellen.
Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 26 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass

a) ein gewünschtes, bei Betrachtung zu sehendes Bild mit einem oder mehreren Moiré-Bildelementen festgelegt wird,

b) eine Anordnung von Mikrofokussierelementen in Form eines zweidimensionalen Bravais-Gitters, dessen Gitterzellen durch Vektoren w 1 und w 2 gegeben sind, gewählt werden,

c) eine gewünschte Bewegung des zu sehenden Bildes beim seitlichen Kippen und beim vor-rückwärtigen Kippen der Moiré-Vergrößerungsanordnung festgelegt wird, wobei die gewünschte Bewegung in Form der Matrixelemente einer Transformationsmatrix A vorgegeben wird, und

d) das Motivbild mit den Mikromotivelementen unter Verwendung der Beziehungen U = (IA–1W und r = A–1·R + r0 berechnet wird, wobei
einen Bildpunkt des gewünschten Bilds,
einen Bildpunkt des Motivbilds,
eine Verschiebung zwischen der Anordnung von Mikrofokussierelementen und der Anordnung von Mikromotivelementen darstellt, und die Matrizen A , W und U durch
bzw.
gegeben sind, wobei u1i, u2i, w1i, w2i die Komponenten der Gitterzellenvektoren u i und w i mit i = 1, 2 darstellen.
Verfahren nach Anspruch 32 oder 33, dadurch gekennzeichnet, dass die Vektoren u 1 und u 2, bzw. w 1 und w 2 ortsabhängig moduliert werden, wobei sich die lokalen Periodenparameter |u 1|, |u 2|, ∠(u 1, u 2) bzw. |w 1|, |w 2|, ∠(w 1, w 2) im Verhältnis zur Periodizitätslänge nur langsam ändern. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 32 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass die Form und Anordnung der Mikrofokussierelemente und die Form und Anordnung der Mikromotivelemente so aufeinander abgestimmt werden, dass ungenutzte Zwischenräume in dem vergrößerten Motivbild vermieden werden. Sicherheitspapier für die Herstellung von Sicherheits- oder Wertdokumenten, wie Banknoten, Schecks, Ausweiskarten, Urkunden oder dergleichen, das mit einem Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 35 ausgestattet ist. Sicherheitspapier nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier ein Trägersubstrat aus Papier oder Kunststoff umfasst. Datenträger, insbesondere Markenartikel, Wertdokument oder dergleichen, mit einem Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 35. Datenträger nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement in einem Fensterbereich des Datenträgers angeordnet ist. Verwendung eines Sicherheitselements nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 35, eines Sicherheitspapiers nach Anspruch 36 oder 37, oder eines Datenträgers nach Anspruch 38 oder 39 zur Fälschungssicherung von Waren beliebiger Art.






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