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Dokumentenidentifikation EP1788670 05.07.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001788670
Titel Bürstenhalter für Elektromotor eines Werkzeuggeräts
Anmelder Metabowerke GmbH, 72622 Nürtingen, DE
Erfinder Johnen, Markus Dr.-Ing., 72581 Dettingen/Erms, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 18.11.2005
EP-Aktenzeichen 050252212
EP-Offenlegungsdatum 23.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.07.2007
IPC-Hauptklasse H01R 39/38(2006.01)A, F, I, 20070424, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bürstenhalter für einen Elektromotor insbesondere eines Elektrowerkzeuggeräts, mit einem eine Schleifbürste längsverschieblich aufnehmenden Führungsgehäuse.

Ein derartiger Bürstenhalter ist beispielsweise bekannt aus EP 0 615 316 B1 oder EP 0 397 973 B1 . Die Schleifbürste, die in der Regel als Kohlebürste ausgebildet ist, liegt im Betriebszustand an einer konzentrischen Schleiffläche am Mantel eines Kommutators an. Die Längsverschieblichkeit der Schleifbürste ist dabei zu dem Kommutator in radialer Richtung gegeben. Die Schleifbürste ist üblicherweise mittels einer Bürstenfeder nach radial innen in Richtung auf die Schleiffläche des Kommutators vorgespannt.

Bei bekannten Bürstenhaltern bzw. Elektrowerkzeuggeräten mit solchen bekannten Bürstenhaltern kommt es häufig vor, dass sich die frei liegende Bürstenlitze an Gehäusebauteilen, Rippen und Schraubaugen und dergleichen verfängt. Dies wird durch Vibrationen des Werkzeuggeräts unterstützt. Solchenfalls kommt es dazu, dass sich die Schleifbürste im Laufe ihrer Abnutzung an der Bürstenlitze "aufhängt", d. h. die Schleifbürste kann sich nicht ihrem Verschleiß folgend weiter in Richtung auf den Kommutator bewegen, wenn sie infolge der verhakten Bürstenlitze an dieser Nachführbewegung gehindert wird.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesem Problem wirkungsvoll zu begegnen.

Diese Aufgabe wird durch einen Bürstenhalter der genannten Art gelöst, der erfindungsgemäß gekennzeichnet ist durch eine am Führungsgehäuse vorgesehene Haltevorrichtung zum Fixieren der Bürstenlitze, derart, dass genug Litzenlänge für das Nachschieben der Schleifbürste zur Verfügung steht.

Dadurch, dass die Bürstenlitze durch eine direkt am Führungsgehäuse angeordnete Haltevorrichtung lokalisiert und fixiert ist, kann sich der zwischen der Haltevorrichtung und der Schleifbürste erstreckte Abschnitt der Bürstenlitze nicht mehr an sonstigen Geräteteilen verfangen. Sofern der jenseits der Haltevorrichtung erstreckte Teil der Bürstenlitze irgendwo hinterhakt, so hat dies keinen Einfluss auf die Längsverschiebbarkeit der Schleifbürste in dem Führungsgehäuse mehr. Der zwischen der Haltevorrichtung und der Schleifbürste freiliegende Abschnitt der Bürstenlitze wird dabei so lang gewählt, dass er ein entsprechendes Nachschieben der Schleifbürste über die gesamte bestimmungsgemäße Abnutzungsstrecke gestattet.

Es kommt so nicht zu dem vorausgehend erwähnten "Aufhängen" der Schleifbürste aus der Bürstenlitze.

Die Haltevorrichtung könnte in an sich beliebiger Weise ausgebildet sein, solange sie den vorstehend genannten Zweck erfüllt. In vorteilhafter Weise wirkt die Haltevorrichtung klemmend mit der Bürstenlitze zusammen.

Hierfür könnte beispielsweise eine gegen eine Klemmbacke schraubbare Klemmschraube vorgesehen sein. Es erweist sich indessen als vorteilhaft, wenn die Haltevorrichtung so ausgebildet ist, dass die Bürstenlitze werkzeuglos daran geklemmt werden kann.

In weiterer Ausbildung dieses Erfindungsgedankens erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Haltevorrichtung eine randoffene Klemmöffnung aufweist. Diese Klemmöffnung könnte beispielsweise schlitzförmig erstreckt sein, so dass die Bürstenlitze in den länglichen Schlitz eingesteckt werden kann und hierin verklemmt.

In Weiterbildung dieses Erfindungsgedankens erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Klemmöffnung sich in Einsteckrichtung verjüngt. Auf diese Weise kann eine besonders effektive Klemmung der Bürstenlitze erreicht werden.

In noch weitergehender Ausbildung kann es sich als vorteilhaft erweisen, wenn die Klemmöffnung sich nach der Verjüngung wieder geringfügig erweitert. Die Klemmöffnung kann zumindest in einem Abschnitt eine runde lichte Querschnittsfläche aufweisen.

Nach einem weiteren Erfindungsgedanken erweist es sich als vorteilhaft, wenn sich die Haltevorrichtung quer zur Längsverschieberichtung der Schleifbürste von dem Führungsgehäuse weg erstreckt. Auf diese Weise wird Raum geschaffen, innerhalb dessen die Bürstenlitze nachführbar vorgehalten werden kann.

In Weiterbildung dieses Erfindungsgedankens kann die Haltevorrichtung an ihrem freien Ende die Bürstenlitze fixierend aufnehmen.

Ausgehend von der Haltevorrichtung kann sich die Bürstenlitze dann in beliebiger Weise von der Schleifbürste weg in Richtung Arbeitsstromkreis des Elektromotors erstrecken. Es wäre insbesondere denkbar, dass die Bürstenlitze direkt am spannungsführenden Kontakt (des Schalters oder der Feldspule) angeschlossen ist, so dass keine zusätzlichen Kontaktstellen mehr benötigt werden. Insgesamt ist das erfindungsgemäße System mit dem schacht- oder köcherartigen Führungsgehäuse mit Haltevorrichtung und Schleifbürste montagefreundlicher als bekannte Systeme, da insgesamt weniger Kontaktierungen vorgenommen werden müssen. Daher ist das System auch weniger fehleranfällig; Steckverbindungen neigen nämlich unter Temperatur- und Vibrationseinfluss zum Ausfall.

Nach einem weiteren Erfindungsgedanken erweist es sich als vorteilhaft, wenn das Führungsgehäuse ein Blechmaterial umfasst und die Haltevorrichtung einen aus einer Wandung des Führungsgehäuses ausgeklinkten Steg umfasst. Auf diese Weise ist es möglich, eine einstückige Ausbildung der Haltevorrichtung und des Führungsgehäuses in besonders einfacher Weise zu verwirklichen.

In noch weitergehender Ausbildung dieses Erfindungsgedankens erweist es sich als vorteilhaft, wenn durch Ausklinken des Stegs ein Schlitz in der Wandung des Führungsgehäuses gebildet ist, durch den sich die Bürstenlitze ausgehend von der Schleifbürste nach außen und zu der Haltevorrichtung erstreckt.

Des Weiteren erweist es sich als vorteilhaft, wenn das Führungsgehäuse Abstützungen für ein Federmittel aufweist, welches die Schleifbürste in radialer Richtung belastet, wobei die Abstützungen einstückig mit dem Führungsgehäuse ausgebildet oder an das Führungsgehäuse angefügt sind.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen und der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bürstenhalters.

In der Zeichnung zeigt:

Figuren 1 bis 3
verschiedene perspektivische Ansichten eines erfindungsgemäßen Bürstenhalters.

Die Figuren zeigen einen erfindungsgemäßen Bürstenhalter 2 als vormontierbare Baugruppe 4 insbesondere für die Verwendung bei einem Elektrowerkzeuggerät. Die Baugruppe 4 umfasst ein köcher- oder schachtförmiges Führungsgehäuse 6 und eine darin eingesetzte Schleifbürste 8 in Form einer Kohlebürste. Von der Schleifbürste 8 führt eine Bürstenlitze 10 weg zu einer Haltevorrichtung 12, wo die Bürstenlitze 10 klemmend fixiert ist. Von dort führt die Bürstenlitze zu einem nicht dargestellten Kontakt des Arbeitsstromkreises eines Elektromotors. Die Haltevorrichtung 12 ist gebildet aus einem aus einer Wandung 14 des Führungsgehäuses 6 ausgeklinkten Steg 16. Der Steg 16 weist an seinem freien Ende eine randoffene Klemmöffnung 18 auf, in der die Bürstenlitze 10 zumindest derart klemmend gehalten ist, dass bei einer gewissen Zugbeanspruchung auf die Litze 10 diese in ihrer in den Figuren dargestellten Position verbleibt, so dass eine ausreichende Litzenlänge in dem Bereich zwischen der Haltevorrichtung 12 und der Schleifbürste 8 verbleibt, die ein Nachführen der Schleifbürste 8 in Richtung des Pfeils 20 ermöglicht. Dabei erstreckt sich die Bürstenlitze 10 ausgehend von der Schleifbürste 8 durch einen Schlitz 22 in der Wandung 14 des Führungsgehäuses 6, der durch das Ausklinken des Stegs 16 gebildet ist.

Des Weiteren dargestellt ist eine Feder 24, welche die Schleifbürste 8 in Richtung des Pfeils 20, also in radialer Richtung auf den nicht dargestellten Kommutator, vorspannt und anderenends an abgebogenen Haltezungen des Führungsgehäuses 6 festgelegt ist.


Anspruch[de]
Bürstenhalter (2) für einen Elektromotor eines Werkzeuggeräts, mit einem eine Schleifbürste (8) längsverschieblich aufnehmenden Führungsgehäuse (6), gekennzeichnet durch eine am Führungsgehäuse (6) vorgesehene Haltevorrichtung (12) zum Fixieren der Bürstenlitze (10), derart, dass genug Litzenlänge für das Nachschieben der Schleifbürste (8) zur Verfügung steht. Bürstenhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) klemmend mit der Bürstenlitze (10) zusammenwirkt. Bürstenhalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) so ausgebildet ist, dass die Bürstenlitze (10) werkzeuglos daran geklemmt werden kann. Bürstenhalter nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) eine randoffene Klemmöffnung (18) aufweist. Bürstenhalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmöffnung (18) sich in Einsteckrichtung verjüngt. Bürstenhalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmöffnung (18) sich nach der Verjüngung wieder geringfügig erweitert. Bürstenhalter nach Anspruch 4, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmöffnung zumindest in einem Abschnitt eine runde lichte Querschnittsfläche aufweist. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) sich quer zur Längsverschieberichtung (20) der Schleifbürste (10) von dem Führungsgehäuse (6) wegerstreckt. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) an ihrem freien Ende die Bürstenlitze (10) fixierend aufnimmt. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) einstückig mit dem Führungsgehäuse (6) ausgebildet ist. Bürstenhalter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsgehäuse (6) ein Blechmaterial umfasst und die Haltevorrichtung (12) einen aus einer Wandung (14) des Führungsgehäuses (6) ausgeklinkten Steg (16) umfasst. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Ausklinken des Stegs (16) ein Schlitz (22) in der Wandung (14) des Führungsgehäuses (6) gebildet ist, durch den sich die Bürstenlitze (10) ausgehend von der Schleifbürste (10) nach außen und zu der Haltevorrichtung (12) erstreckt. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsgehäuse (6) weiter Abstützzungen für ein Federmittel (24) aufweist, die einstückig mit dem Führungsgehäuse (6) ausgebildet sind oder an das Führungsgehäuse (6) angefügt sind. Bürstenhalter nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche als vormontierbare Baugruppe (4) für ein Elektrowerkzeuggerät, bestehend aus einem Führungsgehäuse (6) mit Haltevorrichtung (12), einer darin eingesetzten Schleifbürste (8) mit zur Haltevorrichtung (12) führender Bürstenlitze (10), und einer die Schleifbürste (8) belastenden Bürstenfeder (24). Elektrowerkzeuggerät mit einem einen Kommutator aufweisenden Elektromotor, gekennzeichnet durch einen Bürstenhalter (2) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche.






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