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Dokumentenidentifikation DE102006001395A1 12.07.2007
Titel Korrekturvorsatz zur Aberrationskorrektur von Brillengläsern
Anmelder Carl Zeiss Meditec AG, 07745 Jena, DE;
Carl Zeiss Vision GmbH, 73430 Aalen, DE
Erfinder Zimare, Diego, 07952 Pausa, DE
DE-Anmeldedatum 11.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006001395
Offenlegungstag 12.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.07.2007
IPC-Hauptklasse G02C 7/02(2006.01)A, F, I, 20060111, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G02C 9/00(2006.01)A, L, I, 20060111, B, H, DE   G02C 7/08(2006.01)A, L, I, 20060111, B, H, DE   
Zusammenfassung Um einen Korrekturvorsatz zur Aberrationskorrektur von Brillengläsern, der zusätzlich zu den allgemeinen Abbildungsfehlern eines zu korrigierenden Auges einer fehlsichtigen Person die höheren Aberrationen des Auges berücksichtigt, zu schaffen, um einem Brillenträger eine zusätzliche Korrektur der Brillengläser in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung und in der Dämmerung bei weitgeöffneter Pupille zu ermöglichen und eine einfache, kostengünstige und anwendungsfreundliche Versorgung von Brillenträgern mit notwendigen Korrekturgläsern zu Korrektur höherer Aberrationen des Auges zu erhalten, wird ein Korrekturvorsatz (1) vorgeschlagen, der aus Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen und einer Halterung für die Vorsatzgläser (2) besteht, wobei der Korrekturvorsatz (1) an einem handelsüblichen Brillengestell mit herkömmlichen Brillengläsern (3) so befestigbar ist, dass der Korrekturvorsatz (1) bei Bedarf vor die Brillengläser (3) des Brillengestells vorsetzbar ist, und wobei Mittel vorgesehen sind zur Befestigung des Korrektuvorsatzes (1) an dem Brillengestell.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Korrekturvorsatz zur Aberrationskorrektur von Brillengläsern, der zusätzlich zu den allgemeinen Abbildungsfehlern eines zu korrigierenden Auges einer fehlsichtigen Person die höheren Aberrationen des Auges berücksichtigt, um einem Brillenträger eine zusätzliche Korrektur der Brillengläser in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung und in der Dämmerung bei weitgeöffneter Pupille zu ermöglichen.

Bekannt sind herkömmliche und handelsübliche Brillen und Kontaktgläser, die Fehlsichtigkeiten des Auges, wie sphärische und zylindrische Brechkraftfehler der Augen oder andere auftretende Abbildungsfehler korrigieren. Für Brillenträger, die Brillengläser benötigen, die auch Abbildungsfehler höherer Ordnung, beispielsweise Coma, berücksichtigen, um Korrekturen in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung, d.h. bei weit geöffneter Pupille, zu erzielen, bedeutet das, dass eine zweite Brille notwendig ist, wobei die Verfügbarkeit der Zweitbrille nicht immer gewährleistet ist, verbunden mit zusätzlichen Kosten für eine Zweitbrille und einem aufwendigen Wechsel der Brille, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern, um eine schnelle Korrektur durchführen zu können. Die Pupillenöffnung des Auges wird beeinflusst von der Helligkeit der Umgebung, von Medikamenten, dem Alter und Krankheiten einer Person und sie ist bei Tageslicht kleiner als bei Dämmerung oder Nacht. Aus der WO 2004/034129 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung einer Linse, insbesondere eines Brillenglases bekannt, das neben den allgemeinen Abbildungsfehlern eines zu korrigierenden Auges einer fehlsichtigen Person auch Abbildungsfehler höherer Ordnung, die sphärische Aberration, die von der Größe der Pupillenöffnung des zu korrigierenden Auges abhängt, durch die Linse korrigiert, indem eine brechende Fläche der Linse so gestaltet wird, dass für wenigstens eine Blickrichtung durch eine Korrektur der zentralen Abbildungsfehler auch ein großer Anteil der sphärische Aberration ausgeglichen wird. Aus der DE 41 07 195 A1 ist weiterhin ein auf kurzen und mittleren Abstand aberrationsfreies Brillenglas für Alterssichtigkeit bekannt, mit einer Linsenfläche mit einem Brechungsindex, der sukzessiv korrigiert wird, wenn sich die Linsenfläche radial von der geometrischen Mitte des Brillenglases aus so erstreckt, dass die seitlichen Vergrößerungen für alle Hauptstrahlen stets gleich sind der seitlichen Vergrößerung für einen paraxialen Bereich, mit einer Frontlinsenfläche, die einen kleineren Krümmungsradius aufweist als eine hintere Linsenfläche. In der EP 1 262 815 A2 wird ein aberrationskorrigiertes Brillenglas und ein Verfahren für die Herstellung eines solchen Brillenglases beschrieben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine einfache, kostengünstige und anwendungsfreundliche Versorgung von Brillenträgern mit notwendigen Korrekturgläsern, die höhere Aberrationen des Auges berücksichtigen, zu schaffen, um einem Brillenträger bei Wechsel der Lichtverhältnisse zu den allgemeinen Abbildungsfehlern eines zu korrigierenden Auges eine schnelle zusätzliche Korrektur der Brillengläser in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung und in der Dämmerung bei weitgeöffneter Pupille zu ermöglichen.

Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1, wobei ein Korrekturvorsatz aus zwei Vorsatzgläsern zur Korrektur höherer Aberrationen und einer Halterung für die Vorsatzgläser besteht, wobei der Korrekturvorsatz an einem handelsüblichen Brillengestell mit herkömmlichen Brillengläsern so befestigbar ist, dass der Korrekturvorsatz bei Bedarf vor die Brillengläser des Brillengestells eines Brillenträgers vorsetzbar ist und wobei Mittel vorgesehen sind, zur Befestigung des Korrekturvorsatzes an dem Brillengestell. Die Vorsatzgläser zur Korrektur höherer Aberrationen können dazu vorteilhaft in einer als Rahmen ausgebildeten Halterung gehalten sein. Sie gleichen den Brechkraftunterschied zwischen einer normalen, handelsüblichen Brille mit oder ohne Korrekturgläsern, einer Sportbrille oder einer Sonnenbrille, die die Fehlsichtigkeiten des Auges korrigiert, mit Korrekturgläsern für sphärische und zylindrische Fehler und die eigentlichen notwendigen aberrationsbedingten Korrekturen aus, d.h. sie korrigieren nur die zusätzlichen Brechkraftfehler, hervorgerufen durch die höheren Aberrationen des Auges einer fehlsichtigen Person.

Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der Korrekturvorsatz mit den Vorsatzgläsern zur Korrektur höherer Aberrationen an dem Brillengestell so befestigbar ist, dass der Korrekturvorsatz mittels eines Schwenkmechanismus vor die Brillengläser des Brillengestells bei Bedarf ein- und ausschwenkbar oder klappbar ist.

Eine bevorzugte Variante wird darin gesehen, dass der Korrekturvorsatz mit den Vorsatzgläsern zur Korrektur höherer Aberrationen an das Brillengestell oben und/oder unten aufsteckbar ist, wobei das Aufstecken mechanisch oder magnetisch an den Brillenrahmen erfolgen kann. Eine weitere Variante ist darin zu sehen, dass die Vorsatzgläser zur Korrektur höherer Aberrationen rahmenfrei an dem Brillengestell vor den normalen Brillengläsern gehalten sind.

Vorteilhaft ist weiterhin eine Tönung oder Verspiegelung der Vorsatzgläser zur Korrektur höherer Aberrationen insbesondere für Sportbrillen und Sonnenbrillen vorgesehen. In dieser Ausführung ist eine zusätzliche Aberrationskorrektur sogar wünschenswert, da sich durch die reduzierte Lichteinstrahlung auf das Auge des Brillenträgers die Pupillen weiten und höhere Aberrationen an Einfluss gewinnen.

Wesentliche Vorteile des erfindungsgemäßen Korrekturvorsatzes bestehen für einen Brillenträger darin, dass im Gegensatz zum Stand der Technik hohe Kosten durch die Notwendigkeit einer zusätzlichen Brille und lange Wechselzeiten bei eventuell schnellem Bedarf einer Korrektur in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung und in der Dämmerung bei weitgeöffneter Pupille entfallen. Ein weiterer Vorteil durch den erfindungsgemäßen Korrekturvorsatz zur Aberrationskorrektur besteht darin, dass durch den einfachen Aufbau des Korrekturvorsatzes in Form eines aberrationskorrigierenden Brillenclips eine schnelle bzw. sofortige Verfügbarkeit der Aberrationskorrektur erhalten wird, auch bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen. Darüber hinaus handelt es sich gegenüber dem Stand der Technik um eine kostengünstige und einfach zu handhabende technische Lösung für einen Brillenträger, da er nicht ständig zwei Brillen mit sich führen muss.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier schematisch in Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Korrekturvorsatzes zum Einschwenken eines Vorsatzglases in Seitenansicht;

2 ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Korrekturvorsatzes zum Aufstecken eines Vorsatzglases in Seitenansicht.

Ein Korrekturvorsatz 1 besteht gemäß den 1 und 2 aus zwei Vorsatzgläsern 2 zur Korrektur höherer Aberrationen, die in einem nicht näher dargestellten Rahmen gehalten und an handelsüblichen Brillengestellen mit herkömmlichen Brillengläsern 3 in Form von normalen Brillen mit oder ohne Korrekturgläsern, Sportbrillen oder Sonnenbrillen befestigt sind. In 1 sind die Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen mittels einer Schwenkeinrichtung 4 vor die herkömmlichen Brillengläser 3 eines handelsüblichen, nicht näher dargestellten Brillengestells geschwenkt und in 2 sind die Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen mittels einer Steckeinrichtung 5 vor die Brillengläser 3 eines Brillengestells gesteckt, um bei veränderten Lichtverhältnissen in abgedunkelter bzw. dunkler Umgebung und in der Dämmerung bei weitgeöffneter Pupille eines Brillenträgers oder eines Patienten die aberrationsbedingten Korrekturen eines Auges schnell zu ermöglichen. Die Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen gleichen damit den Brechkraftunterschied zwischen einer normalen, handelsüblichen Brille für Korrekturen von Sphäre- und Zylinderfehlern und den eigentlichen notwendigen Korrekturen für höhere Aberrationen aus, d.h. sie korrigieren nur die zusätzlichen Brechkraftfehler, hervorgerufen durch die höheren Aberrationen des Auges eines Brillenträgers.

Die Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen können auch rahmenfrei an einem handelsüblichen Brillengestell vor den herkömmlichen Brillengläsern 3 gehalten sein und nicht ausschließlich durch Einklappen oder Aufstecken vor den Brillengläsern 3 angeordnet werden. Es sind aber auch andere Befestigungsmöglichkeiten, wie z.B. magnetisches Anspinnen, an einen Brillenrahmen bei Bedarf vorgesehen.

Insbesondere für Sport- oder Sonnenbrillen ist eine Tönung oder Verspiegelung der Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen vorgesehen. Gerade in diesen Ausführungen ist eine zusätzliche Aberrationskorrektur sogar wünschenswert, da sich durch die reduzierte Lichteinstrahlung auf das Auge des Brillenträgers die Pupillen weiten und höhere Aberrationen an Einfluss gewinnen.

Die Korrekturdaten aufgrund höherer Aberrationen des Brillenträgers können mit Hilfe jedes handelsüblichen Abberometers/Wellenfrontanalysators ermittelt werden. Aus diesen Daten werden Brechkraftänderungen entsprechend den höheren Aberrationen durch laterale Variation der Oberfläche bzw. Dicke der Vorsatzgläser 2 zur Korrektur höherer Aberrationen oder durch laterale Variation der Brechzahl der Vorsatzgläser 2 erzeugt.

1
Korrekturvorsatz
2
Vorsatzglas zur Korrektur höherer Aberrationen
3
Brillenglas
4
Schwenkeinrichtung
5
Steckeinrichtung


Anspruch[de]
Korrekturvorsatz zur Aberrationskorrektur von Brillengläsern, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturvorsatz (1) aus Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen und einer Halterung für die Vorsatzgläser (2) zur Korrektur höherer Aberrationen besteht, wobei der Korrekturvorsatz (1) an einem Brillengestell mit Brillengläsern (3) so befestigbar ist, dass der Korrekturvorsatz (1) bei Bedarf vor die Brillengläser (3) des Brillengestells vorsetzbar ist und wobei Mittel vorgesehen sind zur Befestigung des Korrekturvorsatzes (1) an dem Brillengestell. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsatzgläser (2) zur Korrektur höherer Aberrationen in einer als Rahmen ausgebildeten Halterung gehalten sind. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturvorsatz (1) mit den Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen an dem Brillengestell eines Brillenträgers so befestigbar ist, dass der Korrekturvorsatz (1) mittels eines Schwenkmechanismus (4) vor die Brillengläser (3) des Brillengestells bei Bedarf ein- und ausschwenkbar oder klappbar ist. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturvorsatz (1) mit den Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen an das Brillengestell oben und/oder unten aufsteckbar ist. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturvorsatz (1) mit den Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen an das Brillengestell mechanisch aufgesteckt ist. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturvorsatz (1) mit den Vorsatzgläsern (2) zur Korrektur höherer Aberrationen an das Brillengestell magnetisch befestigbar ist. Korrekturvorsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsatzgläser (2) zur Korrektur höherer Aberrationen rahmenfrei an dem Brillengestell vor den Brillengläsern gehalten sind. Korrekturvorsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsatzgläser (2) zur Korrektur höherer Aberrationen verspiegelt oder polarisierend sind oder eine Tönung aufweisen.






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