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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gewebe mit einem sogenannten Werbeträgerfeld, sowie die Verwendung eines derartigen Gewebes für einkonfektioniertes Kleidungsstück.

Gewebe mit Namensleisten sind bekannt. Bei höherwertigen Geweben weben Firmen häufig eine Namensleiste in das Gewebe ein, welche in einem gewissen Abstand zur Gewebekante in das sogenannte Grundgewebe eingewebt ist. Beim späteren Verarbeiten wie z.B. Konfektionieren des Gewebes wird die Namensleiste als Abfall entfernt bzw. weggeschnitten, wodurch relativ viel Abfall bei der Verarbeitung des Gewebes entsteht.

Insbesondere bei Jeans im oberen Preissegment existiert ein Modetrend dahingehend, das Jeansgewebe auf traditionellen Webstühlen herzustellen. Bei derartigen traditionellen Webstühlen wird ein endloser Schussfaden verarbeitet, indem der Schussfaden mit einem sogenannten „Schiffchen" in das Webfach eingebracht wird und nach Verlassen des Webfaches umgelegt und in ein neues Webfach wieder eingebracht wird. Dadurch entstehen sogenannte Webstuhlkanten. Zwar kann ein Werbeträger insbesondere in Form einer Streifenabfolge bei derartigen Jeansgeweben in der Gewebekante angeordnet werden, die Produktivität derartiger traditioneller Webstühle ist jedoch ausgesprochen niedrig, und die Warenqualität entspricht nicht heutigen Anforderungen.

Bei heutigen hochproduktiven Webmaschinen werden abgelängte Schussfäden mechanisch mittels Greifer bei Greifenwebmaschinen oder mittels eines Luftstrahles bzw. Luftimpulses bei Luftwebmaschinen in das Webfach eingetragen. Eine Einlegekante bei auf derartigen Webmaschinen hergestellten Geweben wird dadurch gebildet, dass die Enden der Schussfäden wieder in das Webfach hinein zurückgeführt werden, so dass eine Einlegekante entsteht, bei welcher die Schussfadendichte doppelt so hoch ist wie im Bereich des Grundgewebes.

Jeans werden häufig so getragen, dass deren Hosenbeine umgeschlagen werden. Wird die Einlegekante als Werbeträger in Form eines Feldes mit &agr;-numerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe benutzt, so kann beim fertig konfektionierten Kleidungsstück dieses Feld und damit der Werbeträger bewusst sichtbar gemacht werden.

Kennzeichen hochpreislicher Jeans ist beispielsweise eine typische Webstuhlkante, welche vorwiegend weiß ausgeführt ist und einen in dem weißen Abschnitt angeordneten roten Faden aufweist. Auch sind firmenspezifische Farbstreifen bekannt. Bei Jeansgewebe, weisen darüber hinaus die Schussfäden eine andere, häufig weiße, Farbe als die der Kettfäden auf, welche häufig eine blaue Farbe haben. Bei einer Einlegekante ergibt sich somit der Nachteil, dass insbesondere helle Schussfadenenden, insbesondere wenn sie nicht komplett in dem Feld abgedeckt sind, neben bzw. zwischen blauen oder andersfarbigen Kettfäden zumindest teilweise sichtbar sind. Dies wird gemäß dem eingangs geschilderten Modetrend jedoch nicht als eine „echte" Jeansgewebekante, vor allem nicht im Hochpreissegment, akzeptiert.

Unabhängig von jeder Ausbildung als Namensleiste oder Werbeträger sind im Stand der Technik schon verschiedene Vorschläge bekannt geworden, das Aussehen von Einlegekanten bei Geweben mit abgelängten Schussfäden, deren Endabschnitte wieder in das Webfach hinein zurückgeführt werden, zu verbessern. Gemäß der DE 42 22 076 A1 wurde es besonders bei feinen Geweben als störend angesehen, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte im Gewebe für einen aufmerksamen Betrachter erkennbar sind. Es wird dann ein „ausgefranstes" Erscheinungsbild gerügt. Zur Abhilfe wird gemäß der DE 42 22 076 A1 vorgeschlagen, an der Einlegekante eine aus Kantenkettfäden gebildete Webkante auszubilden, die so breit ist, dass sie die eingelegten Schussfaden-Endabschnitte überdeckt, und mindestens im Bereich von deren Enden eine Bindung eines Kett-Schussrapportes größer als zwei Kettfäden aufweist. In diesem Bereich sollen zudem die mit einem Kett-Schussrapport von größer zwei bindenden Kettfäden eine höhere Dichte als in den beidseitigen Nachbarbereichen des Gewebes aufweisen. Als weitere Verbesserung wird unter anderem vorgeschlagen, dass dieser Bereich, der die Enden der Schussfaden-Endabschnitte überdeckt, gegen das Grundgewebe durch mindestens einen Dreherfaden abgeschlossen ist.

Dadurch, dass in einem Teilbereich der Einlegekante eine Bindung größeren Rapportes als zwei in Kette und Schuss gewählt wird, werden gemäß der DE 42 22 076 A1 flottierende Fäden geschaffen. Diese sollen eine höhere Dichte erlauben und die Enden der eingelegten Schussfaden Endabschnitte derart überdecken, dass sie für den Beschauer unsichtbar werden. Zur Seite des Geweberandes hin soll die an der Einlagekante ausgebildete Webkante zweibindig sein, wie es der Tradition entspricht. Eine derartige Festlegung auf bestimmte Bindungsarten bedeutet eine nachteilige Einengung, wenn Gesichtspunkte der Ausbildung als Namensleiste oder Werbeträger im Vordergrund stehen.

Die CH 688 382 A5 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Geweben der Tucharten Ghutra und Yashmagh für uni sowie für gemusterte Araber-Kopftücher, wobei Greifer- und Projektil-Webmaschinen zur Anwendung kommen. Diese Gewebe haben Einlegekanten, die dort als Lisièren bezeichnet werden und zum Grundgewebe hin durch einen verhältnismäßig schmalen Abschluss-Kettstreifen abgeschlossen sind. Nach dem Vorschlag der CH 688 382 A5 werden die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte in den Abschluss-Kettstreifen eingebunden. Der Abschluss-Kettstreifen weist dabei eine größere Kettfadendichte auf als das Grundgewebe und der größte Breitenbereich der Einlegekante und überdeckt die Enden der Schussfaden-Endabschnitte mit einer Köper- oder Satin-Webbindung. Dadurch soll sich ein gerader, scharf abgegrenzter Webkanten-Abschluss ergeben, so dass der optisch ausgefranst wirkende Übergang der normalen Einlegekante zum Grundgewebe vermieden wird. Auch die Festlegung auf einen schmalen Abschluss-Kettstreifen von bestimmter Bindungsart, der sich zudem im Abstand vom Geweberand befindet, bedeutet eine Einengung für Zwecke der werbewirksamen Gestaltung.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Namensleiste bzw. ein Feld mit &agr;-numerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe im Bereich einer Einlegekante eines Gewebes, insbesondere Jeansgewebes, in einer derartigen Qualität und derartig dicht am Rand des Gewebes anzuordnen, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte nicht oder kaum sichtbar sind und dass eine derartige Einlegekante in einer solchen Qualität herstellbar ist, dass sie hinsichtlich ihres Aussehens möglichst nahe an eine Webstuhlkante heranreicht.

Diese Aufgabe wird durch ein Gewebe mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 und durch die Verwendung eines derartigen Gewebes gemäß Anspruch 11 gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen definiert.

Das Gewebe gemäß der Erfindung weist eine Einlegekante auf, bei welcher Schussfaden-Endabschnitte in ein Webfach wieder zurückgelegt sind und damit eine gegenüber dem Grundgewebe doppelte Schussfadendichte entsteht. Die Einlegekante wird mechanisch mittels Greiferwebmaschinen oder pneumatisch mittels Luftwebmaschinen erzeugt. Diese Einlegekante weist ein Feld auf, das vorzugsweise als Werbeträger benutzbar ist. Als Werbeträger kommt dabei auch eine Farbe oder kommen mehrere Farben in Form von Streifen in Frage, welche sich von der Farbe des Grundgewebes unterscheiden. Vorzugsweise werden als Farben weiß, blau und rot für das Feld verwendet. Vorzugsweise weist das Gewebe an seinen beiden Seiten in der Einlegekante ein derartiges Feld auf. Die Breite des Feldes ist so gewählt, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte sich innerhalb des Feldes befinden. Insbesondere bei Luftwebmaschinen streut die Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte ein wenig, so dass die Breite zumindest so gewählt ist, dass sämtliche Enden der Schussfaden-Endabschnitte innerhalb des Feldes liegen. Gemäß der Erfindung weisen die Kettfäden des Feldes in dem Bereich, in welchem sich die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte befinden, die gleiche Farbe auf wie zumindest die Enden der Schussfaden-Endabschnitte. D.h. die Kettfäden des Feldes in dem Bereich, in welchem die Schussfaden-Endabschnitte mit ihren Enden angeordnet sind, und zumindest die Enden der Schussfaden-Endabschnitte sind farbgleich oder zumindest farbähnlich ausgebildet. Vorzugsweise sind die Kettfäden des Feldes in dem genannten Bereich farbgleich zu den Schussfäden für das Gewebe. Selbstverständlich ist dies auch bei anderen Geweben realisierbar. Die bevorzugte Anwendung bei Jeansgeweben und Sportswear ist vor allem auch durch den vorhandenen Modetrend gegeben.

Durch die Farbgleichheit wird erreicht, dass im Falle eines Nichtabdeckens der Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte selbst deren insbesondere bei pneumatischem Eintrag entstehende sogenannte Aufpinselung aufgrund der Farbidentität nicht oder kaum sichtbar sind. Eine für diesen Zweck qualitativ besonders gute Einlegekante entsteht jedoch, wenn eine derartige Bindung im Bereich der Einlegekante gewählt wird, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte vollständig abgedeckt sind. Dies wird insbesondere dann erreicht, wenn als Bindung eine symmetrische Bindung wie z.B. eine Leinwandbindung, 2/2-Bindung oder ähnliches gewählt wird. Dagegen sind zumindest einige Enden der Schussfaden-Endabschnitte in der Regel dann sichtbar, wenn im Bereich der Einlegekante eine asymmetrische Bindung gewählt wird wie z.B. eine Köperbindung. Hier kann aber die Einstellung für die Bindung so gewählt werden, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte auf der Geweberückseite angeordnet sind wie z.B. bei einer 3/1- oder 2/1-Körperbindung oder artverwandten Bindungen. Es ist prinzipiell auch möglich, falls das Gewebe es zulässt, eine Doppeltuchbindung zu verwenden und die Enden der Schussfaden-Endabschnitte in die Mitte der beiden Doppeltuchbindungen zu legen, so dass sie nicht sichtbar sind. In diesem Fall müssen die im Feld verwendeten Kettfäden in ihrer Feinheit und Anzahl dem Grundgewebe entsprechend angepasst werden.

Der wesentliche Vorteil einer derartigen Einlegekante besteht darin, dass die Breite der Einlegekante insgesamt relativ schmal gewählt werden kann und dass vor allen Dingen die Farbstreifen, wenn das Feld als Farbstreifen und damit die Farbstreifen als Werbeträger genutzt werden, so nebeneinander angeordnet sind, dass zumindest optisch die Qualität einer Webstuhlkante gegeben ist. In jedem Fall muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Schussfäden des Jeansgewebes bzw. deren Enden und die Kettfäden der Einlegekante des Bereiches, in dem sich die Enden der Schussfaden-Endabschnitte befinden, im Wesentlichen die gleiche Farbe aufweisen. Besonders unauffällig und optisch damit kaum sichtbar sind die Enden der Schussfaden-Endabschnitte, wenn die Schussfäden insgesamt die gleiche Farbe aufweisen wie die Kettfäden der Einlegekante in dem genannten Bereich.

Vorzugsweise sind die Kettfäden in dem Bereich des Feldes, in welchem die Enden der Schussfaden-Endabschnitte angeordnet sind, und die Schussfäden des Grundgewebes bezüglich ihres Materials aufeinander abgestimmt; noch bevorzugter handelt es sich um das gleiche Material. Insbesondere wenn es sich um das gleiche Material der Kettfäden in dem Bereich des Feldes, in welchem die Enden der Schussfaden-Endabschnitte liegen, und der Schussfäden des Grundgewebes handelt, sind vor allem bei gleichzeitiger Farbgleichheit dieser Kettfäden und dieser Schussfäden die eingelegten Enden der Schussfaden-Endabschnitte optisch nicht bzw. kaum sichtbar, und zwar selbst dann, wenn diese Enden beispielsweise bei einer asymmetrischen Bindung in der Einlegekante nicht abgedeckt sind. Damit kann auf relativ einfache Weise mit hochproduktiven Webmaschinen eine Einlegekante für Gewebe erzeugt werden, welche bzw. welches Hochpreisanforderungen gerecht wird. Dies trifft umso mehr zu, wenn im Bereich der Einlegekante eine symmetrische Bindung oder eine Doppeltuchbindung gewählt wird.

Ein weiterer Vorteil besteht für ein erfindungsgemäßes Gewebe darin, dass insbesondere bei einer Anordnung von Streifen in dem Werbeträgerfeld der Einlegekante die Anzahl der Kettfäden im Wesentlichen der Anzahl der Kettfäden im Grundgewebe entspricht. Die dann entstehende Einlegekante ist der Webstuhlkante zumindest optisch sehr ähnlich. Es ist aber auch eine Verdichtung der Kettfäden in der Einlegekante möglich, wenn dies wie beschrieben mit der Einlegekantenbindung abgestimmt wird. Des weiteren kann auch nur eine Kettfadenverdichtung am Ende des eingelegten Fadens, d.h. an dessen Spitze, vorgenommen werden. Vorzugsweise dann, wenn, wie für die Erfindung beschrieben, die Farbe des Schussfadens mit der der Kettfäden in diesem Bereich farblich korrespondiert.

Je nach Fadenmaterial und Genauigkeit des Einlegens der Enden der Schussfaden-Endabschnitte ist es möglich, die Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte möglichst gering zu halten, vorzugsweise bei Jeansgewebe bzw. bei Waren, bei denen die Labelleiste im konfektionierten Zustand verwendet wird, nicht größer als 12 mm zu machen.

Das erfindungsgemäße Gewebe ist zum Beispiel als Jeansgewebe erzeugbar, dessen Einlegekante einer Webstuhlkante zumindest optisch ähnlich ist. Die zu seiner Herstellung erforderliche Webmaschine hat zum Beispiel mit Weblitzen ausgebildete Fachbildeorgane für die Kettfäden des zumindest einen Feldes im Bereich der Einlegekante. So kann eine Jacquard- oder eine Schaftmaschine zur Erzeugung des als Werbeträger oder als Marke bestimmten, in der Einlegekante vorgesehenen Feldes dienen, wobei die Einlegekante mit einer solchen Anzahl an Weblitzen für die Kettfäden des Feldes gebildet wird, wie sie der für die Kettfäden des Grundgewebes entspricht. D.h. es kann eine Anzahl von Litzen für die jeweiligen Kettfäden pro Längeneinheit gewählt werden, welche sowohl für die Kettfäden des Feldes als auch für die Kettfäden des Grundgewebes im Wesentlichen gleich ist.

Und schließlich ist gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen Gewebes an einem konfektionierten Kleidungsstück vorgesehen, wobei das in die Einlegekante eingewebte Feld sich als Werbeträger oder Marke an einer deutlich sichtbaren Stelle des Kleidungsstücks befindet. Das Feld in der Einlegekante ist dann an einem fertig konfektionierten und getragenen Kleidungsstück nach außen sichtbar, wie zum Beispiel beim Umschlagen eines Hosenbeines oder Ärmels. Die Einlegekante wird damit bewusst zum Werbeträger umfunktioniert, wobei die Einlegekante in Größe, Form und Farbe einer Webstuhlkante optisch zumindest nahezu entspricht.

Des weiteren beinhaltet die Erfindung, dass auf dem Markt befindliche Streifenlogos in der Gewebeleiste, vorzugsweise in einer Breite von maximal 12 mm webbar sind, ebenso alle nationalen Flaggen in Streifenform wie z. B. die deutsche in schwarz-rot-gold und somit – wie z. B. bei Sportveranstaltungen üblich – bei Sportswear oder Jeanshosen als nationale Werbeträger sichtbar sind.

Solche Streifenlogos sind sowohl mit Jacquardeinrichtungen als auch mit viel preiswerteren Schaftmaschinen oder Exzentermaschinen mit entsprechenden Grundbindungen erzeugbar. Flaggen, die keine Streifenform haben, werden mit Namensjacquard- bzw. Jacquardeinrichtungen gewebt. Flaggen mit nur zwei Farben können auch mit zweifarbig bespulten Kettbäumen gewebt werden, die auch vorzugsweise separat gebremst werden.

Vorzugsweise sind die Kettfäden im Einlegebereich, d.h. im Bereich der Schussfaden-Endabschnitte, bzw. im Feld bezüglich des Grundgewebes verdichtet eingezogen, und zwar insbesondere in dem Bereich des Feldes, in welchem die Enden der Schussfaden-Endabschnitte liegen bzw. angeordnet sind.

Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung werden nun anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung detailliert erläutert. In der Zeichnung zeigen:

1 ein erfindungsgemäßes Gewebe gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;

2 ein erfindungsgemäßes Gewebe gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;

3 ein erfindungsgemäßes Gewebe gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel; und

4 eine Webmaschine in prinzipieller Darstellung mit angedeutetem erfindungsgemäßen Gewebe.

In 1 ist ein Gewebe gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Dabei ist schematisch das Gewebe mit seiner linken Seite und seiner rechten Seite unter Weglassung eines großen Teils des in der Mitte befindlichen Gewebes dargestellt. Das in der Mitte dargestellte Gewebe wird auch als Grundgewebe 40 bezeichnet. Sowohl an der linken Seite des Grundgewebes 40 als auch an dessen rechter Seite befinden sich Einlegekanten 35 bzw. 36. Der Einfachheit halber wird nun nur auf den linken Teil des Gewebes gemäß 1 Bezug genommen. Das Grundgewebe 40 wird durch Kettfäden 18 bis 34 und ff. gebildet, wohingegen die Einlegekante 35 durch Kettfäden 1 bis 17 gebildet wird. Das im Bereich der Einlegekante 35 angeordnete Feld, welches häufig auch als Namensleiste, Logo-Leiste oder Kennzeichnungsleiste bezeichnet wird, wird durch den Bereich aller Fäden gebildet, welche die Schussfaden-Endabschnitte 38 der Schussfäden 37 einbeziehen. Gemäß der Erfindung ist es dabei nicht erforderlich, dass die Enden 39 (siehe 3) im Bereich des Feldes abgedeckt sind. Das Feld wird also insbesondere durch die unmittelbaren, die Breite des eigentlichen Feldes bzw. die eigentlichen Felder bildenden Feld-Kettfäden sowie durch die gegebenenfalls vorhandenen, das eigentliche Feld bzw. die eigentlichen Felder begrenzenden Randkettfäden gebildet. Gemäß dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Kettfäden 1, 2 in 1/1-Bindung, d.h. Leinwandbindung, angeordnet. Diese Bindung am unmittelbaren Rand des Gewebes garantiert am besten eine gerade Webekante.

Die Einlegekante 35 des erfindungsgemäßen Gewebes besteht aus einem Bereich von Kettfäden 1 bis 8, welche dieselbe Farbe wie die Kettfäden 18 bis 34 ff. des Grundgewebes 40 aufweisen, wohingegen die Kettfäden 9 bis 17 der Einlegekante 35 dieselbe Farbe aufweisen wie die Schussfäden 38 des Gewebes. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 sind die Enden 39 der Schussfaden-Endabschnitte 38 im Bereich der Kettfäden 9 bis 17 angeordnet und nicht sichtbar, d.h. abgedeckt, und deshalb in 1 nicht gezeigt. In diesem Bereich des Feldes ist die Bindung als Satinbindung ausgebildet.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 2 sind die Einlegekanten 35 und 36 unterschiedlich ausgebildet. Hinsichtlich der Anzahl der Kettfäden 1 bis 8, welche bezüglich ihrer Farbe mit den Kettfäden 18 bis 34 ff. des Grundgewebes 40 identisch sind, und der Kettfäden 9 bis 17, welche bezüglich der Farbe mit den Schussfäden 37 des Gewebes identisch sind, sind beide Einlegekanten 35, 36 – abgesehen von ihrer spiegelsymmetrischen Anordnung – identisch. Sie sind auch identisch hinsichtlich der Tatsache, dass die beiden Randkettfäden 1, 2 jeweils eine 1/1-Bindung bilden. Der Unterschied besteht nun darin, dass bei der Einlegekante 35 zumindest einige Enden 39 der Schussfaden-Endabschnitte 38 (siehe 1) nicht abgedeckt, mithin sichtbar sind. Die Enden der Schussfaden-Endabschnitte des vierten, neunten, vierzehnten und neunzehnten Schussfadens von oben sind dagegen abgedeckt. Der Abschnitt a im Bereich der Kettfäden 9 bis 17 des Feldes kennzeichnet die Streuung der Enden 39 der Schussfaden-Endabschnitte 38. Es versteht sich, dass dies nur beispielhaft gezeigt ist, wobei diese Streuung vor allen Dingen bei Luftdüsenwebmaschinen, d.h. pneumatisch eingelegen Schussfaden-Endabschnitten auftritt. Bei mechanisch eingelegten Schussfaden-Endabschnitten ist diese Streuung etwas kleiner, prinzipiell jedoch auch dort vorhanden. Bei der Einlegekante 36 sind dagegen die Enden der Schussfaden-Endabschnitte abgedeckt, so dass die Ausbildung der Einlegekante 36 verschieden ist von der der Einlegekante 35. In jedem Fall befinden sich die Enden der Schussfaden-Endabschnitte jedoch in dem Bereich der Kettfäden 9 bis 17 des Feldes, deren Farbe identisch ist mit der der Schussfäden. Dadurch sind die Enden der Schussfaden-Endabschnitte selbst in dem Fall, in welchem sie nicht abgedeckt sind, optisch nicht bzw. kaum sichtbar. Die Darstellung gemäß 1 bzw. 2 und auch 3 stellt selbstverständlich eine stark vergrößerte Ansicht des Gewebes dar, um die verschiedenen Bindungen darzustellen. Bei normalen Geweben tritt dagegen die optische Sichtbarkeit von Schussfadenenden an der Oberfläche eines Gewebeabschnittes bereits dann zurück, wenn dort dieser Teil des Gewebes aus Fäden gleicher Farbe gebildet wird, wie das im Bereich des Feldes der Fall ist, welcher durch die Kettfäden 9 bis 17 gebildet wird.

In 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung gezeigt, gemäß welchem beide Einlegekanten 35 und 36 identisch, jedoch spiegelsymmetrisch zueinander bzw. bezüglich des Grundgewebes 40 ausgebildet sind. Die Randkettfäden 1 und 2 bilden wieder eine 1/1-Bindung, wohingegen die Kettfäden 3 bis 18 in einer 2/2-Bindung ausgebildet sind, bei welcher die Fäden auf Grund der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte zweimal eingelegt sind, d. h. vier Fäden vorhanden sind.

Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind wiederum die Enden 39 der Schussfaden-Endabschnitte 38 sichtbar, jedoch in dem Bereich des Feldes angeordnet, in welchem die Farbe der Schussfäden identisch ist mit der Farbe der dort eingesetzten Kettfäden, was der Fall ist im Bereich der Kettfäden 13 bis 18. Die Einlegekante 35 sowie die Einlegekante 36 werden gebildet durch Streifen, wobei die Kettfäden 1 bis 6 eine erste Farbe, die Kettfäden 7 bis 12 eine zweite Farbe und die Kettfäden 13 bis 18 eine dritte Farbe aufweisen. Die Farbe dieser Kettfäden 1 bis 6, 7 bis 12 bzw. 13 bis 18 ist dabei im vorliegenden Ausführungsbeispiel (wenn auch nur in Schwarz-Weiß-Darstellung gezeichnet) so gewählt, dass dadurch die Streifen einer Nationalflagge gezeigt sind. Im vorliegenden Fall kann das die deutsche Fahne sein mit schwarzen Kettfäden 1 bis 6, roten Kettfäden 7 bis 12 und gelben Kettfäden 13 bis 18. Die Kettfäden können dabei für durch Streifen gebildete Nationalflaggen jeweils so gebildet werden, dass die jeweiligen Farben der Nationalflaggen darstellbar sind. Die dargestellten Farbstreifen 41, 42, 43 können dabei je nach Anordnung der Kettfadenfarben im Bereich des Feldes beliebig gewählt werden.

Gemäß 4 ist in prinzipieller Darstellung ein Gewebe gemäß 3 gezeigt, wie es mittels einer prinzipiell dargestellten Webmaschine herstellbar ist. Gemäß 4 ist die Webmaschine als Greiferwebmaschine ausgebildet, bei welcher eine Jacquard-Maschine angewendet wird. Mit dieser Webmaschine wird ein Gewebe gemäß 3 mit den Einlegekanten 35. 36, d. h. mit Streifen in den Farben Schwarz-Rot-Gold im Bereich des Feldes hergestellt. Die Webmaschine weist eine einzige Jacquard-Maschine 51 mit entsprechenden Harnischen 52 auf, wobei zur Vereinfachung nur die äußersten Harnische gezeigt sind. Die Harnische 52 sind über ein Chorbrett 53 den Weblitzen 44 mit einem entsprechenden Fadenauge zugeführt, so dass die Weblitzen zur Ausbildung eines Webfaches angehoben bzw. abgesenkt werden können. Die Schussfäden werden mit einem Eintragsgreifer 45 innerhalb des Webfaches im Bereich des Grundgewebes 40 an einen Auszugsgreifer 46 übergeben und aus dem Webfach wieder ausgebracht. Das Schussfadenmaterial wird von einer Spule 47 über eine Fadenhinreichung 48 einem Eintragsgreifer 45 zugeführt. Die eingelegten Schussfaden-Endabschnitte werden mit jeweiligen Einlegenadeln 49, 50 in das Gewebe eingelegt, so dass eine Einlegekante entsteht, in welcher die jeweiligen Felder 35, 36 ausgebildet sind. Der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen Gewebes ist bereits im Zusammenhang mit den 1 bis 3 beschrieben worden und wird daher hier nicht näher erläutert.

Es versteht sich, dass der Aufbau der Webmaschine prinzipiell identisch ist für eine Luftwebmaschine hinsichtlich der Herstellung des erfindungsgemäßen Gewebes. Je nach Ausführung kann jedoch für jedes Feld bzw. für jede Namensleiste eine separate Jacquard-Maschine vorgesehen sein. Darüber hinaus ist es auch möglich, anstelle einer Jacquard-Maschine 51 eine Schaftmaschine oder eine entsprechende Anzahl von Schaftmaschinen vorzusehen.

Beim Einsatz einer Schaftmaschine entfallen die Harnische 52 und das Chorbrett 53. Die Weblitzen 44 sind in diesem Fall in einem Schaftrahmen angeordnet, welcher von einer Schaft- oder Exzentermaschine (nicht dargestellt) zur Fachbildung betätigt wird. Es ist jedoch auch möglich, Fachbildeeinrichtungen mit eigenem, separatem Antrieb vorzusehen.

1-34
Kettfäden
35, 36
Einlegekanten
37
Schussfäden
38
Schussfaden-Endabschnitte
39
Enden des Schussfaden-Endabschnittes
40
Grundgewebe
41, 42, 43
Farbstreifen
44
Weblitze/Fadenauge
45
Eintragsgreifer
46
Auszugsgreifer
47
Spule
48
Fadenhinreichung
49, 50
Einlegenadeln
51
Jacquard-Maschine
52
Harnisch
53
Chorbrett


Anspruch[de]
Gewebe, insbesondere Jeansgewebe mit einer eingelegte Schussfaden-Endabschnitte (38) aufweisenden Einlegekante (35, 36), in welche zumindest ein Kettfäden (1 bis 17 bzw. 18) aufweisendes Feld mit &agr;-numerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger oder Marke, mit einer solchen Breite an ein Schussfäden (37) aufweisendes Grundgewebe (40) seitlich anschließend eingewebt ist, dass die Enden (39) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (38) sich in dem Feld befinden und optisch darin zumindest im wesentlichen nicht sichtbar sind, wobei die Kettfäden des Feldes zumindest in einem Bereich des Feldes, in welchem die Schussfaden-Endabschnitte (38) mit ihren Enden (39) angeordnet sind, und zumindest die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) farbgleich sind. Gewebe nach Anspruch 1, bei welchem die Kettfäden (9 bis 17, 13 bis 18) in dem Bereich des Feldes, in welchem die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) angeordnet sind, und die Schussfäden (37) des Grundgewebes (40) farbgleich sind. Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die Kettfäden (9 bis 17, 13 bis 18) in dem Bereich des Feldes, in dem die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) angeordnet sind, und die Schussfäden (37) des Grundgewebes (40) bezüglich ihres Materials aufeinander abgestimmt sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem zumindest die Kettfäden (9 bis 17, 13 bis 18) in dem Bereich des Feldes, in welchem die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) angeordnet sind, und die Schussfäden (37) des Grundgewebes (40) aus gleichem Material bestehen. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem die auf eine Längeneinheit bezogene Anzahl der Kettfäden des Grundgewebes (40) und die Anzahl der Kettfäden des Feldes gleich sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem das Feld eine symmetrische Bindung aufweist und die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) im Feld abgedeckt sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem das Feld eine asymmetrische Bindung aufweist und Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) im Feld oder nur auf einer Gewebeseite nicht abgedeckt sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei welchem die Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte (38) maximal 12 mm beträgt. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem in dem Feld die Flagge (41, 42, 43) eines Landes oder andere hoheitliche Zeichen eingewebt ist bzw. sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei welchem die Kettfäden im Einlegebereich bzw. im Feld gegenüber dem Grundgewebe (40), insbesondere in dem Bereich (9 bis 17 bzw. 13 bis 18) des Feldes, in welchem die Enden (39) der Schussfaden-Endabschnitte (38) liegen, verdichtet eingezogen sind. Verwendung eines Gewebes nach einem der Ansprüche 1 bis 10 an einem konfektionierten Kleidungsstück, wobei das in die Einlegekante (35, 36) eingewebte Feld sich als Werbeträger oder Marke an einer deutlich sichtbaren Stelle des Kleidungsstücks befindet.






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