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Dokumentenidentifikation DE202006001558U1 12.07.2007
Titel Raupenfahrzeug
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202006001558
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.07.2007
Registration date 06.06.2007
Application date from patent application 01.02.2006
IPC-Hauptklasse B62D 11/00(2006.01)A, F, I, 20060201, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 55/00(2006.01)A, L, I, 20060201, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Raupenfahrzeug, vorzugsweise einen Raupenkran, mit einem aus zwei Raupen bestehenden Fahrwerk.

Bei der Montage von Windkraftanlagen in Windparks werden immer schwerere und höhere Windkraftanlagen aufgebaut. Hierzu werden aufgrund der höheren Tragfähigkeit der Raupenkrane, eher Raupenkrane als Teleskopkrane eingesetzt. Bei der Montage von mehreren Windkraftanlagen in Windparks können erhebliche Kosten eingespart werden, wenn der Montagekran voll aufgerüstet incl. Ballast von einem Montageort zum anderen auf den vorhandenen Baustellenstraßen verfahren werden kann. Da für die Montage meist Auslegerlängen über 100 m erforderlich sind, kann der Ausleger nur in steiler Stellung verfahren werden, das heißt es ergibt sich ein sehr hoher Gesamtschwerpunkt beim Verfahren des Gerätes. Gummibereifte Fahrzeuge haben infolge der Zulassung auf öffentlichen Straßen eine maximale Gesamtbreite von 3 m. Durch die geringe Steifigkeit der Reifen ergeben sich bereits bei geringen Seitenkräften oder Unebenheiten der Fahrbahn beträchtliche Seitenneigungen. Das heißt Verfahren von langen Auslegern ist nur auf Raupenfahrwerken möglich, die auf der Baustelle montiert und damit eine Breite von mehr als 3 m aufweisen können. Um die Zuwegung zu den Windkraftanlagen so kostengünstig wie möglich zu gestalten, müssen die Raupenfahrwerke der Raupenkrane mit möglichst schmaler Spur ausgeführt werden. Dieser Vorteil muss aber mit einem entsprechenden Nachteil einer derartigen Schmalspurraupe erkauft werden. Ist nämlich das Verhältnis zwischen der Gesamtlänge L (vgl. 1) und Breite B deutlich kleiner als 1, ergibt sich ein deutlicher Nachteil in der Lenkfähigkeit. Durch die schmale Raupenspurweite ergibt sich, wenn man die 1 betrachtet, bei Antreiben der linken Raupe nur ein relativ kleines Drehmoment, das beispielsweise die rechte Raupe auf dem Boden verdreht. Die hierbei entstehenden Kräfteverhältnisse sind in der 1 dargestellt.

Die linke Raupe, über die das Raupenfahrzeug gedreht werden soll, wird mit der Vortriebskraft F angetrieben und muss hiermit sowohl die linke als auch die rechte Raupe verdrehen. Geht man von dem Gesamtgewicht G des gesamten Raupenfahrzeuges aus und setzt man näherungsweise die Angriffspunkte der Drehkräfte auf ein Viertel der Gesamtlänge L, so ergeben sich die in der 1 dargestellten Kräfteverhältnisse.

Das Momentengleichgewicht ergibt sich aus folgender Gleichung: F × B = L/4 × 4 × G/4 × &mgr;.

Aus der oben genannten Gleichung (in der &mgr; der Reibkoeffizient ist) ergibt sich, dass bei abnehmender Breite, also schmalerem Raupenfahrwerk die Kraft, die die antreibende Raupe zum Kurvenfahren bereitstellen muss, ansteigt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, eine Lenkung mit geringerem Kraftaufwand auch bei Schmalspurraupenfahrwerken zu ermöglichen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Raupenfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Demnach ist bei einem Raupenfahrzeug mit einem aus zwei Raupen bestehenden Fahrwerk in der Kurvenfahrt die Auflagefläche der stillstehenden Raupe verringerbar.

Der Grundgedanke der Erfindung, der sich natürlich nicht nur auf einen Raupenkran, sondern auf ein beliebiges Raupenfahrzeug, wie beispielsweise einen Bulldozer, einen Panzer, einen Pisten-Bully oder ein beliebiges anderes Raupenfahrzeug anwenden lässt, besteht darin, dass man bei der stillstehenden Raupe den Abstand der beiden Reibungskräfte G/4 × &mgr; deutlich verringert. Das heißt unter Berücksichtigung der oben genannten Gleichung wesentlich kleiner als L/4 macht. Hierdurch werden die Widerstandskräfte dieser Raupe gegen das Drehen deutlich minimiert. Das bedeutet, dass die Auflagefläche der entsprechenden stillstehenden Raupe auf dem Boden stark reduziert wird, so dass die einzusetzenden Lenkkräfte deutlich geringer werden.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Demnach kann an einem Längsträger des Fahrwerks seitlich jeweils eine Abhebevorrichtungen angeordnet sein, über die ein Teil der auf dem Boden aufliegenden Bodenplatten der Kette von den Tragrollen (Laufrollen) abhebbar ist.

Die Abhebevorrichtung kann vorteilhaft aus über Kolben-Zylinderanordnungen gegen die Bodenplatten verfahrbaren Gleitkufen bestehen.

Eine alternative Möglichkeit besteht darin, dass mindestens eine Laufrolle über entsprechende Kolben-Zylinderanordnungen gegen die Kette drückbar ist.

Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann bei nur einer der beiden Raupen die Auflagefläche in der Kurvenfahrt verringerbar sein. Hierdurch wird der konstruktive Aufwand verkleinert. Eine Lenkung in die jeweilige Richtungen kann dadurch erfolgen, dass die verfahrbare Raupe vorwärts fährt bzw. rückwärts fährt. Durch entsprechendes Vorwärtsfahren bzw. Rückwärtsfahren wird die Fahrtrichtung des Raupenfahrzeugs gegenüber der liegenden Raupe des Raupenfahrwerks bestimmt.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

1: eine schematische Draufsicht auf ein Raupenfahrwerk, in dem die sich bei der Lenkung des Raupenfahrwerks einstellenden Kräfte eingezeichnet sind,

2: einen Querschnitt durch ein Raupenfahrwerk gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung,

3: eine Seitenansicht des Raupenfahrwerks gemäß 2 in einer ersten Arbeitsstellung und

4: eine Seitenansicht entsprechend 3 in einer anderen Arbeitsstellung.

In 2 ist der Schnitt durch einen Raupenträger 10 eines Raupenfahrwerks, wie es beispielsweise in 1 in der Draufsicht dargestellt ist, gezeigt. Das Raupenfahrwerk 10 weist üblicherweise eine aus Bodenplatten 12 bestehende Kette 14 auf, die oben auf Tragrollen 16 und auf dem Boden auf Laufrollen 18 aufliegt. Die Laufrollen 18 sind in einem Trägerrahmen 20 gehalten. Insofern entspricht der Aufbau des Raupenträgers dem eines Raupentragwerks einer an sich bekannten Konstruktion.

Entsprechend der vorliegenden Erfindung sind am Trägerrahmen 20 beidseitig über Kolben-Zylinderanordnungen 22 Gleitkufen 24 auf die am Boden liegenden Bodenplatten 12 drückbar. Die Einbausituation der Gleitkufen 24 ist insbesondere auch den 3 und 4 zu entnehmen. Dort ist aus Vereinfachungsgründen der Trägerrahmen, an dem die Kolben-Zylindereinheiten 22 sitzen, weggelassen worden.

Durch entsprechendes Ausfahren der Kolben-Zylinderanordnung 22 können die Gleitkufen 24 nach unten gedrückt werden, so dass nur noch die im unmittelbaren Bereich der Gleitkufen vorgesehenen Bodenplatten der Kette 14 auf dem Boden aufliegen, während die übrigen Bodenplatten vom Boden abgehoben sind. Mit 26 ist das Antriebsrad für die Kette und mit 28 das Leit- oder Spannrad für die Kette bezeichnet.

Dadurch dass zwischen dem Leit- bzw. Spannrad 28 und dem Antriebsrad 26 ein Teil der Bodenplatten gemäß der Stellung in 4 vom Boden abgehoben ist, ist die Bodenreibung bei der entsprechenden Kette 14 geringer. Diese Kette entspricht der rechten Raupe der 1, also der feststehenden Raupe, während die linke Raupe in 1 durch die Kraft F bewegt wird. Aufgrund der geringeren Reibkraft ist die von der linken Kette in 1 aufzubringende Lenkkraft vergleichsweise geringer als in dem Fall des Aufliegens der Bodenplatten über die gesamte Länge zwischen dem Leit- oder Spannrad 28 und dem Antriebsrad 26.

Entsprechend der Erfindung wird die Gleitkufe 24 nur dann ausgefahren (vgl. 4) wenn das Raupenfahrzeug gelenkt wird. Ansonsten, das heißt bei Geradeausfahrt oder bei Stillstand, liegt die Kette, wie in 3 dargestellt, zwischen dem Leit- oder Spannrad 28 und dem Antriebsrad 26 vollflächig auf dem Boden.

Im Falle der Lenkung hat die vorwärtsfahrende linke Raupen entsprechend der vorliegenden Erfindung in der Praxis einen deutlich geringeren Widerstand. Durch die Vorwärtsbewegung kann sie seitlich an den Raupenträgern weniger Erdreich aufhäufen, wodurch auch der Schwenkwiderstand geringer wird.


Anspruch[de]
Raupenfahrzeug, vorzugsweise Raupenkran, mit einem aus zwei Raupen bestehenden Fahrwerk, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kurvenfahrt die Auflagefläche der stillstehenden Raupe verringerbar ist. Raupenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Längsträger des Fahrwerks seitlich jeweils Abhebevorrichtungen angeordnet sind, über die ein Teil der auf dem Boden aufliegenden Bodenplatten der Kette vom Boden abhebbar ist. Raupenfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abhebevorrichtungen aus über Kolben-Zylinderanordnungen gegen die Bodenplatten verfahrbaren Gleitkufen besteht. Raupenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Laufrolle über entsprechende Kolben-Zylinderanordnungen gegen die Kette drückbar ist. Raupenkran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß nur bei einer der beiden Raupen die Auflagefläche in der Kurvenfahrt verringerbar ist.






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