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Dokumentenidentifikation DE202007004438U1 12.07.2007
Titel Bogen für Streichinstrumente
Anmelder Knoll, Gerald, 95194 Regnitzlosau, DE
Vertreter Rohrschneider, G., Dipl.-Ing. (FH) Pat.-Ing., Pat.-Anw., 08523 Plauen
DE-Aktenzeichen 202007004438
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.07.2007
Registration date 06.06.2007
Application date from patent application 27.03.2007
IPC-Hauptklasse G10D 3/16(2006.01)A, F, I, 20070327, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bogen für Streichinstrumente wie Violinen oder andere Streichinstrumente, welcher traditionell aus abgelagertem Holz hergestellt ist, jedoch zur Verbesserung seiner Eigenschaften insgesamt mit Kunststoff laminiert wird.

Bisher ist mit der DE 10 2004 024 918 die Lösung eines Streichbogens für Streichinstrumente bekannt, welcher mit einem wenigstens in Teilbereichen aus einem Faser verstärkten Verbundwerkstoff bestehendem Bogenstab, einem Bogenkopf, einem Frosch sowie einem zwischen Bogenkopf und Frosch einspannbaren Haarbüschel besteht Diese Lösung ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in Teilbereichen des aus faserverstärktem Verbundwerkstoff bestehenden Bogenstabes wenigstens ein als Sensor und/oder als Aktor wirkender multifunktioneller Werkstoff vorgesehen ist, und dass eine mit dem multifunktionellem Kunststoff verbundene Auswerteinheit im Streichbogen integriert ist, die innerhalb des Bogenstabes auftretende Verformungen in Form von Dehnungen und/oder Schwingungen orts- und/oder zeitaufgelöst erfasst. Dabei besteht der multifunktionelle Werkstoff aus wenigstens einem der Materialien wie Piezo-Keramik, Piezo-Polymer, elektrostriktive Keramik, elektrostriktive Flüssigkeit, Polymergel, magnetostriktive Legierung, magnetoviskose Legierung, Formgedächtnislegierung oder Formgedächtnispolymer.

Dieser Lösung haftet jedoch der Nachteil an, dass sie relativ aufwändig und teuer in ihrer Herstellung sind. Außerdem gehen ihre dem Holz eigenen natürlichen Eigenschaften bezüglich Schwingungsverhalten Dämpfungsvermögen und Gewicht zumindest teilweise verloren.

Ferner ist mit der AT 37 456 B die Lösung eines weiteren Streichbogens aus faserverstärktem Verbundmaterial bekannt, dessen Bogenstab als eigentlicher Bogenkörper im Wesentlichen aus Harz gefertigt ist, welcher durch eine Vielzahl von Fasern unterschiedlicher Länge, die längs des Bogenstabes angeordnet sind, verstärkt wird.

Dieser Lösung haftet wiederum der Nachteil an, dass die natürlichen Eigenschaften des Holzes komplett verloren gehen.

Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe einen Bogen für Streichinstrumente zu schaffen, welcher die positiven Eigenschaften der traditionellen, aus Holz bestehenden Bogen aufweist, und durch eine zusätzliche Laminierung mit Faserverbundwerkstoff und Harz, erhöhte wie verbesserte Eigenschaften hinsichtlich Biegesteifigkeit, Festigkeit und Bruchsicherheit der Bogenstange sowie des Bogenkopfes erhält. Dabei soll es möglich sein, auch einfaches Holz einsetzen zu können, was sich günstig auf den Holzverbrauch, insbesondere von teuren Klanghölzern, auswirkt. Eine weitere Aufgabe und Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung soll darin bestehen, dass das Verwinden der Stange beim Anspannen des Bogens weitestgehend verhindert wird. Die Stangenbiegung soll außerdem in ihrem Verlauf nachkorrigierbar sein. Zudem bleiben die Vorteile des Holzbogens in Bezug auf Klang, Spieltechnik, Gewicht und Gewichtsverteilung nahezu in vollem Umfang erhalten.

Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst, durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 aufgezeigten technischen Merkmale.

Das Wesen des erfindungsgemäßen Bogens für Streichinstrumente besteht in einem herkömmlichen Streicherbogen aus verschiedenen Holzarten, welcher in einer Verbindung von den Materialien Holz und Faserverbundwerkstoffen neue Eigenschaften erhält. Dabei werden als dem Grundmaterial Holz nicht nur exotische Hölzer, sondern auch einfache, beziehungsweise heimische Hölzer eingesetzt. Die Herstellung eines herkömmlichen Streicherbogens aus dem Medium Holz mit seiner Bogenstange und seinem Kopf ist dabei bezüglich seiner Maße sowie seines Gewichtes reduziert. Der durch die Aufarbeitung des Bogens verloren gegangene Materialbestandteil an Holz, wird im Verlaufe der nachfolgenden Bearbeitung durch Faserverbundwerkstoffe ersetzt, was durch ein Laminieren des Bogens geschieht. Der eingesetzte Faserverbundwerkstoff bringt in Verbindung mit einem Harz, vorzugsweise Kunstharz, die Vorteile eines ansonsten reinen Verbundwerkstoff-Bogens mit sich.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigt:

1: Schnitt eines Streicherbogens

Eine Bogenstange 2 mit einem Kopf 1 eines Bogens für Streichinstrumente wird unter Berücksichtigung des durch das Laminat hinzukommende Gewicht komplett vor- und ausgearbeitet. Dadurch verringert sich vorerst der Querschnitt des Bogens sowie auch sein Gewicht. Anschließend wird die gesamte Oberfläche des Bogens komplett mit einem Epoxydharz bestrichen und nachfolgend wird ein Faserverbundwerkstoff aufgetragen. Als geeignete Faserverbundwerkstoffe werden vorzugsweise Kohlefaser, Rovingstränge, oder aber verschiedene Gewebe eingesetzt. Findet ein geflochtener Schlauch aus Gewebe Anwendung, wobei je nach Hohlkern verschiedene Fadenwickel und Gewichte zur Anwendung gelangen, wird dieser über die Bogenstange gestülpt und nachfolgend nochmals mit dem Epoxydharzhärtergemisch durchtränkt. Der geflochtene Schlauch wird am Kopf 1 des Bogens durch eine Form gehalten, und am Stangenende 6 unter Zug, beziehungsweise auf Spannung gesetzt. Anschließend muss das Harz je nach Beschaffenheit hinreichend Zeit zum Aushärten erhalten. Danach wird die Oberfläche nachgearbeitet. Durch mehrfaches Harzen und Nacharbeiten wird schließlich eine saubere, glatte Oberfläche erzielt. Der Streicherbogen erhält am Ende der Bearbeitung seine normale Form im Hinblick des anfänglich verjüngten Querschnittes. Ein Frosch 4, ein Beinchen 3 und Haare 5 werden auf herkömmliche Art und Weise angebracht, wodurch der Streicherbogen komplettiert und spielfertig gemacht wird.

1
Kopf
2
Bogenstange
3
Beinchen
4
Frosch
5
Haare
6
Stangenende


Anspruch[de]
Bogen für Streichinstrumente dadurch gekennzeichnet, dass dieser aus dem Werkstoff Holz besteht und seine Bogenstange (2) sowie der Kopf (1) mit einem Faserverbundwerkstoff laminiert sind. Bogen für Streichinstrumente nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenstange (2) und der Kopf (1) vor dem Laminieren ausgearbeitet werden und deren Oberfläche mit vorzugsweise Epoxydharz bestrichen wird. Bogen für Streichinstrumente nach den Punkten 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenstange (2) sowie der Kopf (1) als Faserverbundwerkstoffe mit vorzugsweise Kohlefaser laminiert sind. Bogen für Streichinstrumente nach den Punkten 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenstange (2) und der Kopf (1) mit Rovingsträngen oder Gewebeschlauch versehen sind, welche auf dem aufgearbeiteten Bogen aufgebracht, oder übergestülpt werden sowie nachfolgend mit vorzugsweise Epoxydharz und mit Härter durchtränkt werden. Bogen für Streichinstrumente nach den Punkten 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Bogenstange (2) wie auch des Kopfes (1) nach der Laminierung bearbeitet und geglättet werden, wodurch sie die äußere Form eines üblichen Bogens erhalten. Bogen für Streichinstrumente nach den Punkten 1 und 4 dadurch gekennzeichnet, dass der über die Bogenstange (2) übergestülpte Gewebeschlauch am Kopf (1) durch eine Form gehalten und am Stangenende (6) auf Zug gesetzt wird.






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