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Dokumentenidentifikation DE102005062740B3 19.07.2007
Titel Biopsienadelset, Schussapparat und Biopsiegerät zur minimal-invasiven Entnahme von Gewebeproben
Anmelder Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH, 55129 Mainz, DE;
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 55122 Mainz, DE
Erfinder Linnebach, Egbert, Dr., 64572 Büttelborn, DE;
Kraus, Silvio, 99734 Nordhausen, DE;
Kunz, Stefan, 55411 Bingen, DE;
Neumann, Frank, 63225 Langen, DE;
Lohse, Ansgar, Dr., 20144 Hamburg, DE;
Denzer, Ulrike, Dr., 20251 Hamburg, DE
Vertreter Fuchs, Mehler, Weiß & Fritzsche, 65201 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 22.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005062740
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse A61B 10/02(2006.01)A, F, I, 20051222, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird ein Biopsienadelset (200, 200') zur minimal-invasiven Entnahme von Gewebeproben beschrieben mit einer einem Hohlschaft, einen Haltebereich (211, 211', 221, 221', 231, 231') und ein dem Haltebereich (211, 211', 221, 221', 231, 231') entgegengesetztes distales Ende (212, 212', 222, 222', 232, 232') aufweisenden ersten Nadel (210, 210', 220, 220', 230, 230') und einer im Hohlschaft der ersten Nadel (210, 210') hin und her bewegbar angeordneten, einen Haltebereich (211, 211', 221, 221', 231, 231') und ein im Haltebereich (211, 211', 221, 221', 231, 231') entgegengesetztes distales Ende (212, 212', 222, 222', 232, 232') aufweisenden zweiten Nadel (220, 220'), welche im Bereich ihres distalen Endes (222, 222') längs in wenigstens zwei Nadelhälften geteilt ist. Das Biopsienadelset (200, 200') ist gekennzeichnet durch eine einen Haltebereich (231, 231') und ein dem Haltebereich entgegengesetztes distales Ende (232, 232') aufweisende dritte Nadel (230, 230'), wobei die zweite Nadel (220, 220') einen Hohlschaft zur Aufnahme der dritten Nadel (230, 230') aufweist und beide Nadeln (220, 220', 230, 230') relativ zueinander hin und her bewegbar angeordnet sind. Es wird weiterhin ein Schussapparat (100, 300) für ein solches Biopsienadelset (200, 200') und ein Biopsiegerät beschrieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Biopsienadelset zur minimal-invasiven Entnahme von Gewebeproben (Punktion) mit einer einen Hohlschaft, einen Haltebereich und ein dem Haltebereich entgegengesetztes distales Ende aufweisenden ersten Nadel und einer im Hohlschaft der ersten Nadel hin und her bewegbar angeordneten, einen Haltebereich und ein im Haltebereich entgegengesetztes distales Ende aufweisenden zweiten Nadel, welche im Bereich ihres distalen Endes längs in wenigstens zwei Nadelhälften geteilt ist. Die Erfindung betrifft ferner einen Schussapparat für ein solches Biopsienadelset und ein Biopsiegerät.

Ein solches Biopsienadelset ist als Silverman-Nadel bekannt und wird in US 3,001,522 beschrieben. Daneben gibt es im Wesentlichen noch zwei weitere Nadelsysteme zur Punktion. Eines ist unter der Bezeichnung Menghini-Nadel bekannt. Eine Hohlnadel wird bei dieser Biopsiemethode bis in das zu untersuchende Gewebe vorgestoßen und anschließend wird Gewebe mittels Unterdruck in die Nadel eingesaugt. Die verwendeten Nadeln haben einen vergleichsweise kleinen Durchmesser. Dies hat den Vorteil, dass die Verletzung und somit das Blutungsrisiko relativ gering ist. Andererseits können auf diese Weise keine größeren Gewebeproben entnommen werden.

Aus der DE 198 06 693 A1 ist eine Vorrichtung zur Entfernung von tumorösem Gewebe mit einer äußeren, längsgeschlitzten Hohlnadel, einer in der äußeren Hohlnadel liegenden inneren Aufweitungsnadel und einer in der inneren Aufweitungsnadel geführten Führungsnadel bekannt. Diese Vorrichtung wird typischerweise zur Gewebeuntersuchung von Brustkrebs verwendet. Die innere Führungsnadel wird bis an den Tumor herangeführt, anschließend die innere Aufweitungsnadel über die Führungsnadel in das Gewebe eingeführt. Daraufhin wird die äußere Hohlnadel über die Aufweitungsnadel geschoben und über den Tumor geführt, welcher anschließend innerhalb des distalen Endes der äußeren Hohlnadel liegt. Wird dann die Aufweitungsnadel zurückgezogen, zieht sich die äußere Hohlnadel aufgrund einer elastischen Vorspannung radial zusammen und klemmt das Gewebe um den Tumor so ein, dass es entnommen werden kann.

Ferner ist aus der US 5,573,008 eine Biopsievorrichtung zur Entnahme von Gewebeproben mit einem inneren zylinderförmigen Teil und einem das innere Teil umgebenden äußeren Hohlschaft, der an seinem distalen Ende zwei Schneidelemente aufweist, bekannt. Die Schneidelemente bestehen aus einer elastischen Gedächtnislegierung und sind in geschlossenem Zustand vorgespannt. Das innere Teil und der Hohlschaft sind axial verschiebbar, wobei durch das Vorschieben des inneren Teils der äußere Hohlschaft geöffnet werden kann. Wird diese Vorrichtung in das Gewebe vorgeschoben und anschließend der innere Teil zurückgezogen, schließen sich die Schneidelemente, trennen das Gewebe ab und schließen es im Inneren ein, so dass es entnommen werden kann.

Des Weiteren ist das sogenannte Tru-cut-Verfahren unter Verwendung der Veres-Nadel bekannt. Beispiele hierfür finden sich in den Patenten US 5,507,298, US 4,600,014, US 6,328,701 oder in der WO 01/54574 A1. Alle diese Systeme haben eine massive Innennadel gemeinsam, die im Bereich ihres distalen Endes eine radiale Ausnehmung aufweist und in einer äußeren Hohlnadel hin und her beweglich angeordnet ist. Das Nadelsystem wird bis an das zu entnehmende Gewebe herangeführt. Dann wird die Innennadel in das zu untersuchende Gewebe vorgeschoben. Das die Innennadel umgebende Gewebe drückt sich dabei aufgrund seiner Elastizität in die Ausnehmung hinein. Anschließend wird die hohle Außennadel bis über den Bereich der Ausnehmung über die Innennadel vorgeschoben, wobei das in der Ausnehmung befindliche Gewebe schneidend abgetrennt und darin von der Außennadel verschlossen aufbewahrt wird. Anschließend wird das Nadelsystem vollständig aus dem Körper entfernt. Für diese Nadelsysteme sind automatische Schussapparate bekannt.

Dieses Nadelsystem bzw. das geschilderte Verfahren wird häufig insbesondere zur Entnahme von Brustgewebe eingesetzt. Bei einer Leberbiopsie (Laparoskopie) hingegen, d.h. bei der Entnahme von Lebergewebe, ist es oft erforderlich, größere Gewebeproben zu entnehmen. So müssen hier typischerweise Gewebezylinder einer Länge von 16 mm bis 18 mm und einem Durchmesser von 1,4 mm bis 1,8 mm untersucht werden. Insbesondere zirrhotisches Lebergewebe, welches aufgrund seiner Zersetzung nicht genügend Eigenstabilität aufweist und überwiegend aus losem Gewebematerial besteht, kann mit dem geschilderten Verfahren nicht in der ausreichenden Menge entnommen werden.

Hierfür eignet sich das eingangs erwähnte Silverman-Nadelset erheblich besser. Bei der Verwendung dieses Systems muss jedoch meist ein Trokar zum Einsatz kommen, worunter eine zusätzliche Hülse verstanden wird, die zunächst durch die Bauchdecke gestoßen wird. Durch diesen Trokar wird dann die Silverman-Nadel eingeführt und bis zum Organgewebe in den Bauchraum vorgeschoben. Der Trokar dient dabei als Einführhilfe zum Fixieren der Nadel. Die außen liegende erste Nadel besitzt eine schräg angeschnittene Spitze. In ihrem Hohlschaft befindet sich eine Innennadel, die an ihrem distalen Ende meist massiv oder zumindest so ausgebildet ist, dass die Öffnung des Hohlschafts der ersten Nadel verschlossen wird, damit sich beim Einführen nicht bereits unerwünschtes Gewebematerial einlagern kann. Nachdem die Außennadel durch den Trokar bis an oder bereits wenige Millimeter in das zu untersuchende Gewebe vorgestoßen wurde, wird die Innennadel entfernt und durch eine zweite Innennadel ersetzt, die in ihrer Längsrichtung wenigstens im Bereich ihres distalen Endes geteilt ist. Diese Nadel ist im Bereich ihrer Spitze so angeschnitten, dass sich die beiden Nadelhälften beim weiteren manuellen Vorschieben außerhalb der Hohlnadel aufspreizen. Anschließend wird die erste Nadel mit oder ohne rotierende Bewegung über die aufgespreizten Nadelhälften der zweiten Nadel vorgeschoben. Das zwischen den aufgespreizten Nadelhälften befindliche Gewebe wird dabei zusammengedrückt und innerhalb des Hohlraums der Außennadel eingeschlossen. Danach wird das Nadelsystem aus dem Trokar herausgezogen.

Nachteilig ist, dass die Stabilisierung der zweiten Nadel nur unzureichend gelingt und deshalb ein Trokar verwendet werden muss. Das Vorschieben der zweiten Nadel, während diese sich aufspreizt, geschieht von Hand unter gleichzeitiger Beobachtung der Punktionsstelle, damit das zu untersuchende Gewebe nicht verfehlt wird. Automatische Betätigungsvorrichtungen sind für die Silverman-Nadel nicht bekannt, da die zweigeteilte zweite Nadel keine ausreichende Eigenstabilität für eine gezielte automatische Gewebeentnahme aufweist. Ohne Verwendung eines Trokars besteht beim Austausch der Innennadel gegen die Silverman-Nadel die Gefahr, dass die Nadelanordnung unabsichtlich bewegt wird, so dass das an der Einstichstelle zu entnehmende Gewebe beschädigt werden kann.

Ein weiterer Nachteil der bekannten Silverman-Nadel besteht darin, dass die entnommene Gewebeprobe aus der Innennadel mechanisch mittels eines Werkzeugs entnommen werden muss. Dieser Vorgang stellt sich meist als problematisch heraus und führt nicht selten zu einer Beschädigung der Gewebeprobe.

Bekannte Biopsiegeräte, wie die in der US 3,001,522 vorgestellte Silverman-Nadel, sind vollständige Einwegsysteme. Ein anderes Biopsiegerät mit austauschbaren Nadeln ist beispielsweise aus der US 5,507,298 bekannt. In letzterem Fall muss zum Entnehmen der Nadeln der Deckel der Betätigungsvorrichtung geöffnet werden, so dass das gesamte Innenleben der Betätigungsvorrichtung frei liegt. Hierbei ergibt sich eine nicht unwesentliche Gefahr der Verunreinigung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Biopsienadelset, ein Biopsiegerät sowie einen einfach und sicher zu handhabenden Schussapparat hierfür zu schaffen, womit in einem möglichst schonenden Eingriff, insbesondere bei der Leberbiopsie, ein ausreichend großes und möglichst unversehrtes Gewebestück in reproduzierbarer Weise entnommen werden kann.

Die Aufgabe wird durch ein Biopsienadelset der eingangs genannten Art gelöst, welches eine einen Haltebereich und ein dem Haltebereich entgegengesetztes distales Ende aufweisende dritte Nadel aufweist, wobei die zweite Nadel einen Hohlschaft aufweist und beide Nadeln relativ zueinander hin und her bewegbar angeordnet ist.

Durch ein Biopsienadelset bestehend aus drei Nadeln, welche kolinear ineinander angeordnet und relativ zueinander, d.h. unabhängig voneinander, bewegbar sind, wird das bekannte Silverman-Nadelset dahingehend weitergebildet, dass auf ein Trokar verzichtet werden kann. Eine dieser drei Nadeln dient zur Vorfixierung und damit zur Stabilisierung des Nadelsets, indem sie vor der Gewebeentnahme um ein kleines Stück in das zu untersuchende Gewebe oder Organ eingestochen wird. Hierdurch steht das gesamte Biopsienadelset mit dem Organ in Eingriff und ein Verrutschen der Nadelanordnung während der Gewebeentnahme kann verhindert werden. Durch Verzicht auf ein Trokar kann die Einstichstelle vergleichsweise klein gehalten werden.

Vorzugsweise ist das distale Ende der dritten Nadel geschlossen und kann beispielsweise massiv ausgebildet sein.

Wenn die distalen Enden der drei Nadeln im Wesentlichen bündig abschließen, verschließt die dritte Nadel den Hohlschaft der geteilten zweiten Nadel, welche wiederum den Hohlschaft der ersten Nadel verschließt. Somit können alle drei Nadeln auf einmal durch die Bauchdecke gestoßen und bis zu dem zu untersuchenden Organ vorgeschoben werden, ohne dass sich hierbei unerwünschtes Gewebe anlagert. Ein Auswechseln der Innennadel ist nicht erforderlich, was die Gewebeentnahme abermals erleichtert und präzisiert.

Besonders bevorzugt ist die dritte Nadel als Hohlnadel ausgebildet.

Auf diese Weise kann sie zur Aufnahme von optischen Elementen zur Beobachtung und/oder Beleuchtung dienen oder einen Kanal zur Beschickung des Untersuchungsbereichs mit Gasen, Flüssigkeiten oder dgl. oder zur Entnahme von Material aufweisen.

Vorzugsweise weist die dritte Nadel an ihrem distalen Ende eine schräg ausgeschnittene Nadelspitze auf. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die dritte Nadel zur Vorfixierung verwendet wird.

Vorteilhafterweise weisen die drei Nadeln an ihren Haltebereichen jeweils ein Anschlussstück zur Verbindung mit einem Schussapparat auf.

Die Anschlussstücke sind vorzugsweise koaxial miteinander und beweglich zueinander angeordnet.

Die dritte Nadel weist in ihrem Haltebereich vorzugsweise ein drittes Anschlussstück zur Verbindung der dritten Nadel mit einem Schussapparat auf. Die zweite Nadel weist in ihrem Haltebereich ein zweites Anschlussstück zur Verbindung der zweiten Nadel mit dem Schussapparat auf, wobei das zweite Anschlussstück einen Hohlraum zur Aufnahme und Führung des dritten Anschlussstücks in Längsrichtung der dritten Nadel und einen Durchlass für die dritte Nadel aufweist. Die erste Nadel weist in ihrem Haltebereich ein erstes Anschlussstück zur Verbindung der ersten Nadel mit dem Schussapparat auf, wobei das erste Anschlussstück einen Hohlraum zur Aufnahme und Führung des zweiten Anschlussstücks in Längsrichtung der zweiten Nadel und einen Durchlass für die zweite Nadel aufweist.

Hierdurch bildet das Biopsienadelset eine vom Schussapparat separate Baugruppe. Es kann einschließlich der Anschlussstücke als Einmalteil ausgelegt sein und nach der Gewebeentnahme entsorgt werden, während der Schussapparat desinfizierbar und wiederverwendbar ausgestaltet ist.

Die drei Nadeln können auch lösbar mit ihren Anschlussstücken verbunden sein, so dass lediglich die Nadeln nach der Gewebeentnahme zu entsorgen sind. Die Nadeln können beispielsweise auf die Anschlussstücke gesteckt werden.

Um den Austausch des Biopsienadelsets zu erleichtern, können die drei Anschlussstücke durch eine lösbare Montagehalterung in einer Montagestellung relativ zueinander fixierbar sein.

Unter Montagestellung ist eine Stellung der drei Anschlussstücke zu verstehen, in welcher das gesamte Biopsienadelset dank der fixierten Relativlage vorzugsweise in einem Schritt mit der Betätigungsvorrichtung verbunden werden kann.

Hierzu weisen die ersten, zweiten und dritten Anschlussstücke gemäß einer beerorzugten Ausführungsform in der Montagestellung zueinander fluchtende Bohrungen auf, in welche die Montagehalterung in Form eines Montagestifts einsteckbar ist.

Um die Montage des Biopsienadelsets mit dem Schussapparat weiter zu erleichtern, weisen die ersten, zweiten und dritten Anschlussstücke jeweils ein erstes Element eines Bajonettverschlusses auf.

Die Aufgabe wird ferner durch einen Schussapparat für eines der vorgenannten Biopsienadelsets mit drei koaxial angeordneten Nadeln gelöst, wovon mindestens zwei Nadeln linear verschiebbar angeordnet sind, mit einem Gehäuse, in dem eine erste Aufnahme zur Verbindung mit der ersten Nadel, eine zweite Aufnahme zur Verbindung mit der zweiten Nadel, eine dritte Aufnahme zur Verbindung mit der dritten Nadel und eine Spannvorrichtung angeordnet sind, wobei wenigstens die erste und die zweite Aufnahme in dem Gehäuse kolinear angeordnet und Federdruck- beaufschlagbar sind und wobei die Spannvorrichtung mindestens eine erste und eine zweite Spanneinrichtung zum unabhängigen Vorspannen von zwei Nadeln, ein an den Spanneinrichtungen angreifendes gemeinsames betätigbares Spannelement, das relativ zum Gehäuse bewegbar ist, und mindestens zwei Auslöseelemente aufweist, wovon ein erstes Auslöseelement zum Auslösen eines Vorfixierschusses und ein zweites Auslöseelement zum Auslösen des Probeentnahmeschusses vorgesehen sind.

Vorzugsweise ist die dritte Aufnahme in dem Gehäuse ortsfest angeordnet und der Schussapparat mit einem ersten betätigbaren Rastelement zum Halten der ersten Aufnahme in einer Federdruckbeaufschlagten ersten Spannstellung und Freigeben der ersten Aufnahme aus der ersten Spannstellung, einem dritten betätigbaren Rastelement, das mit dem ersten Auslöseelement verbunden ist, zum Halten der zweiten Aufnahme in einer Federdruck-beaufschlagten zweiten Spannstellung und Freigeben der zweiten Aufnahme aus der zweiten Spannstellung, einem Anschlagelement zum Anhalten der zweiten Aufnahme in einer Federdruck-beaufschlagten Zwischenstellung und ein zweites betätigbares Rastelement, das mit dem zweiten Auslöseelement verbunden ist, zum Freigeben der zweiten Aufnahme aus der Zwischenstellung ausgestattet.

Wird ein vorstehend beschriebenes Biopsienadelset mit einem solchen erfindungsgemäßen Schussapparat verbunden, steht ein Biopsiegerät bereit, welches eine Gewebeentnahme nach dem Prinzip der Silverman-Nadel erstmals auch automatisch und somit reproduzierbar exakt ermöglicht.

Nachfolgend wird die Durchführung der Biopsie beschrieben. Nachdem das Biopsienadelset zunächst bis an das Organ, aus welchem Gewebe entnommen werden soll, herangeführt wurde, wird durch das Betätigen des ersten Auslöseelements und damit des dritten Rastelements die zweite Aufnahme freigegeben und die zweite (mittlere) Nadel aus der zweiten Spannstellung mittels Federdruck in die Zwischenstellung vorgetrieben. Dabei dringt die zweite Nadel nur wenige Millimeter in das Organ ein und fixiert somit die Relativlage des Biopsienadelsets zu dem Organ, ohne dass die Nadel aufgrund ihrer Längsteilung bereits wesentlich aufspreizt ist.

Ein anschließendes Betätigen des zweiten Auslöseelements und damit des zweiten Rastelements gibt die zweite Aufnahme frei, wodurch die zweite Nadel durch die Federkraft vorgetrieben weiter in das Organ eindringt und sich in der eingangs beschriebenen Weise aufspreizt (Entnahmestellung). Organmaterial befindet sich nun zwischen den Nadelhälften. Durch anschließendes Betätigen des ersten Rastelements durch die zweite Aufnahme wird die erste Aufnahme freigegeben und somit die erste Nadel federdruckbedingt vorangetrieben. Dabei wird das zwischen den Nadelhälften der zweiten Nadel befindliche Organmaterial zusammengedrückt und in dem Hohlraum der zweiten Nadel eingeschlossen.

Die dritte Aufnahme und somit die dritte Nadel bleiben ortsfest relativ zu dem Gehäuse der Betätigungsvorrichtung. Diese Nadel dient zum einen dem Verschließen des Hohlraums der zweiten Nadel beim Durchstoßen der Bauchdecke, wodurch kein unerwünschtes Gewebe im Hohlraum der zweiten Nadel angesammelt wird. Des Weiteren dient sie der einfachen Abgabe der entnommenen Gewebeprobe aus dem Hohlschaft der zweiten Nadel, ohne dass hierfür zusätzlich Werkzeuge oder Hilfsmittel benötigt würden. Hierzu werden in umgekehrter Reihenfolge oder gleichzeitig die erste und zweite Nadel zur ersten Nadel zurückgezogen, wodurch die Gewebeprobe freigegeben wird.

Der Schussapparat weist erfindungsgemäß in einer alternativen Ausführungsform eine in dem Gehäuse kolinear zur ersten und zweiten Aufnahme hin und her bewegliche und Federdruck – beaufschlagbare, dritte Aufnahme, ein erstes betätigbares Rastelement zum Halten der ersten Aufnahme in einer Federdruck-beaufschlagten ersten Spannstellung und Freigeben der ersten Aufnahme aus der ersten Spannstellung, ein zweites betätigbares Rastelement, das mit dem zweiten Auslöseelement verbunden ist, zum Halten der zweiten Aufnahme in einer Federdruckbeaufschlagten zweiten Spannstellung und Freigeben der zweiten Aufnahme aus der zweiten Spannstellung und ein drittes betätigbares Rastelement, das mit dem ersten Auslöseelement verbunden ist, zum Halten der dritten Aufnahme in einer Federdruck-beaufschlagten dritten Spannstellung und Freigeben der dritten Aufnahme aus der dritten Spannstellung auf.

Im Unterschied zur ersten Alternative des Schussapparates bzw. des Biopsiegeräts ist in dieser Ausführungsform nicht die zweite mit dem Schussapparat verbundene Nadel für die Vorfixierung des Nadelsets in dem zu untersuchenden Organ vorgesehen, sondern die dritte, nunmehr ebenfalls relativ zum Gehäuse bewegliche Nadel. Diese wird bedingt durch den Federdruck nach Betätigen des ersten Auslöseelements und damit des dritten Rastelements in die Zwischen- oder Vorfixierungsstellung vorgeschoben. Anschließend wird durch Betätigen des zweiten Auslöseelements und damit des zweiten Rastelements die zweite Nadel über die dritte Nadel hinweg in die Entnahmestellung vorgeschoben, so dass sie sich wiederum in der oben beschriebenen Weise aufspreizt. Anschließend wird wie bei der ersten Alternative durch Betätigen des ersten Rastelements durch die zweite Aufnahme die erste, äußere Nadel über die zweite Nadel federdruckbedingt hinweg in die Entnahmestellung geschoben.

Die Vorteile dieser Ausführungsform sind dieselben wie die der ersten Alternative, dass nämlich einerseits eine Vorfixierung des Nadelsets erzielt wird und andererseits eine leichte und saubere Entnahme der Gewebeprobe aus dem Hohlraum der zweiten Nadel durch Zurückführen der drei Aufnahmen und Nadeln in ihre Ausgangs- oder Spannstellung.

In einer vorteilhaften Weiterbildung sowohl der ersten als auch der zweiten Alternative des Schussapparates ist das erste Rastelement dazu eingerichtet, nach dem Freigeben der zweiten Aufnahme von dieser betätigt zu werden und die erste Aufnahme frei zu geben.

Dies ermöglicht ein automatisches Auslösen der ersten Aufnahme und somit der ersten Nadel, nachdem die zweite Nadel bis in ihre gespreizte Entnahmestellung in das Gewebe des zu untersuchenden Organs vorgedrungen ist. Während der Operateur jeweils beim Heranführen der Nadeln an das Organ, vor dem Auslösen des Vorfixierschusses und dem Auslösen des Entnahmeschusses der zweiten Nadel die Lage der Nadeln optisch verfolgen kann und muss, um die Qualität der Gewebeprobe sicherzustellen, ist dies vor dem Betätigen des ersten Rastelements nicht mehr notwendig. Bereits durch das Vordringen und Aufspreizen der zweiten Nadel ist die zu entnehmende Gewebeprobe nämlich bereits festgelegt und die Lage der zweiten Nadel ohnehin nicht mehr einsehbar. Eine zügige Betätigung der dritten Nadel zum Entnahmeschuss ist nun sogar erwünscht und erfolgt daher automatisch, um eine unnötige Traumatisierung zu vermeiden.

In einer bevorzugten Ausführungsform einer der vorgenannten Schussapparate weist das Gehäuse eine zentrale Längsachse auf, wobei die lineare Bewegungsrichtung der Aufnahmen so mit der Längsachse zusammenfällt, dass die Nadeln in der Längsachse angeordnet sind. Der Schwerpunkt des Schussapparates sollte auf einem Punkt der linearen Bewegungsrichtung liegen.

Dies sorgt zusammen mit den vorzugsweise im Wesentlichen zylinderförmig und koaxial ineinander beweglich angeordneten ersten, zweiten und dritten Anschlussstücken des Biopsienadelsets für eine bessere Balance des Schussapparates bzw. des gesamten Biopsiegeräts. Vorteilhafterweise treten somit keine oder nur geringe Dreh- oder Kippmomente beim Betätigen auf und die Gefahr eines Versatzes der Nadeln durch das Betätigen des Gerätes wird reduziert.

In einer vorteilhaften Weiterbildung des Schussapparates weisen die drei Aufnahmen jeweils ein aus dem Gehäuse herausragendes erstes, zweites bzw. drittes Verbindungsstück auf, welches mit dem jeweils zugeordneten ersten, zweiten bzw. dritten Anschlussstück verbindbar ist.

Die Weiterbildung des Schussapparates bzw. des Biopsiegeräts ermöglicht es, dass das Biopsienadelset von außen an den Schussapparat und genauer an den Verbindungsstücken angebracht werden kann. Die Verbindungsstücke können jeweils ein zweites Element eines Bajonettverschlusses zur Verbindung mit dem ersten Element des Bajonettverschlusses des zugeordneten Anschlussstückes aufweisen.

Das Biopsienadelset kann als Einmalteil nach der Gewebeentnahme entsorgt werden, während die Betätigungsvorrichtung nur im Bereich der Verbindungsstücke außerhalb des Gehäuses mit den Nadeln in Verbindung kommt und somit leicht desinfizierbar ist. Hierdurch ergeben sich Kosten und Zeitvorteile bei der Vor- und Nachbereitung einer Punktion.

Vorzugsweise sind die beiden Auslöseelemente am vorderen Bereich des Gehäuses hintereinander angeordnet.

Vorzugsweise ist das erste Auslöseelement hinter dem zweiten Auslöseelement angeordnet. Wenn der Schussapparat in der Hand gehalten wird, liegt das erste Auslöselement der Hand am nächsten.

Das erste Auslöseelement ist vorzugsweise ein Drucktaster. Das erste Auslöseelement kann somit auf einfache Weise, z. B. mit dem Daumen, ausgelöst werden.

Um das zweite vom ersten Auslöseelement deutlich zu unterscheiden, ist das zweite Auslöselement vorzugsweise als Schieber ausgebildet.

Damit ein unbeabsichtigtes Betätigen des zweiten Auslöseelementes vor der Betätigung des ersten Auslöseelementes vermieden wird, kann das zweite Auslöseelement mittels einer Sicherungsplatte abgedeckt sein, die vorzugsweise verschiebbar am Gehäuse angebracht ist.

Die Sicherungsplatte kann in einer weiteren Ausführungsform auch beide Auslöseelemente abdecken.

Vorzugsweise ist das gemeinsame Spannelement ein um die Längsachse des Gehäuses drehbares Gehäuseteil. Damit können alle Nadeln durch Betätigen eines einzigen Spannelementes in ihrer Ausgangsposition bewegt und gespannt werden.

Zur Festlegung der vorderen Endstellung der Aufnahmen ist im Gehäuse mindestens ein Anschlag angeordnet. Für jede Aufnahme kann ein eigener Anschlag vorgesehen sein. Dieser Anschlag bzw. diese Anschläge unterliegen durch die schlagartige Belastung einem hohen Verschleiß, so dass der Anschlag bzw. die Anschläge vorzugsweise austauschbar angeordnet sind.

Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist ein gemeinsamer Anschlag für alle Aufnahmen vorgesehen, der ebenfalls austauschbar angeordnet sein kann.

Der oder die Anschläge können mindestens einseitig mit einem Dämpfungsbelag, z. B. einer Elastomerauflage, versehen sein. Beim Auslösen der Nadeln werden die Kräfte beim Auftreffen der Aufnahmen auf den Anschlag oder die Anschläge gemildert. Die Handhabung des Schussapparates mit den für Punktionen notwendigen großen Federkräften wird so vereinfacht und sicherer. Weiterhin wird der Schussapparat weniger großen Kräften ausgesetzt, gerade auch beim Auslösen ohne Punktion, beispielsweise vor dem Auswechseln der Nadeln oder nach der Entnahme der Probe.

Der Dämpfungsbelag kann ebenfalls austauschbar auf dem Anschlag angebracht sein. Eine beidseitige Belegung des oder der Anschläge mittels eines Dämpfungsbelages ist von Vorteil, um auch beim Spannvorgang die auf den Anschlag wirkenden Kräfte abzumildern. Durch beidseitige oder auch mehrseitige Belegung mit Dämpfungsbelägen kann der Anschlag gedämpft gelagert werden, so dass die Stöße beim Auslösen des Schussapparates nicht oder nur in geringem Maße auf das Gehäuse übertragen werden.

Das Vorsehen eines gemeinsamen Anschlages hat den weiteren Vorteil, dass er zentrisch im Gehäuse angeordnet werden kann, wodurch eine einseitige Belastung der auf dem Anschlag anliegenden Aufnahmen und damit ein Verkanten verhindert wird.

Der Anschlag kann beispielsweise ein Bolzen sein, der sich durch die mit, z. B. Langlöchern, versehenen Aufnahmen erstreckt

Das erfindungsgemäße Biopsiegerät wird durch den Schussapparat mit dem daran angebrachten Biopsienadelset gebildet.

Weitere Vorteile und Merkmale des erfindungsgemäßen Biopsienadelsets, des erfindungsgemäßen Schussapparates sowie des erfindungsgemäßen Biopsiegeräts ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung einzelner Ausführungsbeispiele.

Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Biopsiegeräts gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel mit feststehender dritter Nadel;

2 das Biopsiegerät gemäß 1 nach manueller Einführung durch die Bauchwand;

3 das Biopsiegerät gemäß 1 nach Betätigung des dritten Rastelements in der vorfixierten Zwischenstellung;

4 das Biopsiegerät gemäß 1 nach Betätigung des zweiten Rastelements mit aufgespreizter zweiter Nadel;

5 das Biopsiegerät gemäß 1 nach Betätigung des ersten Rastelements mit vorgeschobener erster Nadel;

6 das Biopsiegerät gemäß 1, nach der Gewebeprobenentnahme;

7 das Biopsiegerät gemäß 1 mit in Spannstellung verbrachten Nadeln und freigegebenem Probezylinder;

8 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform des Biopsiegeräts mit hohler Innennadel;

9 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform des Biopsiegeräts mit beweglicher Innennadel;

10 das Biopsiegerät gemäß 9, nachdem es manuell durch die Bauchwand eingeführt wurde;

11 das Biopsiegerät gemäß 9 nach Betätigen des dritten Rastelements mit vorgeschobener dritter Nadel zur Vorfixierung;

12 das Biopsiegerät gemäß 9 nach Betätigung des zweiten Rastelements mit aufgespreizter zweiten Nadel;

13 das Biopsiegerät gemäß 9 nach Betätigen des ersten Rastelements mit vorgeschobener ersten Nadel;

14 das Biopsiegerät gemäß 9 mit in Spannstellung verbrachter Nadel und freigegebenem Probezylinder;

15 eine aufgeschnittene Detailansicht der Anschlussstücke des erfindungsgemäßen Biopsienadelsets;

16 eine Detailansicht der distalen Nadelenden des erfindungsgemäßen Biopsienadelsets;

17 eine Ausführungsform des Schussapparates teilweise in geschnittener Darstellung;

18 der Schussapparat gemäß 17 in einer weiteren Darstellung ohne Sicherungsplatte;

19 eine Ausschnittvergrößerung aus 18 und

20 eine schematische Darstellung des Schussapparates mit einem einzigen Anschlag.

Das Biopsiegerät gemäß 1 weist einen Schussapparat 100 sowie ein mit dieser verbundenes Biopsienadelset 200 auf. Der Schussapparat 100 weist ein Gehäuse 102 auf, in dem eine Spannvorrichtung 103 mit zwei Spanneinrichtungen 119, 129 angeordnet ist. Im Gehäuse ist eine erste Aufnahme 110 zur Verbindung mit einer ersten Nadel 210 des Biopsienadelsets 200 linear hin und her beweglich angeordnet. Die erste Aufnahme 110 befindet sich gemäß 1 in einer entspannten vorderen Stellung, was einer ebenfalls vorderen Entnahmestellung der ersten Nadel 210 sowie einer auf die erste Aufnahme 110 wirkenden gestreckten ersten Druckfeder 114 entspricht.

Das Gehäuse 102 schließt ferner eine zweite Aufnahme 120 für eine zweite Nadel 220 des Biopsienadelsets 200 ein. Auch die zweite Aufnahme 120 befindet sich gemäß 1 in einer vorderen entspannten Stellung und die zweite Nadel 220 in der entsprechenden vorderen Entnahmestellung (vgl. auch 5). Eine auf die zweite Aufnahme wirkende Druckfeder 124 ist ebenfalls gestreckt.

Die Aufnahmen 110, 120 liegen in den beschriebenen Positionen an den zugeordneten Anschlägen 118, 128 an.

Der Schussapparat 100 weist ferner eine in dem Gehäuse 102 ortsfest angeordnete dritte Aufnahme 130 zur Verbindung mit einer dritten Nadel 230 des Biopsienadelsets 200 auf. Die Aufnahmen 110, 120, 130sind koaxial angeordnet und relativ zueinander in axialer Richtung beweglich. Sie befinden sich in der Längsachse 106 des Gehäuses 102 des Schussapparates 100.

Im Gehäuse 102 sind ferner ein erstes, zweites und drittes betätigbares Rastelement 112, 122, 132 angeordnet, wobei das zweite Rastelement 122 Bestandteil des zweiten Auslöseelement 105 und das dritte Rastelement 132 Bestandteil des ersten Auslöseelements 104 ist.

In 2 ist das Biopsiegerät im Einsatz gezeigt. Die erste Aufnahme 110 und die erste Nadel 210 befinden sich in ihrer (ersten) Spannstellung und werden in dieser mittels des ersten Rastelements 112 gehalten. In dieser ersten Spannstellung ist die erste Aufnahme 110 mittels der ersten Feder 114 in Richtung der Biopsienadeln 210, 220, 230 vorgespannt.

Auch die zweite Aufnahme 120 befindet sich gemäß 1 in ihrer (zweiten) Spannstellung, in der sie mittels des dritten Rastelements 132 gehalten wird. In dieser Stellung wird die zweite Aufnahme 120 mittels der zweiten Feder 124 mit einer Federkraft in Richtung der Biopsienadeln 210, 220, 230 beaufschlagt.

Das Biopsiegerät ist in 2 nach manueller Einführung durch die Bauchwand 10 eines Patienten bis zum Rand des zu untersuchenden Organs 20 vorgeschoben. In dem vollständig gespannten Zustand des Schussapparates sind die mit den drei Aufnahmen 110, 120, 130 verbundenen Biopsienadeln 210, 220, 230 relativ zueinander so angeordnet, dass deren distale Enden 212, 222, 232 im Wesentlichen bündig abschließen. Hierdurch wird gewährleistet, dass sich im Bereich der distalen Enden 212, 222, 232 keine Hohlräume bilden, in denen sich beim Durchstechen und Zuführen des Biopsienadelsets 200 durch die Bauchwand bis zum zu untersuchenden Organ unerwünschtes Gewebematerial ansammeln kann.

In 3 ist die zweite Aufnahme 120 nach dem Auslösen des Vorfixierungsschusses in ihrer Zwischenstellung dargestellt. Die Bewegung in die Zwischenstellung erfolgt durch Betätigen des ersten Auslöseelementes 104 und somit des dritten Rastelements 132 aufgrund der Federkraft der Feder 124. Eine Klinke 136 an dem dritten Rastelement 132 wird durch Betätigen desselben aus dem Eingriff mit der zweiten Aufnahme 120 weggeschwenkt, so dass diese freigegeben wird. Die zweite Aufnahme 120 wird von dem zweiten Rastelement 122, d.h. genauer von einer an diesem angeformten dritten Klinke 126 in der Zwischenstellung gestoppt und gehalten.

In dieser Stellung ist die zweite Nadel 220 in eine Vorfixierstellung vorgeschoben, in welcher sie mit ihrem distalen Ende 222 wenige Millimeter in das zu untersuchende Organ 20 eingedrungen ist und somit das Biopsienadelset 200 relativ zu dem Organ 20 in Position hält. Dazu reicht je nach Organbeschaffenheit eine Eindringtiefe von 10 mm, vorzugsweise 5 mm und besonders bevorzugt 3 mm aus. Der Operateur kann nun endoskopisch die ordnungsgemäße Lage der Biopsienadeln 210, 220, 230 überprüfen und ggf. die Vorfixierung wiederholen. Hierbei wird nur eine geringfügige Gewebeschädigung in Kauf genommen. Dem gegenüber birgt eine Organentnahme mit bekannten Silverman-Biopsienadeln die Gefahr, dass aufgrund der fehlenden Vorfixierung die Nadeln die zu untersuchende Organstelle möglicherweise verfehlt haben und dennoch eine Entnahme einer Gewebeprobe nicht mehr zu verhindern ist. Die hierbei entstehende Organschädigung wird bei Verwendung des erfindungsgemäßen Biopsiegeräts deutlich vermindert.

Durch das Betätigen des zweiten Auslöseelements 105 und damit des zweiten Rastelements 122 wird dessen Klinke 126 weggeschwenkt und die zweiten Aufnahme 120 freigegeben, die bis zum zweiten Anschlag 128 vorschnellt. In 4 ist eine Momentaufnahme gezeigt, in der nach Betätigung des zweiten Rastelements 122 die in der Zwischenstellung noch immer gespannte Feder 124 mittels der zweiten Aufnahme 120 die zweite Nadel 220 weiter in das Organ 20 vorgetrieben hat. In der dargestellten End- oder Entnahmestellung der zweiten Nadel 220 ist diese im Bereich ihres distalen Endes 222 aufgespreizt in die Nadelhälften 227a, 227b. Der typischerweise 10 bis 30 mm lange Punktionszylinder 30 ist nun ausgestanzt.

In 5 ist das Biopsiegerät im vollständig entspannten Zustand nach Betätigen des ersten Rastelements 112 dargestellt. In dieser Stellung ist auch die erste Aufnahme 110 in die vordere End- oder Entnahmestellung vorgefahren, in der sie an den ersten Anschlag 118 anliegt, wodurch die erste Nadel 210 die zweite Nadel 220 wieder nahezu vollständig umschließt. Hierdurch wird das in dem zuvor aufgespreizten distalen Bereich der zweiten Nadel 220 befindliche Gewebe zusammengedrückt und dort durch Wandreibungskräfte fixiert. Zum Entnehmen der Gewebeprobe 30 wird das Biopsienadelset 200 einfach aus dem Organ 20 und dem Bauchraum des Patienten herausgezogen. Dabei wird das Gewebe abgerissen, wodurch nur eine minimale Schädigung des Organs verursacht wird, vgl. 6.

Die Betätigung des ersten Rastelements 112 erfolgt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel automatisch durch die zweite Aufnahme 120, die nach manueller Betätigung des zweiten Rastelements 122 bis an das erste Rastelement 112 heranfährt. Hierbei gelangt sie in Eingriff mit einem Vorsprung 117 an dem ersten Rastelement 112, welches daraufhin eine Schwenkbewegung ausführt. Eine dem Vorsprung 117 gegenüberliegend an dem ersten Rastelement 112 angeformte Klinke 116 gibt so die erste Aufnahme 110 zur Bewegung frei. Die Bewegung wird aufgrund der zuvor noch vollständig gespannten auf die erste Aufnahme 110 wirkenden Feder 114 in Gang gesetzt.

Zum Entnehmen der Probe wird das Biopsiegerät wieder in den Ausgangszustand gemäß 1 überführt, indem die Aufnahmen in ihre Spannungsstellung zurückgefahren und die Federn gespannt werden. Dies geschieht beispielsweise durch eine Drehbewegung einer äußeren Hülse des Schussapparates 100, welche mittels einer Schraubenkurve eine Linearbewegung der Aufnahmen erzeugt, wie im Zusammenhang mit 17 näher erläutert werden wird. In 7 ist die Überführung des Biopsiegeräts in diese Ausgangsstellung dargestellt. Es ist zu erkennen, dass das Zurückziehen der ersten und zweiten Nadeln 210, 220 relativ zur dritten Nadel 230 bewirkt, dass mit Letzterer auch die entnommene Gewebeprobe 30 automatisch aus dem Hohlschaft der zweiten Nadel 220 freigesetzt wird. Auf diese Weise wird die Gewebeprobe 30 besonders schonend und ohne Zuhilfenahme eines Werkzeugs aus dem Biopsienadelset herausgelöst.

Ein anderes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Biopsiegeräts ist in 8 dargestellt. Es unterscheidet sich von dem vorhergehenden dadurch, dass auch die innere, dritte Nadel 230' sowie die dritte Nadelaufnahme 130' ein Hohlprofil aufweisen. Gezeigt ist eine Ausführungsform mit zwei auf diese Weise gebildeten Kanälen 140, 142, die der Zuführung einer optischen Bilderfassungseinrichtung, einer Beleuchtungseinrichtung (beides beispielsweise in Form von Glasfaser- oder sonstigen Lichtleiterelementen), zum Einleiten von Gasen, Flüssigkeiten oder dgl. oder der Entnahme von Material dienen können. Durch die so gewonnene Multifunktionalität kann auf die Verwendung eines Trokars völlig verzichtet werden. Aufgrund des geringen Querschnitts der Nadelanordnung kann dann ein Nähen der Einstichstelle sogar vermieden werden.

Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Biopsiegeräts ist in den 9 bis 14 dargestellt. Es wird nur insoweit beschrieben, als es von jenem gemäß 1 bis 7 abweicht, im Übrigen gilt obige Beschreibung.

Das Biopsiegerät gemäß 9 unterscheidet sich von dem des Ausführungsbeispiels gemäß 1 bis 7 einerseits durch die Austauschbarkeit des Biopsienadelsets 200', was durch die Explosionsdarstellung demonstriert wird. Andererseits weist das Biopsiegerät 300 eine unterschiedliche Kinematik des Schussapparates 300 auf. Die Austauschbarkeit des daher als Einwegteil ausgebildeten Biopsienadelsets 200' ist jedoch prinzipiell nicht durch die unterschiedliche Kinematik des Schussapparates 300 bedingt, sondern allein durch die aus dem Gehäuse des Schussapparates 300 herausragenden Verbindungsstücke 311, 321, 331 der Nadelaufnahmen, vgl. 15.

Der Schussapparat 300 unterscheidet sich von dem vorausgehenden Schussapparat 100 konstruktiv dadurch, dass eine koaxial zur ersten und zweiten Aufnahme 310, 320 bewegliche dritte Aufnahme 330 und eine diese antreibende dritte Feder 334 vorgesehen ist. Somit sind nunmehr alle drei Nadelaufnahmen und Nadeln in die Kinematik einbezogen. In 9 sind alle drei Aufnahmen zur Montage des Nadelsets 200' in der vorderen Endstellung gezeigt. Hierbei liegen die Aufnahmen 310, 320, 330 an diesen zugeordneten Anschlägen 318, 328, 338 an. Alle drei zugeordneten Federn 314, 324, 334 sind gestreckt, wenn auch nicht vollständig entspannt. Die Spannvorrichtung 303 weist somit insgesamt drei Spanneinrichtungen 319, 329, 339 auf.

In 10 ist das Biopsiegerät bereits durch die Bauchwand 10 bis an das Organ 20 herangeführt. Es ist einsatzbereit, d.h. vollständig gespannt. Die dritte Aufnahme 330 wird in ihrer Spannungsstellung mittels des dritten Rastelements 332 bzw. mittels der an dem dritten Rastelement 332 angeordneten Klinke 336 gehalten. Wird das erste Auslöseelement 304 mit dem dritten Rastelement 332 zur Freigabe betätigt, beschleunigt die dritte Feder 334 die dritte Aufnahme 330, welche zusammen mit der dritten Nadel bis zum dritten mit dem Gehäuse 302 verbundenen Anschlag 338 um einen Weg von wenigen Millimetern vorwärts vorschnellt, wobei die dritte Nadel in das Organ um etwa diesen Weg eindringt und das Nadelset relativ zum Organ vorfixiert. Diese Position ist in 11 dargestellt.

Durch Betätigung des zweiten Auslöseelements 305 mit dem zweiten Rastelement 322 wird in der oben beschriebenen Weise die zweite Aufnahme 320 zur Vorwärtsbewegung freigegeben. Diese endet an dem zweiten mit dem Gehäuse 302 verbundenen Anschlag 328. In dieser Entnahmestellung der Aufnahme 320 ist die zweite Nadel 220' wiederum typischerweise 10 bis 30 mm in das Organ 20 vorgedrungen und an ihrem distalen Ende aufgespreizt, vgl. 12.

Ebenso wie oben beschrieben betätigt am Ende seiner Vorwärtsbewegung die zweite Aufnahme 320 über den Vorsprung 317 automatisch das erste Rastelement 312, vgl. 12, welches die erste Aufnahme 310 in der oben beschriebenen Weise zur Vorwärtsbewegung freigibt. Diese endet abermals an dem mit dem Gehäuse 302 verbundenen zugeordneten Anschlag 318. In dieser Stellung ist die zweite Nadel 220' nahezu vollständig im Hohlschaft der ersten Nadel 210' angeordnet und das sich zwischen den zuvor aufgespreizten distalen Enden der zweiten Nadel 220' befindliche Gewebematerial zusammengedrückt und durch die Wandreibung in deren Hohlschaft fixiert, vgl. 13.

Nach dem Herausziehen des Biopsienadelsets aus dem Bauchraum wird die entnommene Gewebeprobe 30 durch die Nadeln 210', 220', 230' frei gegeben, indem nunmehr alle drei Aufnahmen 310, 320, 330 entweder gleichzeitig oder in umgekehrter Reihenfolge nacheinander in ihre Spannstellung zurückgeführt werden, wie 14 zu entnehmen ist.

15 zeigt die Nadeln 210', 220', 230' gemäß eines weiteren Ausführungsbeispiels im Bereich ihrer Halteabschnitte 211', 221', 231' in einer Detailansicht. Die Nadeln weisen dort jeweils ein erstes, zweites bzw. drittes Anschlussstück 214', 224', 234' zur Verbindung mit dem Schussapparat 300 auf. Die Nadeln und Anschlussstücke können in einer Montagestellung angeordnet sein, in der sie mittels einer Montagehalterung relativ zueinander fixierbar sind. Dazu weisen das erste, zweite und dritte Anschlussstück 214', 224', 234' in dieser Montagestellung zueinander fluchtende Bohrungen (nicht dargestellt) auf, in welche ein Montagestift (nicht dargestellt) einsteckbar ist.

In dieser Montagestellung können die drei Nadeln nacheinander von innen nach außen an dem Schussapparat befestigt werden. Dafür befinden sich an den den Nadeln abgewandten Seiten aller drei Anschlussstücke 214', 224', 234' je ein erstes Element eines Bajonettverschlusses 216', 226', 236'. Dieses korrespondiert mit jeweils einem zweiten Element des Bajonettverschlusses 311, 321, 331, welches an jeweils einem zugeordneten, aus dem Gehäuse 302 herausragenden ersten, zweiten bzw. dritten Verbindungsstück der Aufnahmen 310, 320, 330 (nicht dargestellt) angeordnet ist. Alternativ zu der in 15 dargestellten Montagestellung des Nadelsets 200' können auch alle drei Nadeln auf einmal beispielsweise durch die Schraub- oder Bajonettverbindungen mit dem Schussapparat verbunden werden.

Gut zu erkennen, ist die koaxiale Anordnung aller Verbindungselemente sowie der Nadeln und des Schussapparates 300 selbst. Dies gewährleistet ein Höchstmaß an Ausgewogenheit in der Handhabung und damit eine geringe Gefahr des Verrutschens oder Verwackelns des Biopsiegeräts bzw. der Nadeln aufgrund von Dreh- oder Kippmomenten bei dessen Betätigung.

16 zeigt die distalen Nadelenden 212, 222, 232 des erfindungsgemäßen Biopsienadelsets in einer Detailansicht. Alle Nadelspitzen 213, 223, 233 sind angeschrägt. Die zweite, mittlere Nadel 220 ist in ihrem distalen Abschnitt 222 zweigeteilt. Die Spitzen 223 der Nadelhälften 227a, b sind auf den jeweils einander zugewandten Seiten schräg angeschnitten, so dass diese eine V-Form bilden. Hierdurch wirken beim Vordringen in das Organgewebe Kraftkomponenten auf das zweite Nadelende 222, durch welche sich die zweite Nadel automatisch aufspreizt.

In 17 ist der Schussapparat 300 in teilgeschnittener Darstellung gezeigt. Es wird so eine Spannvorrichtung 303 erkennbar, die mittels einer Drehbewegung einer äußeren Hülse 352 eine axiale Translationsbewegung der äußeren ersten, der mittleren zweiten und der inneren dritten Nadelaufnahmen und Nadeln erzeugt. Hierzu ist in die Hülse 352 eine Schraubenkurve 354 eingearbeitet, in die ein mit den Aufnahmen (zu erkennen ist nur die dritte Aufnahme 310) verbundener Stift oder Nocken 356 eingreift. Am Ende der linearen Bewegung, d.h. in der Spannstellung der Aufnahmen rasten diese wieder in die zugeordneten ersten, zweiten und dritten Rastelementen ein. Diese Spannstellung ist in 17 gezeigt. Die drehbare Hülse kann dann beispielsweise durch eine Federkraft beaufschlagt zurückgedreht werden. In dieser Grundstellung der Hülse gibt ein gerader Schlitz 358 den Stift 356 zur Vorwärtsbewegung bei Betätigung der Rastelemente frei.

Gut zu erkennen ist eine koaxiale Anordnung aller bewegter Antriebselemente des Schussapparates 300, nämlich der Aufnahmen 310, 320, 330 und der Federn 314, 324, 334, wodurch Dreh- oder Kippmomenten bei Betätigung des Biopsiegeräts weitestgehend vermieden werden und so die Handhabung erleichtert wird.

Die zweiten und dritten Rastelemente 322, 332 sind mittels mit diesen verbundenen ersten bzw. zweiten Auslöseelementen 304, 305, welche auf der Oberseite aus dem Gehäuse 302 herausragen, betätigbar. Dabei ist das zweite Auslöseelement 305 als Schieber ausgelegt und das erste Auslöseelement 304 als Drucktaster, um eine Verwechslung bei der Betätigung zu vermeiden. Die beiden Auslöseelemente 304, 305 kann nur dann betätigt werden, wenn die Sicherungsplatte 306 zurückgeschoben worden ist.

In der 18 ist der in 17 gezeigte Schussapparat 300 nochmals dargestellt, wobei die Sicherungsplatte 306 weggelassen wurde und der Schussapparat gegenüber der Darstellung in 17 gedreht worden ist. In der 18 ist hinter dem ersten Auslöseelement 304 der für alle Aufnahmen gemeinsame Anschlag 348 angeordnet, der in der vergrößerten Detaildarstellung gemäß 19 deutlicher zu sehen ist. Der gemeinsame Anschlag 348 besteht im Wesentlichen aus einem quaderförmigen Element, der an den beiden in Längsrichtung liegenden Stirnseiten jeweils mit einem Dämpfungsstreifen 341, 342 belegt ist. Der 19 ist zu entnehmen, dass diese Dämpfungsstreifen 341, 342 einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweisen. Der gemeinsame Anschlag 348 ist mittig im Schussapparat 300 angeordnet und erstreckt sich durch die Aufnahmen 310, 320, 330. Die Aufnahmen 310, 320, 330 besitzen entsprechende Langlöcher 349, 350, 351 und liegen in Spannstellung mit dem vorderen Ende der Langlöcher 349, 350, 351 an dem Dämpfungsbelag 342 und in ihrer vorderen Endstellung mit ihren hinteren Ende 343, 344, 345 an dem Dämpfungsbelag 341 an.

In der 20, die bezüglich der Position der Nadeln des Nadelsets der 13 entspricht, ist zu sehen, dass die drei Aufnahmen 310, 320, 330 mit dem jeweils hinteren Ende 343, 344, 345 ihrer Langlöcher 349, 350, 351 an dem gemeinsam sich durch das Gehäuse 302 erstreckenden Anschlag 348 anliegen. Die Langlöcher 349, 350, 351 sind unterschiedlich lang.

10
Bauchwand
20
Organ
30
Probenzylinder
100
Schussapparat
102
Gehäuse
103
Spannvorrichtung
104
erstes Auslöselement
105
zweites Auslöselement
106
Längsachse
110
erste Aufnahme
112
erstes Rastelement
114
erste Feder
116
erste Klinke
117
Vorsprung
118
erster Anschlag
119
Spanneinrichtung
120
zweite Aufnahme
122
zweites Rastelement
124
zweite Feder
126
zweite Klinke
128
zweiter Anschlag
129
Spanneinrichtung
130
dritte Aufnahme
132
drittes Rastelement
136
dritte Klinke
140
Kanal
142
Kanal
200, 200'
Biopsienadelset
210, 210'
erste Nadel
211, 211'
(erster) Haltebereich
212, 212'
(erstes) distales Ende
213
Nadelspitze
214'
erstes Anschlussstück
216'
Bajonettverschluss
220, 220'
zweite Nadel
221, 221'
(zweiter) Haltebereich
222, 222'
(zweites) distales Ende
223
Nadelspitze
224'
zweites Anschlussstück
226'
Bajonettverschluss
227a, b
Nadelhälfte
230, 230'
dritte Nadel
231, 231'
(dritter) Haltebereich
232, 232'
(drittes) distales Ende
233
Nadelspitze
234'
drittes Anschlussstück
236'
Bajonettverschluss
300
Schussapparat
302
Gehäuse
303
Spannvorrichtung
304
erstes Auslöseelement
305
zweites Auslöseelement
306
Sicherungsplatte
310
erste Aufnahme
311
Verbindungsstück
312
erstes Rastelement
314
erste Feder
316
erste Klinke
317
Vorsprung
318
erster Anschlag
319
Spannvorrichtung
320
zweite Aufnahme
321
zweites Verbindungsstück
322
zweites Rastelement
324
zweite Feder
326
zweite Klinke
328
zweiter Anschlag
329
Spanneinrichtung
330
dritte Aufnahme
331
drittes Verbindungsstück
332
drittes Rastelement
334
dritte Feder
336
dritte Klinke
338
dritter Anschlag
339
Spanneinrichtung
341
Dämpfungsstreifen
342
Dämpfungsstreifen
343
hinteres Ende
344
hinteres Ende
345
hinteres Ende
348
Anschlag
349
Langloch
350
Langloch
351
Langloch
352
Hülse, Spannelement
354
Schraubenkurve
356
Stift, Nocke
358
Schlitz


Anspruch[de]
Biopsienadelset zur minimal-invasiven Entnahme von Gewebeproben mit

einer einen Hohlschaft, einen Haltebereich (211, 211') und ein dem Haltebereich entgegensetztes distales Ende (212, 212') aufweisenden ersten Nadel (210, 210') und

einer im Hohlschaft der ersten Nadel (210, 210') hin und her bewegbar angeordneten, einen Haltebereich (221, 221') und ein dem Haltebereich entgegensetztes distales Ende (222, 222') aufweisenden zweiten Nadel (220, 220'), die zumindest im Bereich ihres distalen Endes (222, 222') längs in wenigstens zwei Nadelhälften (223a, b) geteilt ist,

gekennzeichnet durch eine einen Haltebereich (231, 231') und ein dem Haltebereich entgegensetztes distales Ende (232, 232') aufweisende dritte Nadel (230, 230'), wobei die zweite Nadel (220, 220') einen Hohlschaft zur Aufnahme der dritten Nadel (230, 230') aufweist und beide Nadeln (220, 220', 230, 230') relativ zueinander hin und her bewegbar angeordnet sind.
Biopsienadelset nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das distale Ende (232, 232') der dritten Nadel (230, 230') geschlossen ist. Biopsienadelset nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Nadel (230, 230') als Hohlnadel ausgebildet ist. Biopsienadelset nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Nadel (230, 230') an ihrem distalen Ende (232, 232') eine schräg angeschnittene Nadelspitze (233) aufweist. Biopsienadelset nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die drei Nadeln (210, 210', 220, 220', 230, 230') an ihren Haltebereichen (211, 211', 221, 221', 231, 231') jeweils ein Anschlussstück (214', 224', 234') zur Verbindung mit einem Schussapparat aufweisen. Biopsienadelset nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussstücke (214', 224', 234') koaxial ineinander und beweglich zueinander angeordnet sind. Biopsienadelset nach einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Nadel (210, 210', 220, 220', 230, 230') lösbar mit ihrem Anschlussstück (214', 224', 234') verbunden ist. Biopsienadelset nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste, zweite und dritte Anschlussstück (214', 224', 234') jeweils ein erstes Element eines Bajonettverschlusses (216', 226', 236') aufweist. Biopsienadelset nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten, zweiten und dritten Anschlussstücke (214', 224', 234') durch eine lösbare Montagehalterung in einer Montagestellung relativ zueinander fixierbar sind. Biopsienadelset nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste, zweite und dritte Anschlussstück (214', 224', 234') in der Montagestellung zueinander fluchtende Bohrungen (240) aufweisen, in welche die Montagehalterung in Form eines Montagestifts einsteckbar ist. Schussapparat (100, 300) für ein Biopsienadelset (200, 200') mit drei koaxial angeordneten Nadeln (210, 210', 220, 220', 230, 230'), wovon mindestens zwei Nadeln linear verschiebbar angeordnet sind,

mit einem Gehäuse (102, 302), in dem eine erste Aufnahme (110, 310) zur Verbindung mit der ersten Nadel (210, 210'), eine zweite Aufnahme (120, 320) zur Verbindung mit der zweiten Nadel (220, 220'), eine dritte Aufnahme (130, 330) zur Verbindung mit der dritten Nadel (230, 230') und eine Spannvorrichtung (103, 303) angeordnet sind.

wobei wenigstens die erste und die zweite Aufnahme in dem Gehäuse kolinear bewegbar angeordnet und Federdruck-beaufschlagbar sind und

wobei die Spannvorrichtung mindestens eine erste und eine zweite Spanneinrichtung (119, 129, 319, 329, 339) zum unabhängigen Vorspannen von zwei Nadeln,

ein an den Spanneinrichtungen (119, 129, 319, 329, 339) angreifendes gemeinsam betätigbares Spannelement (352), das relativ zum Gehäuse (102, 302) bewegbar ist,

und mindestens zwei Auslöseelemente (104, 105, 304, 305) aufweist, wovon ein erstes Auslöseelement (104, 304) zum Auslösen eines Vorfixierschusses und ein zweites Auslöseelement (105, 305) zum Auslösen des Probeentnahmeschusses vorgesehen sind.
Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass

die dritte Aufnahme (130, 330) in dem Gehäuse (102, 302) ortsfest angeordnet ist, wobei der Schussapparat

ein erstes betätigbares Rastelement (112, 312) zum Halten der ersten Aufnahme (110, 310) in einer Federdruck-beaufschlagten ersten Spannstellung und Freigeben der ersten Aufnahme (110, 310) aus der ersten Spannstellung,

ein drittes betätigbares Rastelement (132, 332), das mit dem ersten Auslöseelement (104, 304) verbunden ist, zum Halten der zweiten Aufnahme (120, 320) in einer Federdruck-beaufschlagten zweiten Spannstellung und Freigeben der zweiten Aufnahme (120, 320) aus der zweiten Spannstellung,

ein Anschlagelement zum Anhalten der zweiten Aufnahme (120, 320) in einer Federdruck-beaufschlagten Zwischenstellung und

ein zweites betätigbares Rastelement (122, 322), das mit dem zweiten Auslöseelement (105, 305) verbunden ist, zum Freigeben der zweiten Aufnahme (120, 320) aus der Zwischenstellung aufweist.
Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,

dass die dritte Aufnahme (130, 330) in dem Gehäuse (102, 302) kolinear zur ersten und zweiten Aufnahme (110, 120, 310, 320) hin und her beweglich und Federdruck-beaufschlagbar ist, wobei der Schussapparat

ein erstes betätigbares Rastelement (112, 312) zum Halten der ersten Aufnahme (110, 310) in einer Federdruck-beaufschlagten ersten Spannstellung und Freigeben der ersten Aufnahme (110, 310) aus der ersten Spannstellung,

ein zweites betätigbares Rastelement (122, 322), das mit dem zweiten Auslöseelement (105, 305) verbunden ist, zum Halten der zweiten Aufnahme (120, 320) in einer Federdruck-beaufschlagten zweiten Spannstellung und Freigeben der zweiten Aufnahme (120, 320) aus der zweiten Spannstellung, und

ein drittes betätigbares Rastelement (132, 332), das mit dem ersten Auslöseelement (104, 304) verbunden ist, zum Halten der dritten Aufnahme (130, 330) in einer Federdruck-beaufschlagten dritten Spannstellung und Freigeben der dritten Aufnahme (130, 330) aus der dritten Spannstellung aufweist.
Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 12 oder 13, wobei das erste Rastelement (112, 312) eingerichtet ist, nach dem Freigeben der zweiten Aufnahme (120, 320) von dieser betätigt zu werden und die erste Aufnahme (110, 310) freizugeben. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei das Gehäuse (102, 302) eine zentrale Längsachse (106) aufweist, und wobei die lineare Bewegungsrichtung der Aufnahmen (110, 120, 130, 310, 320, 330) so mit der Längsachse zusammenfällt, dass die Nadeln (210, 210', 220, 220', 230, 230') in der Längsachse angeordnet sind. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 15, wobei die ersten, zweiten und dritten Aufnahmen (110, 120, 130, 310, 320, 330) jeweils ein aus dem Gehäuse (102, 302) herausragendes erstes, zweites bzw. drittes Verbindungsstück (311, 321, 331) aufweist, welches mit dem jeweils zugeordneten ersten, zweiten bzw. dritten Anschlussstück (214', 224', 234') verbindbar ist. Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 16, wobei das erste, zweite und dritte Verbindungsstück (311, 321, 331) jeweils ein zweites Element eines Bajonettverschlusses zur Verbindung mit dem ersten Element des Bajonettverschlusses (216', 226', 236'), des zugeordneten Anschlussstückes (214', 224', 234') aufweist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 17, wobei die beiden Auslöseelemente (104, 105, 304, 305) am vorderen Bereich des Gehäuses (102, 302) hintereinander angeordnet sind. Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 18, wobei das erste Auslöseelement (104, 304) hinter dem zweiten Auslöseelement (105, 305) angeordnet ist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 18 oder 19, wobei das erste Auslöseelement (104, 304) ein Drucktaster ist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei das zweite Auslöseelement (105, 305) ein Schieber ist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 18 bis 21, wobei mindestens das zweite Auslöseelement (105, 305) mittels einer Sicherungsplatte (306) abdeckbar ist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 22, wobei das gemeinsame Spannelement (352) ein um die Längsachse (106) des Gehäuses (102, 302) drehbares Gehäuseteil ist. Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (102, 302) mindestens ein Anschlag (118, 128, 318, 328, 338, 348) angeordnet ist, an dem die Aufnahmen (110, 120, 130, 310, 320, 330) in ihrer vorderen Endstellung anliegen. Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (118, 128, 318, 328, 338, 348) austauschbar angeordnet ist. Schussapparat (100, 300) nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (118, 128, 318, 328, 338, 348) mindestens einseitig einen Dämpfungsbelag (341, 342) aufweist. Biopsiegerät zur minimal-invasiven Entnahme von Gewebeproben mit einem Schussapparat (100, 300) nach einem der Ansprüche 11 bis 26 und mit einem damit verbundenen Biopsienadelset (300, 300') nach einem der Ansprüche 1 bis 10.






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