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Dokumentenidentifikation DE102006002346A1 19.07.2007
Titel Teilbare Türbremse
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder März, Florian, 81543 München, DE
DE-Anmeldedatum 18.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006002346
Offenlegungstag 19.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse E05C 17/22(2006.01)A, F, I, 20060118, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Türbremse für eine um ein Scharnier verschwenkbare Tür eines Kraftfahrzeuges, wobei die Türbremse (10) einen federbelasteten, mit der Tür verschwenkbaren Gleitfinger (12) aufweist, der mit einem an einer Karosserie des Kraftfahrzeuges befestigten Gegenlager (14) zusammenwirkt, das Rastvertiefungen (32) für den Gleitfinger (12) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Türbremse für eine um ein Scharnier verschwenkbare Tür eines Kraftfahrzeuges.

Die Türbremse ist ein wichtiger Bestandteil des Türöffnungsmechanismus an der Tür eines Kraftfahrzeuges. Sie ist verantwortlich für die verschiedenen Raststellungen der geöffneten Tür, die durch die Türbremse bestimmt werden. Sie dient in erster Linie als Schutz vor Überschwingen und soll einen Schaden an Karosserie und Tür, verursacht durch Missbrauch, beispielsweise durch Aufreißen der Tür, verhindern. Darüber hinaus dient sie zur Arretierung der Tür bei Schrägstehen des Fahrzeugs, beispielsweise am Berg, und beinhaltet in der Regel zwei bis drei Raststellungen.

Wie in 7 gezeigt, besteht eine bekannte Türbremse in der Regel aus einer karosserieseitigen Anbindung 1, die einen Haltearm 2 trägt, der federbelastet in verschiedenen Rastpositionen an einem Bolzen 3 einer türseitigen Verschraubung 4 anliegen kann.

Im Produktionsprozess verursacht die Türbremse immer wieder erhebliche Probleme. Ebenso wie das Scharnier ist sie bei geöffneter Tür stets sichtbar. Ein Lackieren der einzelnen Bauteile der Türbremse stellte sich als nicht sehr praktikabel heraus, da sie im Gebrauch über die Zeit funktionsbedingt stark verkratzen und somit ein unschönes Bild bieten. Der Lackierprozess fordert auch eine geöffnete Türstellung, was zur Folge hat, dass eine vorübergehende Halterung, genannt Türlackbremse, eingebaut werden muss, um die Tür in der Lackierstrasse arretiert zu halten. Ist der Lackiervorgang abgeschlossen, muss diese Halterung wieder entfernt und die richtige Türbremse montiert werden. Dieser Vorgang verursacht erheblich Kosten. Darüber hinaus stehen der Haltearm einerseits und die türseitige Verschraubung andererseits sowohl bei geschlossener als auch bei geöffneter Tür permanent miteinander in Kontakt und bilden ein gekoppeltes System, welches sich insbesondere in geschlossenem Zustand der Tür nachteilig auf die Geräuschentwicklung auswirkt.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Türbremse für eine um ein Scharnier verschwenkbare Tür eines Kraftfahrzeuges zu vereinfachen und zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Türbremse für eine um ein Scharnier verschwenkbare Tür eines Kraftfahrzeuges, wobei die Türbremse einen federbelasteten, mit der Tür verschwenkbaren Gleitfinger aufweist, der mit einem an einer Karosserie des Kraftfahrzeuges befestigten Gegenlager zusammenwirkt, das Rastvertiefungen für den Gleitfinger aufweist.

Infolge dieser Konstruktion ist der Aufbau der Türbremse erheblich vereinfacht. Es werden weniger Einzelteile benötigt, so dass die gesamte Türbremse kleiner baut. Da der Rastfinger an der Tür und das Gegenlager an der Karosserie des Kraftfahrzeuges angeordnet ist, ergibt sich eine Entkoppelung der gesamten Türbremse, die insbesondere dann von Vorteil ist, wenn eine Konstruktion angestrebt wird, bei welcher die Tür wahlweise um eine vordere oder eine hintere Drehachse geöffnet werden soll. Außerdem verhindert die Entkoppelung Knarrgeräusche bei geschlossener Tür.

Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Türbremse.

Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist der Gleitfinger in einem Gehäuse gegen die Kraft zumindest einer Feder verschieblich gelagert. Dies führt zu einer besonders kompakten Bauweise. Da lediglich das Gehäuse montiert zu werden braucht, ergibt sich auch ein geringerer Montageaufwand als bei einer herkömmlichen Türbremse. Nach einer Ausrichtung des Gehäuses ist außerdem auch der Gleitfinger automatisch in der richtigen Position, so dass weitere Ausrichtarbeiten entfallen können. Außerdem können durch verschiedene Federhärten alle notwendigen Kräfte aufgebracht werden, um die entsprechenden Bremsmomente für die Türbremse zu erzeugen.

Das Gehäuse weist vorteilhafterweise an seiner einen Seite einen Schlitz zum Durchtritt des Gleitfingers auf.

Auf der dem Schlitz abgewandten Seite ist das Gehäuse gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung mit einem lösbaren Deckel verschlossen. Somit kann die aus Gleitfinger, Federn und Gehäuse bestehende Einheit leicht montiert und bei Bedarf auch wieder einfach geöffnet bzw. ausgetauscht werden.

Vorteilhafterweise bildet der Deckel ein Widerlager für die den Gleitfinger belastende Feder. Da nach Lösen des Deckels die Feder(n) leicht entnommen werden können, ist die erfindungsgemäße Türbremse auch besonders wartungsfreundlich.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung weist der federbelastete Gleitfinger an seiner Vorderkante eine Gleitfläche zum Eingriff mit den Rastvertiefungen auf.

Auf seiner der Gleitfläche abgewandten Seite weist der Gleitfinger vorzugsweise eine Aufnahme für die Feder auf, so dass der Gleitfinger durch die Feder aus dem Gehäuse herausgedrückt wird.

Die Rastvertiefungen sind nach einer vorteilhaften Weiterbildung auf einer Kurvenbahn angeordnet.

Die Kurvenbahn ist vorteilhafterweise so ausgebildet, dass der Gleitfinger in geschlossenem Zustand der Tür außer Eingriff mit der Kurvenbahn ist.

Das Gegenlager ist nach einer bevorzugten Ausgestaltung mit einer Kunststoffeinlage versehen, in welcher die Rastvertiefungen ausgebildet sind. Die Kunststoffeinlage gewährleistet einerseits eine geringe Reibung und andererseits ein geräuscharmes Gleiten des Gleitfingers entlang der Kunststoffeinlage.

Damit die Tür bei einem heftigen Aufstoßen nicht mit einem Hindernis kollidiert, weist das Gegenlager vorteilhafterweise eine Überschwingschutz auf.

Alternativ können das Gehäuse mit dem Rastfinger und das Gegenlager in das Scharnier der Tür integriert sein, wodurch sich eine besonders kompakte Bauweise der Türbremse ergibt. Eine solche Ausgestaltung vereinfacht auch die Montage, da Türbremse und Scharnier in einem Arbeitsgang montiert werden können.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnungen. Es zeigen:

1 eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Türbremse in der Draufsicht,

2 die erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Türbremse in einer perspektivischen Ansicht,

3 das bei der erfindungsgemäßen Türbremse verwendete Gehäuse zur Aufnahme des Gleitfingers,

4 den bei der erfindungsgemäßen Türbremse verwendeten federbelasteten Gleitfinger,

5 eine Türbremse nach dem Stand der Technik.

In den 1 bis 4 ist eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türbremse 10 dargestellt. Die 1 und 2 zeigen die Türbremse 10 als Ganzes, die 3 bis 5 zeigen Einzelheiten.

Die Türbremse 10 weist im Wesentlichen einen Gleitfinger 12 und ein Gegenlager 14 auf. Der Gleitfinger 12 ist an einer nicht dargestellten Tür eines Kraftfahrzeuges befestigt und wird bei einer Bewegung der Tür mit dieser verschwenkt. Das Gegenlager 14 ist an einer ebenfalls nicht dargestellten Karosserie des Kraftfahrzeuges befestigt.

Der Gleitfinger 12 ist in einem Gehäuse 16 gelagert, das an seiner dem Gegenlager 14 zugewandten Seite einen Schlitz 18 zum Durchtritt des Gleitfingers 12 aufweist. An seiner dem Schlitz 18 gegenüberliegenden Seite ist das Gehäuse 16 mit einem abnehmbaren Deckel 20 verschlossen. Der Deckel 20 ist mit Lagerzapfen 22 versehen, welche Federn 24 aufnehmen, die den Gleitfinger 12 in Richtung auf das Gegenlager 14 belasten.

Der Gleitfinger 12 weist an seiner Vorderkante 26 eine Gleitfläche und an seiner der Gleitfläche abgewandten Hinterkante eine Aufnahme 28 zu Lagerung der Federn 26 auf.

Das Gegenlager 14 weist eine dem Gleitfinger 12 zugewandte Kurvenbahn 30 auf, in welcher Rastvertiefungen 32 vorgesehen sind, in welche der Gleitfinger 12 bzw. dessen Vorderkante 26 bei einer Schwenkbewegung der Tür eingreifen kann, um die Tür in verschiedenen Öffnungspositionen zu halten. Das Gegenlager 14 weist weiterhin einen Überschwingschutz 34 auf, der verhindert, dass die Tür bei einer heftigen Öffnungsbewegung mit der Karoserie kollidiert. Die Rastvertiefungen 32 können direkt in dem Gegenlager 14 ausgebildet sein oder alternativ in einer Kunststoffeinlage 36, welche in das Gegenlager 14 eingesetzt ist (vgl. 5 und 6). Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Rastvertiefungen 32 dargestellt, die drei möglichen Stellungen der geöffneten Tür entsprechen, z. B. zwei Vorrastwinkeln von 41 ° und 54° und einem Öffnungswinkel von 66°.

In 1 ist ein Zustand gezeigt, bei dem die Tür leicht geöffnet ist, während 2 einen Zustand zeigt, bei dem die Tür vollständig geschlossen ist. Wie sich aus einem Vergleich der 1 und 2 ergibt, befindet sich der Gleitfinger 12 bei vollständig geschlossener Tür nicht in Eingriff mit dem Gegenlager 14 (2). Erst wenn ein geringer Öffnungswinkel erreicht wird, kommt der Gleitfinger 12 in Eingriff mit dem Gegenlager 14 und rutscht über die Kurvenbahn 30 des Gegenlagers 14. Durch diese Maßnahme werden Knarrgeräusche bei geschlossener Tür verhindert, die durch ein Anliegen des Gleitfingers 12 an dem Gegenlager 14 entstehen könnten.

Die erfindungsgemäße Türbremse 10 eignet sich insbesondere für eine Anwendung, bei der ein Öffnen der Tür wahlweise um eine vordere oder eine hintere Drehachse ermöglicht werden soll, da infolge der Entkoppelung von Gleitfinger 12 und Gegenlager 14 diese beim Öffnen der Tür voneinander getrennt werden können.

Die vorhergehende Beschreibung der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne den Umfang der Erfindung sowie ihrer Äquivalente zu verlassen.

10
Türbremse
12
Gleitfinger
14
Gegenlager
16
Gehäuse
18
Schlitz
20
Deckel
22
Lagerzapfen
24
Federn
26
Vorderkante
28
Aufnahme
30
Kurvenbahn
32
Rastvertiefungen
34
Überschwingschutz
1
karosserieseitige Anbindung
2
Haltearm
3
Bolzen
4
türseitige Verschraubungen


Anspruch[de]
Türbremse für eine um ein Scharnier verschwenkbare Tür eines Kraftfahrzeuges, wobei die Türbremse (10) einen federbelasteten, mit der Tür verschwenkbaren Gleitfinger (12) aufweist, der mit einem an einer Karosserie des Kraftfahrzeuges befestigten Gegenlager (14) zusammenwirkt, das Rastvertiefungen (32) für den Gleitfinger (14) aufweist. Türbremse nach Anspruch 1, wobei der Gleitfinger (12) in einem Gehäuse (16) gegen die Kraft zumindest einer Feder (24) verschieblich gelagert ist. Türbremse nach Anspruch 2, wobei das Gehäuse (16) an seiner einen Seite einen Schlitz (18) zum Durchtritt des Gleitfingers (12) aufweist. Türbremse nach Anspruch 3, wobei das Gehäuse (16) auf der dem Schlitz (18) abgewandten Seite mit einem lösbaren Deckel (20) verschlossen ist. Türbremse nach Anspruch 4, wobei der Deckel (20) ein Widerlager für die den Gleitfinger (12) belastende Feder (24) bildet. Türbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Gleitfinger (12) an seiner Vorderkante eine Gleitfläche zum Eingriff mit den Rastvertiefungen (32) aufweist. Türbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Gleitfinger (12) auf seiner der Gleitfläche abgewandten Seite eine Aufnahme (28) für die Feder (24) aufweist. Türbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Rastvertiefungen (32) auf einer Kurvenbahn (30) angeordnet sind. Türbremse nach Anspruch 8, wobei die Kurvenbahn (30) derart gestaltet ist, dass der Gleitfinger (12) in geschlossenem Zustand der Tür außer Eingriff mit der Kurvenbahn (30) ist. Türbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gegenlager (14) einen Überschwingschutz (34) aufweist. Türbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 10, wobei das Gehäuse (16) mit dem Rastfinger (12) an der Tür und das Gegenlager (14) an der Karosserie des Kraftfahrzeuges angeordnet ist.






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