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Dokumentenidentifikation DE202007002706U1 19.07.2007
Titel Seitenwagen für ein Zweirad, insbesondere für ein Fahrrad
Anmelder Reininghaus, Michael, 26845 Nortmoor, DE
Vertreter Jabbusch und Kollegen, 26135 Oldenburg
DE-Aktenzeichen 202007002706
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.07.2007
Registration date 14.06.2007
Application date from patent application 21.02.2007
IPC-Hauptklasse B62K 27/10(2006.01)A, F, I, 20070221, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Seitenwagen für ein Zweirad, insbesondere für ein Fahrrad, mit einem Chassis und mit wenigstens einem auf dem Erdboden aufstehenden Rad.

Damit Zweiräder nicht nur von einer oder zwei Personen benutzt werden können, ist es möglich, an Zweirädern einen sogenannten Seitenwagen anzuschlagen. Mit diesem Seitenwagen können dann weitere Personen, beispielsweise Kinder, transportiert werden. Ein derartiger Seitenwagen kann aber auch zum Transport von Lasten oder anderen Gegenständen dienen.

Gegenüber dem Fahren eines normalen Zweirades ist das Fahren eines Zweirades mit Seitenwagen erschwert. Insbesondere beim Kurvenfahren treten Radierkräfte an dem Rad des Seitenwagens auf, da sich der Seitenwagen nicht wie ein Zweirad in die Kurve legen kann. Bei bekannten Seitenwagen ist zudem die starre Befestigung des Rades am Seitenwagen Grund für das Auftreten der Radierkräfte, da sich das Rad aufgrund seiner starren Befestigung in einer Kurve etwas auf der Stelle um eine Achse drehen muß. Die Fahrsicherheit ist dadurch vermindert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Seitenwagen der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, mit dem ein sicheres Fahren insbesondere in Kurven ermöglicht ist.

Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Rad des Seitenwagens in einer Halteeinrichtung aufgenommen ist und daß die Halteeinrichtung um eine vertikal vom Erdboden aufstehende Achse schwenkbar am Chassis angelenkt ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Seitenwagen ist die starre Anlenkung eines Rades aufgehoben. Das Rad ist in einer Halteeinrichtung aufgenommen, welche am Chassis schwenkbar angelenkt ist. Die Schwenkachse der Halteeinrichtung verläuft dabei vertikal zum Erdboden, so daß das Rad um eine vertikal ausgerichtete Schwenkachse verschwenkbar ist. Es kann dadurch aus einer etwa parallelen Lage zu einem zugeordneten Seitenrand des Seitenwagens ausscheren und sich so besser Kurvenfahrten anpassen. Die Radierkräfte sind deutlich reduziert, zudem sind höhere Kurvengeschwindigkeiten des Zweirades mit Seitenwagen ermöglicht.

Nach einer ersten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Halteeinrichtung eine Schwinge umfaßt, in der das Rad gehalten ist. Eine Schwinge ist in der Lage, die Achse eines Rades an beiden freien Enden zu halten. Das Rad verläuft dann zwischen den Armen der Schwinge und ist in dieser sicher gehalten. Die Schwinge ist nach einer nächsten Weiterbildung an einer Schwenkaufnahme gehalten, welche Teil der Halteeinrichtung ist. Mit der Schwenkaufnahme kann die Schwinge verschwenkt werden, wodurch letztendlich ein Verschwenken des Rades des Seitenwagens ermöglicht ist.

Das Verschwenken des Rades des Seitenwagens soll nicht unbegrenzt sein, da das Rad sonst unter Umständen mit Bauteilen des Seitenwagens kollidieren würde. Eine Weiterbildung der Erfindung sieht daher ein Schwenkweg-Begrenzungselement vor, das der Schwenkaufnahme zugeordnet ist. Dieses begrenzt den Schwenkweg. Für eine Verbesserung der Fahreigenschaften und eine Reduzierung der Radierkräfte ist ein Schwenkweg von einigen Grad, z.B. 15° zu jeder Seite bezüglich der normalen Ebene des Rades, ausreichend.

Konstruktiv sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor, daß die Schwenkaufnahme eine Zylinderanordnung mit einem mit dem Chassis verbundenen Hohlzylinder ist. Ein Hohlzylinder kann in sich in einfacher Weise drehbar gelagerte Innenzylinder aufnehmen, indem zumindest ein Innenzylinder in den Hohlzylinder eingesteckt wird. Mit der Außenseite des Hohlzylinders kann dann die Zylinderanordnung am Chassis befestigt sein, beispielsweise angeschweißt sein.

Nach einer nächsten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Halteeinrichtung zumindest ein Schwenkbewegungs-Dämpfungselement zugeordnet ist. Durch den Einsatz eines derartigen Dämpfungselementes ist eine freie Schwenkbarkeit der Schwinge in der Schwenkaufnahme verhindert. Schwenkbewegungen werden durch das Dämpfungselement abgefangen und abgemindert, so daß ein ruhiger Lauf des Rades des Seitenwagens gegeben ist. Das Dämpfungselement kann zudem das Schwenkelement z.B. nach Abschluß einer Kurvenfahrt wieder in einer Lage stabilisieren, in der es parallel zu den Rädern des am Seitenwagen angeschlossenen Zweirades ausgerichtet ist.

Zur einfachen Ausbildung des Dämpferelementes ist vorgesehen, daß dieses ein elastisches Profil ist. Ein elastisches Profil ist ein singuläres Bauteil, das in einfacher Weise an einem Seitenwagen befestigt werden kann. Es hat aber die eigene Elastizität, um Auslenkungen des Rades um die vertikale Achse zu ermöglichen und anschließend das Rad wieder in der Normallage zu stabilisieren. Das elastische Profil ist beispielsweise aus Metall gefertigt, so daß es die notwendige Festigkeit hat.

Vorzugsweise ist das elastische Profil im Bereich des Hohlzylinders angelenkt und steht mit der Schwinge in Anlage. Das elastische Profil überbrückt damit die schwenkbar- gelagerte Schwinge mit einem nicht schwenkbaren Abschnitt der Halteeinrichtung, so daß es ausgleichend wirken kann. Der Abschnitt der Halteeinrichtung ist beispielsweise ein Profil, mit dem der Hohlzylinder am Chassis des Seitenwagens angeordnet ist.

Zur weiteren Ausbildung der Erfindung kann schließlich noch vorgesehen sein, daß die Anlenkung des elastischen Profils des Hohlzylinders lageveränderlich ausgebildet ist. Über diese Lageveränderlichkeit ist eine Verstellung der Dämpfungseigenschaften des elastischen Profils möglich. Es kann nämlich durch eine Lageveränderung der Abstand zwischen der Anlenkung des elastischen Profils an dem nicht schwenkbaren Abschnitt der Halteeinrichtung und dem Anlagepunkt des Profils an der Schwinge verlängert oder verkürzt werden. Bei einer Verkürzung wird die Dämpfung verhärtet, während bei einer Verlängerung eine weichere Einstellung erfolgt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus der sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:

1: eine perspektivische Teilansicht eines Fahrrades mit einem Seitenwagen,

2: eine perspektivische Teilansicht des Seitenwagens nach 1,

3: eine weitere perspektivische Ansicht eines Teils des Seitenwagens nach 1, und

4: eine weitere perspektivische Ansicht eines Teils des Seitenwagens nach 1.

Der Seitenwagen in 1 ist in gewöhnlicher Weise über einen Bügel 10 an dem Fahrrad angeschlagen. Der Seitenwagen selbst weist ein aus Profilen zusammengesetztes Chassis 4 auf, an dem ein Sitz 11 für eine Person befestigt ist. An dem Chassis 4 ist ein Rad 12 angeordnet. Diesem Anordnen dient die erfindungsgemäße Halteeinrichtung, welche eine Schwinge 2 für das Rad 12 umfaßt. Die Schwinge 2 hält die Achse 13 des Rades 12. Dazu ist die Schwinge 2 mit einem in einem Hohlzylinder 1 schwenkbar aufgenommen Innenzylinder verbunden. Die Lagerung dieses Innenzylinders erfolgt vorzugsweise über zwei Kugellager. Der Hohlzylinder 1 selbst ist über ein Halteprofil 3 mit dem Chassis 4 lagefest verbunden.

2 zeigt, daß die Schwinge 2 am unteren Ende des Hohlzylinders 1 angeordnet ist. An diesem unteren Ende steht aus dem Hohlzylinder 1 ein Innenzylinder vor. An dem Halteprofil 3, mit dem der Hohlzylinder 1 am Chassis 4 des Seitenwagens befestigt ist, ist noch ein Schwenkbewegungs-Dämpferelement angeschlagen, das als elastisches Profil 6 ausgebildet ist. Das elastische Profil 6 ist in einer Klemmeinrichtung 7 eingeklemmt, wobei diese Klemmeinrichtung 7 über ein Profil 5 an dem Halteprofil 3 befestigt ist.

Das elastische Profil 6 ist in 3 dargestellt. Es ist in dem Profil 5 mit der Klemmeinrichtung 7 am Halteprofil 3 festgelegt. Das elastische Profil 6 ist mit dem Vorsprung 8 verbunden.

Vom im Hohlzylinder 1 aufgenommenen Innenzylinder steht ein Vorsprung 9 radial vor. Dieser Vorsprung 9 ist in einem Langloch 14 in der Mantelfläche des Hohlzylinders 1 geführt, er bildet dabei ein Schwenkweg-Begrenzungselement aus. Der Vorsprung 9 kann nur innerhalb des Langloches 14 hin- und herbewegt werden, entsprechend weit ist der Drehweg des Innenzylinders im Hohlzylinder 1 ausgebildet und entsprechend weit verschwenkt die Schwinge 2 mit dem Rad 12.

In 4 ist noch ersichtlich, daß das elastische Profil 6 in der Klemmeinrichtung 7 lageveränderbar aufgenommen ist. Die Klemmeinrichtung 7 kann gelöst werden und die Anordnung des elastischen Profils 6 in dieser verändert werden.


Anspruch[de]
Seitenwagen für ein Zweirad, insbesondere für ein Fahrrad, mit einem Chassis und mit wenigstens einem auf dem Erdboden aufstehenden Rad, dadurch gekennzeichnet, daß das Rad in eine Halteeinrichtung aufgenommen ist, und daß die Halteeinrichtung um eine etwa vertikal vom Erdboden aufstehende Achse schwenkbar am Chassis (4) angelenkt ist. Seitenwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung eine Schwinge (2) umfaßt, in der das Rad (12) gehalten ist. Seitenwagen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwinge (2) an einer Schwenkaufnahme gehalten ist. Seitenwagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkaufnahme ein Schwenkweg-Begrenzungselement zugeordnet ist. Seitenwagen nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkaufnahme eine Zylinderanordnung mit einem mit dem Chassis (4) verbundenen Hohlzylinder (1) ist. Seitenwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Halteeinrichtung zumindest ein Schwenkbewegungs-Dämpferelement zugeordnet ist. Seitenwagen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenkbewegungs-Dämpferelement ein elastisches Profil (6) ist. Seitenwagen nach Anspruch 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß das elastische Profil (6) im Bereich des Hohlzylinders (1) angelenkt ist und mit der Schwinge (2) in Anlage steht. Seitenwagen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkung des elastischen Profils (2) im Bereich des Hohlzylinders lageveränderlich ausgebildet ist.






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