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Dokumentenidentifikation DE69935561T2 19.07.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0000985708
Titel VERWENDUNG EINES GEGENSTANDES AUS EINER POLYAMIDHARZ-ZUSAMMENSETZUNG
Anmelder Nisshinbo Industries, Inc., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder IMASHIRO, Yasuo, Adachi-ku, Tokyo 123-0843, JP;
HORIE, Naofumi, Adachi-ku, Tokyo 123-0843, JP;
KAYAKI, Hiroyuki, Yokohama-shi, Kanagawa 220-8623, JP
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69935561
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 29.03.1999
EP-Aktenzeichen 999107501
WO-Anmeldetag 29.03.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/JP99/01600
WO-Veröffentlichungsnummer 1999050354
WO-Veröffentlichungsdatum 07.10.1999
EP-Offenlegungsdatum 15.03.2000
EP date of grant 21.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse C08L 77/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C08L 77/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C08L 77/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C08K 5/29(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verwendung eines Elements, das aus einer Polyamidharzzusammensetzung verbesserter Wasserbeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit besteht. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung, die aufgrund der Zugabe einer aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bezüglich Hydrolysebeständigkeit, insbesondere in einem sauren Medium hoher Temperaturen, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert ist, wobei das Element als Kraftfahrzeugteil, als elektrisches oder elektronisches Teil, als Maschinenteil, als Wohngegenstand oder Gerät für Freizeitunterhaltung, als Baumaterial, industrielles Material oder Verpackungsmaterial geeignet ist.

Technischer Hintergrund

Es ist bekannt, dass Polyamidharze in einem alkalischen Medium sehr stabil sind, aber in einem sauren Medium aufgrund von säure-induzierter Hydrolysereaktion und Radikalenreaktion sehr leicht Spaltung verursachen.

Zum Schutz eines Polymerharzes vor Hydrolyse wurde die Zugabe eines aromatischen Carbodiimids vorgeschlagen (siehe JP-A-6-16933).

Da die aromatische Carbodiimid-Verbindung im Allgemeinen ein hitzehärtbares Harz ist, hat aber die obige Zugabe den Nachteil, dass sie ein Selbstquervernetzen verursacht, wenn sie mit einem Polyamidharz schmelzverknetet wird, sich Klumpen von quervernetztem Material aromatischen Carbodiimids in dem Polyamidharz bilden, was das Kneten mangelhaft macht.

In der bisher verwendeten obigen aromatischen Carbodiimid-Verbindung wird durch Einbringen eines Substituenten in das Molekül ein Selbstquervernetzen unterbunden. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass, da die Selbstquervernetzung beim Erwärmen verhindert wird, die Zersetzung von aromatischem Carbodiimid gefördert wird, was die Erzeugung von Zersetzungsgas und die resultierende Verschmutzung des Arbeitsumfelds mit sich bringt, und daher ist die aromatische Carbodiimid-Verbindung für den praktischen Gebrauch nicht geeignet.

Mittlerweile werden Metallelemente als Elemente verwendet, die zum Beispiel in Kraftfahrzeugmotoren eingesetzt werden, bei denen Wasserbeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit wesentliche Forderungen sind. Als solche Elemente werden auch in großer Menge Elemente verwendet, die als Grundmaterial ein aliphatisches Polyamidharz wie Polyamid 6, Polyamid 66, Polymaid 46 oder dergleichen enthalten, da diese Elemente verglichen mit den metallischen Elementen leicht sind und zudem ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aufweisen.

Die Elemente, die als Grundmaterial ein aliphatisches Polyamidharz enthalten, hatten aber ein Problem, da bei Verwenden in Öl hoher Temperatur [zum Beispiel ein Automatikgetriebefluid (nachstehend kurz als AGF bezeichnet) oder langlebigem Kühlmittel (nachstehend kurz als LLK bezeichnet) die Elemente keine ausreichende Ölbeständigkeit etc. aufweisen, im Laufe der Zeit schlechter werden und eine erhebliche Reduzierung der Festigkeit aufweisen.

Der Grund für die Verschlechterung des aliphatischen Polyamidharzes in dem obigen Element liegt, wie man meint, darin, dass bei Verwenden des Elements in zum Beispiel einem AGF das AGF zuerst bei einer hohen Temperatur oxidiert wird und an Azidität zunimmt und das aliphatische Polyamidharz in dieser sauren Atmosphäre hoher Temperatur eine thermische Oxidation durchläuft. Ferner kann nicht übersehen werden, dass in der sauren Atmosphäre hoher Temperatur das aliphatische Polyamidharz an sich Hydrolyse durchläuft und dadurch verschlechtert wird.

Somit beträgt der obere Temperaturgrenzwert, bei dem das Element, das ein aliphatisches Polyamidharz als Grundmaterial enthält, das an Stellen eingesetzt wird, die mit einem AGF in Kontakt kommen, 120 bis 130°C; und bei einem Temperaturbereich, der darüber liegt, ist die Verwendung eines Metallelements erforderlich.

Die ein aliphatisches Polyamidharz als Grundmaterial enthaltenden Elemente haben auch ein Problem, da bei deren Kontakt mit einer Lösung, die ein Metallhalogenid (z.B. Lithiumchlorid, Lithiumbromid, Lithiumiodid, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid, Calciumchlorid, Bariumchlorid, Zinkchlorid, Bariumiodid, Eisenchlorid, Aluminiumchlorid, Nickelchlorid oder Zinkiodid) enthält, das Metallhalogenid von der Elementoberfläche dorthinein eindringt, wodurch Risse an der Elementoberfläche erzeugt werden (allgemein als Spannungsrisse bezeichnet).

Es wurde untersucht, an Stelle des aliphatischen Polyamidharzes so genannte Super-Engineering-Kunststoffe zu verwenden, die verglichen mit Metallelementen von leichtem Gewicht sind, ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aufweisen und bei höheren Temperaturen verwendbar sind, wie zum Beispiel Polyethersulfon (PES), Polyphenylensulfid (PPS), Polyetheretherketon (PEEK) und dergleichen. Viele dieser Super-Engineering-Kunststoffe sind aber bezüglich Biegsamkeit minderwertig und verglichen mit aliphatischen Polyamidharzen teuer; daher haben sie beschränkte Anwendung gefunden und finden sich noch nicht in allgemeinen praktischen Anwendungen.

Im Hinblick auf die oben erwähnten Nachteile des Stands der Technik erfolgte die vorliegende Erfindung mit dem Ziel, die Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung an die Hand zu geben, deren Hydrolysebeständigkeit, insbesondere in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert ist.

Die vorliegende Erfindung ist auch darauf gerichtet, die Verwendung eines Elements aus der obigen Polyamidharzzusammensetzung an die Hand zu geben, das auch an Stellen verwendbar ist; bei denen die Verwendung von Metallelementen erforderlich war.

Offenbarung der Erfindung

Um die obigen Ziele zu verwirklichen, sieht die vorliegende Erfindung die Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung vor, die ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst, und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Automatikgetriebefluid in Kontakt kommt, verbesserte Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit aufweist.

Die vorliegende Erfindung sieht weiterhin die Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung vor, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einer Bremsflüssigkeit in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist;

Die vorliegende Erfindung sieht weiterhin die Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung vor, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Kühlmittel in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist.

Die vorliegende Erfindung sieht weiterhin die Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung vor, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Metallhalogenid in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist.

Weitere Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Menge der verwendeten aliphatischen Verbindung kann 0,01 bis 20 Masseteile pro 100 Masseteile des Polyamidharzes ausmachen.

Die Polyamidharzzusammensetzung kann pro 100 Masseteile des Polyamidharzes 0,01 bis 5 Masseteile von mindestens einer Art von Verbindung umfassen, die aus der Gruppe bestehend aus Kupfersalzen, Mangansalzen, organischen Phosphorverbindungen, phenolartigen Antioxidationsmitteln, aliphatischen Aminen und aromatischen Aminen gewählt wird.

Die vorliegenden Erfinder haben eine eingehende Untersuchung angestellt, um eine Polyamidharzzusammensetzung zu erhalten, deren Beständigkeit gegenüber Hydrolyse, insbesondere in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, deren Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert ist. Dadurch haben die vorliegenden Erfinder festgestellt, dass eine ausgezeichnete Polyamidharzzusammensetzung, wie sie beispielsweise vorstehend erwähnt wird, erhalten werden kann, indem man zu einem Polyamidharz eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung (einschließlich einer Polycarbodiimid-Verbindung) mit mindestens einer Carbodiimidgruppe in dem Molekül zugibt, und dass ein aus der obigen Polyamidharzzusammensetzung hergestelltes Element stabile mechanische Festigkeiten bei Kontakt mit einem AGF, einer BF, einem LLK oder einem Metallhalogenid zeigt. Die Erkenntnis hat zum Abschluss der vorliegenden Erfindung geführt.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

1 ist ein Foto der Schicht eines Polyamidharzes (erhalten durch Zugabe des Carbodiimids von Synthesebeispiel 1 zu einem Polyamid 6), das in Bezugsbeispiel 1 gemacht wurde.

2 ist ein Foto der Schicht eines Polyamidharzes (ein Polyamid 6), das in Bezugsbeispiel 1 gemacht wurde.

3 ist ein Foto der Schicht eines Polyamidharzes (erhalten durch Zugabe des Carbodiimids von Bezugsbeispiel 2 zu einem Polyamid 6), das in Bezugsbeispiel 2 gemacht wurde.

4 ist eine TG-DTA-Tabelle, die das Ergebnis thermischer Analyse der Carbodiimid-Verbindung von Synthesebeispiel 1-1 zeigt.

5 ist eine TG-DTA-Tabelle, die das Ergebnis thermischer Analyse einer aromatischen Carbodiimid-Verbindung zeigt.

6 ist eine TG-DTA-Tabelle, die die Ergebnisse thermischer Analyse eines Polyamidharzes und von Polyamidharzzusammensetzungen zeigt.

7 ist eine Kurve, die die Änderungen der Zugfestigkeit im zeitlichen Verlauf der Festigkeitsmessprobekörper (jeweils als Element für ein Automatikgetriebe) der Beispiele 13 bis 19 und der Vergleichsbeispiele 4 bis 5 zeigt.

8 ist eine Kurve, die die Änderungen der Zugfestigkeit im zeitlichen Verlauf der Festigkeitsmessprobekörper (jeweils als Element für ein Automatikgetriebe) der Beispiele 20 bis 26 und der Vergleichsbeispiele 6 bis 7 zeigt.

9 ist eine Kurve, die die Änderungen der Zugfestigkeit im zeitlichen Verlauf der Festigkeitsmessprobekörper (jeweils als Element, das mit einer BF in Kontakt steht) der Beispiele 27 bis 29 und des Vergleichsbeispiels 8 zeigt.

10 ist eine Kurve, die die Änderungen der Zugfestigkeit im zeitlichen Verlauf der Festigkeitsmessprobekörper (jeweils als Element, das mit einem LLK in Kontakt steht) des Beispiels 30 und des Vergleichsbeispiels 9 zeigt.

11 sind Fotos der in dem Test auf Calciumchloridbeständigkeit verwendeten Probekörper der Beispiele 31 bis 32 und des Vergleichsbeispiels 10.

Beste Art der Durchführung der Erfindung

Das in der vorliegenden Erfindung verwendete Polyamidharz ist bevorzugt ein aliphatisches Polyamidharz. Es lässt sich im Einzelnen veranschaulichen durch ein Polyamid 6, das von ϵ-Caprolactam hergeleitet ist; ein von Adipinsäure/Hexamethylendiamin hergeleitetes Polyamid 46; von &ggr;-Lauryllactam hergeleitetes Polyamid 12, ein Polyamid 6/6T; ein Polyamid 6/6I, ein Polyamid 6T/6I und ein Polyamid 6/6T/6I (eine aliphatische Polyamidverbindung).

Zu dem in der vorliegenden Erfindung verwendeten Polyamidharz kann ein Metallsalz (z.B. Kupfer oder Mangan), eine organische Phosphorverbindung (III), ein phenolartiges Antioxidansmittel oder ein aliphatisches oder aromatisches Amin zugegeben werden, um in einer Hochtemperaturatmosphäre eine höhere Beständigkeit gegenüber thermischer Oxidation zu verleihen. Die Menge der zugegebenen obigen Verbindung beträgt 0,01 bis 5 Masseteile pro 100 Masseteile des Polyamidharzes.

Es wird eine Polyamidharzzusammensetzung an die Hand gegeben, die ein Polyamidharz, insbesondere ein aliphatisches Polyamidharz (z.B. Polyamid 6, Polyamid 66, Polyamid 46, Polyamid 12 oder Polyamid 6/6I, 6/6T, 6I/6T oder 6/6I/6T), und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bezüglich Hydrolysebeständigkeit, insbesondere in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert ist.

Als Carbodiimid-Verbindung (einschließlich Polycarbodiimid-Verbindung) mit mindestens einer Carbodiimid-Gruppe in dem Molekül, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, können solche erwähnt werden, die durch ein allgemein gut bekanntes Verfahren synthetisiert werden. Zum Beispiel können solche erwähnt werden, die durch Verwenden von 3-Methyl-1-phenyl-2-phorphoren-1-oxid oder Tetrabutyltitanat als Katalysator synthetisiert werden können, wobei ein Polyisocyanat einer Carbonsäure-Entfernungs- und Kondensationsreaktion bei einer Temperatur von etwa 70°C oder höher in einem lösungsmittelfreien Zustand oder in einem reaktionsträgen Lösungsmittel unterzogen wird.

Als in der oben erwähnten Carbodiimid-Verbindung enthaltene Monocarbodiimid-Verbindung können beispielsweise Dicyclohexylcarbodiimid, Diisopropylcarbodiimid, Dimethylcarbodiimid, Diisobutylcarbodiimid, Dioctylcarbodiimid, Tertbutylisopropylcarbodiimid, Diphenylcarbodiimid, Di-tert-butylcarbodiimid und Di-ß-naphthylcarbodiimid erwähnt werden. Von diesen sind Dicyclohexylcarbodiimid und Diisopropylcarbodiimid im Hinblick insbesondere auf die gewerbliche Verfügbarkeit bevorzugt.

Als in der Carbodiimid-Verbindung enthaltene Polycarbodiimid-Verbindung können durch verschiedene Verfahren hergestellte Polycarbodiimide verwendet werden. Es können Polycarbodiimide verwendet werden, die im Grunde durch das herkömmliche Verfahren zum Erzeugen eines Polycarbodiimids erzeugt werden [U.S.P. 2,941,956; JP-B-47-33,279; J. Org. Chem., 28, 2069–2075 (1963); Chemical Review 1981, Vol. 81, Nr. 4, Seiten 619–621].

Bei dem oben erwähnten Verfahren zum Erzeugen einer Carbodiimid-Verbindung können als organisches Diisocyanat, das ein Ausgangsmaterial für Synthese ist, zum Beispiel aromatische Diisocyanate, aliphatische Diisocyanate, alizyklische Diisocyanate und Mischungen derselben verwendet werden und insbesondere können zum Beispiel 1,5-Naphthalendiisocyanat, 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 4,4'-Diphenyldimethylmethandiisocyanat, 1,3-Phenylendiisocyanat, 1,4-Phenylendiisocyanat, 2-4-Toluendiisocyanat, 2,6-Toluendiisocyanat, ein Gemisch aus 2,4-Toluendiisocyanat und 2,6-Toluendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat, Cyclohexan-1,4-diisocyanat, Xylylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat, Dicyclohexylmethan-4,4'-diisocyanat, Methyl-cyclohexandiisocyanat, Tetramethylxylylendiisocyanat, 2,6-Diisopropylphenyldiisocyanat und 1,3,5-Triisopropylbenzen-2,4-diisocyanat erwähnt werden.

Die mit Hilfe eines aromatischen Isocyanats der obigen organischen Diisocyanate erzeugte Carbodiimid-Verbindung ist nicht bevorzugt, da sie allgemein ein wärmehärtbares Harz ist, sie Selbstquervernetzung verursacht, wenn sie mit einem Polyamidharz schmelzverknetet wird und in dem Polyamidharz Klumpen aus Carbodiimid-Verbindung gebildet werden, was das Kneten mangelhaft macht.

Daher ist die in der vorliegenden Erfindung verwendete Carbodiimid-Verbindung bevorzugt eine Carbodiimid-Verbindung, die aus einem aliphatischen Isocyanat hergeleitet ist.

Zum Zeitpunkt der Carbonsäurenentfernungs- und Kondensationsreaktion des organischen Diisocyanats kann eine Verbindung (z.B. ein Monoisocyanat), das mit endständigem Isocyanat der Carbodiimid-Verbindung reaktionsfähig ist, zum Blockieren des Endes des sich ergebenden Carbodiimids verwendet werden, wodurch eine terminal-blockierte Carbodiimid-Verbindung mit einem geeignet gesteuerten Polymerisationsgrad erhalten werden kann.

Als Monoisocyanate, die zum Erhalten einer terminal-blockierten Polycarbodiimid-Verbindung mit einem gesteuerten Polymerisationsgrad verwendet werden, können zum Beispiel Phenylisocyanat, Tolylisocyanat, Dimethylphenylisocyanat, Cyclohexylisocyanat, Butylisocyanat und Naphthylisocyanat erwähnt werden.

Das zum Erhalten einer terminal-blockierten Polycarbodiimid-Verbindung mit einem gesteuerten Polymerisationsgrad verwendete terminal-blockierende Mittel ist nicht auf die oben erwähnten Monoiiscyanate beschränkt und kann eine aktiven Wasserstoff enthaltende Verbindung sein, die mit Isocyanat reaktionsfähig ist. Als eine solche, aktiven Wasserstoff enthaltende Verbindung können zum Beispiel aliphatische Verbindungen, aromatische Verbindungen oder alizyklische Verbindungen verwendet werden, die jeweils -OH-Gruppe (wie Methanol, Ethanol, Phenol, Cyclohexanol, N-Methylethanolamin, Polyethylenglycolmonomethylether, Polypropylenglycolmonomethylether, =NH-Gruppe (wie Diethylamin, Dicyclohexylamin), -NH2-Gruppe (wie Butylamin, Cyclohexylamin), -COOH-Gruppe (wie Bernsteinsäure, Benzoesäure, Cyclohexansäure), -SH-Gruppe (wie Ethylmercaptan, Allylmercaptan, Thiophenol und dergleichen), Epoxy-Gruppe aufweisen.

Die Carbonsäureentfernungs- und die Kondensationreaktion des obigen organischen Diisocyanats läuft bei Vorhandensein eines Carbodiimidationskatalysators ab. Als Carbidiimidationskatalysator können zum Beispiel Phosphorenoxide wie 1-Phenyl-2-phosphoren-1-oxid, 3-Methyl-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid, 1-Ethyl-2-phosphoren-1-oxid, 3-Methyl-2-phosphoren-1-oxid, 3-Phosphorenisomere derselben und dergleichen und Metallkatalysatoren wie Tetrabutyltitanat und dergleichen verwendet werden. Von diesen ist 3-Methyl-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid aus Sicht der Reaktionsfähigkeit geeignet.

Die Menge der zugegebenen Carbodiimid-Verbindung beträgt 0,01 bis 20 Masseteile, bevorzugt 0,01 bis 18 Masseteile, bevorzugter 0,1 bis 10 Masseteile pro 100 Masseteile des Polyamidharzes. Liegt die Menge bei unter 0,1 Masseteilen, ist keine Wirkung der Zugabe sichtbar. Liegt die Menge bei über 20 Masseteilen, können die Eigenschaften des aliphatischen Polyamidharzes beeinträchtigt werden.

In der vorliegenden Erfindung kann das Mischen der Carbodiimid-Verbindung und des Polyamidharzes durch Schmelzkneten mit Hilfe eines Extruders oder durch Zugeben der Carbodiimid-Verbindung zu dem synthetisierten Polyamidharz und deren Mischen durchgeführt werden.

Dem Polyamidharz kann nach Bedarf ein Verstärkungsmittel (z.B. eine Glasfaser, eine Kohlenstofffaser oder eine Metallfaser), ein anorganischer oder organischer Füllstoff, ein Stabilisator, ein Ultraviolett-Absorber, ein Schmiermittel, ein Wachs, ein Färbemittel, ein Kristallisierungsbeschleuniger, etc. zugegeben werden, um die mechanischen Festigkeiten und die Wärmebeständigkeit zu verbessern.

Die Menge des zugegebenen Verstärkungsmittels ist nicht beschränkt, liegt aber wünschenswerterweise bei 5 bis 60 Masseteilen. Wenn die Menge des Verstärkungsmittels bei 5 Masseteilen oder weniger liegt, wird die Wirkung der Zugabe des Verstärkungsmittels nicht hinreichend gezeigt und es wird keine ausreichende Verbesserung der mechanischen Festigkeiten erreicht. Wenn die Menge des Verstärkungsmittels bei über 60 Masseteilen liegt, besteht die Befürchtung, dass zum Beispiel der Formartikel eine geringe Biegsamkeit aufweist und Risse erzeugt.

Unter Verwenden der oben erwähnten Polyamidharzzusammensetzung, deren Beständigkeit gegenüber Hydrolyse, insbesondere in einem sauren Medium mit hohen Temperatur, deren Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert sind, wird ein Element gebildet, das erfindungsgemäß in Anwendungen verwendet wird, die mit einem AGF, einer BF, einem LLK oder einem Metallhalogenid in Kontakt kommen, wodurch das Polyamidharz, dessen Element leichter als Metallelemente ist und ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aufweist, breitere Anwendung findet.

In der vorliegenden Erfindung können als Verfahren zum Bilden eines Elements aus dem Polyamidharz zum Beispiel verschiedene Formverfahren erwähnt werden, beispielsweise Druckformen, Extrudieren, Spritzgießen, Blasformen.

Als Verwendung des Elements aus der Polyamidharzzusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Verwendung von Elementen erwähnt, die mit einem AGF in Kontakt kommen, beispielsweise Anlaufscheibe, Ölfilter, Umdrehungssensor, Schrittmotor, Klemmenbaugruppe, Lagerhalterung, Geschwindigkeitsbegrenzer, Schneckenrad, Speicherkolben, Steuerventil, Stator, Angussventil, Drehmomentwandlerturbine; Elemente, die mit einer BF in Kontakt kommen, beispielsweise Behälterkolben, Magnetventil, Dichtring, Stößel, Hauptzylinderkolben, Druckschalter, Proportionalventil; Elemente, die mit einem LLK in Kontakt kommen, beispielsweise Wasserkasten; und Elemente, die mit einem Metallhalogenid in Kontakt kommen, beispielsweise Raddrehzahlsensor, aus ABS hergestellte Abdeckung des ECU, Sperrschalter, Unterdruckbehälter, Klemmen, Handschuhfachabdeckung, Generatorgebläse, Ansaugkrümmer, Lenker, Element, Motoraufhängung, Differentialaufhängungselement, Stabilisatorgestänge, Schubstange, Elementisolator.

Die vorliegende Erfindung wird nachstehend beispielhaft eingehender beschrieben.

Synthese von Carbodiimid-Verbindungen Synthesebeispiel 1

Es wurden bei 180°C 48 Stunden lang 590 g 4,4'-Dicyclohexylmethandiisocyanat, 62,6 g Cyclohexylisocyanat und 6,12 g Carbodiimidationskatalysator (3-Methly-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid) zur Reaktion gebracht, um 4,4'-Dicyclohexylmethancarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 10).

Synthesebeispiel 2

Es wurden bei 180°C 12 Stunden lang 590 g 4,4'-Dicyclohexylmethandiisocyanat und 5,9 g Carbodiimidationskatalysator (3-Methly-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid) zur Reaktion gebracht. Es wurden 62,6 g Cyclohexylamin zugegeben, und das Ablaufen einer Polykondensationsreaktion wurde zugelassen, bis die aus der Isocyanatgruppe hergeleitete Spitze im Infrarotabsorptionsspektrum (nachstehend als IR abgekürzt) verschwand, um ein cyclohexylurea-endständiges 4,4'-Dicyclohexylmethancarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 8).

Synthesebeispiel 3

Es wurden bei 180°C etwa 48 Stunden lang 549 g m-Tetramethylxylylendiisocyanat (TMXDI), 49,5 g n-Butylisocyanat und 6,0 g Carbodiimidationskatalysator (3-Methyl-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid) einer Polykondensationsreaktion unterzogen, bis die aus der Isocyanatgruppe hergeleitete Spitze im IR verschwand, um ein butylendständiges m-Tetramethylxylylencarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 10).

Synthesebeispiel 4

Es wurden bei 180°C 500 g Isophorondiisocyanat (IPDI), 62,6 g Cyclohexylisocyanat und 5,639 g Carbodiimidationskatalysator (3-Methyl-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid) einer Polykondensationsreaktion unterzogen, bis die aus der Isocyanatgruppe hergeleitete Spitze im IR verschwand, um ein cyclohexyl-endständiges Isophoroncarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 10).

[Wasserbeständigkeitstest] Beispiele 1 bis 11

Als Polyamidharz wurde ein Polyamid 6 verwendet. Es wurde mit einem der in den Synthesebeispielen 1, 2, 3 und 4 synthetisierten Carbodiimiden und einer anderen Komponente in einer in Tabelle 1 gezeigten Kombination und in vorgegebenen Mengen trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zur Verwendung als Probekörper für Festigkeitsmessung zu bilden. Die Probekörper wurden in 120°C heißen Dampf gegeben und nach verschiedenen vorgegebenen Zeitdauern auf Zugfestigkeit gemessen. Die erhaltenen Zugfestigkeitsbeständigkeiten werden in Tabelle 2 gezeigt.

Vergleichsbeispiele 1 und 2

Behandlung und Messung wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 1 und 2 ausgeführt, es wurde lediglich keine Polycarbodiimid-Verbindung verwendet. Die erhaltenen Zugfestigkeitsbeständigkeiten werden in Tabelle 2 gezeigt.

Tabelle 1

Tabelle 2

In Tabelle 2 zeigt jeder Leerraum, dass der Probekörper für die Festigkeitsmessung eine Verformung oder teilweise Auflösung verursachte und die Messung unmöglich wurde.

Beispiel 12

Die Probekörper in Beispiel 1 wurden in eine Zitratpufferlösung (pH = 4) bei 100°C eingetaucht und nach verschiedenen vorgegebenen Zeitlängen auf Zugfestigkeit gemessen. Die erhaltenen Zugfestigkeitsbeständigkeiten werden in Tabelle 3 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 3

Die Behandlung und Messung wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 12 ausgeführt, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die erhaltenen Zugfestigkeitsbeständigkeiten werden in Tabelle 3 gezeigt.

Tabelle 3

Aus den obigen Tabellen 1 bis 3 ist klar, dass die erfindungsgemäße Polyamidharzzusammensetzung zum Vorsehen eines Elements in ihrer Beständigkeit gegenüber Hydrolyse, insbesondere in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, verbessert ist.

Bezugsbeispiel 1

Es wurde ein Polyamid 6 als Polyamidharz verwendet, und es wurde das in Synthesebeispiel 1 synthetisierte Carbodiimid dem Polyamid in einer Menge von 1,0 Masseteilen zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit Hilfe eines Doppelschneckenextruders bei 270°C geknetet und durch die T-Düse extrudiert, um eine Folie zu erzeugen. Es wurde eine Aufnahme der Folie gemacht, die in 1 gezeigt wird. Ferner wurde in gleicher Weise eine Folie erzeugt, der aber kein Carbodiimid zugegeben wurde. Es wurde eine Aufnahme der Folie gemacht, die in 2 gezeigt wird. Aus diesen Aufnahmen ist klar, dass die erfindungsgemäße Polyamidharzzusammensetzung keinen Klumpen aus Carbodiimid-Verbindung enthält und ausreichend geknetet werden kann.

Bei Verwenden eines Polyamid 6 als Polyamid und Verwenden des in den Synthesebeispielen 2 oder 3 synthetisierten Carbodiimids konnte ferner Kneten ohne Bildung eines Klumpens aus Carbodiimid-Verbindung ausreichend ausgeführt werden (für diesen Fall wird keine Aufnahme gegeben).

Bezugsbeispiel 2

225 g von 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat und 23,8 g Phenylisocyanat wurden in 2.240 g Tetrachlorethylen aufgelöst. Dem wurden 0,3 g Carbodiimidationskatalysator (3-Methyl-1-phenyl-2-phosphoren-1-oxid) zugegeben. Es wurde bei 80°C eine Polykondensationsreaktion ausgeführt, bis die aus der Isocyanatgruppe hergeleitete Spitze in IR verschwand, um ein phenyl-endständiges 4,4'-Diphenylmethancarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 10).

Als Polyamidharz wurde ein Polyamid 6 verwendet, und das vorstehend synthetisierte Carbodiimid wurde dem Polyamid in einer Menge von 1,0 Masseprozent basierend auf dem Polyamidharz zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder bei 270°C geknetet und durch die T-Düse extrudiert, um eine Folie zu erzeugen. Es wurde eine Aufnahme der Folie gemacht, die in 3 gezeigt wird.

Aus der in 3 gezeigten Aufnahme ist klar, dass in der Polyamidharzzusammensetzung unter Verwendung der Carbodiimid-Verbindung von Bezugsbeispiel 2 das phenyl-endständige 4,4'-Diphenylmethancarbodiimid (das eine in dem Stand der Technik verwendete aromatische Carbodiimid-Verbindung ist) eine Selbstquervernetzung durch Wärme verursacht und dass Klumpen des resultierenden quervernetzten Materials in Form schwarzer Punkte vorhanden sind, welche Kneten mangelhaft machen.

Bezugsbeispiel 3 (1) Thermische Analyse der Carbodiimid-Verbindung

Die in dem folgenden Synthesebeispiel 1-1 erhaltene Carbodiimid-Verbindung, deren tiefsiedendes Material entfernt worden war, und eine auf dem Gebiet verwendete aromatische Carbodiimid-Verbindung (siehe JP-A-6-16933) wurden durch Messen ihrer TG-DTAs mit System 001, einem von MAC Science Co., Ltd. hergestellten Thermoanalysator, einer Thermoanalyse unterzogen. Bei der Messung wurde die Gewichtsabnahme gemessen, als ein Probenkörper 60 Minuten lang bei 270°C gehalten wurde. Die Ergebnisse werden in 4 (die Carbodiimid-Verbindung des Synthesebeispiels 1) und 5 (eine auf dem Gebiet verwendete aromatische Carbodiimid-Verbindung) gezeigt.

Synthesebeispiel 1-1

Synthese von Carbodiimid, dessen tiefsiedendes Material entfernt wurde

590 g 4,4'-Dicyclohexylmethandiisocyanat (HMDI), 62,6 g Cyclohexylisocyanat und 6,12 g eines Carbodiimidisationskatalysators (3-Methyl-1-phenyl-2-phosphor-1-oxid) wurden 48 Stunden lang einer Polykondensationsreaktion bei 180°C unterzogen, bis die aus der Isocyanatgruppe hergeleitete Spitze in IR verschwand. Das Reaktionsgemisch wurde 2 Stunden lang einem Unterdruck von 10 bis 20 mmHg unterworfen, um tiefsiedende Materialien zu entfernen, um 4,4'-Dicyclohexylmethancarbodiimid zu erhalten (Polymerisationsgrad = 10).

(2) Thermoanalyse von Carbodiimid-Verbindung/Polyamidharzzusammensetzungen

Das folgende Polyamidharz bzw. die folgenden Polyamidharzzusammensetzungen wurden durch Messen ihrer TG-DTAs mit System 001, einem von MAC Science Co., Ltd. hergestellten Thermoanalysator, einer Thermoanalyse unterzogen. Bei der Messung wurde die Gewichtsabnahme gemessen, als ein Probenkörper 60 Minuten lang bei 270°C gehalten wurde. Die Ergebnisse werden in 6 gezeigt. Jede Ziffer in 6 zeigt das folgende Polyamidharz bzw. Polyamidharzzusammensetzungen an.

  • 1: Polyamid 6
  • 2: Polyamid 6, dem 5 Teile der Carbodiimid-Verbindung des Synthesebeispiels 1-1 zugegeben wurden.
  • 3: Polyamid 6, dem 5% einer auf dem Gebiet verwendeten aromatischen Carbodiimid-Verbindung zugegeben wurden.

[Test auf AGF-Beständigkeit] Beispiele 13 bis 19

Einem Polyamid 6, dem Kupferiodid beigemischt wurde, um Beständigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung zu verleihen, wurde das in dem Synthesebeispiel 1 oder 2 synthetisierte Carbodiimid in einer in Tabelle 4 gezeigten vorgegebenen Menge zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zu bilden. Die Probekörper wurden als Festigkeitsmessprobekörper für ein mit AGF in Kontakt kommendes Element verwendet. Diese Probekörper wurden in ein 160°C heißes AGF getaucht und nach verschiedenen vorgegebenen Zeitdauern auf Zugfestigkeit gemessen. Die erhaltenen Ergebnisse werden in Tabelle 5 und 7 gezeigt.

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper für ein mit AGF in Kontakt zu kommendes Element wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 13 bis 19 gebildet, es wurde lediglich kein mit Kuperiodid vermischtes Polyamid 6 verwendet und es wurde keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 13 bis 19 in ein AGF getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 5 und 7 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 5

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper für ein mit AGF in Kontakt zu kommendes Element wurden in gleicher Weise wie in den beispielen 13 bis 19 gebildet, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 13 bis 19 in ein AGF getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 5 und 7 gezeigt.

Tabelle 4
Tabelle 5

Beispiele 20 bis 26

Einem Polyamid 6, dem Kupferiodid beigemischt wurde, um Beständigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung zu verleihen, wurde das in dem Synthesebeispiel 1 oder 2 synthetisierte Carbodiimid in einer in Tabelle 6 gezeigten vorgegebenen Menge zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zu bilden. Die Probekörper wurden als Festigkeitsmessprobekörper für ein mit AGF in Kontakt kommendes Element verwendet. Diese Probekörper wurden in ein 160°C heißes AGF getaucht, das durch Erhitzen bei 140°C über 2.000 Stunden ausreichend verschlechtert war, und wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitdauern auf Zugfestigkeit gemessen. Die erhaltenen Ergebnisse werden in Tabelle 7 und 8 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 6

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper für ein mit AGF in Kontakt zu kommendes Element wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 20 bis 26 gebildet, es wurde lediglich kein mit Kuperiodid vermischtes Polyamid 6 verwendet und es wurde keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 20 bis 26 in ein AGF getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 7 und 8 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 7

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper für ein mit AGF in Kontakt zu kommendes Element wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 20 bis 26 gebildet, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 20 bis 26 in ein AGF getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 7 und 8 gezeigt.

Tabelle 6
Tabelle 7

Das in den Zugfestigkeitsmessungen in den Beispielen 20 bis 26 und den Vergleichsbeispielen 6 und 7 verwendete AGF hatte übrigens einen gesenkten pH von etwa 4,5 und eine erhöhte Viskosität von etwa 100 cp.

Im Allgemeinen ist es bezüglich der Lebensdauer von Polymermaterialien möglich, die Lebensdauer eines Polymermaterials bei einem hohen Temperaturbereich vorherzusagen, indem man das Polymermaterial einer Behandlung beschleunigter Verschlechterung bei hoher Temperatur unterzieht und daraus die exponentielle Funktion des Polymermaterials ableitet; und eine mehrstündige Differenz der Lebensdauer bei hohen Temperaturen erscheint in einem Temperaturbereich praktischer Nutzung als Lebensdauerdifferenz mehrerer Zeiten.

[Test auf BF-Beständigkeit] Beispiele 27 bis 29

Einem Polyamid 6, dem Kupferiodid beigemischt wurde, um Beständigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung zu verleihen, wurde das in dem Synthesebeispiel 1 synthetisierte Carbodiimid in einer in Tabelle 8 gezeigten vorgegebenen Menge zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zu bilden. Die Probekörper wurden als Festigkeitsmessprobekörper für ein mit BF in Kontakt kommendes Element verwendet. Diese Probekörper wurden in einen Edelstahldruckbehälter gegeben. Der Behälter wurde mit einer Mischlösung bestehend aus 90 Volumenprozent BF und 10 Volumenprozent destilliertem Wasser gefüllt und dicht verschlossen. Der Behälter wurde auf 120°C erhitzt und die Probenkörper wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitdauern auf Zugfestigkeit gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 9 und 9 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 8

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 27 bis 29 gebildet, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in den Beispielen 27 bis 29 in eine Bremsflüssigkeit getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 9 und 9 gezeigt.

Tabelle 8
Tabelle 9

[Test auf LLK-Beständigkeit] Beispiel 30

Einem Polyamid 6, dem Kupferiodid beigemischt wurde, um Beständigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung zu verleihen, wurde das in dem Synthesebeispiel 1 synthetisierte Carbodiimid in einer in Tabelle 10 gezeigten vorgegebenen Menge zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zu bilden. Die Probekörper wurden als Festigkeitsmessprobekörper für ein mit LLK in Kontakt kommendes Element verwendet. Diese Probekörper wurden in einen Edelstahldruckbehälter gegeben. Der Behälter wurde mit einer Mischlösung bestehend aus 50 Volumenprozent Kühlmittel und 50 Volumenprozent destilliertem Wasser gefüllt und dicht verschlossen. Der Behälter wurde auf 110°C erhitzt und die Probenkörper wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitdauern auf Längenänderung gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 11 und 10 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 9

Die Festigkeitsmessungsprobenkörper wurden in gleicher Weise wie in dem Beispiel 30 gebildet, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Die Probenkörper wurden in gleicher Weise wie in dem Beispiel 30 in ein LLK getaucht, und die Zugfestigkeiten wurden nach verschiedenen vorgegebenen Zeitspannen gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 11 und 10 gezeigt.

Tabelle 10
Tabelle 11

[Test auf Calciumchlorid-Beständigkeit] Beispiele 31 bis 32

Einem Polyamid 6, dem Kupferiodid beigemischt wurde, um Beständigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung zu verleihen, wurde das in dem Synthesebeispiel 1 synthetisierte Carbodiimid in einer in Tabelle 12 gezeigten vorgegebenen Menge zugegeben. Das Gemisch wurde trocken gemischt. Die Mischung wurde mit einem Doppelschneckenextruder geknetet, um Granulat zu erzeugen. Das Granulat wurde durch eine Spritzgussmaschine geführt, um stabförmige Probekörper ASTM Nr. 1 zu bilden. Die Probekörper wurden als Probekörper für Oberflächenbeurteilung für ein mit Calciumchlorid in Kontakt kommendes Element verwendet.

Tabelle 12

Die obigen Probenkörper wurden einem Zweizyklentest unterzogen, wobei jeder Zyklus aus den folgenden vier Schritten (1) bis (4) bestand:

  • (1) 1 Stunde lang bei 90°C in 95% rel. Luftfeuchte halten,
  • (2) Eintauchen in eine gesättigte wässrige Calciumchloridlösung
  • (3) 1 Stunde lang bei 100°C trocknen und
  • (4) 1 Stunde lang bei Raumtemperatur kühlen.

Dann wurden auf der Oberfläche jedes Probenkörpers gebildete Risse untersucht.

Vergleichsbeispiel 10

Es wurde ein Probenkörper zur Oberflächenbeurteilung in gleicher Weise wie in Beispiel 31 gebildet, es wurde lediglich keine Carbodiimid-Verbindung verwendet. Der Probenkörper wurde dem gleichen Zyklustest unter Verwenden von Calciumchlorid wie in den Beispielen 31 und 32 unterzogen. Das Ergebnis wird in 11 gezeigt.

Gewerbliche Anwendbarkeit

Wie aus den obigen Beispielen und Vergleichsbeispielen klar ist, ist die Polyamidharzzusammensetzung zum Vorsehen eines erfindungsgemäß verwendeten Elements bezüglich Beständigkeit gegenüber Hydrolyse in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, bezüglich Ölbeständigkeit bei hohen Temperaturen und Metallhalogenidbeständigkeit verbessert.

Die Verbesserung der Beständigkeit gegenüber Hydrolyse in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen wird durch Beimischen einer sehr kleinen Menge einer aliphatischen Carbodiimid-Verbindung zu einem Polyamidharz ermöglicht, was wirtschaftlich ist.

Da bei der vorliegenden Polyamidharzzusammensetzung keine aromatische Carbodiimid-Verbindung verwendet wird, wird kein Klumpen quervernetzten Materials gebildet und ergibt sich kein mangelhaftes Kneten; es kommt weder zur Erzeugung von Zersetzungsgas wie aromatisches Carbodiimid noch zu anschließender Gewichtsabnahme und daher findet keine Verschmutzung des Arbeitsumfelds statt.

Aufgrund der Verbesserung der Beständigkeit gegenüber Hydrolyse in einem sauren Medium mit hohen Temperaturen, der Ölbeständigkeit bei hohen Temperaturen und der Metallhalogenidbeständigkeit kann die erfindungsgemäße Polyamidharzzusammensetzung auch an Stellen eingesetzt werden, an denen die Verwendung eines Metallelements notwendig war.


Anspruch[de]
Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Automatikgetriebefluid in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist. Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einer Bremsflüssigkeit in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist. Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Kühlmittel in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist. Verwendung eines Elements aus einer Polyamidharzzusammensetzung, welche ein Polyamidharz und eine aliphatische Carbodiimid-Verbindung umfasst und aufgrund der Verwendung der aliphatischen Carbodiimid-Verbindung bei Anwendungen, bei denen das Element mit einem Metallhalogenid in Kontakt kommt, von verbesserter Hydrolysebeständigkeit, Ölbeständigkeit und Metallhalogenidbeständigkeit ist. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der verwendeten aliphatischen Carbodiimid-Verbindung 0,01 bis 20 Masseteile pro 100 Masseteile des Polyamidharzes beträgt. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyamidharzzusammensetzung pro 100 Masseteile des Polyamidharzes 0,01 bis 5 Masseteile von mindestens einer Art von Verbindung umfasst, die aus der Gruppe bestehend aus Kupfersalzen, Mangansalzen, organischen Phosphorverbindungen, phenolartigen Antioxidationsmitteln, aliphatischen Aminen und aromatischen Aminen gewählt wird.






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