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Dokumentenidentifikation DE102006002766A1 26.07.2007
Titel Vorrichtung zum Abstreifen von überschüssigen Samenkörnern
Anmelder Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, 49205 Hasbergen, DE
Erfinder Götzen, Nils, 47506 Neukirchen-Vluyn, DE
DE-Anmeldedatum 20.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006002766
Offenlegungstag 26.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.07.2007
IPC-Hauptklasse A01C 7/04(2006.01)A, F, I, 20060120, B, H, DE
Zusammenfassung Vorrichtung zum Abstreifen von überschüssigen Samenkörnern von den in einem umlaufenden Vereinzelungsorgan, wie Trommel, Riemen oder Scheibe, angebrachten und mit einem Druckunterschied beaufschlagten Aussaatöffnungen einer Einzelkornsämaschine, wobei die Aussaatöffnungen in zumindest einer Reihe angeordnet sind, wobei jeder Reihe von Aussaatöffnungen zumindest ein an der Trommel oder Scheibe im Bereich der Aussaatöffnungen zumindest teilweise anliegendes und ausweichbar angeordnetes Abstreiferelement zugeordnet ist. Um ein einfach ausgebildetes Abstreiferelement zu schaffen, welches sich automatisch den unterschiedlichen Abstreiferbedingungen bei unterschiedlichen Vereinzelungsgeschwindigkeiten bzw. Drehzahl des Vereinzelungsorgans sich selbst anpassend ausgebildet ist, ist vorgesehen, dass das Abstreiferelement zumindest in seinem Abstreiferbereich aus einem elastischen und nachgiebigen Material besteht, dass das Abstreiferelement in seinem Abstreiferbereich mehrere beabstandet zueinander angeordnete und in sich elastische Abstreiferfinger aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Absteifen von überschüssigen Samenkörnern gemäß des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.

Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise in der DE 32 38 435 C1 beschrieben. Diese Vorrichtung weist mehrere mittels Gelenke angeordnete und federnd beaufschlagte starre Abstreiferelemente auf, die einem zahnartigen Abstreiferelement nachgebildet sind. Die einzelnen schwenkbar angeordneten und federnd beaufschlagten Abstreiferelemente können gegen Federkraft ausweichen, wenn sich beispielsweise ein Samenkorn in einem Saugloch verhakt oder darin festsetzt. Die Ausgestaltung und Anordnung der einzelnen beweglich gegen Federkraft ausweichbar angeordneten Abstreiferelemente ist sehr aufwendig und damit teuer.

Die FR 22 48 521 zeigt einen aus einzelnen gebogenen Federdrähten gebildeten zahnartigen Abstreifer, wobei die die Abstreifer bildenden federnden Drähte ausweichbar angeordnet sind. Diese Ausgestaltung ist relativ aufwendig.

Die FR 23 33 430 zeigt eine weitere Vorrichtung zum Abstreifen von überschüssigen Samenkörnern einer Einzelkornsämaschine, wobei diese Abstreiferelemente aus zwei bürstenartig hintereinander angeordneten Elementen bestehen. Die bürstenartigen Abstreiferelemente bestehen aus dicht zueinander angeordneten Nylonfäden.

Allen vorbeschriebenen Vorrichtungen als zum Abstreifen von überschüssigen Samenkörnern ausgebildeten Abstreiferelementen haftet der Nachteil an, dass sie in relativ engen Grenzen auf die jeweiligen Einsatzbedingungen, wie auszubringendes Saatgut, Vereinzelungsgeschwindigkeit bzw. Drehzahl des Vereinzelungsorgans in engen Einstellgrenzen eingestellt werden müssen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfach ausgebildetes Abstreiferelement zu schaffen, welches sich automatisch den unterschiedlichen Abstreiferbedingungen bei unterschiedlichen Vereinzelungsgeschwindigkeiten bzw. der jeweiligen Drehzahl des Vereinzelungsorgans sich selbst anpassend ausgebildet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Abstreiferelement zumindest in seinem Abstreiferbereich aus einem elastischen und nachgiebigen Material besteht, dass das Abstreiferelement in seinem Abstreifbereich mehrere beabstandet zueinander angeordnete und in sich elastische Abstreiferfinger aufweist. Infolge dieser Maßnahmen stellen sich die elastischen Abstreiferfinger auf die jeweiligen Abstreifbedingungen ein und erzielen in einem weiten Vereinzelungsgeschwindigkeits- und Drehzahlbereich des Vereinzelungsorgans sehr gute Vereinzelungsergebnisse, indem die flexiblen Abstreiferfinger die überschüssigen Körner zum Abfallen von dem Vereinzelungsorgan bringen. Hierbei tragen die flexiblen Finger hauptsächlich zur Minimierung des Stoßimpulses bei, so dass in einem großen Tolleranzbereich bei der Einstellung des Abstreifers ein gutes Abstreifergebnis erreicht wird.

Eine einfache und vorteilhafte Ausgestaltung des Abstreiferelementes wird dadurch erreicht, dass die Abstreiferfinger in kammartiger Weise angeordnet sind. Hierdurch sind die flexiblen bzw. elastischen Abstreiferfinger beabstandet zueinander angeordnet. Diese beabstandete Anordnung sichert ein gutes Abstreifergebnis.

Als Vorteilhaft hat sich herausgestellt, dass die Abstreiferfinger mit ihren freien Enden in Drehrichtung des Verteilorgans weisend angestellt wird. Hierdurch wird auch bei hohen Vereinzelungsgeschwindigkeiten und hohen Drehzahlen ein gutes Vereinzelungsergebnis erreicht. In machen Fällen ist es vorteilhaft, dass die Abstreiferfinger im Bereich ihrer freien Enden in Drehrichtung abgebogen sind.

Als vorteilhaft hat sich herausgestellt, wenn das elastische Material Polyurethan, vorzugsweise mit einem Elastizitätsmodul von 50 bis 90 Shore ist.

Eine gute Anstellung der Abstreiferfinger ist dadurch zu erreichen, dass die Abstreiferfinger in einem Winkel von 25° bis 40° zur Radialen angestellt sind.

Die Flexibilität der Abstreiferfinger ist derart ausgelegt, dass die elastischen Abstreiferfinger einerseits dem Korn ausweichen können, wenn es sich in dem Loch verklemmt hat oder festsitzt, ohne das es zu Beschädigungen an dem Abstreiferelement oder Abstreiferorgan kommen kann, andererseits sind sie aber so steif ausgestaltet, dass sie in der Lage sind, die überschüssigen Körner so anzustoßen bzw. so zu beeinflussen, dass diese überschüssigen Körner abgestreift werden bzw. vom Vereinzelungsorgan abfallen.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den übrigen Unteransprüchen, der Beispielsbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierbei zeigen

1 die Anordnung der Trommel in der Ansicht I/I in Teilansicht der Einzelkornsämaschine,

2 die Anordnung der Trommel in dem Vereinzelungsgehäuse in perspektivischer Darstellung und Teilansicht,

3 ein Abstreifer in vergrößerter Darstellung und

4 ein weiterer Abstreifer in vergrößerter Darstellung.

Die als Vereinzlungstrommel 1 ausgebildete Vereinzelungseinrichtung ist in dem teilweise dargestellten Gehäuse 2 drehbar gelagert und rotierend angetrieben angeordnet. Der Vereinzlungstrommel 1 ist ein nicht dargestellter Vorratsbehälter und eine Luftdruckerzeugungseinrichtung, beispielsweise ein Gebläse zugeordnet. In der Trommel 1 sind die Aussaatöffnungen 3 in mehreren umlaufenden kreisförmig angeordneten Reihen angeordnet, wobei die Aussaatöffnungen 3 über die Druckerzeugungseinrichtung mit einem Druckunterschied beaufschlagt werden, so dass sich die im Saatgutvorrat 4 des Vorratsbehälters befindlichen Saatkörner aufgrund des Druckunterschiedes an den Aussaatöffnungen 3 anlagern können. Hierbei kann entweder auf der Innenseite der Trommel 1 ein Unterdruck oder auf der Außenseite der Trommel ein Überdruck erzeugt werden, so dass sich die Samenkörner auf der Außenseite der Trommel 1 an den Aussaatöffnungen 3 aufgrund des erzeugten Druckunterschiedes anlagern.

In einem Abstand zu dem Anlagerungsbereich, das heißt zu dem Bereich, in dem die Saatguttrommel 1 durch den Saatgutvorrat 4 geführt wird, ist auf der Außenseite der Trommel 1 die mehrere Abstreiferelemente 5 aufweisende Abstreifereinrichtung angeordnet. Jeder Reihe von Aussaatöffnungen 3 ist ein Abstreiferelement 5 zugeordnet. Die Abstreiferelemente 5 bestehen zumindest in dem an der Trommel 1 anliegenden Bereich 6 aus einem elastischen Material. Das zumindest teilweise aus einem elastischen Material im Bereich 6 bestehende Abstreiferelement 5 ist sich an die Trommel- oder Scheibenkontur der Trommel 1 flexibel anpassend ausgebildet. Aufgrund der Eigenelastizität des Abstreiferelementes 5 ist dieses federbelastet gegen die Trommel 1 anliegend angeordnet. Um eine exakte Ausrichtung des Abstreiferelementes 5 zu den kreisförmig angeordneten Aussaatöffnungen 3 einer Reihe von Aussaatöffnungen 3 zu gewährleisten, ist das den Abstreiferbereich 6 bildende und aus einem elastischen Material bestehende Segment 7 des Abstreiferelementes 5 an einem aus einem steiferen oder festeren Material bestehenden Halter 8 angeordnet. Diese beiden Bereiche 6, 7 und 8 können auch einstückig ausgebildet sein oder aus zwei Teilstücken bestehen, die beispielsweise durch Kleben oder einem anderen Befestigungsmittel miteinander verbunden sind.

Die einzelnen Abstreiferelemente 5 sind auf einer gemeinsamen Halterung 9 angeordnet und können gemeinsam gegenüber den Aussaatöffnungen 3 verstellt werden. Hierbei erfolgt die Verstellung so, dass zuviel an jeder Aussaatöffnung 3 angelagerte Samenkörner abgestreift werden, so dass Nachpassieren des jeweiligen Abstreiferelementes 5 an der jeweiligen Aussaatöffnung 3 einer Reihe nur ein Saatkorn anlagert ist.

Wie bereits vor erwähnt, besteht das Abstreiferelement in seinem Abstreiferbereich aus einem elastischen und nachgiebigen Material. Weiterhin weist das Abstreiferelement in seinem Abstreifbereich mehrere beabstandete zueinander angeordnete und in sich elastische Abstreiferfinger 10 auf. Die Abstreiferfinger 10 sind in kammartiger Weise ausgebildet und beabstandet zueinander angeordnet. Die Abstreiferfinger 10 sind mit ihrem freien Ende 11 in Drehrichtung 12 des Verteilerorgans 1 weisend angestellt. Das elastische Material ist Polyurethan, vorzugsweise mit dem Elastizitätsmodul von 50 bis 60 Shore. Die Abstreiferfinger 11 sind in einem Winkel von 25° bis 40° zur Radialen angestellt. Die Funktionsweise der Abstreiferelementes 5 ist folgende:

Die Trommel 1 dreht sich in Pfeilrichtung 12. Wenn die Aussaatöffnung 3 die mit einem Druckunterschied beaufschlagt sind, durch den Saatgutvorrat geführt werden, lagern sich an den Aussaatöffnungen 3 Saatkörner an. Wenn die an den Aussaatöffnungen 3 angelagerten Saatkörner die Abstreiferfinger 10 erreichen, werden die Saatkörner von den Abstreiferfingern 10 angestoßen und so beeinflusst, dass die überschüssigen Körner abgestreift bzw. vom Vereinzelungsorgan 1 abfallen, so dass an jeder Aussaatöffnung 3 nur ein Saatkorn angelagert bleibt. Hierbei sind die Abstreiferfinger 10 des Abstreiferelementes 5 derart ausgelegt, dass die elastischen Abstreiferfinger 10 einerseits dem Korn ausweichen können, wenn es sich in dem jeweiligen Loch der Öffnung 3 verklemmt hat oder festsitzt, ohne dass es zu keinen Beschädigungen an den Abstreiferfingern 10, den Abstreiferelementen 5 oder dem Vereinzelungsorgan 1 kommt. Andererseits sind sie aber so steif ausgestaltet, dass sie in der Lage sind, die überschüssigen Körner so anzustoßen, bzw. so zu beeinflussen, dass die überschüssigen Körner abgestreift bzw. vom Vereinzelungsorgan 1 abfallen.

Das Ausführungsbeispiel gemäß 4 zeigt ein Abstreiferelement 13, bei dem die Abstreiferfinger 14 im Bereich ihrer freien Enden 15 in Drehrichtung 12 abgebogen sind. Die Funktionsweise entspricht dem vorher beschriebenen.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Abstreifen von überschüssigen Samenkörnern von den in einem umlaufenden Vereinzelungsorgan, wie Trommel, Riemen oder Scheibe angebrachten und mit einem Druckunterschied beaufschlagten Aussaatöffnungen einer Einzelkornsämaschine, wobei die Aussaatöffnungen in zumindest einer Reihe angeordnete sind, wobei jeder Reihe von Aussaatöffnungen zumindest ein an der Trommel oder Scheibe im Bereich der Aussaatöffnungen zumindest teilweise anliegendes und ausweichbar angeordnetes Abstreiferelement zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreiferelement zumindest in seinem Abstreiferbereich aus einem elastischen und nachgiebigen Material besteht, dass das Abstreiferelement (5, 13) in seinem Abstreifbereich (6) mehrere beabstandet zueinander angeordnete und in sich elastische Abstreiferfinger (10, 14) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferfinger (10, 14) in kammartiger Weise angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferfinger (10, 14) beabstandet zueinander angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferfinger (10, 14) mit ihren freien Enden (11, 15) in Drehrichtung (12) des Verteilerorgans (1) weisend angestellt sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferfinger (14) im Bereich ihrer freien Enden (15) in Drehrichtung (12) abgebogen sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Material Polyurethan, vorzugsweise mit dem Elastizitätsmodul von 50 bis 90 Shore ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreiferfinger (11) in einem Winkel von 25° bis 40° zur Radialen angestellt sind.






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