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Dokumentenidentifikation DE202007003267U1 26.07.2007
Titel Kamineinsatz mit Wärmetauscher
Anmelder Spartherm Feuerungstechnik GmbH, 49324 Melle, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Aktenzeichen 202007003267
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 26.07.2007
Registration date 21.06.2007
Application date from patent application 02.03.2007
IPC-Hauptklasse F24B 1/198(2006.01)A, F, I, 20070302, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Kamineinsatz mit einer Ofentür, einem Brennraum und einem an den Kamineinsatz angeschlossenen Funktionsmodul.

Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Kaminofeneinsätze, die fest in Gebäudewände eingebaut werden, mit einem weiteren Funktionsmodul funktional zu verbinden, wie beispielsweise einem Wärmetauscher, um die Wärme aus dem im Kamin brennenden Feuer aufzufangen und innerhalb des Gebäudes zu verteilen. Als Wärmeträger, der den Wärmetauscher durchströmt, kann Wasser oder ein anderes Medium eingesetzt werden. Da jedes in dem Wärmetauscher eingesetzte flüssige Wärmeträger-Medium einen Siedepunkt hat, bei dem ein Wechsel von der flüssigen zur gasförmigen Phase erfolgt, werden zusätzliche Sicherheitswärmetauscher eingesetzt, um einen Druckanstieg im und eine Explosion des Wärmetauschers nach Möglichkeit sicher auszuschließen. Um Risiken beim Betrieb des Wärmetauschers zu vermeiden, müssen die Wärmetauscher gewartet werden können. Um die jeweiligen Zu- und Ablaufleitungen und die Anschlüsse prüfen zu können, werden diese in einem Bereich neben dem Kamineinsatz oder Wärmetauscher angeordnet, so dass über eine Tür oder Klappe in der Wand oder Ummantelung des Kamineinsatzes die Zugänglichkeit gewährleistet werden kann. Die Türen oder Klappen fallen jedoch optisch auf, und die Wandfläche kann nicht auf andere Weise genutzt werden.

Demgemäß ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Ersatz für die bekannten Türen oder Klappen zur Kontrolle von Versorgungstechnik eines Kamineinsatzes mit einem Funktionsmodul zu finden, der die Wände eines Gebäudes und die Ummantelung eines Kamineinsatzes möglichst von separaten Türen oder Klappen frei hält und eine funktional ausreichende und optisch ansprechende Ersatzlösung bietet.

Die Aufgabe wird für einen gattungsgemäßen Kamineinsatz gelöst, indem im Brennraum ein Teil der Brennraumauskleidung lösbar mit der übrigen Brennraumauskleidung verbunden ist und in dem und/oder neben dem Kamineinsatz hinter dem lösbaren Teil der Brennraumauskleidung ein Bauraum vorhanden ist, in dem eines oder mehrere Funktionsmodule angeordnet sind.

Als Funktionsmodule kommen neben Wärmetauschern und Sicherheitswärmetauschern auch andere Zusatzaggregate mit deren Leitungen, Anschlüssen, Bedienelementen und dergleichen in Betracht, wie beispielsweise mechanische, elektrische oder elektronische Bauteile einer Abbrandregelung zur Steuerung der Geschwindigkeit des Abbrands, einer Abgasnachbehandlung oder einer Verbrennungsluftsteuerung.

Insbesondere können im Bauraum eine Vorlaufleitung, ein Vorlaufanschluss, eine Rücklaufleitung und/oder ein Rücklaufanschluss für den Wärmetauscher und/oder eine Zulaufleitung, ein Zulaufanschluss, eine Ablaufleitung und/oder ein Ablaufanschluss für den Sicherheitswärmetauscher und/oder eine Steuerung für den Wärmetauscher und/oder den Sicherheitswärmetauscher und/oder Bauteile einer Abbrandregelung und/oder einer Abgasnachbehandlung angeordnet sein.

Durch die Schaffung eines Bauraumes in dem und/oder neben dem Kamineinsatz hinter dem lösbaren Teil kann auf die bekannten Türen oder Klappen zur Kontrolle von Funktionsmodulen oder sonstiger Versorgungstechnik eines Kamineinsatzes verzichtet werden. Unter dem Begriff des Bauraums ist nicht ausschließlich ein Bauraum innerhalb des Kamineinsatzes hinter dem lösbaren Teil zu verstehen, sondern der Bauraum kann sich auch teilweise oder vollständig auf einen Freiraum beziehen, der neben dem lösbaren Teil in der angrenzenden Wandung des Gebäudes frei gelassen wurde und so in die Gesamtkaminanlage einbezogen ist. Der Bauraum ist insgesamt über den lösbaren Teil in den Kamineinsatz integriert. Durch die Integration ergeben sich kurze Anschlusswege und ein vereinfachter Einbau sowie Wartung. Auch die Verlegung von Leitungen auf der Baustelle wird vereinfacht, da Leitungen, Anschlüsse und eine Steuerung bereits bei der Herstellung des Kamineinsatzes vormontiert werden können, wodurch das Risiko eines fehlerhaften Anschlusses durch Handwerker auf der Baustelle sinkt.

Durch den lösbar mit der übrigen Brennraumauskleidung verbundenen Teil einer Brennraumauskleidung ist der Zugang zum Bauraum optisch praktisch nicht sichtbar. Die Brennraumauskleidung besteht häufig aus feuerfesten Schamottsteinen, die zu einer Wandung zusammengefügt sind. Die zwischen den einzelnen Schamottsteinen üblichen Fugen können als Trennstelle zwischen der feststehenden Brennraumauskleidung und dem lösbar verbundenen Teil dienen. Die Trennstelle kann mit einer feuerfesten Dichtung versehen sein, um Brenngasen und Hitze von dem Korpusmantel fern zu halten. Alternativ oder ergänzend kann dies durch eine geeignete Formgebung der Stoßstellen erreicht werden.

Der lösbare Teil der Brennraumauskleidung kann als schwenkbare Tür oder herausnehmbare Klappe ausgestaltet sein. Im Wartungsfall kann der Bauraum dann schnell geöffnet und wieder geschlossen werden. Ebenso kann der Mantel des Korpus als Tür, Klappe oder Deckel ausgeführt werden.

Weitere Abwandlungen und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung, den Zeichnungen und den Merkmalen der Unteransprüche entnehmen.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Es zeigen:

1: eine Ansicht von vorn auf einen Kamineinsatz,

2: eine Rückansicht eines Kamineinsatzes, und

3: eine Querschnittsansicht von oben auf einen Kamineinsatz.

In 1 ist ein Kamineinsatz gezeigt mit einer frontseitigen transparenten Sichtscheibe 1, die in eine Kamintür mit einem Griff 2 eingelassen ist. Die Kamintür mit der Sichtscheibe 1 kann seitlich oder nach oben weggeschwenkt oder verschoben werden, um einen Zugang zum Brennraum zu bekommen, beispielsweise um Holz nachzulegen, den Brennraum zu reinigen oder sonstige Wartungsarbeiten vorzunehmen.

Die Sichtscheibe 1 ermöglicht einen Blick in den Brennraum des Kamineinsatzes. Durch die Sichtscheibe 1 hindurch ist bei der in 1 dargestellten Situation mit geschlossener Kamintür der lösbare Teil 17 der Brennraumauskleidung erkennbar, dessen als Ausführungsbeispiel gezeigte Umfangskontur durch gestrichelte Linien angedeutet ist. Der lösbare Teil 17 kann im Verhältnis zu den übrigen Abmessungen des Kamineinsatzes auch größer oder kleiner ausfallen, je nach Größe des dahinter befindlichen Bauraums und dem Bedarf für die Zugänglichkeit. Der lösbare Teil 17 kann mit einem damit verbundenen Innenrahmen versehen sein, der von einem mit der festen Brennraumauskleidung verbundenen Außenrahmen umgriffen sein kann.

Im Ausführungsbeispiel ist der lösbare Teil 17 der Brennraumauskleidung der Kamintür gegenüber an der Rückwand des Brennraums angeordnet. Eine solche Anordnung ist vorteilhaft, weil man bei Wartungsarbeiten durch die Kamintür und den Brennraum gerade hindurch einen Zugang zum Bauraum hat und man nicht seitlich um eine Ecke herum arbeiten muss. Alle Bauteile im Bauraum sind auch von außen gut sichtbar und mit Werkzeug erreichbar. Davon abweichend kann der lösbare Teil 17 der Brennraumauskleidung auch über Eck oder an einer Seitenwand mit dem dahinter angeordneten Bauraum vorgesehen sein.

Oberhalb des Brennraums befindet sich ein Rauchsammler 3, in den die vom Feuer erhitzten Gase strömen. Oberhalb des Rauchsammlers 3 ist ein Wärmetauscher 4 als Beispiel für ein Funktionsmodul angeordnet, der von den vom Feuer erzeugten und aufsteigenden heißen Rauchgasen durchströmt wird und in dem die im Rauchgas enthaltene Wärme auf das den Wärmetauscher 4 durchströmende Wärmemedium übertragen wird. Daran schließt sich in Strömungsrichtung des Rauchgases ein Abgasstutzen 5 an.

In der 2 ist die Vorlaufleitung 8 mit dem Vorlaufanschluss 9 und die Rücklaufleitung 6 mit dem Rücklaufanschluss 7 zum und vom Wärmetauscher 4 erkennbar, die außen an der Rückwand des Kamineinsatzes angeordnet sind. Die Leitungen 6, 8 reichen bis in den Bauraum hinab, der vom lösbaren Teil 17 abgedeckt wird, und auch die Anschlüsse 7, 9 befinden sich in diesem Bereich. Dadurch sind die Leitungen 6, 8 und Anschlüsse 7, 9 bei Wartungsarbeiten gut durch die geöffnete Kamintür zugänglich, wenn der lösbare Teil 17 der Brennraumauskleidung geöffnet oder entfernt wurde.

Im Ausführungsbeispiel sind an der Rückwand des Kamineinsatzes zusätzlich noch die Zulaufleitung 10 mit dem Zulaufanschluss 11 und die Ablaufleitung 12 mit dem Ablaufanschluss 13 für den in der Zeichnung nicht dargestellten Sicherheitswärmetauscher gezeigt, die ebenfalls in den Bauraum im Bereich des lösbaren Teils 17 der Brennraumauskleidung reichen. Damit sind auch diese Leitungen für Wartungszwecke zugänglich.

In 3 ist eine Schnittansicht durch den in den 1 und 2 gezeigten Kamineinsatz abgebildet. In der Schnittansicht ist erkennbar, dass der hinter dem lösbaren Teil 17 befindliche Bauraum zur Außenseite hin durch einen Rückwanddeckel 14 begrenzt ist. Die seitliche Brennraumauskleidung 15 und die hintere Brennraumauskleidung 16 sind fest mit dem äußeren Gehäuse des Kamineinsatzes verbunden, während der lösbare Teil 17 herausnehmbar und/oder verschwenkbar gestaltet ist.

Um die thermische Belastung der im Bauraum angeordneten Komponenten niedrig zu halten, wird vorgeschlagen, eine Zuluftleitung für im Brennraum benötigte Zuluft durch den Bauraum zu führen, bevor sie in dem Brennraum mündet. Die Zuluftleitung muss nicht geschlossen durch den Bauraum führen, sie kann vielmehr an einer Wandung in den Bauraum münden und an einer anderen Wandung weiter geführt werden, so dass der Bauraum ein vollständig von der Zuluft durchströmter Teil der Zuluftleitung wird. Die Zuluft dient dabei als Kühlmedium, die Wärme aus dem Bauraum in den Brennraum abzuführen. Durch die Konvektion im Brennraum wird sichergestellt, dass ohne weitere motorisch angetriebenen Ventilatoren ein stetiger Kühlluftstrom durch den Bauraum strömt. Die durchströmende Frischluftmenge ist dabei zumindest annähernd proportional zur Größe des im Brennraum brennenden Feuers, so dass sich bei einem größeren Feuer mit großer Wärmeentwicklung auch ein stärkerer Kühleffekt aufgrund des größeren Frischluftbedarfs ergibt. Neben den Leitungen und Anschlüssen kann im Bauraum auch eine Steuerung angeordnet werden, mit der Funktionen des Wärmetauschers, des Sicherheits-Wärmetauschers, der Zu- und Abluftsteuerung zum und aus dem Brennraum und der Heizung steuerbar sind, wobei die elektronischen Komponenten einer solchen Steuerung besonders wärmeempfindlich sind. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn die Zuluftleitung für im Brennraum benötigte Zuluft diese der Steuerung zuleitet, bevor sie in dem Brennraum mündet. Die Zuluftleitung kann düsenartig auf besondere Komponenten gerichtet werden, die einer besonderen Kühlung bedürfen, wie beispielsweise Elektronikkomponenten.

Die geschilderte Anordnung von Komponenten zur Steuerung oder Regelung kann selbstverständlich auch für Bauteile realisiert werden, die anderen Zwecken als der Steuerung oder Regelung eines Wärmetauschers dienen. Dies können vielmehr auch Komponenten sein, die der Verbrennungsregelung dienen oder der Drucküberwachung im Aufstellungsraum oder auch der Ansteuerung von Abgasnachbehandlungseinrichtungen. Zu diesen Zwecken wird dann eine jeweils geeignete Anordnung des Bauraums und der Zugangsöffnung über den lösbaren Teil gewählt, wobei auch eine Anordnung seitlich des Brennraums vorteilhaft sein kann.


Anspruch[de]
Kamineinsatz mit einer Ofentür, einem Brennraum und einem an den Kamineinsatz angeschlossenen Funktionsmodul, dadurch gekennzeichnet, dass im Brennraum ein Teil (17) der Brennraumauskleidung lösbar mit der übrigen Brennraumauskleidung (15, 16) verbunden ist und in dem und/oder neben dem Kamineinsatz hinter dem lösbaren Teil der Brennraumauskleidung ein Bauraum vorhanden ist, in dem eines oder mehrere Funktionsmodule angeordnet sind. Kamineinsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bauraum eine Vorlaufleitung (8), ein Vorlaufanschluss (9), eine Rücklaufleitung (6) und/oder ein Rücklaufanschluss (7) für den Wärmetauscher (4) und/oder eine Zulaufleitung (10), ein Zulaufanschluss (11), eine Ablaufleitung (12) und/oder ein Ablaufanschluss (13) für den Sicherheitswärmetauscher und/oder eine Steuerung für den Wärmetauscher (4) und/oder den Sicherheitswärmetauscher und/oder Bauteile einer Abbrandregelung und/oder Abgasnachbehandlung angeordnet sind. Kamineinsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der lösbare Teil (17) der Brennraumauskleidung auf der der Ofentür gegenüberliegenden Seite des Brennraums angeordnet ist. Kamineinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der lösbare Teil (17) der Brennraumauskleidung als Tür oder Klappe ausgestaltet ist. Kamineinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zuluftleitung für im Brennraum benötigte Zuluft durch den Bauraum führt, bevor sie in dem Brennraum mündet. Kamineinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuluftleitung Zuluft der Steuerung zuleitet, bevor sie in dem Brennraum mündet. Kamineinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der lösbare Teil (17) der Brennraumauskleidung auf seiner dem Brennraum zugewandten Seite mit einer hitzefesten Oberfläche, insbesondere Schamottsteinen, versehen ist.






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