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Dokumentenidentifikation DE602004001612T2 26.07.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001460157
Titel Verfahren und Doppelstück-Webmaschine zum Doppelweben eines oberen Gewebe und eines unteren Gewebe
Anmelder N.V. Michel van de Wiele, Kortrijk, Marke, BE
Erfinder Debaes, Johny, 8890 Moorslede, BE
Vertreter Weickmann & Weickmann, 81679 München
DE-Aktenzeichen 602004001612
Vertragsstaaten DE, FR, IT, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 13.01.2004
EP-Aktenzeichen 040750853
EP-Offenlegungsdatum 22.09.2004
EP date of grant 26.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.07.2007
IPC-Hauptklasse D03D 39/16(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Doppelstück-Webmaschine zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und das untere Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, und wenigstens eine zweite Zone umfassen, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden.

Beim Doppelstück-Weben mit einer Doppelstück-Webmaschine werden ein oberes und ein unteres Gewebe gleichzeitig gewebt. Zum Weben von Geweben mit einer Polschlinge, werden zum Ausführen der Polschlingen verlorene Polschlingen-Schussfäden verwendet. Meistens werden die verlorenen Polschlingen-Schussfäden über einen Abstandshalter eingeführt, der die Höhe der Schlinge bestimmt. Die verlorenen Polschlingen-Schussfäden werden von dem oberen und dem unteren Gewebe entfernt, nachdem das obere und das untere Grundgewebe getrennt werden, und wenn die Polschlinge mit dem Schnittpol nach dem Durchschneiden der Bereiche mit dem zu schneidenden Pol (der Pol, welcher sich zwischen dem unteren und dem oberen Gewebe erstreckt) kombiniert wird.

Beim Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes auf einer Doppelstück-Webmaschine, bei welcher das obere und/oder das untere Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, in der die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, und wenigstens eine zweite Zone umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, taucht das Problem auf, dass, wenn in der zweiten Zone in dem oberen und/oder dem unteren Gewebe ein Bereich in der Schussrichtung, in dem keine Polschlingen um verlorene Polschlingenschussfäden gebildet werden, eine beträchtliche Länge überbrückt, dieser verlorene Schussfaden nicht von Polschlingen über diese Länge gehalten wird. Dies kann während des Webvorgangs mehrere unvorteilhafte Folgen haben. Für das obere Gewebe bedeutet dies, dass die verlorenen Polschlingen-Schussfäden durchhängen können. Dieses Durchhängen kann zunächst dazu führen, dass die verlorenen Polschlingen-Schussfäden in Berührung mit dem unteren Gewebe kommen und dort hängen bleiben können. Ferner können die verlorenen Polschlingen-Schussfäden in Reichweite der Schneidvorrichtung enden und aufgrund dessen die Trennung des oberen von dem unteren Gewebe behindern. Wird der Schlingenpol mit dem Schnittpol kombiniert, kann der Schneidvorgang des zu schneidenden Pols behindert werden. Ferner kann es zu einer exzessiven Abnutzung des Messers kommen, die verlorenen Polschlingen-Schussfäden können zwischen dem Messerschlitten und der Führung hängen bleiben, der Polschlingen-Schussfaden selbst kann durchgeschnitten werden, und dadurch kann es unmöglich sein, ihn nach der Trennung des oberen und des unteren Gewebes vollständig zu entfernen. Was das untere Gewebe betrifft, bedeutet dies, dass mit einer Kombination von Schlingenpol und Schnittpol in der zweiten Zone, in der ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung vorliegen, und in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet werden, diese Bereiche den Schneidvorgang des zu schneidenden Pols auf dieselbe Weise negativ beeinflussen.

In EP 1072705 A1 ist ein Gewebe mit einer Kombination aus Schnittpol und falschem Bouclé beschrieben (Bilden von Schlingenpol um einen Schussfaden, welcher an dem Grundgewebe angeordnet ist und meistens ein dicker Schussfaden ist). In diesem Patent ist zu sehen, dass zwischen 2 Polnoppen des Schnittpols falsche Polschlingen um den dicken Schussfaden gebildet sind, um zu vermeiden, dass dieser Schussfaden durchhängt oder frei hängt, wenn keine Polschlingen in der Schussrichtung um die verschiedenen Kettfadensysteme einer größeren Zone herum gebildet sind. Der Nachteil dieses Prinzips besteht darin, dass es nur bei falschen Schlingen angewendet werden kann, da sie eng am Grundgewebe anliegen und unbemerkt zwischen dem Schnittpol vorliegen.

Beim Bilden echter Schlingen kann die Polschlinge aufgrund ihrer Höhe und aufgrund ihrer Tendenz, sich auch in der Kettrichtung zu biegen, die verlorenen Schussfäden nicht unbemerkt auf dieselbe Weise sichern.

Daher ist es das Ziel der Erfindung, ein Verfahren und eine Doppelstück-Webmaschine zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes vorzusehen, wie im ersten und im zweiten Absatz des Textes dieser Beschreibung beschrieben, wobei ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingenfäden in der einen oder den mehreren zweiten Zonen gebildet sind, keine schädliche Auswirkung auf den Webvorgang und den Schneidvorgang des oberen und des unteren Gewebes haben.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird dieses Ziel durch Vorsehen eines Verfahrens mit den in dem ersten Absatz dieser Beschreibung genannten Merkmalen erzielt, wobei Fangmittel zum Halten der verlorenen Polschlingen-Schussfäden in der zweiten Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um diese verlorenen Polschlingenschussfäden gebildet sind, vorgesehen sind.

Auf diese Weise können in der zweiten Zone, in der ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung vorliegen, in denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, dieser eine oder diese mehreren Bereiche in der Schussrichtung der verlorenen Polschlingen-Schussfäden den Webvorgang und den Schneidvorgang des oberen und des unteren Gewebes nicht länger stören.

Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren ist die Doppelstück-Webmaschine mit einem Webriet versehen, und die Fangmittel für das obere und/oder das untere Gewebe sind in regelmäßigen Abständen in den Räumen zwischen den Rietzähnen vorgesehen.

Bei einem stärker bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren sind die Fangmittel für das obere und das untere Gewebe in verschiedenen Räumen zwischen den Rietzähnen vorgesehen.

Dies hat den Vorteil, dass durch das Verteilen der Fangmittel für das obere und das untere Gewebe in verschiedenen Räumen zwischen den Rietzähnen, diese Räume weniger stark ausgefüllt sind und dadurch gleichmäßiger über die Breite der Doppelstück-Webmaschine verteilt sind.

Vorzugsweise werden bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren die verlorenen Polschlingen-Schussfäden mit Hilfe von Schusseintragemitteln eingetragen und die Fangmittel für das obere und das untere Gewebe werden zwischen wenigstens zwei Stellungen bewegt, wobei in einer ersten Stellung, in der die Polschlingen-Schussfäden für das obere Gewebe eingetragen werden, die Fangmittel für das obere und/oder das untere Gewebe unter dem Schusseintragemittel angeordnet werden, und wobei in einer zweiten Stellung, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden für das untere Grundgewebe eingetragen werden, die Fangmittel für das untere und/oder das obere Grundgewebe unter dem Schusseintragemittel angeordnet werden.

Dabei können die Fangmittel zwischen den wenigstens zwei Stellungen auf verschiedene Weise bewegt werden:

  • – erstens durch Aufhängen und Verteilen über einen oder mehrere Webrahmen;
  • – zweitens durch Koppeln an ein oder mehrere Messer einer sich auf und ab bewegenden Auswahlvorrichtung;
  • – drittens durch Koppeln an eine mechanische oder elektromechanische Vorrichtung, die die wenigstens zwei Stellungen ausführt.

Das Fangmittel kann auf verschiedene Weise ausgeführt sein.

Gemäß einem ersten bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren werden die Fangmittel fest an zwei Verbindungspunkten an der Doppelstück-Webmaschine angebracht, wobei ein erster Verbindungspunkt hinter dem Schneidblatt der Schneidvorrichtung liegt und wobei ein zweiter Verbindungspunkt vor der Schusseintragzone liegt. Bei der Angabe hinter und vor ist hier die Richtung gemeint, der das Gewebe während des Webvorgangs folgt. Unter „Hinter" ist weiter voran auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe folgen zu verstehen, während unter „vor" weiter vorn auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe folgen, zu verstehen ist.

Vorzugsweise ist der erste Punkt hinter der Zone angeordnet, in der die verlorenen Polschlingenfäden von dem oberen und dem unteren Gewebe entfernt werden.

Stärker vorzugsweise ist der erste Punkt an der Schneidschiene angeordnet, an der sich die Schneidmesser vor und zurück bewegt.

Einerseits kann der zweite Punkt ein fester Punkt der Doppelstück-Webmaschine sein.

Andererseits kann der zweite Punkt ein Element sein, welches die Bewegung der Fachbildung des Fangmittels sicherstellt.

Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren ist ein elastisches Element zwischen dem ersten und dem zweiten Punkt vorgesehen worden.

Auf diese Weise kann die Bewegung für die Fachbildung bei einer fast konstanten Spannung des Fangmittels ermöglicht werden.

Vorzugsweise wird das elastische Element an einem der Enden des Fangmittels vorgesehen.

Stärker bevorzugt wird das elastische Element am Ende der Fangmittel vorgesehen, welche vor der Schusseintragezone der Doppelstück-Webmaschine angeordnet sind.

Bei einem zweiten bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren werden die Fangmittel in einer kontinuierlichen Weise zugeführt und bewegen sich fast gleichmäßig mit den Kettfäden des oberen und des unteren Gewebes.

Vorzugsweise werden die Fangmittel von einer oder mehreren Spulen zugeführt.

Nachdem das obere und das untere Gewebe getrennt worden sind, werden die Fangmittel vorzugsweise zu einer oder zu beiden Seiten der Doppelstück-Webmaschine geführt.

Gemäß diesem Verfahren bestehen die Fangmittel vorzugsweise aus einem oder mehreren Fang-Kettfäden, welche jeder mittels eines Führungsauges geführt werden und welche von der Gewebezone mittels einer Antriebstrommel entfernt werden.

Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren weisen der eine oder die mehreren Bereiche in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, eine Länge von wenigstens 5 cm auf.

Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren bestehen die Fangmittel aus Fang-Kettfäden in der Form von Strängen, Fäden, Kettfäden, Metalldrähten und/oder Bändern.

Gemäß dieser Erfindung wird das Ziel durch Vorsehen einer Doppelstück-Webmaschine mit den in dem ersten Absatz dieser Beschreibung genannten Merkmalen erreicht, wobei die Doppelstück-Webmaschine zum Ausführen des oben beschriebenen Verfahrens vorgesehen ist.

Die Merkmale und Besonderheiten der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend durch zwei Ausführungsformen beispielhaft mit Bezug zu den beiliegenden Zeichnungen erläutert. Es wird darauf hingewiesen, dass spezielle Aspekte nur anhand eines bevorzugten Beispiels dessen, was in der oben erwähnten allgemeinen Beschreibung der Erfindung gemeint ist, beschrieben werden und in keiner Weise als eine Einschränkung des Rahmens der vorliegenden Erfindung gemäß den Ansprüchen zu verstehen sind.

Für die beiliegenden Zeichnungen gilt:

1 ist eine schematische Darstellung einer Doppelstück-Webmaschine zum Anwenden einer ersten Ausführungsform eines Verfahrens zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und/oder das untere Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind, und wenigstens eine zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung umfassen, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind;

2 ist eine schematische Darstellung einer Doppelstück-Webmaschine zum Anwenden einer zweiten Ausführungsform eines Verfahrens zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und/oder das untere Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind, und wenigstens eine zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung umfasst, in denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind;

3 ist eine Ansicht von vorn einer Vorrichtung, wie sie in 2 dargestellt ist, wobei die Fangmittel an einer Seite der Doppelstück-Webmaschine weggeführt sind.

Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Doppelstück-Webmaschine (100), wie in den 1 und 2 gezeigt, zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes (101, 102) verwendet, wobei das obere und/oder das untere Gewebe (101, 102) wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, wobei die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') herum gebildet sind, und wenigstens eine zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet sind. Das obere und das untere Gewebe (101, 102) werden mittels einer Schneidvorrichtung (7) getrennt, welche mit einem Schneidmesser (7a) versehen ist.

Die Doppelstück-Webmaschine (100) umfasst einen Schusseintragemechanismus, der drei Schusseintragevorrichtungen umfasst, d. h. eine obere (10) und eine untere Schusseintragevorrichtung (10') zum Eintragen der Schussfäden (15, 15') des oberen und des unteren Gewebes und eine zentrale Schusseintragevorrichtung (2) zum Eintragen der verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16'), d. h. der verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) für das obere Gewebe (101) und der verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16') für das untere Gewebe (102) zum Bilden der Polschlingen. Die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') werden hier über Abstandshalter (3, 3') eingetragen, welche die Höhe der Polschlingen definieren.

In der einen oder den mehreren zweiten Zonen des oberen und/oder des unteren Gewebes (101, 102), das einen oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung mit verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') umfasst, um welche keine Polschlingen gebildet sind, insbesondere bei Bereichen mit einer Länge in der Schussrichtung von 5 cm und mehr, haben diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') eine unangenehme Wirkung. Diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) des oberen Gewebes (101) neigen dazu, in einem oder mehreren Bereichen, in denen keine Polschlingen um diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) herum gebildet sind, durchzuhängen, wodurch die folgenden schädlichen Wirkungen auftreten können:

  • – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) können in Berührung mit dem unteren Gewebe (102) kommen und dort hängen bleiben;
  • – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden können in die Reichweite der Schneidvorrichtung gelangen und aufgrund dessen die Trennung des oberen und des unteren Gewebes (101, 102) behindern;
  • – werden die Polschlingen mit einem Schnittpol kombiniert, kann der Scheidvorgang des zu schneidenden Pols behindert werden;
  • – es kann zu einer übermäßigen Abnutzung der Messer kommen;
  • – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) können zwischen dem Messerschlitten und der Führung hängen bleiben;
  • – die Polschlingen-Schussfäden (16) können selbst durchgeschnitten werden und so kann es unmöglich werden, sie nach dem Trennen des oberen von dem unteren Gewebe (101, 102) vollständig zu entfernen.

Was das untere Gewebe (102) betrifft, so bedeutet dies, dass mit einer Kombination von Schlingenpol und Schnittpol, solchen verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16') mit einem oder mehreren Bereichen, um welche keine Polschlingen gebildet sind, den Schneidvorgang auf dieselbe Weise negativ beeinflusst.

Um dieses Problem zu lösen, sind Fangmittel vorgesehen, um die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') in der zweiten Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung, in der keine Polschlingen um diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') herum gebildet sind, zu halten. Vorzugsweise umfassen diese Fangmittel Fang-Kettfäden (1) in der Form von Strängen, Fäden, Kettfäden, Metalldrähten und/oder Bändern.

Fang-Kettfäden (1) können für das obere Gewebe (101), für das untere Gewebe (102) oder für beide Gewebe vorgesehen sein. In den 1 und 2 sind Fang-Kettfäden (1), (1') jeweils sowohl für das obere Gewebe (101) als auch für das untere Gewebe (102) vorgesehen. Die Fang-Kettfäden (1, 1') sind in den Räumen zwischen den Rietzähnen des Webriets (9) der Doppelstück-Webmaschine hinzugefügt. Vorzugsweise erfolgt dies in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle 5, 8, 10, 12, 20 oder 25 cm. Die Fang-Kettfäden (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) können in unterschiedlichen Räumen zwischen den Rietzähnen angeordnet sein, was zu einem regelmäßiger verteilten Ausfüllen der Räume zwischen den Rietzähnen führt. Aus diesem Grund ist jedes Mal nur ein Fang-Kettfaden (1, 1'), in den Räumen zwischen den Rietzähnen, in welchen die Fangkettfäden vorgesehen worden sind, hinzugefügt und nicht zwei, was der Fall ist, wenn die Fang-Kettfäden (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) in demselben Raum zwischen den Rietzähnen vorgesehen sind.

Während der Fachbildung sollten die Fang-Kettfäden (1, 1') eine Stellung zum Fangen der verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') einnehmen. Wenn der Polschlingen-Schussfaden (16) für das obere Gewebe (101) eingetragen werden muss, müssen sich die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe in einer Stellung unter der zentralen Schusseintragevorrichtung (2) in der Fachbildung befinden, und der verlorene Polschlingen-Schussfaden für das untere Gewebe (102) ist in derselben Stellung angeordnet, d. h. unter der zentralen Schusseintragevorrichtung (2).

Wenn der Polschlingen-Schussfaden (16') für das untere Gewebe (102) eingetragen werden muss, müssen sich die Fang-Kettfäden (1') für das untere Gewebe (102) in einer Stellung über der zentralen Schusseintragevorrichtung (2) befinden, und die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe (101) sind auch in dieser Stellung angeordnet, d. h. über der zentralen Schusseintragevorrichtung (2).

Die Bewegung der Fang-Kettfäden (1, 1') zwischen diesen wenigstens zwei Stellungen kann durch Aufhängen und Verteilen der Fang-Kettfäden (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) über einen oder mehrere Webrahmen (in den Figuren nicht dargestellt) realisiert werden. Soll pro zwei Schüssen an der Doppelstück-Webmaschine eine Wiederholung des Eintrags von Polschlingen-Schussfäden (16, 16') erfolgen, d. h. in einem ersten Schuss sind die Fang-Kettfäden (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) in einer ersten Stellung, und in einem zweiten Schuss sind die Fang-Kettfäden (1, 1') in einer zweiten Stellung, und dies wird während des Webvorgangs wiederholt, so können die Fang-Kettfäden (1) an die Messer einer sich auf und ab bewegenden Auswahlvorrichtung, beispielsweise des Jacquard-Mechanismus der Doppelstück-Webmaschine, gekoppelt werden. Ferner kann diese Bewegung zwischen den wenigstens zwei Stellungen auch durch Koppeln der Fang-Kettfäden (1, 1') an eine Hebevorrichtung (4, 4') realisiert werden, die die wenigstens zwei Stellungen der Polschlingen-Schussfäden (16, 16') und die Wiederholung pro zwei Schüssen an der Doppelstück-Webmaschine in einer mechanischen oder elektromechanischen Weise ausführen kann.

Die Fang-Kettfäden (1, 1') können auf verschiedene Weise ausgeführt sein.

Wie in 1 dargestellt ist, können die Fang-Kettfäden (1, 1') fest mit zwei Verbindungspunkten an der Doppelstück-Webmaschine (100) verbunden sein. Dabei ist ein erster Verbindungspunkt hinter dem Schneidmesser (7a) der Schneidvorrichtung (7) angeordnet, während ein zweiter Verbindungspunkt vor der Schusseintragezone angeordnet ist. Bei der Bezeichnung hinter und vor ist die Richtung berücksichtigt, der das obere und das untere Gewebe (101, 102) während des Webvorgangs folgt. Unter „Hinter" ist weiter voran auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe (101, 102) folgen zu verstehen, während unter „vor" weiter vorn auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe (101, 102) folgen, zu verstehen ist.

Vorzugsweise ist der erste Verbindungspunkt hinter der Zone angeordnet, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') von dem oberen und dem unteren Gewebe (101, 102) entfernt werden. In 1 sind die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe (101) an einem oberen ersten, festen Verbindungspunkt (1a) der Doppelstück-Webmaschine verbunden, und die Fang-Kettfäden (1') für das untere Gewebe (102) sind an einem unteren ersten, festen Verbindungspunkt (1a') der Doppelstück-Webmaschine verbunden. Der erste Verbindungspunkt kann beispielsweise an der Schneidschiene angeordnet sein, an der sich das Schneidmesser (7a) vor und zurück bewegt.

Am anderen Ende sind die Fang-Kettfäden (1, 1') fest mit dem zweiten Verbindungspunkt verbunden, welcher vorzugsweise ein fester Punkt an der Doppelstück-Webmaschine, vorzugsweise eine Querstrebe, ist. Der zweite Verbindungspunkt kann jedoch auch ein Element für die Bewegung der Fachbildung der Fang-Kettfäden (1, 1') sein. In 1 sind die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe (101) an einem oberen zweiten, festen Verbindungspunkt (11) der Doppelstück-Webmaschine verbunden, und die Fang-Kettfäden (1') für das untere Gewebe (102) sind an einem unteren zweiten, festen Verbindungspunkt (11') der Doppelstück-Webmaschine verbunden.

Um die Bewegung der Fachbildung bei fast konstanter Spannung der Fang-Kettfäden (1, 1') zu ermöglichen, sind vorzugsweise Federn (11, 11') zwischen dem ersten (11a, 11a') und dem zweiten Verbindungspunkt (1a, 1a') eingeführt. In 1 ist eine erste Feder (11) für die Fang-Kettfäden (1) des oberen Gewebes (101) dargestellt, während eine zweite Feder (11') für die Fang-Kettfäden (1') des unteren Gewebes (102) dargestellt ist. Vorzugsweise sind diese Federn (11, 11') an einem der Enden der Fang-Kettfäden (1, 1') vorgesehen, und noch stärker vorzugsweise am Ende der Fang-Kettfäden (1, 1'), welche vor der Schusseintragezone der Doppelstück-Webmaschine angeordnet sind.

Wie bei dieser ersten Ausführungsform unterliegen die Fang-Kettfäden (1, 1') aufgrund der kontinuierlichen Wirkung der daran gleitenden verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') einer Abnutzung, und dies kann den Nachteil aufweisen, dass die Fang-Kettfäden (1, 1'), die sich praktisch nicht in der Kettrichtung bewegen, bewirken, dass die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') akkumulieren und kann dazu führen, dass das obere und/oder das untere Gewebe zwischen den Fang-Kettfäden (1, 1') und dem oberen oder dem unteren Regler (8, 8') der Doppelstück-Webmaschine eingezwängt wird und sich dort verfängt. Eine übermäßige Spannung oder ein Reißen der Fang-Kettfäden (1, 1') kann mittels Fallklingen überwacht werden, welche der Doppelstück-Webmaschine ein Signal geben, falls ein Fang-Kettfaden (1, 1') bricht oder einer übermäßigen Spannung unterliegt, sodass die Doppelstück-Webmaschine gestoppt werden kann.

Um Störungen als Folge dieses Abnutzungsprozesses zu vermeiden, ist eine zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung in den 2 und 3 dargestellt, wobei die Fang-Kettfäden (1, 1') kontinuierlich zugeführt werden und sich fast gleichmäßig mit den Kettfäden des oberen und des unteren Gewebes (101, 102) bewegen. Bei dieser Ausführungsform können die Fang-Kettfäden (1, 1') von einer oder von mehreren Spulen (5, 5') zugeführt werden und beispielsweise von dem Polfaden-Webspulengatter kommen. In 2 werden die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe (101) von einer ersten Spule (5) zugeführt, während die Fang-Kettfäden (1') für das untere Gewebe (102) von einer zweiten Spule (5') zugeführt werden. Nachdem das obere und das untere Gewebe (101, 102) getrennt worden sind, werden die sich in der Kettrichtung erstreckenden und bewegenden Fang-Kettfäden (1, 1') zu einer oder zu beiden Seiten der Doppelstück-Webmaschine geführt, wie in 3 dargestellt ist. Zu diesem Zweck ist eine Umkehrrolle (13) vorgesehen, die ermöglicht, dass eine Richtungsänderung, beispielsweise eine Aufwärtsumlenkung, während der Entfernung des oberen und des unteren Gewebes (101, 102) von der Doppelstück-Webmaschine zu der Ablegevorrichtung für diese Gewebe (101, 102) oder der Aufrollvorrichtung für das obere und das untere Gewebe (101, 102) erfolgt. Dabei werden das obere Gewebe (101) und das untere Gewebe (102) unter Spannung mittels einer Zugrolle (6 bzw. 6') entfernt. Wie in 3 dargestellt ist, wird jeder Fang-Kettfaden (1, 1') beispielsweise mittels eines Führungsauges (14) geführt, welches an einem Verbindungspunkt (14a), beispielsweise einer Querstrebe der Doppelstück-Webmaschine, befestigt ist, und von der Gewebezone mittels einer Antriebstrommel (18) entfernt wird. Die Fang-Kettfäden (1, 1') werden in einem Behälter (19) gesammelt.


Anspruch[de]
Verfahren zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes an einer Doppelstück-Webmaschine, wobei das obere und/oder das untere Gewebe (101, 102) wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, wobei die Polschlingen um einen oder mehrere verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet werden, und wenigstens eine zweite Zone umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, dadurch gekennzeichnet, dass Fangmittel (1, 1') vorgesehen werden, um die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') in der zweiten Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung zu halten, in denen keine Polschlingen um diese Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelstück-Webmaschine mit einem Riet versehen ist, und dass die Fangmittel (1, 1') für das obere und/oder das untere Gewebe (101, 102) in regelmäßigen Abständen in den Räumen zwischen den Rietzähnen vorgesehen werden. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) in mehreren Räumen zwischen den Rietzähnen vorgesehen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis zu und einschließlich 3, dadurch gekennzeichnet, dass die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') mit Hilfe von Schusseintragemitteln (2) eingetragen werden und dass die Fangmittel (1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102) zwischen wenigstens zwei Stellungen bewegt werden, wobei in einer ersten Stellung, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) für das obere Gewebe (101) eingetragen werden, die Fangmittel (1, 1') für das obere und/oder das untere Gewebe (101, 102) unter den Schusseintragemitteln (2) angeordnet werden, und wobei in einer zweiten Stellung, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16') für das untere Gewebe (102) eingetragen werden, die Fangmittel (1, 1') für das untere und/oder das obere Gewebe (101, 102) über den Schusseintragemitteln (2) angeordnet werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') zwischen den wenigstens zwei Stellungen durch Aufhängen und Verteilen über einen oder mehrere Webrahmen bewegt werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') zwischen den wenigstens zwei Stellungen durch Koppeln an ein oder mehrere Messer einer sich auf und ab bewegenden Auswahlvorrichtung bewegt werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') zwischen den wenigstens zwei Stellungen durch Koppeln an eine mechanische oder elektromechanische Vorrichtung, die die wenigstens zwei Stellungen realisiert, bewegt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis zu und einschließlich 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') fest an zwei Verbindungspunkten an der Doppelstück-Webmaschine angebracht werden, wobei ein erster Verbindungspunkt (1a, 1a') hinter dem Schneideblatt der Schneidevorrichtung (7) angeordnet ist und wobei ein zweiter Verbindungspunkt (11a, 11a') vor der Schusseintragzone angeordnet ist. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verbindungspunkt (1a, 1a') hinter der Zone angeordnet ist, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') von dem oberen und dem unteren Gewebe (101, 102) entfernt werden. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verbindungspunkt (1a, 1a') an der Schneidebank angeordnet ist, an der sich die Schneideschiene (7a) vor und zurück bewegt. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis zu und einschließlich 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Verbindungspunkt (11a, 11a') ein fester Punkt der Doppelstück-Webmaschine ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis zu und einschließlich 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Verbindungspunkt (11a, 11a') ein Element ist, welches die Bewegung der Fachbildung des Fangmittels (1, 1') sicherstellt. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis zu und einschließlich 12, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verbindungspunkt (1a, 1a') und der zweite Verbindungspunkt (11a, 11a') mit einem elastischen Element (11, 11') versehen worden sind. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (11, 11') an einem der Enden des Fangmittels (1, 1') vorgesehen wird. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (11, 11') am Ende des Fangmittels (1, 1') vorgesehen wird, welches vor der Schusseintragzone der Doppelstück-Webmaschine angeordnet ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis zu und einschließlich 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') in einer kontinuierlichen Weise zugeführt werden und sich fast gleichmäßig mit den Kettfäden des oberen und/oder des unteren Gewebes (101, 102) bewegen. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') von einer oder mehreren Spulen (5, 5') zugeführt werden. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass, nachdem das obere und das untere Gewebe (101, 102) getrennt worden sind, die Fangmittel (1, 1') zu einer oder zu beiden Seiten der Doppelstück-Webmaschine geführt werden. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1, 1') aus einem oder mehreren Fang-Kettfäden bestehen, welche jeder mittels eines Führungsauges (14) geführt werden und welche von der Gewebezone mittels einer Antriebstrommel (18) entfernt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis zu und einschließlich 18, dadurch gekennzeichnet, dass der eine oder die mehreren Bereiche in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet werden, eine Länge von wenigstens 5 cm aufweisen. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangmittel (1) aus Fang-Kettfäden in der Form von Strängen, Fäden, Kettfäden, Metalldrähten und/oder Bändern bestehen. Doppelstück-Webmaschine zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und/oder das untere Gewebe (101, 102) wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, wobei die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet sind, und wenigstens eine zweite Zone umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelstück-Webmaschine (100) mit Fangmitteln (1, 1') versehen ist, um die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') in der zweiten Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um diese Polschlingen-Schussfäden (16, 16') gebildet sind, zu halten, zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis zu und einschließlich 21.






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