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Dokumentenidentifikation DE102006003520A1 02.08.2007
Titel Kontinuierliches Läutern von Gläsern mit einem hochfrequenzbeheizten Aggregat
Anmelder SCHOTT AG, 55122 Mainz, DE
Erfinder Leister, Michael, Dr., 55257 Budenheim, DE;
Schäfer, Ernst-Walter, 55576 Welgesheim, DE;
Weidmann, Günter, 55237 Flonheim, DE;
Groß, Andreas, 65462 Ginsheim-Gustavsburg, DE
Vertreter Blumbach Zinngrebe, 65187 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 24.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006003520
Offenlegungstag 02.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.2007
IPC-Hauptklasse C03B 5/225(2006.01)A, F, I, 20060124, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C03B 7/02(2006.01)A, L, I, 20060124, B, H, DE   C03B 5/02(2006.01)A, L, I, 20060124, B, H, DE   C03B 5/182(2006.01)A, L, I, 20060124, B, H, DE   C03B 5/185(2006.01)A, L, I, 20060124, B, H, DE   C03B 5/20(2006.01)A, L, I, 20060124, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum kontinuierlichen Läutern oder Homogenisieren anorganischer Stoffe, vorzugsweise niedrigviskoser Glasschmelzen, in einem Aggregat, vorzugsweise in einem Skullaggregat, welche dadurch gekennzeichnet sind, dass im Fluss der Glasschmelze strömungsbeeinflussende Einbauten angeordnet sind.

Beschreibung[de]
Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum kontinuierlichen Läutern oder Homogenisieren anorganischer Stoffe, vorzugsweise niedrigviskoser Glasschmelzen in einem Aggregat, vorzugsweise in einem Skullaggregat.

Hintergrund der Erfindung

Für die Güte eines Glases, insbesondere eines optischen Glases, ist die Abwesenheit von Gaseinschlüssen bzw. Gasbläschen und Verfärbungen entscheidend für die störungsfreie Transmission elektromagnetischer Strahlung. Ferner wird die Güte eines Glases wesentlich durch dessen Homogenität und die Abwesenheit von Schlieren beeinflusst. Toxische oder zumindest gesundheits- bzw. ökologisch bedenkliche Substanzen, wie beispielsweise Arsen oder Antimon sollten soweit als möglich vermindert oder sogar vermieden werden.

Der erste Prozeßschritt in der Glasherstellung stellt in der Regel das Einschmelzen von Ausgangssubstanzen, des sogenannten Gemenges, dar. Während das Gemenge bereits zähflüssig geworden ist, beginnt eine erste langsame Homogenisierung, d.h. die Auflösung und Verteilung aller Bestandteile sowie die Beseitigung von Schlieren, und es beginnt eine erste Läuterung, d.h. die Entfernung von Gasblasen aus der Glasschmelze, welche in weiteren speziellen Läuterschritten fortgeführt wird.

In den Dokumenten DE 199 39 780 A1, DE 199 39 779 A1 oder DE 199 39 785 A1 ist beispielsweise die kontinuierliche Läuterung hochviskoser Gläser in Aggregaten, in denen die Schmelze durch direkte Einkopplung von Hochfrequenzenergie beheizt wird, beschrieben. Das Aggregat, in dem die Glasschmelze beheizt wird und die Läuterung abläuft, besteht im allgemeinen aus mäanderförmig angeordneten Kühlkreisläufen. Diese sind für die zur Beheizung der Schmelze verwendete Hochfrequenzstrahlung nahezu unsichtbar. An den gekühlten Wänden des Aggregats erstarrt die Glasschmelze und bildet dadurch eine Grenzschicht aus arteigenem Material zwischen Glasschmelze und Aggregatwand. Diese Grenzschicht verhindert weitgehend den Angriff der Schmelze auf das Wandmaterial und eine Kontamination der Glasschmelze durch die Bestandteile der Wand. Zudem können verhältnismäßig hohe Temperaturen in der Schmelze eingestellt werden, da die Temperaturbeständigkeit des Aggregatwandmaterials aufgrund der durch die Kühlung ausgebildeten Grenzschicht keinen begrenzenden Faktor darstellt. Es sind somit sind ein hoher Durchsatz und/oder hohe Glasqualitäten mit einem minimalen Blasengehalt erreichbar.

Um dagegen niedrigviskose, beispielsweise optische, Gläser blasenfrei herzustellen, werden diese bei kontinuierlich betriebenen Schmelzverfahren üblicherweise in Läuterkammern oder Läuteraggregaten aus Platin oder Platinlegierungen geläutert. Platin ist zum einen teuer, zum anderen haben Aggregate aus Platin oder Platinlegierungen auch den Nachteil, daß diese aufgrund der Korrosivität der Glasschmelzen geringe Mengen Pt oder andere Legierungsbestandteile in die Schmelze abgeben, welche sowohl in ionischer Form (z.B. als Pt4+) als auch fein verteilt in elementarer Form im Glasendprodukt vorliegen können. Der Eintrag an ionischem oder elementarem Platin in die Glasschmelze führt je nach Konzentration und Teilchengröße im Glasendprodukt zu einer unerwünschten Färbung und/oder Trübung und letztlich einer verminderten Transmission im wesentlichen im kurzwelligen sichtbaren Bereich der elektromagnetischen Strahlung.

Bei erhöhten Läutertemperaturen, insbesondere größer als 1550°C, oder beim Läutern korrosiver Gläser ergibt sich durch einen verstärkten Glasangriff auf die Aggregatwand ein erhöhter Materialeintrag in die Glasschmelze und somit auch in das Glasendprodukt. Zudem ergibt sich auch eine Beschränkung hinsichtlich hoher Läutertemperaturen, da Aggregate aus Platin nur bis max. 1600°C, aus PtRh10, eine Legierung die zu 90 Gew.% aus Pt und 10 Gew.% aus Rh besteht, bis maximal 1700°C, unter starker Gelbfärbung, hervorgerufen durch ionisch gelöstes Rh, PtRh20, eine Legierung die zu 80 Gew.% aus Pt und 20 Gew.% aus Rh besteht, bis maximal 1800°C, unter sehr starker Gelbfärbung und auch ZrO2-stabilisiertes Platin nur bis 1650°C eingesetzt werden können.

Darüber hinaus ist bekannt, daß es zur Bildung von Blasen, insbesondere Sauerstoffblasen, an der Kontaktfläche des Platins mit der Schmelze kommen kann.

Die Verwendung höherer Läutertemperaturen ist jedoch vielversprechend, da durch eine Erhöhung der Temperatur die Viskosität der Glasschmelze herabgesetzt, gleichzeitig aber die Aufstiegsgeschwindigkeit der in der Glasschmelze vorhandenen Blasen erhöht und die Läuterzeit somit reduziert wird.

Jedoch bilden extrem niedrigviskose Schmelzen in solchen Läuteraggregaten oder bei hohen Läutertemperaturen keine zeitlich stabilen Konvektionswalzen aus, welche ein enges Verweilzeitspektrum garantieren und Kurzschlußströmungen verhindern. Vielmehr ist das Strömungsverhalten dieser Gläser turbulent. Es treten verschiedene Arten von Strömungsbildern bzw. -zuständen auf, die zeitlich instabil sind und schnell ineinander umschlagen. Dabei kommt es nicht nur zu einer starken Verbreiterung des Verweilzeitspektrums, d.h. der Aufenthaltsdauer der Glasschmelze in der Läutervorrichtung, sondern es können sogar sogenannte Kurzschlußpfade auftreten, welche extrem kurze Verweilzeiten der Fluidelemente der Glasschmelze in dem Läuteraggregat ermöglichen. Somit besteht die Gefahr, daß die Glasschmelze auf solchen Kurzschlußpfaden das Läuteraggregat passieren bzw. durchlaufen kann, ohne daß die Blasen aus der Glasschmelze ausgetrieben sind und letztendlich somit im Glasendprodukt landen.

Um solche Kurzschlußpfade zu verhindern und ein enges Verweilzeitspektrum der Schmelze zu erhalten, ist es insbesondere notwendig, die Ausbildung von Wirbeln in der Glasschmelze oder die Einflüsse einer turbulenten Glasschmelze zu reduzieren. Es hat sich dabei gezeigt, daß dazu ein möglichst kleines Aggregatvolumen und insbesondere eine möglichst geringe Schmelzhöhe geeignet sind. Um einen wirtschaftlichen Schmelzdurchsatz zu erreichen, kann das Läutervolumen jedoch nicht beliebig verkleinert werden.

Zudem wird dadurch auch die mittlere Verweilzeit und damit die mittels Läutermittel induzierte Blasenbildungszeit und -aufstiegszeit verkürzt. Zudem sinkt bei induktiver Heizung die Koppelfähigkeit des Gesamtsystems, die stark von der Querschnittsfläche des Schmelzvolumens abhängt.

Ein häufig verwendetes Verfahren ist zudem auch die Anwendung chemischer Läutermittel. Das Prinzip besteht darin, dem geschmolzenen Gemenge bzw. dem geschmolzenen Glas Bestandteile zuzusetzen, die bei höheren Temperaturen Gase, z.B. durch Abspaltung, abgeben bzw. freisetzen, z.B. durch Verdampfung. Häufig werden dabei Substanzen eingesetzt, die Sauerstoff abspalten. Die gebildeten Blasen nehmen die übrigen gelösten Gase sowie bereits gebildete Bläschen auf, vergrößern sich dadurch und steigen schneller auf.

Unter anderem ist dabei die Wahl der Läutermittel abhängig von der Temperatur der Glasschmelze während der Läuterung, da die Gasabgabe der unterschiedlichen Läutermittel bei unterschiedlichen Temperaturen stattfindet. Beispielsweise spaltet das Läutermittel Arsenpentoxid (As2O5) bereits bei einer Temperatur von oberhalb 1250°C Sauerstoff ab und wird zu Arsenik (As2O3), welches in der Glasschmelze und somit auch im Glasendprodukt verbleibt. Dagegen wird ein Läutermittel wie SnO2 je nach Glastyp erst bei Temperaturen von mehr als 1500°C zugänglich.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Läutern oder zum Homogenisieren von anorganischen Stoffen, vorzugsweise von Glasschmelzen bereitzustellen, welche die oben genannten Nachteile des Standes des Technik vermindern.

Insbesondere soll das Verfahren und die Vorrichtung für das Läutern niedrigviskoser, vorzugsweise optischer Gläser, geeignet sein.

Dies umfaßt dabei insbesondere das Ziel, den negativen Einfluß von Blasen durch einen verminderten Blasenanteil in der Glasschmelze oder im Glasendprodukt zu verringern.

Dies umfaßt dabei das Ziel, den Einsatz von Läutermitteln in der Glasschmelze möglichst ganz zu vermeiden oder zumindest die Menge an Läutermitteln zu minimieren und dabei den Einsatz toxischer oder gesundheits- bzw. ökologisch bedenklicher Substanzen, wie beispielsweise die Oxide von Arsen oder Antimon, zumindest zu minimieren.

Ein erhöhter Materialeintrag in die Glasschmelze und somit auch in das Glasendprodukt durch einen Angriff der Schmelze, insbesondere korrosiver Gläser, auf die Wand oder Glas- oder Schmelzkontaktflächen des Läuteraggregats soll zudem verringert werden.

Sofern ein Eintrag aus der Glaskontaktfläche des Aggregats in die Schmelze nicht vermieden werden kann, sollte das Material der Glaskontaktflächen derart gewählt sein, so daß der Materialeintrag in die Glasschmelze die zu erzielenden optischen Eigenschaften des Glasendprodukts, beispielsweise eines optischen Glaselementes in Ausbildung einer Linse, im wesentlichen nicht verändert. So ist beispielsweise eine Beeinträchtigung der Transmission im UV- oder IR-Bereich einer für den optisch sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums ausgebildeten Linse tolerabel.

Darüber hinaus sollen das Verfahren und die Vorrichtung zu dessen Ausführung in dem Läuteraggregat die sich ausbildenden Konvektionswalzen stabilisieren und die Ausbildung turbulenter Strömungen reduzieren, eine ausreichende Verweilzeit und ein enges Verweilzeitspektrum in den, aufgrund der hohen Läutertemperaturen, niedrigviskosen Schmelzen ermöglichen und zudem Kurzschlußströmungen verhindern.

In diesem Zusammenhang soll es möglich sein, das Strömungsverhalten derart zu beeinflussen bzw. zu steuern und/oder zu regeln, so daß ein optimales Läuterergebnis erzielt werden kann.

Ferner sollen das Verfahren und die Vorrichtung zur dessen Ausführung wirtschaftlich sinnvoll und kostengünstig zu nutzen sein.

Gelöst wird diese Aufgabe auf überraschend einfache Weise bereits durch die Vorrichtung zum kontinuierlichen Läutern und/oder zum Homogenisieren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 und das Verfahren gemäß dem Anspruch 39, welches durchführbar mittels der genannten Vorrichtung ist. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.

In einer ersten Ausführungsform umfaßt die Erfindung eine Vorrichtung zum Läutern und/oder zum kontinuierlichen Läutern und/oder zum Homogenisieren von anorganischen Schmelzen und/oder Glasschmelzen, welche vorzugsweise niedrigviskos sind, in einem Aggregat, vorzugsweise in einem Aggregat mit zumindest einem Zulauf und/oder zumindest einem Ablauf. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein strömungsbeeinflussender Einbau in dem Aggregat und/oder im Zulauf und/oder im Ablauf angeordnet ist. Der strömungsbeeinflussende Einbau ist dabei in der Schmelze oder im Fluß der Schmelze angeordnet. Der strömungsbeeinflussende Einbau ist so angeordnet, daß er im Betrieb der Vorrichtung von der Schmelze passiert wird.

Die genannten, insbesondere die niedrigviskosen, anorganischen Schmelzen oder Glasschmelzen, weisen dabei eine Viskosität &eegr; von kleiner als etwa 1 dPa·s, bevorzugt von kleiner als etwa 0,1 dPa·s, besonders bevorzugt von kleiner als etwa 0,01 dPa·s auf.

Die Viskosität der Glasschmelze ist abhängig von der Temperatur und der Zusammensetzung der Schmelze. Der Betrieb des erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt entsprechend der vorstehenden Viskositäten in einem Temperaturbereich in der Schmelze von etwa 800°C bis 1800°C, bevorzugt von 1000°C bis 1600°C. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt der Betrieb bei einer Temperatur von 1250°C bis 1500°C. Die entsprechenden Zusammensetzungen der niedrigviskosen Schmelze oder der Glassorten sind nachstehend aufgeführt.

Das Aggregat ist eine einen Raum zur Aufnahme einer Schmelze definierende Anordnung oder Einrichtung, insbesondere ein Gefäß oder eine Wanne. Das Aggregat ist einteilig oder modular, d.h. als ein aus mehreren Teilen oder Einzelteilen zusammengefügten Ganzes, ausgebildet. Die Schmelze fließt über den Zulauf in das Aggregat hinein und fließt über den Ablauf aus diesem wieder hinaus. Dieser Aufbau ermöglicht ein kontinuierliches Läutern oder Homogenisieren der Schmelze.

Die Anordnung eines strömungsbeeinflussenden Einbaus oder einer Gruppe oder einer Mehrzahl strömungsbeeinflussender Einbauten ermöglicht auch bei niedrigviskosen Gläsern eine Stabilisierung von sich ausbildenden Konvektionswalzen und eine wirksame Dämpfung von Turbulenzen. Die mittlere Verweilzeit der Schmelze in der Läuterkammer wird erhöht und gleichzeitig sogenannte Kurzschlussströmungen verhindert.

Das turbulente und mehrmodige Strömungsverhalten einer niedrigviskosen Schmelze oder das Auftreten verschiedener Arten von Strömungsbildern, die zeitlich instabil sind und ineinander umschlagen können, wird durch einen oder mehrere strömungsbeeinflussende Einbauten effektiv gedämpft.

Die Anordnung zumindest eines strömungsbeeinflussenden Einbaus wirkt insbesondere steuernd auf Strömungen in der Schmelze. Die Entstehung turbulenter Strömungen in der Schmelze wird vermindert und/oder die Strömungen zwangsgeführt. Die Schmelze legt einen längeren Weg in dem Aggregat zurück und weist somit eine größere minimale Verweilzeit in dem Aggregat auf. Entsprechend kann die Schmelze verbessert geläutert und/oder homogenisiert werden.

Zudem kann die Strömung derart beeinflusst werden, dass jeder Bereich der Schmelze zumindest einmal in den Bereich der Schmelzoberfläche, d.h. vom Boden des Aggregates weg, geführt wird, so die Länge des Aufstiegswegs für die in der Schmelze vorhandenen Blasen verkürzt ist, diese somit leichter aus der Schmelze austreten können und die Schmelze letztendlich besser geläutert ist.

Der erfindungsgemäße strömungsbeeinflussende Einbau kann in verschiedenen Ausführungsformen realisiert werden, die im einzelnen nachfolgend vorgestellt werden. Welche der Ausführungsformen ihre jeweilige Anwendung findet, richtet sich nach dem Strömungs- oder Fließverhalten der Schmelze. Das Strömungsverhalten ist jeweils so zu beruhigen, zu kontrollieren oder sogar zu gestalten, dass für die jeweilige Schmelze ein optimales Homogenisierungs- und/oder Läuterergebnis erzielt wird. Dies umfasst insbesondere eine im wesentlichen blasen- und schlierenfreie Schmelze und entsprechend ein im wesentlichen blasen- und schlierenfreies Endprodukt, insbesondere Glasendprodukt.

In Abhängigkeit der Eigenschaften der Schmelze, insbesondere hinsichtlich ihrer Viskosität und im allgemeinen hinsichtlich ihres Strömungsverhaltens, ist der strömungsbeeinflussende Einbau vollständig oder nur abschnittsweise in der Schmelze angeordnet. Mit anderen Worten, die gesamte Oberfläche oder nur ein Teil der Oberfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus befindet sich in direktem Kontakt mit der Schmelze.

Der strömungsbeeinflussende Einbau erstreckt sich dabei von unten, d.h. von dem Boden des Aggregates her, oder von oben, d.h. von der dem Boden gegenüberliegenden Seite, vorzugsweise von einer möglichen Abdeckung her oder von der Seite oder einer Seitenwand her in die Schmelze oder ragt in diese hinein.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der strömungsbeeinflussende Einbau direkt an zumindest einer Seitenwand, dem Boden und/oder der Abdeckung angeordnet. Darüber hinaus kann dieser aber auch beabstandet von zumindest einer Seitenwand, dem Boden und/oder der Abdeckung angeordnet und beispielsweise mittels einer Halterung an zumindest einer Seitenwand, dem Boden und/oder der Abdeckung fixiert sein.

Die Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus ist bevorzugt in etwa vertikal im Aggregat oder in etwa senkrecht zum Fluss der Schmelze im Aggregat angeordnet. Vorzugsweise ist oder wird der strömungsbeeinflussende Einbau gekühlt, wenn die Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus nicht geneigt ist.

In einer weiteren Ausführungsform weist die Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus eine Neigung auf und ist oder wird in einem Winkel von etwa 0° bis 90°, bevorzugt von 45° bis 90°, besonders bevorzugt von 70° bis 90° relativ zur Horizontalen angeordnet. Das Maß der Neigung ist dabei steuer- und/oder regelbar ausgestaltet. Dadurch kann die Strömung der Schmelze gesteuert und/oder geregelt werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich beispielsweise dann, wenn die Schmelze induktiv beheizt wird und zumindest ein strömungsbeeinflussender Einbau durch eine entsprechende Wahl des Materials an das Feld der induktiven Heizung ankoppeln kann. Eine Änderung des Winkels bedingt eine Änderung der Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus relativ zu den Feldlinien des Wechselfeldes der induktiven Heizung. Dadurch kann der strömungsbeeinflussenden Einbau in Abhängigkeit vom Winkel durch einen unterschiedliche Energieeintrag unterschiedlich beheizt werden und entsprechend die Strömung der Schmelze noch zusätzlich thermisch beeinflusst werden.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der strömungsbeeinflussende Einbau unkühlbar oder ungekühlt ausgebildet. In einer weiteren Ausführungsform ist der strömungsbeeinflussende Einbau kühlbar ausgebildet.

Zudem ist die Anordnung einer Kombination gekühlter und ungekühlter strömungsbeeinflussender Einbauten in der Schmelze möglich. Dabei ist oder wird zumindest ein gekühlter strömungsbeeinflussender Einbau und/oder zumindest ein ungekühlter ein strömungsbeeinflussender Einbau in der Schmelze angeordnet. Dabei kann auch der strömungsbeeinflussende Einbau nur abschnittsweise gekühlt oder ungekühlt ausgebildet sein. Darüber hinaus kann der strömungsbeeinflussende Einbau auch erwärmbar oder zumindest abschnittsweise erwärmbar ausgebildet sein.

Der strömungsbeeinflussende Einbau ändert durch diese Art der Ausführung nicht nur durch seine körperliche Abmessungen und seine Form die Strömung der Schmelze, sondern kann zudem durch seine, von der Temperatur der Schmelze abweichende, Temperatur der Schmelze eine veränderte, thermisch induzierte Bewegung auferlegen.

Die Grenzflächentemperatur des gekühlten oder kühlbaren strömungsbeeinflussenden Einbaus weist dabei einen Wert von kleiner als etwa 500°C, bevorzugt kleiner als etwa 350°C und besonders bevorzugt von kleiner als etwa 250°C auf. Die Kühlung erfolgt dabei mittels eines durch den Körper des ungekühlten strömungsbeeinflussenden Einbaus geleiteten Fluids.

Vorzugsweise friert aufgrund der Kühlung die Schmelze an der Oberfläche des gekühlten strömungsbeeinflussenden Einbaus ein. Dadurch bildet sich eine Grenzschicht aus arteigenem Material, welche einen Angriff der Schmelze auf das Einbaumaterial weitestgehend verhindert. Um eine maximale Kühlleistung bei minimaler Kontamination der Schmelze zu erreichen, werden für die gekühlten Einbauten Aluminium oder Aluminiumlegierungen bevorzugt.

In einer weiteren Ausführungsformen ist bzw. wird der strömungsbeeinflussende Einbau derart gekühlt, dass die Schmelze nicht an seiner Oberfläche einfriert. Durch die geringere Temperaturbelastung kann beispielsweise die mechanische Stabilität des strömungsbeeinflussenden Einbaus unterstützt werden.

Dagegen sind die Anforderungen an einen ungekühlten strömungsbeeinflussenden Einbau oder an dessen Oberfläche hinsichtlich thermischer und chemischer Stabilität gegenüber der Schmelze, insbesondere gegenüber einer aggressiven Schmelze, entsprechend höher.

Sind die strömungsbeeinflussenden Einbauten ungekühlt, zeichnet sich zumindest die Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus dadurch aus, dass diese zumindest ein Edelmetall oder eine Edelmetalllegierung umfasst. Mögliche Materialien umfassen dabei insbesondere Pt, Ir, Os, Au, Rh oder eine Kombination der genannten Materialien, dabei insbesondere zumindest zwei der genannten Materialien. Die Schmelzkontaktfläche ist dabei die Oberfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus, welche mit der Schmelze in direktem Kontakt steht. Die genannten Materialien sind beispielhaft zu verstehen und beschränken sich keinesfalls auf die genannte Auswahl.

In einer Ausführungsform umfasst dabei zumindest die Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus Iridium oder eine Iridiumlegierung. In einer weiteren Ausführungsform besteht der strömungsbeeinflussende Einbau aus Iridium oder einer Iridiumlegierung.

Der strömungsbeeinflussende Einbau hat eine Dicke von etwa 0,2 mm bis etwa 100 mm, bevorzugt von etwa 0,5 mm bis etwa 30 mm. In einer bevorzugten Ausführungsform hat er eine Dicke von etwa 0,7 mm bis etwa 5 mm.

Iridium beziehungsweise Iridium-Legierungen weisen eine wesentlich höhere chemische Beständigkeit gegenüber Glasschmelzen auf als das Edelmetall Platin beziehungsweise Platin-Legierungen. Weiterhin ist die thermische Belastbarkeit wesentlich höher als die von Platin beziehungsweise Platin-Legierungen. Iridiumbauteile können im Kontakt mit Glasschmelzen bis zu einer Temperatur von ca. 2200°C erhitzt werden. In vorteilhafter Weise ist selbst bei diesen hohen Temperaturen der Angriff der Glasschmelzen auf das Metall äußerst gering. Vorteilhaft wird dadurch eine längere Standzeit des Aggregates, des Zulaufs und/oder des Ablaufs bewirkt.

In besonders vorteilhafter Weise hat in Gläsern gelöstes Iridium in geringen Konzentrationen keinen wesentlichen färbenden Einfluss im sichtbaren Bereich. Es führt zu keinen wesentlichen Veränderungen der optischen Eigenschaften, zumindest im sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums, der Gläser herbei.

Beispielsweise zeigen von den Erfindern durchgeführte Versuche einen nachweisbaren Eintrag von Platin in Gläser, welche bei einer Temperatur von 1480°C über 1 Stunde in einem PtIr1-Tiegel inkubiert worden waren von 9 ppm, während in den Gläsern kein Iridium nachweisbar war. PtIr1 ist eine Legierung die zu 99 Gew.% aus Pt und 1 Gew.% aus Ir besteht. In einer Schmelze, welche bei unter den gleichen Bedingungen in einem Iridium-Tiegel inkubiert worden war, waren 4 ppm Iridium neben 0,3 ppm Platin nachweisbar. Das Iridium entspricht der in der WO 2004/007782 A1 angegebenen Spezifikation. Dieses Ergebnis belegt, dass bei der Verwendung von Iridium als Schmelzkontaktmaterial oder in der Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus ein wesentlich geringerer Materialabtrag aus der Tiegelwand stattfindet und somit weniger metallische Bestandteile sowie metallische Ionen in dem Endprodukt, beziehungsweise Glas nachweisbar sind.

Um eine ausreichende thermische und/oder chemische Stabilität zu gewährleisten, weist die Glaskontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus oder der strömungsbeeinflussende Einbau einen Anteil an Iridium von etwa 50% bis etwa 100%, bevorzugt von etwa 90% bis etwa 100% und besonders bevorzugt von größer als etwa 99% bis etwa 100% Gewichtsprozent auf.

Der strömungsbeeinflussende Einbau kann zudem einen schichtweisen Aufbau aufweisen, so dass nur seine Oberfläche oder eine erste Schicht des strömungsbeeinflussenden Einbaus, welche in Kontakt mit der Schmelze steht, als Material Iridium und/oder eine Iridiumlegierung mit den vorstehend genannten Eigenschaften, jedoch der Kern des strömungsbeeinflussenden Einbaus, der nicht in Kontakt mit der Schmelze steht, ein anderes thermisch beständiges Material, beispielsweise ein anderes Metall, Kieselglas oder eine Feuerfestkeramik, aufweist. Die Anforderungen hinsichtlich der chemischen Stabilität des Kerns sind entsprechend gering, da kein direkter Kontakt mit der Schmelze zustande kommt.

In Abhängigkeit der gewählten Materialien weist der strömungsbeeinflussende Einbau eine thermische Stabilität von größer als etwa 1700°C, bevorzugt von größer als etwa 1900°C und besonders bevorzugt von größer als etwa 2100°C auf.

Hinsichtlich der Form oder der Geometrie und/oder der Abmessung eines strömungsbeeinflussenden Einbaus existieren keine Beschränkung. Jede Geometrie, die geeignet ist, die Strömung der Schmelze an die gewünschten Anforderungen eines optimalen Läuterergebnisses anzupassen, ist verwendbar. Als vorteilhaft hat sich jedoch erweisen, wenn die Form des strömungsbeeinflussenden Einbaus an die Form und/oder an den Querschnitt des Aggregates angepasst ist bzw. sind. Er weist dabei einen Querschnitt auf, der zumindest etwa 10% bis etwa 100%, bevorzugt von etwa 20% bis etwa 70% und besonders bevorzugt von etwa 40% bis etwa 60% des Querschnitts des Aggregates aufweist. In einer weiteren Ausführungsform weist der strömungsbeeinflussende Einbau einen Querschnitt auf, der zumindest etwa 10% bis etwa 100%, bevorzugt von etwa 50% bis etwa 100% und besonders bevorzugt von etwa 80% bis etwa 100% des Querschnitts der Schmelze aufweist.

In einer Ausführungsform weist der strömungsbeeinflussende Einbau zumindest eine Ausnehmung auf. Unter einer Ausnehmung ist eine Vertiefung oder ein Materialaustrag in der Oberfläche oder in dem oberflächennahen Volumen des strömungsbeeinflussendes Einbaus zu verstehen, welche unterschiedliche Formen und Abmessungen aufweisen kann.

Es hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, wenn der strömungsbeeinflussende Einbau, insbesondere wenn er den kompletten Querschnitt des Aggregates oder der Schmelze abdeckt, nicht nur eine Ausnehmung sondern entsprechend sogar zumindest eine Öffnung aufweist.

Die Querschnittsfläche der Öffnung ist dabei bevorzugt parallel oder zumindest im wesentlichen parallel zur Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussende Einbaus ausgerichtet. In einer weiteren Ausführungsform weist die Querschnittsfläche der Öffnung eine Neigung zur Querschnittsfläche des strömungsbeeinflussendes Einbaus einen Winkel von etwa 0° bis 90°, bevorzugt von etwa 0° bis 65° und besonders bevorzugt von etwa 0° bis 45° auf.

Der zumindest eine Öffnung aufweisende strömungsbeeinflussende Einbau verfügt entsprechend über eine reduzierte Querschnittsfläche mit einem Wert von zumindest etwa 10% bis etwa 90%, bevorzugt von etwa 20% bis etwa 70% und besonders bevorzugt von etwa 30% bis etwa 50% der Querschnittsfläche des Aggregates oder zumindest etwa 10% bis etwa 90%, bevorzugt von etwa 20% bis etwa 70% und besonders bevorzugt von etwa 30% bis etwa 50% der Querschnittsfläche der Schmelze.

Hinsichtlich der Form oder der Geometrie und der Abmessung einer Öffnung existieren keine Beschränkung. Jede Form, die geeignet ist, die Strömung der Schmelze an die gewünschten Anforderungen eines optimalen Läuterergebnisses anzupassen, ist geeignet.

Die Öffnungen können beispielsweise polygonförmig, rund, elliptisch oder rechteckig sein. Als vorteilhaft hat sich jedoch erweisen, wenn die Öffnung als ein Schlitz oder schlitzförmig ausgebildet ist.

Unter einem Schlitz im Sinne der Anmeldung ist eine schmale Öffnung zu verstehen. Der Schlitz weist dabei ein Größenverhältnis Breite zu Länge von etwa 0,01 bis 1, bevorzugt von etwa 0,05 bis 0,5 und besonders bevorzugt von etwa 0,1 bis 0,3 auf.

Bei Bedarf kann der Schlitz bis zur Kante des strömungsbeeinflussenden Einbaus ausgebildet sein, wodurch dem strömungsbeeinflussenden Einbau in etwa die Form eines Kamms vermittelt wird.

Weiterhin ist der strömungsbeeinflussende Einbau elektrisch isoliert in dem Aggregat angeordnet.

Die Anordnung oder das Positionieren des strömungsbeeinflussenden Einbaus erfolgt mittels Aufhängen von oben, oder Verklemmen mit den Seitenwänden oder dem Boden des Aggregates.

In einer Ausführungsform ist der strömungsbeeinflussende Einbau fest oder ortsfest in der Schmelze angeordnet, während in einer weiteren Ausführungsform der strömungsbeeinflussende Einbau beweglich, insbesondere beweglich in eine, zwei oder alle drei Richtungen des Raumes, in dem Aggregat oder in der Schmelze angeordnet ist.

Durch die bewegliche Anordnung eines oder mehrerer strömungsbeeinflussender Einbauten ist es möglich, das Aggregat zum Läutern und/oder Homogenisieren flexibel an Schmelzen unterschiedlichster Eigenschaften anzupassen, ohne einen zeitaufwendigen Umbau der Vorrichtung in Kauf nehmen zu müssen. Eine Kombination aus zumindest einem ortsfesten und zumindest einem beweglichen strömungsbeeinflussenden Einbau ist zudem möglich.

Das Aggregat selbst kann in seiner Ausführung einen beliebigen Querschnitt, vorzugsweise jedoch einen runden, ovalen oder eckigen, insbesondere polygonen Querschnitt aufweisen. Die Abmessungen, d.h. Länge, Höhe und Breite richten sich nach der Viskosität und dem zu erzielenden Schmelzdurchsatz. Bei einer Schmelzmenge von 0,5 t/d bis 1,5 t/d an Glas mit Volumina von etwa 10 1 bis 40 1 ist das Aggregat gekennzeichnet mit einer Länge von etwa 200 bis etwa 500 mm, einer Breite von etwa 200 bis etwa 500 mm und einer Standhöhe der Schmelze in dem Aggregat von etwa 150 bis etwa 500 mm.

In einer Ausführungsform ist die Schmelzkontaktfläche des Aggregates dadurch kennzeichnet, dass sie mindestens abschnittsweise zumindest ein Edelmetall oder eine Edelmetalllegierung umfasst. Mögliche Materialien umfassen dabei insbesondere Pt, Ir, Os oder eine Kombination der genannten Materialien, insbesondere zumindest zwei der genannten Materialien.

Als vorteilhaft hat sich erwiesen, analog zur Begründung beim strömungsbeeinflussenden Einbau, wenn zumindest die Schmelzkontaktfläche des Aggregates Iridium oder eine Iridiumlegierung umfasst. In einer weiteren Ausführungsform besteht der strömungsbeeinflussende Einbau aus Iridium oder einer Iridiumlegierung. Die Schmelzkontaktfläche des Aggregats oder das Aggregat weist dabei vorteilhaft einen Anteil an Iridium von etwa 10% bis etwa 100%, bevorzugt von etwa 30% bis etwa 100% und besonders bevorzugt von etwa 50% bis etwa 100% Gewichtsprozent auf. Entsprechend möglicher Materialverunreinigungen wird unter einem etwa 100 Gew.% oder reinem Iridium auch ein Material verstanden, welches eine Anteil an Iridium von größer als etwa 99 Gew.% aufweist.

In einer weiteren Ausführungsform kann das Aggregat oder der Boden und/oder die Seitenwände mindestens abschnittsweise gekühlt oder kühlbar, beispielsweise mittels eines Fluids, welches durch einen Hohlraum in dem Boden und/oder der Seitenwand fließt, ausgebildet sein.

In einer Ausführungsformen ist bzw. wird das Aggregat oder der Boden und/oder die Seitenwände gekühlt, daß die Schmelze nicht an seiner Oberfläche einfriert. Dadurch kann beispielsweise die mechanische Stabilität des Aggregats oder des Bodens und/oder der Seitenwände unterstützt werden.

Entsprechend einer weiteren Ausführungsform umfasst das Aggregat oder entspricht sogar das Aggregat einem Skullsystem. Durch die Kühlung an den Seitenwänden und/oder dem Boden friert die Schmelze an der Oberfläche der gekühlten Bauteile des Aggregates ein und es bildet sich eine Grenzschicht aus arteigenem Material, welche einen Angriff der Schmelze auf das Material weitestgehend verhindert.

Die Beheizung der Schmelze in dem Aggregat kann mittels Strahlungsheizung, beispielsweise einem Brenner oder einem elektrisch beheizten Wärmestrahler, konduktiver Heizung und/oder induktiver Heizung erfolgen. Als besonders vorteilhaft hat sich jedoch erfindungsgemäß die induktive Beheizung erwiesen. Induktorgeometrie und Schwingkreisfrequenz sind dabei an die entsprechende Geometrie des Aggregats oder des Skullsystems angepasst. Typische Frequenzen liegen in einer Größenordnung von etwa 100 kHz bis etwa 2 MHz.

Ein Vorteil des direkt induktiv beheizten Skullsystems mit gekühlten Wänden ist die Freiheit bezüglich der Läutertemperaturen. Beispielsweise weist die Glasschmelze eines Lanthan-Borat-Glases bereits bei einer Läutertemperatur von etwa 1400°C eine Viskosität &eegr; von etwa 0,2 dPa·s und eine hohe Aufstiegsgeschwindigkeiten der Blasen mit einem Durchmesser von etwa 0,3 mm in der Schmelze von etwa 3,8 mm/s auf. Diese lässt sich jedoch noch auf einen Wert von etwa 17,7 mm/s steigern, wenn die Temperatur in der Schmelze auf etwa 1600°C erhöht und die Viskosität gleichzeitig auf etwa 0,01 dPa·s gesenkt wird. Dadurch wird zum einen ein verbessertes Läuterergebnis bei erhöhter Läutertemperatur und bei gleicher Läutermittelmenge oder ein gleich gutes Läuterergebnis bei erhöhter Läutertemperatur aber reduzierter Läutermittelmenge erzielt.

Zudem ist der Einsatz von Läutermitteln, wie beispielsweise SnO2, die erst ab einer Temperatur von oberhalb 1500°C ihre Wirksamkeit entfalten, sinnvoll. Gleichzeitig eröffnet das aber auch die Möglichkeit auf toxische oder zumindest gesundheits- bzw. ökologisch bedenkliche, wie beispielsweise Arsen- oder Antimon-haltige, Läutermittel, die ihre Wirksamkeit bereits in einem Temperaturbereich von oberhalb 1250°C entfalten, vollständig zu verzichten oder zumindest auf ein Minimum zu beschränken.

Vorzugsweise werden für ein Skullsystem, welches insbesondere induktiv beheizt wird, Metalle und/oder Metalllegierungen verwendet, welche durch eine hohe elektrische Leitfähigkeit, eine geringe Magnetisierbarkeit, eine gute Verarbeitbarkeit und ein gutartiges Verhalten gegenüber der Schmelze, insbesondere einer Glasschmelze, d.h. beispielsweise keine Verfärbung der Schmelze verursachen, gekennzeichnet sind.

Ist das Aggregat oder das Skullsystem modular ausgebildet, so umfasst in einer erfindungsgemäßen Ausführungsform zumindest eine Seitenwand des Aggregats als Material, insbesondere als Material der Schmelzkontaktfläche, zumindest ein Metall und/oder eine Metalllegierung oder besteht sogar aus einem Metall und/oder einer Metalllegierung. Mögliche Materialien umfassen dabei beispielsweise Edelstahl, Aluminium oder eine Aluminiumlegierung. Die genannten Materialien sind beispielhaft zu verstehen und beschränken sich keinesfalls auf die genannte Auswahl.

Entsprechend ist die Seitenwand zumindest abschnittsweise gekühlt oder kühlbar, beispielsweise mittels eines durch einen in der Wand angeordneten Hohlraum fließenden Fluids, ausgebildet. Die Temperatur der gekühlten Seitenwand weist dabei einen Wert von kleiner als etwa 500°C, bevorzugt von kleiner als 250°C und besonders bevorzugt von kleiner als etwa 120°C auf.

Werden Metalle verwendet, wie beispielsweise Kupfer, Kupferlegierungen, Edelstahl oder auch manche Edelmetalle, die durch eine stark korrosive Schmelze abgetragen und als Eintrag in die Schmelze eine Färbung der solchen verursachen könnten, so ist die Seitenwand, insbesondere die Glaskontaktfläche der Seitenwand, mit zumindest einer Schicht versehen oder überzogen. Diese Schicht ist bzw. wirkt als eine Schutzschicht. Mögliche Materialien umfassen einen Kunststoff, insbesondere einen Kunststoff aus fluorierten Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise PTFE. Auch bei Materialien, die keinen färbenden Eintrag in die Schmelze aufweisen, kann der Überzug mit einer Schicht sinnvoll sein.

Ist das Aggregat als ein Skullaggregat ausgebildet, so umfasst in einer möglichen Ausführungsform der Boden des Aggregats als Material zumindest abschnittsweise eine Keramik, insbesondere eine Feuerfestkeramik ein Metall und/oder eine Metalllegierung. Der Boden kann zudem in einzelne Abschnitte oder Segmente unterteilt sein und abschnitts- oder segmentweise verschiedene Materialien aufweisen. Zudem ist der Boden in einer Ausführungsform zumindest abschnittsweise gekühlt oder kühlbar, beispielsweise mittels eines durch einen in dem Boden angeordneten Hohlraum fließenden Fluids, ausgebildet.

Die Temperatur eines nichtgekühlten Bodens weist dabei einen Wert von größer als etwa 120°C, bevorzugt von größer als 250°C und besonders bevorzugt von größer als etwa 500°C auf. Entsprechend sind die Anforderungen an die thermische Beständigkeit des Bodenmaterials höher als bei einem gekühlten Boden, da die Temperatur eines gekühlten Bodens dagegen dabei einen Wert von kleiner als etwa 500°C, bevorzugt von kleiner als 250°C und besonders bevorzugt von kleiner als etwa 120°C liegt.

In einer weiteren Ausführungsform weist das Aggregat eine Abdeckung auf, welche zumindest abschnittsweise gekühlt, beispielsweise mittels eines Fluids, insbesondere Luft, oder ungekühlt ist. Mögliche Materialien der Abdeckung umfassen zumindest eine Keramik und dabei insbesondere eine Feuerfestkeramik.

Dabei kann in einem zwischen Schmelzoberfläche, den Seitenwänden dem Aggregat und der Abdeckung gebildeten Raum eine definierte Atmosphäre angelegt sein kann. Um den Läutervorgang der Schmelze zu unterstützen, kann beispielsweise ein Unterdruck in dem gebildeten Raum angelegt sein. Um beispielsweise die Oxidation von Iridium- oder Iridiumlegierung-basierten Bauteilen zu weitgehend zu vermeiden, kann auch in dem Raum eine Atmosphäre aus einen Schutzgas, insbesondere Stickstoff, Argon, Helium oder Formiergas (95/5 oder 90/10) eingeleitet sein. Darüber hinaus kann auch die Sauerstoffabgabe durch die in der Schmelze vorhandenen Läutermittel mittels einer Verringerung des Sauerstoffpartialdrucks in der Atmosphäre des Raumes gefördert werden. Zudem kann die definierte Atmosphäre an sich oder zusätzlich reduzierend sein, um beispielsweise in der Schmelze vorhandenes Eisen der Wertigkeitsstufe +3 nach +2 zu reduzieren. Eisen der Wertigkeitsstufe +2 hat dabei keinen wesentlichen Einfluss auf die Transmissionseigenschaften im sichtbaren optischen Bereich.

Um einen kontinuierlichen Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Läutern oder zum Homogenisieren zu ermöglichen, wird dem Aggregat, dem Skullsystem oder dem Skullaggregat über dem Zulauf kontinuierlich Schmelze zugeführt und über dem Ablauf kontinuierlich abgeführt. Zulauf und/oder Ablauf sind zumindest abschnittsweise beheizt oder dabei insbesondere auch jeweils als ein Skullsystem ausgebildet, welches vorzugsweise induktiv beheizt ist. Zulauf und Ablauf sind entsprechend auch abschnittsweise gekühlt oder kühlbar, beispielsweise mittels eines durch einen in der Wand des Zulaufs oder Ablaufs angeordneten Hohlraum fließenden Fluids, ausgebildet.

Der Zulauf oder das Zuführungssystem weist als Material zumindest ein Metall, insbesondere ein Edelmetall, oder eine Metallegierung, insbesondere eine Edelmetallegierung auf. Beispiele umfassen die bereits für den strömungsbeeinflussenden Einbau genannten metallischen Materialien.

Der Ablauf oder das Abführungssystem der Schmelze umfaßt neben den für den Zulauf genannten Materialien insbesondere noch Edelmetall, Edelmetallegierung, Keramik und/oder Glas.

Während der Zulauf zumindest abschnittsweise unterhalb und/oder oberhalb der Schmelzoberfläche in dem Aggregat angeordnet ist, ist dagegen der Ablauf zumindest abschnittsweise unterhalb der Schmelzoberfläche in dem Aggregat angeordnet.

Entsprechend einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können das Aggregat, der Zulauf und/oder der Ablauf nicht nur modular, d.h. einzeln, sondern auch einteilig ausgebildet sein.

Weiterhin umfasst die Erfindung noch ein Verfahren zum kontinuierlichen Läutern und/oder Homogenisieren von anorganischen Stoffschmelzen, vorzugsweise niedrigviskosen, Glasschmelzen in einem Aggregat, vorzugsweise in einem Aggregat mit zumindest einem Zulauf und zumindest einem Ablauf. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Strömung der Schmelze mittels zumindest eines in dem Aggregat, in dem Zulauf und/oder in dem Ablauf angeordneten Einbaus beeinflusst wird.

Die Beeinflussung der Strömung umfasst dabei insbesondere, dass das Strömungsverhalten oder Strömungsprofil geregelt und/oder gesteuert wird und zwar derart, dass ein optimales oder zumindest verbessertes Ergebnis der Schmelzeigenschaften hinsichtlich Läuterung und Homogenisierung erreicht wird.

Der strömungsbeeinflussende Einbau wird je nach Anforderung vollständig oder abschnittsweise in die Glasschmelze eingeführt. Er kann dabei von unten, d.h. aus der Richtung des Bodens des Aggregates und/oder von oben, d.h. von der Abdeckung des Aggregates oder zumindest von einer Seite aus, die dem Boden gegenüberliegt, in die Glasschmelze eingeführt werden.

Entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform wird der strömungsbeeinflussende Einbau gekühlt und/oder nicht gekühlt. Dabei kann der strömungsbeeinflussende Einbau auch nur abschnittsweise gekühlt werden.

In einer weiteren Ausführungsform wird der strömungsbeeinflussende Einbau mit zumindest einer Ausnehmung und/oder einer Öffnung, die insbesondere als ein Schlitz ausgebildet ist, bereitgestellt.

Zudem kann in einem zwischen Glasoberfläche, den Seitenwänden des Aggregates und der Abdeckung gebildeten Raum eine definierte Atmosphäre mittels Erzeugens eines Unterdrucks, des Einbringens eines Schutzgases oder des Verringerns des Sauerstoffpartialdrucks erzeugt werden.

In einer Ausführungsform wird der strömungsbeeinflussende Einbau fest oder ortsfest in der Glasschmelze angeordnet, während in einer weiterführenden Ausführungsform der strömungsbeeinflussende Einbau beweglich, insbesondere beweglich in eine, zwei oder alle drei Richtungen des Raumes, in der Schmelze angeordnet wird. Dabei kann auch eine Kombination aus ortsfesten und beweglichen strömungsbeeinflussende Einbauten in der Schmelze angeordnet werden.

Die Vorrichtung und das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung sind insbesondere geeignet zum Läutern und/oder Homogenisieren von Gläsern für optische Anwendungen, insbesondere optischen Gläsern, wie z.B. Borat- und Lanthanboratgläsern, Phosphatgläsern, Schwermetall-Phosphatgläsern, Fluorid-Phosphatgläsern, Fluoridgläsern, Aluminatgläsern, aber auch Borosilkatgläsern, Zinksilikatgläsern, Aluminosilikatgläsern, Alumoborosilikatgläser, und/oder Gläsern mit niedrigem Gehalt an polyvalenten Ionen, insbesondere mit einem Ionenanteil unter 0,01 Gew.-%. Anwendungen finden die genannten Gläser beispielsweise in einem in optischen Abbildungs- und Belichtungssystemen, optischen Systemen zur Datenübertragung, optischen Systemen zur Datenspeicherung, optischen Filtersystemen, Systemen zur Lichtübertragung und/oder Displayanwendungen, in optischen Glaselementen. Die hier genannten Gläser und Anwendungen sind beispielhaft zu verstehen und beschränken sich keinesfalls auf die genannte Auswahl.

Weiterhin umfasst die Erfindung ein Glas, vorzugsweise ein optisches Glas, welches mit dem erfindungsgemäßen Verfahren oder mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung herstellbar oder insbesondere hergestellt ist. Dieses Glas kann unter anderem zur Herstellung optischer Glaselemente, beispielsweise polygonförmiger Prismen, Linsen, Stablinsen und Glaselemente mit konvexen, konkaven, sphärischen oder asphärischen, beispielsweise elliptischen, zylindrischen oder parabolischen Oberflächen verwendet werden.

Weiterhin umfasst die Erfindung ein Glas, vorzugsweise ein optisches Glas, welches mit dem erfindungsgemäßen Verfahren oder mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung herstellbar oder insbesondere hergestellt ist. Das genannte Glas zeichnet sich dadurch aus, dass der negative Einfluß von Blasen vermindert ist und insbesondere zumindest die im Glas enthaltenen Blasen einen Blasendurchmesser von kleiner als etwa 25 &mgr;m, bevorzugt von kleiner als 10 &mgr;m und besonders bevorzugt von kleiner als 5 &mgr;m aufweisen. Blasen der genannten Abmessungen haben einen im wesentlichen vernachlässigbaren Einfluss auf die optischen Eigenschaften eines mit dem erfindungsgemäßen Vorrichtung hergestellten optischen Glaselementes.

Der Blaseneinschluss wird mittels einer visuellen Untersuchung festgestellt. Dabei wird das Glas mit einer Unterseite auf einem schwarzen Untergrund plaziert und von der Seite beleuchtet. Von Oberseite des Glases in Richtung des schwarzen Untergrundes wird das Glas betrachtet. Die Blasen werden als helle Punkte sichtbar. Die Größe der Blasen wird mittels einer Skala unter einem Mikroskop bestimmt.

Der Blasendurchmesser im Sinne der vorliegenden Erfindung kann beispielsweise als Durchmesser einer als kugelförmig angenommenen Blase bestimmt werden. Auch kann die längste Erstreckung der Blase zur Bestimmung des Blasendurchmessers herangezogen werden.

Neben der verbesserten Blasenqualität zeichnen sich die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren oder mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung hergestellten Gläser durch keinen oder zumindest durch einen verminderten Eintrag an toxischen oder gesundheits- oder ökologischbedenklicher Substanzen oder an unerwünschten färbenden Substanzen wie elementares oder ionisches Platin.

Beispielsweise kann Blei mit einem Anteil von weniger als 0,1 Gew.-%, bevorzugt von weniger als 0,01 Gew.-%, besonders bevorzugt von weniger als 0,005 Gew.-% als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden.

Im wesentlichen haben die genannten Substanzen ihren Ursprung in der Verwendung entsprechender Läutermittel, unter Umständen auch in einem Eintrag durch das Material der Wand, welche in Kontakt mit der Schmelze steht. Demnach weisen die Gläser einen Eintrag oder Anteil an Arsen von weniger als 0,3%, bevorzugt von weniger als 0,03%, besonders bevorzugt von weniger als 0,005%, einen Eintrag oder Anteil an Blei von weniger als 0,1%, bevorzugt von weniger als 0,01%, besonders bevorzugt von weniger als 0,005% und/oder einen Eintrag oder Anteil an Antimon von weniger als 0,5%, bevorzugt von weniger als 0,1%, besonders bevorzugt von weniger als 0,025% Gewichtsprozent auf.

Darüber zeichnet sich das Glas durch einen Anteil an Platin von weniger als etwa 50 ppm, bevorzugt von weniger als etwa 20 ppm, besonders bevorzugt von weniger als etwa 10 ppm und/oder einen Anteil an Iridium von etwa 1 ppm bis etwa 500 ppm, bevorzugt von etwa 1 ppm bis etwa 100 ppm, besonders bevorzugt von etwa 2 ppm bis etwa 20 ppm aus.

Ferner ist das Glas dadurch gekennzeichnet, daß es gegenüber einem im wesentlichen gleichen Glas, welches in einer im wesentlichen aus Platin bestehenden Vorrichtung geläutert ist, bei einem Reintransmissionsgrad &tgr;i in einem Bereich von etwa 50% eine Verschiebung von etwa 5 nm bis etwa 50 nm, bevorzugt von etwa 5 nm bis etwa 20 nm, besonders bevorzugt etwa 8 nm bis etwa 15 nm zu kleinen Wellenlängen hin aufweist. Dies resultiert in einer verbesserten Transmission im unteren sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Unter einem im wesentlichen gleichen Glas ist ein Glas zu verstehen, welches im wesentlichen durch die gleichen Ausgangsstoffe hergestellt ist. Unter einer im wesentlichen aus Platin bestehenden Vorrichtung bezeichnet eine Vorrichtung, welche einen Anteil an Platin von mehr als etwa 90 Gew.% aufweist. Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im einzelnen beschrieben, wobei die Merkmale der unterschiedlichen Ausführungsbeispiele miteinander kombinierbar sind. Hierzu wird auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen. Dazu beziehen sich in den einzelnen Zeichnungen die gleichen Bezugszeichen auf die gleichen Teile.

Die Erfindung soll im Folgenden anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele erläutert werden.

1a zeigt beispielhaft eine schematische Seitenansicht einer direkt induktiv beheizten Läuterkammer mit offenem Zulauf oder Einlauf und geschlossenem Ablauf oder Auslauf.

1b zeigt beispielhaft eine schematische Aufsicht der direkt induktiv beheizten Läuterkammer aus 1a.

2a zeigt beispielhaft eine schematische Seitenansicht einer direkt induktiv beheizten Läuterkammer mit geschlossenem Zu- und Ablauf.

2b zeigt beispielhaft eine schematische Aufsicht der direkt induktiv beheizten Läuterkammer aus 2a.

3a zeigt beispielhaft eine schematische Seitenansicht einer direkt induktiv beheizten Läuterkammer mit geschlossenem Zu- und Ablauf, welche in unteren Bereich der Läuterkammer angeordnet sind.

3b zeigt beispielhaft eine schematische Aufsicht der direkt induktiv beheizten Läuterkammer aus 3a.

4a zeigt beispielhaft einen Querschnitt bzw. eine Schnittdarstellung der Vorrichtung aus 1a entlang der Schnittlinie S1.

4b zeigt beispielhaft einen Querschnitt bzw. eine Schnittdarstellung der Vorrichtung aus 1 entlang der Schnittlinie S1.

5a zeigt beispielhaft einen Querschnitt bzw. eine Schnittdarstellung der Vorrichtung aus 1a entlang der Schnittlinie S2.

5b zeigt beispielhaft einen Querschnitt bzw. eine Schnittdarstellung der Vorrichtung aus 1 entlang der Schnittlinie S2.

6 zeigt den Reintransmissionsgrad &tgr;i eines Lanthan-Borat-Glases im unteren sichtbaren Bereich des optischen Spektrums als Funktion der Wellenlänge.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die 1a, 1b, 2a, 2b, 3a und 3b zeigen jeweils ein Aggregat 3 mit einem Zulauf 10 und einem Ablauf 7. Entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist das dargestellte Aggregat 3 eine Abdeckung 8 auf. Das dargestellte Aggregat 3 umfasst dabei in der vorliegenden Ausführungsform eine Läuterkammer, welche als ein Skullsystem, hier als ein Skullaggregat, ausgebildet ist und in dem die Schmelze mittels elektromagnetischer Strahlung direkt induktiv beheizt wird. Das Aggregat weist beispielhaft einen runden oder polygonen Querschnitt auf und wird durch eine, insbesondere segmentierte, gekühlte Seitenwand 3a und einen gekühlten Boden 3b gebildet. Geometrie der Induktionsspule 4 und Schwingkreisfrequenz sind an die Geometrie und die Abmessungen des Aggregats 3 oder des Skullsystems angepasst.

Die Schmelze 1, insbesondere eine Glasschmelze, strömt in Richtung 11 durch den Zulauf 10, beispielsweise kommend über eine Transportvorrichtung in Form eines Rinnensystem aus einem nicht dargestellten Einschmelzaggregat, in das Aggregat 3, wird an den strömungsbeeinflussenden Einbauten bzw. dem strömungsbeeinflussenden Einbau ab- oder umgelenkt und in Richtung 12 durch den Ablauf 7 aus dem Aggregat 3 heraus, beispielsweise über ein Rinnensystem in Richtung einer nicht dargestellten Homogenisierungs- und/oder Konditionierungseinrichtung.

Es sind in den 1.a bis 2.b jeweils drei strömungsbeeinflussende Einbauten 5, 6 in dem Aggregat 3 angeordnet. Von oben, d.h. von der Abdeckung her, ragen zwei gekühlte, vorzugsweise geschlitzte, strömungsbeeinflussende Einbauten 5 in die Strömung 11 der Schmelze 1. Diese sind dabei nur abschnittsweise in der Schmelze 1 angeordnet. Beide weisen die gleiche Geometrie auf und erstrecken sich gleich tief oder weit in die Schmelze 1. Je nach zu generierendem Strömungsprofil der Schmelze 1 können diese auch unterschiedlicher Abmessung und/oder Geometrie sein sowie darüber hinaus auch unterschiedlich weit in die Schmelze ragen. Von unten, d.h. von dem Boden 3b des Aggregates 3 her, ragt ein ungekühlter strömungsbeeinflussender Einbau 6 in die Strömung 11 der Schmelze 1. Dieser ist dabei vollständig in der Schmelze 1 angeordnet.

In den 3.a und 3.b ist ein strömungsbeeinflussender Einbau 6 in dem Aggregat 3 angeordnet. Von unten, d.h. von dem Boden 3b des Aggregates 3 her, ragt der ungekühlte strömungsbeeinflussende Einbau 6 in die Strömung 11 der Schmelze 1. Er ist vollständig in der Schmelze 1 angeordnet.

Mit Hilfe dieser strömungsbeeinflussenden Einbauen 5, 6 gelingt es, die turbulenten Strömungen einer Schmelze soweit zu beruhigen und zwangszuführen, dass die minimale Verweilzeit der Schmelze auf ein hinreichend großen Wert ansteigt und Kurzschlussströmungen verhindert werden.

Die dargestellten Ausführungsformen, insbesondere die Kombination aus gekühlten, vorzugsweise geschlitzten strömungsbeeinflussenden Einbauten 5, die das HF-Feld nur unwesentlich beeinflussen, dafür aber einen hohen Wärmeentzug aus der Schmelze 1 generieren und ungekühlten strömungsbeeinflussenden Einbauten 6 aus Edelmetall oder Edelmetalllegierung, vorzugsweise Iridium oder einer Iridiumlegierung, die das elektromagnetische Feld zwar beeinflussen, dafür aber einen Wärmeeintrag in die Schmelze generieren, haben sich als geeignete Möglichkeiten herausgestellt. Bevorzugt ist dabei die Kombination aus zumindest einem gekühlten strömungsbeeinflussenden Einbau, vorzugsweise aus zwei gekühlten strömungsbeeinflussenden Einbauten, mit oder und zumindest einem ungekühlten strömungsbeeinflussenden Einbau, vorzugsweise einem ungekühlten strömungsbeeinflussenden Einbau.

Als besonders vorteilhaft hat sich dabei die Verwendung von reinem Iridium erwiesen.

Die gekühlten, vorzugsweise geschlitzten, strömungsbeeinflussenden Einbauten 5, sogenannte Brücken, sind dabei im vorliegenden Fall so gestaltet, dass sie in etwa die Hälfte des Querschnittes des Skullsystems oder des Aggregates 3 abdecken. Die Wirkung der von oben in die Schmelze 1 eingeführten Brücken 5, ist dabei durch den erzeugten thermischen Abtriebseffekt größer. Diese Brücken 5 werden mit denen im oberen Bereich kurzgeschlossenen segmentieren Wänden 3a elektrisch kurzgeschlossen.

Die ungekühlten Einbauten 6, sogenannte Shets, sind im vorliegenden Fall so gestaltet, dass sie die Querschnittsfläche der Schmelze 1 fast vollständig abdecken. Sie sind elektrisch isoliert aufgehängt. Die Shets 6 besitzen entweder im Innenbereich Öffnungen 13 durch welche die Schmelze 1 hindurchströmt oder der Randbereich zur gekühlten Seitenwand 3a ist gestaltet, dass die Schmelze 1 vorbeiströmen kann. Diese Variante bietet den Vorteil, dass so der thermisch am stärksten belastete Seitenbereich der Shets 6 durch die vorbei strömende Schmelze 1 gut gekühlt wird. Beide Arten von strömungsbeeinflussenden Einbauten 5, 6 wirken auf unterschiedliche Weise strömungsverlangsamend und steuernd.

Die in den Figuren dargestellten strömungsbeeinflussenden Einbauten 5, 6, hier deren Querschnitt oder Querschnittsflächen, bilden mit der Strömung 11 der Schmelze 1 im Zulauf 10 einen Winkel von etwa 90°. Eine Anordnung in einem Winkel von 0° entspräche entsprechend einer zur Strömung 11 der Schmelze 1 parallelen Anordnung der strömungsbeeinflussenden Einbauten 5, 6.

Um eine kontinuierliche Zufuhr von Schmelze 1 zu ermöglichen ist das Aggregat 3 oder die Läuterkammer über ihren Zulauf 10 mittels einer Anordnung aus, hier nicht dargestellten, Skullsystemen, welche ebenfalls vorzugsweise induktiv beheizt werden, oder über ein beheizbares Edelmetallverbindungsbauteil fest mit einem Einschmelzaggregat verbunden.

Im ersten Ausführungsbeispiel in 1a strömt die Schmelze 1 mit einer freien Schmelzoberfläche 2, die im Bereich des Überströmkanals mittels einer Strahlungsheizung 9 oder eines Strahlungssystems, beispielsweise eines fossilen Brenners oder elektrisch beheizter Heizelemente, beheizt sein kann, in das Aggregat 3. Der Zulauf 10 ist im vorliegenden Fall abschnittsweise oberhalb der Schmelzoberfläche 2 in dem Aggregat 3 angeordnet.

Im zweiten Ausführungsbeispiel in 2a wird die Schmelze 1 unterhalb der freien Schmelzoberfläche eines hier nicht dargestellten Schmelztiegels oder Einschmelzaggregats, entnommen und über eine, vorzugsweise direkt elektrisch, beheizbare Verbindung aus Edelmetall unterhalb der freien Schmelzoberfläche 2 der Läuterkammer oder des Aggregates 3 zugeführt.

Im dritten Ausführungsbeispiel in 3a wird die Schmelze 1 unterhalb der freien Schmelzoberfläche eines hier nicht dargestellten Schmelztiegels oder Einschmelzaggregats, entnommen und über eine, vorzugsweise direkt elektrisch, beheizbare Verbindung aus Edelmetall unterhalb der freien Schmelzoberfläche 2 der Läuterkammer oder des Aggregates 3 zugeführt. Sowohl der Zulauf 10 als auch der Ablauf 7 sind vollständig unterhalb der Schmelzoberfläche 2 in dem Aggregat 3 angeordnet. Im Detail sind der Zulauf 10 und der Ablauf 7 im unteren Bereich, insbesondere in der Nähe des Bodens 3b, der Läuterkammer angeordnet.

Sowohl in 1a als auch in 2a und 3a erfolgt die Entnahme der geläuterten Schmelze, vorzugsweise einer Glasschmelze, unterhalb der Schmelzoberfläche 2 über den Ablauf 7, welcher durch ein, vorzugsweise direkt elektrisch, beheizbares Edelmetallsystem gebildet wird. Der Querschnitt oder der Grundriss der dargestellten Aggregate 3 ist rund oder polygon, insbesondere achteckig, gewählt. Die Geometrie des Aggregats 3, insbesondere der Seitenwand 3a und/oder des Bodens 3b, kann sowohl durch ihre körperliche Abmessungen und ihre Form die Strömung der Schmelze 1 mit beeinflussen. Zudem kann durch ihre Ausführungsform als gekühlte oder ungekühlte Einrichtungen 3a, 3b der Schmelze 1 eine veränderte, thermisch induzierte Bewegung auferlegt werden.

Um das Erscheinungsbild, insbesondere Form oder Geometrie und Abmessungen der strömungsbeeinflussenden Einbauten zu illustrieren, zeigen die 4a und 4b bzw. 5a und 5b jeweils mögliche Ausführungsformen der sogenannten Brücken bzw. Shets.

4.a zeigt entlang der Schnittlinie S1 aus 1a den Querschnitt oder die Querschnittsfläche eines strömungsbeeinflussenden Einbaus, hier einer Brücke 5, welche Öffnungen 13 in Form eines Schlitzes aufweisen. In diesem Ausführungsbeispiel weisen alle Schlitze die gleichen Abmessungen auf und verleihen durch ihre Anordnung in der Brücke 5 dieser im wesentlichen das Aussehen eines Kamms.

4.a zeigt entlang der Schnittlinie S1 aus 1a den Querschnitt einer Brücke 5 in einer weiteren Ausführungsform, welche Öffnungen 13 in Form eines Schlitzes aufweisen. In diesem Ausführungsbeispiel weisen wiederum alle Schlitze die gleichen Abmessungen auf, sind aber nun mit ihrem Querschnitt vollständig innerhalb der Brücke 5 angeordnet.

5.a zeigt entlang der Schnittlinie S2 aus 1a den Querschnitt eines Shets 6, welcher Öffnungen 13 in Form eines Schlitzes aufweisen. In diesem Ausführungsbeispiel weisen wiederum alle Schlitze die gleichen Abmessungen auf, sind aber nun mit ihrem Querschnitt vollständig innerhalb des Shets 6 angeordnet.

5.b zeigt entlang der Schnittlinie S2 aus 1a den Querschnitt eines Shets 6, welcher Öffnungen 13 unterschiedlicher Abmessung und Geometrie aufweist. In diesem Ausführungsbeispiel sind wiederum alle Öffnungen 13 mit ihrem Querschnitt vollständig innerhalb des Shets 6 angeordnet.

6 zeigt das Ergebnis der Untersuchung des Reintransmissionsgrads &tgr;i eines Lanthan-Borat-Glases als Funktion der Wellenlänge im unteren sichtbaren Bereich des optischen Spektrums. Das Glas wurde jeweils in einem Aggregat aus Platin und einem Aggregat aus Iridium bei etwa 1300°C geläutert. Es ist deutlich zu erkennen, daß das Glas, welches in dem Iridium-Aggregat geläutert wurde, in dem dargestellten Bereich, insbesondere von etwa 320 nm bis etwa 500 nm, eine erhöhte und somit verbesserte Transmission gegenüber dem Glas, welche in dem Platin-Aggregat geläutert wurde, aufweist. In einer anderen Betrachtung ergibt sich somit eine Verschiebung der Kurven. Bei einem Reintransmissionsgrad &tgr;i in einem Bereich von etwa 20% oder 0,2 bis etwa 80% oder 0,8 weist die Verschiebung einen Wert von etwa 8 nm bis etwa 22 nm, bevorzugt von zu kleinen Wellenlängen hin auf. Eine Variation des Glases kann eine absolute Verschiebung der beiden Kurven bedingen. Der relative Abstand der beiden Kurven wird jedoch im wesentlichen so wie in 6 dargestellt erwartet.

Es ist dem Fachmann ersichtlich, dass die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen beispielhaft zu verstehen sind. Die Erfindung ist nicht auf diese beschränkt, sondern kann in vielfältiger Weise variiert werden kann, ohne den Geist der Erfindung zu verlassen.

1
Schmelze
2
Schmelzoberfläche
3
Aggregat
3a
Seitenwand
3b
Boden
4
Induktionsspule
5
gekühlter strömungsbeeinflussender Einbau
6
ungekühlter strömungsbeeinflussender Einbau
7
Ablauf
8
Abdeckung
9
Strahlungsheizung
10
Zulauf
11
Strömungsrichtung der zu- oder einlaufenden Schmelze
12
Strömungsrichtung der ab- oder auslaufenden Schmelze
13
Öffnung


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Läutern, insbesondere zum kontinuierlichen Läutern, von, vorzugsweise niedrigviskosen, Glasschmelzen (1) in einem Aggregat (3) mit zumindest einem Zulauf (10) und/oder zumindest einem Ablauf (7), welche dadurch gekennzeichnet ist, daß zumindest ein strömungsbeeinflussender Einbau (5, 6) in dem Aggregat (3), im Zulauf (10) und/oder im Ablauf (7) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) vollständig oder abschnittsweise in der Glasschmelze (1) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) von oben und/oder von unten in die Glasschmelze (1) hineinragt. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5) kühlbar ausgebildet ist (5). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (6) unkühlbar ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus (5, 6) zumindest Edelmetall, insbesondere Pt, Ir und/oder Os oder eine Edelmetallegierung umfaßt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus (5, 6) Iridium oder eine Iridiumlegierung umfaßt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) aus Iridium oder einer Iridiumlegierung besteht. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzkontaktfläche des strömungsbeeinflussenden Einbaus (5, 6) und/oder der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) einen Anteil an Iridium 50% bis 100%, bevorzugt von 90% bis 100%, besonders bevorzugt von größer als 99% bis 100% Gewichtsprozent aufweist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) einen Querschnitt aufweist, der zumindest 10% bis 100%, bevorzugt von 20% bis 70%, besonders bevorzugt von 40% bis 60% des Querschnitts des Aggregat (3) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) einen Querschnitt aufweist, der zumindest 10% bis 100%, bevorzugt von 50% bis 100%, besonders bevorzugt von 80% bis 100% des Querschnitts der Schmelze (1) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) in einem Winkel von 0° bis 90°, bevorzugt von 45° bis 90°, besonders bevorzugt von 70° bis 90° relativ zur Horizontalen angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) zumindest eine Ausnehmung aufweist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) zumindest eine Öffnung (13) aufweist. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (13) als ein Schlitz ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der zumindest eine Öffnung (13) aufweisende strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) einen Querschnitt aufweist, der zumindest 10% bis 90%, bevorzugt von 20% bis 70%, besonders bevorzugt von 30% bis 50% des Querschnitts des Aggregates (3) aufweist. Vorrichtung nach einem der drei vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der zumindest eine Öffnung (13) aufweisende strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) einen Querschnitt aufweist, der zumindest 10% bis 90%, bevorzugt von 20% bis 70%, besonders bevorzugt von 30% bis 50% des Querschnitts der Schmelze (1) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Seitenwand (3a) des Aggregates (3) als Material zumindest ein Metall, insbesondere ein Edelmetall, und/oder eine Metallegierung, insbesondere Edelstahl, umfaßt. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (3a) als Material Aluminium und/oder eine Aluminiumlegierung umfaßt. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (3a) mit zumindest einer Schicht, insbesondere umfassend einen Kunststoff, versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 20 dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (3a) zumindest abschnittsweise kühlbar ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß ein Boden (3b) des Aggregates (3) als Material zumindest eine Keramik, insbesondere eine Feuerfestkeramik, umfaßt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21 dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3b) des Aggregats (3) als Material zumindest ein Metall umfaßt. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3b) des Aggregats (3) zumindest abschnittsweise kühlbar ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (3) eine Abdeckung (8) aufweist. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (8) zumindest eine Keramik, insbesondere eine Feuerfestkeramik, umfaßt. Vorrichtung nach dem vorstehenden Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (8) zumindest abschnittsweise kühlbar und/oder unkühlbar ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß in einem zwischen Schmelzoberfläche (2), den Seitenwänden (3a) des Aggregates (3) und der Abdeckung (8) gebildeten Raum eine definierte Atmosphäre angelegt ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf (10) als Material zumindest ein Metall, insbesondere ein Edelmetall, oder eine Metallegierung, insbesondere eine Edelmetallegierung umfaßt. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf (10) zumindest abschnittsweise beheizbar ist. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf (10) zumindest abschnittsweise unterhalb der Schmelzoberfläche (2) in dem Aggregat (3) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 29 bis 30 dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf (10) zumindest abschnittsweise oberhalb der Schmelzoberfläche (2) in dem Aggregat (3) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Ablauf (7) als Material zumindest ein Metall, insbesondere ein Edelmetall, eine Metallegierung, insbesondere eine Edelmetallegierung, Keramik oder Glas umfaßt. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß der Ablauf (7) zumindest abschnittsweise beheizbar ist. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Ablauf (7) zumindest abschnittsweise unterhalb der Schmelzoberfläche (2) in dem Aggregat (3) angeordnet ist. Vorrichtung nach dem vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) elektrisch isoliert angeordnet ist oder elektrisch mit dem Aggregat (3) verbunden ist. Vorrichtung nach dem vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) ortsfest in der Schmelze (1) angeordnet ist. Vorrichtung nach dem vorstehenden Ansprüchen dadurch gekennzeichnet daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) beweglich, insbesondere beweglich in eine, zwei oder alle drei Richtungen des Raumes, in der Schmelze (1) angeordnet ist. Verfahren, insbesondere durchführbar mittels einer Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, zum kontinuierlichen Läutern von, vorzugsweise niedrigviskosen, Glasschmelzen in einem Aggregat (3) mit zumindest einem Zulauf (10) und/oder zumindest einem Ablauf (7), welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die Strömung der Glasschmelze (1) mittels zumindest eines in dem Aggregat (3), in dem Zulauf (7) und/oder in dem Ablauf (10) angeordneten Einbaus (5, 6) beeinflußt wird. Verfahren nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß das Strömungsverhalten geregelt und/oder gesteuert wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) vollständig oder abschnittsweise in die Schmelze (1) eingeführt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) von oben oder von unten in die Schmelze (1) eingeführt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5) gekühlt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 39 bis 42 dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (6) nicht gekühlt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) mit zumindest einer Ausnehmung bereitgestellt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) mit zumindest einer Öffnung (13) bereitgestellt wird. Verfahren nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (13) als ein Schlitz ausgebildet wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß in einem zwischen Schmelzoberfläche (2), den Seitenwänden (3a) dem Aggregat (3) und der Abdeckung (8) gebildeten Raum eine definierte Atmosphäre erzeugt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) fest in der Glasschmelze (1) angeordnet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 39 bis 48 dadurch gekennzeichnet daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) beweglich, insbesondere beweglich in eine, zwei oder alle drei Richtungen des Raumes, in der Glasschmelze (1) angeordnet wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der strömungsbeeinflussende Einbau (5, 6) in einem Winkel von 0° bis 90°, bevorzugt von 45° bis 90°, besonders bevorzugt von 70° bis 90° relativ zur Horizontalen angeordnet wird. Glas, vorzugsweise ein optisches Glas, herstellbar, insbesondere hergestellt, mit einem Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche oder mittels einer Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche. Glas nach vorstehendem Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß das Glas Blasen mit einem Blasendurchmesser von kleiner als 25 &mgr;m, bevorzugt von kleiner als 10 &mgr;m, besonders bevorzugt von kleiner als 5 &mgr;m aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas einen Anteil an Arsen von weniger als 0,3 Gew.%, bevorzugt von weniger als 0,03 Gew.%, besonders bevorzugt von weniger als 0,005 Gew.% aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas einen Anteil an Blei von weniger als 0,1 Gew.%, bevorzugt von weniger als 0,01 Gew.%, besonders bevorzugt von weniger als 0,005 Gew.% aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas einen Anteil an Antimon von weniger als 0,5 Gew.%, bevorzugt von weniger als 0,1 Gew.%, besonders bevorzugt von weniger als 0,025 Gew.% aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas einen Anteil an Platin von weniger als 50 ppm, bevorzugt von weniger als 20 ppm, besonders bevorzugt von weniger als 10 ppm aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas einen Anteil an Iridium von 1 ppm bis 500 ppm, bevorzugt von 1 ppm bis 100 ppm, besonders bevorzugt von 2 ppm bis 20 ppm aufweist. Glas nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß das Glas bei einem Reintransmissionsgrad &tgr;i von 50 gegenüber einem im wesentlichen gleichen Glas, welches in einer im wesentlichen aus Platin bestehenden Vorrichtung geläutert ist, eine Verschiebung von 5 nm bis 50 nm, bevorzugt von 5 nm bis 20 nm, besonders bevorzugt 8 nm bis 15 nm zu kleinen Wellenlängen hin aufweist.






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