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Dokumentenidentifikation DE102006004554A1 02.08.2007
Titel Streckwerk mit einem Belastungsträger und Verfahren zur Umrüstung
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Erfinder Blankenhorn, Peter, 89547 Gerstetten, DE;
Stahlecker, Gerd, 73054 Eislingen, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 27.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006004554
Offenlegungstag 02.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/52(2006.01)A, F, I, 20060127, B, H, DE
Zusammenfassung Es ist ein Streckwerk einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger für Druckwalzen beschrieben. Der Belastungsträger ist aufschwenkbar an einer Halterstange befestigt. Alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers sind gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Druckelement belastbar. Die Halterstange weist mindestens in einem Bereich neben dem Belastungsträger ein Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 x 105 mm4 auf. Es kann vorgesehen sein, dass die Halterstange durch ein Hohlprofil mit einer Wandstärke von wenigstens 3,0 mm oder durch ein Vollprofil gebildet wird. Außerdem kann ein mechanisches Druckelement vorgesehen sein, das wenigstens eine Feder enthält. Des Weiteren ist ein Verfahren zum Umrüsten eines Streckwerkes beschrieben, bei dem eine Halterstange mit einem Torsionsträgheitsmoment unter 1,05 x 105 mm durch eine Ausführung mit einem Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 x 105 mm4 ersetzt wird. Zusätzlich kann bei dem Verfahren vorgesehen sein, dass ein pneumatisches Druckelement entfernt wird und durch ein mechansiches Druckelement ersetzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Streckwerk einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger für Druckwalzen, wobei der Belastungsträger aufschwenkbar an einer Halterstange befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Druckelement belastbar sind.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Umrüsten eines Streckwerkes einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger für Druckwalzen, wobei der Belastungsträger schwenkbar an einer Halterstange mit einem Torsionsträgheitsmoment unter 1,05 × 105 mm4 befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Druckelement belastbar sind.

Es sind seit langer Zeit Belastungsträger für Streckwerke bekannt, bei denen sämtliche Druckwalzen eines Belastungsträgers durch einen in der Halterstange angebrachten pneumatischen Krafterzeuger gemeinsam belastet und an die jeweiligen Unterwalzen des Streckwerks angedrückt werden. Bei einer bekannten Ausführung eines derartigen Belastungsträgers der Maschinenfabrik Rieter, Schweiz ist eine rohrförmige, als Sechskant-Hohlprofil ausgebildete Halterstange zur Befestigung vorgesehen. Innerhalb der rohrförmigen Halterstange ist ein mit Druckluft beaufschlagbarer Schlauch vorgesehen, der eine Druckkraft auf einen daumenartigen Fortsatz eines Kipphebels überträgt. Das dem daumenartigen Fortsatz gegenüberliegende Ende des Kipphebels belastet dann den Tragarm des Belastungsträgers, an dem die Druckwalzen des Streckwerkes befestigt sind. Der Schlauch hat dabei den Nachteil, dass er einem starken Verschleiß unterliegt und sehr häufig undicht wird. Selbst wenn die Unwichtigkeiten des Schlauches noch gering sind und nicht zur einer Funktionsbeeinträchtigung führen, so verursachen die auftretenden Verluste doch einen erhöhten Druckluftverbrauch.

In der DE 103 55 853 A1 werden Möglichkeiten beschrieben, wie eine Belastung eines derartigen Belastungsträgers ohne den in der Halterstange angeordneten Schlauch realisiert werden kann. Es ist unter anderem vorgesehen, mechanische Hebelwerke oder kleine Pneumatikzylinder in der Halterstange anzuordnen, die dann die Druckwalzen des Belastungsträgers belasten. Auch diese geänderten Varianten, die ohne den störungsanfälligen Schlauch auskommen, haben den Nachteil, dass die Druckwalzen des Streckwerks oftmals nicht mit der für den Verzug des Faserverbandes notwendigen Belastungskraft gegen die Unterwalzen gedrückt werden können.

Wie oben schon beschrieben, besteht die Halterstange aus einem Sechskant-Hohlprofil, wobei dieses Sechskant-Hohlprofil außen eine Schlüsselweite von 38 mm und eine Wandstärke von 2,5 mm aufweist. Diese Halterstange hat dementsprechend ein Torsionsträgheitsmoment von 1,038 × 105 mm4. Versuche haben nun gezeigt, dass eine derartige Halterstange zur sicheren Befestigung des Belastungsträgers nicht ausreichend ist. Beim Aufbringen der Belastungskraft auf die am Tragarm des Belastungsträgers befestigten Druckwalzen kommt es zu einer Torsionsbeanspruchung der Halterstange, insbesondere da üblicherweise zwischen zwei Auflagerpunkten der Halterstange am Maschinengestell vier Belastungsträger nebeneinander angeordnet sind. Da die Halterstange auf Grund des geringen Torsionsträgheitsmomentes der Torsionsbeanspruchung nur einen geringen Wiederstand entgegensetzt, bewirkt die Belastungskraft des Druckelementes zu einem großen Teil statt der Belastung der Druckwalzen lediglich eine Torsionsausweichbewegung der Halterstange. Es ist hierdurch nicht möglich, hohe Andrückkräfte der Druckwalzen an die Unterwalzen zu erreichen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Streckwerk der eingangs genannten Art, sowie ein Verfahren zum Umrüsten, zu schaffen, bei dem auch hohe Andrückkräfte der Druckwalzen erreichbar sind.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Halterstange mindestens in einem Bereich neben dem Belastungsträger ein Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4, vorzugsweise von mehr als 1,5 × 105 mm4, aufweist. Bei dem Verfahren zum Umrüsten wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Halterstange durch eine Ausführung mit einem Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 ersetzt wird.

Eine Halterstange mit einem derartig hohen Torsionsträgheitsmoment hat den Vorteil, dass sie beim Aufbringen der Belastungskraft nur noch in sehr geringem Maße verformt wird und praktisch kaum noch ausweicht. Es lassen somit auch hohe Andrückkräfte an den Druckwalzen des Streckwerks erreichen. Hohe Andrückkräfte der Druckwalzen werden insbesondere dann benötigt, wenn die Faserverbände im Streckwerk hohen Verzügen unterworfen werden sollen.

Zur Erreichung der erfindungsgemäßen Wirkung ist es dabei insbesondere erforderlich, dass das Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 in den allermeisten Bereichen der lang gestreckten Halterstange vorhanden ist. Insbesondere die Bereiche zwischen und neben den Belastungsträgern machen den größten Teil der Länge der Halterstange aus. Wenn im Bereich des Belastungsträgers auf Grund der Größe des innerhalb der Halterstange angeordneten Druckelementes eine Aussparung erforderlich sein sollte, die in diesem Bereich das Torsionsträgheitsmoment der Halterstange partiell unter den angegebenen Wert absenkt, so hat dies, auf die gesamte Länge der Halterstange gesehen, praktisch keine negativen Auswirkungen.

Eine Halterstange mit einem Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 kann bevorzugt dadurch erreicht werden, dass die Halterstange durch ein Hohlprofil mit einer Wandstärke von wenigstens 3,0 mm gebildet wird. Insbesondere ist eine Wandstärke von etwa 5 mm vorteilhaft. Es kann allerdings auch vorgesehen sein, dass die Halterstange durch ein Vollprofil gebildet wird, dass lediglich Aussparungen für das Druckelement enthält. Dabei kann sowohl ein pneumatisches als auch ein mechanisches Druckelement in die Aussparung eingesetzt werden.

In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass ein pneumatisches Druckelement aus der Halterstange entfernt und durch ein mechanisches Druckelement ersetzt wird. Das mechanische Druckelement kann vorzugsweise wenigstens eine Feder enthalten. Außerdem kann vorgesehen sein, dass dem mechanischen Druckelement eine Verstelleinrichtung zur Einstellung der Federkraft zugeordnet ist. Der Vorteil eines mechanischen Druckelementes ist, dass es leicht herstellbar ist und dauerhaft betriebsicher funktioniert. Es tritt kein Verschließ auf und die hohen Betriebskosten pneumatischer Systeme werden vermieden. Durch das beschriebene Verfahren zum Umrüsten können auch bestehende Streckwerke mit einem pneumatischen Druckelement auf das vorteilhafte mechanische Druckelement umgerüstet werden.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.

Es zeigen:

1 eine Seitenansicht eines schematisch dargestellten Streckwerks mit einem Belastungsträger und einem in einer Halterstange angeordneten Druckelement,

2 in vergrößerter Darstellung das Druckelement und die Halterstange aus 1,

3 eine entlang der Schnittfläche III-III der 2 geschnittene Ansicht der Halterstange,

4 eine Ansicht ähnlich 2 auf eine andere Variante der Halterstange,

5 eine entlang der Schnittfläche V-V geschnittene Ansicht der Halterstange aus 4.

In 1 ist ein Streckwerk 1 einer Textilmaschine, insbesondere einer Ringspinnmaschine dargestellt. Das Streckwerk 1 besteht aus mehreren Walzenpaaren 2, 3; 4, 5 und 6, 7, wobei jedes Walzenpaar aus einer antreibbaren Unterwalze 2, 4, 6 und einer dagegen angedrückten Druckwalze 3, 5, 7 besteht. Bei einem Streckwerk 1 für Ringspinnmaschinen sind die Unterwalzen 2, 4, 6 üblicherweise als in Maschinenlängsrichtung durchlaufende Unterzylinder ausgebildet, die in nicht dargestellten Unterwalzenlagern in Maschinengestell gelagert sind. Dem mittleren Walzenpaar 4, 5 sind in an sich bekannter Weise Führungsriemchen 8 und 9 zugeordnet. Dem Eingangswalzenpaar 2, 3 wird ein Faserband oder Vorgarn 10 zugeführt und in Transportrichtung A durch das Streckwerk 1 transportiert und von den nachfolgenden und mit höherer Umfangsgeschwindigkeit angetriebenen Walzenpaaren 4, 5 und 6, 7 zu einem Faserbändchen 11 der gewünschten Feinheit verzogen. Das Faserbändchen 11 wird in Abzugsrichtung B einem nicht dargestellten Drallorgan, beispielsweise einer Ringspindel, zugeführt und dort zu einem Garn verdreht und aufgewickelt. Alternativ kann das Faserbändchen 11 auch in nicht dargestellter Weise noch eine mechanische oder pneumatische Verdichtungseinrichtung durchlaufen, bevor es dem Drallorgan zugeführt wird.

Die Druckwalzen 3, 5 und 7 sind in einem Belastungsträger 12 gehalten, der an einer in Maschinenlängsrichtung durchlaufenden Halterstange 13 befestigt ist. Die Halterstange 13 ist in nicht dargestellter Weise ortsfest an dem Maschinengestell angebracht. Dabei ist üblicherweise vorgesehen, dass in Längsrichtung der Halterstange 13 vier Belastungsträger 12 zwischen zwei Befestigungspunkten der Halterstange 13 angeordnet sind. Der Belastungsträger 12 besteht im Wesentlichen aus einem an der Halterstange 13 befestigten Basisteil 14 und einem beweglichen Tragarm 15, an dem die Druckwalzen 3, 5, 7 befestigt sind. Der Tragarm 15 ist drehbar an einer Schwenkachse 16 des Basisteils 14 angebracht. Am Basisteil 14 ist ein in einer Achse 17 gelagerter Kipphebel 18 angebracht, der den Tragarm 15 über einen Druckbolzen 19 belastet und dadurch die Druckwalzen 3, 5, 7 gegen die jeweiligen Unterwalzen 2, 4, 6 drückt. Damit die Druckkraft des Tragarmes 15 in gewünschter Weise auf die Druckwalzen 3, 5 und 7 verteilt werden kann, sind die Druckwalzen 3, 5 und 7 über bewegliche Hebel 20 und 21 an dem Tragarm 15 befestigt. Durch die unterschiedlichen Abstände der Druckwalze 3, 5, 7 von den Lagerungspunkten 22 und 23 der Hebel 20 und 21 lässt sich die Belastungskraft des Tragarmes 15 in gewünschter Weise verteilen. Damit die Druckwalzen 3, 5, 7 zu Wartungszwecken von den Unterwalzen 2, 4, 6 abgehoben werden könne, ist ein Entriegelungshebel 24 vorgesehen, der den Druckbolzen 19 vom Kipphebel 18 wegschwenkt, so dass der Tragarm 15 um die Schwenkachse 16 hochgeschwenkt werden kann.

Der Kipphebel 18 besitzt auf seiner dem Druckbolzen 19 abgewandten Seite einen daumenartigen Fortsatz 25, der durch eine Öffnung in das Innere der Halterstange 13 hineinragt. Beim Stand der Technik ist im Inneren der Halterstange 13 ein pneumatisches Druckelement in Form eines Schlauches oder eines Pneumatik-Zylinders angeordnet, das mit Druckluft beaufschlagt werden kann und dann den daumenartigen Fortsatz 25 mit einer Kraft belastet, die das Bestreben hat, den daumenartigen Fortsatz 25 aus der Halterstange 23 herauszudrücken. Diese Kraft wird dann über den Kipphebel 18 auf den Tragarm 15 des Belastungsträgers 12 übertragen und dient in der oben beschriebenen Weise zur Belastung der Druckwalzen 3, 5, 7. Die Halterstange 13 ist beim Stand der Technik als Sechskant-Hohlprofil ausgebildet, das außen eine Schlüsselweite von 38 mm und eine Wandstärke von 2,5 mm aufweist. Das Torsionsträgheitsmoment dieser bekannten Halterstange 13 beträgt 1,038 × 105 mm4 und ist so gering, dass die Halterstange 13 unter Belastung um ihre Längsachse verdreht wird und an den Druckwalzen 3, 5, 7 nicht immer die gewünschte Andruckkraft aufgebracht werden kann. Bei einer Erhöhung der Kraft auf den daumenartigen Fortsatz 25 kommt es statt einer Erhöhung der Andrückkraft auf die Druckwalzen 3, 5, 7 zu einer ausweichenden Drehbewegung der Halterstange 13 und des Basisteils 14 um die Längsachse der Halterstange in Richtung des Pfeiles C. Durch die Belastung der Druckwalzen 3, 5, 7 entsteht ein Drehmoment in der Halterstange 13, die dann auf Grund des geringen Torsionsträgheitsmomentes um einen relativ großen Winkelbetrag verdreht wird und so eine stärkere Belastung der Druckwalzen 3, 5, 7 verhindert.

Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass die Halterstange 13 ein Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 aufweist. Zur Umrüstung von bestehenden Streckwerken 1 ist vorgesehen, dass die Halterstange 13 durch eine Ausführung mit einem Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 ersetzt wird. Bevorzugt weist die Halterstange 13 ein Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,5 × 105 mm4 auf.

Auf Grund der Störungsanfälligkeit des im Stand der Technik in der Halterstange 13 angeordneten pneumatischen Druckelementes, insbesondere des Schlauches, ist es vorteilhaft, zusammen mit der Umrüstung des Streckwerkes 1 auf eine Halterstange 13 mit einem erhöhten Torsionsträgheitsmoment eine Umrüstung vorzusehen, bei der das pneumatische Druckelement entfernt und durch ein mechanisches Druckelement 26 ersetzt wird. Das mechanische Druckelement 26 enthält wenigstens eine Feder 28 und ist in einer Aussparung 27 angeordnet. Die Feder 28 kann dadurch den daumenartigen Fortsatz 25 des Kipphebels 18 mit ihrer Federkraft belasten.

In den 2 und 3 ist eine Variante einer Halterstange 13 im Bereich des mechanischen Druckelementes 26 vergrößert dargestellt. Die Halterstange 13 besteht aus einem Sechskant-Hohlprofil, mit einer Wandstärke W von wenigstens 3,0 mm. Bevorzugt beträgt die Wandstärke W etwa 5 mm. Zur Führung und Positionierung des mechanischen Druckelementes 26 ist der Feder 28 ein Gehäuse 35 zugeordnet, das die Aussparung 27 enthält. Das mechanische Druckelement 26 ist mit seinem Gehäuse 35 in das Innere der Halterstange 13 eingeschoben und sitzt genau an der Stelle, an der der daumenartige Fortsatz 25 des Kipphebels 18 des Belastungsträgers 12 in das Innere der Halterstange 13 hineinragt. Die in der Aussparung 27 sitzende Feder 28 kann beispielsweise aus einer Schraubenfeder oder aus mehreren aufeinander geschichteten Tellerfedern 29 bestehen. In dem in 2 dargestellten Fall besteht die Feder 28 aus drei wechselsinnig aufeinander geschichteten Tellerfedern 29. Die Anzahl und Art der Aufeinanderschichtung der Tellerfeder 29 ist dabei nur beispielhaft. Sie kann genauso gut abweichen und wird vorzugsweise so gewählt, dass auf den daumenartigen Fortsatz 25 eine Kraft in der benötigten Höhe wirkt. Um die auf den daumenartigen Fortsatz 25 wirkende Belastungskraft an jedem Belastungsträger 12 einstellen zu können ist es vorteilhaft, an der Feder 28 eine Verstelleinrichtung 30 zur Einstellung der Federkraft anzuordnen. Die Verstelleinrichtung 30 des mechanischen Druckelementes 26 kann dabei beispielsweise aus einem Gewindestift 31 oder einer Schraube bestehen, die in das Gehäuse 35 eingeschraubt wird und über eine Druckplatte 32 auf das dem daumenartigen Fortsatz 25 abgewandte Ende der Feder 28 drückt. Durch die Veränderung der Einschraubtiefe des Gewindestiftes 31 kann die Vorspannung der Feder 28 verändert und damit die auf den daumenartigen Fortsatz 25 wirkende Federkraft verändert werden. Zur Anbringung des Gewindestiftes 31 in dem Gehäuse 35 kann es erforderlich sein, in der Halterstange 13 eine zusätzliche Bohrung 33 anzubringen.

Je nach Ausgestaltung des dem daumenartigen Fortsatz 25 zugewandten Endes der Feder 28 kann es vorteilhaft sein, eine Zwischenplatte 34 zwischen der Feder 28 und dem daumenartigen Fortsatz 25 des Kipphebels 18 einzusetzen. Die Zwischenplatte 34 sorgt für eine optimale Kraftübertragung von der Feder 28 auf den daumenartigen Fortsatz 25 und kann auch den auf Grund der Relativbewegung zwischen daumenartigem Fortsatz 25 und Feder 28 unter Umständen auftretenden Verschleiß vermindern.

In den 4 und 5 ist eine andere Variante einer Halterstange 13 im Bereich des Druckelementes 26 dargestellt, bei der die Halterstange 13 durch ein Vollprofil gebildet wird, das lediglich Aussparungen 27 für das Druckelement 26 enthält. Die übrigen dargestellten Bauteile entsprechen denen aus den 2 und 3, so dass auf eine wiederholte Beschreibung verzichtet werden kann. Da hier kein Gehäuse 35 vorgesehen ist, wird der Gewindestift 31 der Verstelleinrichtung 30 direkt in die Halterstange 13 eingeschraubt.

Die Ausgestaltung der Halterstange 13 als Vollprofil hat den Vorteil, dass diese mindestens in den Bereichen 36 neben dem Belastungsträger 12 das höchstmögliche Torsionsträgheitsmoment aufweist und dementsprechend unter der auftretenden Torsionsbelastung nahezu nicht mehr in Richtung des Pfeiles C ausweichen kann. Das Torsionsträgheitsmoment eines Sechskant-Vollprofils mit einer Schlüsselweite von 38 mm beträgt 2,4 × 105 mm4. Je nach Größe des Druckelementes 26 kann die erforderliche Aussparung 27 so groß sein, dass an dieser Stelle das geforderte Torsionsträgheitsmoment der Halterstange 13 von mehr als 1,05 × 105 mm4 nicht erreicht wird. Da dies jedoch in Bezug auf die große Länge der Halterstange 13 nur ein sehr kleiner Bereich ist, wirkt sich diese partielle Schwächung der Halterstange 13 in der Praxis nicht negativ aus.

In nicht dargestellter Weise ist auch eine Kombination der dargestellten Ausführungsbeispiele möglich, bei der eine sehr dickwandige Halterstange, beispielsweise mit einer Wandstärke W von 15 mm, vorgesehen wird, in der unmittelbar eine Aussparung 27 für das Druckelement 26 angebracht wird, ohne dass ein zusätzliches Gehäuse 35 benötigt wird.


Anspruch[de]
Verfahren zum Umrüsten eines Streckwerkes einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger für Druckwalzen, wobei der Belastungsträger schwenkbar an einer Halterstange mit einem Torsionsträgheitsmoment unter 1,05 × 105 mm4 befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Druckelement belastbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange durch eine Ausführung mit einem Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 ersetzt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange durch ein Hohlprofil mit einer Wandstärke von wenigstens 3,0 mm ersetzt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange durch ein Vollprofil ersetzt wird, das lediglich Aussparungen für das Druckelement enthält. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein pneumatisches Druckelement entfernt und durch ein mechanisches Druckelement ersetzt wird, das wenigstens eine Feder enthält. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Feder mehrere Tellerfedern aufeinander geschichtet werden. Streckwerk (1) einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger (12) für Druckwalzen (3, 5, 7), wobei der Belastungsträger (12) aufschwenkbar an einer Halterstange (13) befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen (3, 5, 7) dieses Belastungsträgers (12) gemeinsam von einem in der Halterstange (13) angeordneten Druckelement belastbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange (13) mindestens in einem Bereich (36) neben dem Belastungsträger (12) ein Torsionsträgheitsmoment von mehr als 1,05 × 105 mm4 aufweist. Streckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange (13) durch ein Hohlprofil mit einer Wandstärke (W) von wenigstens 3,0 mm gebildet wird. Streckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterstange (13) durch ein Vollprofil gebildet wird, das lediglich Aussparungen (27) für das Druckelement (26) enthält. Streckwerk nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein mechanisches Druckelement (26) vorgesehen ist, das wenigstens eine Feder (28) enthält. Streckwerk nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mechanische Druckelement (26) wenigstens eine Tellerfeder (29) enthält. Streckwerk nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem mechanischen Druckelement (26) eine Verstelleinrichtung (30) zur Einstellung der Federkraft zugeordnet ist.






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