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Dokumentenidentifikation DE102006013790B3 02.08.2007
Titel Webteppich
Anmelder Vorwerk & Co. Interholding GmbH, 42275 Wuppertal, DE
Erfinder Binder, Ines, 31840 Hessisch Oldendorf, DE
Vertreter H.-J. Rieder und Partner, 42329 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 24.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006013790
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.2007
IPC-Hauptklasse D03D 27/02(2006.01)A, F, I, 20060607, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 27/06(2006.01)A, L, I, 20060607, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Webteppich (1) mit Polfäden (8) und Bindekettfäden (5), wobei die Polfäden (8) zunächst mit Ober- und Unterschussfäden (6, 7) verwebt sind und weiter unter Ausbildung von Schlingen (9) auf der Teppichoberfläche freiliegen, wobei darüber hinaus Flottier-Schussfäden (10) vorgesehen sind. Um einen Webteppich der in Rede stehenden Art anzugeben, der sich durch eine verbesserte Schussflottierung auszeichnet, wird vorgeschlagen, dass die Flottier-Schussfäden (10) zur Erzeugung einer freien Flottierung in Schussrichtung mit im Vergleich zu den Flottier-Schussfäden (19) sehr dünnen Haltefäden (11) abgebunden sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Webteppich mit Polfäden und Bindekettfäden, wobei die Polfäden zunächst mit Ober- und Unterschussfäden verwebt sind und weiter unter Ausbildung von Schlingen auf der Teppichoberfläche freiliegen, wobei darüber hinaus Flottier-Schussfäden vorgesehen sind.

Webteppiche der in Rede stehenden Art sind bekannt. Diese sind in ihrer Konstruktion und Gestaltung klar ablesbar. Zur einfachsten Gewebebildung reichen ein Oberflächenfadenschar (Polchor), ein Grundfadenchor und die Schussfäden, die die Pol- und Grundfäden waagerecht kreuzen und damit abbinden bzw. verfestigen, aus. Die Polchorfäden und die Grundfäden laufen stets senkrecht im Gewebe. Die Materialien können gleich sein. In der Praxis werden aber auch Polfäden und Grundfäden sowie Schussfäden stark differenziert, wobei weiter teilweise Grundfäden und Schussfäden gleich sind. Um Flachgewebe optisch interessant zu gestalten, ist es weiter bekannt, mehrere Polchore zu verwenden. Dies gilt zudem auch für die Grundgarne und Schussfäden. Durch Einbinden eines Flottier-Schussfadens und damit einhergehender Variation im Oberschuss wird bewusst in die Gestaltung der Konstruktion Einfluss genommen. Die Möglichkeiten in der Gestaltung werden um ein Vielfaches erweitert. Die Flottier-Schussfäden liegen frei, abschnittweise lose innerhalb des Gewebes, welche freie Länge des Flottier-Schussfadens größer ist als der Minimalabstand zwischen zwei in Schussrichtung benachbarter Schlingen. Eine solche Schussflottierung verläuft in Querrichtung des Gewebes, während die übliche Kettflottierung in Längsrichtung verläuft. Durch die Schussflottierung ist ein gestalterisches Mittel gegeben, um gegen die starke optische Dominanz der Kettrichtung einen visuellen Gegenpol zu schaffen. Hierdurch wirkt das eher längsorientierte Flachgewebe in beiden Dimensionen ausgeglichen und stimmiger. Gegebenenfalls kann auch die Querbetonung verstärkt sein.

Im Hinblick auf den beschriebenen Stand der Technik wird eine technische Problematik der Erfindung darin gesehen, einen Webteppich der in Rede stehenden Art anzugeben, welcher sich durch eine verbesserte Schussflottierung auszeichnet.

Diese Problematik ist zunächst und im Wesentlichen durch den Gegenstand des Anspruches 1 gelöst, wobei darauf abgestellt ist, dass die Flottier-Schussfäden zur Erzeugung einer freien Flottierung in Schussrichtung mit im Vergleich zu den Flottier-Schussfäden sehr dünnen Haltefäden abgebunden sind. Zufolge dieser Ausgestaltung sind die als gestalterische Mittel vorgesehenen Flottier-Schussfäden im gesamten Gewebeverbund verankert, was sich insbesondere hinsichtlich der Haltbarkeit des Webteppichs aber auch hinsichtlich der Strapazierfähigkeit als besonders vorteilhaft erweist. Die zusätzlichen Haltefäden, die aus dem Grundgewebe stammen können oder zusätzlich ins Gewebe eingefügt sind, halten bzw. binden die Flottier-Schussfäden ab unter Verankerung derselben im Gewebeverband, welch letztes gegebenenfalls weiter durch die Haltefäden verfestigt sein kann. Diese Haltefäden sind insbesondere aus gestalterischen Gründen sehr dünn gewählt. So bleibt der visuelle Eindruck einer Schussflottierung erhalten, bei welcher ein Flottier-Schussfaden visuell frei über mehrere Kettreihen sich erstreckt. Hinsichtlich des Materials der Haltefäden ist auf eine Ware zurückgegriffen, welche sich als besonders reißfest, scheuer- und abriebsfest und dabei dimensionsstabil erweist. Zufolge der Festlegung mittels der Haltefäden sind Schussflottierungen in unterschiedlichen Längen vorsehbar, wobei weiter innerhalb eines Webteppichs zudem diese freie Schussflottierlänge variabel unregelmäßig und/oder gleichmäßig verteilt vorliegen kann.

Die Gegenstände der weiteren Ansprüche sind nachstehend in Bezug zu dem Gegenstand des Anspruches 1 erläutert, können aber auch in ihrer unabhängigen Formulierung von Bedeutung sein.

So wird weiter vorgeschlagen, dass die Flottier-Schussfäden in Kettrichtung zwischen zwei durch Polfäden gebildeten Schlingen angeordnet sind. Diese Flottier-Schussfäden sind der Sichtseite des Webteppichs zugeordnet und verlaufen weiter parallel zu den Oberschussfäden des Grundgewebes. Darüber hinaus können die Flottier-Schussfäden zugleich sogenannte Lanzettenschussfäden formen, über welche die Polfäden zur Schaffung von in Reihen angeordneten Schlingen geführt sind. In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Haltefäden nur durch die Oberschussfäden und Schlingen bildenden Flottier-Schussfäden abgebunden sind. Entsprechend verlaufen die Haltefäden bei Nichtbedarf, d. h. bei Schusslinien ohne Flottier-Schussfaden, weiter im Grundgewebe und sind erst dort angehoben, wo sie der Fixierung der freien Querflottierung dienen. Dort wo Flottier-Schussfäden von Polfäden überspannt sind, verbleiben die Haltefäden im Grundgewebe. Bevorzug wird eine Ausgestaltung, bei welcher die Haltefäden in gleicher Häufigkeit wie die Polfäden vorgesehen sind, dies bei weiter bevorzugter streng paralleler Ausrichtung und bei in Querrichtung der Ware betrachtetem Wechsel von Haltefaden und Polfaden. Zufolge dieser Ausgestaltung kann bereits ein Flottier-Schussfaden mittels eines Haltefadens erfasst werden, der in Querrichtung zwischen zwei durch Polfäden gebildeten Schlingen, eine Kettlinie überspannend freiliegt. Alternativ können über die Breite der Ware betrachtet weniger Haltefäden als Polfäden vorgesehen sein, so beispielsweise in einem Verhältnis von 1 : 2 oder 1 : 3. Die Haltefäden können einen gleichen Farbton wie die Flottier-Schussfäden aufweisen. Zusammen mit der sehr dünnen Ausgestaltung der Haltefäden ist hierdurch, insbesondere bei voluminösen, flauschartigen Flottier-Schussfäden eine visuell unauffällige Verankerung der Schussflottierung erreicht. Ein beispielhaftes Verhältnis der Fadenstärke des Haltefadens zum Flottier-Schussfaden beträgt etwa 1 : 5. Auch Verhältnisse von 1 : 6 oder 1 : 7 bis hin zu beispielsweise 1 : 36 sind möglich. Das Verhältnis Flottier-Schussfaden zu Polfaden kann 1 : 1 betragen, jedoch beispielsweise auch 1 : 2,1 : 3 oder auch 3 : 1.

Nachstehend ist die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung, welche lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellt, näher erläutert. Es zeigt:

1 in schematischer, perspektivischer Darstellung einen Webteppich der in Rede stehenden Art;

2 dem Schnitt gemäß der Linie II-II in 1;

3 den Schnitt gemäß der Linie III-III in 1.

Dargestellt und beschrieben ist ein schematisch in den Zeichnungen dargestellter Webteppich 1. Dieser weist zunächst einen Teppichgrund 2 auf, welcher in üblicher Weise zunächst aus in Webrichtung r verlaufenden Füllkettfäden 3 und 4 und in selber Richtung verlaufenden Bindekettfäden 5 gebildet ist, welche Bindekettfäden 5 zur Verwebung des Teppichgrunds 2 quer zur Webrichtung r verlaufende Oberschussfäden 6 und Unterschussfäden 7 umschlingen. Die Bindekettfäden 5 sind in der stark schematisiert dargestellten 1 nicht gezeigt. Die Füllkettfäden 3 und 4 sind gestreckt zwischen den Oberschussfäden 6 und Unterschussfäden 7 im Teppichgrund 2 geführt.

Weiter verläuft im Teppichgrund 2 in Webrichtung r in dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein Polfaden 8 zur Ausbildung von Schlingen 9.

Zur Bildung einer Schlinge 9 ist der Polfaden 8 aus dem Teppichgrund 2 in Richtung auf die Sichtseite des Teppichs 1 geführt und umschlingt dort einen in Querrichtung verlaufenden Flottier-Schussfaden 10. Dieser ist in seiner Stärke angepasst an die Stärke des Polfadens 8, weist weiter beispielsweise eine gleiche oder vergleichbare Qualität und Stärke auf.

Die Flottier-Schussfäden 10 sind jeweils in Webrichtung r zwischen zwei Oberschussfäden 6 platziert und verlaufen parallel zu diesen.

Die Flottier-Schussfäden 10 dienen in den Bereichen, in welchen diese nicht von den Polfäden 8 zur Bildung von Schlingen 9 umfasst sind, optischen Zwecken, so zur Querbetonung eines Webmusters.

In den von den Polfäden 8 umschlungenen Zonen ist jeder Flottier-Schussfaden 10 durch das gebildete Gewebe in dem Teppichgrund 2 verankert. Sind jedoch in Querrichtung des Teppichs 1 betrachtet entlang eines Flottier-Schussfadens 10 Schlingen 9 so zueinander beabstandet, dass zwischen zwei benachbarten Schlingen 9 ein sich mindestens über eine Kettreihe frei erstreckender Flottierabschnitt ergibt, so ist durch die vorgeschlagene Erfindung auch in diesen optisch freiliegenden Flottierabschnitten eine Verankerung des Flottier-Schussfadens 10 mit dem Teppichgrund 2 erreicht. Hierzu sind Haltefäden 11 vorgesehen. Diese können Teil des Grundgewebes bzw. des Teppichgrunds 2 sein. Vorgeschlagen und dargestellt ist jedoch die Anordnung gesonderter Haltefäden 11, die zunächst in Kettrichtung (Webrichtung r) im Teppichgrund 2 verlaufen.

In den Kettreihen, in welchen die Flottier-Schussfäden 10 nicht von dem Polfaden 8 umschlungen sind, ist der Haltefaden 11 angehoben, zur Umschlingung des Flottier-Schussfadens 10 und somit zur Verankerung desselben am Teppichgrund 2. Entsprechend wird in Kettrichtung betrachtet wahlweise entweder ein Polfaden 8 oder ein Haltefaden 11 über die Flottier-Schussfäden 10 gelegt.

Die Haltefäden 11 sind im Vergleich zu den Flottier-Schussfäden 10 und auch im Vergleich zu den Polfäden 8 sehr dünn ausgebildet, demzufolge diese Haltefäden 10 optisch auch bei relativ großen, abzubindenden Flottierlängen nicht sonderlich auffallen. Es bleibt der visuelle Eindruck eines frei sich erstreckenden, querlaufenden Flottierabschnittes.

Aus gestalterischen Gründen können die Haltefäden 11 gleichfarbig oder auch andersfarbig entsprechend den Flottier-Schussfäden 10 gewählt sein.

Die Stärke der Haltefäden 11 kann des Weiteren der Stärke der Bindekettfäden 5 entsprechen.


Anspruch[de]
Webteppich (1) mit Polfäden (8) und Bindekettfäden (5), wobei die Polfäden (8) zunächst mit Ober- und Unterschussfäden (6, 7) verwebt sind und weiter unter Ausbildung von Schlingen (9) auf der Teppichoberfläche freiliegen, wobei darüber hinaus Flottier-Schussfäden (10) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Flottier-Schussfäden (10) zur Erzeugung einer freien Flottierung in Schussrichtung mit im Vergleich zu den Flottier-Schussfäden (10) sehr dünnen Haltefäden (11) abgebunden sind. Webteppich nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Flottier-Schussfäden (10) in Kettrichtung (r) zwischen zwei durch Polfäden (8) gebildeten Schlingen (9) angeordnet sind. Webteppich nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltefäden (11) nur durch die Oberschussfäden (6) und Schlingen (9) bildenden Flottier-Schussfäden (10) abgebunden sind. Webteppich nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltefäden (11) in gleicher Häufigkeit wie die Polfäden (8) vorgesehen sind. Webteppich nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltefäden (11) einen gleichen Farbton wie die Flottier-Schussfäden (10) aufweisen.






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