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Dokumentenidentifikation DE102006005138A1 09.08.2007
Titel Kontaktlinse
Anmelder Zürcher, Ralf, 77974 Meißenheim, DE
Erfinder Zürcher, Ralf, 77974 Meißenheim, DE
Vertreter Goy, W., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 79108 Freiburg
DE-Anmeldedatum 04.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006005138
Offenlegungstag 09.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse G02C 7/04(2006.01)A, F, I, 20060204, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29D 11/00(2006.01)A, L, I, 20060204, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Kontaktlinse 2 ist auf ihrer dem Auge 1 zugewandten Innenseite an die Oberflächenkontur des Auges 1 angepaßt. Zur Herstellung einer derartigen Kontaktlinde 2 wird eine Negativform 3 der Kontaktlinse 2 geschaffen. Durch eine korrespondierende Gegenform 4 ist eine Hohlform 5 entsprechend der Kontaktlinse 2 gebildet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kontaktlinse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1; die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung einer Kontaktlinse.

Auf dem Markt gibt es verschiedenste Kontaktlinsen zur Behebung einer Vielzahl von möglichen Fehlsichtigkeiten. Man unterscheidet dabei die "weichen Kontaktlinsen" sowie die "harten Kontaktlinsen".

Die "weichen Kontaktlinsen" bestehen aus einem weichen, nicht formstabilen Material, welches die erforderlichen Bemessungsgrundlagen in der Formgestaltung berücksichtigt. Hierbei werden Dioptrienstärke (wegen der Fehlsichtigkeit) und Radius der Augenoberfläche sowie regelmäßige Astigmatismen (wegen regelmäßigen Verformungen) an der Oberfläche bei der Anpassung der Kontaktlinse sowie Herstellung berücksichtigt. Die Herstellung der weichen Kontaktlinsen erfolgt anhand der vorgenannten Parameter sowie anhand der möglichen Auswahl der Materialien und variabler Gestaltungszonen. Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Herstellungsarten.

Die Gestaltung der weichen Kontaktlinsen beinhaltet die gängigsten und möglichen Verformungen des Auges nach den vorgenannten Kriterien sowie gleichmäßige Verformungen des Auges. Durch die weiche Bauart der weichen Kontaktlinsen ist es jedoch immer so, daß die Kontaktlinse beim Tragen an der Oberfläche des Auges direkt anliegt. Die Kontaktlinse paßt sich dem Auge an. Somit liegt ihre Oberfläche parallel zur Oberfläche des Auges. Lediglich eine Dickenverstärkung oder Dickenschwächung gleicht Radius und Fehlsichtigkeit aus.

Irregularitäten, die eine individuelle Anpassung der Linsenform an das Auge erfordern würden, sind hierbei nicht möglich.

Bei irregulären Oberflächen (irregulärer Astigmatismus oder andere Hornhautschäden) gibt es keine Einzelanpassungen an die Oberflächen der Augen. So können zum Beispiel Einzelvertiefungen und Erhöhungen der Hornhautoberfläche, welche auf natürliche Art vorgegeben sind, oder aufgrund von Verletzungen, nicht durch die weiche Kontaktlinse spezifisch auf das Einzelauge angepaßt und ausgeglichen werden.

Bei den "harten Kontaktlinsen" handelt es sich um formstabile Kontaktlinsen. Sie haben eine andere Funktion als die weichen Kontaktlinsen. Die harten Kontaktlinsen werden aus Materialien hergestellt, welche eine Verformung der Linsen nur in geringem Dehnungsbereich zulassen. Ihre Form bleibt stabil. Sie bestehen aus harten Kunststoffen. Diese harten Kontaktlinsen werden entsprechend den möglichen Meßverfahren am Auge angepaßt und auch im Einzelanpassungsverfahren individuell hergestellt und gefertigt. So werden Augenradien und Dioptrienwerte und andere übliche Fehlsichtigkeits- und Geometriewerte bei der Anpassung berücksichtigt.

Die harte Kontaktlinse hat gegenüber der weichen Kontaktlinse den Vorteil, daß sie auch Unregelmäßigkeiten der Oberfläche des Auges ausgleichen kann, allerdings nur in beschränktem Maße. So kann sie gegenüber der weichen Kontaktlinse auch gewisse Irregularitäten und irreguläre Astigmatismen des Auges ausgleichen. Der Ausgleich erfolgt hierbei über den zwischen der Kontaktlinse und dem Auge liegenden Tränenfilm.

Der Nachteil der harten Kontaktlinse liegt gegenüber der weichen Kontaktlinse in der mangelnden Spontanverträglichkeit. Weiterhin kann sich die harte Kontaktlinse auf dem Auge bewegen und ist damit für den Patienten spürbarer als eine weiche Kontaktlinse. So ist ein Tragen von harten Kontaktlinsen für den – wie ausgeführt – spontanen sowie für den zeitlich begrenzten Gebrauch nicht komfortabel und empfehlenswert. Eine gute Verträglichkeit stellt sich nur nach einer Eingewöhnungsphase und bei konsequentem Dauertragen ein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kontaktlinse zu schaffen, welche Fehlsichtigkeiten und/oder Augenanomalitäten besser ausgleicht; ferner soll ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Kontaktlinse geschaffen werden.

Die technische Lösung ist bezüglich der Kontaktlinse gekennzeichnet durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs 1.

Dadurch ist eine individuelle Kontaktlinse gewissermaßen als Maßanzug geschaffen. Es handelt sich dabei um eine weiche oder um eine harte Kontaktlinse zur Behebung irregulärer Fehlsichtigkeiten, welche dem Einzelaugenfehler entspricht und welche das individuelle topographische und/oder abberrometrische Eigenmerkmal jedes Einzelauges ausgleicht. Die Hornhaut des Auges wird dabei individuell wie ein Fingerabdruck eines Menschen betrachtet. Diese Individualkontaktlinse dient dem besseren Tragekomfort, besserer Sichtmöglichkeit und zum Tragen von weichen Kontaktlinsen bei kurzer Tragezeit. Bei harten Kontaktlinsen ist eine bessere Anpassung der Kontaktlinse an die Augenoberfläche und somit auch zur besseren Sichtmöglichkeit geschaffen. Gleichzeitig können Augenfehlsichtigkeiten, die bislang nicht korrigierbar waren, wie abberrometrische Fehlsichtigkeiten im Auge, durch die erfindungsgemäße Spezialanpassung korrigiert werden. So ist es möglich, daß die erfindungsgemäßen weichen oder harten Kontaktlinsen individuell für jedes einzelne, individuelle Auge unter Einbeziehung bekannter Produktionstechniken und Kontaktlinsenarten hergestellt werden können. Im Extremfall können hierdurch nicht nur Fehlsichtige, sondern auch Normalsichtige zu einer besseren Sehfähigkeit gelangen. Gerade im Hinblick auf bestimmte Tätigkeiten kann diese Variante der Sichtverbesserung ein Gewinn für den Einzelpatienten darstellen. Auch können Fehlsichtigkeiten, die aufgrund von Operationen am Auge entstanden sind (wie beispielsweise Narben oder Verformungen an der Oberfläche der Hornhaut) durch die erfindungsgemäße Kontaktlinse korrigiert werden. Gerade bei weichen Kontaktlinse wäre erstmalig die Korrektur von Oberflächenfehlern möglich. Dies würde ein Tragen von Weichlinsen bei irregulären Astigmatismen und anderen Hornhautfehlern ermöglichen. Für Patienten, welche nur für bestimmte Zeiträume Kontaktlinsen tragen (beispielsweise bei Nacht oder bei Dämmerungssehschwäche infolge von Hornhautirregularitäten) wäre durch die Spontanverträglichkeit von weichen Kontaktlinsen eine wesentliche Verbesserung des Tragekomforts bei einer derartigen Kurztragezeit möglich. Gleichzeitig ist auch die Korrektur höherer irregulärer Hornhautfehler durch die Berücksichtigung der individuellen Fehler möglich und ermöglicht das Beheben bisher nicht durch Sehhilfen ausgleichbarer Sehfehler.

Das Besondere der erfindungsgemäßen Kontaktlinse ist somit die Einzelanpassungsmöglichkeit an irreguläre Oberflächen und/oder die Ausgleichsmöglichkeit abberrometrischer Fehlsichtigkeiten. Somit können die Irregularitäten und abberrometrischen Fehler jedes Einzelauges erstmals mit bekannten Produktionsverfahren kundenspezifisch durch eine entsprechende Kontaktlinsenherstellung angepaßt und korrigiert werden. Das Zusammenspiel zwischen Auflagefläche Kontaktlinse/Auge und Oberfläche der Kontaktlinse kann unter Berücksichtigung eventueller Verschiebewerte sowie Interpolationen von starken Hornhautirregularitäten sämtliche Fehler bestmöglich ausgleichen. Es wäre somit erstmals möglich, nach bekannten Herstellungsverfahren eine Maßkontaktlinse als weiche Kontaktlinse oder aber auch als harte Kontaktlinse herzustellen, welche sämtliche Brechungsfehler des Auges im Zusammenhang mit Irregularitäten und abberrometrischen Fehlern berücksichtigt. Auch die Anforderungen an Oberflächenglätte und die Definition von Kontaktlinsenmaterialien müßten nicht neu definiert werden, sondern können aus bekannten Erfahrungswerten zur Herstellung der Kontaktlinsen verwendet werden.

Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Kontaktlinse schlägt gemäß Anspruch 2 vor, daß bei abrupten Konturveränderungen auf der Innenseite der Kontaktlinse glättende Interpolationen vorgenommen sind. In Erweiterung der einfachen Anpassung ist es dadurch möglich, bei sehr unregelmäßig verlaufende Hornhautoberflächen mit sehr plötzlich auftretenden Erhöhungen und Vertiefungen durch Optimierung der einzuarbeitenden Hornhauttopographie in die Kontaktlinse durch eine Art Interpolation der Höhen und Tiefen nochmals die Funktion zu verbessern. Dies dient der Vermeidung oder zumindest der Reduzierung von Sehfehlern bei geringsten Verschiebungen der Kontaktlinse auf dem Auge. Somit kann durch Ermittlung feinster Verschiebewerte beim Tragen der Kontaktlinse eine optimierte Innenkontur der Kontaktlinse berechnet und so abrupte Höhen und Formfehler durch Interpolation der Höhen und Tiefenwerte oder beispielsweise erweiterter Sichtzonen der Kontaktlinse bei Verschiebung der Linse beim Tragen fließend ausgeglichen werden. So könnte beispielsweise beim Lidschlag eine Verschiebung der Kontaktlinse nach unten durch im oberen Bereich der Kontaktlinse im Verschiebebereich eingearbeitete Sichtkorrektur ein wesentlich verbessertes Sehen bei natürlichen Lidschlägen oder Augenbewegungen ermöglicht werden. Dies gilt gleichermaßen auch für Augenbewegungen in andere Richtungen. Herstellungstechnisch würde vor der Messung der Hornhautoberfläche eine am Markt herkömmliche Standardlinse des gewünschten Produktionstyps, welche in den äußeren und geometrischen Abmessungen bekannt ist, auf die Hornhaut des Patienten aufgesetzt werden, um patiententypische Lageeigenschaften der marktüblichen Standardlinse zu ermitteln. Die Messung der Hornhautoberfläche würde mit am Markt üblichen Meßverfahren erfolgen, nämlich mit topographischen und abberrometrischen sowie eventuell weiteren Meßverfahren. Dadurch können die Verschiebewerte der Kontaktlinse gemessen werden. Somit könnten erstmals auf die Verschiebewerte von Kontaktlinsen und die individuellen Tragewerte im Bereich von zu interpolierenden Höhen und Tiefen des Einzelauges für die Sichtverbesserung berücksichtigt werden.

Eine weitere Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 3 vor, daß in die Innenseite der Kontaktlinse Kapillarzonen eingearbeitet sind. Somit können sogenannte kapillare Zonen zwischen Auge und Linse durch Einarbeitung von Kapillarzonen im Mikrometer- oder Nanometerbereich in die Linse eingearbeitet werden. Der Vorteil liegt in einer besseren Flußmöglichkeit der Tränenflüssigkeit und somit eine bessere Befeuchtung durch die natürliche Tränenflüssigkeit für die Augen. Die kapillaren Zonen haben dabei derart geringe Abmessungen, daß sie keine oder nur eine vernachlässigbare Negativauswirkung auf die optische Sehwirkung der Linsen haben. Entsprechend dem Herstellungsverfahren der Kontaktlinse können diese Kapillarzonen in die Negativform eingearbeitet werden. Alternativ ist es auch möglich, beispielsweise mittels eines Lasers die Kapillare in die Linse direkt einzuarbeiten. Dadurch ist insgesamt eine Tragekomfortoptimierung dahingehend geschaffen, daß Benetzungsverbesserungen zu längeren Tragezeiten und zum Tragen für überempfindliche Patienten führen.

Als technische Lösung wird mit der Erfindung ein Herstellungsverfahren einer derartigen Kontaktlinse gemäß Anspruch 4 vorgeschlagen.

Das Herstellungsverfahren für die Schaffung von weichen oder harten Kontaktlinse besteht darin, zunächst im Bereich der späteren Kontaktlinse bei nicht aufsitzender Kontaktlinse die Oberflächenkontur des Auges zu messen. Dies ist durch bekannte medizinische bzw. technische Verfahren mit entsprechenden Geräten möglich, um so die topographischen Unebenheiten des Auges sowie die abberrometrischen Gegebenheiten jedes einzelnen Auges genauestens individuell zu vermessen und zu erfassen. Diese Verfahren werden beispielsweise beim operativen Eingriff zur Beseitigung der Fehlsichtigkeit mit Hilfe von Lasereingriffen an der Hornhaut verwendet. Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Kontaktlinse würden somit die bekannten Meßmethoden zur Herstellung einer individuellen weichen oder harten Kontaktlinse herangezogen. Die zu korrigierende Fehlsichtigkeit würde nach den technischen Möglichkeiten am Auge individuell vermessen und ausgelesen. Nach der Feststellung sämtlicher Korrekturwerte würden diese mittels entsprechender technischer Hilfsmittel oder Geräte auf der dem Auge zugewandten Seite eingearbeitet werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, diese Methode auch auf der augenabgewandten Seite anzuwenden. Auf der Basis werden dann die Oberflächendaten zum Herstellen der Kontaktlinse verwendet. Die Herstellung erfolgt nach den entsprechenden technischen Erfordernissen und Möglichkeiten als Individualherstellung für das Auge. Dies unterscheidet sich grundlegend von anderen Herstellungsverfahren für individuelle weiche oder harte Kontaktlinsen. Somit können erfindungsgemäß gemäß dem Herstellungsverfahren erstmals Kontaktlinsen aller bisher bekannten Produktions- und Materialgüte für eine kundenspezifische Einzelherstellung geschaffen werden, ohne daß neue Material- oder Verfahrensweisen in der Herstellung definiert werden müssen. Dies erfolgt als erweiterte Option mit Berücksichtigung der vorbeschriebenen Verschiebewerte sowie interpolierter Höhen. Des weiteren kann die Sitzgenauigkeit und Produktionsgüte im Werk vor der Auslieferung geprüft und verbessert werden, wenn – wie noch auszuführen sein wird – für die Herstellung eine sogenannte Negativform verwendet wird.

Ein bevorzugtes Herstellungsverfahren schlägt Anspruch 5 vor. Die Grundidee liegt in der Herstellung einer Individualkontaktlinse basierend auf einer Negativform als Individualform. Dieses Herstellungsverfahren bedeutet die Herstellung einer Negativform, welche genau dem Einzelauge nachgebildet ist. Diese Negativform gibt die Maßanforderung an den Kontaktlinsenrohling im Bezug der Verhältnismäßigkeit zwischen nicht hydratisiertem und hydratisiertem Zustand wieder. Dabei werden alle Irregularitäten und abberrometrischen Korrekturwerte auf die Negativform übertragen. Damit wäre die Herstellung von Individualkontaktlinsen mit vorhandenen, bisher für Standardlinsen angewendeten Herstellungsverfahren möglich. Die Kontaktlinsen können dann mit bekannten Formgebungsverfahren, wie beispielsweise Schleuderguß- oder Formgußverfahren oder anderen Verfahren hergestellt werden. Die Herstellung der individuellen Oberfläche ist hierbei nicht am fertigen Kontaktlinsenrohling, sondern direkt bei der Herstellung des Kontaktlinsenrohlings möglich.

Eine Alternative hierzu schlägt Anspruch 6 vor. Die Grundidee liegt in der direkten Einarbeitung der Korrekturwerte mittels Laser in den Kontaktlinsenrohling vor der Hydratisierung.

Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Kontaktlinse einschließlich Herstellungsverfahren werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:

1 eine Draufsicht auf das Auge mit Kontaktlinse;

2 einen Längsschnitt durch das Auge in 1;

3 ein Detailausschnitt aus 2 im Grenzbereich zwischen der Hornhaut des Auges und der Kontaktlinse;

4 eine schematische Schnittdarstellung durch eine Hohlform zur Schaffung der Kontaktlinse;

5 eine Darstellung entsprechend der in 3, jedoch nach Durchführung einer Interpolation;

6 eine Darstellung entsprechend der in 6, jedoch mit zusätzlichen Kapillaren auf der Innenseite der Linse.

1 zeigt ein Auge 1 mit Iris und Pupille. Auf dieses Auge 1 ist in herkömmlicher Weise eine Kontaktlinse 2 aufgesetzt, bei der es sich um eine weiche oder um eine harte Kontaktlinse 2 handeln kann.

Gestrichelt ist in 1 noch die Kontaktlinse 2 in einer dazu verschobenen Position angedeutet, wobei aufgrund dieses Verschiebewertes eine Verschiebewertberücksichtigung bei der Herstellung der Kontaktlinse 2 vorgenommen werden kann. Dabei handelt es sich in 1 nur um eine schematische Darstellung. Die Verschiebewerte können in alle Richtungen wirken. Diese Verschiebewerte werden bei der Herstellung der Kontaktlinse 2 zusätzlich ermittelt, um so eine zusätzliche Korrektur des Sichtfeldes durch Einarbeitung des Sichtfeldewertes in den relevanten Verschieberaum der Kontaktlinse 2 zu ermöglichen. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der topographischen Gegebenheiten.

Wie die vergrößerte Darstellung in 3 zeigt, ist die Oberfläche der Hornhaut nicht eben gekrümmt, sondern sie weist Unregelmäßigkeiten auf. Die dazu korrespondierende Innenseite der Kontaktlinse 2 weist eine entsprechende Oberflächentopographie auf. Es handelt sich dabei bei der Kontaktlinse 2 um eine weiche Kontaktlinse 2, so daß durch die korrespondierende Formgebung die Kontaktlinse 2 exakt auf das Auge 1 paßt.

Die Herstellung der Kontaktlinse 2 ist wie folgt:

In einem ersten Schritt werden die dreidimensionalen topographischen und abberrometrischen Daten der Oberfläche des Auges 1 mit bekannten Vermessungstechniken ermittelt. Diese Vermessung erfolgt ohne aufsitzende Kontaktlinse 2.

Mit den so gewonnenen Daten wird eine Negativform 3 der Kontaktlinse 2 (bzw. eine Positivform des Auges 1) geschaffen, wie sie in 4 dargestellt ist. Diese Negativform 3 ist dabei identisch profiliert wie die Oberfläche des Auges 1 im Bereich der späteren Kontaktlinse 2. Korrespondierend zu dieser Negativform 3 gibt es noch ein Gegenform 4 (je nach dem Herstellungsverfahren). Negativform 3 und Gegenform 4 definieren eine Hohlform 5 entsprechend der zu schaffenden Kontaktlinse 2. Diese Hohlform 5 wird mit dem Kunststoffmaterial ausgefüllt, so daß nach dem Entformen die Kontaktlinse 2 geschaffen ist. Es erfolgt eine eventuelle Nachbearbeitung. Da die Negativform 3 dem Auge 1 entspricht, kann eine Anpassung auf diese Negativform 3 vorgenommen werden.

5 zeigt eine Ausschnittsdarstellung entsprechend der Darstellung in 3. Allerdings ist die Oberfläche des Auges 1 durch starke Höhen und Tiefen im Wechsel gekennzeichnet. Hier wird durch eine rechnerische Interpolation eine Anpassung der Innenfläche der Kontaktlinse 2 vorgenommen, um so einen Ausgleich zu bewirken, so daß bei geringfügigen Bewegungen der Kontaktlinse 2 auf dem Auge 1 keine oder nur minimale Sehschwankungen entstehen. Der Zwischenraum zwischen der Oberfläche des Auges 1 und der Innenfläche der Kontaktlinse 2 wird durch Tränenflüssigkeit ausgeglichen.

6 schließlich zeigt die Einarbeitung von Kapillarzonen 7 auf der Innenfläche der Kontaktlinse 2. Die Kapillare können über die vorbeschriebene Negativform 3 eingearbeitet werden, aber auch direkt in die fertige Kontaktlinse 2. Durch die Kapillare wird eine bessere Flußmöglichkeit der Tränenflüssigkeit und somit eine bessere Befeuchtung durch die natürliche Tränenflüssigkeit für die Augen ermöglicht.

1
Auge
2
Kontaktlinse
3
Negativform
4
Gegenform
5
Hohlform
6
Interpolation
7
Kapillarzonen


Anspruch[de]
Kontaktlinse (2),

welche zur Behebung von Fehlsichtigkeiten und/oder Augenanomalitäten direkt auf dem Auge (1) getragen wird,

dadurch gekennzeichnet,

daß die dem Auge (1) zugewandte Innenseite der Kontaktlinse (2) an die Oberflächenkontur des Auges (1) angepaßt ist.
Kontaktlinse nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß bei abrupten Konturänderungen auf der Innenseite der Kontaktlinse (2) glättende Interpolationen vorgenommen sind. Kontaktlinse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in die Innenseite der Kontaktlinse (2) Kapillarzonen (7) eingearbeitet sind. Verfahren zur Herstellung einer Kontaktlinse (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der späteren Kontaktlinse (2) die Oberflächenkontur des Auges (1) gemessen und ein entsprechender Datensatz erstellt wird und daß auf der Grundlage dieses Datensatzes die Kontaktlinse (2) hergestellt wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hohlform (5) der Kontaktlinse (2) hergestellt wird und daraus die Kontaktlinse (2) geschaffen wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ausgehend von einem größeren Ausgangsrohling der Kontaktlinse (2) das Material auf der Innenseite der Kontaktlinse (2) abgetragen wird.






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