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Dokumentenidentifikation EP1800895 09.08.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001800895
Titel Stiftspitzer sowie Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder KUM Ltd., County Meath, IE
Erfinder Lüttgens, Fritz Dr., 91054 Erlangen, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 15.12.2005
EP-Aktenzeichen 050274901
EP-Offenlegungsdatum 27.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse B43L 23/08(2006.01)A, F, I, 20070529, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B43K 23/008(2006.01)A, L, I, 20070529, B, H, EP   A45D 40/20(2006.01)A, L, I, 20070529, B, H, EP   B25G 1/10(2006.01)A, L, I, 20070529, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Stiftspitzer zum Anspitzen eines Schreib-, Mal- oder Kosmetikstiftes.

Herkömmliche Stiftspitzer umfassen in der Regel einen Spitzerkörper, in welchen ein kegelförmiger Stiftführungskanal eingebracht ist. Ein seitlich am Stiftführungskanal angeordnetes Schälmesser trägt von einem sich im Stiftführungskanal drehenden Stift Material ab, was zu einem Anspitzen des Stiftes führt. Zum Auffangen von Spitzabfall sind weiter Behälterspitzer bekannt, bei welchen ein Spitzeinsatz mit Stiftführungskanal und Schälmesser einem Behälter lösbar aufgesetzt ist. Durch Lösen des Spitzeinsatzes vom Behälter kann dieser entleert werden.

Zum Spitzen eines Stiftes in der beschriebenen Art und Weise muss von einem Benutzer ein gewisses Drehmoment aufgebracht werden, um den zu spitzenden Stift gegen das Schälmesser zu drehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stiftspitzer mit verbesserter Handhabbarkeit anzugeben. Weiter liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines derart verbesserten Stiftspitzers bereitzustellen.

Die erstgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Stiftspitzer gelöst, der einen Handgriff und einen in den Handgriff eingesetzten Spitzeinsatz mit einem Stiftführungskanal und einem Schälmesser umfasst, wobei der Handgriff zumindest teilweise den Innenkonturen einer gekrümmten menschlichen Hand angeformt ist.

Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass sich die Handhabbarkeit eines Stiftspitzers dadurch verbessern lässt, dass die Kopplung des Stiftspitzers zum menschlichen Benutzer verbessert wird. Hierzu ist der Spitzeinsatz in einen Handgriff eingebracht, der als solcher von einer menschlichen Hand gut umgriffen werden kann. Die Mensch-Werkzeug-Schnittstelle wird weiter dadurch verbessert, dass der Handgriff zumindest teilweise den Innenkonturen einer gekrümmten menschlichen Hand angeformt ist. Mit anderen Worten weist der Handgriff zumindest Teilbereiche auf, die im Wesentlichen zur Innenseite einer gekrümmten menschlichen Hand komplementär ausgestaltet sind.

Durch die ergonomische Ausgestaltung des Stiftspitzers durch einen Handgriff, der in Teilbereichen den Innenflächen einer gekrümmten menschlichen Hand angeformt ist, wird eine verbesserte Kraftübertragung durch den Benutzer erzielt. Gegenüber herkömmlichen Stiftspitzern ist ein geringerer Krafteintrag zum Erreichen des für den Spitzvorgang notwendigen Drehmomentes erforderlich. Zudem werden die Krafteintragung verschlechternde Haltungen des Stiftspitzers verhindert. Die Haltung ist durch die Anformung an die menschliche Hand vorgegeben. Fehlhaltungen werden vermieden. Durch die ergonomische Ausgestaltung des Stiftspitzers gelingt es insbesondere Kindern oder Benutzern mit eingeschränkten manuellen Fähigkeiten, den Spitzvorgang leicht und problemlos durchzuführen. Als Nebeneffekt wird zudem der Stiftspitzer mit einem derart ausgestalteten Handgriff und wegen der Leichtigkeit des Spitzvorgangs gerne zur Hand genommen. Insbesondere Kinder werden daher zu häufigerem Spitzen animiert.

Der Haltegriff kann prinzipiell verschiedenen Teilbereichen der gekrümmten menschlichen Hand angeformt sein. Eine Anformung ist insbesondere an Druckgriffpunkten sinnvoll, an welchen die menschliche Hand beim Greifen eines Gegenstands Druck auf diesen ausübt. Dies können beispielsweise die Handflächen oder einzelne Fingerflächen als solche sein. Werden die Flächen des Handgriffs in der Nähe der Druckgriffpunkte der Innenkontur einer menschlichen Hand angeformt, so liegt der Stiftspitzer als solcher gut in der Hand und ist leicht bedienbar.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst der Handgriff eine von der menschlichen Hand mit Daumen und Zeigefinger greifbare Basis mit einer zentralen Längsachse, wobei der Basis eine sich quer zur Längsachse erstreckende Daumenauflagerille und ihr gegenüberliegend zumindest eine sich quer zur Längsachse erstreckende Fingerauflagerille eingeformt sind. Da die menschliche Hand als eine Greifhand ausgebildet ist, wobei der Daumen den übrigen Fingern gegenübergestellt ist, bietet sich diese Ausgestaltung an, da hierdurch der Handgriff zwischen Daumen und mindestens einem der übrigen Finger gut und kräftig gehalten werden kann. Hierzu genügt es, wenn sich der Handgriff entlang der Längsachse im minimalsten Fall über eine Strecke der Dimension etwa einer Fingerdicke erstreckt. In diesem Fall würde der Handgriff des Stiftspitzers eine flache Basis mit etwa ovalem Querschnitt aufweisen, an deren Rand sich gegenüberliegend die Daumenauflagerille und die Fingerauflagerille eingeformt sind.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird der Handgriff in Richtung der Längsachse verlängert, so dass der Basis der Daumenauflagerille gegenüberliegend mehrere parallel verlaufende Fingerauflagerillen eingeformt werden können. Dabei ist die Basis an der Stelle, an welcher die Fingerauflagerillen eingeformt sind, der Innenkontur der menschlichen Hand dadurch angeformt, dass die Fingerauflagerillen voneinander durch zwischenliegende Stege getrennt sind. Auf diese Weise fügt sich der Handgriff in die diesen umschließende Hand.

In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist der Handgriff im Wesentlichen dem durch den Innenraum einer gekrümmten menschlichen Hand gebildeten Körper angeformt. Hierzu wird die Basis um die Längsachse im Wesentlichen von einer ersten, einer zweiten, einer dritten und einer vierten Wandungsfläche umlaufen, wobei die Wandungsflächen in Umfangsrichtung weich ineinander übergehend geformt sind. Jede der vier Wandungsflächen weist eine spezifische Flächencharakteristik auf. Die Flächencharakteristik, d.h. die Lage und Form der Fläche im dreidimensionalen Raum, kann beispielsweise von Wandungsfläche zu Wandungsfläche in der Krümmung sowohl in Richtung der Längsachse als auch in Umfangsrichtung, als auch in eingebrachten Oberflächenstrukturen, wie Fingerauflagerillen, variieren, Insbesondere entspricht die erste Wandungsfläche einer Daumenauflagefläche, in welcher die Daumenauflagerillen eingebracht ist. Die zweite Wandungsfläche entspricht einer Daumenballenauflagefläche und liegt bei umschlossener Basis dem Daumenballen und gegebenenfalls einem Teil der Mittelhand der menschlichen Hand an. Die dritte Wandungsfläche bildet eine Fingerauflagefläche, in welcher insbesondere die Fingerauflagerillen eingeformt sind. Die vierte Wandungsfläche ist als eine Umfangsabschlussfläche ausgebildet, deren Dimension durch den Umfang der Basis bestimmt ist. Kann die Basis von einer menschlichen Hand vollständig umgriffen werden, so kann die vierte Wandungsfläche lediglich den Übergang zwischen erster und dritter Wandungsfläche bildend ausgestaltet sein. Ist die Basis derart dimensioniert, dass sie von einer menschlichen Hand nicht vollständig umgriffen werden kann, so entspricht die vierte Wandungsfläche dem zwischen Daumen und Zeigefinger der menschlichen Hand liegenden, nicht umgriffenen offenen Teil der Basis.

Zur Auflage des Daumenballens ist die zweite Wandungsfläche oder Daumenballenauflagefläche sattelförmig ausgestaltet. Hierzu weist die Daumenballenauflagefläche in Richtung der Längsachse eine konkave und in Umfangsrichtung eine konvexe Krümmung auf.

In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist die erste Wandungsfläche oder Daumenauflagefläche ebenfalls sattelförmig ausgebildet. Dabei entsteht eine konkave Krümmung der Daumenauflagefläche in Längsrichtung durch die eingebrachte Daumenauflagerille. Die Krümmung der Daumenauflagefläche in Umfangsrichtung ist konvex mit kleiner Krümmung bis flach ausgebildet.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besitzt die dritte Wandungsfläche oder Fingerauflagefläche quer zur Längsachse einen im Wesentlichen bogenförmigen Querschnitt mit einem Scheitelpunkt. Hierbei ist die oder jede Fingerauflagerille dem Scheitelpunkt ausgeformt, so dass die an der Wandungsfläche parallel zur Längsachse verlaufende Scheitellinie einen wellenförmigen Verlauf besitzt. Der restliche Flächenbereich der dritten Wandungsfläche ist im Wesentlichen glatt. Bei dieser Ausgestaltung bilden die Fingerauflagerillen mit den dazwischenliegenden Stegen die Auflagefläche für den Fingerbereich der hinteren Fingerknochen. Diese stehen bei einer locker gekrümmten menschlichen Hand dem Daumen gegenüber. Mit anderen Worten werden durch eine derartige Basis des Handgriffes für eine locker umschließende Hand Druckgriffpunkte im Bereich der hinteren Fingerknochen gebildet, wodurch ein idealer Krafteintrag zum Zwecke des Spitzens erfolgen kann. Der Handgriff liegt auf diese Weise ergonomisch in einer locker gekrümmten menschlichen Hand. Dadurch, dass die Fingerauflagerillen im Wesentlichen im Bereich der Scheitellinie der dritten Wandungsfläche angeordnet sind, wird eine Fehlhaltung des Stiftspitzers sicher vermieden.

Wie ausgeführt, dient die vierte Wandungsfläche als eine Umfangsabschlussfläche. Während erste, zweite und dritte Wandungsfläche bei entsprechender Dimensionierung der Basis des Handgriffs den Innenseiten einer menschlichen Hand angeformt sind, bleibt die Gestaltung der vierten Wandungsfläche offen. Je nachdem, ob erste, zweite und dritte Wandungsfläche in Umfangsrichtung im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn angeordnet sind, entsteht ein Stiftspitzer für Links- bzw. Rechtshänder.

Wird die vierte Wandungsfläche ähnlich der zweiten Wandungsfläche geformt, so ist vorteilhafterweise eine einheitliche Gestaltung des Handgriffs sowohl für Linksals auch für Rechtshänder möglich. In diesem Fall bildet die vierte Wandungsfläche für eine linke Hand eine Umfangsabschlussfläche, die von der Hand nicht umgriffen ist. Die zweite Wandungsfläche ist hierbei als die Daumenballenauflagefläche ausgeformt. Für eine rechte Hand bildet die vierte Wandungsfläche aber gleichzeitig eine Daumenballenauflagefläche und ist beispielsweise sattelförmig ausgeformt. Die zweite Wandungsfläche hat dann die Funktion der Umfangsabschlussfläche und wird von der menschlichen Hand nicht umgriffen. Durch die angegebene Ausgestaltung des Handgriffs wird es also möglich, einen einheitlichen Stiftspitzer zu schaffen, der sowohl für Links- als auch für Rechtshänder einen ergonomisch ausgestalteten Handgriff aufweist.

Zweckmäßigerweise ist der Basis des Handgriffs eine zur Längsachse senkrechte, überkragende obere Plateaufläche angeformt. Hierdurch wird erreicht, dass der zum Spitzen gegen die Hand in Richtung der Längsachse aufzuwendende Druck nicht zu einem Verrutschen des Handgriffs in der Hand führt. Dies wird sicher durch die überkragende obere Plateaufläche verhindert, da diese bei umgriffener Basis der gekrümmten menschlichen Hand aufliegt.

Zweckmäßigerweise sind dem überkragenden Teil der oberen Plateaufläche unterseitig Fingermulden zur Auflage auf den Daumen und den Zeigefinger eingeformt. Hierdurch werden einzelne Druckstellen auf der menschlichen Hand verhindert, die bei der Durchführung des Spitzvorgangs für den Benutzer unangenehm wären. Auch dies führt zu einer Verbesserung der Schnittstelle zwischen menschlicher Hand und Werkzeug.

Zum Aufstellen des Stiftspitzers ist es vorteilhaft, wenn der Basis eine senkrecht zur Längsachse verlaufende flache untere Auflagefläche angeformt ist. Besteht die untere Auflagefläche aus zwei gegeneinander gekippt verlaufenden ebenen Flächen, so kann hierdurch Material des Handgriffs eingespart werden. Gleichzeitig erlaubt diese Ausgestaltung ein Abstellen des Stiftspitzers in zwei möglichen Positionen. Auch kann ein freier, nicht in einer Fingerauflagerille geführter Finger der schrägen Fläche angenehm aufgelegt werden.

Vorteilhafterweise ist der Spitzeinsatz in etwa zentral parallel zur Längsachse in die Basis eingesetzt. Hierdurch wird eine ideale Krafteintragung von der menschlichen Hand in den Stiftspitzer zur Aufbringung des für den Spitzvorgang notwendigen Drehmomentes erreicht.

In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen der Erfindung ist der Spitzeinsatz in eine Bohrung zur Aufnahme von Spitzabfall eingesetzt. Zum Entfernen des Spitzabfalls kann entweder der Spitzeinsatz lösbar eingesetzt sein, oder aber die Bohrung durchsetzt die Basis in voller Länge, so dass dem Spitzeinsatz gegenüberliegend am Boden der Basis ein Deckel zum Entleeren der Bohrung angebracht werden kann.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umfasst der Handgriff Materialen unterschiedlicher Elastizität. So kann der Handgriff an den Stellen der Handdruckpunkte ein Material hoher Elastizität und ansonsten ein Material geringerer Elastizität aufweisen. Das weichere, höher elastische Material gibt hierbei den Handdruckpunkten nach, während das härtere Material geringerer Elastizität die vorgegebene Handgriffbeaufschlagung steuert. Hierdurch kann eine optimale Greifposition vorgegeben werden.

Die zweitgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Herstellung eines Stiftspitzers gelöst, wobei ein im Wesentlichen zylinderförmiger Körper in etwa der Dimension einer menschlichen Hand aus einer formbaren Masse mit einem für den Spitzeinsatz Raum schaffenden Platzhalter versehen wird, wobei der Körper manuell fest umgriffen wird, wodurch dem Körper zumindest ein Teil der Innenkonturen einer menschlichen Hand eingeformt wird, wobei der geformte Körper gegebenenfalls mit entnommenem Platzhalter entweder als eine Rohvorlage eingesetzt wird, mit deren Hilfe mittels einer formgebenden Bearbeitungstechnologie insbesondere einer Guss-, Gieß-, Spritz-, Dreh-, Fräs- oder Laserbearbeitungstechnologie, der Handgriff hergestellt wird, oder der geformte Körper zum Handgriff ausgehärtet wird, wobei der Platzhalter gegebenenfalls vor oder nach der Aushärtung entnommen wird und wobei in den Platzhalter oder in die durch den Platzhalter entstandene Öffnung ein Spitzeinsatz eingesetzt wird.

Durch dieses Herstellungsverfahren wird es in einfacher Art und Weise möglich, einen Stiftspitzer zu schaffen, der einen Handgriff aufweist, der teilweise den Innenkonturen einer gekrümmten menschlichen Hand angeformt ist. Der Handgriff wird gewissermaßen als Abdruck der menschlichen Hand geschaffen. Hierzu ist es in bekannter Art und Weise möglich, den Abdruck der menschlichen Hand als eine Grund- oder Rohform für weitere übliche Fertigungstechnologien zu verwenden. Insbesondere kann aus der Rohform eine Negativ- oder Gussform hergestellt werden, durch welche beispielsweise mittels Kunststoffspritzguss der Handgriff für den Stiftspitzer hergestellt werden kann. In dieser Variante dient der einmal geschaffene Abdruck der menschlichen Hand als Vorlage für einen in Serie fertigbaren Stiftspitzer.

Alternativ ist es ebenfalls möglich, jeden einzelnen der Stiftspitzer dadurch herzustellen, dass der Körper von dem späteren Benutzer selbst von der menschlichen Hand umgriffen wird, wodurch die eigene Hand in den Handgriff des Stiftspitzers eingeformt wird. Durch Aushärtung der eingeformten Basis des Handgriffs wird ein für den Benutzer persönlicher Stiftspitzer erstellt, der perfekt in der eigenen Hand liegt.

Zur Aushärtung des geformten Körpers umfasst dieser vorteilhafterweise eine Knetmasse aus einem Duroplast, dem in weicher Form die menschliche Hand eingeformt werden kann. Anschließend wird der Körper beispielsweise durch eine Temperaturbehandlung, die gegebenenfalls in einem häuslichen Backofen durchgeführt werden kann, ausgehärtet. Der persönliche Stiftspitzer liegt perfekt in der Hand des Benutzers, wodurch ein guter Krafteintrag zum Erreichen des für den Spitzvorgang notwendigen Drehmomentes resultiert. Insbesondere Kinder werden hierdurch zu häufigem Spitzen animiert.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung werden für die formbare Masse Materialien unterschiedlicher Plastizität eingesetzt. Durch eine vorgegebene Verteilung von Materialien unterschiedlicher Plastizität im zylinderförmigen Körper kann eine Gewisse Einflussnahme auf die Formgebung erzielt werden. Insbesondere erlaubt der Einsatz eines Materials hoher und eines Materials geringerer Plastizität, gewisse Stellen mit hoher Verformbarkeit zu erzielen, wobei andere Stellen eher die ursprüngliche Form beibehalten werden. Wird beispielsweise das Material hoher Plastizität an der Außenseite des zylinderförmigen Körpers und das Material geringerer Plastizität im Innenraum des zylinderförmigen Körpers eingesetzt, so gibt das weichere Material bei der Formgebung durch die menschliche Hand den Handdruckpunkten nach, während das härtere Material die Handgriffformgebung als solche steuert.

Bei der Herstellung des Stiftspitzers können insbesondere solche Materialen eingesetzt werden, die im Endzustand eine unterschiedliche Elastizität aufweisen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1 bis 4
in einer dreidimensionalen Darstellung jeweils einen Stiftspitzer mit einem teilweise den Innenkonturen einer gekrümmten menschlichen Hand angeformten Handgriff (aus verschiedenen Blickrichtungen),
Fig. 5
schematisch den Stiftspitzer gemäß den Fig. 1 bis 4, wie er von einem menschlichen Hand umgriffen wird, und
Fig. 6
in einem Längsschnitt den in den Stiftspitzer integrierten Spitzeinsatz mit einer Bohrung zur Aufnahme von Spitzabfall.

In den Fig. 1 bis 4 ist aus unterschiedlichen Blickrichtungen in dreidimensionaler Darstellung ein Stiftspitzer 1 gezeigt, der einen ergonomischen Handgriff 3 und einen in den Handgriff 3 eingesetzten Stifteinsatz 4 umfasst. Der Stifteinsatz 4 ist hierbei im Wesentlichen entlang der Längsachse des Handgriffes 3 zentral eingesetzt. Ebenfalls dargestellt ist ein Stift 6, wie er zum Spitzen in den Stiftführungskanal des Stifteinsatzes 4 eingesetzt wird. Der Stift 6 definiert dabei gleichzeitig die Längsachse des Handgriffs 3 bzw. seiner von der Hand umgreifbaren Basis.

Die entlang der Längsachse verlaufende Basis wird insgesamt von vier Wandungsflächen mit charakteristischen Eigenschaften umlaufen.

In Fig. 1 ist der Handgriff 3 mit Blick auf die dritte Wandungsfläche 7 dargestellt. Die dritte Wandungsfläche 7 ist als eine Fingerauflagefläche ausgebildet und weist hierzu eingebrachte Fingerauflagerillen 8 sowie zwischen den Fingerauflagerillen 8 verlaufende Stege 9 auf. Die dritte Wandungsfläche 7 weist weiter senkrecht zur Längsachse, die durch den Stift 6 definiert ist, einen im Wesentlichen bogenförmigen Verlauf mit einem Scheitelpunkt auf. Dies wird aus der eingezeichneten Konturlinie 10 ersichtlich. Die Fingerauflagerillen 8 sind jeweils am Scheitelpunkt angebracht, so dass sich an dieser Stelle in Richtung der Längsachse eine wellenförmige Scheitellinie ergibt. Beidseits der Fingerauflagerillen 8 ist die dritte Wandungsfläche 7 im Wesentlichen flach ausgebildet.

Der Basis des Handgriffs 3 ist eine obere Plateaufläche 11 angeformt, die eine umlaufende Überkragung 12 aufweist. Durch die Überkragung 12 steht die Plateaufläche 11 der Basis des Handgriffs 3 über, wodurch für die den Handgriff umschließende Hand eine Auflagefläche geschaffen wird. Hierdurch ist der für den Spitzvorgang notwendige Druck in Richtung des Stiftes 6 bzw. in Richtung der Längsachse leicht erzeugbar.

Fig. 2 zeigt den Stiftspitzer 1 aus einer anderen Blickrichtung. Gegenüber Fig. 1 ist die dritte Wandungsfläche 7 nach links weggedreht. Man erkennt noch die Fingerauflagerillen 8 und die dazwischen liegenden Stege 9. Man blickt schräg von unten gegen die Unterseite der oberen Plateaufläche 11. Zur Vermeidung von Druckstellen sind der Unterseite der oberen Plateaufläche 11 Fingermulden 14 eingeformt.

Aus der in Fig. 2 gezeigten Blickrichtung erkennt man die zweite Wandungsfläche 16 der Basis des Handgriffs 3. Die zweite Wandungsfläche 16 ist im Wesentlichen sattelförmig ausgebildet. Man erkennt die konvexe Krümmung in Umfangsrichtung und die konkave Krümmung in Richtung der Längs- bzw. Stiftachse. Da die dritte Wandungsfläche 7 oder Fingerauflagefläche links von der zweiten Wandungsfläche 16 oder Daumenballenauflagefläche angeordnet ist, ist der dargestellte Stiftspitzer 1 ergonomisch für einen Linkshänder ausgestaltet.

An dem dem Stift 6 bzw. dem Spitzeinsatz 4 gegenüberliegenden Ende weist der Handgriff 3 eine flache untere Auflagefläche 18 auf.

In Fig. 3 ist der Stiftspitzer 1 wiederum aus einer anderen Blickrichtung dargestellt. Man erkennt nun die dritte Wandungsfläche 7 oder Fingerauflagefläche am unteren Rand des Handgriffs 3. Aus dieser Darstellung wird ersichtlich, dass die untere Auflagefläche 18 aus zwei gegeneinander abgeschrägten Teilebenen besteht. In Fig. 3 wird die nach oben abgeschrägte gekippte Teilebene 18' ersichtlich.

Man blickt auf die der dritten Wandungsfläche 7 oder Fingerauflagefläche gegenüberliegende erste Wandungsfläche 20, in welche eine Daumenauflagerille 21 eingeformt ist. Die Daumenauflagerille 21 ist im Wesentlichen in Umfangsrichtung flach eingeformt. Es ergibt sich insgesamt eine sattelförmige Form der ersten Wandungsfläche 20.

Zwischen der ersten Wandungsfläche 20 und der dritten Wandungsfläche 7 ist die vierte Wandungsfläche 23 erkennbar. Diese weist, wie aus der eingezeichneten Konturlinie 24 ersichtlich wird, in Umfangsrichtung eine konvexe Krümmung und in Längsrichtung eine konkave Krümmung auf. Mit anderen Worten ist die vierte Wandungsfläche 23 ähnlich der zweiten Wandungsfläche 16, nämlich sattelförmig, ausgestaltet. Greift ein Rechtshänder den dargestellten Stiftspitzer 1, so dient die vierte Wandungsfläche 23 als Daumenballenauflagefläche. Die zweite Wandungsfläche 16 liegt in diesem Fall zwischen dem Daumen und den übrigen Fingern frei und wirkt dann als eine Umfangsabschlussfläche. Der gezeigte Stiftspitzer 1 ist somit sowohl für einen Links- als auch für einen Rechtshänder ergonomisch ausgeformt.

Aus der in Fig. 4 dargestellten Blickrichtung wird insbesondere die erste Mantelfläche 20 mit eingeformter Daumenauflagerille 21 ersichtlich. Auch die Ausgestaltung der unteren Auflagefläche 18 mit einer gekippten Teilebene 18' wird klar erkennbar.

In Fig. 5 ist schematisch der in den Fig. 1 bis 4 gezeigte Stiftspitzer 1 gezeigt, wie er von einer menschlichen linken Hand 26 umgriffen wird. Man erkennt die in der menschlichen Hand liegende Basis 31 des Handgriffs 3. Die Kontur der Basis 31 wird durch die erste, zweite, dritte und vierte Wandungsfläche 20, 16, 7 bzw. 23 gebildet. Hierbei liegt die erste Wandungsfläche 20 dem Daumen 29, die zweite Wandungsfläche 16 dem Daumenballen, die dritte Wandungsfläche 7 den Fingern (dargestellt sind Zeigefinger 27 und Mittelfinger 28) an; die vierte Wandungsfläche 23 dient als eine Umfangsabschlussfläche. Sie wird von der Hand 26 nicht umschlossen.

Weiter erkennt man die der Basis 31 des Handgriffs 3 angeformte obere Plateaufläche 11, die der menschlichen Hand 26 auf der von Daumen 29 und Zeigefinger 27 gebildeten Fläche aufliegt. Der Umriss der Plateaufläche 11 ist hierbei gestrichelt dargestellt.

Der Spitzeinsatz 4 ist dem Stiftspitzer 1 zentral in der Basis 31 des Handgriffs 3 eingesetzt. Der Stifteinsatz 4 weist zwei Stiftführungskanäle 33 mit unterschiedlichem Durchmesser auf. In jedem der Stiftführungskanäle 33, die konisch zulaufend ausgebildet sind, ist jeweils ein Schälmesser 34 zum Spitzen eines eingesetzten Stiftes eingesetzt.

Fig. 6 zeigt den Stiftspitzer 1 mit ergonomisch ausgebildetem Handgriff 3 in einem Längsschnitt. Der Spitzeinsatz 4 mit Stiftführungskanal 33 und Schälmesser 34 ist mittels eines Deckels 35 in eine Bohrung 37 eingesetzt. Die Bohrung 37 ist zentral in der Basis 3 des Stiftspitzers 1 eingebracht. Der Deckel 35 ist zum Leeren der Bohrung 37 von Spitzabfall abnehmbar.

In einer gestrichelt dargestellten Alternative erstreckt sich die Bohrung 37, die den Spitzeinsatz 4 aufnimmt, bis zur unteren Auflagefläche 18. Hier ist die Bohrung 37 mittels eines abnehmbaren Deckels 38 verschlossen. In der gestrichelten Ausführungsvariante kann der Spitzeinsatz 4 fest in den Haltegriff 3 montiert sein. Die Bohrung 37 wird von Spitzabfall geleert, indem der Deckel 38 geöffnet wird.

Bezugszeichenliste

1
Stiftspitzer
3
Handgriff
4
Spitzeinsatz
6
Stift
7
dritte Wandungsfläche
8
Fingerauflagerillen
9
Stege
10
Konturlinie
11
obere Plateaufläche
12
Überkragung
14
Fingermulden
16
zweite Wandungsfläche
18
untere Auflagefläche
18'
gekippte Teilebene
20
erste Wandungsfläche
21
Daumenauflagerille
23
vierte Wandungsfläche
24
Konturlinie
26
menschliche Hand
27
Zeigefinger
28
Mittelfinger
29
Daumen
31
Basis
33
Stiftführungskanal
34
Schälmesser
35
Deckel
37
Bohrung
38
Deckel


Anspruch[de]
Stiftspitzer (1), umfassend einen Handgriff (3) und einen in den Handgriff (3) eingesetzten Spitzeinsatz (4) mit einem Stiftführungskanal (33) und einem Schälmesser (34), wobei der Handgriff (3) zumindest teilweise den Innenkonturen einer gekrümmten menschlichen Hand (30) angeformt ist. Stiftspitzer (1) nach Anspruch 1,

wobei der Handgriff (3) eine von der menschlichen Hand (26) mit Daumen (29) und Zeigefinger (27) greifbare Basis (31) mit einer zentralen Längsachse umfasst, und wobei der Basis (31) eine sich quer zur Längsachse erstreckende Daumenauflagerille (21) und ihr gegenüberliegend zumindest eine sich quer zur Längsachse erstreckende Fingerauflagerille (8) eingeformt sind.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 1 oder 2,

wobei der Basis (31) der Daumenauflagerille (21) gegenüberliegend mehrere parallel verlaufende Fingerauflagerillen (8) eingeformt sind, und wobei die Fingerauflagerillen (8) voneinander durch zwischenliegende Stege (5) getrennt sind.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 2 oder 3,

wobei die Basis (31) um die Längsachse im wesentlichen von einer ersten (20), einer zweiten (16), einer dritten (7) und einer vierten Wandungsfläche (23) umlaufen wird, wobei die Wandungsflächen (20,16,7,23) in Umfangsrichtung weich ineinander übergehend geformt sind, wobei sich jeweils die erste (20) und dritte (7) sowie die zweite (16) und vierte Wandungsfläche (23) im Wesentlichen gegenüberliegen, wobei die Daumenauflagerille (21) in die erste (20) und die oder jede Fingerauflagerille (8) in die dritte Wandungsfläche (7) eingeformt ist, und wobei die zweite Wandungsfläche (16) im Wesentlichen sattelförmig zur Auflage des Daumenballens ausgeformt ist.
Stiftspitzer(1) nach Anspruch 4,

wobei auch die erste Wandungsfläche (20) sattelförmig ausgebildet ist.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 4 oder 5,

wobei die dritte Wandungsfläche (7) quer zur Längsachse einen im Wesentlichen bogenförmigen Querschnitt mit einem Scheitelpunkt besitzt, wobei die oder jede Fingerauflagerille (8) dem Scheitelpunkt ausgeformt ist, so dass die an der Wandungsfläche (7) parallel zur Längsachse verlaufende Scheitellinie einen wellenförmigen Verlauf besitzt, und wobei der restliche Flächenbereich im Wesentlichen glatt ist.
Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,

wobei die vierte Wandungsfläche (23) ähnlich der zweiten Wandungsfläche (16) geformt ist.
Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7,

wobei der Basis (31) eine zur Längsachse senkrechte, überkragende obere Plateaufläche (11) angeformt ist.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 8,

wobei dem überkragenden Teil (12) der oberen Plateaufläche (11) unterseitig Fingermulden (14) zur Auflage auf den Daumen und den Zeigefinger eingeformt sind.
Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 9,

wobei der Basis (31) eine senkrecht zur Längsachse verlaufende flache untere Auflagefläche (8) angeformt ist.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 10,

wobei die untere Auflagefläche (8) aus zwei gegeneinander gekippt verlaufenden ebenen Flächen (z.B. 8') ausgebildet ist.
Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 11,

wobei der Spitzeinsatz (4) in etwa zentral parallel zur Längsachse in die Basis (31) eingesetzt ist.
Stiftspitzer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Spitzeinsatz (4) in eine Bohrung (37) zur Aufnahme von Spitzabfall eingesetzt ist.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 13,

wobei der Spitzeinsatz (4) zur Entleerung der Bohrung (37) lösbar eingesetzt ist.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 13 oder 14,

wobei der Handgriff (3) unterseitig eine verschließbar Öffnung zur Entleerung der Bohrung (37) aufweist.
Stiftspitzer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Handgriff (3) Materialien unterschiedlicher Elastizität umfasst.
Stiftspitzer (1) nach Anspruch 16,

wobei der Handgriff (3) ein Material hoher Elastizität und ein Material geringerer Elastizität umfasst.
Verfahren zur Herstellung eines Stiftspitzers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 17, mit den Schritten: - ein im Wesentlichen zylinderförmiger Körper in etwa der Dimension einer menschlichen Hand (26) aus einer formbaren Masse wird mit einem für den Spitzeinsatz (4) Raum schaffenden Platzhalter versehen, - der Körper wird manuell fest umgriffen, wodurch dem Körper zumindest ein Teil der Innenkonturen einer menschlichen Hand (26) eingeformt wird, - der geformte Körper wird gegebenenfalls mit entnommenem Platzhalter entweder als eine Rohvorlage eingesetzt, mit deren Hilfe mittels einer formgebenden Bearbeitungstechnologie, insbesondere einer Guss-, Gieß-, Spritz-, Dreh-, Fräs-, oder Laserbearbeitungstechnologie, der Handgriff (3) hergestellt wird, - oder der geformte Körper wird zum Handgriff (3) ausgehärtet, wobei der Platzhalter gegebenenfalls vor oder nach der Aushärtung entnommen wird, - in den Platzhalter oder in die durch den Platzhalter entstandene Öffnung wird ein Spitzeinsatz (4) eingesetzt. Verfahren nach Anspruch 18,

wobei die formbare Masse eine Knetmasse aus einem Duroplast umfasst, und der geformte Körper mittels einer Temperaturbehandlung zum Handgriff ausgehärtet wird.
Verfahren nach Anspruch 18 oder 19,

wobei zur formbaren Masse Materialien unterschiedlicher Plastizität verwendet werden.
Verfahren nach Anspruch 20,

wobei ein Material hoher und ein Material geringerer Plastizität verwendet werden.






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