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Dokumentenidentifikation DE102005055277B3 16.08.2007
Titel Verfahren zum Zuführen und Abführen eines Kühlmediums zu und von einer Verlustwärme erzeugenden Verbrauchereinheit
Anmelder Kermi GmbH, 94447 Plattling, DE
Erfinder Miltkau, Thorsten, Dipl.-Ing., 94469 Deggendorf, DE;
Künkler, Thomas, Dipl.-Ing., 94428 Eichendorf, DE;
Kirchmeyer, Jürgen, 94486 Osterhofen, DE
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Anmeldedatum 17.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005055277
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.08.2007
IPC-Hauptklasse F24F 11/00(2006.01)A, F, I, 20051117, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F25B 49/00(2006.01)A, L, I, 20051117, B, H, DE   H05K 7/20(2006.01)A, L, I, 20051117, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen und Abführen eines Kühlmediums zu und von wenigstens einer Verlustwärme erzeugenden, zu kühlenden Verbrauchereinheit bei dem die Vorlauftemperatur (TVL) in Abhängigkeit von einem gewünschten Sollwert (TSoll) geregelt wird, hierbei ein Taupunkt, welcher von dem Raumklima der Umgebung abhängt, überwacht wird, bei einem Auslösen des Taupunktwächters bei einer Taupunkttemperatur (TPT) ein Taupunktmanagement gestartet und die Vorlauftemperatur (TVL) des zugeführten Kühlmediums um einen vorbestimmten ersten Wert erhöht wird, eine vordefinierte erste Wartezeit (TPM_WT1) abgewartet wird, um das möglicherweise entstandene Kondensat abtrocknen zu lassen und nachfolgend überprüft wird, ob der Taupunktwächter auslöst, wobei im Falle des Nicht-Auslösens das Taupunktmanagement nach Ablauf einer vorbestimmten Wartezeit für das Taupunktmanagement (TPT_WT) abgebrochen und das Verfahren mit Schritt a) fortgesetzt wird und im Falle des Auslösens eine Störung vorliegt und/oder eine Warnung ausgegeben wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen und Abführen eines Kühlmediums zu und von wenigstens einer Verlustwärme erzeugenden, zu kühlenden Verbrauchereinheit.

Derartige Verfahren finden beispielsweise bei dem Betrieb von elektrischen Verbrauchern, wie Hochleistungselektroniken, insbesondere Serverschränke, Anwendung.

Hierbei weisen Verlustwärme erzeugende Verbrauchereinheiten, insbesondere Hochleistungselektroniken, wie beispielsweise Serverschränke, ein Kühlsystem auf oder sind an ein übergeordnetes Kühlsystem, beispielsweise ein Kühlsystem der Haustechnik, beispielsweise mittels einer Schnittstelleneinheit, wie in der nach veröffentlichten deutschen Schrift 102004046791 A1 vorgeschlagen, angekoppelt.

Es ist darüber hinaus bekannt, mehrere Verlustwärme erzeugende Verbrauchereinheiten an ein gemeinsames, übergeordnetes Kühlsystem anzuschließen, wie in der DE 10303827 A1 gezeigt. Hierzu können beispielsweise Verteilersysteme verwendet werden, die an dem zentralen Vorlaufanschluss und dem zentralen Rücklaufanschluss des Kühlsystems angeordnet sind.

Nachteilig bei diesem Stand der Technik ist die Tatsache, dass insbesondere beim Anschluss einer Verbrauchereinheit an ein übergeordnetes Kühlsystem das Problem auftreten kann, dass die Temperatur des Kühlmediums derart niedrig ist, dass an den Leitungen zwischen den Anschlüssen des übergeordneten Kühlsystems und der zu kühlenden Verbrauchereinheit oder gar in der Verbrauchereinheit selbst die Taupunkt-Temperatur der Umgebungsluft unterschritten wird. In diesem Fall würde sich Feuchtigkeit aus der Umgebung an den Leitungen niederschlagen, was bei empfindlichen Verbrauchereinheiten zu Störungen oder sogar zu einer Beschädigung oder Zerstörung führen kann oder diesem Effekt zumindest durch apparativen Aufwand (Kondensatsammler, -leitung, -pumpe) begegnet werden müsste.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, welche bei der Kühlung einer Verlustwärme erzeugenden Verbrauchereinheit deren Beeinträchtigung oder gar Beschädigungen durch Kondensat vermeiden und dennoch eine möglichst gute Kühlung gewährleisten.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst.

Erfindungsgemäß wird mittels eines Taupunktwächters, beispielsweise eines üblichen Taupunktsensors, welcher vorteilhafterweise an einer Stelle angeordnet wird, an welcher ein Taupunkt früher als an oder in einer Verbrauchereinheit auftritt, bei dessen Auslösen (also „Taupunkt unterschritten") ein Taupunktmanagement für eine vordefinierte Laufzeit eingeleitet. In diesem Taupunktmanagement wird die Vorlauftemperatur eines Kühlmittels zur Kühlung der Verbrauchereinheit um einen vorbestimmten Wert erhöht, so dass eine Kondensatbildung an der Verbrauchereinheit vermieden werden kann.

In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung wird während des Taupunktmanagements eine möglichst geringe Vorlauftemperatur ermittelt und eingestellt, wobei sowohl eine schrittweise Absenkung und/oder Erhöhung der Vorlauftemperatur je nach jeweiligem Abfrageergebnis des Taupunktwächters erfolgen kann. Hierbei kann sowohl das Absenken als auch das Erhöhen der Vorlauftemperatur um jeweils vordefinierte Werte erfolgen, wobei diese Werte auch variabel, beispielsweise in Abhängigkeit der Anzahl der Durchläufe (Absenken, Erhöhen) oder der Laufzeit des Taupunktmanagements sein können. Beispielsweise ist es denkbar, die Schrittweite nach und nach zu verringern, um eine optimalere Vorlauftemperatur während des Taupunktmanagements zu erhalten.

Zur Vermeidung von Unterfunktionen bzw. Funktionsbeeinträchtigungen können in weiterer Ausgestaltung der Erfindung wenigstens einer der Grenzen, wie maximale Obergrenze und Untergrenze der Vorlauftemperatur während des Taupunktmanagements vorgesehen sein. Die Untergrenze kann hierbei in einem vorbestimmten Abstand oberhalb der Auslösetemperatur des Taupunktwächters bei Einleitung des Taupunktmanagements liegen, um das Verfahren zu vereinfachen. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, eine Untergrenze unterhalb dieser Auslösetemperatur zuzulassen, um auch kurzzeitige Umgebungsparameterschwankungen auszugleichen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann auch während des Taupunktmanagements eine manuelle Eingabe der Sollwerttemperatur ermöglicht sein, um besondere Bedingungen, wie beispielsweise einen Belastungstest, etc. ohne Eingreifen des Taupunktmanagements durchführen zu können.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann nach einem Beenden des Taupunktmanagements die aktuelle Vorlauftemperatur (TVL) des Taupunktmanagements ausgegeben und/oder gespeichert werden, um Auswertungen beispielsweise über die Performance der Anlage zu treffen. Selbstverständlich ist es auch denkbar, als neue Sollwerttemperatur für das normale Verfahren eine Sollwerttemperatur in Abhängigkeit von der aktuellen Vorlauftemperatur des Taupunktmanagements zu übernehmen. Eine solche Abhängigkeit könnte abgesehen von der einfachen direkten Übernahme auch beispielsweise in der Mittelwertbildung mehrerer gespeicherter Vorlauftemperaturen mehrerer durchgeführter Taupunktmanagements oder Hinzufügung eines vordefinierten Wertes (beispielsweise Sicherheitsabstand) gebildet werden.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist die erfindungsgemäße Vorrichtung einen Vorlauf für ein Kühlmedium in Richtung der der Verlustwärme erzeugenden Verbrauchereinheit, eine Einrichtung, beispielsweise Mischventil, drehzahlgeregelte Pumpe etc., zur Veränderung der Vorlauftemperatur und einem Taupunktwächter, mit einer Auswerte- und Steuereinheit auf, um bei Auslösen des Taupunktwächters ein Taupunktmanagement zu starten und die Vorlauftemperatur des zugeführten Kühlmediums um einen vorbestimmten ersten Wert zu erhöhen. Diese Vorrichtung kann hierbei als mit der Verbrauchereinheit unmittelbar verbundene Vorrichtung, beispielsweise eine Einheit bilden. Selbstverständlich ist es auch denkbar, die Vorrichtung als Schnittstelleneinheit auszubilden, so dass vorteilhafterweise an vorhandene Verbraucher die erfindungsgemäße Vorrichtung, beispielsweise zwischen Haustechnik (Kühlung) und Verbraucher, angekoppelt werden kann.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausfüh rungsbeispiels erläutert.

In der Zeichnung zeigt:

1 ein Ablaufdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Das in 1 dargestellte Ablaufdiagramm zeigt oberhalb der gestrichelten Linie A ein übliches Verfahren zur Regelung einer Vorlauftemperatur TVL um eine gewünschte Sollwerttemperatur Tsoll, welche üblicherweise manuell von einem Bediener eingegeben werden kann. Die Regelung beinhaltet eine Abfrage 1, ob die Sollwerttemperatur Tsoll über der Vorlauftemperatur TVL liegt, wobei im positiven Fall in Schritt 5 die Vorlauftemperatur erhöht wird. Im negativen Fall erfolgt eine Abfrage 3, ob die Sollwerttemperatur unterhalb der Vorlauftemperatur TVL liegt, wobei im positiven Fall die Vorlauftemperatur TVL abgesenkt wird. Im negativen Fall der Abfrage 3 entspricht daher die Vorlauftemperatur TVL wie gewünscht der Sollwerttemperatur Tsoll, so dass keinerlei Änderung der Vorlauftemperatur TVL erfolgt.

Um die Vorlauftemperatur zu erhöhen bzw. abzusenken, kann beispielsweise ein Mischventil angesteuert werden, welches das Mischverhältnis des im Vorlauf befindlichen Kühlmediums mit einem weiteren Kühlmedium anderer Temperatur, beispielsweise aus dem Rücklauf oder auch einem anderen System kommend, entsprechend ändert.

Da erfindungsgemäß verhindert werden soll, dass sich Luftfeuchtigkeit als Kondensat und damit Nässe, insbesondere an elektrischen Bauelementen bildet und diese hierdurch in ihrer Funktion gestört oder gar zerstört werden, wird in Abfrage 9 ein Taupunktwächter TPW abgefragt, ob der Taupunkt unterschritten wird und sich damit Nässe bildet („nass") oder die Taupunkttemperatur nicht unterschritten wurde und sich damit kein Kondensat bilden kann („trocken"). Ein solcher Taupunktwächter kann beispielsweise als einfacher, Taupunktsensor ausgebildet sein, welcher ab einem bestimmten Wert den Zustand "nass" meldet, da sich am Sensor Kondensat niederschlägt. Derartige Sensoren sind vorteilhafterweise vergleichsweise einfach gegenüber Sensoren ausgebildet, welche möglicherweise auf andere Weise Luftfeuchtigkeit und Temperatur erfassen, um einen möglichen Taupunkt an einer bestimmten Stelle zu ermitteln.

Löst der Taupunktwächter TPW aus, liegt das Ergebnis der Abfrage 9 "nass" vor, woraufhin erfindungsgemäß ein Taupunktmanagement, wie in 1 zwischen den gestrichelten Linien A und B dargestellt, eingeleitet wird. In diesem Taupunktmanagement wird in einem ersten Schritt 11 als Taupunkttemperatur TPT bzw. Auslösetemperatur die zu dieser Zeit vorliegende Vorlauftemperatur TVL gespeichert. Weiterhin wird eine Untergrenze TPT_UG für die Vorlauftemperatur TVL während des Taupunktmanagements festgelegt, welche in einem bestimmten Abstand, wie beispielsweise ein Kelvin, über der Taupunkttemperatur TPT liegt. Um auch während des Taupunktmanagements keine unzulässig hohe Vorlauftemperatur TVL auftreten zu lassen, wird zudem eine Obergrenze T_DK hierfür festgelegt (beispielsweise 17 Grad Celsius), so dass ein Ansteigen der Vorlauftemperatur TVL über diese vordefinierte Obergrenze T_DK vermieden werden kann.

Um nach dem Auslösen des Taupunktwächters TPW eine schädliche und unerwünschte Kondensatbildung am elektrischen Verbraucher zu vermeiden wird die Vorlauftemperatur um einen vorbestimmten Wert beispielsweise 3 Kelvin erhöht. Der Taupunktwächter TPW ist hierbei vorteilhafterweise an einer Stelle, wie beispielsweise an der Zuleitung des Vorlaufs selbst oder an anderen Stellen, an welchen im Vergleich zum direkten Umfeld der elektrischen Verbraucher eine geringere (Kühl-)Temperatur vorherrscht, angeordnet.

Nach einer ersten Wartezeit TPM_WT1 von beispielsweise 30 Minuten (13) um eine am Sensor möglicherweise entstandene Kondensatbildung abtrocknen zu lassen und/oder die Auswirkung der getroffenen Maßnahme (z.B. Temperaturerhöhung) abzuwarten, wird abermals der Taupunktwächter TPW in Abfrage 15 abgefragt. Meldet dieser nun den Zustand "trocken", so wird in Abfrage 17 abgefragt, ob eine Verringerung der Vorlauftemperatur TVL um einen vorbestimmten Wert, beispielsweise 1 Kelvin, noch oberhalb der vorher definierten Untergrenze TPT_UG liegt.

Sofern sie darüber liegt, wird im nächsten Schritt 19 die Vorlauftemperatur um diesen vorbestimmten Wert, also beispielsweise 1 Kelvin verringert und nach einer weiteren zweiten Wartezeit TPM_WT2 von beispielsweise fünf Minuten zum Einregulieren der gewünschten Temperatur abgewartet. Liegt die vorgenommene Verringerung gemäß Abfrage 17 in diesem oder einem der etwaigen möglichen nächsten Durchläufe nicht oberhalb der Untergrenze TPT_UG, so wird die Vorlauftemperatur in Schritt 23 auf die Untergrenze TPT_UG gesetzt.

In einer weiteren Abfrage 25 wird eine Gesamtwartezeit für das Taupunktmanagement bzw. Laufzeit TPM_WT von beispielsweise 120 Minuten abgefragt und falls diese noch nicht abgelaufen ist, in Abfrage 27 optional eine manuelle Eingabe einer Sollwerttemperatur Tsoll auch für das Taupunktmanagement ermöglicht, um beispielsweise die einen besonderen Leistungstest etc. durchzuführen oder wiederkehrende Warnungen, wie beispielsweise „Taupunktmanagement gestartet", zu vermeiden.

Soll eine solche optionale manuelle Eingabe einer Sollwerttemperatur Tsoll nicht erfolgen oder liegt die manuell eingegebene Sollwerttemperatur Tsoll nicht über der Sollwerttemperatur Tsoll vor Einleitung des Taupunktmanagements, wird das Taupunktmanagement mit vorstehend bereits erläuterter Abfrage 15 weitergeführt. Ist das Abfrageergebnis der Abfrage 15 statt "trocken" "nass", so wird in Abfrage 31 abgefragt, ob eine Erhöhung der Vorlauftemperatur TVL um einen vorbestimmten Wert, beispielsweise 1 Kelvin, noch unterhalb der vordefinierten Obergrenze T_DK liegt. Ist dies der Fall, wird die Vorlauftemperatur TVL in Schritt 33 um ein Kelvin erhöht und nach einem Abwarten einer weiteren Wartezeit TPM_WT2 von beispielsweise 20 Minuten, um eventuell vorhandenes Kondensat am Taupunktwächter abtrocknen zu lassen, wiederum Abfrage 25 ausgeführt.

Solange die Abfrage 25 nicht den Ablauf der Wartezeit TPM_WT für das gesamte Taupunktmanagement meldet, können demzufolge die vorstehenden Schritte mehrmals je nach Abfrageergebnis unterschiedlich durchlaufen werden, so dass im Taupunktmanagement eine Vorlauftemperatur TVL vorherrscht, welche bei entsprechender Platzierung des Taupunktwächters TPW an einem kühleren Ort (z.B. direkt an der Vorlaufrohraußenseite) einen gewissen Sicherheitsabstand zum unerwünschten Erreichen des Taupunkts an der Verbrauchereinheit selbst gewährleistet.

Dennoch ist durch die vorstehend erläuterten Abfragen und entsprechenden schrittweisen Erhöhungen bzw. Verminderungen der Vorlauftemperatur TVL je nach Abfrageergebnis eine möglichst gute Kühlung der eine Verlustwärme erzeugenden Verbrauchereinheit weiterhin gegeben.

Die optionale Abfrage 27 nach einer manuellen Eingabe der Sollwerttemperatur Tsoll besteht hierbei nur für Ausnahmen, wie beispielsweise Belastungstests etc. Entsprechend wird bei einer zulässigen manuellen Eingabe, welche oberhalb der Sollwerttemperatur Tsoll vor Einleiten des Taupunktmanagements liegt, in Abfrage 29 der Taupunktwächter TPW abermals abgefragt und bei Ergebnis "trocken" aus dem Taupunktmanagement auch vor Ablauf der vorgesehenen Wartezeit TPM_WT für das gesamte Taupunktmanagement aus diesem ausgestiegen und wieder mit dem normalen Regelverhalten oberhalb der Linie A, allerdings um den neu eingegebenen Sollwert Tsoll, weiterverfahren. Wird als Ergebnis der Sicherheitsabfrage 29 dagegen der Zustand "nass" ausgegeben, wird das Taupunktmanagement weitergeführt, wobei in diesem Fall entgegen 1 gleich mit der Abfrage 31 statt doppelter Abfrage 15 fortgefahren werden könnte.

Wird das Taupunktmanagement dagegen über Abfrage 25 durch Ablauf der Wartezeit TPM_WT beendet, wird bei Ergebnis der Abfrage 41"trocken" ebenfalls wieder das normale Regelverfahren oberhalb der Linie A eingeleitet. Liegt als Ergebnis der Abfrage 41 dagegen der Zustand "nass" vor, wird gemäß Schritt 43 eine Störmeldung ausgegeben, worauf optional mit Abfrage 15 oder gleich direkt mit Abfrage 31 weiterverfahren werden kann, um durch eine etwaige weitere Temperaturerhöhung gemäß Schritt 33 das erfindungsgemäße Verfahren am Laufen zu halten und die Kühlfunktion nicht möglicherweise unzulässig und unerwünscht zu mindern.

Nach dem Ende bzw. Ausstieg aus dem Taupunktmanagement wird, wie dargestellt, das Regelverhalten wieder um die ursprüngliche Solltemperatur Tsoll oder um eine etwaige, in Abfrage 27 manuell eingegebene, neue Solltemperatur Tsoll fortgesetzt. Selbstverständlich ist es aber auch denkbar, dass das Taupunktmanagement nicht nur zum Abfangen besonderer Konditionen (Tage bzw. Tageszeiten mit veränderten Taupunktparametern, wie veränderte absolute Luftfeuchtigkeit und/oder veränderter Luftdruck) dient, sondern auch die während eines solchen Taupunktmanagements eingestellte Vorlauftemperatur TVL für weitere Auswertungen gespeichert wird, beispielsweise um als Grundlage für eine optimale Solltemperatur Tsoll zu dienen.

Weiterhin ist es denkbar, insbesondere nach einem zu häufigen Auslösen des Taupunktwächters TPW gemäß Abfrage 9 und damit zu häufigem Einleiten des Taupunktmanagements, beispielsweise ab einem bestimmten Schwellwert die Sollwerttemperatur Tsoll des normalen Regelverfahrens um einen bestimmten Betrag höher zu setzen oder die Sollwerttemperatur Tsoll in Abhängigkeit der im Taupunktmanagement optimierten Vorlauftemperatur TVL zu setzen. Dies kann beispielsweise durch Mittelwertbildung mehrerer gespeicherter Vorlauftemperaturen TVL, mehrerer Taupunktmanagementdurchgänge oder Setzen auf die Vorlauftemperatur TVL des letzten durchgeführten Taupunktmanagements erfolgen.


Anspruch[de]
Verfahren zum Kühlen wenigstens einer Verlustwärme erzeugenden, Verbrauchereinheit mittels Zuführen und Abführen eines Kühlmediums zu und von der Verbrauchereinheit, bei dem eine Vorlauftemperatur (TVL) in Abhängigkeit von eine Taupunktüberwachung geregelt wird

a) hierbei ein Taupunkt, welcher von einem Raumklima einer Umgebung abhängt, überwacht wird,

dadurch gekennzeichnet, dass

b) bei einem Auslösen eines Taupunktwächters bei einer Taupunkttemperatur (TPT) ein Taupunktmanagement gestartet wird, indem zunächst ein für Anfangswert die Vorlauftemperatur (TVL) des zugeführten Kühlmediums um einen vorbestimmten ersten Wert erhöht wird,

c) hierbei eine vordefinierte erste Wartezeit (TPM_WT1) abgewartet wird, um das möglicherweise entstandene Kondensat abtrocknen zu lassen und/oder die Auswirkung der Temperaturerhöhung abzuwarten,

d) nachfolgend abermals überprüft wird, ob der Taupunktwächter auslöst,

e) wobei im Falle des Nicht-Auslösens des Taupunktwächters in Schritt d) das Taupunktmanagement nach Ablauf einer vorbestimmten Wartezeit für das Taupunktmanagement (TPT_WT) abgebrochen und das Verfahren mit Schritt a) fortgesetzt wird und

f) im Falle des Auslösens, solange die Wartezeit für das Taupunktmanagement (TPT_WT) nicht abgelaufen ist, der Wert der Vorlauftemperatur (TVL) um einen vorbestimmten zweiten Wert maximal bis zu einer vorbestimmten Obergrenze (T_DK) erhöht wird und im Falle des Auslösens, falls die Wartezeit für das Taupunktmanagement (TPT_WT) abgelaufen ist, eine Störung vorliegt und/oder eine Warnung ausgegeben wird,

g) nach einer vordefinierten zweiten Wartezeit (TPM_WT2) das Taupunktmanagement mit Schritt d) fortgesetzt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass

e1) in Schritt e) im Falle des Nicht-Auslösens des Taupunktwächters in Schritt d) solange die Wartezeit für das Taupunktmanagement (TPT_WT) nicht abgelaufen ist der Wert für die Vorlauftemperatur (TVL) um einen vorbestimmten dritten Wert maximal bis zu einer vorbestimmten Untergrenze (TPT_UG) abgesenkt wird,

e2) nach einer vordefinierten dritten Wartezeit (TPM_WT3) das Taupunktmanagement mit Schritt d) fortgesetzt wird.
Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Untergrenze (TPT_UG) der Vorlauftemperatur (TVL) um einen vorbestimmten Wert oberhalb der Auslösetemperatur (TPT) liegt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) vor einem Fortsetzen des Verfahrens mit Schritt a) der Anfangswert für die Vorlauftemperatur (TVL) manuell geändert werden kann sofern dieser geänderte Wert über einem Sollwert (Tsoll) der Taupunktüberwachung liegt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Fortsetzen des Verfahrens mit Schritt a) der aktuelleWert der Vorlauftemperatur (TVL) des Taupunktmanagements ausgegeben und/oder gespeichert wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Fortsetzen des Verfahrens mit Schritt a) der aktuelle Wert der Vorlauftemperatur (TLV) des Taupunktmanagements als neue Soll-wert (Tsoll) der Taupunktüberwachung für das Verfahren übernommen wird. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Vorlauf für ein Kühlmedium in Richtung der der Verlustwärme erzeugenden Verbrauchereinheit, einer Einrichtung, vorzugsweise Mischventil, zur Veränderung der Vorlauftemperatur (TVL) und einem Taupunktwächter (sensor), mit einer Auswerte- und Steuereinheit, um bei Auslösen des Taupunktwächters ein Taupunktmanagement zu starten und einen Anfangswert für die Vorlauftemperatur (TVL) des zugeführten Kühlmediums um einen vorbestimmten ersten Wert zu erhöhen. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung als Schnittstelleneinheit ausgebildet ist.






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