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Dokumentenidentifikation DE102006004681A1 16.08.2007
Titel Tarngewebe
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, vertreten durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, 56073 Koblenz, DE
Erfinder Gennis, Stefanie, 82538 Geretsried, DE;
Kraemer, Ulrich, 85435 Erding, DE;
Dietel, Alexander, 85435 Erding, DE
DE-Anmeldedatum 02.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006004681
Offenlegungstag 16.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.08.2007
IPC-Hauptklasse D03D 21/00(2006.01)A, F, I, 20060627, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 23/00(2006.01)A, L, I, 20060627, B, H, DE   A41D 13/00(2006.01)A, L, I, 20060627, B, H, DE   F41H 3/02(2006.01)A, L, I, 20060627, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird ein Tarngewebe, insbesondere ein Flecktarngewebe mit Drei- oder Fünffarbmuster, vorgestellt, wobei das Muster durch Jacquard-Webtechnik erzeugbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Tarngewebe. Tarngewebe sind im Militärischen Bereich weit verbreitet. Einerseits werden Tarngewebe zur Tarnung stationärer Bauten oder mobiler Maschinen und Einrichtungen als Tarnnetze verwendet. Anderseits dienen Tarngewebe als Textilgewebe unter anderem dem Schutz von Soldaten.

Neben dem reinen optischen Schutz haben Tarngewebe auch die Aufgabe Schutz auf weiteren Gebieten der Detektierbarkeit zu bieten.

In DE 201 21 711 U1 wird ein Tarnnetz beschrieben, welches, zur Tarnung von Wärmebildkameras, eine Wirkware mit Lochstruktur, mit verdichteten und/oder abgedichteten Bereichen, aufweist.

Die Offenlegungsschrift DE 38 10121 A1 beschreibt ein Tarnnetz welches durch eine besondere Beschichtung gleichzeitig gegen Radar, nahes Infrarot und Wärmebild schützt.

Im Bereich der Textilgewebe werden, zum Schutz von Soldaten, noch weitere Anforderungen an die Stoffe gestellt. Eine dieser Forderungen ist beispielsweise die nach permanenter Flammhemmung.

In der Gebrauchsmusterschrift DE 20 2005 004 056 U1 wird aus diesem Grund vorgeschlagen, auf das Gewebe oder Gewirk eine Chemikalie zur Flammhemmung aufzubringen.

Weiter ist in Gebrauchsmusterschrift DE 203 10 528 U1 eine Tarnbekleidung beschrieben, die eine Mischung aus natürlichen Fasern und synthetischen Fasern aufweist, wobei die synthetischen Fasern mit hydrophilen Bestandteilen versehen sind.

Die hohen Anforderungen an die Flammhemmung, die Strapazierfähigkeit und den Tragekomfort machen den Einsatz besonderer Stoffe unumgänglich.

Der Nachteil dieser speziellen Polymermaterialien, wie z.B. Nomex, Polyamidimiden, Polyamid, Polyester etc. aber auch in Mischung mit Naturfaserstoffen sowie Textilien aus reinen Naturfaserstoffen, ist das Verblassen der Druckfarben während der Beanspruchung im Gebrauch, bei der Pflege etc..

Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Farbechtheit eines Tarngewebes zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des ersten Hauptanspruches gelöst.

Ein Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, dass durch die Verwendung unterschiedlich eingefärbter Kettfäden die Möglichkeit besteht, durch geschickte Farbauswahl unterschiedliche Farbeindrücke beim Betrachter entstehen zu lassen. Die Farben der Kettfäden sind dabei vorteilhaft derart gewählt, dass in Verbindung mit den Schussfäden jeweils der Eindruck eines homogenen Farbtons aus der Palette der Farben des Flecktarngewebes entsteht.

Die Möglichkeit Farbvarianten zu erweitern wird erfindungsgemäß durch die Verwendung von eingefärbten Schussfäden geschaffen. Dabei ist die Verwendung von Farben, die sich von den Farben der Kettfäden unterscheiden, besonders vorteilhaft.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, das durch Herstellung des Gewebes in Jacquard-Webtechnik bereits eingefärbte Kett- und Schussfäden verwendet werden können, deren Farbechtheit weit besser als die nachträglich aufgebrachter Drucke ist.

Insbesondere ist die Farbbehandlung der besonderen Fasern (Nomex, Trevira CS oder andere Spezialfasern: P84, Modacryl, Eiweißfasern etc.) zur Herstellung moderner Tarngewebe vor dem Webprozess vereinfacht.

Bei der Jacquard-Webtechnik erfolgt die Musterung durch entsprechende Führung der garnfarbigen Fäden an der Oberfläche, wo die entsprechende Farbe sichtbar sein soll, bei gleichzeitiger Einbindung der andersfarbigen Garne, die an der entsprechenden Stelle nicht sichtbar sein sollen, im Gewebe.

Die Mustererzeugung mittels Webtechnik garantiert extreme Widerstandsfähigkeit der Tarnfarben/Tarnmuster gegenüber mechanischer Beanspruchung, da die verwendeten Fasern vor dem Webprozess in der entsprechenden Tarnfarbe hergestellt werden. Zusätzliche Eigenschaften wie z.B. Flammhemmung, Wasserabweisung etc. werden bereits durch die entsprechende Faserstoffauswahl erhalten; notwendige Appreturen können auf ein Minimum reduziert werden, was negative Einflüsse der Ausrüstungen untereinander minimiert, die Permanenz erhöht und damit Kosten reduziert.

Ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel ist in Patentanspruch 2 dargestellt. Durch die Verwendung von drei unterschiedlich eingefärbter Schussfäden in Verbindung mit zwei unterschiedlich gefärbten Kettfäden in alternierender Reihenfolge besteht die Möglichkeit durch geschickten Einsatz der Jacquard-Webtechnik ein Fünffarbmuster herzustellen. Hierzu ist die Verwendung einer dreischüssig aufgebauten Bindung notwendig. Der Farbgeber bleibt bei allen Farben/Bindungen gleich.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist in Patentanspruch 3 beschrieben. Bei nicht erfindungsgemäßen Geweben werden die nicht an der Warenoberfläche benötigten Fäden uneingebunden an der rechten bzw. an der linken Seite des Gewebes geführt (sog. Flottierungen). Erfindungsgemäß sind alle Fäden an der rechten und linken Seite eingebunden. Der besondere Vorteil liegt darin, dass das erfindungsgemäße Tarngewebe einerseits mechanisch beanspruchbarer ist und sich andererseits durch die vollständige Einbindung der Fäden keine Luftpolster bilden, welche das Brennverhalten negativ beeinflussen.

Patentanspruch 4 beschreibt eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Tarngewebes. Durch geschickte Auswahl der Muster entsteht auf linker und rechter Seite des Tarngewebes ein Flecktarnmuster. Dabei ist die Präsenz der gewählten Farben auf beiden Mustern aufgrund des Webverfahrens entsprechend reziprok. Im einsatzfähigen Zustand ist das Tarngewebe wendbar und dadurch auf die Farben des Geländes besser abstimmbar.

Die einzige 1 zeigt die erfindungsgemäße Bindung der dunkelgrünen Farbe des Fünffarben-Tarngewebes der Bundeswehr.

Es zeigt 1 eine Bindung 1, bei der die Kettfäden 1, 2 unterschiedlich eingefärbt und alternierend angeordnet sind. Drei Schussfäden 3, 4, 5 ergeben bei gleichem Farbgeber, aufgrund der Jacquard Webtechnik den Gesamteindruck einer dunkelgrünen Farbe.

Hierzu sind Fasern gewählt, deren Farben etwa der folgender Pantoner Textilien entsprechen:

Die übrigen Farben der Fünffarben-Tarngewebes werden erfindungsgemäß durch die gleichen Fasern dargestellt. Dabei wird lediglich die Bindung variiert. Um Flottierungen zu verhindern ist es zweckmäßig, die Bindungen an den Übergängen der Tarnflecken zu korrigieren.


Anspruch[de]
Tarngewebe, insbesondere Flecktarngewebe mit Drei- oder Fünffarbmuster, mindestens drei Farben aufweisend, wobei

– das Tarngewebe mindestens zwei verschiedenfarbige Kettfäden, die in alternierender Reihenfolge angeordnet sind, aufweist,

– mindestens ein Schussfaden eine dritte Farbe aufweist und

– das Muster durch Jacquard-Webtechnik erzeugbar ist.
Tarngewebe nach Anspruch 1, wobei für Fünffarbmuster drei Schussfäden verschiedener Farbtöne in dreischüssig aufgebauten Bindungen verwendet sind. Tarngewebe nach einem der Ansprüche 1 und 2, wobei eine Flottierung durch beidseitige Abbindung verhindert ist. Tarngewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei, insbesondere durch die beidseitige Abbindung, das Tarngewebe, im einsatzfähigen Zustand, wendbar ist.






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