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Dokumentenidentifikation DE202007005364U1 16.08.2007
Titel Gewebetuch für den untertägigen Einsatz
Anmelder Dr. Klaus Schulte GmbH Chemisch Technische Fabrikation, 44149 Dortmund, DE
Vertreter Schulte & Schulte, 45219 Essen
DE-Aktenzeichen 202007005364
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.08.2007
Registration date 12.07.2007
Application date from patent application 13.04.2007
IPC-Hauptklasse D03D 15/00(2006.01)A, F, I, 20070413, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 1/00(2006.01)A, L, I, 20070413, B, H, DE   E21D 11/10(2006.01)A, L, I, 20070413, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft Gewebetuch für den Einsatz im untertägigen Berg- und Tunnelbau, vor allem verarbeitet zu Baustoff aufnehmenden Schläuchen, Baustoffstempeln und -behältern, als Begrenzungstuch bei der Hinterfüllung des Streckausbaus und als Wettertuch und bei ähnlichen Abgrenzungsmaßnahmen, bestehend aus fadenförmigen Kettelementen und Schusselementen, die aus Polypropylen und anderen Kunststoffen hergestellt und miteinander tuchförmig verwoben sind.

Derartige Gewebetücher werden im untertägigen Bergbau in verschiedenen Bereichen eingesetzt, vor allem aber für Ausbauhilfen. So ist es bekannt, dieses Gewebetuch zu Schläuchen zu formen, in die Baustoff eingefüllt werden kann, um in den Ausbaubogen eingelegt, den Kontakt zwischen Ausbaubogen und Gebirge herzustellen. Weiter wird das Gewebetuch auch zu Baustoffstempeln und Baustoffbehältern verarbeitet, die ebenfalls als Unterstützung zwischen Hangendem und Liegendem eingebracht als Ausbauersatz bzw. Ausbauzusatz Verwendung finden. Schließlich werden solche Gewebetücher auch in der Wettertechnik eingesetzt, um bestimmte Bereiche gegeneinander wettertechnisch zu trennen oder aber den Frischluftwetterzug in eine bestimmte Richtung zu lenken. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz solcher Gewebetücher, wenn der Bereich hinter den auf die Ausbaubögen des Streckenausbaus aufgelegten Verzugmatten mit Baustoff ausgefüllt werden soll. Dies wird zur Konsolidierung des Gebirges eingesetzt, gleichzeitig aber um eine möglichst gleichmäßige Belastung der Streckenausbaubögen zu bewirken. Dieses Begrenzungstuch wird dabei gebirgsseitig auf die Verzugmatten aufgelegt oder mit diesen Verzugmatten verbunden, woraufhin dann der Zwischenraum zwischen Gebirge und Begrenzungstuch mit Beton oder ähnlichem Baustoff hinterfüllt wird. Dieser Baustoff wird dazu über Verbindungsleitungen herangepumpt und in diesen Zwischenraum hineingefüllt, wobei es schwierig ist, mit dem Schlauchende durch dieses Gewebetuch hindurch oder an ihm vorbei in den Hohlraum hineinzukommen. Bei den bekannten Ausführungsformen bestanden die Kett- und Schussfäden früher aus glattem Filamentgarn, in der jüngeren Vergangenheit aber immer aus so genanntem Bändchengewebe. Dazu werden aus Folien entsprechende Bändchen herausgeschnitten, die dann als Kett- und Schussfäden Verwendung finden, wobei besonders vorteilhaft ist, dass diese Gewebetuch relativ hohe Kräfte aufnehmen kann und auch zumindest im Anfangsbereich dicht ist. Beim Hinterfüllen oder Einfüllen von Baustoff soll das Wasser durch das Gewebe nach Außen gelangen, sodass sich der Baustoff schnell und vorteilhaft gleichmäßig verhärten kann. Mit dem Aushärten des Baustoffes wird dieses Gewebetuch in der Regel in den Baustoff mit eingebunden und stabilisiert diesen zumindest im Bereich der Außenschale. Nachteilig bei diesem bekannten Bändchengewebe ist, dass seine Festigkeit begrenzt ist, bei gleichzeitiger geringer Dehnungsmöglichkeit. Kommt es zu entsprechenden Dehnungen, ist die Zerstörung oder das Abreißen des einzelnen Bändchens zu befürchten. Schließlich können diese Bändchen auch durch scharfe Kanten an Steinen, beispielsweise vorstehenden Teilen des Gebirges aufgeschlitzt werden, sodass dann die Dichtigkeit des Gewebetuches überhaupt nicht mehr vorhanden ist; vielmehr verliert der Baustoffstempel oder auch der Schlauch dann seine Stützkraft, sodass er für die vorgesehenen Maßnahmen völlig ausfällt.

Der Neuerung liegt daher die Aufgabe, ein für den untertägigen Berg- und Tunnelbau geeignetes Gewebetuch zu schaffen, das in der Hauptbelastungsrichtung verstärkt und vor Zerstörung durch scharfe Steine weitgehend geschützt ist.

Neuerungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass einige Kett- und Schusselemente wie bekannt als Kunststoffbändchen und dass die beim Einsatz besonders hoch auf Zug beanspruchten Kett- und/oder Schusselemente als Multifilamente ausgebildet sind.

Die Kunststoffbändchen werden nicht nur wegen ihrer Dichtigkeit eingesetzt, sondern auch weil sie im Verhältnis zu Filamentfäden preiswerter sind. Aus diesem Grunde sieht die vorliegende Neuerung vorteilhafterweise vor, dass nach wie vor die Bereiche aus Kunststoffbändchen bestehen, die normal belastet sind, während die besonders hoch auf Zug beanspruchten Kett- und/oder Schusselemente als Multifilamente ausgebildet sind. Diese Multifilamente werden mit Hilfe von Düsen mit vielen Löchern hergestellt und dann zusammengefasst, sodass diese Fädchenbündel wesentlich höhere Kräfte aufnehmen können, als die einfachen Kunststoffbändchen. Insbesondere ist von Vorteil, dass diese Multifilamente auch noch eine begrenzte Dehnung zulassen, ohne dass sie sofort abreißen. Das gleiche gilt auch bezüglich ihrer Schnittfestigkeit bzw. ihrer Widerstandskraft gegenüber scharfen Kanten von Steinen und vom Gebirge direkt. Wenn überhaupt werden einzelne der Fäden abgeschnitten, selten aber das gesamte Multifilament, sodass eine Restzugkraft immer noch aufgenommen werden kann. Damit ist ein derartiges Gewebetuch für die vorgesehenen Einsatzzwecke im untertägigen Berg- und Tunnelbau optimal einsetzbar und kann auch auf die jeweiligen Einsatzbereiche zugeschnitten ausgerüstet werden, wie weiter hinten noch gelehrt wird.

Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Multifilamente aus 150 bis 250 Polypropylen-Endlosfäden bestehen, die mit Luft gekühlt, aviviert und nach Titer gebündelt sind. Aviviert werden die einzelnen Polypropylen-Endlosfäden mit natürlichen und synthetischen Substanzen, um die Verarbeitungsfähigkeit zu optimieren. Durch das Avivieren haben die so hergestellten Waren einen vorteilhafteren Griff und lassen sich insgesamt besser verarbeiten. Das Bündeln nach Titer bedeutet, dass sie nach der Fadenstärke bzw. -dicke gebündelt werden. Ein derartiges Multifilament verfügt wie schon erwähnt über eine größere Dehnbarkeit und dennoch sehr hohe Festigkeit.

Um den Multifilamenten eine noch höhere Festigkeit zu geben, sieht die Neuerung vor, dass die Polypropylen-Endlosfäden gebündelt und dann gereckt sind. Die so hergestellten Multifilament-Fäden haben eine deutlich höhere Festigkeit per Denier.

Insbesondere dann, wenn das Gewebetuch für die Herstellung von Baustoffschläuchen oder Baustoffstempeln verwendet werden soll, ist es von Vorteil, wenn alle Schusselemente von Multifilamenten gebildet sind. Mit dem Einfüllen des Baustoffes werden insbesondere die Schusselemente auf Zug beansprucht, wobei es sich dann als sehr vorteilhaft erweist, wenn diese Schusselemente eine gewisse Dehnung zulassen, sodass den hohen Zugkräften begrenzt nachgegeben werden kann. Für die Kettfäden dagegen werden nach wie vor Kunststoffbändchen eingesetzt, zumal sich diese auch gar nicht dehnen sollen, denn insbesondere bei Baustoffstempeln soll der Baustoff möglichst schnell aushärten, wobei das Wasser hier zwischen den einzelnen Schusselemenen hindurchrinnt, der Baustoff selbst aber zurückgehalten wird und dann schnell aushärten kann. Vorteilhaft ist dennoch, dass die Multifilamente flächige Gebilde sind und damit weniger große Zwischenräume verbleiben, sondern nur eine Vielzahl von kleinen, wodurch noch sicherer gestellt ist, dass allenfalls das Wasser hindurchdringen kann, nicht aber irgendwelche Baustoffbestandteile.

Insbesondere dann, wenn das Gewebetuch als Wettertuch oder auch als Begrenzungstuch eingesetzt werden soll, ist es von Vorteil, wenn die Kett- und Schusselemente alle als Multifilamente ausgebildet sind. In diesem Fall sind die auftretenden Zugkräfte sowohl in Kett- wie in Schusslinie etwa gleich, sodass sich hier die Multifilamentausbildung insbesondere deshalb als Vorteil erweist, weil eine gezielte Dichtigkeit vorhanden ist, weil eben die Vielzahl von dünnen Fäden nur sehr schmale Zwischenräume offen lässt, durch die eben das Wasser oder aber auch Luft nur begrenzt hindurchdringen kann. Die Dichtigkeit eines solchen Gewebetuches ist sowohl bezüglich Wasser wie auch Luft bzw. Wetter deutlich besser.

Eine weitere Möglichkeit der Gewebetuchausbildung ist die, bei der das Tuch aus Gruppen von die Kett- und die Schusselemente bildenden Multifilamenten und Gruppen von Kunststoffbändchen besteht. Hiermit macht man es sich zu Nutze, dass eben die Kunststoffbändchen preiswerter sind und im Gemisch eben doch dann eine gezielte Erhöhung der Festigkeit erreicht ist, bei doch immer noch deutlich bemerkbaren besseren Werten für die mögliche Dehnung und auch die Sicherheit gegen Zerschneiden.

Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Neuerung ist vorgesehen, dass die aus Kunststoffbändchen oder Multifilamenten bestehenden Kett- und Schusselemente dicht aneinander liegend miteinander verwebt sind. Die Multifilamente erlauben es, sogar einen gewissen Überdeckungsgrad zu erbringen, was bezüglich der Dichtigkeit deutliche Vorteile mit sich bringt. Das dichte Aneinanderliegen ist mit Hilfe üblicher Webtechniken erreichbar.

Aus Kostengründen kann es vorteilhaft sein, bei den Schusselementen und/oder den Kettelementen jeweils wechselnd Kunststoffbändchen und Multifilamente einzusetzen. Statt der Gruppen von Kett- und auch Schusselementen ist hier somit vorgesehen, jeweils abwechselnd ein Kunststoffbändchen und dann ein Multifilament einzusetzen, wobei diese Art der Anordnung Kosten- und technische Vorteil hat, wobei auch hier das dichte Aneinanderliegen gut erreichbar ist.

Beim Einsatz des Gewebetuches als Begrenzungstuch ist vorgesehen, dass bei den Kettelementen im vorgesehenen Verbindungsbereich mit den Verzugsmatten des Streckenausbaus aus 250 bis 400 Polypropylen-Endlosfäden bestehende Multifilamente im Abstand der Mattenstäbe eingewebt sind. Genau im Verbindungsbereich zwischen diesen Verzugmatten einerseits und dem Gewebetuch bzw. dem Begrenzungstuch andererseits erfolgt so eine Verstärkung der entsprechenden Kettelemente, sodass hier ein Ausreißen wesentlich erschwert wird. Dies wird nicht nur dadurch erreicht, dass überhaupt Kettfäden aus Multifilamenten zum Einsatz kommen, sondern auch noch verstärkte Multifilamente, indem eine noch größere Zahl von Einzelfäden zum Einsatz kommt.

Weiter vorne ist bereits darauf hingewiesen worden, dass beim Einsatz von Begrenzungstüchern also beim Hinterfüllen des Streckenausbaus es für die Bergleute ausgesprochen schwierig ist mit dem als Rüssel bezeichneten Endstück des Versorgungsschlauches hinter den Ausbau zu kommen, um den Hohlraum entsprechend mit Baustoff auszufüllen. Dies wird gemäß der Neuerung dadurch verbessert, dass dem als Begrenzungstuch eingesetzten Tuch ein kurzes Füllrohr zugeordnet ist, das mit dem Begrenzungstuch zwischen den Ausbaubögen des Streckenausbaus und dem Gebirge einspannbar ist. Durch dieses Füllrohr kann dann der Rüssel des Versorgungsschlauches in den auszufüllenden Bereich hineingesteckt werden, um dann beispielsweise von oben oder auch von unten her den Hohlraum entsprechend zu verfüllen. Da auf den Ausbaubogen ein Baustoffschlauch aufgelegt und mit Baustoff ausgefüllt ist, ist der zu verfüllende Raum praktisch rundum verschlossen und kann nun problemlos über dieses kurze Füllrohr mit dem Versorgungsschlauch erreicht werden. Ein schnelles und sicheres Verfüllen des gesamten Hohlraums ist durch diese Ausführung abgesichert.

Um auch den gesamten Hohlraum gleichmäßig und von vornherein richtig auszufüllen, ist es von Vorteil, wenn das Füllrohr über den letzten Ausbaubogen vorstehend und bis Mitte des Abstandes zum nächsten Ausbaubogen reichend ausgebildet ist. Die Ausbaubögen, die in der Regel im Abstand von 80 oder 100 cm zueinander gesetzt sind, geben einen entsprechenden Hohlraum vor, der mit dieser besonderen Ausbildung des Füllrohres sicher erreichbar ist, sodass ein gleichmäßiges und schnelles Verfüllen gewährleistet werden kann.

Um das Verlegen weiter zu vereinfachen, ist vorgesehen, dass über die Länge des Tuches bzw. die Höhe des Ausbaubogens mehrere solcher Füllrohre angeordnet sind, wobei sie zweckmäßigerweise mit dem Tuch selbst verbunden angeliefert werden, wobei es aber mehrere Möglichkeiten gibt, die Rohre dann doch noch anders zu platzieren, wenn es die Gegebenheiten erfordern. Das Füllrohr selbst wird festgelegt, weil es durch den sich füllenden Schlauch regelrecht gegenüber dem Gebirge eingespannt wird, wobei dann noch von Vorteil ist, dass der Baustoff sicher verhärtet und aushärtet, sodass dann die Lage des Füllrohres genau vorgegeben und immer sicher ist. Dabei kann es zweckmäßig sein, das Füllrohr schräg nach unten weisend anzuordnen, um so auch die Verfüllrichtung gleich mit vorzugeben. Das Füllrohr kann übrigens mit dem Tuch lose verbunden angeliefert werden.

Die Neuerung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Gewebetuch geschaffen ist, das insbesondere im untertägigen Bergbau aber auch im Tunnelbau eingesetzt werden kann und zwar insbesondere dort, wo das Gewebetuch zusammen mit Baustoff zum Einsatz kommt, sei es bei entsprechenden Baustoffschläuchen, Baustoffstempeln oder sei es auch beim Hinterfüllen von Streckenausbau. Dieses Gewebe zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest bei den Schussfäden Multifilamente zum Einsatz kommen, die durch besondere Ausbildung und Behandlung eine höhere Festigkeit aufweisen als die heute meist eingesetzten Kunststoffbändchen. Bei diesen Kunststoffbändchen wird zunächst ein Film extrudiert und der Film wird dann in einzelne Bändchen geschnitten. Die geschnittenen Bändchen werden verstreckt, um den Bändchen eine ausreichende Festigkeit zu geben. In dieser Form werden die Kunststoffbändchen dann verwebt, beim neuerungsgemäßen Gewebe eben dadurch, dass sie als Kettfäden dienen, während die Schussfäden dann in der Regel Multifilamente sind. Bei diesen Multifilamenten werden 150 bis 250 Polypropylen-Endlosfäden zu einem solchen Multifilament zusammengezogen, wobei es auch noch größere Mengen von Endlosfäden gibt, wobei die genannte Zahl von 150 bis 250 in der Regel ausreichend ist, um eine hohe Festigkeit zu erreichen. Vorteilhaft dabei ist, dass diese Multifilamente auch eine gewisse Dehnung zulassen, ohne dass die Gefahr der Zerstörung besteht. Dies ist insbesondere dort von Vorteil, wo in eine bestimmte Richtung, wie beim Baustoffstempel in Umfangsrichtung hohe Zugkräfte auftreten, denen durch Dehnung die Problematik genommen werden kann. Die geschilderten als Schussfäden eingesetzten Multifilamente haben darüber hinaus den großen Vorteil, dass sie von scharfen Gesteinskanten nicht zerschnitten werden oder zumindest nicht sehr schnell zerschnitten werden und darüber hinaus auch noch einen hohen Festigkeitswert erreichen, insbesondere dann wenn die einzelnen Fäden bzw. die Multifilamente gereckt sind. Die zum Einsatz kommenden Multifilamente vor allem als Schussfäden bringen eine höhere Dichtigkeit des Gewebes, erlauben eine Dehnung in die vorgegebene Richtung und zeigen günstige bzw. höhere Festigkeitswerte. Die damit verbundene höhere Dichtigkeit, ergibt sich, weil die Abstände zwischen den einzelnen Fäden geringer sind als zwischen den Bändchen. Dies sichert beim Austreten des Wassers das Zurückhalten der Baustoffbestandteile, sodass ein gleichmäßiges und schnelles Aushärten des Baustoffes innerhalb der Wandung des Gewebetuchs ebenfalls gesichert ist. Insbesondere die feinkörnigen Bestandteile, die bei gröberem Gewebe leicht mit ausgeschwemmt werden, tragen zu diesem schnellen und sicheren Aushärten des Baustoffes bei. Aufgrund des beschriebenen Mehrfacheffektes der zum Einsatz kommenden Multifilamente, die zusammen mit den Kunststofffäden ein dichtes Gewebe bilden, ist die im untertägigen Bergbau besonders zu beachtende erhöhte Sicherheit zu erreichen, sodass selbst höhere Preise für die Multifilamente mehr als ausgeglichen werden können.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Neuerung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

1 zur Herstellung von Baustoffstützen verwendetes Gewebetuch im Einsatz unter Tage,

2 ein Tuch mit nur in Schussrichtung vorgesehenen Multifilamenten sowie rechts daneben ein Tuch aus abwechselnd angeordneten Multifilamenten und Kunststoffbändchen,

3 einen Teilquerschnitt durch eine Strecke im untertägigen Bergbau mit Hohlräumen, die durch Baustoff auszufüllen sind und

4 eine Seitenansicht von der Streckenmitte her gesehen.

1 zeigt einen Streckenbereich, bei dem aus Gewebetuch 1 bestehende Baustoffstempel 3 im Einsatz sind. Diese Baustoffstempel 3 sind großvolumige Schläuche, deren Boden 12 auf dem Liegenden 28 aufsteht und der dann mit Baustoff so weit gefüllt ist, dass sein Deckel 13 am Hangenden 27 anliegt. In diesem Bereich ist auch ein Einfüllventil 4 vorgesehen, durch das der Baustoff in das Innere dieses Baustoffstempels 3 hineingedrückt wird. Der Baustoffstempel 3 wächst dann vom Liegenden 28 zum Hangenden 27 hoch und legt sich dort dicht an.

Durch die gewählten Schnitte in vergrößerter Wiedergabe wird zum Ausdruck gebracht, dass das Gewebetuch 1 hier ähnlich wie in 2 links dargestellt aus Kettelementen 14 und Schusselementen 15 besteht. Die Kettelemente 14 sind hier Kunststoffbändchen 17, während die Schusselemente 15 als Multifilamente 18 ausgebildet sind. Beide sind miteinander verwebt, sodass sich ein dichtes Gewebe 1 ergibt, das vorteilhaft dicht ist, wie in 1 links gezeigt.

1 rechts zeigt einen weiteren Baustoffstempel, wobei hier als Kettelemente 14 und Schusselemente 15 Multifilamente 18, 18' Verwendung gefunden haben. Die einzelnen Kettelemente 14 und 15 sind so dicht verwebt, dass Wasser nur begrenzt hindurchtreten kann und Luft noch weniger, sodass zwar das Entwässern des eingefüllten Baustoffs noch sichergestellt ist, aber in einer genau vorzugebenden Zeitspanne.

Die einzelnen Multifilamente 18 bestehen aus einer Vielzahl von Polypropylen-Endlosfäden 19, 20, 21 und zwar 150 bis 250 Stück. Dies verdeutlicht, dass die zum Einsatz kommenden Polypropylen-Endlosfäden in Form der Multifilamente 18 eine deutlich erhöhte Sicherheit darstellen, ganz von den weiter vorn geschilderten Vorteilen mal abgesehen. Das Gewebetuch 1 ist aufgrund der Vielzahl von Polypropylen-Endlosfäden 19, 20, 21 wesentlich dichter und kann durch entsprechende Vorbehandlung auch wesentlich höhere Kräfte aufnehmen.

Weiter vorn ist schon darauf hingewiesen worden, dass nicht nur die Verwendung von Schusselementen 15 in Form von Multifilamenten 18 möglich ist, sondern auch die gruppenweise Verwendung von Kunststoffbändchen 17 bzw. andererseits Multifilamenten 18. Diese Gruppen sind daher zusätzlich mit dem Bezugszeichen 23 und 24 versehen.

3 zeigt einen Teilschnitt einer Strecke, die durch einen stählernen Streckenausbau 5 abgesichert ist. Dieser stählerne Streckenausbau 5 besteht aus einer Vielzahl von Ausbaubögen 6 auf die Richtung Gebirge Verzugmatten aufgelegt sind, auf die dann ein Begrenzungszug 10 aufgelegt wird, um so den Hinterfüllvorgang möglich zu machen. Beim Hinterfüllvorgang wird mit Hilfe einer hier nicht dargestellten Pumpe Baustoff in den Hohlraum 8 hineingepumpt, sodass der Hohlraum zwischen Ausbaubogen 6 und Gebirge 9 vollständig mit Baustoff ausgefüllt werden kann. Dazu wird das Begrenzungstuch 10 mit seinen Kettelementen 14 und Schusselementen 15 wie in 3 angedeutet auf den Ausbaubogen 6, 11 und die Verzugmatten 7 aufgelegt. Um das Einfüllen des Baustoffes zu erleichtern ist die Anordnung eines Füllrohres 26 vorgesehen, das möglichst im oberen Bereich des Ausbaubogens 6, 11 aufgelegt und dann durch den beim Einfüllen des Baustoffes größer werdenden Schlauch 2 gegen die Gebirgswand angedrückt wird. Das Füllrohr 26 endet, wie in 4 angedeutet, jenseits dieses letzten Ausbaubogens 6, sodass dann vom anderen Ende her der Baustoff leicht und sicher eingefüllt werden kann. Vorteilhaft ist, dass er dann von oben herunterpladdert, nicht also wie bisher meist von unten hoch gepumpt werden muss. Dies erleichtert die Arbeit und bringt sogar noch eine höhere Sicherheit. Das Füllrohr 26 befindet sich nach 3 etwa in Höhe der Firste 30, sodass der Hohlraum bis hinab zur Sohle 29 sicher mit Baustoff zu verfüllen ist, aber auch begrenzt noch nach oben.

Die Mattenstäbe 32, 33, 34 sind im vorgegebenen Abstand und in vorgegebener Form miteinander verschweißt, sodass eine derartige Verzugmatte 7 den eingefüllten Baustoff sicher abstützt. Das Begrenzungstuch 10 kann gleichzeitig in Längsrichtung verstärkt werden, wozu beispielsweise die Gruppen von Kettfäden, die im Bereich von Verbindungs-Mattenstäben 32, 34 verlaufen, als Multifilamente ausgebildet sind oder damit verstärkt sind, sodass mit einfacher Verbindungstechnik eine wirksame Verbindung zwischen den Verzugmatten 7 und dem Begrenzungstuch 10 erreicht wird.

Die waagrechten Mattenstäbe 33 stützen sich – wie 4 zeigt – vor allem gegen die Ausbaubögen 6, 11 ab, sodass sich insgesamt über die Höhe dieser Ausbaubögen 6, 11 eine Abstützung ergibt, die verhindert, dass der eingefüllte Baustoff aus diesem Bereich herausbrechen kann. Vielmehr kann nur das reine Wasser an den Kettelementen 14 und Schusselementen 15 vorbeirinnen, ohne dass der Baustoff mit ausgetragen wird, sodass sich ein schnelles Aushärten ergibt. Die Verzugmatten 7, die aus den senkrechten Mattenstäben 32, 34 und waagerechten Mattenstäben 33 bestehen, bilden ein dichtes Gitter, das das Ausbeulen des diesen Zwischenbereich zwischen den Ausbaubögen 6, 11 ebenfalls abdeckende Begrenzungstuch verhindert. Es ist vielmehr entsprechend abgesichert und darüber hinaus drückt der Baustoff sich dann nur durch die kleinen Raster, sodass allenfalls eine gewisse vorteilhafte Verzahnung zwischen „Baustoff" und Verzugmatten möglich wird.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
Gewebetuch für den Einsatz im untertägigen Berg- und Tunnelbau, vor allem verarbeitet zu Baustoff aufnehmenden Schläuchen (2), Baustoffstempeln (3) und -behältern, als Begrenzungstuch (10) bei der Hinterfüllung des Streckausbaus (5) und als Wettertuch und bei ähnlichen Abgrenzungsmaßnahmen, bestehend aus fadenförmigen Kettelementen (14) und Schusselementen (15), die aus Polypropylen und anderen Kunststoffen hergestellt und miteinander tuchförmig verwoben sind, dadurch gekennzeichnet, dass einige Kett- und Schusselemente (14, 15) wie bekannt als Kunststoffbändchen (17) und dass die beim Einsatz besonders hoch auf Zug beanspruchten Kett- und/oder Schusselemente (14, 15) als Multifilamente (18) ausgebildet sind. Gewebetuch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Multifilamente (18) aus 150 bis 250 Polypropylen-Endlosfäden (19, 20, 21) bestehen, die mit Luft gekühlt, aviviert und nach Titer gebündelt sind. Gewebetuch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polypropylen-Endlosfäden (19, 20, 21) gebündelt und dann gereckt sind. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle Schusselemente (15) von Multifilamenten (18) gebildet sind. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kett- und Schusselemente (14, 15) alle als Multifilamente (18) ausgebildet sind. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tuch (1) aus Gruppen (24) von die Kett- und die Schusselemente (14, 15) bildenden Multifilamenten (18) und Gruppen (23) von Kunststoffbändchen (17) besteht. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Kunststoffbändchen (17) oder Multifilamenten (18) bestehenden Kett- und Schusselemente (14, 15) dicht aneinander liegend miteinander verwebt sind. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei den Schusselementen (15) und/oder den Kettelementen (14) jeweils wechselnd Kunststoffbändchen (17) und Multifilamente (18) eingesetzt sind. Gewebetuch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei den Kettelementen (14) im vorgesehenen Verbindungsbereich mit den Verzugsmatten (7) des Streckenausbaus (5) aus 250 bis 400 Polypropylen-Endlosfäden (19, 20, 21) bestehende Multifilamente (18) im Abstand der Mattenstäbe (32, 34) eingewebt sind. Gewebetuch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem als Begrenzungstuch (10) eingesetzten Tuch (1) ein kurzes Füllrohr (26) zugeordnet ist, das mit dem Begrenzungstuch (10) zwischen den Ausbaubögen (6) des Streckenausbaus (5) und dem Gebirge (9) einspannbar ist. Gewebetuch nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllrohr (26) über den letzten Ausbaubogen (6) vorstehend und bis Mitte des Abstandes zum nächsten Ausbaubogen (11) reichend ausgebildet ist. Gewebetuch nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass über die Länge des Tuches (1) bzw. die Höhe des Ausbaubogens (6, 11) mehrere solcher Füllrohre (26) angeordnet sind.






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