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Dokumentenidentifikation DE202007006436U1 16.08.2007
Titel Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung mit Wärmerückgewinnung
Anmelder Pospischil, Frank, Dr.-Ing., 01157 Dresden, DE
DE-Aktenzeichen 202007006436
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.08.2007
Registration date 12.07.2007
Application date from patent application 05.05.2007
IPC-Hauptklasse F24F 12/00(2006.01)A, F, I, 20070505, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F24F 7/00(2006.01)A, L, I, 20070505, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Be- und Entlüftung von Gebäuden mit Wärmerückgewinnung ist eine technische Möglichkeit, den Energieverbrauch in der Heizperiode erheblich zu senken und einem häufig zu beobachtenden Anstieg der Luftfeuchtigkeit in benutzten Räumen entgegen zu wirken. Bei Neubauten werden zunehmend zentrale Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung eingebaut, die ganze Gebäude oder Gebäudeteile mit vorgewärmter Frischluft versorgen. Im Gebäudebestand können solche zentralen Anlagen oft nicht nachgerüstet werden, weil die erforderlichen Luftleitungen aus räumlichen Gründen nicht untergebracht werden können oder weil die notwendigen baulichen Änderungen und gerätetechnischen Aufwendungen zu teuer sind.

Be- und Entlüftungsvorrichtungen mit Wärmerückgewinnung, die für einzelne Räume geeignet sind, werden als kompakte Geräte angeboten, die an der Innenseite der Außenwände im sichtbaren Bereich angebracht sind. Durch ihre Abmessungen beeinträchtigen sie die innenarchitektonische Lösung. Andere Vorrichtungen werden im Bereich der Fensteröffnungen in Zusatzprofilen untergebracht, die Rolladenkästen ähneln. Der nachträgliche Einbau dieser Vorrichtungen erfordert das Wechseln der Fenster und verringert deren Glasfläche. Eine neue Entwicklung stellt eine Vorrichtung dar, die hinter einem Heizkörper an der Außenwand montiert wird und von der Raumseite also nicht sichtbar ist. Die Nutzung dieser Vorrichtung zieht entsprechende Änderungen der Beheizungsanlage nach sich. Bei allen bisher genannten Vorrichtungen müssen erhebliche Bemühungen darauf gerichtet werden, den von den Ventilatoren erzeugten Lärm auf ein akzeptables Maß zu verringern.

Die Ursachen für den relativ geringen Anwendungsumfang der bekannten dezentralen Lösungen sind hauptsächlich darin zu suchen, dass nicht selten die notwendigen Änderungen an der Bausubstanz und ihrer Ausstattung zu umfangreich sind, dass die Gerätetechnik und deren Montage zu aufwendig und damit zu teuer ist, und dass an der Fassade und im Raum oft zu große funktionelle und gestalterische Beeinträchtigungen auftreten.

Nur eine kostengünstige Lösung, bei der keine bereits im Zuge der Sanierung erneuerten Bauteile verändert werden müssen, und bei der die Beeinträchtigung an der Fassade und im Innenraum gering bleibt, wird sich in breitem Umfang am Markt durchsetzen.

Der in den Schutzansprüchen 1 bis 5 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Be- und Entlüftungsvorrichtung mit Wärmerückgewinnung für Räume mittlerer Größe zu schaffen, die in ihrer funktionellen und konstruktiven Gliederung einfach ist, nur geringe Abmessungen aufweist und sowohl im Innenraum als an der Fassade nur zu geringen Beeinträchtigungen führt. Die gemeinsame Anordnung von Zuluftventilatoren (1) und Abluftventilatoren (2) möglichst weit außen auf einem Trägerbauteil (3) in einer Kernlochbohrung (7) in der Außenwand nach Anspruch 1 führt zu einer geringeren Lärmbelastung im Raum als bei einer raumnäheren Anordnung unter sonst gleichen Bedingungen. Die geringe Abmessung der Kernlochbohrung (3) nach Anspruch 2 eröffnen die Möglichkeit, die Kernlochbohrung (3) mit geringem Aufwand in die Außenwand einzubringen, vorzugsweise in unmittelbarer Fensternähe, wodurch die Luftführungshaube (14), die die Kernlochbohrung außen abschließt, gegebenenfalls ohne Gerüststellung montiert werden kann. Die flache Wärmetauschereinheit (4) mit ihrer geringen Dicke nach Anspruch 3 wird auf die Innenseite der Außenwand vorzugsweise in mittelbarer Nähe der Fensteröffnung montiert. Dies ist ein Bereich, der oft durch die Fensterdekoration abgeschirmt wird. Es ist auch möglich, die erforderliche Wandfläche innen abzuspitzen (4 cm Mauerwerk und 1 bis 2 cm Putz), sodass die Wärmetauschereinheit (4) bündig mit der Wandoberfläche montiert werden kann. Ferner ist es möglich, die Wärmetauschereinheit (4) in eine Flächenheizungskonstruktion zu integrieren.

Um die Wärmetauschereinheit gemäß Anspruch 3 gestalten zu können, muss ein geeigneter Wärmetauscher (10) angewendet werden. Dies ist z.B. der Turbulenzwärmerückgewinner, der von der FLP GmbH zum Patent angemeldet wurde. Er wird in einer Ausführung mit geringer Dicke eingesetzt.

Der Abluftstrom kann eine hohe Luftfeuchtigkeit enthalten. Die flache Wärmetauschereinheit (4) ermöglicht zwar keinen sehr guten thermischen Wirkungsgrad des Wärmetausches, sie entschärft aber auch die Gefahr der Kondensation im Wärmetauscher (8). Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnung erläutert.

Die Frischluft wird, seitlich heran geführt durch die Luftführungshaube (14), durch den Filter (13), der sich im Lufteintrittskanal (8) der Kernlochbohrung (7) befindet, von den Zuluftventilatoren (1) angesaugt und im Lufteintrittskanal (8) der Kernlochbohrung (7) über die Schalldämmbauteile (12) in die Wärmetauschereinheit (4) geblasen. Im Wärmetauscher (10) wird die durchströmende Frischluft durch die Wärme der Abluft erwärmt und verlässt die Wärmetauschereinheit (10) über die raumseitige Luftaustrittsöffnung (5), die durch eine Verschlussklappe (15) verschlossen wird, wenn die Be- und Entlüftungsvorrichtung nicht in Betrieb ist, als Zuluft für den Raum die Be- und Entlüftungsvorrichtung.

Die Abluft strömt über die raumseitige Lufteintrittsöffnung (6), die durch eine Verschlussklappe (15) verschlossen wird, wenn die Be- und Entlüftungsvorrichtung nicht in Betrieb ist, durch den Wärmetauscher (10) in der Wärmetauschereinheit (4), in dem sie einen großen Teil ihrer Wärme an die Frischluft abgibt, in der Luftaustrittskanal (9) der Kernlochbohrung (7) über die Schalldämmelemente (12). Angetrieben wird die Abluftströmung durch die Abluftventilatoren (2), die die Abluft über die Luftführungshaube (14) als Fortluft seitlich ins Freie blasen.

Filter (13), Zuluftventilatoren (1), Schalldämmelemente (12), Abluftventilatoren (2) sind auf dem Trägerbauteil (3) montiert und bilden zusammen mit diesem eine Wartungsbaugruppe, die aus der Kernlochbohrung (7) nach innen herausgezogen werden kann. Die Wandung der Kernlochbohrung (7) ist mit einer wärme- und schalldämmenden, zugleich dampfbremsenden Schicht (11) ausgekleidet.

Sowohl im Freien als auch im Raum muss ein Kurzschluss der ein- und austretenden Luftströme verhindert werden. Dies wird im Freien durch die Luftführungshaube (14) und im Raum durch die möglichst große räumliche Distanz zwischen der Luftaustrittsöffnung (5) und der Lufteintrittsöffnung (6) gewährleistet.

Zur Energieversorgung der Ventilatoren dient eine raumseitig angeordnete Stromversorgungseinheit mit Steuerung (nicht dargestellt).

Liste der Figuren auf dem Zeichenblatt:

1: Senkrechter Schnitt durch die Wärmetauschereinheit (4), ca. M 1:10

2: Waagerechter Schnitt durch die Kernlochbohrung (7), ca. M 1:2,5

Liste der Bezugsziffern auf dem Zeichenblatt:

1
Zuluftventilatoren
2
Abluftventilatoren
3
Trägerbauteil
4
Wärmetauschereinheit
5
Luftaustrittsöffnung raumseitig (Zuluft)
6
Lufteintrittsöffnung raumseitig (Abluft)
7
Kernlochbohrung durch die Außenwand
8
Lufteintrittskanal
9
Luftaustrittskanal
10
Wärmetauscher
11
Wärme- und schalldämmende, zugleich dampfbremsende Schicht an der Wandung
der Kernlochbohrung
12
Schalldämmbauteile
13
Filter
14
Luftführungshaube
15
Verschlussklappe


Anspruch[de]
Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung mit Wärmerückgewinnung, die für Räume mittlerer Größe geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuluftventilatoren (1) und die Abluftventilatoren (2) möglichst weit außen auf einem gemeinsamen Trägerbauteil (3) montiert sind, das in einer Kernlochbohrung (7) der Außenwand des Gebäudes angeordnet ist, wobei dieses Trägerbauteil (3) die Kernlochbohrung (7) halbiert, sodass ein Lufteintrittskanal (8) und ein Luftaustrittskanal (9) entsteht, und dass die Wärmetauschereinheit (4) mit der raumseitigen Luftaustrittöffnung (5) und der Lufteintrittsöffnung (6) von diesem Trägerbauteil (3) getrennt an der Innenseite der Außenwand, jedoch über der inneren Öffnung der Kernlochbohrung (7), angeordnet ist. Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernlochbohrung (7) durch die Auswahl und den Einbau der Ventilatoren nicht größer als 12 cm im Durchmesser ist. Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmetauschereinheit (4) durch die Auswahl des einzubauenden Wärmetauschers (10) und durch Einsatz wärme- und schalldämmender Gehäusewerkstoffe nicht dicker als 6 cm ist, und dass die Luftaustrittsöffnung (5) und die Lufteintrittsöffnung (6) so angeordnet sind, dass kein Kurzschluss der ein- und austretenden Luftströme entsteht. Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Wandung der Kernlochbohrung (7) eine wärme- und schalldämmende, zugleich dampfbremsende Schicht (11), dass im Lufteintrittskanal (8) vor den Zuluftventilatoren (2) ein Filter (13), befestigt am Trägerbauteil (3), und im Lufteintrittskanal (8), gegebenenfalls auch im Luftaustrittskanal (9) zwischen den Ventilatoren und der Wärmetauschereinheit (4) Schalldämmbauteile (12), befestigt am Trägerbauteil (3), eingebaut werden. Flache Be- und Entlüftungsvorrichtung nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung der Kernlochbohrung (7) an der Außenseite der Außenwand durch eine Luftführungshaube (14) abgedeckt wird, die einen Kurzschluss der ein- und austretenden Luftströme verhindert und Witterungsschutz gewährleistet.






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