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Dokumentenidentifikation DE102004016244B4 23.08.2007
Titel Rotor für eine Turbomaschine
Anmelder MTU Aero Engines GmbH, 80995 München, DE
Erfinder Fischer, Martin, 82140 Olching, DE;
Weidmann, Wilfried, 85253 Erdweg, DE;
Knodel, Eberhard, 85305 Jetzendorf, DE
DE-Anmeldedatum 02.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016244
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse F01D 5/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F01D 5/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rotor für eine Turbomaschine, insbesondere für eine Gasturbine, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Turbomaschine, eine stationäre Gasturbine sowie ein Flugtriebwerk.

Rotoren von Turbomaschinen weisen im Allgemeinen mehrere Stufen auf, wobei jede Stufe eine Rotorscheibe umfasst, und wobei an der Rotorscheibe einer jeden Stufe mehrere zusammen mit dem Rotor rotierende Laufschaufeln befestigt sind. Die Rotorscheiben der mehreren Stufen des Rotors können miteinander oder mit einer Rotorwelle auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel unlösbar durch Verschweißen oder lösbar durch Verschrauben, miteinander verbunden sein. Die hier vorliegende Erfindung bezieht sich auf solche Rotoren, deren Rotorscheiben miteinander oder mit einer Rotorwelle lösbar verbunden sind.

Die DE 196 27 386 A1 offenbart eine Verbindungs-Anordnung für zwei benachbarte Turbinen-Rotorscheiben, wobei jede der miteinander zu verbindenden, benachbarten Rotorscheiben mindestens eine sich in axialer Richtung erstreckende Schale aufweist, und wobei an den Enden der sich in axialer Richtung erstreckenden Schalen Flansche angeordnet sind. Ein als Dehnbolzen ausgebildetes Befestigungsmittel durchdringt gemäß der DE 196 27 386 A1 die sich gegenüberliegenden Flasche zweier benachbarter, miteinander zu verbindender Rotorscheiben und ist über Muttern lösbar mit den Flanschen verbunden.

Die DE 198 28 817 C2 offenbart einen Rotor für eine Turbomaschine, mit mindestens zwei beschaufelten Stufen, deren Rotorscheiben lösbar miteinander verbunden sind. Beim Rotor gemäß DE 198 28 817 C2 verfügt lediglich jede zweite Rotorscheibe über eine sich im Wesentlichen in axialer Richtung erstreckende Schale mit einem am Ende der jeweiligen Schale angeordneten Flansch. Eine zwischen zwei solchen Rotorscheiben positionierte, mit diesen Rotorscheiben zu verbindende Rotorscheibe verfügt über Flansche im Bereich der Seitenflächen der jeweiligen Rotorscheibe. Zur Verbindung zweier Flansche von miteinander zu verbindenden Rotorscheiben dient bei der DE 198 28 817 C2 ein als Schraubenbolzen ausgebildetes Befestigungsmittel.

Den Rotoren gemäß DE 196 27 386 A1 sowie DE 198 28 817 C2 ist gemeinsam, dass die zur Verbindung von zwei benachbarten Rotorscheiben verwendeten Befestigungsmittel in einem Bauraum zwischen den benachbarten, miteinander zu verbindenden Rotorscheiben angeordnet sind. Die Befestigungsmittel durchdringen nach dem Stand der Technik Flansche der benachbarten, miteinander zu verbinden Rotorscheiben. Da die Rotorscheiben im Betrieb große Kräfte, z.B. große Fliehkräfte, aufnehmen müssen, erstrecken sich nach dem Stand der Technik die Befestigungsmittel nicht durch die Rotorscheiben als solche. Vielmehr sind nach dem Stand der Technik, wie bereits oben erwähnt, die Befestigungsmittel zwischen zwei benachbarten, miteinander zu verbindenden Rotorscheiben positioniert und erstrecken sich lediglich durch die Flansche.

Zukünftige Konzepte für Flugtriebwerke erfordern jedoch eine zunehmend kompakte Bauform derselben und damit auch eine zunehmend kompakte Bauform der Rotoren. Dadurch verringert sich letztendlich auch der axiale Abstand zwischen zwei benachbarten, miteinander zu verbindenden Rotorscheiben und damit der zur Positionierung der Befestigungsmittel zur Verfügung stehende Bauraum. Für zunehmend kompaktere Bauformen von Flugtriebwerken sind demnach die oben genannten Konzepte zur Verbindung benachbarter Rotorscheiben nicht geeignet.

Aus der DE 18 70 227 U1 ist eine Bauweise für Gasturbinenrotoren bekannt, bei der sich die Befestigungsmittel durch Bohrungen in zwei benachbarten Rotorscheiben hindurch erstrecken. Jedes Befestigungsmittel umfasst eine Hülse mit Innengewinde und eine passende Schraube (Zuganker) mit Außengewinde. Die Schraube ist radial zentriert in eine Rotorscheibe eingepasst, die Hülse ist mit radialem Spiel (a) in die andere Rotorscheibe eingebaut. Die spielfreie Zentrierung der Hülse übernehmen flanschartige Bauteile (12', 16'), welche an der Rotorscheibe anliegen (siehe 1 und 2). Die flanschartigen Bauteile (12', 16') sind mittels Vorsprüngen an den Rotorscheiben radial von innen zentriert, d.h. die Zentrierung liegt näher an der Rotorachse, als die Befestigungsmittel. Unter den hohen, bei Gasturbinen üblichen Fliehkräften, können sich die Bauteile (12', 16') – aufgrund ihrer Innenzentrierung – radial ungehindert so weit nach außen dehnen, dass die Hülsen radial außen in den Bohrungen der Rotorscheiben zur Anlage kommen und dort gefährliche Belastungen in die Rotorscheibe induzieren. Im Extremfall kann dies zur Zerstörung des Rotors führen.

Aus dem japanischen Abstract JP 2000045702 A ist ebenfalls eine Bauweise für Gasturbinenrotoren bekannt, bei der sich zugankerartige Befestigungsmittel mit radialem Spiel durch Bohrungen in mehreren benachbarten Rotorscheiben hindurch erstrecken. Es ist nicht erkennbar, wie hier sichergestellt werden soll, dass die Befestigungsmittel unter Fliehkraft nicht an den Bohrungswänden zur Anlage kommen und dort gefährliche Lasten induzieren.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, einen neuartigen Rotor für eine Turbomaschine, insbesondere für eine Gasturbine, zu schaffen, bei dem Befestigungsmittel in Bohrungen von Rotorscheiben keine gefährlichen Lasten induzieren können.

Dieses Problem wird dadurch gelöst, dass der eingangs genannte Rotor durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 weitergebildet ist. Dabei erstreckt sich das oder jedes Befestigungsmittel durch die Rotorscheibe mindestens einer Stufe, wobei das oder jedes Befestigungsmittel in mindestens einer die jeweilige Rotorscheibe durchdringenden Bohrung derart mit radialem Spiel gehalten ist, dass eine innenliegende Bohrungsoberfläche stets lastfrei bzw. kraftfrei ist, auch unter hohen, auf die Befestigungsmittel einwirkenden Fliehkräften.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird demnach ein Rotor für eine Turbomaschine vorgeschlagen, wobei sich die Befestigungsmittel zur lösbaren Befestigung von zwei benachbarten Rotorscheiben oder zur lösbaren Befestigung einer Rotorscheibe mit einer Rotorwelle durch eine Rotorscheibe hindurch erstrecken. Demnach ist im Sinne der hier vorliegenden Erfindung in zumindest eine Rotorscheibe mindestens eine Bohrung eingebracht, die die Rotorscheibe als solche durchdringt. Dies stellt eine Abkehr von dem nach dem Stand der Technik üblichen Prinzip dar, dass aus Festigkeitsgründen in die Rotorscheibe als solche keine Bohrungen für Befestigungsmittel eingebracht werden sollen. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist das oder jedes Befestigungsmittel in den die Rotorscheibe durchdringenden Bohrungen in den zu erwartenden Betriebszuständen mit radialem Spiel geführt. Die innenliegende Bohrungsoberfläche der Bohrungen ist demnach stets lastfrei bzw. kraftfrei. Vielmehr erfolgt die Krafteinleitung über einen Flansch der benachbarten Rotorscheibe bzw. Rotoranbindung oder über einen Flansch einer Zwischenstufendichtung oder über einen Abschlussring. Hierdurch ist es möglich, die aus der Schraubverbindung resultierende Belastung reproduzierbar, definiert und gleichmäßig über den Umfang der Rotorscheibe verteilt in dieselbe einzuleiten. Erfindungsgemäß sind an der Rotorscheibe radial außerhalb der Befestigungsmittel und Flansche axiale Vorsprünge angeordnet, die eine spielfreie Außenzentrierung der Flansche/Ringe sowie eine Abstützung gegen Fliehkräfte bewirken. Die Erfindung ermöglicht letztendlich eine kompakte und zuverlässige Rotorauslegung. Weiterhin ist die erfindungsgemäße Gestaltung des Rotors kostengünstig sowie gewichtsoptimiert.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist ein Flansch bzw. ein Flanschabschnitt einer Zwischenstufendichtung zwischen dem Flansch der ersten Rotorscheibe bzw. Rotoranbindung und der zweiten Rotorscheibe positioniert, derart, dass sich das oder jedes Befestigungsmittel durch den Flansch der ersten Rotorscheibe bzw. Rotoranbindung, durch den Flansch der Zwischenstufendichtung und durch die zweite Rotorscheibe erstreckt. In der oder jeder die zweite Rotorscheibe durchdringenden Bohrung ist das oder jedes Befestigungsmittel mit radialem Spiel geführt. In mindestens einer Bohrung des Flansches der ersten Rotorscheibe bzw. der Rotoranbindung und in mindestens einer Bohrung des Flansches der Zwischenstufendichtung hingegen ist das oder jedes Befestigungsmittel radial spielfrei geführt.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1 einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Rotor für eine Turbomaschine, insbesondere für eine Gasturbine.

1 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Rotor für eine schelllaufende Niederdruckturbine eines Flugtriebwerks. Ein derartiger Niederdruckturbinenrotor ist vorzugsweise aus mehreren in axialer Richtung bzw. in Durchströmungsrichtung (Pfeil 11) hintereinander angeordneten Rotorscheiben und damit Stufen gebildet, wobei 1 lediglich eine derartige Rotorscheibe 10 zeigt.

Jeweils zwei benachbarte Rotorscheiben des in 1 ausschnittsweise dargestellten Niederdruckturbinenrotors sind über eine Schraubverbindung lösbar miteinander zu befestigen. Unter Bezugnahme auf 1 bedeutet dies, dass die stromaufwärts der gezeigten Rotorscheibe 10 angeordnete Rotorscheibe, die nachfolgend als erste Rotorscheibe bezeichnet wird, mit der dargestellten Rotorscheibe 10, die nachfolgend als zweite Rotorscheibe bezeichnet wird, über mindestens ein Befestigungsmittel zu verbinden ist. Die stromaufwärts der zweiten Rotorscheibe 10 positionierte, erste Rotorscheibe verfügt über eine sich im Wesentlichen in axialer Richtung erstreckende Schale 12, wobei sich die Schale 12 über den axialen Abstand zwischen den beiden miteinander zu verbindenden Rotorscheiben erstreckt, und wobei an einem Ende der Schale 12 ein Flansch 13 angeordnet ist. In den Flansch 13 der Schale 12 ist mindestens eine Bohrung eingebracht, wobei sich ein Befestigungsmittel 14 zur Verbindung der beiden benachbarten Rotorscheiben durch eine dieser Bohrungen und damit durch den Flansch 13 erstreckt. 1 zeigt lediglich ein derartiges Befestigungsmittel 14. Über den Umfang des Rotors bzw. der Rotorscheiben sind jedoch mehrere derartige Befestigungsmittel 14 verteilt positioniert. Zu einfacheren Darstellung der Erfindung wird nachfolgend immer nur auf das eine in der 1 dargestellte Befestigungsmittel 14 sowie die entsprechenden Bohrungen für dieses eine Befestigungsmittel 14 Bezug genommen. Sind mehrere Befestigungsmittel über den Umfang verteilt angeordnet, so gilt dies selbstverständlich auch für die Bohrungen zur Aufnahme der Befestigungsmittel.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist in eine der beiden miteinander zu verbindenden Rotorscheiben, nämlich in die zweite Rotorscheibe 10, ebenfalls mindestens eine Bohrung 15 eingebracht, welche die Rotorscheibe 10 als solche durchdringt. Das Befestigungsmittel 14 erstreckt sich demnach durch den Flansch 13 der Schale 12 der ersten Rotorscheibe sowie durch die zweite Rotorscheibe 10. Wie 1 entnommen werden kann, ist das Befestigungsmittel 14 in der Bohrung 15 mit radialem Spiel geführt, was bedeutet, dass zwischen einer Außenfläche des Befestigungsmittels 14 und einer Innenfläche der Bohrung 15 in montiertem Zustand ein Freiraum verbleibt. Die innenliegende Bohrungsfläche der Bohrung 15 ist demnach in montiertem Zustand lastfrei. In der Bohrung des Flansches 13 hingegen ist das Befestigungsmittel 14 radial spielfrei geführt.

In der in 1 gezeigten, bevorzugten Ausführungsform ist in montiertem Zustand zwischen dem Flansch 13 der Schale 12 der ersten Rotorscheibe und der zweiten Rotorscheibe 10 ein Flansch 16 einer Zwischenstufendichtung 17 positioniert. Das Befestigungsmittel 14 erstreckt sich demnach durch den Flansch 13 der Schale 12 der ersten Rotorscheibe, durch den Flansch 16 der Zwischenstufendichtung 17 sowie durch die zweite Rotorscheibe 10. Das Befestigungsmittel 14 ist in einer Bohrung des Flansches 16 der Zwischenstufendichtung 17 oder in der Bohrung des Flansches 13 radial spielfrei geführt. In der Bohrung 15 der zweiten Rotorscheibe 10 hingegen ist das Befestigungsmittel 14 mit radialem Spiel geführt. Das Befestigungsmittel 14 ist in der Bohrung des Flansches 13 der ersten Rotorscheibe oder in der Bohrung des Flansches 16 der Zwischenstufendichtung 17 über einen Gleitsitz oder Schiebesitz fixiert.

Wie 1 entnommen werden kann, umschließt der Flansch 13 der Schale 12 der ersten Rotorscheibe mit einem Abschnitt 18 radial innen den Flansch 16 mit radialem Spiel. Ein Ende 19 des Abschnitts 18 umgreift jedoch einen Abschnitt der zweiten Rotorscheibe 10 spielfrei, so dass ein Kontakt zwischen dem Ende 19 des Abschnitts 18 des Flansches 13 und der Rotorscheibe 10 gegeben ist. Radial außen umgreift ein Vorsprung 20 der Rotorscheibe 10 den Flansch 16 der Zwischenstufendichtung 17 spielfrei, so dass zwischen dem Vorsprung 20 und dem Flansch 16 ein Kontakt besteht.

Aus den oben beschriebenen Details folgt demnach, dass das oder jedes Befestigungsmittel 14 in jeweils einer Bohrung 15 der zweiten Rotorscheibe 10 mit radialem Spiel geführt ist. In den Bohrungen der Flansche 13 oder 16 hingegen ist das oder jedes Befestigungsmittel 14 in radialer Richtung spielfrei geführt. Im Bereich des Flansches 13 der Schale 12 oder des Flansches 16 der Zwischenstufendichtung 17 besteht demnach in montiertem Zustand ein Kontakt zwischen der Außenfläche des oder jedes Befestigungsmittels 14 und der Innenfläche der Bohrungen der Flansche 13 oder 16. Radial innen umgreift der Abschnitt 18 des Flansches 13 der Schale 12 den Flansch 16 der Zwischenstufendichtung 17 mit radialem Spiel, die Rotorscheibe 10 hingegen wird radial innen vom Abschnitt 18 ohne Spiel umgriffen. Radial außen umgreift der Abschnitt 20 der zweiten Rotorscheibe 10 den Flansch 16 der Zwischenstufendichtung 17 in radialer Richtung spielfrei.

Auf der stromabwärtigen Seite der in 1 dargestellten Rotorscheibe 10 kommt ein Abschlussring 21 zum Einsatz. Das oder jedes Befestigungsmittel 14 durchdringt den Abschlussring 21, nämlich mindestens eine Bohrung desselben, radial spielfrei. Radial außen umschließt ein Vorsprung 22 der Rotorscheibe 10 den Abschlussring 21 spielfrei, so dass ein Kontakt zwischen dem Vorsprung 22 der Rotorscheibe 10 und dem Abschlussring 21 besteht. Weiterhin zeigt 1 eine Mutter 23, die mit einem Gewindeabschnitt 24 des Befestigungsmittels 14 zusammenwirkt, und über die letztendlich die Schraubverbindung gemäß 1 fixiert bzw. gesichert wird.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist demnach mindestens eine Rotorscheibe 10 von zwei benachbarten, miteinander zu verbindenden Rotorscheiben von mindestens einer Bohrung 15 durchbohrt, wobei ein Befestigungsmittel 14 in jeder dieser Bohrung 15 mit radialem Spiel geführt ist. Am stromabwärtigen Ende sowie am stromaufwärtigen Ende der durchbohrten Rotorscheibe 10 ist das oder jedes Befestigungsmittel 14 radial spielfrei in zumindest einem Flansch 13, 16 bzw. in einem Abschlussring 21 geführt. Daraus folgt, dass die oder jede Bohrung 15 als solche kraftfrei bzw. lastfrei ist. Schraubenlasten, insbesondere Schraubenrandlasten, werden zu beiden Seiten der oder jeder Bohrung 15 bzw. der Rotorscheibe 10 über die Flansche 13 bzw. 16 sowie über den in 1 gezeigten Abschlussring 21 in die Rotorscheibe 10 eingeleitet. Es erfolgt demnach eine eindeutig definierte, gleichmäßige Krafteinleitung über den Umfang der durchbohrten Rotorscheibe 10.

Das oder jedes Befestigungsmittel 14 weist im Querschnitt einen zweifach abgestuften Durchmesser bzw. Radius auf. An einen mittleren Abschnitt 25 mit geringem Durchmesser bzw. Radius schließt sich zu beiden Seiten ein Abschnitt 26 an, dessen Radius größer ist als der Radius des Abschnitts 26, jedoch kleiner als der eines sich weiter außen anschließenden Abschnitts 27. Die Radien der Abschnitte 25, 26 und 27 sind derart bemessen, dass in einem Fehlerfall, in welchem eine Lastübertragung durch Reibung nicht möglich ist, die Befestigungsmittel 14 in Umfangsrichtung an der Rotorscheibe zur Anlage kommen, um so die entstehende Fehllast reproduzierbar, definiert und gleichmäßig über den Umfang verteilt einzuleiten.

Unter Bezugnahme auf 1 wurde die hier vorliegende Erfindung an einem Beispiel beschrieben, in welchem zwei benachbarte Rotorscheiben zweier benachbarter Stufen miteinander zu verbinden sind. Die Erfindung ist aber auch bei einstufigen Rotoren anwendbar, bei welchen die einzige Rotorscheibe dann mit einer Rotoranbindung einer Rotorwelle zu verbinden ist. In diesem Fall würde es sich bei dem Flansch 13 der 1 um den Flansch einer Rotoranbindung handeln.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass nur jede zweite Rotorscheibe eines Rotors im Sinne der 1 durchbohrt ist. In diesem Fall würden die stromaufwärts sowie stromabwärts dieser Rotorscheibe positionierten, und mit dieser Rotorscheibe zu verbindenden Rotorscheiben über ihre Flansche am stromaufwärtigen Ende sowie am stromabwärtigen Ende der durchbohrten Rotorscheibe befestigt. Unter Bezugnahme auf 1 würde dies bedeuten, dass anstelle des in 1 dargestellten Abschlussrings 21 ein Flansch einer stromabwärts der Rotorscheibe 10 positionierten Rotorscheibe angreift. Es ist jedoch auch möglich, dass jede Rotorscheibe eines Rotors im Sinne der 1 ausgebildet ist.

10
Rotorscheibe
11
Pfeil
12
Schale
13
Flansch
14
Befestigungsmittel
15
Bohrung
16
Flansch
17
Zwischenstufendichtung
18
Abschnitt
19
Ende
20
Vorsprung
21
Abschlussring
22
Vorsprung
23
Mutter
24
Gewindeabschnitt
25
Abschnitt
26
Abschnitt
27
Abschnitt


Anspruch[de]
Rotor für eine Turbomaschine, insbesondere Niederdruckturbinenrotor einer Gasturbine, mit mindestens einer Stufe, wobei jede Stufe eine Rotorscheibe mit an der Rotorscheibe befestigten Laufschaufeln aufweist, wobei die Rotorscheibe einer jeden Stufe entweder mit gegenüberliegenden Rotorscheiben benachbarter Stufen oder mit einer Rotoranbindung einer Rotorwelle durch jeweils mindestens ein Befestigungsmittel lösbar verbunden ist, wobei sich das oder jedes Befestigungsmittel durch die Rotorscheibe mindestens einer Stufe erstreckt, und wobei das oder jedes Befestigungsmittel in mindestens eine die jeweilige Rotorscheibe durchdringende Bohrung mit radialem Spiel eingepasst ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Rotorscheibe (10) beiderseits je ein axialer Vorsprung (20, 22) angeordnet ist, dass jeder Vorsprung (20, 22) je ein flansch- oder ringartiges, von mindestens einem Befestigungsmittel (14) durchdrungenes Element (16, 21) radial von außen spielfrei umgreift, und dass die Elemente (16, 21) jedes Befestigungsmittel (14) in der Weise halten, dass die innenliegende Bohrungsoberfläche jeder Bohrung (15) radial lastfrei bzw. kraftfrei ist. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das oder jedes Befestigungsmittel (14) durch einen Flansch (13) einer Rotoranbindung und durch eine Rotorscheibe (10) erstreckt. Rotor nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch dadurch gekennzeichnet, dass sich das oder jedes Befestigungsmittel (14) durch einen Flansch (13) einer ersten Rotorscheibe von zwei gegenüberliegenden, miteinander zu verbinden Rotorscheiben erstreckt, wobei sich das oder jedes Befestigungsmittel (14) weiterhin durch eine zweite Rotorscheibe (10) der zwei gegenüberliegenden, miteinander zu verbinden Rotorscheiben erstreckt. Rotor nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das oder jedes Befestigungsmittel (14) in jeweils einer Bohrung des Flansches (13) der ersten Rotorscheibe oder der Rotoranbindung radial spielfrei geführt ist. Rotor nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Flansch (16) bzw. ein Flanschabschnitt einer Zwischenstufendichtung (17) zwischen dem Flansch (13) und der zweiten Rotorscheibe (10) positioniert ist, derart, dass sich das oder jedes Befestigungsmittel (14) durch den Flansch (13), durch den Flansch (16) der Zwischenstufendichtung (17) und durch die zweite Rotorscheibe (10) erstreckt. Rotor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das oder jedes Befestigungsmittel (14) in jeweils einer Bohrung des Flansches (16) der Zwischenstufendichtung (17) radial spielfrei geführt ist. Rotor nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das oder jedes Befestigungsmittel (14) in der jeweiligen Bohrung des Flansches (13) und/oder in der jeweiligen Bohrung des Flansches (16) der Zwischenstufendichtung (17) über einen Gleitsitz oder Schiebesitz zentriert ist. Rotor nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jede zweite Rotorscheibe vorzugsweise an beiden Seiten eine sich in axialer Richtung erstreckende, zylindrische oder kegelförmige Schale aufweist, wobei an einem Ende jeder Schale jeweils ein Flansch angeordnet ist, und dass zwischen zwei derartigen Rotorscheiben eine Rotorscheibe positioniert ist, die durchbohrt ist. Turbomaschine mit mindestens einem Rotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8. Stationäre Gasturbine mit mindestens einem Rotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8. Flugtriebwerk mit mindestens einem Rotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8.






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